Kategorien
Allgemein

OPER: Staatsoper Hannover – Echo 72. Israel in München

Es ist eine Auftragsarbeit der Staatsoper Hannover, eine Aufarbeitung. Ich habe es aber selber noch nicht ganz gesehen. Geschrieben wurde die Oper von Michael Wertmüller. Das Libretto ist von Roland Schimmelpfennig (den der Theaterfreund kennt), dem deutschen Schriftsteller und Dramaturg, einem der meistgespielten Gegenwartsdramatiker Deutschlands.

Auch auf dem bekannten Portal für Theaterkritiken http://www.nachtkritik.de wurde darüber geschrieben. HIER. Dort heißt es etwa: „Lydia Steier inszenierte eine überfordernde, erschütternde, großartige Uraufführung“.

Interessant auch die Musik: Das Schweizer Jazz-Trio „Steamboat Switzerland“ kommt auch zum Einsatz. UND: Die Oper ist auf der von der Europäischen Union mit dem Programm Creative Europe unterstützten Plattform OperaVision zu sehen. Wie lange, weiß ich nicht.

Hier die volle Aufzeichnung, auch über YouTube:


Hier noch ein Foto:

Copyright der Fotos: Sandra Then

Kategorien
Allgemein

LITERATUR: Ines Jenewein – Olympiapark München

Mehrfach war ich zuletzt mit dem Münchner Olympiapark beschäftigt. Die Feiern zu “50 Jahre Olympia 1972“ hatten mich ja angezogen. Über die Theaterperformance „Pienes Regenbogen“ hatte ich berichtet. Und ich hatte danach die Erlaubnis erhalten, einen Ausschnitt aus einem seltenen Film zur damaligen “Regenbogenaktion“ auf der Abschlussfeier der Olympischen Spiele, der teils gezeigt wurde, zu bringen.

HIER gehts zum Beitrag “Pienes Regenbogen“. Und HIER gehts zum Blogbeitrag mit dem Filmausschnitt über Pienes Regenbogen.

Und ich weiß: Ich bin ein Fan des Olympiageländes, des Zeltdaches besonders!

Also was liegt näher, als den Bildband “Olympiapark München – Architektur Landschaft Kunst“, der vor wenigen Wochen erschienen ist, anzusehen! Es ist ein Bildband mit über 300 Seiten, Format annähernd DIN A 4, 21 x 28 cm, herausgegeben beim Büro Wilhelm Verlag. HIER der link zur Buchseite auf der Website des Büro Wilhelm Verlages. Danke dem Büro Wilhelm Verlag, der mir den Bildband zur Verfügung stellte!

Die Architekturfotografin Ines Jenewein hat zwischen 2015 und 2022 mit rein architektonischem Blick alle Winkel des Olympiaparks und seiner Bauten angesehen und fotografiert, ein wenig mit älteren Fotos oder – ebenfalls nur an wenigen Stellen – mit Fotos anderer Fotografen kombiniert. Ein ungewohnt architektonischer Blick! Auf den ersten Blick kommt man mit dem Bildband kaum zurecht. Er transportiert nicht sofort Emotionen. Nüchtern und ohne irgendwelche Personen auf den Bildern werden alle möglichen Details der wunderbaren Anlage gezeigt. Bei näherer Beschäftigung mit den Aufnahmen aber kommt man jedem Bild sehr nahe! Man erkennt mehr und mehr auf fast jedem Bild die architektonische Besonderheit! Und es sind meines Erachtens wirklich alles Besonderheiten! Die Fotoaufnahmen werden, je öfter man sie ansieht, umso besser! Allein die Farbgebung! Die dezenten Farben, die Formen, die immer irgendwie “schlanke Klarheit“ der Bauten, nie protzig! So zieht es sich durch den Park und durch den Bildband – wobei auch gezeigt wird, wie sehr der Olympiapark immer wieder auch ein Wechselspiel mit Natureindrücken bietet.

Auffallend ist schließlich insgesamt, dass man letztlich nur sagen kann: Trotz all dieser verschiedenen Blicke und Details bildet die gesamte Anlage des Olympiaparks eine wunderbare Einheit! Eine Einheit durch die dezente Wiederholung all der architektonischen Eigenheiten, durch die oft nur knappe Farbgebung der Elemente, durch die Natur, durch den überall unaufdringlich bleibenden Charakter der Bauten.

Hier ein paar Eindrücke aus dem Bildband (die Bildqualität ist im Bildband besser als hier). Die Aufnahmen sind nicht repräsentativ, insgesamt sind sie in diesem sehr gelungenen Bildband viel vielfältiger!

Foto: Olympiapark München GmbH/Fabian Stoffers
Foto: Olympiapark München GmbH/Fabian Stoffers

Der Bildband schafft es, einen besonderen Gesamteindruck mit vielen vielen Einzelblicken auf die Architektur im Kleinen und im Großen sowie auf Landschaft und – nicht viele – Kunstgegenstände auf dem Gelände zu verschaffen! Die Schönheit und Besonderheit des Olympiageländes, das ja von der UN zum Weltkulturerbe ernannt wurde, steckt in jedem Detail.

Die Bildrechte der hier gebrachten Aufnahmen liegen, soweit nicht besonders aufgeführt, bei Ines Jenewein/Büro Wilhelm Verlag. Ich hoffe ich darf die geschützten Bilder im Rahmen dieser Berichterstattung als „Zitatfotos“ aus dem Bildband „Olympiapark München“ von Ines Jenewein bringen.

Kategorien
Sonstiges

SONSTIGES: Pienes Regenbogen – Olympiade 1972

Die Münchner Olympiade 1972 hat sich zum 50. Mal gejährt, 1972 -> 2022. Es gab eine Woche Feierlichkeiten auf dem Münchner Olympiagelände, diesem sagenhaften Gelände! Es gibt weiterhin eine sehenswerte Ausstellung zum Olympiagelände in der Pinakothek der Moderne! HIER der Link.

Die spektakulärste Kunstaktion der Olympischen Spiele 1972 sollte zur Abschlussfeier ein 440 Meter langer Ballonschlauch in Regenbogenfarben werden, der – beleuchtet – am dunklen Himmel über dem Olympiastadion schweben sollte. Zwei Tonnen hauchdünnes Polyethylen.

Ich war auf der Veranstaltung “Pienes Regenbogen“, die als Kooperation des Münchner Kulturreferats mit den Münchner Kammerspielen entstanden ist!

Otto Piene war der Künstler, der die damalige Aktion verantwortete. Otto Piene – man kennt ihn nicht oft, vermute ich. Ich kannte ihn nicht. Ich bin ihm nachgegangen, ein toller zeitgenössischer Künstler, finde ich, der übrigens am 17. Juli 2014, also in wenigen Tagen (Bericht geschrieben am 14. Juli 2022) vor acht Jahren, gestorben ist.

Hier ein Video zu einer anderen groß angelegten Ausstellung zu Otto Piene in Berlin aus dem Jahre 2014 („Otto Piene – More Sky“). Eine für den 18. Juli 2014 geplante Veranstaltung der Ausstellung an der Neuen Nationalgalerie wurde zu seinen Ehren durchgeführt – einen Tag nach seinem Tod. Auf dem Video ist – ziemlich am Anfang – eine seltene Aufnahme des Regenbogens (noch bei Tageslicht) zu sehen. Ich habe eine Anfrage gestellt, ob ich den schönen „Regenbogenfilm“ von 1972 hier veröffentlichen kann, der am Ende der jetzigen Feierveranstaltung gezeigt wurde. Mal sehen.

Die Olympischen Spiele von 1972 in München waren idealistisch schön durchdacht. Es ging nicht um Gigantismus. Der Regenbogen etwa sollte ein Gegenentwurf zum monströsen Lichtdom aus 36 Falkscheinwerfern sein, der die Schlussfeier der Spiele 1936 in Berlin illuminiert hatte. 60.000 Zuschauer wurden erwartet, 100 Millionen an den Fernsehgeräten. Statt des üblichen Abschlussfeuerwerkes sollte dieser Regenbogen die Idee der Freiheit, des alle Verbindenden und der Hoffnung vermitteln!

Dann das Attentat am 5. September 1972, fünf Tage vor dem Ende der Olympiade. Alle israelischen Geiseln, fünf palästinensische Terroristen und ein Polizist waren tot. In einer hastig zusammengerufenen Versammlung am Morgen danach (siehe das Beitragsbild oben) musste die Entscheidung fallen, ob die Regenbogenaktion trotz des ungeheuerlichen Endes der Geiselnahme durchgeführt werden sollte! Die Theaterperformance „Pienes Regenbogen“ rekonstruierte den Verlauf dieser Versammlung anhand der Aufzeichnungen von Otto Pienes Mitarbeiter Jürgen Claus. Die Namen der gestorbenen israelischen Geiseln wurden vorgelesen.

Die später offene Diskussion endete jetzt mit einer Abstimmung unter den anwesenden Zuschauern. Damals, 1972, wurde – glaube ich – zwischen den fünf beteiligten Personen abgestimmt. Fast alle der Zuschauer bei dieser Veranstaltung stimmten am Ende nun für eine Durchführung der Regenbogenaktion. Tatsächlich wurde sie auch 1972 im Rahmen der Abschlussfeier der Olympischen Spiele durchgeführt. Das Licht im Olympiastadion erlosch für einen Moment, als der Regenbogen am dunklen Himmel beleuchtet über dem See schwebte.

Schauspielerisch übrigens überzeugte – wieder einmal – Christian Löber, langjähriges Mitglied (er ist aber noch jung) des Ensembles der Münchner Kammerspiele, hier in der Person von Otto Piene. Er überzeugt zuverlässig eigentlich immer! Bei den anderen drei Schauspielern und der Schauspielerin war mein Eindruck: Etwas zu wenig haben sie die brutale Erschütterung der Olympischen Spiele wiedergegeben, die doch auf dieser Versammlung sicherlich prägend war! Da hätte noch mehr von dem damaligen Entsetzen rüberkommen können! Das fürchterliche Ende der Geiselnahme war gerade einmal wenige Stunden her!

Dennoch: Die schön ausgewählte kleine „Theaterperformance“ hat die Zuschauer insgesamt auf wunderbare Art und Weise zurückgeholt in den Kern und die Stimmung der Olympischen Spiele 1972 in München!

Einiges zu Otto Piene kann man ansonsten z. B. sehen auf der Website von Artnet. HIER der Link.

Eine wunderbare Reihe von Filmen zu jedem einzelnen Tag der Olympischen Spiele 72 in München bietet derzeit (Juli 2022) der Bayerische Rundfunk. HIER der Link.