THEATER: PATHOS theater und HochX – Split and Merge

Das HochX steht für freie Szene im Bereich Tanztheater. The Garden of Falling Sands“ ist wiederum eingeladen zur Freiburger Tanzplattform 2024. HIER das Programm zur Tanzplattform. Das sind erste Eckdaten des Abends.

Es war eine interessante, schöne und überzeugende, sympathische Produktion. Es zeigte wieder einmal, wie wunderbar durch Körperbewegungen Emotionen und Stimmungen produziert werden können! Vier junge, sehr unterschiedliche TänzerInnen aus Mexiko/Kolumbien haben einen Tanz gezeigt, der im Norden Mexikos getanzt wird. Einen Tanz zur lateinamerikanischen Cumbia-Musik, der „Cumbia Colombiana“.

In extrem langsamen Bewegungen beginnen die Vier, ihre Bewegungen werden dann zunehmend getragen von lautem, klarem Rhythmus eingespielter Schlagzeuginstrumente. Die Bewegungen werden deutlicher und steigern sich. Die TänzerInnen wachen geradezu auf, interagieren untereinander, erhalten ganz langsam ihr Selbstbewusstsein. Man kann sich in sie hinein fühlen. Sie werden getragen vom Rhythmus! Sie genießen den starken Rhythmus. Sie werden dann immer freier, wilder auch, beruhigen sich dann zwischendurch wieder. Die Vier wenden sich auch mit Grimassen an das Publikum. Auch das eine Art Selbstbewusstsein. Es ist nicht etwa hochakrobatisch, aber es geschieht alles tänzerisch mit wunderbarem Gefühl für den Rhythmus, immer wieder mit Bewegungen, die man wirklich selten sieht, weil sie eben für diesen Tanz typisch sind.

Fazit: Es war sehr interessant und anregend, auf diese gelungene Art – die mit sehr begeistertem Applaus belohnt wurde! – musikalisch und tänzerisch einen Blick auf ein Lebensgefühl in Mexiko werfen zu können! Ich freue mich auf die nächste, die letzte Veranstaltung der Reihe. HIER ein Link zum Programm.

HIER noch der Link zu einer etwas umfangreichere Pressemitteilung zum Festival Split and Merge.

Kategorien
Allgemein

SONSTIGES: HafnerBurgmayr – mimpfmöh, alois oder nichts

Es heißt: „HafnerBurgmayr präsentieren einen Abend voller Lieder und Gedichte, die es gestern noch nicht gab, die aber heute schon Gassenhauer sind: Streichle Blumen, Alois oder nichts, lüzlü no, Friedel der Weps, Ampi ölei, Walzer mit Meer, Brez Brez usw.“.

Kurz:

Es hat etwas von bayerischem Humor: Die beiden nehmen sich nicht ernst. Das mag der Bayer. Sie beginnen den Abend – die Treppe herunter kommend – dementsprechend mit Posaune (Florian Burgmayr) und einem Jodler (Maria Hafner). Der Abend endet auch mit dem Jodler, einem sehr gelungenen, schönen Jodler, der mich an den bekannten „Juchitzer“ von Hubert von Goisern & Zabine erinnerte (HIER), den man kennen muss. Es folgen absurde Musikstücke, absurde Texte oder besser Wortfindungen, Sinnloses, manchmal am Rand des Sinnvollen, sodass man etwa 70 Minuten lang amüsiert zuhören kann. Auch das mag der Bayer. Die lockere Atmosphäre des Vorraumes passt gut dazu!

Florian Burgmayr und Maria Hafner haben auch Spaß daran, merkt man. So hat man einen lockeren, lustigen Abend vor sich, an dem man einfach nicht zu viel nachdenken muss. Mag das nicht auch der Bayer? Besonders Maria Hafner hat dabei mit starker und sicherer Stimme eine schöne Präsenz, oft begleitet sie sich und ihre Stimme mit ihrer Violine, während Florian Burgmayr meist die Ziehharmonika oder das Piano einsetzt. Beide stammen auch aus Bayern. Andererseits: Es ist kein betont bayrischer Abend, die Verbindung liegt nur etwas nahe. Ein Abend mit viel Phantasie, die sich hoffentlich bei beiden fortsetzt.

Die Fotorechte des Beitragsbildes oben werden den beiden gehören.

THEATER: Aussicht

Es ist ein Foto einer Wand, mehr nicht. Ein Foto von zweimal „Aussicht“. Beides passt irgendwie zusammen. Einmal der staunende Blick in die Landschaft – eine Szene aus „Caspar Western Friedrich„, das schöne, fast wortlose Stück an den Kammerspielen aus 2016, das vielen Münchnern unverständlich blieb. Und einmal im Wort.

Wie geht es weiter? Die Frage stellt sich immer wieder. Momentan besonders. Auch im Hinblick auf das Theater fragt sich natürlich: Wie geht es weiter? Man wird es im Herbst sehen – etwa in München, an den Kammerspielen, dem Residenztheater, dem Volkstheater, dem Metropoltheater, dem HochX und und und. Wie wird sich Theater verändern? Wie wird sich der/die Zuschauer/in verändern? Kann es überhaupt weitergehen? Und Theater selbst ist ja „Aussicht“. Immer mit der Frage: Wohin schaut man als Theatermacher? Wie schaut man? Schaut man ernst? Fröhlich? Zuversichtlich? Besorgt? Mein Gott, es ist alles so vielschichtig! Aber es genügt ja schon, wenn an EINER Schicht gekratzt wird, mehr geht nicht. Aber wenigstens kratzen, das finde ich immer gut. Nicht nur belustigen. Die Kammerspiele etwa. Dort schaute man immer sehr offen in die Welt und war wahrscheinlich sogar selber immer wieder überrascht, wie es einen selbst verändert, offen und tolerant, mit Respekt vor allem, Ausschau zu halten, sich zu begegnen. Warum sollte man auch allzu viel festzurren und darauf beharren? So war, glaube ich, auch eine recht besondere Atmosphäre an den Kammerspielen entstanden in den vergangenen fünf Jahren. Ich hatte es ja selber gemerkt und sehr geschätzt. Samouil Stojanov, Mitglied des Ensembles der Kammerspiele in den vergangenen fünf Jahren, sagte kürzlich in einem Interview, „die Leute wären baff“, wenn man dort noch ein paar Jahre zusammengeblieben wäre. Ja, Aussichten haben eben immer viel Potential …

... hier höre ich auf mit diesem Text. Werde ihn aber immer wieder ergänzen. Ich wollte eigentlich nur das Foto bringen, es gefällt mir irgendwie.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist AUSSICHT-1.jpg