Kategorien
Sonstiges

Musik: TUNE – DJ Nigga Fox, Márcio Matos, NWAKKE

Ein kurzer Hinweis: In der Westgalerie des Hauses der Kunst geht es an diesem Wochenende (Samstag Abend) weiter mit der Reihe TUNE. Diesmal mit tiefem rhythmischen Sound, der wie eine Massage in den Körper geht. Wenn ich noch einmal jung wäre, würde ich sagen: Ich habe wieder einen tollen Abend im P1 erlebt! Besser noch! In dieser so weiten und hohen Halle – in dieser Lautstärke – in dieser Clubatmosphäre – mit diesen Bässen – in dieser Art, wie der Bassrhythmus den Körper erzittern ließ.

Es gibt übrigens im Haus der Kunst derzeit eine Ausstellung „Glamour und Geschichte – 40 Jahre, P1“! HIER der Link. Dort heißt es so schön: Wenn im P1 ein junger Mann auf der Tanzfläche ausflippte und man dachte: Der sieht aus wie Mick Jagger. Dann war es Mick Jagger.

Gestern:

Es heißt: „TUNE ist eine Serie kurzer Soundresidencies am Haus der Kunst, angesiedelt zwischen den Feldern Sound, Musik und visueller Kunst. Die eingeladenen Künstler*innen arbeiten genre-, epochen- und stilübergreifend und schaffen klangliche Beiträge, die im Dialog mit dem aktuellen Programm des Haus der Kunst stehen.“ (Website des Hauses der Kunst, HIER).

Hingehen und für eine Stunde wieder etwas sehr Cooles erleben.

Nach der Sommerpause wird es weitergehen:

Kategorien
Sonstiges

SONSTIGES: Haus der Kunst – ECHOES

Das Haus der Kunst in München geht ja seit einiger Zeit unter der Leitung des künstlerischen Direktors Andrea Lissoni interessante Wege. Es ist längst nicht mehr nur Ausstellungsfläche für bildende Kunst, es geht hin zu einem „Kunstzentrum“, wie es heißt. Musik spielt dabei eine große Rolle. Oder sagen wir besser: Sounds, Töne, Grenzbereiche der Musik.

So hatte ich schon mehrfach über die Veranstaltungsreihe TUNE im Haus der Kunst geschrieben. HIER etwa. In so genannten „Sound Residencies“ erkunden hier Künstler die Grenzen von Musik, die Einflüsse und die Wirkungen von Tönen. Teilweise sind es – schwer zu erkennen – „akustische Antworten auf die Ausstellungen im Haus der Kunst“, wie es auch heißt. Die Reihe geht bereits ins dritte Jahr, der nächste Termin ist am 6. Oktober. HIER der Link zur Veranstaltungsseite TUNE.

Und jetzt: Zum zweiten Mal gibt es an diesem Wochenende die Performancereihe ECHOES. HIER der Link zur Veranstaltungsseite von ECHOES auf der Website des Hauses der Kunst. Es begann gestern abend, Freitag, 21. Juli, und setzt sich fort mit Veranstaltungen heute und morgen, Samstag/Sonntag, 22. und 23. Juli. Bei ECHOES spielt die Stimme eine entscheidende Rolle, bei TUNE der Sound. Hier das verbleibende Programm von ECHOES:

Beide Reihen entwickeln sich zu einem Treffen von vor allem jungen Menschen. Was mir auffällt: Es geht hier auf keinen Fall um „Musikgeschmack“. Man geht danach nicht raus und sagt sich: „Die Musik hat mir gefallen“ oder „Die Musik hat mir nicht gefallen.“ Die Kategorien „Gefallen“ oder „Geschmack“ spielen hier ansich keine Rolle. Es kann bei diesen Veranstaltungen kaum geteilte Meinungen geben, das prägt die Atmosphäre, man hat eben etwas erlebt, fertig. Insoweit ist es unweigerlich eine Art Gemeinschaftserlebnis, wobei es jeder natürlich anders erlebt. (Ist ja selten heute, man grenzt sich ja ständig vom Anderen ab. Der Andere hat immer unrecht und so.)

Man wird also bei ECHOES einfach auf lockere Art und Weise (im großen Westflügel des Hauses der Kunst) eine Erfahrung sammeln. Eine Erfahrung aus dem Grenzbereich von Musik und Tönen und Stimmen. Musik ist ja im Grunde immer von Grenzen gefangen, Stil, Rhythmus, Text, etc. Umso mehr ist es wert, all diese Grenzen einmal abzulegen, in gewisser Weise zu sprengen.

Gestern waren es zwei Veranstaltungen:

  • Zum Einen die Auseinandersetzung mit Housemusik der späten 80er/frühen 90er Jahre, eine Performance von Luis Garay, Slim Soledad und Nicolas Brummer.
  • Zum Anderen ein Konzert von Lyra Pramuk, in dem sie ihre eigene Stimme (ohne Text) meist mit synthetischen Klängen so verbindet, dass beides weitgehend verschmilzt.

Hier ein Foto des künstlerischen Direktors Andrea Lissoni:

Copyright: Maximilian Geuter

Nachtrag: Hier eine Impression von Samstag Abend, DEBIT:

DEBIT’s neues Album The Long Count kann auf SoundCloud gehört werden. HIER.

Hier außerdem eine Impression von Sonntag, Kiani del Valle und Hamill Industries:

Kategorien
Sonstiges

MUSIK: TUNE – Alvin Curran

Am vergangenen Samstag im Haus der Kunst: Ein weiterer Nachmittag (17.00-19.00) der Reihe TUNE. Es sind interessante „Soundresidencies“, Experimente mit dem Umgang mit Musik und Sound, gemeint als Ergänzungen zu den laufenden Ausstellungen des Haus der Kunst in München. Auf der Website des Haus der Kunst heißt es dazu:

TUNE … zwischen den Feldern Sound, Musik und visuelle Kunst angesiedelt … genre-, epochen- und stilübergreifend … klangliche Beiträge, die im Dialog mit dem aktuellen Programm des Haus der Kunst stehen.

Dieses Mal gab Alvin Curran einen Beitrag. Es hieß zu seiner Soundresidency:

TUNE rückt Alvin Currans Lebenswerk in den Fokus. Zu hören und zu sehen sind im Rahmen seiner Residency zwei Liveauftritte, eine Filmvorführung und ein Künstler*innengespräch. … Komponist, Performer, Improvisator und Mitbegründer des revolutionären Kollektivs Musica Elettronica Viva (MEV). Sein musikalischer Werdegang begann Mitte der 1960er-Jahre in Rom … entwickelte er … radikale Ideen einer „unwillkürlichen“ Musik … revolutionierte damit die Bedingungen, unter denen sie entsteht und zur Aufführung gelangt … entdeckte er Musik in allen Gegenständen und allen Menschen … komponierte er für die Avantgarde-Theaterszene in Rom … arbeitete an Solo-Stücken für Synthesizer und Stimme, auf Kassette aufgenommene Sounds und gefundene Objekte … erschloss er neue Räume für die Musik … schuf Konzerte für Seen, Häfen, Parks, Gebäude, Steinbrüche und Höhlen.

Man konnte es in der Tat nicht „Musik“ nennen. Das aber wiederum war das Erfreuliche: Weg von musikalischen Gewohnheiten – hin zu den absurden Grenzen des Sounds.

Seine Soundresidency bestand aus zwei Teilen:

Erster Teil: When There is No More Music to Write, and Other Roman Stories … Film des Künstlers und Filmemachers Eric Baudelaire … in Zusammenarbeit mit Alvin Curran entstanden. Film und Sound. Der Film zeichnet das Bild einer Zeit in Italien, die von den Erschütterungen revolutionärer politischer Strömungen geprägt war. Dieses Zeitgeschehen wird wiederum bestimmender Faktor für Currans Zugang zur „Musik“. 

Zweiter Teil: Seine Performance Endangered Species, an der auch Musiker*innen der Hochschule für Musik und Theater München beteiligt waren. Etwas wie John Cage. Besonders bei diesem zweiten Teil könnte man sagen: Es war die konsequente und extreme Zerstörung von Musik, die Reduktion von Musik auf rein emotional gefundene Sounds. Interessant aber, weil das eigene Hörverhalten ständig überrumpelt wurde. Man merkte, wie man an Gewohnheiten hängt, versuchte ständig, auch nur irgendeine Tonfolge zu entdecken, die einem irgendwie Halt gab. Es geht eben viel mehr mit Musik und Sound, als man gewohnt ist. Insoweit verschaffte dieser Auftritt wieder ein gesteigertes Gefühl von Freiheit: Weg mit Gewohntem, weg von jeder Art „kommerzieller“ Musik.

Die Reihe TUNE wird fortgesetzt, HIER der Link zur Seite von TUNE.

HIER eine winzige Probe:

Und hier:

Kategorien
Sonstiges

MUSIK: TUNE – Caterina Barbieri

Das Haus der Kunst bringt unter der Leitung von Andrea Lissoni längst nicht mehr nur Ausstellungen. Seit über einem Jahr zum Beispiel findet jährlich einmal pro Monat eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe TUNE statt. HIER der Link zu einer Übersicht der bisherigen TUNE-Veranstaltungen mit kurzen Videos. Ich hatte zuletzt über den Auftritt von JJJJ Jerome berichtet (HIER).

Die Veranstaltungen sind sogenannte „Sound Residencies“. Es sind nicht einfach Musikveranstaltungen. Es sind bemerkenswerte Veranstaltungen für Sound-Entwicklungen, die eine bestimmte Atmosphäre schaffen, Gefühle kreieren, den Hörer besonders tangieren.

HIER der Link zur Homepage von TUNE auf der Website des Hauses der Kunst.

Gestern, am 28.10., war im Rahmen der Reihe TUNES die italienische Musikerin und Komponistin Caterina Barbieri zu Gast im Haus der Kunst. Auch dieser Abend – etwa eine Stunde – war bemerkenswert. Wieder einmal war man in der Situation, dass man nicht Musik hörte, sondern sich von Tönen, Klängen, Sound und der daneben gegebenen Videoperformance in eine besondere Welt versetzt sah. Rhythmus – sofern überhaupt gegeben – störte dabei fast. Hier ein Eindruck:

Und das hier:

Wie gesagt, es geht bei TUNE nicht um Musik im herkömmlichen Sinne. Es geht um Klang, um Klangräume, Klangwelten, um das Klangerlebnis, das den Hörer in andere Welten führt. Ich finde es immer interessant, die eigenen Gewohnheiten zu verlassen und neue Welten zu entdecken. Man liest von einem gewissen Zusammenhang dieser Performances zu den aktuellen Ausstellungen. Diesen Zusammenhang habe ich noch nicht erkennen können. Macht nichts, wäre fast schon zu sehr „gebunden“ an ein Thema.

Und: Der Sound von Caterina Barbieri hört sich manchmal fast so an, wie es heutzutage wahrscheinlich in einer Diskothek klingen mag. Aber eben nur fast, nur ansatzweise. Es ist doch anders!

Copyright des Beitragsbildes: Jim C Nedd

Kategorien
Sonstiges

SONSTIGES/MUSIK: Haus der Kunst, TUNE – JJJJJerome Ellis

Wer in den – immer wieder beeindruckenden – Räumen im Haus der Kunst München mit einer Performance in sehr besonderer Weise Ruhe und Stille und Langsamkeit und Gelassenheit und Zeit und Akustik UND die persönlichen Erfahrungen des Künstlers, die seine Klangperformance geprägt und ausgelöst haben, erleben möchte, hat heute Abend noch die Gelegenheit: Eine Performance von JJJJJerome Ellis. Heute, Sonntag, 24. Juli 2022, 20.00, Dauer etwa 1 Stunde. Ein Zusammenspiel von Saxophon, Klavier, Synthesizer, Hackbrett und Stimme in einer der schönen Hallen des Hauses der Kunst.

HIER der Link zur Ankündigung der Performance auf der Website des Haus der Kunst. Wer es nicht mehr geschafft hat, zu spät liest oder Ähnliches, kann über diesen Link wenigstens ein bisschen hinein hören.

TUNE ist eine Reihe von kurzen “Sound Residencies“ im Haus der Kunst. Jeden Monat erhält ein Künstler/eine Künstlerin im Haus der Kunst Gelegenheit, seine Arbeit und seine sehr spezielle Herangehensweise an Sounds darzustellen. HIER der Link zur Seite des Programms TUNE auf der Website des Haus der Kunst.

Was JJJJJerome Ellis spielt, kann man kaum Musik nennen, es sind Töne, Klänge, die in die Stille fallen. Es sind keine Musikstücke, die man hört. JJJJJerome Ellis sagt, seine Kompositionen sind wie Springbrunnen, ohne Ende und ohne Anfang, fließend, sprudelnd. Man kann lange davor stehen, man kann kurz davor stehen. Sie entwickeln eine sehr besondere Qualität.

Vor allem haben seine Kompositionen sehr persönliche Ausgangssituationen: ZUM EINEN: JJJJJerome Ellis ist Stotterer, der die Momente des beginnenden Stotterns durch Innehalten des Redens umgeht. Es entstehen Sprechpausen. So entsteht immer wieder eine Ruhe, Stille, aber auch ein besonderes Bewusstsein und eine Beziehung zu ihm und von ihm zum Gesprächspartner, zur Umgebung… JJJJJerome Ellis hat dadurch gelernt, das Besondere dieser Ruhemomente mit Sounds deutlich zu machen und generell die sehr besondere Qualität von Stille zu erkennen. Man merkt seinen Kompositionen von Beginn an an, dass gewissermaßen hinter jedem Ton die Stille steckt. Ohne Stille kein Ton! Rhythmus und Takt würde diese Beziehung zwischen Stille und Ton überdecken. Man würde nur noch einem Musikstück zuhören. Das Fehlen von Rhythmus und Takt legt die Töne frei, der Klang fällt in die Stille, ohne in ein Musikstück eingebunden zu sein. JJJJJerome Ellis ist in seiner Herangehensweise übrigens nicht weit entfernt von dem Thema, das ich letztlich mit dem Buch VITA CONTEMPLATIVA vorgestellt hatte. HIER der Beitrag.

ZUM ZWEITEN: In der Performance im Haus der Kunst geht es speziell darum, dass die Vorfahren von JJJJJerome Ellis Sklaven waren. Er greift Berichte über die Flucht eines (mehrerer?) Sklaven in West Virginia auf. An diese Flucht erinnert JJJJJerome Ellis mit seiner Komposition. Der Sklave (die Sklaven) werden von ihm nachträglich durch die Komposition sehr speziell geehrt, gewürdigt. Er „singt“ (besser: “gibt sie dazu“) mit melancholischer Stimme nur die Namen von „einer Handvoll“ Pflanzen, die wohl auf den Wegen des/der Sklaven auf ihrer Flucht zu finden waren. So hört man sehr besondere Sounds und ist sich des Grundes der Sounds bewusst.

Sehr schön, sehr besonders und wunderbar!

Hier ein Foto vom Abend:

Die nächsten Veranstaltungen der Reihe TUNE:

  • Emir Timur Tokdemir und Tove Agelii: Emiranda: 23–26.9.22
  • Caterina Barbieri: 28–29.10.22
  • Okkyung Lee: 25–26.11.22

Kategorien
Gelesen und geblättert Sonstiges

SONSTIGES: Haus der Kunst

Jeder Münchner kennt es. Der Block mit der Säulenreihe an der Prinzregentenstraße. An Schlichtheit und Kühle ist es nicht zu übertreffen. Und meist weiß man auch: Es ist ein Hitlerbau. Hier steht Münchner Geschichte in pompöser Vollendung. Es wurde von 1933 bis 1937 unter persönlicher Anteilnahme Adolf Hitlers nach Plänen von Paul Ludwig Troost in monumentalem Neoklassizismus als Haus der Deutschen Kunst errichtet. In der NS-Kulturpolitik war das Gebäude als der maßgebliche Ausstellungsbau des Deutschen Reiches vorgesehen. Die ab 1936 für Berlin geplante Kunsthalle sollte ausdrücklich nicht in Konkurrenz zum Haus der Deutschen Kunst stehen. Damit sollte auch die Rolle Münchens als führende Kunststadt Deutschlands wieder hergestellt werden, die sich im NS-Ehrentitel „Hauptstadt der deutschen Kunst für München niederschlug. Und weiter: Meist war man auch schon drinnen. Das Haus hat keine eigene Sammlung, es organisiert und zeigt aber interessante Ausstellungen zeitgenössischer und moderner Kunst. Es ist zweifelsohne eines der bedeutenden Museen Münchens. Jetzt soll es von David Chipperfield zaghaft renoviert werden. Eine umfassende Ausschreibung gab es nicht, daher bat die SZ Münchner Architekturstudenten, Entwürfe zu erarbeiten. Sie können im nachfolgenden link angesehen werden. Sehr interessant, finde ich. Schließlich „trifft alt auf neu“. Die junge Generation legt Hand an das Alte. Aber meine Kritik: Die Entwürfe sind oftmals fast zu herkömmlich. Wo ist der große Wurf? Ich finde am besten den Entwurf der Tieferlegung durch Anhebung des Vorplatzes ( Entwurf von Franziska Gareis und Anja Kopp, Bild 24) und die Verlegung der Tunneleinfahrt ostwärts (Entwurf von Wes Boven, Bild 26), sodass ein Platz vor dem Haus der Kunst entsteht und das HdK erheblich angenehmer, aber nicht geändert wird.

Hier der link zu den insgesamt interessanten Entwürfen Münchner Studenten:

Ideenwettbewerb