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BALLETT: Pierre Lacotte – La Sylphide

„La Sylphide“ hatte Uraufführung in der ersten Choreografie von Filippo Taglioni schon im Jahre 1832! Und es wurde in dieser Version vor fast exakt 185 Jahren (!), am 14. Juli 1840, schon in München gezeigt, am damaligen „Königlichen Hof- und Nationaltheater“, dem heutigen Nationaltheater. Andererseits: Wirklich lang ist das nicht her!

Im 19. und 20. Jhdt. stand „La Sylphide“ immer wieder auf dem Programm des Bayerischen Staatsballetts und nun, seit November 2024, wird es dort wieder – in der etwas späteren Fassung von Pierre Lacotte von 1972, die aber bewusst ganz eng am „Original“ von Taglioni festhält – gezeigt. Das Stück gilt in der Ballettwelt als der „Durchbruch“ des Spitzentanzes, mit nicht enden wollendem Applaus am Ende.

Weitere Aufführungen von „La Sylphide“ sind am Bayerischen Staatsballett ab November 2025 zu sehen.

Durch und durch klassisch ist nicht nur der Tanz, ist nicht nur die Kostümierung, das Bühnenbild, die Musik, die Choreografie, die „Geschichte“, die erzählt wird, nein, alles, auch das Recht deutlich werdende damalige Rollenverständnis von Mann und Frau.

Der Inhalt von „La Sylphide“ insgesamt wird in der Inszenierung von Pierre Lacotte sehr deutlich: Man könnte zusammengefasst sagen, es ist inhaltlich der Spruch: „Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach“. Denn der junge James will zuviel! Das ist immer gefährlich, auch heute noch! Er steht kurz vor der Hochzeit mit Effie, da träumt er plötzlich vom so wundervollen eleganten Wesen „La Sylphide“, wie von einer „Traumfrau“. Er denkt immer wieder an sie, die Hochzeit mit Effie fällt aus, James will „La Sylphide“, die wieder erscheint, unsichtbar für die Anderen, an sich binden, dieses elegante Wesen, sie stirbt aber letztlich durch „Berührung“ gewissermaßen, und … Effie ist dann für James verloren, sie heiratet James‘ besten Freund Gurn, der Effie ohnehin offenbar immer schon mehr liebte … Tja, so kann es gehen. Fraglich bleibt allerdings ein wenig, ob James von sich aus plötzlich „mehr“ wollte – dann gilt der Spruch oben – oder ob er verwirrt, umgarnt wurde von „La Sylphide“ (aber letztlich will er sie ja für sich „fangen“). Das Thema ist jedenfalls zeitlos.

Sich mit der erzählten Geschichte von „La Sylphide“ auseinanderzusetzen, hatte allerdings keinen besonderen Reiz für mich. Es war eher der Tanz. Besonders nach der Pause merkte man die fast eigentümliche Eleganz des Spitzentanzes, die eigenartige Besonderheit, die der Spitzentanz für das Ballettwesen sicher hat. Es ist höchste Kunst, die man sieht, höchster Ausdruck, es sieht so schwerelos und leicht aus – nach der Pause vor allem im Tanz der „La Sylphide“ und der zahlreichen Sylphen, wo es doch genau das Gegenteil ist! Man sollte sich dem besonderen Ausdruck des Spitzentanzes, der Eleganz bei höchster Anstrengung und Konzentration, dem Träumerischen der Sylphenwelt, hingeben, wenn man diese Aufführung besucht!

Vor allem vom Solisten António Casalinho als James – mit seiner phantastischen Sprungkraft – und der Solistin Margarita Fernandes als La Sylphide konnte man so in der Tat mit ihrem so klassischen Tanz begeistert sein. Besonders sie erhielten den oben schon genannten nicht enden wollenden Schlussapplaus.

Von der Musik war ich weniger angetan. Ich hatte nach der Aufführung die Musik überspitzt so beschrieben: „Irgendetwas zwischen Nationalhymne und Oktoberfestmusik“! Es war die Musik der „Originalversion“, komponiert von Jean-Madeleine Schneitzhoeffer. Nun gut, überspitzt formuliert bitte!

Insgesamt war es aber auch für mich ein schöner „Blick zurück in die Zeiten des romantischen Balletts“, ein Blick in wahrscheinlich eines der Grundelemente einer jeden Ballettausbildung, die zu wirklichen Höchstleistungen führen soll … und auch führen kann, wie man sah. Ein Meilenstein für den Ballettfreund!

Hier noch zwei Bilder der Aufführung:

HIER link zur Produktionsseite „La Sylphide“ des Bayerischen Staatsballetts.

Copyright der Fotos: Katja Lotter

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BALLETT: Sol Leon & Paul Lightfood – Sphären.03

Worum ging es bisher bei der Reihe „Sphären“ des Bayerischen Staatsballetts? (Ob sich dann künftig unter der Bezeichnung „Konstellationen“ auch an der Projektidee etwas ändern wird, weiß ich noch nicht.) Auf der Website/im Programmbuch zur diesjährigen Ausgabe „Sphären.03“ heißt es jedenfalls (zusammengefasst):

Auf Einladung Laurent Hilaires (Anm.: Ballettdirektor des Bayer. Staatsballetts) fungieren bei „Sphären“ arrivierte Choreograph:innen als Kurator:innen: Sie wählen Tanzschaffende einer jüngeren Generation aus, die in München eine Arbeit einstudieren oder neu kreieren sollen. Nach den beiden von Marco Goecke und Angelin Preljocaj kuratierten Abenden wurde für die dritte Ausgabe das Choreographen-Duo Sol León & Paul Lightfoot mit der kuratorischen Aufgabe betraut. 

Vorab aber sei einmal ganz grundsätzlich zum Thema „Luxus dieser Art“ gesagt: Man sollte sich selber gegenüber ehrlich sein: Es ist ein Privileg, ja, auf jeden Fall, ein Privileg, einen Ballettabend erleben zu dürfen – in den edlen Räumen des Prinzregententheaters etwa, zusehen zu dürfen, wie diese jungen Menschen so phantastisch hingebungsvoll, akrobatisch, modernes Ballett zeigen, sich so bewegen können, und sich vorstellen zu können, mit welchem Einsatz ein solches Stück entsteht, wie hart geübt wird, mit wieviel Herzblut und Leidenschaft daran gearbeitet wird, wie es choreografiert wird, inszeniert wird, geprobt wird, präsentiert wird, in welch einer Umgebung! Hier für drei Aufführungen! Wie viele Menschen mehr arbeiten an so einem Ergebnis, als an einem Gemälde etwa. Am Montag den 30. Juni war die dritte und letzte, wieder ausverkaufte Vorstellung 2025. Wahrscheinlich endete sie wieder mit standing ovations. Eventuell wird das Gesamtprogramm woanders noch gebracht? Wohl kaum. Hier ein Foto, das die jungen TänzerInnen des Ensembles des Bayerischen Staatsballetts nach der Vorführung zeigt. Vielfalt strahlt einem entgegen.

Es ist natürlich ein Genuss, aber „Genuss“ allein wäre zu wenig, wäre fast herablassend. Es muss m. E. Bewunderung dabeisein, auch das Bewusstsein, dass es wahrlich nicht alltäglich ist, es muss hoher Respekt dabeisein und viel Dankbarkeit. Viele Menschen können es nicht sehen, haben keine Zeit, kein Geld, keine Berührung damit usw.

Da ist der Ausspruch von Paul Lightfoot, der im Programmbuch zu seinem Stück „Subject to Change“ zu lesen ist, hoch gegriffen: „Das Leben durch die Kunst sehen“ liest man von ihm. Im Grunde ein schöner Gedanke, ohne Kunst ist das Leben in der Tat etwas anderes, Kunst ist für unser Denken so wichtig, führt weg vom elenden blinden Realismus. Aber wie viele Menschen leben doch wohl ein Leben ohne Kunst! So hat gerade ein solcher Ballettabend natürlich leider etwas elitäres. Ihn dann auch noch auf bloßen „Genuss“ zu reduzieren, wäre wiederum fast arrogant. Aber das will ich niemandem unterstellen. Ich gönne jedem alles.

Das renommierte Choreographie-Duo Sol León & Paul Lightfoot (siehe das Beitragsbild oben) jedenfalls, seit knapp 40 Jahren im Ballett tätig, hat nun also für „Sphären.03“ drei jüngere Teams nach München eingeladen, um ihre choreographische Kunst zu präsentieren. Es waren die Choreographen Pau Aran Gimeno, Dimo Milev und das Duo Eliana Stragapede & Borna Babić. Die beiden letztgenannten sind die jüngsten, geboren 1996 bzw. 1994. Zusätzlich haben Sol León & Paul Lightfoot selbst zwei ihrer eigenen Stücke ins Repertoire aufgenommen. So waren es fünf Stücke „modernes“ Ballett! Die beiden Stücke des Choreographie-Duos Sol León & Paul Lightfoot („Shutters Shut“ und „Subject to Change“) sollen übrigens im Rahmen der nächsten Folge („Konstellationen“ 2026) noch einmal gezeigt werden.

Zu den drei eingeladenen Teams:

Die Dimo Milev zum Einen und Eliana Stragapede & Borna Babić zum Anderen haben neue Stücke kreiert, Pau Aran Gimeno wiederum hat ein bestehendes Werk mit den Tänzer:innen des Bayerischen Staatsballetts einstudiert. 

Zu allen fünf Teilen:

Es waren völlig unterschiedliche, sehr aussagestarke Stücke. Es wurde jeweils etwas völlig eigenes erzählt. Das Problem war natürlich: Konnte man die Inhalte richtig erkennen? Muss man ja nicht immer, aber man versucht es ja ständig! 

Man konnte angesichts der „Modernität“ (in Abgrenzung von „klassischem“ Ballett) der fünf Choreographien – einschließlich der Musik – an das renommierte und oft so extravagante NDT, das Nederlands Dans Theater, denken, über das ich hier auch schon mehrfach berichtet habe. Fast alle der oben genannten Choreographen – vor allem auch Sol León und Paul Lightfoot – haben ihre schon lange bestehenden Verbindungen zum NDT. Nur Pau Aran Gimeno m. E. offenbar nicht.

Mein Gedanke war dann aber: Wie es das Nederlands Dans Theater manchmal macht, wäre es so gut, wenn man auch hier, seitens des Bayerischen Staatsballetts, diese Stücke im Nachgang noch online anbieten würde! Zumindest von dieser Reihe, in der leider immer nur wenige Aufführungen gegeben werden. Ich würde sie mehrfach ansehen und immer mehr erkennen! Die körperlichen Ausdrücke und damit die Leistungen und die Stücke insgesamt würden mehr und mehr Bedeutung erlangen! 

Hier noch Fotos:

Vom Teil „In Fragments“ habe ich kein Foto.

Copyright der Fotos: Katja Lotter; das obige Foto der gesamten Gruppe der TänzerInnen ist eine Eigenaufnahme.

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THEATER: Florentina Holzinger

Sie wird von den Medien momentan absolut gehypt. Siehe etwa das Beitragsbild, die aktuelle Ausgabe des feministischen Missy Magazine: „MESSIAH DER BÜHNE“ schreiben sie dort. Nicht … DES THEATERS, sondern … DER BÜHNE. Nacktheit, echtes Blut, Selbstverletzungen und und und. „Ist das Kunst oder kann das weg?“

Die Erfolgswelle, auf der sie momentan surft – oder auf der sie getrieben wird – sieht unter anderem so aus: Im Mai etwa war ihr „SANCTA“ zum Berliner Theatertreffen eingeladen, also doch Theater, eine Mischung von vielem eben. Auch das neue Stück „A Year Without Summer“ (Volksbühne am Rosa Luxemburg Platz) macht irgendwie Furore. Ab Mitte 2026 wird sie zusammen mit Marlene Monteiro Freitas das künstlerische Board der Berliner Volksbühne (Intendant Mathias Lilienthal) bilden, also das Programm der Volksbühne entscheidend mit prägen! Wirklich Theater, spannend! Sie spielt – es war ab Oktober 2024 zu sehen – auch erstmals in einem Kinofilm mit, in „Mond“ – als Hauptdarstellerin. Nächstes Jahr, 2026, wird sie auf der Biennale in Venedig den österreichischen Pavillon gestalten. Und so weiter. Tänzerin, Choreografin, Schauspielerin, Theatermacherin, Regisseurin, Künstlerin, Aktivistin …

HIER ein Trailer zu ORPHELIA‘s GOT TALENT. HIER ein Trailer zu SANCTA. HIER der Link zur Stücke Seite von A YEAR WTHOUT SUMMER. Und HIER ein Gespräch mit ihr im ORF. HIER der Trailer zum Film „Mond“.

Ich will mir kein vorschnelles Bild über Florentina Holzingers Bühnenaktionen machen. Was sie macht, ist ja offenbar irgendwie Zeitgeschehen. Da muss doch etwas sein! Was passiert da? Ist es Feminismus, ist es Aktionismus, Provokation, etwas anderes, mit dem man konfrontiert wird? Die Leute rennen hin. Ich selber habe noch nichts gesehen von ihr! Daher hat mich zB das Interview des Missy Magazine interessiert. Der Bericht über das Treffen mit ihr ist aber leider nicht die Wiedergabe eines Interviews, es ist ein Artikel über Florentina Holzinger, ein Versuch der Interpretation ihrer Arbeit nach einem nicht wiedergegebenen Gespräch. Ich denke mir jedenfalls, die Nacktheit der (jede für sich selbständig entscheidenden) Frauen auf der Bühne, ihre Aktionen, haben hier eine andere Funktion, als „sich selbstbewusst zu zeigen“. Die Nacktheit, die sie einsetzt, holt den weiblichen Körper aus dieser (immer männlich gedachten) Ecke des „schönen Körpers“ heraus, oder so etwa …

HIER ist der Link zum Missy Magazine, das es ja seit 17 Jahren gibt.

Man schreibt dort in „Über Missy“:

Missy ist das Magazin für Pop, Politik und Feminismus. 2008 von Stefanie Lohaus, Chris Köver, Sonja Eismann und Margarita Tsomou gegründet, steht das Missy Magazine heute mit sechs Ausgaben im Jahr für unabhängigen, feministischen Journalismus.

Wir schreiben über trans Familien, Sexarbeit, Rechtsruck, Coding, Fat Acceptance, Vereinbarkeit, Anal Plugs, Care-Arbeit, Rap, Katzen, Menstruation in Horrorfilmen, Asyl und Alltag, Achselhaare und neue Serienhighlights. Wir interviewen und porträtieren Künstler*innen und Aktivist*innen. Futtern und Fashion sind für uns ebenso Themen wie queere Pornografie oder Organisationen, die sich weltweit für sichere Abtreibungen einsetzen.

All das passiert mit einer Attitüde, die beständig den Status quo mit einem Grinsen infrage stellt. Weil wir immer noch nicht in einer gleichberechtigten Gesellschaft leben. Weil es noch viel zu diskutieren und zu verbessern gibt.

Feminismus ist für uns kein Trend, sondern unsere Haltung. Intersektional und inklusiv. Missy schreibt gegen Sexismus, Rassismus, Klassismus, Homofeindlichkeit Transfeindlichkeit, Ableismus und Antisemitismus. Das Missy Magazine fokussiert heute konsequent die Perspektiven von FLINT und BIPoC. Popkulturell, politisch, manchmal mit Humor, manchmal ohne.

Es bleibt spannend!

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BALLETT: Angelin Preljocai – Le Parc

Laurent Hilaire wiederum ist ja seit Mai 2022 Direktor des Bayerischen Staatsballetts, er kommt also damit auf das von ihm schon 1994 in Paris in einer der beiden Hauptrollen getanzte Stück zurück.

Ja, es gibt zwei Hauptrollen: ER und SIE (Julian MacKay und Zhanna Gubanova), das namenlose Paar, das im Laufe des Stückes langsam zusammenfindet. Es geht im Ballett „Le Parc“ um das langsame Entstehen von Liebe, um die Komplexität des Kennenlernens, die Annäherung, um die Komplexität einer Beziehung. Liebe ist ja kein Schalter „Ein/Aus“. Ein Paar kommt sich über die drei Akte des Balletts langsam näher und findet schließlich im letzten Pas de deux, das als „fliegender Kuss“ bekannt geworden ist, zusammen. Sie tanzen es großartig.

Im Programmheft heißt es allerdings nicht „Annäherung“, sondern „Verführung“. Das wiederum klingt etwas veraltet, man denkt ja sofort an die Verführung der Frau. Das mag allerdings daran liegen, dass „Le Parc“ von französischer Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts inspiriert ist. Es ging um beides: Verführung und Liebe.

Von Abweisung über Verstecken, Reise nach Jerusalem, Blicke, Nähe, Widerstand, Reiz, Berührungen … man kann viel entdecken.

Allerdings sieht man das Thema der „Annäherung“ oder „Verführung“ hier nicht aus heutiger Sicht. Man sieht – begleitet vor allem von Mozarts Musik – die höfische Welt des Mittelalters. Das ist fast schade, dasselbe Stück könnte ich mir genauso gut in absolut moderner Umgebung vorstellen. Was wäre anders? Mozarts Klänge und das dominierend Höfische stören da fast ein wenig. Das Thema „Beziehung“ und „Annäherung“ ist ja im Grunde zeitlos, auch wenn sich allein durch die neuen Medien doch Einiges geändert hat. Aber vielleicht hat sich auch garnicht so viel geändert. Andererseits gibt es durchaus durch das Bühnenbild und den Tanz Hinwendungen zum modernen Leben. Denn: Das Höfische ist nicht auf der Bühne zu erkennen, sondern in der Kostümierung. Die Bühne bleibt erfrischend neutral.

Die wunderbare Kostümierung der Tänzer und Tänzerinnen, farblich tolle und teilweise phantastisch opulente Kleider der Tänzerinnen vor allem, mögen dazu beitragen, dass es sich bei „Le Parc“ – keineswegs negativ – eher um ein eher „langsames“ Ballett handelt. Denn Bewegungen, Berührungen, Ausdrücke, Begegnungen … all das ist hier wichtiger als Schnelligkeit, Akrobatik und höchste Tanzkunst – die natürlich auch mitschwingt, aber in der Kostümierung nicht immer in ihrer Präzision zu erkennen ist. Etwa weil die Tänzer und Tänzerinnen teilweise höfische Fracks tragen, die ja mitschwingen. Diese Kleidung führt eben manchmal geradezu dazu, dass man die natürlich gegebene rein körperliche Präzision und hohe Meisterschaft des Tanzes garnicht deutlich erkennen kann. Es geht in „Le Parc“ in der Tat mehr um den erzählerischen Verlauf des Stückes, um die „Verführung“ oder „Annäherung“ eben, der man in den drei Teilen gut folgen kann.

Wunderbar wie immer finde ich es ja, ganz banal gesagt, wie alles allein durch Bewegung, durch die Personen auf einer großen Fläche, der Bühne, ohne Worte, ausgedrückt werden kann.

Interessant war auch, dass das Publikum altersmäßig auffallend gemischt war – mein Eindruck. Von ganz jung bis ganz alt, alles war dabei.

Hier noch zwei Fotos von „Le Parc“:

HIER der Link zur Stückeseite auf der Website des Bayerischen Staatsballetts

Copyright der Beitragsbilder: Nicholas Mackay

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SONSTIGES: Michel Friedman – Gespräche

Ich habe nun erst zum ersten Mal einem der Gesprächsabende von Michel Friedman an den Münchner Kammerspielen beigewohnt! Es war das Gespräch mit dem Makrosoziologen Heinz Bude, der von 2000 bis 2023 eine Professur für Makrosoziologie an der Universität Kassel innehatte.

Michel Friedman ist ja äußerst gesprächsfreudig, kritisch, scharfsinnig, sehr klug und thematisch immer im Dienste der Allgemeinheit. Er fordert seine Gesprächspartner! Ganz grundsätzlich gilt ja: Wir müssen reden! Wir müssen Gesprächskultur üben! Wir müssen uns mehr denn je auseinandersetzen mit den Themen! Nicht nur rein politisch, auch philosophisch. Dazu trägt Michel Friedman extrem bei, nicht nur derzeit an den Münchner Kammerspielen, er hatte auch eine Gesprächsreihe am Berliner Ensemble, auch an der Frankfurter Oper, er hat Runden immer wieder an anderen Orten und und und.

Ich möchte hier nicht den Inhalt des Gespräches mit Heinz Bude wiedergeben. Es war sehr vielfältig, kontrovers, lässt sich nicht kurz zusammenfassen. Es ging philosophisch zu, anfangs fast schon zu philosophisch, bis hin zu Camus, es wurde politisch und es wurde auch rein menschlich/persönlich. Wobei die große Prämisse von Michel Friedman immer ist: Nicht persönliche Eindrücke mit der sachlichen Argumentation vermischen! Nur sachlich diskutieren, das ist für Michel Friedman Diskussion! Natürlich, er pflegt die langen Sätze, die nicht immer ganz leicht zu verstehen sind, aber es wird diskutiert am Thema.

Ich kann es jedenfalls empfehlen, sich die Gespräche des intelligenten Michel Friedman an den Münchner Kammerspielen (oder wo auch immer) anzuhören. An den Münchner Kammerspielen wird er in dieser Spielzeit in den nächsten Monaten weiterhin jeweils ein Gespräch führen. HIER der Link zu den Terminen.

Meine Überlegung: Schön wäre es, wenn man diese Gespräche auch online nachhören könnte. Auf der Website von Michel Friedman (HIER) konnte man seine Gespräche am Berliner Ensemble hören (mir gelingt es allerdings nicht mehr, die Gespräche aufzurufen), als Anregung.

Und es wäre schön, wenn man nicht nur das „gepflegte Publikum“ erreichen könnte, wo ist die Jugend, die es erleben muss, wie diskutiert werden kann, wo sind die Mitbürger, die täglich Probleme haben? Aber gut, man kann nicht alles haben!

Es verbleibt jedenfalls hoher Respekt für Michel Friedman!

Die nächsten Gespräche an den Münchner Kammerspielen:

Mit Natalie Amiri über das Thema „Macht“ 29.04.2025 , 20.00 Uhr

Mit Alena Buyx über das Thema „Vertrauen“ 21.05.2025 , 20.00 Uhr

Mit Ronen Steinke über das Thema „Gerechtigkeit“ 06.06.2025 , 20.00 Uhr

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BALLETT: Nederlands Dans Theater online

Es sind „Wiederaufnahmen“. WANN? Am 07. März ist von 00:01 Uhr bis 23:59 Uhr CET I wonder where the dreams I don’t remember go (2020) von Yoann Bourgeois zu sehen. Am 08. März sind von 00:01 Uhr bis 23:59 Uhr CET Bedroom Folk (2015) von Sharon Eyal und Gai Behar und The Big Crying (2021) zu sehen.

Zum dritten Mal hintereinander hat das NDT den Preis für das beste Online Event des „Tanz Magazine“ erhalten: “Top contemporary choreography continues to come from The Hague – in the best streaming quality. Captured by six cameras, the finest dance art is broadcast to an international audience.”

Die Tickets für das Streaming können HIER erworben werden.

Ein Foto (Screenshot) von I wonder where the dreams I don’t remember go:

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Ein Foto (Screenshot) von „Bedroom Folk“:

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Und hier ein Foto von The Big Crying:

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HIER gehts zur Website des NDT. HIER der direkte Link zu NDT online.

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TV: arte – Die Ermittlung

HIER der Link zum Film in der ARTE-Mediathek.

Und hier ein Trailer:

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KUNST: Jonathan Meese – Die Diktatur der Kunst

HIER DER LINK:

Ihn „skurril“ zu nennen, ist eine fiese Beschreibung, klingt sie ja geradezu nach „verrückt“. Er mag fern der Realität sein, wie Pippi Langstrumpf. Ja, er ist ein Phantast, aber ein wunderbarer Phantast! Er ist extrem klar und ehrlich, hundertmal direkter und offener gegenüber dem puren Leben, als jeder, der meint, offen zu sein.

Der Podcast zeigt sein im Grunde tief richtiges Denken – auch wenn es so unrealistisch, so phantastisch ist! Er lebt ganz reel, lebt ein – scheint mir – ganz normales, einfaches Leben, aber er lebt mit einer irre freien, einer vollkommen ideologiefreien Einstellung, er ist Kind geblieben, sagt er von sich selber. Er verkauft nichts, auch nicht sich selbst, vor allem verkauft er keine Ideologie.

Mit viel schwächeren Worten, als den erfrischend schnellen, erfrischend frechen und erfrischend positiv idealistischen Worten von Jonathan Meese, könnte ich nur sagen: Den Podcast hören, dann weiß man, worum es geht: Es geht immer nur um einen selbst, da hat man genug aufzuräumen! Es geht nicht darum, sich von irgendetwas oder irgendjemandem abhängig zu machen, nicht darum, andere von einem abhängig zu machen oder Angst zu erzeugen, es geht nicht darum, andere überzeugen zu wollen. Zu Trump und Höcke würde er sagen: „Mensch Junge, geh doch einfach mal spazieren!“ Politik, Religion, Parteien, Institutionen, Abschottung, Macht, Ideologien … in all dem geht es immer darum, Angst zu erzeugen! Nur der Kunst geht es nicht darum, Angst zu erzeugen. Nur die Kunst ist echt! Nur die Kunst denkt nicht an Ideologien! (Kulturpolitik und Kultur als zeitgebundenes Konstrukt dagegen ist wieder Ideologie.) Deshalb sind auch Tiere Kunst! Deshalb ist auch die Natur Kunst! Ein Berg, denkt nicht an Ideologien! Also ist er Kunst! Meese sieht das „Gesamtkunstwerk“ jedes Einzelnen … schwer genug, es hin zu bekommen, er sieht das Gesamtkunstwerk „Deutschland“, das Gesamtkunstwerk „Welt“, das ist seine Vision! Die Diktatur der Kunst!

Wir müssen uns nur trauen, der Kunst zu folgen, nicht den Ideologien, die hinter jeder Ecke lauern. Und Ideologien sind Vergangenheit, Kunst ist Zukunft … Kunst ist Überraschung, etwas bisher Ungesehenes, ist nicht der Blick in den Spiegel, denn das ist der Blick in die Vergangenheit.

Oder: „Es ist momentan alles nur noch eine Party auf dem Vulkan. Kunst ist (aber) keine Unterhaltung, sondern eine Angriffswaffe. Eine Angriffswaffe, um uns freizuschaufeln, um eine Zukunft zu haben …“. Tolle Sätze.

Sehr entscheidend für diesen so erfrischenden Wortschwall von Jonathan Meese ist Matze Hielscher als Interviewer in seinem Podcast Hotel Matze. Seine Fragen gehen immer wieder in die Überzeugungen von Jonathan Meese hinein. Sehr gut.

Mir schrieb mein Sohn, der mir den Podcast nahebrachte: „… er bricht auf erfrischende Art und Weise unser Verständnis von der Welt und den Dingen auf und setzt sie irgendwie auf abstrakte Art und Weise neu zusammen. Und das ist ein schöner Reality Check. Eine Einladung sich und alles mal nicht so ernst zu nehmen.

Der Podcast ist auch auf YouTube zu hören. HIER der Link. Und HIER der Link zur Website von Jonathan Meese.

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MUSIK + FILM + THEATER: Leonard Cohen

Wieder einmal ein besonderer Mensch. Ich möchte auf Einiges dazu hinweisen:

  • Derzeit ist in der ARD-Mediathek die sehenswerte Serie „So long, Marianne“ zu sehen. HIER der Link. Sehenswert, weil fast tragisch dargestellt wird, wie Leonhard Cohen durch seinen irren Drang, erfolgreich zu werden, von seiner großen Liebe Marianne Ihlen weggespült wurde. Er verließ den Traum des großen Glücks, den er mit Marianne auf Hydra lebte, und ging nach Montreal und New York. Machte ihn der Erfolg glücklich?
  • Und derzeit ist in der arte-Mediathek Leonard Cohen „Live in London“ zu sehen. HIER der Link.
  • Und derzeit ist in der arte-Mediathek die Dokumentation „Halleluja – Leonard Cohen, ein Leben, ein Lied“ zu sehen. Ein Film über Leonard Cohen und seine Hymne „Hallelujah“. Auch HIER der Link dazu.
  • Und derzeit ist in der arte-Mediathek in der Reihe Stadt-Land-Kunst der Beitrag „Leonard Cohens Hydra“ zu sehen. HIER der Link dazu. Leonard lebte hier sieben Jahre lang, als er sich fast nur schriftstellerisch bemühte.
  • In Kürze (im November) zeigt das Metropoltheater in München/Freimann noch einmal mehrfach den Abend „A Thousand Kisses Deep, eine Verneigung vor Leonard Cohen“, ich bin dabei. HIER auch dazu der Link.
  • Zur sehenswerten Serie „So long, Marianne“ in der ARD-Mediathek (siehe oben) kommen hier noch verschiedene Versionen des Songs „So long, Marianne“:

Eine relativ frühe Version des Songs – 1979 war Leonard Cohen 45 Jahre alt:

Eine ältere Version des Songs. Wie muss sich da ein Mann wie Leonard Cohen fühlen, wenn er im hohen Alter diesen Song über seine vielleicht größte Liebe des Lebens singt?

Und hier eine etwas besondere Version, gesungen 1993 in Oslo, Marianne war ja Norwegerin:

Als Leonard Cohen im Sommer 2016 von der unheilbaren Erkrankung seiner einstigen Muse erfuhr, schrieb er einen Abschiedsbrief, der ihr nur wenige Tage vor ihrem Tod vorgelesen wurde und der den eigenen körperlichen Verfall und kommenden Tod thematisiert. Der britische Filmemacher Nick Broomfield ging der Liebesgeschichte zwischen Leonard Cohen und Marianne Ihlen 2019 in dem Dokumentarfilm Marianne & Leonard: Words of Love nach.

Ich sage: Das dritte Video ansehen! Hier dazu noch ein Foto von Leonard Cohen und Marianne Ihlen:

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FILM: RP Kahl – Die Ermittlung

Es geht um Auschwitz. Basis sind vor allem die Protokolle des ersten Frankfurter Auschwitzprozesses von 1963 bis 1965 (es gab ja mehrere Auschwitzprozesse) sowie das damals daraus entstandene und überall (weltweit) gespielte Theaterstück „Die Ermittlung“, ein „Oratorium in 11 Gesängen“ des Dramatikers Peter Weiss.

So deutlich und so notwendig absolut hat man es (da es eben nicht in eine Filmstory verpackt wird, wie etwa zuletzt bei „The Zone of Interest“) wohl seit dem Oratorium von Peter Weiß nicht mehr gesehen beziehungsweise gehört.Wir dürfen uns dem nie entziehen! Man hört durch detaillierte Schilderungen: Bei den damals in Auschwitz tätigen Nazis war das Menschsein weg, es war verschwunden! Wie ging das? Sie waren nicht mehr Menschen. Und auch die Inhaftierten und dorthin Deportierten haben ihr Menschsein im Moment des Betreten des Lagers verloren! Auch sie waren nicht mehr Menschen! Sie wurden nicht mehr wie Menschen behandelt! Wie ging das? Man spürt es. Und wir müssen gerade in aktuellen Zeiten aufpassen, nicht wieder ähnliche Wege einzuschlagen! Wehret den Anfängen!

Man liest in Kritiken, der Film sei „bisher der beste Film des Jahres“. Unverständlicherweise läuft er in München zunächst nur noch am Montag, den 29. Juli., und am Donnerstag, den 01. August. Am Sonntag den 04. August ist „Publikumsgespräch“ im Programm. Ich gehe davon aus, dass der Film auch davor gezeigt wird. Im Monopolkino. Andere Aufführungen sind mir noch nicht bekannt.

HIER der Link zu einem Video (unbedingt ansehen!) mit Ausschnitten des Films und ein paar sehr guten Aussagen des Schauspielers Clemens Schick (der Staatsanwalt) und der Schauspielerin Christiane Paul (eine Zeugin) zum Film.

Man kann über diesen völlig nüchtern gehaltenen Prozessfilm so viel schreiben, stellt sich tagelang Fragen:

  • Wie konnte so etwas Unmenschliches wie in Auschwitz in den Menschen geschehen? Wie konnte sich dieses System komplett bei allen Beteiligten über jedes geringste Maß an Menschlichkeit hinwegsetzen?
  • Warum hat man danach nicht gesagt: Wir müssen Deutschland ausrotten! Haben es denn nicht doch viel mehr Menschen gewusst/geahnt, als wir meinen?
  • Warum durfte Deutschland jemals wieder eine Kriegswaffe in die Hand nehmen? Wie konnte Deutschland Mitglied der NATO werden?
  • Wie konnten all die Menschen, die das miterlebt haben, danach überhaupt weiterleben?
  • Wie konnten vor allem sogar so viele der übelsten Nazitäter nach dem Krieg in Deutschland berufliche Stellungen in gehobenen Positionen (auch Beamtenstellungen) einnehmen? Wie haben sie so weiterleben können?
  • Können und müssen wir den Film sehen? In welchem Alter?
  • Warum und wie kann und muss die Erinnerung an Auschwitz erhalten werden – jetzt, wo kaum mehr Zeitgenossen am Leben sind?
  • Hat das etwas mit der Gegenwart zu tun?

Ich möchte all diese Fragen nicht beantworten, nicht meine Meinung hier hervorheben. Jeder mag es für sich beantworten, der Film deutet vieles wortlos an, die Fragen drängen sich auf. Zum Film kann ich nur sagen: Viele Kleinigkeiten sind großartig gemacht:

  • Schon die Tatsache, dass fast ausschließlich weitgehend unbekannte Schauspieler eingesetzt sind, trägt stark zur absoluten Nüchternheit, Glaubhaftigkeit und zur Betonung allein des Gesagten bei.
  • Allein der Richter ist ein vielfach bekannter Schauspieler: Rainer Bock (relativ kurz zeigt sich auch Peter Lohmeyer). Er, der Richter, ist die einzige Person, die durch ihre Bekanntheit eine vielleicht auch gewollte Verbindung zur heutigen Zeit bringt, etwas zeitloser wirkt als die anderen Beteiligten, die allesamt in der Kleidung der 60er-Jahre erscheinen! Er, der Richter, bringt damit versteckt den Aspekt hinein: Ich sehe alles auch mit heutigen Augen.
  • Der Staatsanwalt, Schauspieler Clemens Schick, ist dagegen die einzige Person, der man versteckt Emotionen und tiefe Fassungslosigkeit ansieht. Auch das ist sehr gut, zurückhaltend, eingesetzt!
  • Die Nüchternheit des Gerichtssaales ist kaum zu überbieten.Acht Kameras verfolgen das Geschehen. Nur ab und an spielen kleine Lichteffekte hinein, die fast wie ein Wink der Wirklichkeit auf den Film einwirken. Gerade gegen Ende des Films nimmt das ein wenig zu.
  • Der gesprochene Text wiederum ist, wie gesagt, kaum auszuhalten!

Der Film wurde von Alexander van Dülmen produziert. Für die Bildgestaltung zeichnete Guido Frenzel verantwortlich, Bühnenbild Nina Peller, Kostüme Tina Kloempken. Friede Springer ist Co-Produzentin des Films.

Ansehen!

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Musik: TUNE – DJ Nigga Fox, Márcio Matos, NWAKKE

Ein kurzer Hinweis: In der Westgalerie des Hauses der Kunst geht es an diesem Wochenende (Samstag Abend) weiter mit der Reihe TUNE. Diesmal mit tiefem rhythmischen Sound, der wie eine Massage in den Körper geht. Wenn ich noch einmal jung wäre, würde ich sagen: Ich habe wieder einen tollen Abend im P1 erlebt! Besser noch! In dieser so weiten und hohen Halle – in dieser Lautstärke – in dieser Clubatmosphäre – mit diesen Bässen – in dieser Art, wie der Bassrhythmus den Körper erzittern ließ.

Es gibt übrigens im Haus der Kunst derzeit eine Ausstellung „Glamour und Geschichte – 40 Jahre, P1“! HIER der Link. Dort heißt es so schön: Wenn im P1 ein junger Mann auf der Tanzfläche ausflippte und man dachte: Der sieht aus wie Mick Jagger. Dann war es Mick Jagger.

Gestern:

Es heißt: „TUNE ist eine Serie kurzer Soundresidencies am Haus der Kunst, angesiedelt zwischen den Feldern Sound, Musik und visueller Kunst. Die eingeladenen Künstler*innen arbeiten genre-, epochen- und stilübergreifend und schaffen klangliche Beiträge, die im Dialog mit dem aktuellen Programm des Haus der Kunst stehen.“ (Website des Hauses der Kunst, HIER).

Hingehen und für eine Stunde wieder etwas sehr Cooles erleben.

Nach der Sommerpause wird es weitergehen:

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Ballett: Duato/Skeels/Eyal

Die großen Häuser des klassischen Balletts geben dem modernen Ballett schon lange seinen Raum, zumal man hierzu sagenhafte Inszenierungen sehen kann. So gibt es zurzeit wieder am Bayerischen Staatsballett einen Abend modernen Balletts.

Ich hatte kürzlich über das wahrlich faszinierende Gastspiel von Peeping Tom am Bayerischen Staatsballett geschrieben. Es war tänzerisch und besonders von der Gesamtchoreografie her ein ganz erstaunliches Gesamtkunstwerk. HIER der Link. Jetzt hatte ich Gelegenheit, auch Duato/Skeels/Eyal am Bayerischen Staatsballett zu sehen. Ende Juni und im November wird es wieder gezeigt. HIER der Link zur Seite der Produktion „Duato/Skeels/Eyal“ auf der Website des Bayerischen Staatsballetts mit interessanten Trailern und Videos.

Hier ein Trailer:

Wieder einmal spürt man die Vielfalt und gleichzeitig Hochklassigkeit des modernen Balletts. Mehr Vielfalt wohl als beim klassischen Ballett (ich bin kein Spezialist für klassisches Ballett), das doch deutlicher an bestimmte Varianten/Methoden des Tanzes gebunden zu sein scheint. Man wird an diesem Abend in drei Welten hineingezogen. Vor der Vielfalt der Möglichkeiten, mit denen nicht Sprache, sondern Körper, Bewegung und Choreografie es schaffen, verschiedenste Ausdrücke zu erzeugen und Geschichten zu erzählen, gepaart mit absolut hochgradiger Ballettkunst, kann man wieder einmal nur den Hut ziehen. Das ist es, was mir am modernen Ballett gefällt. So war auch mein Eindruck am Abend Duato/Skeels/Eyal. Es sind, wie gesagt, drei Teile, Teil zwei und Teil drei besonders waren großartig!

Teil eins des Abends (White Darkness von Nacho Duato) war noch am ehesten geprägt von einer gewissen Bindung an das klassische Ballett durch seine doch recht stark Mann-Frau-zentrierte Darstellung. Fast etwas plakativ ging es Nacho Duato um den Drogentod einer seiner Schwestern. Man hatte den Eindruck, die Tänzer waren sehr stark in der Rolle, die Tänzerinnen zu führen. Diese eher klassische Herangehensweise ist bei Duato gut nachvollziehbar, er pendelte in seinem Leben teils zwischen klassischem Ballett und modernem Ballett. Seine erste Choreografie hatte er am NDT!

Etwas einseitig wirkte White Darkness daher fast im Vergleich zu den anderen beiden Teilen, die auch jünger sind. White Darkness ist eine Choreografie aus dem Jahre 2001, während Chasm von Andrew Skeels seine Uraufführung am Bay. Nationaltheater im April 2024 und Autodance von Sharon Eyal seine Uraufführung in 2018 hatten. Die Einseitigkeit scheint der Hintergrundgeschichte der Choreografie geschuldet, dem Tod einer der Schwestern von Nacho Duato. Weißer Sand rieselt mehrfach auf die Bühne, im Schlussbild „vergeht“ eine Tänzerin im rieselnden weißen Schnee – der Droge! Starke Bilder, Duato ist ein Fan der Lichteffekte. Teil zwei und Teil drei des Abends sind dagegen ganz besonders sehenswert. Die Pausen zu Teil zwei und drei lohnen sich.

Ein Foto zu Teil 1:

Copyright: Nicholas MacKay

In Teil zwei (Chasm von Andrew Skeels) ist ein Science Fiction Szenario. Der Zuschauer wird durch eine beeindruckende Choreografie in absolut ferne Zukunft geführt. Der Mensch lebt nach totaler Zerstörung der Erde in einer anderen Welt, hat sich auf eine andere Lebensform zurückziehen müssen, lebt in Höhlen, ist mittlerweile körperlich angepasst. Er muss und will wegen weiterer Änderungen der Lebensgrundlagen die Höhle verlassen und findet – über „Rituale“ – den Ausgang durch einen Riss. Das letzte Stückchen Hoffnung. Es wird eine insgesamt bedrückende Atmosphäre geschaffen durch Tanz, Bewegung und Choreografie. Eine Atmosphäre, die fremd ist und Bestürzung hinterlässt.

Ein Foto zu Teil 2:

Copyright: W. Hösl

Zu Teil drei (Autodance von Sharon Eyal) wird dem Zuschauer empfohlen, wegen der lauten Musik Ohrstöpsel zu verwenden. Gerade ohne Ohrstöpsel war es absolut beeindruckend! Clubkultur vermischt sich mit phantastischem Ballett. Man fühlte sich bei den harten Rhythmen der „Musik“ einerseits ins Münchner P 1 versetzt (Musik: Ori Lichtik), sehr modern, zeitlos. Die israelische Choreografin Sharon Eyal ist bekannt für rave-artige, extatische Gruppenstücke. Großartige oft schrittartige Bewegungen der Tänzer und Tänzerinnen zeigen Kontrolle und Extase zugleich, der Zuschauer wird der Möglichkeit einer genauen Interpretation und Orientierung dessen, was er sieht, entzogen. Auch hier entsteht eine fantastische Atmosphäre durch die tosende Musik (eher ein rhythmisches lautes Stakkato) einerseits und die körperlich so brillanten Bewegungen, die teils fast in Widerspruch stehen zum heftigen Club-Rhythmus, ruhiger, nicht ausgelassen und wirr sind Allein die Gangbewegungen, von denen alles ausgeht, zunächst einzeln, dann mehr und mehr in der Gruppe. Man merkte, dass es tänzerisch schlicht hochklassig war!

Ein Foto zu Teil 3:

Copyright: Nicholas MacKay

Copyright des Beitragsbildes: Nicholas MacKay

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FILM: Anja Salomonowitz – Mit einem Tiger schlafen

Birgit Minichmayr: Sie ist neben ihren Filmarbeiten seit der Spielzeit 2019/20 (wieder) festes Ensemblemitglied am Wiener Burgtheater. Derzeit spielt sie am Burgtheater in den Inszenierungen „Maria Stuart“ (von Friedrich Schiller, Regie Martin Kušej) und „Heldenplatz“ (von Thomas Bernhard, Regie Frank Castorp). Von 2011 bis 2016 war sie ja Mitglied des Ensembles des Münchner Residenztheaters. Intendant des Residenztheaters war damals übrigens Martin Kušej, der heute wiederum Intendant des Wiener Burgtheater ist! Überhaupt: Birgit Minichmayer ist … Österreicherin, Maria Lassnig war … Österreicherin, Josef Hader ist … Österreicher, Martin Kušej ist … Österreicher …, auch Anja Salomonowitz ist … Österreicherin.

Nun, der Film „Mit einem Tiger schlafen“ ist im Grunde eine Einzelleistung von Birgit Minichmayr. Denn der Film zeigt Maria Lassnig (Birgit Minichmayer) vor allem so, wie sie offenbar gelebt hat: Allein! Man folgt dementsprechend teils extrem langsamen – schönen – keinesfalls „knalligen“ Bildeinstellungen. Maria Lassnig – in all ihren Lebensphasen eben gespielt von Birgit Minichmayr – hat offenbar nur wenige Menschen um sich herum gehabt. Sie lebte allein und zurückgezogen, sieht man zumindest im Film, lebte einfach, lebte distanziert gegenüber dem Kunstbetrieb. Sie lebte anscheinend FÜR ihre oder geradezu WEGEN ihrer Kunst! Ihr Leben war fast wie ein Gesamtexperiment zur Frage: Was kommt heraus, wenn ich mich in meinem Leben nur darum kümmere, wie ich meine Gefühle in Bildern ausdrücken kann. Könnte man bei diesem Film meinen.

Andererseits: Sie hat vielleicht doch irgendwie auch Wert drauf gelegt, Erfolg zu haben, lebte ein paar Jahre in Amerika! Sie lernte auch bekannte Persönlichkeiten der Kunstszene kennen, etwa Valie Export. Insoweit zeigt der Film sicherlich nur einen Ausschnitt aus ihrem Leben, eine Seite ihres Lebens. Der Film erhebt keinerlei Anspruch auf eine vollständige Abbildung ihres Lebens. Es ist nicht eine Biografie, es ist ein Ausschnitt, ein BioPic. Nach ihren Jahren in New York kehrte sie wieder nach Österreich zurück. Dort wurde sie zur teuersten österreichischen Künstlerin! Sie lebte auch einige Jahre mit Arnulf Rainer zusammen – dessen Kunst ich zum Teil sehr schätze!

Die oben genannte Frage aber (Was kommt heraus, wenn ich mich in meinem Leben allein darum kümmere, wie ich meine Gefühle in Bildern ausdrücke?) hat sie und vor allem ihre Kunst geprägt. Diese Frage wird sich kaum jemand so stellen, wie Marie Lassnig sie sich gestellt hatte. Bei Maria Lassnig war es wohl geradezu ein innerer Drang! Stundenlang saß oder lag sie da, um „sich zu spüren“, mehr nicht. Sie hatte schon als Kind gemerkt, dass sie von der Kunst und der Farbgebung von allem um sie herum angezogen war.

Sie war auch einfach talentiert, wie schon ihre Mutter früh feststellte. Maria Lassnig hat bei alledem sicherlich nicht „entschieden“, irgendwie „Kunst zu machen“, erfolgreich zu werden. Sie hat auch ihren Wohlstand nie gelebt, im Gegenteil, ihr Leben blieb durch und durch spartanisch. Sie ist wohl eher einem inneren Drang gefolgt – so distanziert, wie sie (gemäß Film) allem gegenüber gelebt hat. Sie musste wohl so leben, wie sie lebte, hat man den Eindruck. Nur sich und ihre Kunst, ihre Gefühlswelt, hatte sie vor Augen! Ob Maria Lassnig der Film gefallen hätte, weiß man allerdings leider nicht.

Es ist ein interessanter und schöner Film! Interessant ist er, weil er Verständnis für das manchmal so einseitige Leben eines Künstlers/einerKünstlerin und der Einstellung zu seiner/ihrer Kunst verschafft. Schön ist er, weil er so zentriert und filmisch so ruhig und unaufgeregt ist.

Der Film wird vor allem auch im wunderbar altmodischen Theatinerkino im Münchner Zentrum (Theatinerstraße) gezeigt. Auch das lohnt sich.

Hier ein Trailer:

HIER der Link zur Website von Anja Salomonowitz.

Hier ein Gespräch mit Anja Salomonowitz über den Film mit einigen Filmausschnitten:


Copyright des Beitragsbildes: Standbild aus dem Trailer

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BALLETT: Peeping Tom – Triptych

Zunächst: Zu sagen, „Es war grandios“, würde der Sache nicht gerecht werden. Gut, es gab Jubel und Standing Ovations am Ende, die Äußerung klänge aber wie „Es war eine großartige Leistung“ und damit klänge es auch irgendwie herablassend. Als hätte man ja als „ZuschauerIn“ auch einmal das Recht oder den Anspruch auf eine so tolle Leistung, dort im großen edlen Zuschauerraum des Nationaltheaters sitzend. So ist es aber nicht! Es war so: Ich habe so etwas noch nicht gesehen und möchte das so Besondere an diesem Abend anerkennen, respektieren, bewundern. Ich müsste daher eher sagen: „Danke, es war wahrlich ein Gesamtkunstwerk!“. Jede Person, die Bühne, das Licht, die Szenen, die Bewegungen …

Was ist Traum – was ist Wirklichkeit? Was ist bewusst – was ist unbewusst? Das waren die Fragen, die sich am Abend ständig stellten. Es war nicht Ballett wie man es kennt, klassisches Ballett schon garnicht! Es war eine permanente Mischung aus „wortlosem“ Theater und unglaublichem Ballett/Akrobatik. In unglaublichen, ständig teils realen, wirklichen und sofort wieder unwirklichen Szenen. Es war inhaltlich eine tiefe Mischung aus Traum und Wirklichkeit. Diese Mischung auf diesen beiden Ebenen war irritierend, andererseits sprengte sie Grenzen! Und das Sprengen von Grenzen ist immer klasse! Und wenn ich sagen würde „Es war grandios“, denke ich, würde ich mich ja gerade doch in den mir vertrauten Grenzen halten! Das geht hier nicht, das passt nicht. Es geht um etwas anderes.

Ballett und Akrobatik waren dabei ein wesentlicher Teil des Kunstwerkes! Neben allem anderen! Ständig Bewegungen wunderbarer Art, Akrobatik schönster, fast irritierender und oft erstaunlicher Art. Immer wieder gab es Momente der Inszenierung, die nur ein großes Staunen hinterließen. In allen drei Teilen ging es allerdings um sehr, sehr düstere Szenen! Dunkle Atmosphäre. Immer wieder wurden Türen geöffnet, über die man dann doch nicht den doch engen Raum (ein Schiff, ein Hotel) verlassen konnte. Der Tod spielte ständig mit. Als wäre das menschliche Unterbewusstsein immer vom Tod und düstersten Vorstellungen getrieben! Das musste man bei allem hinnehmen.

Es gab nach dem ersten Teil eine zehnminütige Lichtpause für den Umbau hin zum zweiten Teil des Abends. Während dieser Lichtpause blieb man im Zuschauerraum sitzen, die Bühne war nun in aller Tiefe zu sehen. Allein diese 10 Minuten waren wunderbar! Plötzlich war man wieder in voller Realität. Wobei: Auch dort herrschte ein wenig eine Mischung aus Realität und Traum: Einer der Mitwirkenden blieb während der Umbauarbeiten auf dem Platz sitzen, den er zuvor am Ende des ersten Teils eingenommen hatte. Und das Licht blieb düster. So vor der insgesamt riesigen, tiefen Bühne sitzend sah man in dieser Pause auch die anderen – großartigen – Mitwirkenden, dunkle Beleuchtung, ruhige Arbeiten, Gelassenheit – auch die Umbauaktionen waren irgendwie beeindruckend!

Wahrscheinlich könnte man es fünfmal ansehen, wenn man es inhaltlich gut verstehen wollte. So war es leider nur ein irres Einzelerlebnis! Erinnerung, Unbewusstes, Angst, Hoffnung, alles spielte rein. Manchmal muss man sich bedanken bei Menschen, die so etwas erstellen und darstellen können! Nur konsumieren ist da zu wenig.

HIER der Link zur Website von Peeping Tom. Triptych tourt weiter.

Hier ein Trailer:

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BALLETT: Sol León & Paul Lightfoot – Schmetterling

Mehr als 60 Uraufführungen hatten beide seit 1989 gemeinsam als Choreografenduo am NDT kreiert, immer stehend für zeitgenössisches, nicht klassisch geprägtes Ballett, wie das NDT insgesamt. Sol Leon

und Paul Lightfoot:


Zwei ihrer Produktionen sind Silent Screen und Schmetterling, die ab März vergangenen Jahres mehrfach am Bayerischen Staatsballett gemeinsam gezeigt wurden. Ich schreibe hier im Blog im Grunde immer über Dinge, die der Leser/die Leserin noch sehen kann. Für den Abend „Schmetterling“ (beide oben genannte Produktionen zusammen erscheinen unter diesem Titel) sehe ich leider in dieser Spielzeit keinen weiteren Termin! Aber ich höre, es wird in der kommenden Spielzeit (Januar und Februar 2025) weitere Termine des Abends „Schmetterling“ geben.

Und demnächst – vom 12. bis 20. April – ist ohnehin die Münchner Ballettfestwoche 2024, so kann mein Beitrag auch eine Anregung für eine der dortigen Produktionen geben. Ich etwa werde in der Münchner Ballettfestwoche die sehr expressive, gestalterisch sicher fast extreme Produktion „Triptych“ der belgische Compagnie Peeping Tom sehen, auch das war eine Produktion für das NDT. Erstmals ist die Companie Peeping Tom am Bayerischen Staatsballett.

HIER der Link zur Website der Münchner Ballettfestwoche 2024. Es heißt dort zur Produktion „Triptych“: „… unglaublichen Vielfalt an Ausdrucksformen und extrem präzisen Abläufen, die bis hin zur Akrobatik reichen.“

Silent Screen und Schmetterling sind durchaus ältere Produktionen, „Silent Screen“ hatte seine Uraufführung im April 2005, „Schmetterling“ hatte Uraufführung im November 2010. Ein kurzes Fazit: Sehr ausdrucksstarkes, erzählerisches, emotionales Tanztheater, wie so oft beim NDT auf dunkler Bühne, mit teils interessanten Videoeinspielungen im Hintergrund, die teils wiederum den emotionalen Charakter des Abends unterstützen und die „Erzählungen“ untermauern. Erzählerisch ist es allerdings geradezu anstrengend – meinte man doch, man müsse eine „Geschichte“, die „erzählt“ wurde, genau erkennen – was kaum möglich ist. Das erste Stück (Silent Screen) nahm Bezug auf Stummfilme – wie Ballett ohne Worte – das zweite (Schmetterling) bezog sich auf die wundersame Natur des Schmetterlings, auf seine Vergänglichkeit, Zartheit, Schönheit, und auf den Lauf des Lebens. Wie so oft beim NDT auch: Hochklassiges Tanztheater (hier durch Ensemblemitglieder des Bayerischen Staatsballetts), das musikalisch noch dazu durch zwei Größen der Ballettmusik und eben deren – ich möchte sagen – manchmal fast sphärische, rein klangliche Musik (oft Pianoklänge) geprägt wird: Philip Glass und Max Richter, die ja öfters Musik für Ballettproduktionen schreiben.

HIER ist übrigens der Link zur Seite der kommenden Produktion „Triptych“ der Gruppe Peeping Tom auf der Website des Bayerischen Staatsballetts. Auch das wird extrem erzählerisches Tanztheater, in drei Teilen. Siehe den Link.

Und am 24. und 25. April bietet wiederum das Nederlands Dans Theater (NDT) ein weiteres Onlinestreaming. HIER ist der Link zu diesem Streamingangebot auf der Website des NDT. Drei Produktionen kann man an diesen beiden Tagen im Streaming sehen, unter anderem – am zweiten Tag – die Produktion In The Dutch Mountains des auch hier in Deutschland ja sehr bekannten (wenn auch teils unrühmlich bekannten) Choreografen Marco Goecke.

Hier noch zwei Bilder der Produktion „Schmetterling“:

Copyrights: Titelbild © CARLOS QUEZADA, beide Bilder unten: © WILFRIED HÖSL,

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FROHE WEIHNACHTEN

Schöne Feiertage! Die Zeiten waren schon damals hart! Auch Maria und Josef mussten genau auf ihre Finanzen achten, da half ihnen ihre „besondere Situation“ wenig! Fantasie war gefragt!

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Der Titel QOOZ

Manchmal werde ich gefragt, wie man den Titel „qooz“ ausspricht und was er bedeutet. Es gibt in der Tat dazu kleine Überlegungen:

Die Aussprache des Titels ist englisch: qooz spricht sich wie „kuhs“ aus. Nicht etwa deshalb kam ich auf qooz, weil ich – in der Aussprache ähnlich beginnend – Kuhlmann heiße (obwohl auch das eine kleine Erklärung wäre). Nein, sondern

Folgendes: Die deutschen Fragewörter, sie beginnen mit dem Buchstaben „w“: Wer, was, wann, wo, wie oft, wie, wohin … . Es sind die Fragen, die hinter dem Blog stehen: Ich schreibe gerne über bestimmte Ereignisse (oder Bücher) und der Leser – die Leserin – kann sehen, wer was wann wo macht oder gemacht hat, wie es für mich war und so weiter … . Und auch kann er/sie dann überlegen, ob und wann er/sie sich ebenfalls etwas davon ansehen möchte. Ich schreibe prinzipiell über Dinge, die meine LeserInnen sich ebenfalls noch ansehen könnten. Ganz selten schreibe ich über etwas, was nicht mehr zu sehen ist. Zum Beispiel manchmal über die skurrilen Musik- oder besser: Soundveranstaltungen der Reihe TUNE im Haus der Kunst. Aber auch da: TUNE ist eine Reihe von Veranstaltungen, es kommen monatlich Folgeveranstaltungen.

So, und im Lateinischen beginnen die Fragewörter – nicht immer, aber sehr oft – mit dem Buchstaben „q“: Quis, quid, quando, quomodo, quo. Auch die Relativpronomen qui, quae, quod sehe ich dabei. Es sind hier also … lauter „q‘s“, … kuuhs – so sind wir beim Titel des Blogs qooz.

Warum die Verbindung zum Lateinischen? Ich bin Latein-affin, ich mag die alten Sprachen. Ich hatte am humanistischen Gymnasium Latein und Altgriechisch bis zum Abitur gelernt und es gelang mir gut. Heute gebe ich Nachhilfe in beiden Sprachen, in Latein und in Altgriechisch. Das ist meine persönliche Verbindung zu den lateinischen Fragewörtern mit „q“, die zum Titel des Blogs führten

Und zu dem Hintergrundfoto des laufenden Mann hinter dem Titel des Blogs: Es ist ein Ausschnitt aus einem wunderbaren Foto, das mein Sohn vor Jahren in Tel Aviv vom Hotelfenster aus gemacht hatte! Siehe oben das Beitragsbild. Das Foto zeigt einen Mann, der durch eine große Menge von Verkehrszeichen, Fußgängerüberwegen, Ampeln, Hindernissen und so weiter seinen Jogginglauf macht. Man sieht auf dem Bild fast keinen anderen Menschen. Nur ihn und das weite Chaos von Hinweisen etc. Für mich ist es der Mensch und sein Lauf durch die Welt.