Ich wünsche allen schöne Ostertage! Anklicken und auf YouTube sehen.
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OSTERN 2026
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Zweimal – am Anfang und am Ende des Stückes – heißt es fast wortgleich: „Es wird eine Zeit kommen, wo Sie nicht begreifen werden, dass Sie so leichtsinnig mit Ihrem Leben umgehen konnten, … das doch nicht Ihnen gehört … Wem denn sonst? … Der Allgemeinheit. Am Anfang und am Ende – diese Aussage war für Anna Gmeyner in ihrem Stück „Automatenbüfett“ vielleicht von Bedeutung. Zunächst kaum zu verstehen, was wollte Gmeyner damit sagen?
Aber hier meine Empfehlung: Im Residenztheater – im Marstall – ist derzeit Anna Gmeyners „Automatenbüfett“ zu sehen. Automatenbüfett – eine Art Warenautomat mit kleinen Speisen und frischem Bier, in einer kleinen Gemeinde, betrieben von Adam (Leopold Adam) und seiner Frau, der „Frau Adam“.
Anna Gmeyner, die österreichische Autorin – geboren übrigens genau HEUTE vor 124 Jahren, am 16. März 1902, gestorben am 3. Januar 1991 – schaffte nicht den ganz großen Durchbruch, verließ 1933 Nazideutschland zunächst nach Paris, später England, und kehrte nie wieder zurück.
„Automatenbüfett“ wurde 1933 in Zürich uraufgeführt. Es ist ein eher selten gespieltes Stück, das im Grunde in die Richtung Marieluise Fleißer und Ödön von Horváth geht: Alltagsszenen – kein komplizierter Handlungsstrang – der (einfache) Mensch und seine „Probleme“ mit dem Leben – die Liebe und das Leben – aufkommender Nationalsozialismus, es ist aber auch zeitlos.
Eine recht bekannt gewordene Inszenierung des Wiener Akademietheaters von „Automatenbüfett“ war 2021 zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Hier der Trailer zur damaligen Inszenierung:
Die Inszenierung des Münchner Residenztheaters nun (Regie Else-Sophie Jach) ist sehr anders als die damalige Inszenierung des Wiener Akademietheaters, und auch sehr gelungen! Denn der „Charakter“ des Stückes kommt auch hier sehr schön zur Geltung, was für das keineswegs „handlungsgetriebene“ Stück entscheidend ist. Das langsame Stück lebt im Grunde einerseits von einer gewissen „Alltagstragik“ und zugleich von leise mitschwingendem Humor. Es lebt von Nichtaktualität („Automatenbüfetts“ dieser Art gibt es im Grunde heute nicht mehr) und doch auch von Aktualität oder zumindest Zeitlosigkeit. Hier der Trailer zur Inszenierung des Residenztheaters:
Das Automatenbüfett ist bei Else-Sophie Jach also ersetzt durch eine riesige schräge Tischfläche, hinter der zumeist (vor der Pause) die handelnden Personen im Grunde nur kurz hervorkommen, um etwas zu sagen, dann wieder abtauchen. Das genügt. Der Tisch zerfällt allerdings mehr und mehr, beginnend mit dünnen Abspaltungen, am Ende stehen nur noch Teile des Tisches auf der Bühne, passend zum Geschehen: Die eingespielte Dorfgemeinschaft zerfällt. Warum sie zerfällt? Eine große Idee, Adams großes Fischzuchtprojekt scheitert. Die Ehe zwischen Adam und seiner Frau scheitert, neue Liebe entsteht. Konkurrenzen entstehen, Misstrauen entsteht. Die gerade erst zufällig von Adam vom Selbstmord gerettete Eva (wie immer gut: Anna Drexler) bringt alles in Unruhe, ohne eigentlich selbst viel zu machen.
Schauspielerisch sehr gut passend ist – wie auch 2020/2021 bei der Inszenierung des Akademietheaters – die immer wieder ganz leicht gekünstelte Ausdrucksform der Personen, durch die alles genau pointiert, fast überspitzt wird (besonders durch Patrick Isermeyer). Schön und passend ist auch der Einsatz der Videoszenen (Niels Voges) mit Szenen, die sich oft unter dem Tisch abspielen, schön und passend ist außerdem – wie gesagt – die sachte Mischung von Ernst und Humor, in aller „Langsamkeit“. Humor etwa in der Art und Weise, wie das frische Bier gezapft wird, an Eva zur Verteilung an die Gäste weitergegeben wird, aber auch ein wenig im Verhalten der Personen.
Und vielleicht schwingt eben der Satz mit: Das Leben gehört der Allgemeinheit! Nach dem Motto: Mach mit! Hm. Es ist sicher nicht die alles prägende Aussage des Stückes und es bleibt für mich offen, was genau damit gemeint sein könnte. Vielleicht: „Wir brauchen uns – nur: Wir setzen zu sehr auf große Ideen und Projekte, setzen zu wenig auf die Liebe.“ Andererseits: Sowohl die große Idee, Adams Fischzuchtprojekt (das ganz Deutschland zugute kommen soll), als auch die Liebe – das Begehren – schaffen Unruhe. Aber nur die Liebe setzt sich durch am Ende. Und es heißt mit Blick auf die damalige Zeit: Wir stehen in Europa vor einem Pulverfass! Das war die damalige Zeit, ist aber auch zeitlos! Man könnte sagen: Wenn wir doch nur einen Gang runterschalten könnten! Vielleicht hat Anna Gmeyner das gesehen.
Entscheidend ist jedenfalls: Auch wenn mir letztlich der zweifache Satz „Das Leben gehört der Allgemeinheit“ unverständlich blieb und für mich keine Auflösung durch das Stück findet (vielleicht ist er unwichtig): Mit der Inszenierung am Residenztheater gelingt es – auch durch die schauspielerischen Leistungen, all das für das Stück „Automatenbüfett“ Prägende aus dem Stück schön „herauszukitzeln“, sodass es auf fast „Horváth’sche Art“ eben einfach und besonders wird.
Die nächste Inszenierung von „Automatenbüfett“ steht übrigens doch schon bevor. Sie ist am Deutschen Theater Berlin in zehn Tagen, am 26. März, zu sehen (Regie, Jan Bosse). HIER der Link.
Copyright des obigen Beitragsbildes: Birgit Hupfeld
HIER noch der Link zur Stückeseite auf der Website des Münchner Residenztheaters.
Es ist ein Song von Otis Redding, der ja viel zu früh starb. Hier wird der Song vom amerikanischen Singer/Songwriter Marc Broussard gesungen.
Broussard singt den schönen Song ein ganz klein wenig verlangsamt, das macht es aus, klingt sehr gefühlvoll. Nicht schlecht, wenn es auch akustisch durch die Liveaufnahme nicht ganz so toll klingt, aber gut:
Ein sehr engagierter Abend mit den drei ohnehin tollen Schauspielerinnen Annette Paulmann, Katharina Bach und Jelena Kuljić. Hut ab! Es ist eine große Leistung der drei, den Roman „Love me tender“ von Constance Debré so wortreich und so tatkräftig auf die kleinere Bühne der Kammerspiele, die Bühne der „Therese-Giehse-Halle“ zu bringen.
Regisseurin Felicitas Brucker hatte in den letzten Jahren mehrfach Inszenierungen an den Münchner Kammerspielen: „Nora“, „Die Freiheit einer Frau“ (wieder am 13.03.), „Baumeister Solness“, „Die Politiker“. Jetzt hat sie den autobiografischen Roman „Love me tender“ der französischen Autorin Constance Debré umgesetzt, der 2020 erschien.
Neben allem Text des Romans: Die drei Schauspielerinnen singen, tanzen, laufen, weinen, schreien … in diesen fast zwei Stunden … alles. Annette Paulmanns erste Worte zeigen dabei den Inhalt des Abends an, es sind Constance Debré’s Worte:
„Warum sollte die Liebe zwischen einer Mutter und einem Sohn nicht genau wie jede andere sein? Warum sollten wir uns nicht trennen können? Warum sollten wir nicht aufhören können einander zu lieben? Warum müssen wir uns unbedingt lieben, in und außerhalb der Familie, und warum müssen wir uns selbst und anderen immer wieder davon erzählen?“
Darum geht es: Eine Mutter will ihre Freiheit leben, will alles hinter sich lassen, alle gesellschaftlichen Konventionen, gibt alles auf, lebt sexuell fast wahllos lesbisch, nach zwanzig Jahren Ehe. Sie hat aber einen Sohn und von dem gibt es wohl kaum einen „Rückzug“. Doch, es gibt ihn, zunächst erzwungener maßen: Der Vater des Sohnes namens Paul verhindert nämlich immer wieder Pauls Kontakt zur Mutter und sie, die Mutter, verkraftet den fast totalen Verlust des Kontaktes zum Sohn (der noch dazu vom Vater beeinflusst wird) nicht. Natürlich nicht. Die Justiz hilft ihr überhaupt nicht. Aber auch das ist möglich: Will sie vielleicht sogar auch die besondere Bindung zum eigenen Sohn zugunsten ihrer Freiheit aufgeben? Beides vielleicht. Sie steckt in einem Dilemma. Was macht man da? Die eigene Freiheit leben oder sie doch wieder aufgeben, sich den „Regeln“ beugen? Sind die Schmerzen, die mit der gewünschten eigenen Freiheit verbunden sind, zu groß?
An einigen Stellen wirkt die Inszenierung der Bühnenfassung von „Love me tender“ bei diesen schweren Fragen – ganz anders als Felicitas Bruckners bisherige Inszenierungen an den Münchner Kammerspielen – allerdings etwas gewollt und übertrieben, vielleicht auch ist der Roman von Felicitas Brucker zu wenig gekürzt und pointiert worden. Mir ist nicht alles klar geworden. Und was nicht aufkommt: Der Gedanke der Einsicht zB des Vaters oder des Sohnes mit dem Lebensumbruch der Mutter. Das wiederum mag für solche Fälle ein wichtiges Element sein, in der Suche nach Lösungen. Aber es geht eben nicht nur um die Lösung eines Einzelfalles, sondern um Existenzielles: Was bremst die Freiheit aus? Kann Liebe bremsen? Überhaupt: Freiheitsdrang einerseits und Verlust andererseits … und so.
Fazit: Drei herausragende Schauspielerinnen auf dieser so lässigen kleineren Bühne der Münchner Kammerspiele, das hat was, aber dazu etwas viel Aktionismus (Einsatz von Musik, Videowände auf der Bühne, große Liveaufnahmen an der Rückwand, Gesang, Rap, Licht, Nacktheit, Körpereinsatz mal so mal so und und und …), eine ruhigere Erzählweise hätte mir an mancher Stelle geholfen bei den so existenziellen Fragen des Romans. Trotzdem: So geht es auch gut, zumal bei der so starken und überzeugenden Besetzung!
HIER der Link zur Stückeseite auf der Website der Münchner Kammerspiele.
Hier noch ein Foto:

Copyright der Bilder: Armin Smailovic
Anton Tschechow, der nur 44 Jahre alt wurde, hat sehr viel geschrieben. Er produzierte über 600 literarische Werke, 10 Dramen, 4 Einakter, hunderte von Kurzgeschichten, einen Reisebericht über das Strafgefangenenlager Sachalin und unzählige Briefe. So sagt es Anton Tschechows Schwester Mascha auch zu Beginn der Inszenierung. Man kennt ja einige seiner Werke.
Die Studierenden des 3. Schauspieljahrgangs der Otto Falckenberg Schule, der Schauspielschule der Münchner Kammerspiele, haben sich nun in ihrer in gewisser Weise inhaltlich anspruchsvollen Abschlussinszenierung mit einigen der bekannten Werke Anton Tschechows gleichzeitig beschäftigt. Mit „Onkel Wanja“, „Die Möwe“, „Iwanow“, „Der Kirschgarten“. Auch in diesen Werken geht es bekanntlich um Tschechows fürchterliche, immer unlösbare Frage: Warum lebe ich? Was ist Liebe? Was macht das Leben aus? Warum ist es so schwer, glücklich zu sein? Das haben sie herausdestilliert aus diesen Werken, vor allem mit Blick auf weibliche Personen in den Stücken, damit haben sie letztlich Anton Tschechow dargestellt.
Sie haben es interessant gemacht, zu sehen ist es noch einmal am 27. Februar. Die Personen der oben genannten Werke sind dabei immer wieder im Gespräch mit Anton Tschechow persönlich, der zusammen mit seiner Schwester Mascha auf der Bühne der Therese-Giehse-Halle erscheint, sich einmischt, gefragt wird und sich auch Gedanken über sein Thema, Leben und Liebe, in seinen Personen macht. Die DarstellerInnen der Personen der Werke Tschechows treten auch teils aus sich heraus, sind dann die SchauspielerInnen und Schauspieler selbst.
Auch der Darsteller von Anton Tschechow (Luis Brunner) tritt aus seiner Rolle heraus und sagt etwa:
Und dann dachte ich mir: gehts in seinen Texten nicht genau darum?
Dass wir alle Menschen mit Wünschen, Ängsten und Sehnsüchten sind und wir können es uns nicht aussuchen, wer wir sind und was wir wollen und wir versuchen krampfhaft unser Leben lang irgendwie das Beste draus zu machen, aber wissen einfach nicht wie?
Mein Eindruck: Diese Befassung der 3. Schauspieljahrgangs der Otto Falckenberg Schule mit Anton Tschechow und seinem großen Thema hat etwas! Sie könnte sogar etwas für Christopher Rüping sein! Ich sehe es vor mir, in einer für ihn so typischen Inszenierung: Auf großer leerer Hauptbühne, mit Livemusik, die gewählte Zusammenstellung der Personen aus Tschechows Werken, … es würde gut passen (Die Inszenierung der Arbeit der Otto-Falckenberg-Schule entstand unter der Regie der schon recht erfahrenen und erfolgreichen Regisseurin/Performerin/Theaterleiterin Lizzy Timmers).
Schauspielerisch ist es durchweg gut! Mal auf der runden „Bühne auf der Bühne“, dem Podium für Tschechows Werke, mal daneben. Ich fragte mich danach ganz frech: Wenn ich zwei oder drei der DarstellerInnen engagieren könnte, welche würde ich „auswählen“? Ich beantworte diese Frage hier nicht. Das mag auch jeder anders sehen. Jede/r wird seinen/ihren Weg hoffentlich gehen, sehr interessant!
Inhaltlich ist es natürlich – ganz nach Anton Tschechow – recht traurig. Nicht nur Anton Tschechow war schließlich mit sich und seinen Werken nicht zufrieden, auch alle anderen Personen, die hier aus den Werken von Anton Tschechow auf der Bühne erscheinen, scheitern an oder hadern mit ihren Problemen, Sehnsüchten, Situationen, unerfüllten Wünschen, unerfüllter Liebe vor allem, an ihren Zweifeln … Traurig aber wahr! Einfach wahr – wie der riesige Mond, der (auch passend, Bühne Bettina Kirmair) über allem schwebt, fast etwas viel, aber lohnenswert!
HIER der Link zur Stückeseite.
Copyright des Fotos: Judith Buss
Hier eine kleine Zusammenfassung meiner letzten Besuche kleinerer, nicht häufig zu sehender Aufführungen an den Münchner Kammerspielen und am Münchner Residenztheater. Und dazu ein paar Anregungen für noch Laufendes auf diesen Bühnen – Aufführungen, zu denen ich gerne zweite – immer lohnende – Besuche einrichten werde, wenn möglich.
JCOM: Mendele Lohengrin:
An den Münchner Kammerspielen ist es am 8. Februar wieder zu sehen. Jüdische Klezmermusik trifft auf Richard Wagner. Ein Dilemma, Wagner war Antisemit. Erzählt wird die Geschichte eines jüdischen Musikers, der in Wien erstmals Richard Wagners Lohengrin hört und völlig verblüfft ist von dieser umwerfenden Musik! Heinrich York-Steiner schrieb 1898 die Geschichte von Mendele, Stefan Merki liest den Text, Ethel Merhaut singt dazu, das Orchester des Jewish Chamber Orchestra Munich spielt dazu ein Konzert, das hauptsächlich von Klezmermusik getragen ist, aber auch Wagners Lohengrin und anderes anklingen lässt. Was soll Mendele machen? Die umwerfende Musik Wagners verachten wegen seines Antisemitismus? Aufhören mit Musik? Ist Musik von allem losgelöst?
HIER der link zur Stückeseite.
Rania Mleihi: My personal ten years – Wir schaffen das:
An den Münchner Kammerspielen ist es am 8. Februar wieder zu sehen. Sehr persönlich erzählt Rania Mleihi vor allem mit Bildern und Videos auf der Leinwand. Die syrische Theatermacherin Rania Mleihi sitzt davor an einemTisch, wortlos bastelt sie mit Sand. Es ist ihre eigene Biografie vor dem Hintergrund zweier historischer Ereignisse: Angela Merkels „Wir schaffen das“ und dem jüngsten Umbruch in Syrien nach der Flucht von Diktator Bashar al-Assad. Nähe und Ferne, Heimat und Flucht, Familie und Trennung, wann lebt man vor diesem Hintergrund wirklich in Deutschland. Viele spannende Fragen, die m. E. schwer erkennbar Antworten finden, die bleibende Zerrissenheit der geflüchteten Syrerin bleibt hier das Thema.
HIER der link zur Stückeseite.
Manfred Zapatka: Lesung „Beton“ von Thomas Bernhard:
Hierzu gibt es leider derzeit keinen weiteren Ausführungstermin. Aber das Residenztheater bringt ja immer wieder gerne etwas von Thomas Bernhard. Zuletzt Minetti, ebenfalls mit Manfred Zapatka. HIER.
Die Lesung aus Thomas Bernhards „Beton“ hat es etwa nur zur Hälfte geschafft, das Residenztheater zu füllen. So viele Fans von Thomas Bernhard gibt es wohl doch nicht, obwohl er immer empfehlenswert ist und bleibt! Seine Theaterstücke! Seine Romane! Er ist und bleibt einzigartig! Er schreibt so subjektiv – auch in „Beton“ natürlich -, fast absurd, aber doch erkennt man sich ständig, wenn man ehrlich ist. Manfred Zapatka liest ihn wunderbar! Die Bernhard’sche Kunst, ständig über banale Dinge zu schreiben und doch mehr zu sagen: Zapatka gelingt es wunderbar, sie in seiner Lesung zu zeigen, was nicht leicht ist!
HIER der link zur Stückeseite.
2. Anregungen für noch Laufendes:
Wiederholungen, erneute Besuche von Stücken, die ich bereits gesehen habe und gerne ein zweites Mal sehen möchte, sind meist sehr lohnend. Es beginnt morgen, Mittwoch den 04.02., an den Kammerspielen mit Mephisto von Klaus Mann, das zum diesjährigen Theatertreffen in Berlin eingeladen ist. HIER der Link zur Stückeseite.
Für erneut sehenswert halte ich außerdem an den Kammerspielen etwa Wachse oder weiche, Sauhund, Katzelmacher und Wallenstein und am Residenztheater etwa Drei Schwestern, das ebenfalls (2017) zum Berliner Theatertreffen eingeladen war, HIER, Kasimir und Karoline, Warten auf Godot und 77 Versuche, die Welt zu verstehen.
Von Moby hatte ich schon etwas gebracht. HIER und HIER. Alles vom gleichen Konzert, in LA im La Fonda Theatre, es sind musikalisch sicherlich eher einfache Songs, aber schön!
Über Moby hatte ich schon einmal Folgendes geschrieben:
Neben seiner Karriere als Musiker betrieb Moby (sein Ur-Ur-Großonkel hat die Erzählung „Moby Dick“ geschrieben, daher sein Spitzname Moby!) von 2002 bis 2015 das vegetarische Restaurant TeaNY in New York und in Los Angeles das vegane Restaurant Little Pine, das im Juli 2020 von Investoren übernommen wurde (laut Wikipedia). HIER der Link zur Website des Restaurants. Moby lebt seit seinem 22. Lebensjahr vegan, um Tieren kein Leid zuzufügen. Nicht schlecht! Respekt! Tierrechtsaktivismus nennt er den Sinn seines Lebens und das, was ihn am Morgen aus dem Bett bringt. Weiter sagte Moby, er würde – vor die Wahl gestellt – lieber ein Tierrechtsaktivist, als ein erfolgreicher Musiker sein!
Moby bietet auf einer Internetseite über 200 Titel seiner Musik kostenlos an. HIER.
Und Damien Jurado ist ein US-amerikanischer Musiker, da kann ich nur auf Wikipedia verweisen, HIER.
Der Song:
Vor wenigen Minuten erst wurden sie bekanntgegeben: Die Pressekonferenz läuft noch! Die zehn Theaterstücke, die im Rahmen der bekannten „10er-Auswahl“ zu den „bemerkenswertesten deutschsprachigen Theaterstücken des vergangenen Jahres 2025“ gewählt wurden. Vor wenigen Minuten! Vorsicht – noch ganz heiß!
Gratulation! 739 Produktionen wurden gesichtet. Die zehn „bemerkenswertesten“ Produktionen werden wieder wie üblich auf dem Berliner Theatertreffen, das dieses Jahr vom 1. Mai bis zum 17. Mai stattfindet, im Festspielhaus gezeigt werden, drei davon sind außerdem wieder für einen gewissen Zeitraum auf 3sat zu sehen („Starke Stücke“)!
Es sind dieses Mal die folgenden Produktionen:

HIER der Link mit allen Details.
Jetzt, wo ich die letzten Tage des Jahres gerade (wieder) in Österreich verbringe, hier noch zum Abschluss ein Lied des Österreichers Ludwig Hirsch, das auch einmal hier im Blog gebracht werden kann – nicht wegen des Themas, sondern wegen der Sentimentalität und ruhigen Art der Musik: „Komm großer schwarzer Vogel“ ist ein im Grunde sehr trauriges, aber ein sehr schönes Lied! Live 1993 im Wiener Volkstheater gesungen.
Das Lied platzierte sich in den österreichischen Charts, kurz nachdem Ludwig Hirsch sich am 24. November 2011 im Alter von 65 Jahren das Leben genommen hatte. Er hatte Lungenkrebs. Das Lied ist ja ein Lied in Erwartung des Todes …
ICH WÜNSCHE ALLEN EINEN GUTEN RUTSCH INS JAHR 2026!
Wahrscheinlich war es so:
Man liest davon, es sei „der beste Film des Jahres“. Er wurde in Cannes 2025 mit dem Grand Prix der Jury ausgezeichnet, der zweitwichtigsten Auszeichnung auf den jährlichen Filmfestspielen in Cannes nach der Goldenen Palme.
Es ist ein Film des norwegischen Regisseurs und Drehbuchautors Joachim Trier mit Überlänge, ist fast mehr die Beobachtung zweier Personen als ein Handlungsfilm, es könnte fast ein Film von Ingmar Bergmann sein, Vater und Tochter, die Beobachtung und Entwicklung ihres Verhältnisses zueinander. Man fragt sich am Ende fast: Wie wird es weitergehen?
Ein ruhiger Film, der durch diese Ruhe, durch die so natürliche Betrachtung der Personen des Films besticht. Es gibt im Grunde nur einen Ort des Geschehens, das schöne alte Haus der Familie, in dem auch die Familiengeschichte steckt. Die Situation der beiden – Vater und Tochter – geht einem nahe, ohne dass man schwermütig das Kino verlassen würde. Ruhige kurze Dialoge, wünscht man sich die nicht öfters im „normalen“ Umgang miteinander?
Auffallend ist auch, dass der Film den Zuschauer in keiner Weise durch irgendwie besondere Filmaufnahmen in die Stimmung holen will, überzeugen will. Er ist – keine Frage – wunderbar gefilmt, wunderbar gespielt, nah an den Personen dran, unaufgeregt, ich kann ihn empfehlen! (Wer weiß, was für übertrieben perfektionierte Filme künftig mit KI auf uns zukommen! Man liest, dass Filmaufnahmen, die zu teuer sind, künftig von KI schnell und billig erzeugt werden können!).
Die „Hauptfiguren“ des Films – Vater und Tochter, siehe das Bild oben – kommen einem nahe, Renate Reinsve und Stellan Skarsgård. Es ist ein „echter“, lebensnaher, persönlich werdender, aber trotzdem zurückhaltender Film, und so hoch prämiert!
Vater und Tochter, es ist ja immer wieder so: Was für ein Verhältnis! Und – so auch in diesem Film – die Familiengeschichte spielt fast immer eine Rolle. Kurz dazu: Die Mutter des „Vaters“ der Geschichte hatte sich früh umgebracht, er, der „Vater“ war damals Kind, beruflich war er dann total fixiert, erfolgreicher Regisseur, war später geschieden von seiner Frau, um die Kinder (zwei Töchter) hatte er sich im Grunde nie gekümmert, war immer weg, bis er nach Jahren – auf der Trauerfeier nach dem Tod seiner Ex-Frau – seine beiden Töchter wiedersieht. Die ältere Tochter ist Theaterschauspielerin, alleinstehend, sie trägt letztlich die Familiengeschichte und all das Schwierige des Verhältnisses zum Vater in sich, ihre Schwester kommt besser damit zurecht. Und der Vater will der älteren Tochter endlich mit einer speziellen Idee näher kommen, auch um mit seinem Leben zurechtzukommen. Und so weiter …
HIER der Trailer.
Zu sehen ist er in München etwa im Theatiner Filmkunst.
Copyright des Beitragsbildes: Casper Tuxen
Es ist ein Abend, der den Zuschauer erst einmal orientierungslos macht, auch machen soll. Der bis ins Mark verunsichert. Das ist gelungen! Damit muss man erst einmal – beim Thema „jüdisches (Über)Leben im Nachkriegsdeutschland“ zurecht kommen. „Play Auerbach!“ hatte gestern Abend an den Münchner Kammerspielen eine (vielleicht etwas überladene, aber) exakt zuschlagende Premiere:
Hier noch ein Foto (Therese Giehse singt):

HIER der Link zur Stückeseite auf der Website der Münchner Kammerspiele, die zu vielen weiteren Inhalten führt.
Copyright der Fotos: Julian Baumann
Im Münchner Volkstheater ist sie derzeit zu sehen. Die Idee des bekannten Stückes „Glaube Liebe Hoffnung“ von Ödön von Horvath hat Bonn Park als Basis für seine Inszenierung Glaube Liebe Roboter genommen.
Es ist eine Inszenierung, bei der Manches nicht leicht erkennbar ist. Die ja recht bekannte Geschichte des Originals „Glaube Liebe Hoffnung“ von Ödön von Horvath etwa erkennt man verständlicherweise kaum, sie ist ja überschrieben, sie kommt nur immer wieder bruchstückhaft vor. Aber auch die von Bonn Park in seiner Inszenierung „Glaube Liebe Roboter“ darüber gelegten Gedanken und Ideen erkennt man nicht leicht.
Lange sieht man sich dem chaotischen, erstaunlich „altbacken“ wirkenden (Bühne von Daniela Zorrozua) Labor gegenüber, in dem aus Menschen Roboter gemacht werden. Auch Elisabeth verkauft – wie in Horváths Original „Glaube Liebe Hoffnung“ – ihre Körperteile an das Labor, bei Bonn Park wird sie dann später zu „Elisabot“. Verhandelt wird bei allem das Thema: „Wie sollen wir stehen zur Zukunft? Brauchen wir/wollen wir Fortschritt? Freude? Angst? Unsicherheit? Können wir etwas aufhalten?“ So in etwa. Viele Fragen, viele Reaktionen.
Am Ende wird alles relativ klar, weil sich alle noch einmal emotional mit fast melancholischem Gesang vor dem Publikum gemeinsam ins Zeug legen (Song von Dagobert) und die Zuschauer – ausverkauft – mit einer Art Stimmungsbild (der Jugend vor allem) nach Hause schicken! Es heißt: „Alles ist verzwickt“! Tja, so ist es! Gott sei Dank kann man es nicht nur negativ sehen.
HIER der Link zur Stückeseite auf der Website des Münchner Volkstheaters. Nächste Vorstellung ist am Donnerstag (4.12.).
Hier ein Trailer:
Hier noch ein Foto:

Copyright der Bilder: Arno Declair.
Bruce Springsteen singt immer schon über den „kleinen Mann“, den „Verlierer“, den „Gestrauchelten“ etc. Und über sein frühes Leben, die einfachen Verhältnisse, in denen er aufwuchs, wie er alles erlebt hat, immer wieder. Seine Musik ist aus seinem Leben. Er steht immer persönlich hinter dem, worüber er singt, er verarbeitet es mit seiner Musik. Hier auch so: „My Hometown“. Unten die lyrics.
Die lyrics auf Deutsch:
Ich war 8 Jahre alt und rannte mit einem Groschen in der Hand
zur Bushaltestelle, um eine Zeitung für meinen alten Herrn zu holen.
Dann setzte er mich auf seinen Schoß
hinters Steuer von diesem großen alten Buick,
als wir durch die Stadt fuhren.
Er zauste meine Haare und sagte:
Schau‘ Dich gut um.
Das ist Deine Heimatstadt.
1965 kochte die Spannung an meiner Highschool hoch.
Es gab eine Menge Kämpfe zwischen Schwarzen und Weißen.
Du konntest nichts dagegen tun.
Eines Samstag abends standen dann
diese zwei Autos bei einer Strassenlaterne.
Auf dem Rücksitz lag eine Knarre.
Ein Wort gab das andere,
bis eine Schrotladung losging.
Zeiten voller Unruhen und Kummer waren über meine Heimatstadt gekommen.
Meine Heimatstadt.
Jetzt sind in der Hauptstraße die Fenster weiß übertüncht
und die Läden (stehen) leer.
Es scheint, als sei da keiner mehr, wolle auch keiner mehr hin.
Die Textilfabrik jenseits der Bahnlinie machen sie auch dicht.
Der Vorarbeiter sagt, diese Arbeitsplätze sind weg, Jungs,
und sie kommen auch nicht mehr zurück
Zu Eurer Heimatstadt.
Letzte Nacht, als Kate und ich im Bett lagen,
haben wir übers Weggehen gesprochen. (oder: darüber gesprochen, wie wir da ‚rauskommen)
Alles packen und vielleicht nach Süden ziehen.
Ich bin jetzt 35, wir haben selber einen Jungen.
Letzte Nacht hab‘ ich ihn ins Auto gesetzt, hinters Steuer. Und ich hab ihm gesagt:
Sohn, schau‘ Dich gut um.
Das ist Deine Heimatstadt.
Zum achten Mal diskutierte Michel Friedman in den Münchner Kammerspielen mit einem eingeladenen Gast zu einem Thema. Das Thema war „Lüge“, der Gesprächspartner war Harald Lesch. Die Reihe der Einladungen wird monatlich fortgesetzt.
Die Reihe lebt davon, dass Michel Friedman zum jeweiligen Thema sehr präzise und teilweise sehr schwierige Fragen aufwirft. Es ist immer interessant, die guten Fragen, die Versuche der Antworten der eingeladenen interessanten Gäste und Gästinnen und die Entwicklung der Gespräche solch „kluger Köpfe“ zu erleben.
Kurzer Eindruck heute: Im Falle von Harald Lesch und dem Thema „Lüge“ schien das Gespräch insgesamt erstaunlicherweise nicht sehr gelungen – es war aber trotzdem interessant! Harald Lesch, der ja wunderbar intelligent wissenschaftliche Dinge erklären kann, war m. E. an mancher Stelle von den tief gehenden interessanten und zugegebenermaßen fast zu schwierigen – erst persönlichen, dann zunehmend politischen – Fragen von Michel Friedman überfordert. Für Harald Lesch war es fast unlösbar (Frage etwa: „Werden wir in 8 oder 10 Jahren in Deutschland noch in einer Demokratie leben?“). Schade, Harald Lesch merkte kaum mehr, dass Michel Friedmann doch sehr präzise Fragen stellte, und „entkam“ mehrfach nur mit irgendwie nicht sehr treffenden Antworten – was man von ihm wahrlich nicht erwartet hätte. Michel Friedman selbst kam gegen Ende des Gespräches immer mehr darauf, dass es ihm eher – auch politisch – um das Thema „Wir belügen uns alle selber“ ging. Wir beruhigen uns damit, das Grundgesetz sei stabil. Wir beruhigen uns damit, die AfD im Griff zu haben. Wir beruhigen uns damit, dass unserer Demokratie nichts passieren kann. Michel Friedman dagegen glaubt – allein schon, um gegen diesen dystopischeren Glauben aktiv zu bleiben – „Wir leben in zehn Jahren nicht mehr in einer Demokratie!“. Interessanter Gedanke!
Harald Lesch, für den es wahrlich schwer war, konnte mit den Fragen an mancher Stelle in aller gebotenen Kürze nicht besonders fein umgehen, er „kämpfte“ sich eher mit dem Degen als mit dem Florett gegen Friedman ab, aber gut, das Thema „Lüge“ war auch schwer in den Griff zu kriegen, merkte man insgesamt.
Fazit: Es schien nicht ganz gelungen, war aber trotzdem wieder interessant!
Copyright des Fotos: Gerald von Foris
1980 erschienen:
Der Song Mother von Pink Floyd erschien 1979 als Teil des Konzeptalbums The Wall. Ein Klassiker:
HIER der Link zur interessanten Seite http://www.thewallanalysis.com mit allem zur Geschichte „The Wall“.
The Wall belegte in zahlreichen Ländern Platz eins der Charts. Es zählt mit über 33 Millionen verkauften Exemplaren zu den weltweit erfolgreichsten Alben und ist das meistverkaufte Doppelalbum der Musikgeschichte.