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THEATER: Theatertreffen Berlin 2017 – Theodor Storm, Der Schimmelreiter

Der Schimmelreiter, gezeigt im Hamburger Thalia Theater, sollte mein zweites Stück auf dem Theatertreffen 2017 werden. Es wurde leider kurzfristig abgesagt, da ein Schauspieler erkrankte und nicht ersetzt werden kann. Der Regisseur: Johan Simons. Statt des Stückes wurde mit den verbleibenden Schauspielern eine Lesung des Schimmelreiter gebracht. Anschließend ein Klavierkonzert von Beethoven. Beides passte wunderbar zusammen. Schade trotzdem! Johan Simons erklärte im anschließenden Publikumsgespräch, warum der erkrankte Schauspieler in diesem Fall einfach nicht ersetzt werden konnte. Er war wohl zu bedeutend für die Aufführung.

Das Stück wird sehenswert sein – für diejenigen, die in Hamburg leben oder dort hin kommen. Der erkrankte Schauspieler wird allerdings gut sechs Wochen lang ausfallen.

Der Schimmelreiter: Thema: Wie schwer es ist, Neues zu etablieren.

In der Novelle geht es um die Lebensgeschichte von Hauke Haien. Oft sitzt Hauke bis tief in die Nacht am Deich und beobachtet die Wellen, die an den Damm schlagen. Er überlegt, wie man den Schutz vor Sturmfluten verbessern könnte, indem man die Deiche zur See hin flacher anlegt.

Als der örtliche Deichgraf Tede Volkerts einen seiner Knechte entlässt, bewirbt sich Hauke um die Stelle. Er wird angenommen. Als es darum geht, die Stelle des Deichgrafen neu zu vergeben, keimt ein Konflikt zwischen Hauke und dem Großknecht Ole auf. Traditionell kann nur Deichgraf werden, wer ausreichend Land sein Eigen nennt. Dies träfe auf Knecht Hauke nicht zu. Gegenüber dem Oberdeichgrafen, der die Stelle des örtlichen Deichgrafen zu vergeben hat, ergreift Elke – Tochter des verstorbenen Deichgrafen – das Wort und erklärt, Hauke werde durch die Hochzeit mit ihr das Land ihres Vaters bekommen und damit genügend Grundbesitz aufweisen. Hauke wird Deichgraf.

Unheimlich erscheint den Dorfbewohnern ihr Deichgraf durch sein Pferd: Einen edel aussehenden Schimmel, den er krank und verkommen einem zwielichtigen Durchreisenden abgekauft und aufgepäppelt hatte. Der Schimmel soll, darin bestätigen sich die Einwohner gegenseitig, das wiederbelebte Pferdeskelett von der verlassenen Hallig Jeverssand sein, das mit dem Kauf des Schimmels verschwunden war. Oft wird das Tier mit dem Teufel in Verbindung gebracht.

Hauke setzt die neue Deichform, die er als Kind bereits geplant hat, in die Tat um. Manche Leute sind dagegen. Doch Hauke setzt sich durch. Vor einem Teil des alten Deiches lässt er einen neuen bauen, es entsteht mehr Ackerfläche.

Tagein, tagaus beobachtet er seinen Deich, indem er ihn mit seinem Schimmel abreitet. Der neue Deich hält den Stürmen stand, doch der alte Deich, der rechts und links des neuen Kooges (Landes) weiterhin verläuft und dort die vorderste Front zur See darstellt, scheint marode und von Mäusen durchgraben. Angesichts der Beschwichtigung durch den alten Großknecht Ole Peters und der bereits maulenden Arbeiter führt Hauke an dem alten Deich keine umfassenden Baumaßnahmen durch, sondern beschränkt sich mit großen Gewissensbissen lediglich auf Flickwerk. Als Jahre später eine Jahrhundertsturmflut hereinbricht und der alte Deich zu brechen droht, will man auf Anordnung des Bevollmächtigten, Ole Peters, den von Hauke konstruierten neuen Deich durchstoßen, da jener sich damit erhofft, dass sich die Kraft des Wassers in den neuen, noch unbewohnten Koog ergießen und damit der alte Deich gerettet werde. Hauke stellt die Arbeiter kurz vor dem Durchstich zur Rede und verhindert die Vollendung dieser Arbeit, kurz darauf bricht der alte Deich endgültig. Als in jener Nacht auch Elke mitsamt ihrer gemeinsamen Tochter Wienke, die geistig behindert ist, aus Angst um Hauke in Richtung Deich hinausfährt, muss dieser mit ansehen, wie die durch den Deichbruch in den alten Koog schießenden Wassermassen Frau und Kind unter sich begraben. In seiner Verzweiflung stürzt er sich ebenso mitsamt seinem Pferd in die tosenden Wasser, die das Land überfluten, und ruft: „Herr Gott, nimm mich; verschon die andern!“

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THEATER: Münchner Kammerspiele und BUCH: Miranda July, Der erste fiese Typ

Aus dem Roman „Der erste fiese Typ“ von Miranda July ein Theaterstück zu machen, ist ein großer Schritt. Der nicht sehr bekannte Roman wurde in Deutschland im letzten Jahr oft besprochen, siehe etwa die Besprechungen auf ZEIT – online, SPIEGEL – online oder in der FAZ.  Originaltitel „The First Bad Man“. Ein großer Schritt ist es, denn die geschilderte Story ist schrill, modernes Leben, Welten krachen aufeinander. Aber der Hintergrund, um den es geht, ist nicht schrill, er versteckt sich, muss aber unbedingt mit rüberkommen. Denn es geht – was die Story angeht – nicht nur ganz schön zur Sache, es geht sehr entscheidend um diese Gesamtstimmung. Und viele Details machen diesen sehr schnellen, lässigen, modernen Roman aus. Das Entscheidende des Romans ist, wie gesagt, zwischen oder hinter den Zeilen zu finden, in der Entwicklung des Geschehens aus Sicht der Protagonistin Cheryl Glicksmann. (Der Roman wird sogar gegen Ende immer besser). Am Ende des Romans ist man irgendwie trotz des Chaos‘, das um Cheryl herum herrscht,  zufrieden. Gerade das Chaos hat Cheryl schließlich doch Einiges gebracht.

Ich hatte den Roman vor der Premiere am Freitag in der Originalfassung gelesen und mir danach gesagt: „Wenn es gelingt, aus DIESEM Roman ein passendes Theaterstück zu machen, dann Hut ab!“ Das muss man erst einmal rüber bekommen in einer Inszenierung. Aber genau so war nach der Premiere mein Eindruck: Hut ab! Gelungen!

Miranda July hatte es bisher ja abgelehnt gehabt, das Buch als Theaterstück zu bringen. Es war insoweit eine Weltpremiere! Man kann das Theater nach diesem Stück als „etwas glücklicherer Mensch“ verlassen, sagt Willibald Spatz zurecht auf www.nachtkritik.de.

Christopher Rüping, dem jungen Hausregisseur der Münchner Kammerspiele, ist der Schritt vom Buch zum Theaterstück mit der Premiere am Freitag gelungen! Viele, die auf so etwas warteten, könnten eigentlich, finde ich, sagen: „Da ist er! Der erste große Wurf unter Mathias Lilienthal“ – der sich ja der in der Tat der schweren Aufgabe hingibt, München „aufzubrechen“, wirklich aufzubrechen, aus einem wohlhabenden Dornröschenschlaf der Gewohnheiten zu holen. Nicht halb aufbrechen, sondern ganz aufbrechen! Die Müncner sind eben Sturköpfe! (Meines Erachtens gab es aber duchaus schon mehrere „große Würfe“, absolut besondere Stücke: „Caspar Western Friedrich“ etwa, „Krieg und Frieden“ etwa, „Die Selbstmord-Schwestern“ etwa. Aber das sehen nicht sehr viele so.) Gestern ist jedenfalls meines Erachtens einer dieser Würfe gelungen. Würfe, die sich ja auch durch ihre durchgehende absolute Stimmigkeit der gesamten Darbietung und hier der Umsetzung des Buches auszeichnen und einen besonderen Theaterabend schaffen.

Worum es geht? Die Stimmungslage von Cheryl und ihr Gefühlsleben in der modernen Welt. Man durchlebt im Buch verschiedenste Phasen von Cheryls Leben. Phasen, die ihr anscheinend in großer Ordnung eingeschlafenes Verhältnis zur Liebe, zu ihrer Liebesfähgkeit, zur Erotik, zum Verhalten anderer Personen (vor allem bezüglich Liebe, Erotik etc.), ja zum Leben insgesamt zeigen. In einem sehr modern und lässig geschriebenen Roman. Anders etwa als bei „America“ von T. C. Boyle, von dem eine Umsetzung derzeit auch noch in den Münchner Kammerspielen gebracht wird (siehe den Blogbeitrag vom 6. Juni 2016): Dort gibt vor allem die Handlung schon viel her. Er ist allein dadurch auch schwerfälliger. Cheryl Glicksman, etwas über 40 Jahre alt, lebt alleine. Sie kennt nur ihre Ordnung. Ihr heiß geliebter „Freund in Gedanken“, Phillip, um die 60 Jahre alt, hat eine Beziehung zu einem 16-jährigen Mädchen. Sie ist recht besessen von ihm, kommt aber nicht an ihn heran. Sie steht zwar in Kontakt zu ihm, es geht Phillip aber immer nur um seine erotischen Schritte in Beziehung zum 16 -jährigen Mädchen. Immer wieder kommen bei Cheryl drängende SMS von ihm an – groß an eine der Leinwände geworfen -, in denen es um ihn, Phillip, und seine erotischen Aktionen gegenüber seiner jungen Freundin geht. Bei Cheryl, die sich ein geordnetes Single-Leben eingerichtet hat, zieht dann auch noch Clee ein, die etwa 20-jährige völlig konträre Tochter ihres Chefs. Junk food, TV, Microwelle etc., das ist Clees Leben. Das bringt bei Cheryl alles durcheinander. Sofort sieht sie, dass sie mit ihrer Ordnungsliebe nicht ankommt. Dann kommt Streit, dann kommen intensive körperlich harte Kämpfe mit Clee auf. Wunderbar passend wird alles von Anna Drexler als Clee (und kurze Männerrollen) und Maja Beckmann als Cheryl gespielt. Cheryl und Clee kämpfen dann mehr und mehr nach genau dargestellten Situationen der Selbstverteidigung, minutenlang auch ohne Worte auf der Bühne. Cheryl arbeitet in einer Organisation, die Selbstverteidigungs-DVD’s herausgibt. Durch die geordneten Kämpfe nähern sich beide aber sogar eher einander. Es kommt Bewegung in ihr Verhältnis. Sie mögen sich immer mehr. Es wird Liebe. Cheryl lernt Liebe wieder kennen. Dann bekommt Clee auch noch ein Kind. Cheryl findet dabei große staunende Liebe zu Jack -, so nennt Clee ihr Kind. Sie verliert Clee aber letztlich an eine Freundin von Clee, Rachel. Clee ist ausgezogen. Kurze Enttäuschung. Cheryl behält allerdings das Kind von Clee. Und macht sich im Angesicht des Kindes Gedanken über das Leben! Cheryl kommt so schließlich wieder selber zu Facetten des Lebens, die sie gar nicht mehr oder noch nicht kannte. Das pralle Leben kommt über Cheryl. Sie hat es wieder an der Backe.

Schön und zum ganzen Bild (und zur Inszenierung) wunderbar passend  ist dann etwa der Schluss des Stückes: Cheryl und Clee schweben über der Bühne, es winkt ein „Astronaut“ ins Publikum, irgendwie ein Sinnbild für den erwachsenen Jack – der auch am Ende des Buches erscheint – und uns alle. Die Umsetzung des Buches wird ebenso passend durch die Musik von Brandy Butler und den Einsatz von Videoaufnahmen durch Rebecca Meining ergänzt.

Mein einziger Punkt: Cheryls viele wechselnden Stationen durch all das könnten für den Zuschauer m. E. sogar irgendwie noch etwas deutlicher werden. Schade, dass etwa der durchaus wichtige Moment, in dem Clee und Cheryl sich küssen, ganz hinten auf der tiefen Bühne stattfindet. Fast versteckt. Aber da gibt es nichts zu verstecken.

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LITERATUR: Joseph Roth, Radetzkymarsch

Wieder etwas gelesen. Nachts oft. Joseph Roth’s Roman Radetzkymarsch, den ich meinem Sohn Carlos zu Weihnachten geschenkt hatte. Die Zeit vor dem 1. Weltkrieg, also eigentlich gar nicht so lange her. Das kann doch nicht schaden, denke ich, wenn man als junger Mann auch etwas aus dieser Zeit erfährt. Ich habe natürlich wieder nachgesehen, was Dieter Wunderlich in seiner Besprechung unter http://www.dieterwunderlich.de dazu schreibt: „Ein trauriger, hoffnungsloser Abgesang, ein kunstvoll formuliertes Requiem auf den Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn und dessen Gesellschaft„. Was hat Dieter Wunderlich nicht alles gelesen und treffend dargestellt und beurteilt!

Sprachlich und von den einzelnen Schilderungen her gesehen ist der Roman schon recht antiquiert, aber historisch interessant. Joseph Roth hatte den Roman ab Herbst 1930 bei Freunden (u. a. Stefan Zweig) und in Hotels in Frankfurt a.M., Berlin, Paris, Baden-Baden und Antibes geschrieben. Die Arbeit konnte 1932 abgeschlossen werden.

In einer drei Generationen umspannenden Familiengeschichte veranschaulicht Joseph Roth, wie die k-und-k-Monarchie mit ihren Traditionen langsam zerfällt. Bis zum Ausbruch des I. Weltkrieges. Joseph Trotta Freiherr von Sipolje symbolisiert die eine tragende Säule der überkommenen Gesellschaft: das Militär. Sein Sohn Franz als Bezirkshauptmann die andere Säule: das kaiserliche Beamtentum. Der Enkel des „Helden von Solferino“ wiederum profitiert zwar noch vom Schutz des alten Systems, aber er ist nicht mehr in der Lage, sich damit zu identifizieren. Er will das Militär verlassen, steckt aber fest. Zwar merkt er, dass die Zukunft neuen Kräften gehört, aber er ist durch seine Erziehung noch sehr der Vergangenheit verhaftet.

Unter dem Titel „Die Kapuzinergruft“ veröffentlichte Joseph Roth übrigens 1938 eine Fortsetzung seines Romans „Radetzkymarsch“.

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SONSTIGES: Politik- Zeit zu handeln – eine neue Partei entsteht

Ich bin im Blog zumeist mit „ernsthaften“, nicht unbedingt „komischen“ Themen befasst. Obwohl ich selber gerne humorvoll lebe und Humor klar bevorzuge. Ich bin kein Schwarzmaler. Aber die Ideen des Kunstbetriebs reizen mich eben, das Theater besonders. Und dabei sind dann für mich die Verbindungen der „Kultur“ zu aktuellen politischen, gesellschaftlichen Themen reizvoll. Das ist eben Thema des Blogs. Letztens etwa folgende zwei „Pole“:

Zum einen: Ich war am Samstag im Residenztheater (München), „Die Troerinnen“ von Euripides in einer Fassung von Jean-Paul Sartre wurde gebracht. Eine biedere, langweilige Inszenierung. Im Programmheft aber fand ich einen Satz von Hekabe, der Königin des zerstörten Troja, interessant:

„Es gibt keine schlimmere Lüge als das Glück.

Man starrt geblendet auf den äußeren Schein und sieht nicht das Ungeheuer,

das sich dahinter verbirgt.“

So, und schon war eine Verbindung da. Denn auch politisch – national und international – kann man ja wohl kaum sagen, dass alles bestens steht, auch wenn wir hier in unseren Sphären wahrlich insgesamt im Glück zu leben scheinen. Man will jedenfalls gerne so tun, als wäre doch alles bestens.

Und so kommt der zweite Pol, der politische Pol, ins Spiel: In Bayern sind – trotz des Anscheins unseres Glücks – gerade zwei hoch engagierte Personen die Initiatoren einer Idee, die eine Parteigründung zum Ziel hat. Eine neue Partei, die derzeit noch unter dem Motto „Zeit zu handeln“ erste Stimmungen sammelt. Nach einem Motto, das viele Menschen spüren: „So kann es nicht weiter gehen!“ Einen Namen hat die Partei noch nicht.

Am Donnerstag, 13.05.2017, war das allererste Treffen interessierter Personen in einem vollbesetzten Saal im Münchner Hofbräukeller (nicht: „Hofbräuhaus“!). Auch mich hat es interessiert.

Die beiden Initiatoren: Claudia Stamm und Stephan Lessenich: Claudia Stamm hat vor kurzem die GRÜNEN verlassen. Sie war Mitarbeiterin einer NGO, Hospitantin beim Bayerischen Rundfunk, 9 Jahre lang freie Mitarbeiterin beim BR, 2009 für die Grünen in den Landtag gekommen, Sprecherin für Haushalt und Jugend und queer- und gleichstellungspolitische Themen. Stephan Lessenich war zehn Jahre lang an der Universität Göttingen, 2004 Soziologieprofessur in Jena, seit 2014 an der LMU München, Direktor des Instituts für Soziologie, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats von attac Deutschland und des Netzwerks Grundeinkommen, einer der Sprecher des Kuratoriums des Instituts Solidarische Moderne. Er hatte vor einigen Monaten sein Buch „Neben uns die Sintflut“ vorgestellt. Wo? Natürlich in den Münchener Kammerspielen, der Kreis schließt sich wieder. Siehe dazu meine Blogbeiträge vom 16. und 21. Oktober 2016.             ).

Es war eine Ansammlung von engagierten Menschen, die in vielen Details mit den politischen Entwicklungen, die sich – vielleicht besonders in Bayern? – seit einiger Zeit langsam einschleichen, unzufrieden sind. Viele Probleme wurden angesprochen, soziale Brennpunkte, ökologische Probleme, Probleme der Flüchtlingshilfe. Ein Kernsatz wäre: Die Politik und unser gesellschaftliches Miteinander lässt mehr und mehr die Menschenwürde aus den Augen!

Mal sehen, wie es weitergeht! Mein erster Eindruck:

– Natürlich hat fast jeder Mensch seine Probleme. Viel wurde angesprochen. Das allein ist noch kein Grund für eine neue Partei. Aber viele haben in diesen Zeiten den Eindruck, dass viele Themen und wesentliche Werte einfach auf der Strecke bleiben! Dass sich da „etwas verändert“. Das wiederum, finde ich, kann doch ein Grund für eine neue Partei sein.
– Den Initiatoren geht es wohl derzeit erst einmal darum, die bestehende Unzufriedenheit vieler Menschen zu sammeln, zu spüren, zu hören. Und dann wird es wohl darum gehen, vermute ich, diese Unzufriedenheit in ein letztlich nach vorne gerichtetes Programm umzusetzen und in einer Partei, die zunächst in Bayern Stimme zeigen würde, zu kanalisieren. Eine große Aufgabe. Es geht ja, denke ich, nicht darum, allein eine „Partei der Unzufriedenen“ zu gründen, die anderen Menschen Vorwürfe macht. Es geht hoffentlich um eine Partei, die bestimmte untergehende Werte betonen will, neue Ansätze zeigen will etc. Sozial, ökologisch, international. Da ist ja viel zu tun! Ich nenne es zurzeit „NEUES DENKEN“. Man kann mit den Wörtern NEUES DENKEN schön spielen: „NEUES denken“ oder „neues DENKEN“, je nach Betonung.

Ich werde weiter berichten. Mitmachen, sich rühren, Interesse bekunden!

Hier der Link zur Website der Initiative: Zeitzuhandeln

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SONSTIGES: Politik – New York Times International Weekly

BEACHTEN: Die vorherigen Blogbeiträge bleiben natürlich allesamt sehr ansehenswert bzw. anhörenswert. Sehr. Einfach auf der Startseite runterscrollen. Es geht nur momentan recht schnell.

Ein aktuelles Thema habe ich heute wieder aufgeschnappt und mich ein wenig informiert. Wie komme ich auf das Thema? Warum kümmert es mich? Weil ich in diesem Blog  ja über all die (kulturellen, politischen) Dinge schreibe, mit denen ich eben etwas mehr „in Berührung komme“. Und weil ich meine kleinen Erkenntnisse dann gerne auch anderen zur Verfügung stelle. Viele haben ja etwas weniger Zeit als ich.

In New York fand am Montag, den 10.04.2017, die Verleihung des Pulitzer-Preises statt. Drei Preise gab es für die New York Times. „Wir sind nicht in einer Phase des Niedergangs des Journalismus, sondern mitten in einer Revolution“, hatte Mike Pride, der Vorsitzende des Pulitzer-Preis-Gremiums, gesagt. Wohl auch angesichts des aktuellen Themas „Fake News“.

Zu meiner erwähnten „Berührung“ mit dem Thema: Jeden Donnerstag findet sich in der Süddeutschen Zeitung eine internationale Ausgabe der New York Times (New York Times International Weekly). Liberal und kritisch. Und mitunter erfrischend andere Themen und Darstellungen, andere Blickwinkel. Donald Trump twitterte zwar kürzlich, die New York Times sei – neben anderen Medienhäusern – ein „Feind des amerikanischen Volkes„. Ist aber im Gegenteil vielleicht für kritischen Journalismus gar nicht einmal das Schlechteste, wenn Donald Trump so etwas sagt, es fördert damit ja geradezu kritischen Journalismus. Was ja nicht gleichzusetzen ist mit unwahrer Schwarzmalerei, was er vielleicht unterstellt. Ich lese die New York Times International Weekly im übrigen auch schon wegen des Englischen gerne. Eine schöne Herausforderung manchmal angesichts der Journalistensprache, nicht immer leicht.

Also wieder einmal über den „Tellerrand“ schauen, bevor der Tellerrand immer höher wird und man seinen kleinen Teller – so voll er auch sein mag – allzu wichtig findet! So wichtig der eigene kleine Teller natürlich AUCH sein mag!

Der Pulitzer-Preis jedenfalls ist nach dem Verleger Joseph Pulitzer benannt und wird seit etwas mehr als 100 Jahren verliehen. Er ist „einer der renommiertesten Journalisten-Preise“ für amerikanische Aktivitäten. In diesem Jahr wurde er wieder in 14 journalistischen Bereichen und in einzelnen Bereichen der Kategorien Literatur, Theater, Musik verliehen.

Ein Pulitzer-Preis ging an die New York Times für eine Reportage über die Bemühungen Moskaus, die Macht Russlands im Ausland auszuweiten. Ein weiterer Preis für den NYT – Fotografen Daniel Berehulak, der Gewalt im Antidrogenkampf auf den Philippinen dokumentierte. Und für C.J. Chivers von der NYT gab es die Auszeichnung, für seinen Beitrag über einen Afghanistan-Veteranen, der unter einer posttraumatischen Belastungsstörung litt.

Soweit man Wikipedia glauben kann, gilt im übrigen Folgendes zur New York Times:

  • Die New York Times wird als linksliberale Zeitung eingeordnet.
  • Mit derzeit etwa 1200 redaktionellen Mitarbeitern verfügt die New York Times immerhin über die größte Zeitungsredaktion der USA.
  • Die New York Times ist außerdem die Zeitung mit den meisten Pulitzer-Preisen (über 120) und den meisten Online-Lesern (über 30 Millionen Besucher pro Monat, Daten von 2010) in den USA.
  • Größte Anteilseignerin des Verlags ist die Familie Ochs Sulzberger. Arthur Ochs Sulzberger jr. ist derzeit der Herausgeber der Zeitung. Er ist Nachfahre des ehemaligen Eigentümers Apolph Ochs (Eigentümer ab 1896). Der mexikanische Milliardär Carlos Slim hält 16,8 Prozent des Unternehmens und ist der größte externe Anteilseigner. Viel Kapital war eben wegen des branchenweiten Anzeigenschwundes nötig.

Das waren meine Bemühungen zur New York Times. Also Donnerstags die SZ.

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THEATER: Jeffrey Eugenides, Die Selbstmord-Schwestern

Gestern in den Münchner Kammerspielen die Premiere der „Selbstmord-Schwestern“, ein Stück nach Jeffrey Eugenides‘ gleichnamigen Buch. Das Stück ist inszeniert von Susanne Kennedy.

Susanne Kennedy:
An den Münchner Kammerspielen inszenierte Susanne Kennedy  2011 zunächst „They don’t shoot horses, don’t  they?“ und dann 2013 Marieluise Fleißers Erstlingsstück „Fegefeuer in Ingolstadt“, für das sie von der Fachzeitschrift „Theater heute“ zur „Nachwuchsregisseurin des Jahres“ gewählt wurde. Das Stück wurde zum Theatertreffen 2014 in Berlin eingeladen und Susanne Kennedy erhielt dafür den 3sat-Preis. Mit ihrer Fassbinder-Inszenierung „Warum läuft Herr R. Amok?“ wurde sie 2015 erneut zum Theatertreffen eingeladen. Sie wird ab der kommenden Spielzeit in Berlin im „Künstlerischen Beirat“ am Berliner Volkstheater unter Chris Dercon arbeiten. Ich denke, man wird sie weiterhin an beiden Orten sehen.

Meine Eindrücke (mehr geht nicht):

  • Man muss den Abend sehr vorsichtig angehen. Man sieht kein Theaterstück, obwohl man in den Kammerspielen sitzt. Man sieht eine „lebende Installation“. Eine Installation einer Art, wie man sie – wenn überhaupt – selten sieht. Wie wenn man lange Zeit einem Kunstwerk gegenübersitzt. (Das Bühnenbild von Lena Newton und die Kostüme von Teresa Vergho vor allem sind wahre Kunstwerke!) Es ist wirklich alles eliminiert, was man im Theater erwartet oder irgendwie gewohnt ist: Man folgt keinem konkreten Geschehen, man folgt keiner Entwicklung von Dingen, man sieht keine Erzählung, man ist in keiner Zeit, man ist an keinem Ort (die Bühne ist allenfalls weit entfremdet ein „Ort“, ein Altarraum), man kann die „Schauspieler“ nicht charakterlich erkennen, man erkennt keine Mimik, sie sprechen nicht real, sie spielen in Masken, die „Musik“ ist nicht Musik – es sind Töne, es wird aus dem Nichts gesprochen, es geht nicht einmal um Gefühle. So, wie das Alltagsleben den 5 Mädchen im Roman „Die Selbstmord-Schwestern“ rigoros vorenthalten wird, wird hier dem Zuschauer in jeder denkbaren herkömmlichen Form das Theater vorenthalten. Es wird dem Zuschauer also irgendwie auch das Leben, das im Theater so oft gezeigt wird, vorenthalten. Eine irre Situation. Man sieht etwas völlig anderes.
  • Und doch oder gerade dadurch ist man als Zuschauer mitgenommen. Mitgenommen auf eine Reise in eine andere Dimension. Irgendwie wird fast das (banale) Leben zu Grabe getragen. Da müssen wir ja alle durch. Man kann aber nicht einmal sagen, der Abend wäre dadurch negativ angehaucht oder ähnlich. Soviel Farbe, soviel Buntes, soviel Leben, und doch das Thema „Tod“. Fast widersprüchlich. Das kann aber nicht negativ sein! Im Gegenteil! Bei diesen Kostümen, dieser Bühne. Es geht nur nicht um die Fragen, die sich so ständig aus dem Leben heraus stellen, es geht um etwas darüber hinaus gehendes.
  • Man reist durch ein Puzzle aus Bildern, Videos, Youtubefilmen, Stimmen, Musik, den entpersonalisierten Schauspielern, ihren Bewegungen, Fragmenten aus dem Roman „Die Selbstmord-Schwestern“, Opferhandlungen der ehemaligen Beobachter der 5 Mädchen und psychedelischen Eindrücken vom Nachtod. Aber es ist vielleicht auch einer der Antriebe von Susanne Kennedy, uns Dimensionen zu zeigen, die wir nicht sehen. Die aber von Timothy Leary – mit seinen Beschreibungen des LSD-Trips – und vom Tibetanischen Totenbuch – mit seiner Beschreibung von 7 mal 7 Tagen, die es braucht nach dem Tod bis zur Wiederauferstehung – angesprochen werden. Damit nähert sich Susanne Kennedy (anhand der grundlegenden Motive des Buches) riesigen Fragen, die immer über uns stehen werden.
  • Man muss sich diesem Abend hingeben, darf nichts erwarten, muss sich mitziehen lassen. Dazu fordert auch anfangs der Avatar auf, der immer wieder von einem der Bildschirme Texte von Timothy Leary spricht. Timothy Leary, der LSD-Guru. Es eröffnen sich Dimensionen, die wir in unserem Leben eigentlich immer wegsperren, verdrängen oder garnicht sehen – wenn wir nicht in einem solchen Abend sitzen. Die nicht unserem Alltag entsprechen. Insoweit ist dieser Abend ein Abend, der über das Theater hinausgeht. Wir Menschen kennen so wenige Dimensionen.
  • Man bekommt ein sehr spezielles Verhältnis zu „Leben und Tod“ geboten: Während der Theaterzuschauer sich seit hunderten von Jahren mit dem gespielten Tod auf der Bühne auseinandersetzt, also den Tod als Weiterlebender anschaut, scheint es hier ernst zu werden. Der Zuschauer sieht eben nicht irgendein Geschehen, das letztlich wieder einmal in den Tod führt, er sieht eher eine Dimension, die der Tod selbst sein könnte. Eine Lehrstunde, eine „Ideenstunde“, der man sich hingeben kann (auch im Roman „Die Selbstmord-Schwestern“ gibt es kein Geschehen, das zum Tod führt. Nur „Beweismittel“). Es geht in der Tat um den Weg in den Tod und den Weg in 49 Tagen zurück zur Wiederauferstehung. Tibetanisches Tagebuch. Und LSD. Was ist dann das Leben? Auch auf diese Frage wird man damit zwangsläufig zurückgeworfen und erkennt Dinge in anderer Art und Weise. So bunt und vielfältig, aber auch so künstlich ist das Bühnenbild. Wie die Coca Cola, die die Schauspieler trinken. Wie die in den Vitrinen wachsenden Donuts. Wie die Youtube-Tutorials über Schminktipps.  Und gerade dadurch kommen andere Dinge zum Vorschein. Wesentlichere Dinge? Was kann schon wesentlich sein! Wir wissen es ja nicht. Wollten die 5 Mädchen das alles nicht erleben oder durften sie nicht?
  • Man kann diesen Abend in keine Kategorie des Theaterwesens einordnen. Auch eigentlich keine „Kritik“ schreiben. Im Bayerischen Rundfunk heißt es zur gestrigen Premiere (Autor Herr Rickleffs): „Susanne Kennedy erzählt keine Geschichte, wärmt keinen Roman noch einmal auf, nein, sie versucht mit ihrer ebenso irritierenden wie betörenden Version der „Selbstmord-Schwestern“ dem Tod selbst eine Bühne zu bieten. Was sie dem Zuschauer damit bietet, ist die Möglichkeit sich diesem und damit auch seinem eigenen Tod nah zu fühlen und sich mit ihm auseinanderzusetzen. Wer dazu bereit ist, dem kann dieses Theater zur Offenbarung werden.„
  • Es ist also ein lohnender, auch sehr schöner, wenn auch verstörender Abend, WENN man sich all diesen Aspekten hingibt, vorsichtig hingibt. Und: VORSICHT; THEATER KANN NICHT NUR BELLEN, ES KANN AUCH BEISSEN!
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MUSIK: Simple Minds – Don’t you (forget about me)

Es geht Richtung Pop, ist aber ein schöner Song: Simple Minds mit Don’t you (forget about me): „Rain keeps falling down!“ Oder wie heißt es am Ende so schön: „La-la-la-laha, la-la-la-laha, laa laa laa, laa laa laa, lala – lala!“

Vor allem ist es wieder einmal unglaublich zu sehen, wie  ein einzelner Mann, Sänger und Mitgründer der Simple Minds Jim Kerr, einer ihn anhimmelnden, tobenden, tosenden, begeisterten, mitkreischenden, mitklatschenden, mitsingenden und wogenden Menschenmenge gegenübersteht, über ihr schwebt – und es ruhig aushält. Wie im richtigen Leben, wir kennen es ja alle!

1985 gelang den Simple Minds mit diesem Song (aus dem Film Der Frühstücksclub) der internationale Durchbruch. Den Namen Simple Minds entlehnte die Band einer Textzeile des David-Bowie-Songs The Jean Genie („He’s So Simple Minded He Can’t Drive His Module“).

Der Song ist mein Lebenssong, Freunde wissen es! Lausanne 1983!

Hier die Lyrics zum Song:

Won’t you come see about me
I’ll be alone, dancing, you know it, baby
Tell me your troubles and doubts
Giving me everything inside and out
Love’s strange, surreal in the dark
Think of the tender things that we were working on
Slow change may pull us apart
When the light gets into your heart, baby
Don’t you forget about me
Don’t, don’t, don’t, don’t
Don’t you forget about me
Will you stand above me
Look my way, never love me
Rain keeps falling
Rain keeps falling
Down, down, down
Will you recognize me
Call my name or walk on by
Rain keeps falling
Rain keeps falling
Don’t you try and pretend
It’s my feeling we’ll win in the end
I won’t harm you or touch your defences
Vanity, insecurity
Don’t you forget about me
I’ll be alone dancing, you know it, baby
Going to take you apart
I’ll put us back together at heart, baby
Don’t you forget about me
Don’t, don’t, don’t, don’t
Don’t you forget about me
As you walk on by
Will you call my name
As you walk on by
Will you call my name
When you walk away
Oh, will you walk away
Will you walk on by
Come on, call my name
Will you call my name..
 

Hier die Liveversion …

Und hier eine im Klang klarere Studioversion:

Und hier Live Aids Wembley Stadion:

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SONSTIGES: Landhaus in der Toskana?

Im Sommer 2017 wird in der Toskana ein wunderbares Landhaus zum Kauf angeboten werden. Ich kenne die Gegend – südlich von Montalcino – bestens und weiß, dass so etwas ein wundervoller Ort wäre, um in aller Ruhe und Schönheit Zeit zu verbringen. Radfahren, wandern, lesen, schreiben, genießen, Kurse geben, zum Meer fahren und und und, alles ist möglich.Eine Investition fürs Leben! Wenn man es zeitweise vermietet, wird es wenig Unkosten verursachen. Es scheinen zwei Häuser zu sein. Ich selber halte mich jedes Jahr für etwa sechs Wochen in der Gegend auf, um zum Schreiben zu kommen.

Ich stelle unten das allererste Exposé des Hauses mit ersten Bildern ein.

WER INTERESSE HAT, EIN SOLCHES OBJEKT GEMEINSAM MIT MIR UND EVTL. EINER DRITTEN PARTEI ZU ERWERBEN, MÖGE SICH BITTE MELDEN! TEL: 0176-81 98 46 45 oder mus.kuhlmann@arcor.de.

ÜBER PREIS, ZUSTAND DES HAUSES ODER SONSTIGE DETAILS IST NOCH NICHT GEREDET WORDEN.

Der Verkauf des Hauses wird über Ostern in ersten Schritten vorbereitet werden. Ich selber habe die Zusage, dass ich der erste sein werde, der es besichtigen kann, da ich vor  mehreren Wochen bereits über eine Freundin vom geplanten Verkauf erfahren habe.

Bildergebnis für toskana

 

ObjektItalien

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SONSTIGES: The Dampfnudel Day

Essen ist ja Kultur, also Thema des Blogs. Zumindest Dampfnudeln. Da ich mich letztens an Dampfnudeln versucht hatte (Dampfnudel Day), bringe ich hier das wunderbare Rezept:

Bayerische Dampfnudeln

Und zwischendurch hatte ich mir ein paar naheliegende Gedanken über die besten Filme aller Zeiten gemacht, da sie ja alle seltsamerweise schon in ihrem Titel etwas mit Dampfnudeln zu tun haben. Das kann doch kein Zufall sein. Aber so ist es:

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Bayerische Dampfnudeln mit Vanillesauce

Es gibt sogar so genannte Dampfnudeltore in den pfälzischen Orten Kandel und Freckenfeld! Beide Orte liegen etwas westlich von Karlsruhe. Die Torbögen dieser Tore sind mit jeweils mehr als tausend (!) steinernen (!) Dampfnudeln (!) verziert (!). Eine architektonische Meisterleistung!

Um das „Freckenfelder Dampfnudeltor“ rankt sich sogar eine besondere Sage: Im Dreißigjährigen Krieg stellte eine schwedische Reiterschwadron eine hohe Geldforderung an die Bürger des Ortes. Bei Nichterfüllung drohten sie Plünderung und Mord an. Eine Abordnung erreichte dann aber, dass die Forderung gemildert wurde: Der schwedische Hauptmann und seine Soldaten sollten verköstigt werden, dann verschone er die Bevölkerung. Daraufhin ließ der Bäckermeister Johannes Muck seine Frau und die Magd einen großen Kessel Soße kochen und befahl, sie kräftig mit Wein abzuschmecken. Er selbst buk mit seinen Gesellen Dampfnudeln, bis jeder Soldat satt war: insgesamt 1286 Stück. Bei mir waren es etwas weniger. Die Schwadron akzeptierte das servierte Gericht und verschonte das Dorf vor Zerstörung und Mord.

Die Dampfnudel eben!

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SONSTIGES: Politik – Serdar Somuncu – Die Wahrheit über uns und unsere Gesellschaft

Im letzten Musikbeitrag hatte ich geschrieben, man könne manches besser durch Musik ausdrücken. Heute ein anderes Beispiel: Es geht auch mit Vehemenz, mit deutlicher Sprache, mit Empathie und Überzeugung. Ein Beispiel zu einem wesentlichen Element unserer Gesellschaft: Der unbestimmten Angst, uns würde etwas genommen. Serdar Somuncu (* am 03.06.1968 in Istanbul) ist ein deutscher Schriftsteller, Kabarettist, Regisseur, Satiriker. Er legt den Finger gerne schonungslos in unsere Wunden. Das ist auch Selbstkritik. Auf ntv bringt er demnächst (bis zum Sommer) viermal eine Talkshow, nächster Termin ist voraussichtlich der 21. März.

Sedar Somuncu bringt eine Sicht der Dinge auf den Punkt, die ich gut verstehe. Es geht um unsere Verlogenheit! Und Bequemlichkeit! Da kann und muss sich noch einiges ändern. Also spricht er es deutlich an! Hier ein Ausschnitt aus seinem erfolgreichen Programm H2 Universe – die Machtergreifung. Ob er selbst für diesen Ausschnitt den Titel „Die Wahrheit über uns und unsere Gesellschaft“ gewählt hat, weiß ich nicht. Denn von „Wahrheit“ zu reden ist ja nicht leicht.

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SONSTIGES: Politik – CDU in Bayern

Ich hatte kürzlich an dieser Stelle zur Gründung der CDB – Christdemokraten in Bayern – aufgerufen, um es zu ermöglichen, auch in Bayern eine Partei zu wählen, die Angela Merkel unterstützt. Die CSU hat Frau Merkel ja allzu lange geschadet und immer wieder geschwächt. Die CSU wird, fürchte ich, entscheidende Schuld tragen, wenn Frau Merkel nicht mehr Kanzlerin bleiben können sollte.

Im Blogbeitrag zur Parteigründung hatte ich erwähnt, dass ein Nürnberger Rechtsanwalt (und seine Ehefrau) gegen die Unmöglichkeit geklagt hatte, in Bayern die CDU wählen zu können. Ich hatte Kontakt zu ihm aufgenommen und erhalte jetzt folgendes Update: Herr und Frau RAe Roth haben nunmehr Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe eingereicht mit dem Ziel, die CDU jedenfalls mit der Zweitstimme auch in Bayern wählen zu können.Die Klageschrift liegt mir vor, ich würde sie bei Einverständnis der RAe Roth hier veröffentlichen. Mal sehen.

Es wird also weiter geklärt werden, ob etwa die Vereinbarung zwischen CDU und CSU nicht als „Vertrag zulasten Dritter“ (der Wähler in Bayern) – so seine Argumentation – unwirksam oder wegen Einschränkung der Wahlrechte in Bayern schlicht nichtig ist. Interessant.

Herr RA Roth schrieb kürzlich in einer Mail an seine Unterstützer:

„Es ist richtig und wichtig, dass Bürger und Politiker dieses Staates dem Demokratieabbau in einigen Mitgliedsländern der Europäischen Union oder gerade aktuell in der Türkei unter Verweis auf unser Wertesystem entschieden entgegentreten. Wir bleiben aber nur dann glaubwürdig, wenn wir selbst demokratische Grundsätze beachten und uns für diese Grundsätze einsetzen. Dazu gehört auch ein freies Wahlrecht dergestalt, dass jeder deutsche Staatsbürger die Partei wählen darf, die seit Jahren die Bundeskanzlerin stellt. Die derzeitige Unmöglichkeit gefährdet die Glaubwürdigkeit unseres eigenen politischen Wertesystems. Das könnten die Gegner unserer Demokratie propagandistisch ausnutzen und dem gilt es entgegenzutreten.“

Kontrollfrage: Dürfte denn die CDU mit der FDP etwa in Hessen eine Vereinbarung treffen mit dem Inhalt: „Wenn Ihr für Frau Merkel seid, treten wir in Hessen nicht an“?

Ich informiere weiter.

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SONSTIGES: Kann Sprache Karneval?

Der Pinguin mit dem blau-gelben Fell griff nach der eckigen Glasflasche und schleuderte sie auf das geschlossene Fenster. Sie klatschte zuerst kurz gegen die orangefarbene Wand neben dem Fenster, blieb aber unversehrt. Dann flog sie weiter, durch die Wand hindurch, hinaus auf die Straße. Obwohl er gleich darauf in das andere Zimmer rollte, der Pinguin, sah er ganz genau vor sich, wie sie auf den gelben Asphalt fiel. Immer noch unversehrt, nur ein bisschen verformt, verbeult, lag sie jetzt direkt vor dem Mann, der gerade am Haus vorbei schwebte, knapp über dem Boden. Laute Musik brodelte und erzeugte Wärme. Der Mann und auch die anderen Passanten schwitzten etwas. Er aß gerade eine rote Banane, die halb abgezogene blaue Schale hing seitlich herunter. Der Pinguin drehte sich zum Fenster und sang laut vor sich hin. Der Mann wiederum hörte es, obwohl er grüne Kopfhörer trug, hob die Flasche auf und blickte zum Pinguin, den er durch die Wand hindurch sah. Er rief zum Pinguin hinauf „Was gibt’s?“. – Der Pinguin antwortete: „Nichts. Ich brauche nichts“. – Der Mann wieder: „Na gut, mach ich. Wie viel?“. – Der Pinguin: „Mindestens eine Portion, damit es für heute reicht“. – „Verstehe“, sagte der Mann und schwebte um die Ecke. Kurze Zeit später kam er zurück, er kam dieses Mal von oben. In der rechten Hand hielt er eine kleine Tüte voll Nichts. Er griff hinein und probierte. „Also mir schmeckt das nicht“, sagte er. „Es schmeckt so glatt!“ Der Pinguin saß mittlerweile am Tisch. „Ist ja auch für mich, nicht für Dich. Und vielleicht haben sie es etwas gewürzt, dann schmeckt es anders, irgendwie wie Wasser, das zu nass gemacht wurde“, sagte er. „Ok“, sagte der Mann und reichte dem Pinguin die Tüte. Durch die Wand hindurch. Es begann gerade, winzige runde, bunt leuchtende Butterflocken zu regnen. „Vorsicht, heiß“, fügte er hinzu. Der Pinguin griff die Tüte und schüttete das Nichts schwungvoll in die Schüssel, die vor ihm lag. Ein kleiner Teil davon spritzte auf den Boden, war aber schon verschwunden, als der Pinguin danach schaute. Er ließ es sich dann gut gehen, der Tag war damit gerettet. Der Mann hatte etwas Gutes getan und der Pinguin war zufrieden. Ein ganz normaler Vorgang, so kurz vor Rosenmontag.

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LITERATUR: Hanja Yanagihara – Ein wenig Leben

Ein irgendwie unglaubliches Buch. Eine Aufgabe! Ein Buch, das sich liest und liest und liest und mehr und mehr wird man hineingezogen in die Schicksale der vier Freunde Jude, JB, Willem und Malcom. Und mehr und mehr merkt man: „Es geht um das Leben an sich! Es betrifft mich, obwohl die erzählte Geschichte so besonders ist“. Wie kann man das Leben überhaupt durchstehen? Es ist viel darüber geschrieben worden, hier links zur Besprechung auf ZEIT ONLINE und der Besprechung auf SPIEGEL ONLINE.

Es geht genauer gesagt in diesem Buch – das man (nicht etwa wegen seines 1000-Seiten-Umfangs) immer wieder weglegen muss, weil es so aufzehrt – um zwei elementare sich bedingende „Grenzen“ des Lebens. Mehr geht nicht, als Leser fühlt man sich an diese Grenzen geführt.

Zwei Seiten des Lebens. Auf der einen Seite:
Freundschaft und Liebe. Es ist unfassbar, wie die Leben der vier Freunde – vor allem Jude’s so bitteres Leben – nur durch ihre gegenseitige Freundschaft und Liebe ertragen werden, weitergehen. Jude speziell wird im Grunde nur dadurch am Leben gehalten. Das merkt man später – ich sage nicht, warum.  Das Leben der vier Freunde und weiterer Personen wird über Jahrzehnte hinweg verfolgt. Fast fünfhundert Seiten lang bekommt man vor allem ein Gefühl für die Liebe der drei Freunde von Jude zu ihrem hochtalentierten, intelligenten und gutaussehenden Freund Jude, der seine fürchterliche Vergangenheit verschweigt. Sie können es immer nur erahnen, sie erleben seine Schmerzattacken, seine Angst. Erst später kommt mehr und mehr davon zu Tage! Soviel Hilfe, Mitgefühl, tiefer Trauer und Empathie. Von Seiten der Freunde kommt alles, alles, was das Leben ihres Freundes Jude benötigt. Die Freundschaft und Liebe der Freunde von Jude zu ihm ist grenzenlos! Sie ist kaum zu fassen.

Auf der anderen Seite:
Leid, Traurigkeit, Schicksal, dem man nicht entkommt. Jude verschweigt ein fürchterliches Leid, seine fürchterliche Vergangenheit, menschlich kaum zu ertragen. Das unglaubliche schmerzvolle Leid Jude’s wird aber immer wieder getragen von – seiner und der Freunde – Zuversicht, Hoffnung, Verdrängung, Lebenswillen, Hilfe, dass man es kaum fassen kann. Jude will mithalten im Leben, er will das Leben mitmachen. Er muss es mitmachen! Das Leben ist ein „Weiter und weiter“, jedenfalls, wenn es von Liebe getragen wird! Es geht damit letztlich darum: Wie weit kann Schmerz und Leid für einen Menschen – Jude – gehen und wie weit kann Freundschaft und Liebe für einen Menschen das Leben aufrechterhalten. Wie wichtig ist sie? Und es geht darum, dass das Leben einfach traurig ist. Der Schmerz überschreitet alle vorstellbaren Grenzen, aber Jude will weitermachen. Die Liebe – vor allem die grenzenlose Liebe von Willem zu Jude, aber auch etwa die Liebe der Adoptiveltern Harold und Julia zu ihm – kennt keine einzige Grenze (vor welchen Grenzen sie steht, sage ich hier nicht). Man kann sich als Leser wahrscheInlich nur sagen: „All das, was mir – und wahrscheinlich allen mir bekannten Menschen – in meinem Leben widerfährt, ist ein unglaublcher Kleinkram! Ich kenne nicht im Geringsten mögliche Extreme des Lebens!“ Was folgt, kann eigentlich nur Demut sein. Demut vor dem guten Leben, das man hat. Und ein Gefühl für die Härte des Lebens.

Schon das Buchcover ist übrigens „berüchtigt“. Abgesehen davon, dass es bildlich fantastisch und kaum übertreffbar den traurigen Ton des Buches widerspiegelt (man schaut es sich immer wieder an), stammt es von einem Fotografen, der auch das Foto der letzten LP/CD des berüchtigten transsexuellen Sängers Antony (siehe früheren Blogbeitrag „Musik der Woche“ zum Tod von Leonhard Cohen) gemacht hat. Antony nennt sich ja mittlerweile Anohni.

HIER der Link zum Hanser Verlag, die Buchseite.

 

 

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MUSIK: Jahresrückblick 2016

Hier die Liste der in 2016 im Blog gebrachten Musik

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Musiktipp der Woche

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MUSIK: Marlene Dietrich – Sag mir, wo die Blumen sind

FACEBOOK war schon wieder aus! DAHER HIER NOCHMAL: Der Blog verträgt mal wieder etwas Musik. Die bisher hier gebrachten Titel – doch schon eine schöne Playlist – werde ich in Kürze zusammenstellen und hier einstellen. Heute – ich weiß gar nicht, wie ich drauf gekommen bin – etwas Altes. Es hat geschichtlichen Charakter, passte durchaus einmal in die politische und gesellschaftliche Landschaft, heute aber nicht mehr. Aber schön ist es, wurde auch weltweit gesungen. Es fühlt sich eigentlich an wie im kürzlich in den Kammerspielen gesehenen Kirschgarten von Anton Tschechow (siehe voriger Blogbeitrag). Denn wenn man es heute ansieht, merkt man vielleicht: Mit manchen Dingen kann man in der Gegenwart rein garnichts mehr anfangen. Vorbei. Aber – und das ist das Erstaunliche – es ist Geschichte und als solche schätzt man es. Man betrachtet es irgendwie anders, mit einem Abstand, der alles Schöne daran fast besonders zutage hebt. Gedankenfrei, vorurteilsfrei. Und danach: Schwupp ist man wieder in der Gegenwart! Wie die alte Ranewskaja, als sie im Kirschgarten ihr Schloss am Ende, vor der Abreise, noch einmal quasi nüchtern, mit kahlen Wänden, kahlen Räumen, entkernt, sieht. Als ihre Geschichte! Da sieht sie all das Schöne des Kirschgartens und des Schlosses noch einmal. Sie sieht es nicht mehr als Gegenwart. Es geht hier um MARLENE DIETRICH und das Lied SAG MIR WO DIE BLUMEN SIND.

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LITERATUR: Slavoj Zizek – Der neue Klassenkampf

Ich habe mit Mut und viel Zeit ein zweites Buch des Philosophen Slavoj Zizek gelesen. Der neue Klassenkampf – Die wahren Gründe für Flucht und Terror. Slavoj Zizek ist ein Tausendsassa der mo­dernen Zeit, der zwischen Politik und Philosophie argumentiert. Auf Youtube kann man eini­ges von ihm ansehen. Es ist eben interessant zu sehen, was ein schlauer Mensch mit einem inte­ressanten Blick auf die Dinge über aktuelle globale Entwicklungen denkt. Besser, als einfach mal schnell das Burkaverbot auszurufen, denke ich.

Er ist nicht leicht zu verstehen, ich habe wieder versucht, es auf kurze Punkte zu bringen. Es ist damit natürlich vereinfacht dargestellt. Er argumentiert gut, aber einiges bleibt offen. Letztlich hängt aus seiner Sicht alles am globalisierten Kapitalismus, nicht an den unterschiedlichen Kulturen. Der globalisierte Kapitalismus fördert einen neuen globalen Klassenkampf. Interessanter Gedanke. Hinter der Maske der kulturellen Vielfalt schwelt der brutale globale Kapitalismus.

Sein Resumee vorweg (letztes Kapitel):

Wir brauchen eine organisierte EU-weite humanitäre Behandlung der Flüchtlingswelle durch das Militär (Krisenfall!) mit klaren Richtlinien. Dann volle Toleranz innerhalb der Richtli­nien. Und:  „Wir sollten die derzeit vorherrschende linksliberale humanitäre Haltung verwerfen.“ Denn Toleranz außerhalb von klaren Richtlinien oder ohne Richtlinien zu zeigen, fördert nur den Nationalismus. Es geht um Universalismus statt Nationa­lismus. Man muss global den gleichen Kampf zu kämpfen lernen. Nationale Souveränität muss neu definiert werden. Es wird in der Welt künftig immer wieder große Fluchtbewegun­gen/Völkerwanderungen geben. („Migrationen im großen Stil sind unsere Zukunft“). Die Hauptursache für Flucht liegt im globalen Kapitalismus. Die globale Kaptalismus muss radi­kal geändert werden. Letztlich ist es etwas Kommunistisches, was wir brauchen. Wer kann was ändern? „Wir sind diejenigen, auf die wir gewartet haben.“ Braucht es eine große Katast­rophe, um etwas zu ändern? Das wäre obszön. „Wir müssen den Klassenkampf wieder auf die Tagesordnung bringen.“ Nötig ist die globale Solidarität mit den Ausgebeuteten und Unter­drückten. Klassenkampf wird oft mit Kulturkampf verwechselt. Wir müssen „die Basis unse­rer Gesellschaft weltweit umstellen“. Aber wie? Wahrscheinlich eine Utopie, sagte selber.

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HIER eine Zusammenfassung der Argumentation:Slavoj Zizek 3

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THEATER: Immer wieder die Liebe

Es geht immer wieder auch um die Liebe, wer braucht sie nicht? Allein in den letzten Tagen traf ich auf folgende Darstellungen:

Münchner Kammerspiele : Premiere „Hot Pepper, Air Conditioner and The Farewell Speech“

Hier geht es unter anderem um die Unfähigkeit, in der Arbeitswelt eines Unternehmens Nähe zu bewerkstelligen, die verkrampfte Unfähigkeit, sich dort ehrlich und privat auszudrücken. Der japanische Regisseur und Autor Toshiki Okada bringt „Hot Pepper, Air Conditioner and The Farewell Speech“, das schon an vielen Orten Erfolg hatte, auf die Bühne der Kammerspiele. In dem Stück (eine kleine, sehr gelungene Trilogie) geht es zunächst um das Leiden der Leiharbeiter eines Unternehmens, die den Abschied einer Kollegin planen, aber Angst um ihren eigenen Job haben (Hot Pepper), die Klage einer Mitarbeiterin über die Klimaanlage, die ein Arbeitskollege – völlig unfähig, hilflos, aber urkomisch und tragisch – zu einem Annäherungsversuch nutzen will (Air Conditioner) und schließlich um die fast traurige, auch hilflose Abschiedsrede der Leiharbeiterin (The Farewell Speech) vor den Kollegen. Das Stück ist noch mehrfach zu sehen, aber kurzfristig!

Filmfestes München BEAT BEAT HEART von Luise Brinkmann

Der schöne Abschlussfilm einer Studentin der IFS Internationale Filmschule Köln. Alles improvisiert, gut und sehr glaubhaft gelungen! Ein Aspekt: Der Glaube an die romantische Liebe, Kerstin denkt an ihren Ex-Freund Thomas, auf dessen Rückkehr sie immer noch hofft. Ein anderer Aspekt: Statt ihm steht Kerstins Mutter Charlotte vor der Tür, Mitte 50, jüngst von ihrem Partner getrennt. Sie zieht in Kerstins WG ein und lässt sich von einer weiteren Mitbewohnerin dazu inspirieren, sich eine Dating-App zum Kennenlernen neuer Herrschaften hochzuladen. Alle Versuche scheitern. Weiterer Aspekt: Kerstin verliebt sich wieder, bekommt Ärger mit der bisherigen Freundin des  Begehrten. Weiterer Aspekt: Die Mitbewohnerin, die zwar Sex will, aber keine Beziehung. Weil das nur zu Komplikationen führen würde. Alles in kleinem ruhigen Rahmen erzählt, ohne „Action“. Und durch die konsequente Improvisation sehr glaubhaft, humorvoll. Der Film ist im Rahmen des Filmfestes München noch zu sehen am Mittwoch (HFF) und am Freitag (ARRI Kino). Es wird sich danach herausstellen, ob er auch ins Kino kommt.

Demnächst:

Dieses Jahr erscheint (hoffentlich) noch meine Erzählung „Das Frühlingsfest„, in der es um eine Gruppe Jugendlicher geht, deren unterschiedliche Beziehungssschwierigkeiten unter anderem dargestellt werden. Neben anderen Ereignissen. Man kann die Erzählung auch hier im Blog lesen! Siehe oben im Header des Blogs.

Und: Dieses Jahr erscheint hoffentlich auch noch ein kleines Buch „Momente“ mit einer Auswahl meiner Gedichte – auch die Liebe wird mehrfach Thema sein – und Fotografien dazu von Gregor Kuhlmann. Ich gebe Bescheid, wenn es – in Kürze – soweit ist.

Love card in many languages - valentines day stock photo