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THEATER: Forced Entertainment- Complete Works, Table Top Shakespeare

2017 waren sie mit dem ebenfalls höchst skurrilen, aber auch hintergründigen „Stück“ Real Magic zum Theatertreffen Berlin eingeladen gewesen. Mit „Real Magic“ sind sie damals auch an den Münchner Kammerspielen aufgetreten. Wer sich an diesen Abend erinnert, weiß: Gesagt wurden eigentlich nur etwa drei Sätze, immer wieder … in einer Endlosschleife, die sich ständig leicht veränderte …

Zum 40. Geburtstag der Theatergruppe „Forced Entertainment“ haben sie nun alle 36 Shakespeare-Stücke auf einem Küchentisch nachgestellt. Man kann alle Stücke ansehen, in einer Studio-Version und in einer Live-Version. Es heißt: „Complete Works – Table Top Shakespeare“.

HIER ist der Link zu der Reihe der Shakespeare-Stücke.

Man kennt ja die Inhalte der bekanntesten Shakespeare-Stücke. Dennoch: Die Darstellungen auf dem Küchentisch machen Spaß. Sie erklären alles mit eigenen Worten, fast so, als würden sie einen Autounfall schildern. Die heroische Dramatik wird aufgelöst. Das tut den Schilderungen gut. Dennoch ist es nicht simpel, obwohl die Gegenstände so simpel sind und obwohl die Situation an einem schlichten Holztisch so simpel ist. Ja, der Widerspruch zwischen dem, was man sieht, und dem, was erzählt wird, ist herrlich. Man meint fast, man kommt so Shakespeare ein bisschen näher. Wohl auch durch die eigenen Worte, in denen die „Plots“ erzählt werden. Und: es gelingt, den Alltagsgegenständen durch die Art und Weise, wie sie eingesetzt werden, jeweils das Leben einzuhauchen, das sie repräsentieren. Man spürt mehr und mehr die Figur, die jeweils in diesen ansich nichtssagenden Haushaltsgegenständen steckt. Auch ein wichtiger Teil der Darbietungen, wie man auch dem einführenden Video zu dieser Reihe entnehmen kann. Ich muss mich aber auch noch etwas hineinarbeiten.

Man muss natürlich dem Englischen gut zu hören! Aber man kann ja auch einmal ein wenig „zurückspulen“. Die englische Zeitung The Guardian hatte übrigens geschrieben, man solle mit „Hamlet“ anfangen, hatte ich gelesen. Ja, die Erzählung des Hamlet ist es wert! Fast melancholisch und mit Liebe für die Gegenstände, die sie einsetzt, erzählt Terry O’Connor den „Hamlet“.

Also: William Shakespeare volle Kanne, aber völlig undramatisch aus der Küche erzählt. Sie erklären in Interviews, was sie darin sehen.

HIER der Link zur Website von Forced Entertainment.

Es heißt übrigens auf der Startseite von „Complete Works“: „Please consider making a small donation to Forced Entertainment in support of this work.“

THEATER: Forced Entertainment – Complete Works: Table Top Shakespeare

Ich mag schon lange die britische Performergruppe Forced Entertainment. Aus Sheffield. Es gibt sie – unter der Leitung von Tim Etchells – schon seit mehr als 35 Jahren! Sie touren mit ihren skurrilen „Projekten“ seit vielen Jahren um die ganze Welt. Beim Berliner Theatertreffen waren sie vor wenigen Jahren mit REAL MAGIC eingeladen, waren vor wenigen Jahren einmal an den Münchner Kammerspielen zu sehen und „schenkten“ zuletzt dem Initiator des SPIELART Festivals in München zu dessen Jubiläum drei ihrer berüchtigten „durational performances“, die teilweise 24 Stunden lang dauern.

Jetzt wagen sie sich – eigentlich völlig untypisch – erstmals an Theaterklassiker heran. Noch dazu an William Shakespeare. Und noch dazu an sämtliche seiner Werke! Ab morgen, dem 17.09.2020, bringen sie online wochenlang – jeweils an vier Tagen pro Woche – sämtliche Werke von William Shakespeare in eigenwilligen Fassungen. So geht es durch bis zum 15. 11. 2020, beginnend jeweils um 20.00 Uhr! Es sind 36 Abende, hinzu kommt jede Woche ein Abend für „discussion“. Macbeth ist das erste Stück.

Mithilfe von Küchengegenständen erklären sie die Inhalte aller Stücke von William Shakespeare. An einem blanken Holztisch sitzend spielt und erklärt jeweils ein Mitglied der Gruppe eines der Stücke. Mit eigenen Worten natürlich.

Es werden für Forced Entertainment untypische Abende sein, denke ich. Ich kenne sie eher so, dass sie zum Denken anregen, etwas betroffen machen. Trotzdem: Esmag sich lohnen – man sollte gut Englisch können -, sich das ein oder andere Werk von William Shakespeare auf diese Weise zeigen zu lassen. Ich bin gespannt.

HIER der Link zur Projektseite, auf der die Termine der Reihe „William Shakespeare: Complete Works“ zu finden sind.

Und HIER der Link zum ersten Abend des Projektes.