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SONSTIGES: Bar Gabányi – LA BOHÈME 2022

Es klang nach einer anregenden Kombination: Einerseits: In einer Bar in München (Nähe Goetheplatz) – in der „Bar Gabányi“. Andererseits: Dort Klassik, ein Abend zu Puccinis „La Bohème“. Und der Barbesitzer Stefan Gabányi sogar involviert. Also eine vielleicht skurrile Kombination! Ich also hin!

Es ist – wieder (wie kürzlich die Olympia-Aktion, HIER) – eine vom Kulturreferat der Stadt München geförderte Aktion, eine kleine Reihe von insgesamt vier Konzerten zu Puccinis La Bohème: „La Bohème 2022“, an vier verschiedenen Orten, verteilt über mehrere Monate bis Ende des Jahres.

In der Bar Gabányi war nun Konzert II an der Reihe. Konzert III wird am 15. November im Schwere Reiter (am Leonrodplatz) stattfinden und Konzert IV am 2. Dezember am Köśk (Nähe Schwantalerhöhe). Immer gespielt vom „Ensemble für sykretische Musik“ . Zwei Violinen, eine Viola, ein Violoncello, zwei Synthesizer, ein Klavier.

HIER der Link zur Website des Ensembles für sykretische Musik und damit gleichzeitig zu den umfassenden Erläuterungen zur Konzertreihe La Bohème 2022. Und HIER der Link zur Website der Bar Gabányi.

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In Puccinis La Bohème geht es um vier verarmte Künstler. Schaunard/Musiker, Colline/Philosoph, Marcello/Maler und Rodolfo/Dichter. Jedem dieser Künstler ist jetzt in der Konzertreihe La Bohème 2022 ein Konzertabend gewidmet. Es geht im Grunde um das prekäre Leben von Künstlern heute! Auch das ist ein köstlicher Widerspruch: Allein das Thema (Prekariat) und dann das Konzert dazu in einer schönen Whiskybar!

Diesmal war der Philosoph Colline im Blickfeld. Stefan Gabányi hat zur Musik einen Text vorgelesen. Es war ein (fast) philosophischer Text von Erich Maria Remarque über Schnaps. Erich Maria Remarque, Schnapsliebhaber, hatte in seinem Artikel „Über das Mixen kostbarer Schnäpse“ 1924 in einer Zeitschrift in Hannover mit vielen Worten den feinen und schwierigen Charakter von Schnaps dargelegt und den richtigen Umgang mit Schnaps beschrieben.

Auf die Musik möchte ich nicht sehr genau eingehen, der Leser dieser Zeilen kann es ja leider nicht mehr „nachhören“! (Teil IV der Reihe im Dezember im Köšk bringt allerdings Videoausschnitte der vorhergehenden Aufführungen.) Nur so viel: Es gab erst den Auftritt von Klavier, Synthesizer und Streichquartett und danach ein kleines Konzert der vier Streicher/der Streicherin alleine. Die vier Streicher/die Streicherin spielten das Streichquartett „Werden – Sein – Vergehen“ von Anton Webern. HIER das Streichquartett auf Youtube.

Wunderbar spielte – das doch noch zur Musik – das Streichquartett des Ensembles für sykretische Musik in diesem kleinen Kreis. Anton Weberns Streichquartett ist ein schwerfälliges (sensibles) und wahrscheinlich schwieriges Stück. Beim Auftritt davor (Klavier, Synthesizer etc.) habe ich dagegen die angekündigte „Fahrt durch die Gedankenwelt des Philosophen und Phantasten Colline“ nicht ganz verstanden. Zu Beginn wurde zumindest ein Video über die Gedanken Collines zur ihn letztlich störenden Welt gezeigt.

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Stefan Gabányi wiederum: Er war viele Jahre Barkeeper und Whisky-Experte im Schumann’s, ist Herausgeber des Buches Schumanns Whisk(e)y-Lexikon. Seit 2012 hat er seine eigenen Bar. Die „Bar für verständnisvolle Trinker“, sagt er. Die Bar Gabányi ist im Souterrain, gemütlich dunkel gehalten, persönlich eingerichtet, mit einer kleinen Bühne, auf der alle paar Wochen ein kleines Konzert stattfindet. HIER das Bühnenprogramm (das Programm ab Oktober folgt in Kürze, heißt es). Man kann auch draußen sitzen, auf der Treppe zum Souterrain liegen kleine Kissen für Sitzgelegenheiten. Mit feiner, nicht überteuerter Karte der Drinks und knapper Speisekarte, Würstl im Saft etwa, Ölsardinen, auch Sandwiches. Also: Unspektakulär ausgehen – nicht schick, aber sehr persönlich – und dabei etwas Besonderes trinken, dazu evtl. etwas Schlichtes essen, das geht hier gut!

!Copyright Hans Gabanyi

Das war also der Abend: Musikalisches in kleinem Rahmen, danach einen schönen Drink zu sich nehmen und über den Tresen hinweg den Blick auf die wieselflink hantierende junge Barkeeperin haben (wie zielsicher, konzentriert und schnell – fast ohne hinzusehen – sie jeweils die richtigen Flaschen und Zutaten zum Mixen der verschiedenen Drinks gezogen hatte!): Das hatte dann doch nicht so richtig viel Prekäres an sich!! Was aber nicht die schwierige Lage vieler vieler Kulturschaffender in diesen Zeiten verharmlosen soll!

Ich bin gespannt auf die beiden weiteren Konzerte der Reihe La Bohème 2022 gegen Jahresende (November und Dezember) und freue mich auf weitere Besuche in der Bar Gabányi und dort auf das vielleicht ein oder andere Konzert (auch vor Jahresende).

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SONSTIGES: Pienes Regenbogen 1972 – Der Film

Ich kann mit Einverständnis des Rechteinhabers (Schamoni Film GmbH danke!) einen Auszug aus dem Film „Otto Piene, Olympia Regenbogen, 1972“ bringen! Aufnahmen der „Regenbogenaktion“, die zur Abschlussfeier der Olympischen Spiele von 1972 in München anstelle eines Feuerwerks lief!

Im Rahmen meines Berichtes über die Theaterperformance „Pienes Regenbogen“ (Münchner Kulturreferat und Münchner Kammerspiele) hatte ich vor kurzem geschrieben, dass ich angefragt habe, ob ich etwas aus diesem Film im Blog bringen darf. Es lohnt sich, einen Ausschnitt aus der Dokumentation „Otto Piene, Olympia Regenbogen, 1972“ anzusehen!

Die Originaldokumentation über die damalige Regenbogenaktion ist 18 Minuten lang, der hier zu sehende Ausschnitt etwas über drei Minuten. Danke meinem Sohn Gregor (www.locolor.de), der geschnitten hat!

Die Schamoni Film & Medien GmbH: Die Mitglieder der Familie Schamoni hatten die Kino- und Fernsehlandschaft der Bundesrepublik Deutschland über Jahrzehnte geprägt. Es begann mit Vater Victor Schamoni sen. (1901-1942), später auch mit dessen Ehefrau Maria Schamoni, und setzte sich fort mit den filmischen Aktivitäten ihrer vier Söhne Victor jun. (1932-1975), Peter, (1934-2011), Thomas (1936-2014) und Ulrich (1939-1998).

HIER ist der Link zur Website der Schamoni Film & Medien GmbH, auf der man auch einen guten Überblick über die wesentlichen von den Schamonis produzierten Filme erhält.

Produzent des Filmes „Otto Piene, Olympia Regenbogen, 1972“ war Peter Schamoni.

Hier der Zusammenschnitt:

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SONSTIGES/MUSIK: Haus der Kunst, TUNE – JJJJJerome Ellis

Wer in den – immer wieder beeindruckenden – Räumen im Haus der Kunst München mit einer Performance in sehr besonderer Weise Ruhe und Stille und Langsamkeit und Gelassenheit und Zeit und Akustik UND die persönlichen Erfahrungen des Künstlers, die seine Klangperformance geprägt und ausgelöst haben, erleben möchte, hat heute Abend noch die Gelegenheit: Eine Performance von JJJJJerome Ellis. Heute, Sonntag, 24. Juli 2022, 20.00, Dauer etwa 1 Stunde. Ein Zusammenspiel von Saxophon, Klavier, Synthesizer, Hackbrett und Stimme in einer der schönen Hallen des Hauses der Kunst.

HIER der Link zur Ankündigung der Performance auf der Website des Haus der Kunst. Wer es nicht mehr geschafft hat, zu spät liest oder Ähnliches, kann über diesen Link wenigstens ein bisschen hinein hören.

TUNE ist eine Reihe von kurzen “Sound Residencies“ im Haus der Kunst. Jeden Monat erhält ein Künstler/eine Künstlerin im Haus der Kunst Gelegenheit, seine Arbeit und seine sehr spezielle Herangehensweise an Sounds darzustellen. HIER der Link zur Seite des Programms TUNE auf der Website des Haus der Kunst.

Was JJJJJerome Ellis spielt, kann man kaum Musik nennen, es sind Töne, Klänge, die in die Stille fallen. Es sind keine Musikstücke, die man hört. JJJJJerome Ellis sagt, seine Kompositionen sind wie Springbrunnen, ohne Ende und ohne Anfang, fließend, sprudelnd. Man kann lange davor stehen, man kann kurz davor stehen. Sie entwickeln eine sehr besondere Qualität.

Vor allem haben seine Kompositionen sehr persönliche Ausgangssituationen: ZUM EINEN: JJJJJerome Ellis ist Stotterer, der die Momente des beginnenden Stotterns durch Innehalten des Redens umgeht. Es entstehen Sprechpausen. So entsteht immer wieder eine Ruhe, Stille, aber auch ein besonderes Bewusstsein und eine Beziehung zu ihm und von ihm zum Gesprächspartner, zur Umgebung… JJJJJerome Ellis hat dadurch gelernt, das Besondere dieser Ruhemomente mit Sounds deutlich zu machen und generell die sehr besondere Qualität von Stille zu erkennen. Man merkt seinen Kompositionen von Beginn an an, dass gewissermaßen hinter jedem Ton die Stille steckt. Ohne Stille kein Ton! Rhythmus und Takt würde diese Beziehung zwischen Stille und Ton überdecken. Man würde nur noch einem Musikstück zuhören. Das Fehlen von Rhythmus und Takt legt die Töne frei, der Klang fällt in die Stille, ohne in ein Musikstück eingebunden zu sein. JJJJJerome Ellis ist in seiner Herangehensweise übrigens nicht weit entfernt von dem Thema, das ich letztlich mit dem Buch VITA CONTEMPLATIVA vorgestellt hatte. HIER der Beitrag.

ZUM ZWEITEN: In der Performance im Haus der Kunst geht es speziell darum, dass die Vorfahren von JJJJJerome Ellis Sklaven waren. Er greift Berichte über die Flucht eines (mehrerer?) Sklaven in West Virginia auf. An diese Flucht erinnert JJJJJerome Ellis mit seiner Komposition. Der Sklave (die Sklaven) werden von ihm nachträglich durch die Komposition sehr speziell geehrt, gewürdigt. Er „singt“ (besser: “gibt sie dazu“) mit melancholischer Stimme nur die Namen von „einer Handvoll“ Pflanzen, die wohl auf den Wegen des/der Sklaven auf ihrer Flucht zu finden waren. So hört man sehr besondere Sounds und ist sich des Grundes der Sounds bewusst.

Sehr schön, sehr besonders und wunderbar!

Hier ein Foto vom Abend:

Die nächsten Veranstaltungen der Reihe TUNE:

  • Emir Timur Tokdemir und Tove Agelii: Emiranda: 23–26.9.22
  • Caterina Barbieri: 28–29.10.22
  • Okkyung Lee: 25–26.11.22

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SONSTIGES: Pienes Regenbogen – Olympiade 1972

Die Münchner Olympiade 1972 hat sich zum 50. Mal gejährt, 1972 -> 2022. Es gab eine Woche Feierlichkeiten auf dem Münchner Olympiagelände, diesem sagenhaften Gelände! Es gibt weiterhin eine sehenswerte Ausstellung zum Olympiagelände in der Pinakothek der Moderne! HIER der Link.

Die spektakulärste Kunstaktion der Olympischen Spiele 1972 sollte zur Abschlussfeier ein 440 Meter langer Ballonschlauch in Regenbogenfarben werden, der – beleuchtet – am dunklen Himmel über dem Olympiastadion schweben sollte. Zwei Tonnen hauchdünnes Polyethylen.

Ich war auf der Veranstaltung “Pienes Regenbogen“, die als Kooperation des Münchner Kulturreferats mit den Münchner Kammerspielen entstanden ist!

Otto Piene war der Künstler, der die damalige Aktion verantwortete. Otto Piene – man kennt ihn nicht oft, vermute ich. Ich kannte ihn nicht. Ich bin ihm nachgegangen, ein toller zeitgenössischer Künstler, finde ich, der übrigens am 17. Juli 2014, also in wenigen Tagen (Bericht geschrieben am 14. Juli 2022) vor acht Jahren, gestorben ist.

Hier ein Video zu einer anderen groß angelegten Ausstellung zu Otto Piene in Berlin aus dem Jahre 2014 („Otto Piene – More Sky“). Eine für den 18. Juli 2014 geplante Veranstaltung der Ausstellung an der Neuen Nationalgalerie wurde zu seinen Ehren durchgeführt – einen Tag nach seinem Tod. Auf dem Video ist – ziemlich am Anfang – eine seltene Aufnahme des Regenbogens (noch bei Tageslicht) zu sehen. Ich habe eine Anfrage gestellt, ob ich den schönen „Regenbogenfilm“ von 1972 hier veröffentlichen kann, der am Ende der jetzigen Feierveranstaltung gezeigt wurde. Mal sehen.

Die Olympischen Spiele von 1972 in München waren idealistisch schön durchdacht. Es ging nicht um Gigantismus. Der Regenbogen etwa sollte ein Gegenentwurf zum monströsen Lichtdom aus 36 Falkscheinwerfern sein, der die Schlussfeier der Spiele 1936 in Berlin illuminiert hatte. 60.000 Zuschauer wurden erwartet, 100 Millionen an den Fernsehgeräten. Statt des üblichen Abschlussfeuerwerkes sollte dieser Regenbogen die Idee der Freiheit, des alle Verbindenden und der Hoffnung vermitteln!

Dann das Attentat am 5. September 1972, fünf Tage vor dem Ende der Olympiade. Alle israelischen Geiseln, fünf palästinensische Terroristen und ein Polizist waren tot. In einer hastig zusammengerufenen Versammlung am Morgen danach (siehe das Beitragsbild oben) musste die Entscheidung fallen, ob die Regenbogenaktion trotz des ungeheuerlichen Endes der Geiselnahme durchgeführt werden sollte! Die Theaterperformance „Pienes Regenbogen“ rekonstruierte den Verlauf dieser Versammlung anhand der Aufzeichnungen von Otto Pienes Mitarbeiter Jürgen Claus. Die Namen der gestorbenen israelischen Geiseln wurden vorgelesen.

Die später offene Diskussion endete jetzt mit einer Abstimmung unter den anwesenden Zuschauern. Damals, 1972, wurde – glaube ich – zwischen den fünf beteiligten Personen abgestimmt. Fast alle der Zuschauer bei dieser Veranstaltung stimmten am Ende nun für eine Durchführung der Regenbogenaktion. Tatsächlich wurde sie auch 1972 im Rahmen der Abschlussfeier der Olympischen Spiele durchgeführt. Das Licht im Olympiastadion erlosch für einen Moment, als der Regenbogen am dunklen Himmel beleuchtet über dem See schwebte.

Schauspielerisch übrigens überzeugte – wieder einmal – Christian Löber, langjähriges Mitglied (er ist aber noch jung) des Ensembles der Münchner Kammerspiele, hier in der Person von Otto Piene. Er überzeugt zuverlässig eigentlich immer! Bei den anderen drei Schauspielern und der Schauspielerin war mein Eindruck: Etwas zu wenig haben sie die brutale Erschütterung der Olympischen Spiele wiedergegeben, die doch auf dieser Versammlung sicherlich prägend war! Da hätte noch mehr von dem damaligen Entsetzen rüberkommen können! Das fürchterliche Ende der Geiselnahme war gerade einmal wenige Stunden her!

Dennoch: Die schön ausgewählte kleine „Theaterperformance“ hat die Zuschauer insgesamt auf wunderbare Art und Weise zurückgeholt in den Kern und die Stimmung der Olympischen Spiele 1972 in München!

Einiges zu Otto Piene kann man ansonsten z. B. sehen auf der Website von Artnet. HIER der Link.

Eine wunderbare Reihe von Filmen zu jedem einzelnen Tag der Olympischen Spiele 72 in München bietet derzeit (Juli 2022) der Bayerische Rundfunk. HIER der Link.


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ANKÜNDIGUNGEN

Hier ein paar Tipps für die nächsten Wochen: Dinge, die mir aufgefallen sind und mich interessieren würden – wenn man nur alles machen könnte … Man muss ja nicht immer arbeiten! Und Corona erlaubt ja auch wieder die ein oder andere Aktivität!

  • Metropoltheater München: Das verborgen im nördlichen Randgebiet Münchens liegende Metropoltheater hat seit dem 9. Juni wieder das Stück „4.48 Psychose“ von Sarah Kane in sein Programm genommen. Vom 1. bis zum 4. Juli kommt es beispielsweise wieder. HIER der Link zur Stückeseite auf der Website des Metropoltheaters. Das Bild anklicken!
Copyright Metropolheater München/Fotograf: Jean-Marc Thurmes
  • Filmfest München 2022: Auf dem Filmfest München 2022, das am 23. Juni startet, gibt es in der Reihe „Neues Deutsches Kino“ einen Dokumentation über Elfriede Jelineks künstlerischen Umgang mit Sprache. Mit den Stimmen von Ilse Ritter, Sandra Hüller, Stefanie Reinsperger, Sophie Rois, Maren Kroymann, Martin Wuttke! HIER geht es zur Website des Filmfestes insgesamt. Und HIER der Link zur Filmseite. Bei der Gelegenheit: Auch interessant wird die Filmpremiere meines Sohnes (Produzent) mit dem schönen Film “Wut auf Kuba“ in der Reihe „Neues Deutsches Kino“, mehrfach nominiert. HIER der link. Das Bild anklicken!
Copyright: Filmfest München/ Plan C
  • Münchner Kammerspiele: Vor etwa zwei Jahren oder drei Jahren war es ein Riesenerfolg an den Münchner Kammerspielen: Das 10-Stunden-Theaterevent der Antike „Dionysos Stadt“, eine Inszenierung von Christopher Rüping. Ein absolutes Muss für jeden Theaterfreund! Für zwei Vorstellungen kommt dieses Stück noch einmal an die Kammerspiele: Am 2. Juli und am 3. Juli! Noch gibt es ein paar Karten. HIER der Link zur Stückeseite auf der Website der Münchner Kammerspiele. Auch hier gilt: Das Foto anklicken!
Copyright Julian Baumann
  • Münchner Residenztheater:

Auch das Münchner Residenztheater hat seine Wiederaufnahme: MARS von Fritz Zorn. HIER der Link zur Stückeseite auf der Website des Residenztheaters. Das Besondere ist der Spielort: Es findet im Freien neben dem Marstalltheater statt. Die nächsten Termine (neben heute) sind der 24. und der 27. Juni. Das Bild anklicken!

Max Mayer. Copyright: Sandra Then
  • Die Rolling Stones auf Europatour

Sie waren vor ein paar Tagen in München, touren derzeit durch Europa und sind noch einmal Ende des Monats in Deutschland, in Gelsenkirchen, am 27. Juli. Amsterdam, Bern, Mailand, London, Brüssel, Wien, Paris, Lyon … das sind die nächsten Stationen. Hoffentlich haben sie ein InterRail-Ticket, die Rolling Stones. Aber ACHTUNG! neueste Meldung von heute, 14. Juni: Mick Jagger hat Corona und musste das Konzert in Amsterdam schon absagen!

Was man so auf YouTube sieht, ist das Münchner Publikum der Rolling Stones jedenfalls deutlich älter geworden, aber trotzdem. HIER der Link zur offiziellen Website der Rolling Stones. Und hier ein Video vom Münchner Auftritt der Stones vor wenigen Tagen. Man kann mehrere Songs hintereinander ansehen, sind aber nicht alle vom Münchner Konzert! Mick Jagger ist unfassbare 78 Jahre alt! Unfassbar!!

  • Deutsches Theater Berlin

Und Berlin: Vor kurzem hatte das Stück „Auslöschung. Ein Zerfall“ am Deutschen Theater Berlin Premiere! „Auslöschung“ war das letzte Prosawerk von Thomas Bernhard! HIER der Link zur Stückeseite auf der Website des Deutschen Theaters Berlin. Eine Inszenierung von Karin Henkel. es wird wieder gebracht am 26. Juni und am 3. Juli. Schade, ich habe an beiden Tagen keine Zeit. Thomas Bernhard und das deutsche Theater Berlin sind eigentlich eine wunderbare Kombination! Das Bild anklicken!

Bernd Moss, Linn Reusse, Daniel Zillmann. Copyright: Thomas Aurin

Wunderbar auch die Videoreihe „Monologe auf Mallorca“, in denen man Thomas Bernhard erlebt. Hier Teil 1 der fünfteilige „Serie“:


Das sind so ein paar Anregungen. Vielleicht füge ich noch das eine oder andere in den nächsten Tagen hinzu.

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SONSTIGES: Bay. Staatsballett -John Neumeiers “Ein Sommernachtstraum“

Im Grunde ist es ein Experiment: Kommunikation und Ausdruck bestehen für mich – in Kulturfragen – vorwiegend aus Texten und Worten: Theater … Literatur … Schreiben … Schriftliches. Gut, es gibt die bildende Kunst, „stumme“ Kunst. Aber Ballett – Ausdruck durch Körperbewegung, ohne Worte? Ist das Kommunikation oder “nur“ Eleganz? Selten versuche ich es, umso interessanter ist es! Denn natürlich ist Ballett Kommunikation und Ausdruck, vielleicht sogar eine weit unbegrenztere Möglichkeit des Ausdrucks, denn dem Ausdruck durch Worte sind schließlich sehr schnell Grenzen in der Wortwahl gesetzt.

Über John Neumeiers Inszenierung von “Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare eine „Kritik“ oder „Besprechung“ zu schreiben, hat dabei wahrlich nichts mit der Besprechung von etwas „Neuem“ zu tun. Die Inszenierung, die jetzt vom Bayerischen Staatsballett in München nach gut vier Jahren Pause wieder in das Programm aufgenommen worden ist, hatte im Jahre 1977 (!) in Hamburg Premiere! Allein in Hamburg hatte die Inszenierung bis heute deutlich mehr als 300 Aufführungen. Sie wurde im Prinzip weltweit aufgeführt. Ein Ballettklassiker.

Weitere Termine in München – bis zum Sommer – findet man HIER, über den link zur Stückeseite auf der Website des Bayerischen Staatsballetts.

Aber es ist in der Tat wunderbar, diese Inszenierung jetzt – mit minimalen Anpassungen durch John Neumeier im Lauf der vielen Jahre – gesehen zu haben. Während der Coronazeit der letzten beiden Jahre hat John Neumeier zu dieser Inszenierung sogar eine DVD aufgenommen, die seit fast genau einem Jahr im Handel erhältlich ist. So ginge es also auch.

DVD

Tippen Sie auf das Bild der DVD und sie werden verlinkt – auf eine Besprechung zur DVD!

Ehrlich gesagt: Viele Informationen zu John Neumeier und zur Inszenierung „Ein Sommernachtstraum“ habe ich aus dem Programmheft und aus dem Internet. „Programmheft“ ist untertrieben, es ist ein „Programmbuch“! Wobei: John Neumeier ist mir natürlich ein Begriff, er verbrachte einen Großteil seines Lebens in Deutschland, Hamburg vor allem. Er zählt zweifelsohne zu den größten derzeit lebenden Ballettchoreografen der Welt. Die Inszenierung „Ein Sommernachtstraum“ scheint auch gerade all das zu verkörpern, was ihn seit Jahrzehnten auszeichnet! „Ein Sommernachtstraum“ ist eine seiner bekanntesten und irgendwie vielleicht – vermute ich mal – “vollständigsten“ Inszenierungen! „Die Kameliendame“ ist seine wohl bekannteste Choreografie. Seit mehr als vier Jahrzehnten ist John Neumeier Ballettdirektor und Intendant des Hamburg Ballett. 1963 kam er nach Deutschland, geboren war er in den USA. Auch die Studienzeit verbrachte er in den USA.

Unsere Wege haben sich vor mehreren Jahrzehnten einmal gekreuzt! Ich hatte als junger Student in den achtziger Jahren ein Jahr meines Studiums in Lausanne verbracht. Dort gab und gibt es jährlich den „Prix de Lausanne“ für Nachwuchstalente im Ballett. Ich hatte ihn besucht und wer leitete ihn damals? John Neumeier!

Und wen holte John Neumeier dann als 14-jähriges Talent aus Lausanne in sein Ensemble nach Hamburg? Maria Baranova – sie, die jetzt wiederum hier in München im „Sommernachtstraum“ im Wechsel mit Ksenia Ryzhkova die tragenden Rollen der Hippolyta und der Titania spielt.

Nachfolgend eine Inhaltsangabe von William Shakespeares “Ein Sommernachtstraum“. Kurz gesagt: Während im Altertum der Liebesgott Armor Pfeile verschossen und damit Liebe ausgelöst hatte, geht es im Sommernachtstraum um Tropfen, die aus einer Blume in die Augen Schlafender getröpfelt werden und bei den Beteiligten Wirrungen auslösen. Wobei es sich bei den Wirrungen in der Inszenierung von John Neumeier im Grunde komplett um einen riesigen Traum von Hippolyta kurz vor ihrer Hochzeit handelt.

Es geht John Neumeier dabei (wie immer, wie man liest) nicht um eine „Nacherzählung“ von Shakespeare auf der Ballettbühne. Er will nicht nur erzählerisches Ballett machen, er will die Stimmung transportieren, Charaktere herausarbeiten. Wahrlich beeindruckend sind insoweit viele einzelne Szenen der Inszenierung. Immer getragen von einer immensen Eleganz. Etwa jeweils die Szenen in der Welt der Elfen!

Hier ein Ausschnitt aus einem längeren Text von Iris Bührle über die Inszenierung von John Neumeier. Iris Bührle, die vor wenigen Jahren über die Umwandlung von literarischen Werken in Choreografie promoviert hat, ist freie Journalistin und Autorin z. B. der Tänzerbiografie Robert Tewsley:

Auszug des Beitrags von Julia Bührle „John Neumeiers Ein Sommernachtstraum“ aus dem Programmheft des Bayerischen Staatsballetts zu „Ein Sommernachtstraum“, Spielzeit 2013/14.

Gut, ich bin es gewöhnt und mag es, Theater mit kritischem Blick, mit gewissen skeptischen Anregungen oder persönlichen Überlegungen zu verlassen. Das fällt mir beim Ballett schwerer. Kann Kritik und Skepsis – so gehe ich eher durch die Welt – durch Bewegungen Ausdruck finden? Ich werde es weiter erproben und der Sache näher kommen!

Weitere Links jedenfalls:

HIER ein Video mit Ausschnitten der Inszenierung „Ein Sommernachtstraum“ von John Neumeier.

HIER ein Trailer zu “Ein Sommernachtstraum“ von John Neumeier

HIER ein Portrait von John Neumeier, eine schöne interessante 43-minütige Dokumentation!

HIER noch einmal der Artikel „John Neumeiers ‚Ein Sommernachtstraum‘ als Film“ der Deutschen Welle vom 22.6.2021.

HIER die Website der „Stiftung John Neumeier“.

Copyright des Beitragsbildes: Katja Lotter

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SONSTIGES: Dawson/Ratmanski/Goecke – Passagen

Am Ende des zweiten Teils des Ballettabends “Passagen“ – dem Teil zu Modest Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ – sieht man im Hintergrund am riesigen Multimediascreen die Nationalfarben der Ukraine, gelb und blau. Modest Mussorgski war bekanntlich Russe. Und am Ende der dreiteiligen Vorstellung steht Antonio Casalinho am vorderen Rand der dunklen Bühne und hält eine weiße Taube zum Publikum – siehe das Beitragsbild oben.

„Passagen“ ist ein Abend des Bayerischen Staatsballetts, der kürzlich Premiere hatte. Es sind drei Teile – von drei Choreographen – und es ist ein Thema: Mit „Passagen“ sind Übergänge gemeint, Übergänge von einem Zustand in den nächsten. παντα ρει – panta rei – alles fließt. Alles ändert sich immer!

Auch innerhalb ein und derselben Person ändert sich alles immer: Drei verschiedene Ansätze werden gezeigt: Teil eins (Choreografie von David Dawson) „Affairs of Heart“ greift tänzerisch den Wandel seelischer Zustände des Herzens auf. Teil zwei (Choreografie von Alexej Ratmanski) „Bilder einer Ausstellung“ greift tänzerisch auch einen Übergang auf, den seelischen, athmosphärischen Übergang beim Gang durch eine Ausstellung, von Bild zu Bild. Teil drei (Choreografie von Marco Goecke) „Sweet Bones’ Melody“ wiederum setzt mehr auf schnelle Gestik mit Händen und Füßen, weniger auf schönen Tanz.

All das kann man natürlich als “Laie“ nicht irgendwie deutlich erkennen. Ballett ist eine völlig eigene Welt des Ausdrucks! Als Zuschauer kann man und muss man natürlich auch nichts Spezielles erkennen. Jeder hat einfach seine eigenen Assoziationen. Es lässt sich ohnehin nur feststellen: Man – ich jedenfalls – versucht als Zuschauer eigentlich, das im Grunde tiefer nicht nachvollziehbare Bühnengeschehen ständig wenigstens zum Teil mit „herkömmlichen“ Begriffen und Erlebnissen zu interpretieren. Man sucht geradezu Dinge, Aspekte auf der Bühne, mit denen man „umgehen“ kann. Choreographisches, Freude, Leid, irgendetwas, das man irgendwie fassen und „bezeichnen“ kann. Die tänzerischen Leistungen sind ja ohnehin großartig! Andererseits muss man erkennen: Der Körper gibt Ausdruck in einer vollkommen anderen Dimension! Das spüren und erleben natürlich ganz genau die Tänzer und Tänzerinnen für sich! Auf diese Diskrepanz muss man sich unbedingt einlassen! Und das, was sich zwischen dem Geschehen auf der Bühne einerseits und dem Zuschauer andererseits ergibt, ist ja wiederum ein „Übergang“, könnte man sagen – ein Übergang nicht „innerhalb“ einer Person (das Thema dieses Abends), sondern ein Übergang zwischen Personen, ein Übergang der Kommunikation.

Man erlebt dabei drei sehr unterschiedliche Teile: Der erste Teil ist weiche, warme, abgerundete, eher klassische Ballettkunst! Auch die Musik: Warm, zart, langsam, leicht. Der zweite Teil ist schon „härter“, belebter, mehr Choreografie, immer noch eher klassisch, mehr Positionswechsel auf der Bühne. Auch die Musik: Schwer, wechselhafter, eben „Bilder einer Ausstellung“! Der dritte Teil ist hart, abgehakt, extrem schnell, besonders, dadurch sehr beeindruckend, kein klassischer Tanz. Auch den ersten Teil fand ich sehr beeindruckend!

Teils standing ovations am Ende.

Klicken Sie auf die Bilder zur Verlinkung auf die jeweiligen Choreografen:

Affairs of the Heart:

Copyright: W. Hösl

Bilder einer Ausstellung:

Copyright: W. Hösl

Sweet Bones‘ Dance:

Copyright: C. Quezada

HIER eine sehr ausführliche Besprechung des Abends „Passagen“ vom 27.3.2022 aus der Zeitschrift „Ballett Journal“. Der Artikel lautet: „Tänzchen mit Täubchen“, mit dem Untertitel: „Passagen vereint beim bayerischen Staatsballett ein tolles neues Stück von David Dawson, einen peinlich inszeniert den Auftritt von Alexei Ratmansky und das übliche gezappelt von Marco Goecke.“

Klicken Sie nun noch auf das erste Bild unten: Sie werden auf ein schönes Video verlinkt, das Vorbereitungen des Abends „Passagen“ darstellt. Klicken Sie auf das zweite Bild unten: Sie werden auf die Stückeseite zu „Passagen“ auf der Website des Bayerischen Staatsballetts verlinkt. Klicken Sie auf das dritte Bild unten: Sie werden auf Bilder der Ensemblemitglieder des bayerischen Staatsballetts verlinkt.

Copyright des Beitragsbildes oben: C. Quezada

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SONSTIGES HEUTE: Nederlands Dans Theater – MIST

ACHTUNG: Ein wahrscheinlich sehr schöner Tipp für heute Abend, Samstag, 8. Januar 2022! Es dauert etwa 1 Stunde und 10 Minuten. Es steht anschließend nicht zum Download zur Verfügung. Ein besonderes Streaming des Nederlands Dans Theater. HIER der Link. Tanz und Bewegung in Nebelschwaden. Man liest: Das Nederlands Dans Theater „zählt zur Crême de la Crême des zeitgenössischen Tanztheaters“ (SZ heute).

Tanz, Bewegung, Rauch, Nebel! Für mich hat es etwas zu tun mit: Der Mensch einerseits und schlicht die ständig vergehende Zeit andererseits. Der Nebel, der sich ständig bewegt, ständig um einen herum kreist und ständig vergeht, ist die immer ungreifbare Zeit.

ACHTUNG: Das Streaming beginnt genau um 20:00 Uhr. Man sollte sich unbedingt rechtzeitig davor das Ticket besorgen und einloggen. Es steht anschließend nicht zum Download zur Verfügung.

HIER der Link zur Seite des Nederlands Dans Theater mit vielen weiteren interessanten Informationen zum heutigen Abend und zur Performance.

Hier ein Trailer:

Hier ein Interview mit dem Choreografen Damien Jalet:

Und hier noch Bilder:

Copyright aller Bilder: Rahi Rezvani

Videos aus YouTube.

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SONSTIGES: Ingmar Bergman – Szenen einer Ehe

In der Mediathek von ARTE findet sich derzeit in sechs Teilen – es ist eine kleine Serie – „Szenen einer Ehe“ von Ingmar Bergman. „Szenen einer Ehe“ entstand 1973, es ist einer von Ingmar Bergmans erfolgreichsten Filmen! Ingmar Bergman wurde 1997 bei den Filmfestspielen in Cannes als „Bester Filmregisseur aller Zeiten“ geehrt. Es lohnt sich!

Der Film über die Scheidung einer Ehe kam damals sowohl als sechsteilige Fernsehserie als auch in einer kürzeren Kinofassung heraus. 1981 wurde „Szenen einer Ehe“ auch am Münchner Residenztheater – wo Ingmar Bergman Ja kurze Zeit arbeitete – auf der Bühne gezeigt.

Man verfolgt in diesen sechs Teilen äußerst vielschichtig das Befinden der beiden Ehepartner, wobei besonders Liv Ullmann klasse ist! Die Lüge einer „perfekten Ehe“, das Scheitern ihrer Ehe, die Suche nach der eigenen Persönlichkeit, Zuneigung, die Suche nach wahrer Liebe, das eigene Befinden bei alledem, um diese Themen etwa drehen sich die Gespräche der beiden. Man verfolgt im Grunde nur diese Gespräche. Kurz verfolgt man Gespräche mit weiteren Personen. Zum Einen anfangs ein Gespräch der beiden zusammen mit einem befreundeten Ehepaar bei einem Abendessen und zum Anderen später Gespräche von Liv Ullman als „Marianne“ einmal mit ihrer Mutter und einmal mit einer älteren Frau, die sich nach vielen vielen Jahren der Ehe scheiden lassen möchte, weil sie in einer „Ehe ohne Liebe“ lebe. „Marianne“ ist Scheidungsanwältin.

Man meint, Liv Ullman als „Marianne“ ist sich der Sache und der Liebe und der wahren Dinge hinter den Fassaden viel bewusster, als er, „Johan“. Etwa drei Jahre nach der Scheidung treffen sie sich dann wieder. Auch das ist noch Teil dieser kleinen Serie. Beide sind jetzt mit anderen Partnern verheiratet, doch sie verbringen ein gemeinsames Wochenende im Landhaus eines Freundes, wo sie sogar miteinander schlafen. Es scheint mir nicht so, dass beide mit ihrer zweiten Heirat etwa das größte Glück gefunden hätten! Marianne zum Beispiel hat vielleicht nur geheiratet, weil sie auf keinen Fall alleine bleiben wollte. Aber das bleibt letztendlich offen. Marianne bezweifelt jedenfalls, ob sie jemals jemanden geliebt habe oder geliebt wurde, aber Johan redet ihr ihre Zweifel aus. Johan „kapiert“ alles irgendwie weniger.

Wie gesagt, die wunderbaren Gespräche der beiden, ihr Verhalten ist äußerst vielschichtig! Mit viel Tiefgang und Ehrlichkeit! Es ist keine „brutale“, „glasklare“ oder „coole“ Scheidung nach modernem Muster, nach dem Motto: „Wir haben uns auseinander gelebt, wir werden uns kaum mehr sehen.“ Es ist einfach vielschichtig. Letztlich sprechen beide immer wieder über die Dinge und Gefühle, die sie selber haben mögen und die man eigentlich nicht unbedingt so besprechen würde. Vor allem nicht nach einer Scheidung.

Mein Fazit: Er, Johann, versteht viel weniger, als sie, Marianne!

„Nicht erfinden, nur nah sein“ schrieb Ingmar Bergman zu seiner Arbeitsweise einmal in den Arbeitstagebüchern. Die Arbeitstagebücher 1955-2001 von Ingmar Bergman sind jetzt in einer kommentierte Fassung beim Berenbergverlag veröffentlicht, steht heute, am 31.12.2021, in der Süddeutschen Zeitung.

Ingmar Bergmann hatte Jahre später, 2001, dann noch den Film „Sarabande“ gedreht, der eine Fortsetzung von „Szenen einer Ehe“ ist. Ich habe ihn noch nicht gesehen, er würde mich interessieren. Marianne und Johan treffen sich nach 30 Jahren erneut! Wieder gespielt von Liv Ullmann und Erland Josephson.

EINEN GUTEN RUTSCH INS KOMMENDE JAHR WÜNSCHE ICH ALLEN!

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SONSTIGES: ARD-Serie – Legal Affairs

Ich bin kein Kenner von TV-Serien. Auch nicht von Serien auf Netflix etc. Es scheint ja sehr gute Serien zu geben! Ich habe mir jetzt zunächst einmal die Serie „Legal Affairs“ aus der ARD-Mediathek angesehen. Die erste Staffel hat acht Folgen. Die Serie wurde in der SZ kürzlich sehr gelobt! Dort heißt es: „Fast zu gut, um im öffentlich-rechtlichen Fernsehen wahr zu sein! Das hat mich interessiert!

In der Tat, ich habe die Serie immer weiter anschauen wollen! Folgende Aspekte sind mir dabei aufgefallen:

  • Die Art der Filmaufnahmen: Schick und cool. Die meisten Aufnahmen sind mit einer mobilen Kamera aufgenommen, schnelle Schnitte, gute Bilder, bewegte Aufnahmen, sehr modern. Berlin, viele gute Nachtaufnahmen, Berlin bleibt aber immer im Hintergrund! Nichts Gekünsteltes, normale Szenen aus dem Alltagsleben einer Kanzlei! Die Kanzleiräume: Extrem cool, Loftähnlich.
  • Die Wiedererkennung: Wie es wohl bei Serien so ist, so ist es mir auch gegangen: Man erwartet Folge für Folge irgendwie immer ein ähnliches Szenario. Man will die Personen wieder erleben! Man will sich sofort wohlfühlen! Das schafft die Serie absolut! Und Stück für Stück lernt man die beteiligten Personen, die MitarbeiterInnen der Kanzlei, ein wenig besser kennen. Ein bisschen nur, es dauert! Es ist aber nie übertrieben!
  • Die Neugierde auf Neues: Obwohl man einen ähnlichen Rahmen erwartet, will man natürlich immer wieder Neues erleben! Das ist das Prinzip der Serie: In jeder Folge gibt es eine abgeschlossene Mandatsbeziehung der Kanzlei. Einen abgeschlossenen Fall. Kaum darstellbar in so kurzer Zeit – jeweils 45 Minuten – aber es klappt!
  • Das Anwaltsleben von Leo Roth: Ein weiteres Prinzip der Serie: Das Anwaltsleben von Leo Roth ist extrem schnell! Von Schreibtischarbeit keine Spur! Ich persönlich war jahrelang Rechtsanwalt und weiß, dass viel Schreibarbeit dazugehört! Das spielt hier keine Rolle! In dieser Serie ist Leo Roth eine Art „trouble shooter“. Sie ist Medienanwältin – immer hell gekleidet – und hat immer mit extremen Fällen des modernen Lebens zu tun! Sie diktiert, während sie irgendwo hingeht! Man sieht sie ständig am Handy, ständig geht sie mit schnellen, zielsicheren Schritten durch die Gegend! Sitzend oder stehend sieht man sie selten! Doch: Bei Kanzleibesprechungen! Die sind aber meistens auch schnell erledigt. Und bei Gericht! Das spielt bei der ein oder anderen Folge eine Rolle!
  • Die Funktion von Information und der Zeitaspekt: Was die Serie ausmacht: Man kann gar nicht genau nachvollziehen, wie die Kanzlei und vor allem Leo Roth all die Dinge, die in den durchaus spannenden Episoden eine Rolle spielen, so schnell ermitteln können. Zeit spielt keine Rolle. Oft wird suggeriert, es gehe um wenige Stunden oder Tage. Aber im Grunde sind all diese Dinge so schnell gar nicht zu schaffen. Aber das ist das Betörende! Im Grunde lassen sich Mandatsbeziehungen nicht so schnell klären! Aber es gelingt in diesen Episoden und zwar immer nachvollziehbar! Betörend: Leo Roth hat immer das Supergespür und eine coole Art dafür, zu wissen was zu machen ist! Man will auch mehr aus ihrem Privatleben erfahren! Aber auch das dauert seine Zeit! Tragische Ereignisse ihrer Kindheit kommen allerdings immer wieder kurz vor!
  • Das Feiern des Handygebrauchs: Der permanente Handygebrauch spielt eine entscheidende Rolle! Ständig hört man den typischen leisen Summton und sieht eingeblendet, wer anruft oder was von wem per Handy geschrieben wird! Und genau so kommen immer wieder Nebenschauplätze ins Bild, die sich über mehrere Episoden hinziehen. Alles entwickelt sich! Überhaupt, die neuen Technologien, Social Media, alles kommt irgendwie sehr selbstverständlich und recht realistisch zur Geltung!
  • Die Person Leo Roth: Lavinia Wilson spielt überzeugend die Anwältin Leo Roth. Sie steht irgendwie immer leicht über den Dingen, denkt hoch raffiniert und immer einen Schritt schneller als andere! Eine Traumanwältin! Einerseits beobachtet sie irgendwie fast die Absurdität ihrer Mandatsbeziehungen, andererseits ist sie voll involviert!
  • Die anderen AnwältInnen in Leos Büro: Man erhält durch die Serie einen wirklich guten Einblick in die Struktur einer Kanzlei, die von einer Person geführt wird! Die anderen KollegInnen sind nicht Partner, sondern Angestellte! Ich war viele Jahre lang Rechtsanwalt in einer ähnlichen Kanzlei! Die beiden anderen Anwälte – Niels Bohrmann und Mryam Zaree – vermitteln extrem gut das Standing angestellter Anwälte! Sie sind schlau, spekulieren mit einer Partnerschaft, aber zutrauen kann man sie ihnen nicht! Lavinia Wilson alias Leo Roth steht immer über ihnen!

Hier noch Bilder:

Ich muss gestehen: Es interessiert mich, schon wegen meiner früheren Anwaltstätigkeit in einer Medienkanzlei, wie sich die Kanzlei und die einzelnen Personen in der zweiten Staffel weiter entwickeln!

Hier ein Trailer:

Die Serie ist bis 23. März 2022 auf der ARD-Mediathek zu sehen! HIER der Link zur Serienseite mit vielen weiteren Beiträgen (Interviews vor allem).

© der Bilder: ARD Degeto/RBB/Kerstin Jacobsen

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SONSTIGES: Christo und Jeanne-Claude

Eine Empfehlung: Auf ARTE findet sich in der Mediathek bis zum 31.12.2021 eine sehenswerte Dokumentation über Christo und Jeanne-Claude. Anlass der Dokumentation ist natürlich, dass in den gerade vergangenen Tagen in Paris der Arc de Triomphe verhüllt war. Posthum, Jeanne-Claude starb am 18. November 2009, Christo zehn Jahre später, am 31. Mai 2020. Christo hatte die Vorarbeiten zur Verhüllung des Arc de Triomphe noch weitestgehend selber abgeschlossen.

Die jetzt erfolgte Umsetzung dieser Verhüllungsidee betreute dann sein Neffe, der jahrelang mit ihm zusammen gearbeitet hatte.

++++++ THEATERFREUNDE: WEIL ES SO VIEL IST IN DEN LETZTEN TAGEN: MEINE BERICHTE ÜBER DIE LETZTEN THEATERBESUCHE NICHT ÜBERGEHEN! HIER UND HIER. ++++++

Das obige Beitragsbild und die Bilder unten stellte mir mein eigener Neffe zur Verfügung, der nach Paris gefahren war, um diese Verhüllung zu sehen.

Man denkt sich vielleicht oft: „Naja, Christo und Jeanne-Claude, die hatten eben einen Spleen, der sie berühmt gemacht hat. Christo verhüllte einfach weltweit immer irgendwelche Dinge. Im Grunde ein Egozentriker, es ging ihnen doch nur um Design und das gutes Aussehen der Projekte!“ So oder so ähnlich äußerten sich ja auch in der Dokumentation einige Amerikaner auf und nach einer Versammlung, die über ein Projekt von Christo und Jeanne-Claude entscheiden sollten.

Nein, so ist es nicht! Schauen Sie sich den Film an! Ich versuche einmal eine andere Deutung. Die Dokumentation auf ARTE verschaffte mir jedenfalls folgende Gedanken:

Es ging Christo und Jeanne-Claude – bewusst oder unbewusst – um wahre Kunst! Christo – sieht man zu Beginn der Dokumentation – war ein absolut begnadeter Maler oder Zeichner. Seine Eltern hatten das wohl sehr früh erkannt und ihren Sohn ab dem sechsten Lebensjahr intensiv unterstützt. Er hätte sein Leben lang malen können wie ein Rembrandt!

Dennoch begann Christo – sieht man auch in der Dokumentation – schon in jungen Studentenjahren in Paris damit, Verhüllungen vorzunehmen. Er verhüllte eine kleine Statue. Er verhüllte eine nackte Frau. Wickelte beide mit einer dünnen, durchsichtigen Plastikfolie ein. Warum machte er das?

Was ist Kunst? Ist eine „Statue“ nicht schon Kunst? Ist das „Reichstagsgebäude“ nicht Kunst? Ist der „Arc de Triomphe“ nicht Kunst? Hat Christo die Kunst geschändet? Man könnte es so sehen, er hat ja schließlich immer „schöne Gestaltungen“ verhüllt, damit zeitweise zerstört. Schöne Gestaltungen, die unseren Alltag begleiten. Aber genau das wollte Christo nicht: Mit seiner Kunst nur „den Alltag begleiten“!

Das ist mein Hauptgedanke: Kunst ist etwas anderes. Kunst ist nicht „schöne Gestaltung“. Das ist nicht Kunst. Jedenfalls nicht allein das ist Kunst. Christo hatte recht, diese Dinge zu verhüllen! Zugespitzt: Kunst ist erst etwas, was uns aus unserer Welt der Realitäten herausführt in eine Welt, die es nicht gibt. Dann ist es Kunst. Und genau diese Kunst braucht der Mensch! Eine „Statue“ führt uns aber nicht aus unserer Welt heraus. Eine Statue verherrlicht bestenfalls die Realität. Sie selber bleibt Realität. Oder das Reichstagsgebäude, oder der Arc de Triomphe. Realitäten.

Der Mensch und seine Realität sind aber doch so fürchterlich beschränkt. Der Mensch braucht Kunst, um diese plumpe Realität verlassen zu können. Und genau das hat Christo mit seinen Verhüllungen, denke ich mir, getan. Altruistisch für die BeteachterInnen. Er hat „angebliche Kunst“ verhüllt und damit gezeigt, dass diese sehr reellen Gegenstände eben allein längst nicht Kunst sind, nur wegen ihrer Schönheit, dass sie nicht Kunst sein dürfen. Gerade die Verhüllung solcher Gegenstände ist dagegen Kunst. Das ist es! Gerade die Verhüllung versetzt den Betrachter kurzzeitig in den Zustand, sich zu fragen: „Was ist das denn?“ „Wo ist die Realität?“.

Hinzu kommt, dass Betrachter und Betrachterinnen sich nicht nur diese Frage stellen, sondern sich in diesen kurzen Momenten auch besonders fühlen, ein ganz besonderes Erlebnis erleben, beglückt werden: Sie erleben kurz etwas, was eigentlich nicht real ist. Sie fühlen sich vielleicht „ausgehebelt“, irgendwie anders.

Und genau dann handelt es sich um Kunst. Der Betrachter/die Betrachterin kommt geradezu in den Genuss, aus der Realität „herausgeholt“ zu werden. Für einen Moment. Ein Riesenprivileg. Weil er/sie das, was er/sie sieht, nicht versteht.

Das Besondere an den Verhüllungen von Christo und Jeanne-Claude war dann aber noch etwas: Sie nahmen die Verhüllungen so vor, dass diese wiederum selbst hochästhetisch waren, also doch wieder irgendwie mit reellen Kriterien gegriffen werden konnten! Der Mensch schlägt sich also mit den eigenen Waffen! Er kann sich auch nur so schlagen! Genial! Dass Christo und Jeanne-Claude das erkannt haben! Ist jedenfalls meine Überlegung!

Im Laufe der Zeit ging Christo dann noch weiter. Er verhüllte nicht nur die Realität, die sich als „angebliche Kunst“ verkauft, er gestaltete Räume in einer völlig absurden Art und Weise. Er hing einen riesigen Vorhang zwischen zwei Berge. Er stellte hunderte von Schirmen in Japan und in Amerika in die Landschaft. Er wollte einen Fluss in Amerika mit einer Plane überdecken. Er baute die berüchtigten „Gates“ auf den Wegen durch den Central Park, er baute in Norditalien einen Weg über einen See etc. Alles immer nur für wenige Wochen. In der Dokumentation auf ARTE sieht man einen wunderbaren Querschnitt über seine Projekte!

Und immer musste sich der Betrachter/die Betrachterin auch hier bewusst oder unbewusst fragen: „Was soll das denn?“ Und immer stand der Betrachter/die Betrachterin auch hier vor etwas eigentlich nicht Realem. Sein Privileg. Wann kann man etwa schon über das Wasser gehen? Und genau diese Erlebnisse waren es, die den Betrachter/die Betrachterin bereicherten! Durch deren Absurdität, durch diese absurde Entfernung der Realität und dann aber doch wieder durch deren immense ästhetische Schönheit, erlebten die Betrachter/die Betrachterinnen Kunst, erlebten eine Erweiterung der Realität. Jeanne-Claude erklärte genau diese Momente übrigens wunderbar auf der oben erwähnten Versammlung in Amerika, in der einmal über ein weiteres Projekt diskutiert wurde.

Also: Christo und Jeanne-Claude führten uns doch zur Kunst! Zur höchsten Form der Kunst, könnte man sagen. Und die beiden waren unglaublich einzigartig auf der Welt! Sie werden es wohl auch bleiben, ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein anderer Mensch künftig jemals „Verhüllungen“ vornimmt.

Mit diesen Gedanken hat mich jedenfalls die oben angepriesene Dokumentation auf ARTE bereichert.

Gut, wenn Rembrandt einen Obstteller gemalt hat, war und ist das natürlich auch Kunst. Dennoch! Christo hat uns mit seiner Kunst die Gelegenheit gegeben, mit verwirrten (oder beglückten?) Gefühlen endlich kurz einmal von der stumpfen und beschränkten Realität Abschied zu nehmen. Wenn man es „live“ erlebt hat. Ein großes Verdienst.

HIER der Link zur Dokumentation.

Copyright der Bilder: Frederik Ehlers

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SONSTIGES: Alexander Krist – Kristelli

Waren Sie in München schon im Kristelli? Wahrscheinlich nicht, es hatte ja erst vor wenigen Tagen, am 7. August 2021, eröffnet! Wenn Sie hingehen: Es wird jedenfalls ein besonderer Abend! Das Kristelli ist ein Zelt, das der „Zauberer“ Alexander Krist vorerst bis Ende 2022 von der Stadt München gemietet hat. Es liegt am Rand des Olympiaparks, in der Schwere-Reiter-Straße. Alexander Krist hat sich diesen Traum erfüllt und Sie können sich nunmehr dort seine Show „The World’s Greatest Magic“ ansehen.

„Zauberei“ – das Wort klingt veraltet. Man denkt zurück an seine eigene Kindheit, mein Vater zeigte einen Zaubertrick, ließ eine Münze verschwinden und zauberte sie hinter meinem Ohr wieder hervor. Ein kleiner Zaubertrick. Wenn sie aber nun im Kristelli sitzen und der Show „The World’s Greatest Magic“ von Alexander Krist – für etwa eineinhalb Stunden – folgen, tauchen Sie in eine ganze Welt ein, eine Welt der Illusionen, die sie sich einfach nicht erklären können. Sie sitzen ratlos da und können nur den Kopf schütteln. Sie versuchen garnicht herauszufinden, wie das alles passiert. Sie finden ja nicht die Lösung.

Sie werden im übrigen ein kleines Tischen neben ihrem Stuhl sehen, auf dem für Sie eine Flasche Wasser steht. Man wird Ihnen als Begrüßung ein Glas Sekt anbieten.

Dann werden Sie in dieser sehr lockeren Atmosphäre humorvoll von Alexander Krist in diese unerklärliche Welt geführt. Sie werden nicht den Eindruck haben: „Das ist ja völlig übertrieben, da wird ein Riesenbrimborium gemacht“. Nein! Es wird kein Brimborium gemacht. Dazu scheint Alexander Krist zu bescheiden. Er zeigt, was er kann. Einen Ausschnitt zumindest. Und Sie verstehen es nicht. Es ist ihm auf jeden Fall nicht nötig, durch Showeffekte zu überzeugen.

Etwa: Sie werden bei Betreten des Zeltes uneinsehbar für Dritte auf einem kleinen Zettel einen persönlichen Herzenswunsch notieren, den Zettel in einer Kugel verschließen, die Kugel wird auf einer Rollbahn durch den Zuschauerraum geführt und mit allen anderen Kugeln in einer für alle sichtbaren Box gesammelt. Und lassen Sie sich überraschen …

Oder: Alexander Krist hält einen völlig verdrehten Rubik-Würfel in der Hand, wirft ihn kurz in die Luft, fängt ihn auf und: Lassen Sie sich überraschen … . (Diese Szene habe ich jedenfalls so vor Augen – meine Tochter, die mich begleitet hatte, kann sich daran nicht erinnern. Auch schon typisch. Was war wirklich und was nicht? Man kommt ganz durcheinander.) Es sind jedenfalls nicht nur kleine Zaubertricks. Eine unerklärliche Welt entsteht. Eingepackt in eine Welt der Nostalgie, in die Alexander Krist das Publikum durch Verweise auf die 70er und 80er Jahre führt. „Zurück in die Zukunft“ etwa, ein bekannter Film aus dieser Zeit, ist einer der Aufhänger.

Oder: Ein kleiner Junge aus dem Publikum verdreht den Rubik-Würfel auf der Bühne, gibt ihn Alexander Krist, der wiederum dreht sich um, hält den Würfel hinten am Rücken und… lassen Sie sich überraschen.

Am Ende applaudiert man und merkt: So ein bisschen „Applaus“ – was ist das schon. Es wird der Sache nicht gerecht. Der Applaus hält sich auch fast in Grenzen, ist fast zögerlich, vielleicht weil man merkt, dass es mit ein bisschen „Applaus“ nicht getan ist. Man sitzt da und versteht alles nicht mehr. Gut, es werden Tricks gewesen sein. Tricks, die, wie Alexander Krist sagt, viel viel Arbeit, Phantasie, Wille und Freude an der Sache abverlangen. Das gilt ja für uns alle in vielen Belangen, schon daher ist der Abend einfach ein Gewinn.

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SONSTIGES: Ferdinand von Schirach – Feinde

Ferdinand von Schirach hat weltweit Erfolg mit seinen Büchern. Er war früher Strafverteidiger und schreibt seit Jahren durch die Schilderung juristischer Straffälle in immer neuen Varianten über das Verhältnis des Menschen zum bei uns bestehenden Rechtsstaat. Immer wieder läuft es auf die Frage hinaus: Wie empfindet der Leser die geschilderte Rechtsentscheidung?

Diesem Muster, in dem wieder das Rechtsgefühl des Lesers angesprochen wird, folgt auch die Verfilmung des Buches „Feinde“ von Ferdinand von Schirach. Sie wurde am Wochenende im ARD gezeigt und ist weiterhin dort in der Mediathek abrufbar. Das Besondere an diesem „Experiment“ – wie es genannt wurde – ist, dass derselbe Fall aus zwei verschiedenen Blickwinkeln heraus komplett – quasi zweimal – gezeigt wird. Man sah am Wochenende in der Ausstrahlung im ARD daher bis Mitternacht zwei Fassungen desselben Falles. Einmal gesehen aus dem Blickwinkel des ermittelnden Polizeikommissars und einmal gesehen aus dem Blickwinkel des Rechtsanwaltes, der den Angeklagten vor Gericht verteidigte. Zwischen diesen beiden Fassungen sah man außerdem noch Rückblicke auf tatsächlich geschehene ähnliche Entführungsfälle (etwa die Entführung des Sohnes der Familie Metzler oder die Entführung von Dr. Oetker) und Ausschnitte aus Interviews mit betroffenen Personen, Hinterbliebenen etc.

Ich habe es mir angesehen. Es lässt sich trefflich über den Abend diskutieren. Das ist natürlich sehr sinnvoll und von Ferdinand von Schirach ja auch bezweckt. „Darf die Polizei zur Rettung eines entführten Mädchens unter Zeitdruck Druck auf die verdächtige Person ausüben, sie sogar (hier) mit Waterboarding zu einem Geständnis bringen?“ ist die Frage.

Mein Eindruck: So interessant und richtig eine solche Fragestellung ist (man sollte immer wieder über das jeweils bestehende Rechtssystem kritisch nachdenken, gerade durch die Schilderung von extremen Fällen), meines Erachtens war diese Verfilmung nicht sehr gelungen. Ich habe folgende Kritikpunkte für mich gesehen:

  • Klaus Maria Brandauer spielte den Rechtsanwalt. Er spielte ihn meines Erachtens unnötigerweise ständig leicht süffisant. So tritt ein Anwalt in einem solchen Fall wohl eher nicht auf.
  • Es gab meines Erachtens auch kleine logische Fragezeichen. Etwa: Warum fragte der Polizeibeamte nicht den Anwalt, ob er selber Kinder habe? Auch die Tatsache, dass das entführte Mädchen sterben musste, ist etwas fraglich. Das hat natürlich die Betroffenheit der Zuschauer sehr gesteigert, passierte aber auf einem fürchterlichen Zufall. Die Rechtsfrage – Freispruch oder Verurteilung? – wäre die gleiche gewesen, wenn das Mädchen nach dem erpressten Geständnis lebend wiedergefunden worden wäre.
  • Die Verfilmung und die Geschichte bediente außerdem leider immer wieder einfache Klischees. Besonders das Leben des Rechtsanwalts und das Verhältnis zu seiner Frau. Das mag der Erzählung des Films nicht geschadet haben, es stellt nur die Qualität der Verfilmung infrage.
  • Vor allem fragte ich mich: Was wollte der Film? Es dürfte bei uns jedermann klar sein, dass der Einsatz von Waterboardingmethoden zur Erzwingung eines Geständnisses – noch dazu von einer Person, deren Schuld noch überhaupt nicht geklärt war -, völlig ausgeschlossen ist. Natürlich ist das dann so erzwungene Geständnis gerichtlich nicht verwertbar.
  • Der Zuschauer wurde daher eher mit der Frage konfrontiert: Kann es nicht doch eine Ausnahme geben, wenn es sich um eine so fürchterliche Entführung eines jungen Mädchens handelt? Der Zuschauer wurde ausführlich damit konfrontiert, wie schrecklich so etwas sein kann. Der Zuschauer wusste insoweit sogar mehr, als der handelnde Polizeibeamte. Auch das war etwas fraglich. Dennoch dürfte allen klar sein: Waterboarding zur Erzwingung eines Geständnisses wird nicht zulässig sein. Natürlich führt das zu fürchterlichen Ergebnissen: Der Angeklagte und letztlich Schuldige musste nämlich freigesprochen werden!
  • Es wurden dann ausgewählte Zuschauer (Jurastudenten, Eltern…) gebeten, nach Ansehen des Films (den sie vorab gesehen hatten) die Frage zu beantworten: „Ist der Freispruch gerecht?“ Mich irritierte das Wort „gerecht“ in dieser Frage. Zielte die Frage darauf ab zu erfahren, ob man das Urteil dem Rechtssystem entsprechend empfand? Oder zielte die Frage nicht auf das Rechtssystem, sondern auf das Empfinden ab, dass eine solch grauenhafte Tat doch wohl nicht zu einem Freispruch führen könne. Was bedeutete das Wort „gerecht“ in dieser Frage? Letzteres war wahrscheinlich beabsichtigt. Allein die Betroffenheit der Befragten war angesprochen! Die Mehrheit der Befragten antwortete auch, der Freispruch sei nicht „gerecht“. Nur die Juristen sahen es mehrheitlich anders. Unausgesprochen blieb aber die Frage, ob diese Personen dann auch Waterboarding zur Erzwingung eines erhofften Geständnisses tatsächlich zulassen würden – also sogar den Einsatz von Waterboarding in einer solchen Situation als „gerecht“ im Sinne des Rechtsstaates ansähen – oder ob sie bei der Beantwortung der Frage nach „gerecht“ nicht schlicht – nachvollziehbar – ihrer Empfindung folgten, ihrer Betroffenheit, dass so etwas doch nicht „gerecht“ sein könne im Sinne von „menschlich“. Ja, meines Erachtens wurde der klaren Rechtslage mit dem Filmabend „nur“ eine extreme „Mitleidskomponente“ oder besser „Mitfühlenskomponente“ gegenübergestellt. Es ging nicht um das Rechtsgefühl, sondern um Empfindung. Natürlich hat man Empfindungen bei einem so fürchterlichen Fall. Aber das Rechtssystem kann leider nichts gegen solche Empfindungen tun! Das Rechtssystem erscheint insoweit wirklich „unmenschlich“. Das zeigte ja im Ergebnis auch die Verfilmung, in der der Beschuldigte freigesprochen wurde. Aber das Rechtssystem kann nicht anders! Die dahinter stehende Frage (und die Befragung der Zuschauer) führte dabei etwas in die Irre, sie führte nur auf die natürlich angebrachte starke Betroffenheit der Zuschauer.

Wer mir Kommentare zu diesem Fall schicken möchte, bitte gerne. Vielleicht muss ich es anders sehen, vielleicht habe ich etwas übersehen?

Copyright des Fotos: ARD Degeto/Moovie GmbH/Stephan Rabold

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SONSTIGES: 36tes Kurzfilmfestival „Interfilm“

Da derzeit coronabedingt Theaterbesuche und meinerseits Berichte darüber nicht möglich sind, bringe ich im Blog momentan ab und an Hinweise auf andere Möglichkeiten, sich seinen geliebten kulturellen Interessen widmen zu können. Man will ja nicht alles einfach beenden.

Es gibt auch einige interessante Angebote! Angebote online oder im TV – aus der Theaterwelt und aus anderen Kulturwelten! Siehe meine letzten Beiträge etwa.

So gibt es jetzt das 36. Internationale Kurzfilmfestival „Interfilm“, das vorgestern begann!

In den vergangenen Jahren fand es unter anderem in der Berliner Volksbühne statt, diesmal ist es komplett online zu sehen. Das komplette Onlineangebot findet man auf der Website der Festivalpartner von „Sooner“, die das Onlineangebot als Streamingdienst zur Verfügung stellen. HIER der direkte Link zu Sooner. Und HIER der Link zur Website des Festivals.

Alle Filme sind auf den Websites übersichtlich dargestellt. In vier Staffeln wird alles angeboten. Die Staffelfolge und alle Einzelheiten sind HIER. Es gibt auch einige Wettbewerbe, Preisvergaben. Bei diesen Awards kann man als Zuschauer teils mitvoten.

Das wirklich vielfältige Onlineangebot, das bis zum 13. Dezember verfügbar ist – es sind mehr als 270 Kurzfilme! -, kann komplett „für die Gebühr einer einzigen Kinokarte“ – wie es von Festivalseite heißt -, nämlich für 7,95 €, gebucht werden! Das Schöne finde ich, dass man sich Kurzfilme ja zeitlich gut einteilen kann. Schön finde ich auch, dass es international ist! Und schön finde ich, dass es sich im wesentlichen um Beiträge junger Menschen handeln wird.

Der geschätzte Blogbesucher wird also hier im Blog mit dem schwer auszusprechenden Namen „Qooz“ in nächster Zeit voraussichtlich ein paar Berichte über einzelne Filme des Festivals oder die ganzen Staffeln sehen! Vielleicht hat er den betreffenden Film bzw. Filme der Staffeln ja dann auch schon gesehen oder er lässt sich anregen.

Übrigens: „Qooz“, weil unsere deutschen W-Fragen (wer, wo, was, wann ..) im Lateinischen oft mit q beginnen, – also lauter Q‘s – Qooz eben!

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THEATER: Cristina D’Alberto – Anthologie/Blütenlese

Wie bewegt man sich, wenn man seine Geschichte durch Bewegung erzählen will? Wie würde ich mich etwa bewegen, wenn ich in – sagen wir – zehn Minuten mein „Jahr 2020“ darstellen sollte. Eine schöne Aufgabe für Silvester!

Für Cristina D’Alberto wäre es sicherlich eine durchaus gängige Vorstellung. Sie ist Choreografin und Performerin, kommt aus der Tanzszene. Geboren ist sie in Turin, hat einige Jahre in Florenz gelebt und lebt seit 2015 in – oder bei – München.

HIER ihre schöne schlichte Website, auf der man viele Details ihres interessanten und intensiven jungen Tanzlebens sehen kann. Sie ist einige Jahre um die Welt getourt und ist hier in München unter anderem Dozentin an der „Iwanson international dance school“.

Sie ist auch die Choreografin des Abends, den ich nun im Schwere Reiter gesehen habe. Eine so schön unspektakuläre freie Spielstätte. Aktuell wird gegenüber der Halle am Leonrodplatz eine neue Spielstätte gebaut, die das Schwere Reiter ab Herbst 2021 beherbergen soll.

Sara, Robert, Lotta, Hillel sind die Vornamen der ProtagonistInnen des Abends in Cristina D’Albertos Tanzperformance „Anthologie/Blütenlese“. Es sind aber auch die Vornamen der MünchnerInnen, die für dieses Projekt interviewt wurden. Es sind ihre Lebensgeschichten, die hier ohne Worte auf die Bühne kamen. Schon das Bühnenbild zeigt, dass es sich um eine sensible Herangehensweise an vier verschiedene Leben handelt.

Von oben würde man vier in vier Richtungen offene Räume sehen, die durch ein zentral auf der Bühne stehendes Kreuz entstehen. Vier zweimannhohe Trennwände, doppelwandig. schlanke Metallrahmen mit leicht durchsichtiger Gaze, zu besagtem Kreuz zusammengestellt, in sanften Farben bespannt. Man kann so fast allen vier TänzerInnen zusehen – die Zuschauer sitzen um die „Bühne“ herum -. Die TänzerInnen halten sich wechselnd jeweils immer in einem der vier „Räume“ auf – man kann von allen etwas erkennen, sofern nicht ruhige Videoaufnahmen von sich bewegenden Naturbildern – Mustern fast nur – auf die Gazeflächen projiziert werden. Das Kreuz wird später aufgelöst, die vier „Lebensgeschichten“ kommen so zusammen.

Natürlich erkennt man nicht konkrete Lebenssituationen, es geht ja nicht um Pantomimik. Die Situationen werden durch Tanz ausgedrückt. Man kann sich treiben lassen, man erkennt, dass eben jedes Leben seinen eigenen Ausdruck finden kann und muss. Man wird angeregt, sich zu den Bewegungen etwas zu denken, sich irgendwie Passendes vorzustellen. Im Programm heißt es, so stehe der Ausdruck durch Tanz im Kontrast zum glitzernden Bild, das man heutzutage so oft von sich ins Internet stellt. Im Kontrast zur Vereinheitlichung auch. Auffallend vielleicht: Es war vielleicht mehr Schmerz, waren mehr Probleme als Freude, die durch die Bewegungen dargestellt werden konnte und musste. Aber auch das hatte in der Darstellung Angenehmes, nicht Leidendes. Angenehm, weil es individuell war. Fast schon ungewöhnlich ohnehin, nicht an Vereinheitlichung zu denken. Deshalb hatte es sich gelohnt.

Copyrght des Beitragsbildes: Gabriela Neeb

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SONSTIGES: Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien

Am 21. August jährte sich zum zehnten Mal der Todestag von Christoph Schlingensief. Genau zu diesem Todestag kam ein Dokumentarfilm über Christoph Schlingensief in die Kinos, der schon im Februar erscheinen sollte. „Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien“. In München wird der Film derzeit in vier Kinos gezeigt.

Der Film läuft derzeit in den Kinos City, Studio Isabella, Monopol, und Neues Rottmann. HIER die Termine. 

Ich habe den Film am Wochenende gesehen. Es ist die erste Regiearbeit von Bettina Böhler, die – sehr erfahren und anerkannt – in zwei Filmen als Cutterin für Schlingensief gearbeitet hatte. Er war auch kurz als Onlineangebot auf der Website der Münchner Kammerspiele zu sehen. Matthias Lilienthal, bis vor kurzem Intendant der Münchner Kammerspiele, zählte Christoph Schlingensief zu seinen besten Freunden. Beide kannten sich aus ihrer Zeit an der Berliner Volksbühne.

Der zweistündige Film ist beeindruckend. HIER der Trailer.

Man hatte im Anschluss an den Film das bedrückende Gefühl, das Leben einer Person gesehen zu haben, die in dieser Art einfach fehlt. In totaler Subjektivität, einzigartig, immer wieder seine Zuschauer fordernd und überfordernd, aber mit dem Gefühl, den Menschen im Grunde helfen zu wollen.

Es ist unglaublich, durch den Film allein schon ansatzweise zu sehen, was Christoph Schlingensief in seinen leider nur 49 Jahren alles auf die Beine gestellt hat. Wie er gelebt hat, seine Produktivität, seine Kraft für alles, sein Drang zu kommunizieren. In einem Gespräch mit Amelie Fried sagt er dazu: Er wolle nicht provozieren, sondern es sei „Obsession„. Er hörte oft garnicht auf zu reden. Ja, Obsession, er lebte wohl jede Minute seines Lebens für das künstlerische Kommunizieren seiner besonderen Sichtweise. Für seinen Ausdruck.

Es zählt dabei sicherlich zu den großen Qualitäten von Christoph Schlingensief, dass er andere Menschen mit seinen immer wieder auch provokativen Auftritten und Produktionen nicht persönlich angegriffen oder verletzt hat, sondern allenfalls aufgerüttelt hat. Er wollte sich nie auf Kosten anderer Menschen produzieren. Das mag ein Unterschied zu heutigen provokativen Auftritten und Meinungsäußerungen sein. Heute geht es schnell darum: „Du hast nicht recht, ich habe recht“. Sehr statisch.

Christoph Schlingensief dagegen hat nichts statisch gesehen. Er verstand sich nicht politisch (da geht es viel eher um „Rechthaberei“), seine Sicht der Dinge war nicht politisch, sondern künstlerisch. Auch Aktionen wie „Tötet Helmut Kohl“ waren, merkte man schnell, von ihm nicht politisch ernst gemeint, sondern als künstlerische Überhöhung.

Zuspitzung, Überhöhung, auch mit Humor, gutmütig, aber herausfordernd, sich selbst nicht zu ernst nehmend, immer intellektuell, mit einer irren Kommunikations- und Lebenslust.

Viele der Produktionen und Aktionen von Christoph Schlingensief, vor allem seine Filme der jungen Jahre – die er erstellte, bevor er Arbeiten an der Berliner Volksbühne bringen konnte – sind im Grunde fast völlig unverständlich. Bettina Böhler bringt von vielen dieser Arbeiten kurze Filmausschnitte, die natürlich auch oft unverständlich bleiben. Sie mischt diese „Zitate“ immer wieder mit Ausschnitten von Gesprächen mit Christoph Schlingensief und mit Bildern aus seiner Kindheit und Jugend. Es sind Bilder aus einer anderen, einer (eingebildet) „heilen“ Welt. „Heile Welt“ gab es für Christoph Schlingensief nicht. Völlig verständnislos, aber wohl immer kritik- und vorwurfsfrei, sieht man mehrmals seine Eltern neben ihm. 

Es gibt interessante Videos von Gesprächen mit Christoph Schlingensief auf YouTube. HIER etwa ein längeres Gespräch mit Katrin Bauernfeind, das geführt wurde, als Christoph Schlingensief schon wusste, dass er an Krebs erkrankt war. Er spricht auch von Überforderung der Lebenslinie – die Lebenslinie, die er zu Beginn des Films zwischen Toleranzgrenzen auf einem großen Plakat einzeichnet.

Zu schade, er fehlt, er würde uns guttun, wir brauchen solche seltenen Menschen immer wieder.

HIER noch eine gute Besprechung des Films auf ZEIT online.

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SONSTIGES und MUSIK: Wim Wenders (Sonstiges) und Ry Cooder – Cancion Mixteca (Musik)

Derzeit kann in der ARD Mediathek eine umfassende Werkschau von Wim Wenders zu dessen 75. Geburtstag gesehen werden. HIER der link zur Website der Werkschau der ARD mit wirklich einer Menge Filme! Nicht nur Filme, auch Dokumentationen und Gespräche finden sich dort.

Ich habe mir zunächst PARIS, TEXAS herausgegriffen und festgestellt, dass ich diesen – vielleicht besten (sagt man) – Film von Wim Wenders NICHT einmal kannte! Ein Klassiker! Gut, ich war nie der große Filmfreak. Ich hoffe aber, dass ich noch für den ein oder anderen Film in dieser Werkschau auf ARD Zeit finden werde.

Der Film PARIS, TEXAS hat mich sehr beeindruckt! Die Aufnahmen alleine! Man sieht es im Video unten. Jedes Bild ist ein Gemälde. Massenhaft sieht man fantastische Einstellungen! Allein das lohnt sich. Letztlich ist der Film dann gerade durch die letzte halbe Stunde tief beeindruckend! Auch das lohnt sich einfach! Man sieht hierin – neben der zentralen Figur, die von Harry Dean Stanton gespielt wird – vor allem eine junge, so stark spielende Nastassia Kinski. Auch von ihr sieht man Bilder im Video unten.

HIER ist der direkte link zum Film PARIS TEXAS. Die gesamte Werkschau ist auf ARD noch bis zum 14.09.2020 zu sehen!

Der Film PARIS, TEXAS wird getragen von der Musik von Ry Cooder. Hier ist einer der Songs daraus, wobei auch das Video – wie gesagt – tolle Bilder aus dem Film zeigt. Für Filmfreunde ein Fest.