Er hat eine gute Stimme, der 27-Jährige Xavier Darcy. Der Song gefällt mir. Xavier Darcy lebt in München. Geboren ist er als Sohn britisch-französischer Eltern, war in England, Frankreich, Kanada und Belgien zu Hause. Weltstar ist er noch nicht, hatte bisher kleine Erfolge: Beim Musikwettbewerb „Jugend musiziert“ gewann er mehrere Preise. Und 2018 belegte er beim Wettbewerb „Unser Lied für Lissabon“ (Auswahlentscheidung für den Eurovision Song Contest 2018) den zweiten Platz hinter Michael Schulte. Aktuelleres weiß ich nicht über ihn. Auf Facebook sieht man zumindest Einträge bis September 2022. HIER (für diejenigen, die Facebook haben).
HIER seine Website, die auch nicht auf sehr aktuellem Stand zu sein scheint.
Hier nun der trotz allem ganz gute Song „Orléans“:
Die Münchner Kammerspiele bringen ein Double Feature. Premiere war am Freitag, 07.10.. Beide Stücke werden in nächster Zeit auch einzeln geboten. Aber: Ich finde, dass sie in ihrer Unterschiedlichkeit einerseits und in ihrer bei der Vorstellung zeitlich gegebenen und thematischen engen Beziehung zueinander im Double Featureeine große Dynamik haben, die man miterleben muss. Gehen Sie in das Double Feature!
Beide Teile verbinden sich thematisch, in beiden Teilen spielen teils die gleichen SchauspielerInnen! Und sie spielen wunderbar: Katharina Bach (Bild oben, Copyright Armin Smailovic), Thomas Schmauser und Edmund Telgenkämper spielen in beiden Teilen. Besonders im zweiten Teil zeigt sich, dass gerade dieses Trio dieser so extrem unterschiedlichen Typen eine herrliche Auswahl für beide Teile des Double Features war!
Thema des Abends: Eine Frau sucht sich ihr Leben, sucht sich selbst. In beiden Stücken löst sich die Frau aus ihrer Umgebung. Einerseits löst sich die Ehefrau in Hendrik Ibsens Weltklassiker aus ihrem behüteten aber falschen Leben, aus ihrer „Einsperrung“ als „Lerche“ oder „Eichhörnchen“ (so nennt sie der Ehemann), andererseits löst sich bei Édouard Louis dessen Mutter aus ihrer sozial traurigen desaströsen Lage. Die „Einsperrung“ der Frau zu Zeiten von Hendrik Ibsen (Teil 1 des Abends, Ende des 19. Jahrhunderts; Ibsen hat „Nora …“ in München geschrieben!) sah dabei natürlich anders aus, als die „Loslösungsversuche“ von Édouard Louis’ Mutter zu unseren Zeiten (Teil 2 des Abends, heutiges Frankreich).
Der Ausbruch der Frau „Nora“ aus dem „goldenen Käfig“ war zu Ibsens Zeiten ein Skandal; der Versuch der Mutter von Édouard Louis dagegen, die sozial prekären Verhältnisse und die privat immer wieder üblen Zustände ihres Lebens zu verlassen, ist heute zunächst kein gesellschaftlicher „Skandal“ mehr, sondern eine „Beschreibung“. Eine berührende Beschreibung des Kampfes und der Versuche der Mutter, irgendwann in ihr eigenes Leben zu kommen. In Frankreich sind ja bekanntlich die sozialen Unterschiede noch deutlicher als in Deutschland. Auch dieses soziale Auseinanderdriften kann man allerdings durchaus als „Skandal“ bezeichnen.
Ich selber habe festgestellt, dass ich nach den Vorstellungen eigentlich ständig über mein (nicht prekäres) Leben, meine Familie, das damalige Leben meiner Eltern nachdachte. Beide Stücke zeigen etwas, was auch heute noch irgendwie in uns steckt, mehr oder weniger, so oder etwas anders.
Es geht also um diese beiden Stücke:
Den Weltklassiker von Hendrik Ibsen: „Nora oder Ein Puppenheim.“
Und den aktuellen Roman des französischen Schriftstellers Édouard Louis: „Die Freiheit einer Frau“.
Beides sind Inszenierungen von Felicitas Brucker.
Foto: Birgit Hupfeld
Ein Großteil der bisherigen Arbeiten von Felicitas Brucker findet sich HIER.
Es ist aber nicht so, dass man an diesem vierstündigen Abend (mit einer 20-minütigen Pause) ein „altes Stück“ (Ibsen) und ein „modernes Stück“ (Louis) sehen würde. Der alte Weltklassiker “Nora“ wird in dieser Inszenierung aus der alten Zeit herausgehoben. Das gelingt Felicitas Brucker sehr gut. Es wird zeitlos, obwohl der Verlauf der bekannten Geschichte genau erzählt wird. Nichts aber von wegen: „Ein Zimmer, viele Türen … der Türschlag am Ende“ – so die klassische Inszenierung. Zuletzt wurde „Nora oder Ein Puppenheim“ in München am Münchner Residenztheater so klassisch gespielt.
Schon der Untertitel zu „Nora“ – nur so heißt es an den Münchner Kammerspielen – verbindet das Stück in gewisser Weise mit unserer heutigen Zeit: “Ein Thriller von …“ heißt es dort. Leise wummert auch immer wieder ein dumpfer Sound im Raum. Ein Thriller. Auch schon die Tatsache der Einbindung von “Nora“ in ein Double Feature mit “Die Freiheit einer Frau“ vom französischen Erfolgsautor Édouard Louis holt „Nora“ aus seiner alten Zeit heraus.
Fotos beider Inszenierungen. Zunächst “Nora“:
Foto: Armin Smailovic
Und hier „Die Freiheit einer Frau“:
Foto: Armin Smailovic
Zu “Nora“:
Das „Besondere“ an der Inszenierung „Nora“ von Felicitas Brucker ist, dass der Weltklassiker von drei jungen Frauen um drei Blickwinkel erweitert, fortgeschrieben, ergänzt wird. Von Sivan Ben Yashi, von Ivna Zinc und von Gerhild Steinbruch. Er verliert damit seine klassische Sprödigkeit, sein Alter. Andererseits wird der Verlauf der Geschichte von Noras Ausbruch aus dem “goldenen Käfig“ von Anfang bis zu Ende getreu dem Original durcherzählt. Der erste Teil ein Prolog (Text von Sivan Ben Yashi). Die SchauspielerInnen sitzen bei einer Textprobe am Tisch vor der Bühne. Es fällt ihnen gewissermaßen auf, dass das Stück zwar „Nora oder Ein Puppenheim“ heißt, dass es um Nora geht, es aber letztlich schon in der Besetzungsliste des Stückes immer wieder primär um Noras Mann geht, Helmer. Er ist es, der auf Platz 1 der Besetzungsliste steht, nicht Nora auf 1 und er dann etwa auf 2 etc. Spitzfindig und treffend!
Dann „öffnet“ sich die Bühne. Ein wenig nur, denn sie bleibt versperrt, ist dominiert von der schräg und falsch herum im Raum hängenden riesigen Fassade der Villa der Helmers. An dieser großen Fassade klettern die Schauspielerinnen in der Folgezeit immer wieder herum. Es kommt zu Begegnungen, man rutscht ab, liegt in einem umgedrehten Fenstergiebel, steht vor dem Gebäude, hat kleine Einblicke in das Haus, steigt durch eines der vielen Fenster auf die Fassade …
Erst gegen Ende, wenn es für Nora – die ja lange Zeit noch für den Erhalt ihres „schönen Lebens“ kämpfte – langsam in Richtung Freiheit geht, hebt sich die Fassade nach oben, das Haus verschwindet fast.
Der Rückblick der drei Kinder von Nora auf Noras Leben wird in das Stück eingebaut (Text von Ivna Zinc). Auch dort: Nora musste immer perfekt sein – auch ein durchaus heute aktuelles Thema.
In den Textbestandteilen von Gerhild Steinbruch wird zusätzlich besonders die Befindlichkeit von Nora und weiteren Beteiligten herausgearbeitet.
Es ist eine insgesamt meines Erachtens sehr gelungene Inszenierung. Auch Musik (Nora singt tragend und röhrend S.O.S. von ABBA) und Video kommen – nicht übertrieben – zum „Einsatz“.
Zu „Die Freiheit einer Frau“:
Auch dies ein Teil, der mich zum Nachdenken anregte. Auf dem Bild oben sieht man fast alles wesentliche: Die schlichte Bühne – eine weiße Holzwand – und die drei SchauspielerInnen, gleich (modern und simpel) gekleidet. Sie wechseln ständig ihre Rollen, sind alle drei mal Édouard, mal die Mutter, der Vater, die Geschwister. Berührt folgt man der Geschichte von Édouards Mutter, die sie erzählen. Die Mutter, die ihrer prekären, von betrunkenen Männer dominierten Lebenssituation irgendwie entkommen wollte. Sie schmeißt schließlich ihren zweiten Mann raus, schafft es nach Paris, ihr Leben wird besser, etwas weg von der Armut. Am Ende stellt sie allerdings fest, dass sie dort auch kaum „angekommen“ ist, akzeptiert ist. Thomas Schmauser sagt daher zu Recht am Ende: Es geht nicht (nur) um Veränderung, es geht um Glück!
Man hat etwas gesehen, was einfach immer relevant ist! Was prägt uns mehr als das Verhältnis Mann – Frau, Vater – Tochter, Mutter – Sohn, Freund – Freundin … oder all das auch gleichgeschlechtlich natürlich? Wir möchten manchmal raus aus der Situation, aber wie soll es gelingen? Im Double Feature geht es speziell um das Thema „Die Frau und ihr eigenes Leben“! Es wird immer aktuell bleiben.
Das Münchner Residenztheater und die Kritik! Es folgt hier kein Eigenlob, aber eine Vermutung. Sie werden sich wundern, wenn Sie diesen Beitrag lesen. Ich habe mich auch gewundert!
Natürlich mögen es Theater, wenn gut über ihre Inszenierungen berichtet wird. Auch auf Blogs wie meinem. Als großer Theaterfreund berichte ich auch zumeist positiv, zumindest insgesamt immer wohlwollend. Nicht jede Theateraufführung kann aber jedem zusagen! Man möchte und muss als Blogger natürlich ehrlich sein. Dann gibt es das Dilemma: Was macht ein Theater dann, wenn kritisch geschrieben wird? Streicht es die Pressekarten, die es netterweise gibt? Verträgt es die Kritik? Freut es sich über Kritik – denn die Leserschaft der Blogger bleibt nur dann „bei der Stange“, wenn sie sieht: „Der schreibt ehrlich!“
Das Münchner Residenztheater hat auf Kritik in meinem Blog schon mehrfach reagiert. Jetzt stoppen Sie es, mich weiter zu unterstützen.
Erfreulicherweise erkennen seit Jahren AUSNAHMSLOS ALLE Theater, Verlage oder Institutionen bei denen ich jemals – JEMALS – deutschlandweit für Karten oder Rezensionsexemplar oder Ähnliches angefragt habe, diesen Blog als unterstützenswürdig an. Alle! Ich könnte sonst auch nicht so viel berichten. Das ist erfreulich, da zum Beispiel auch die bekannte Plattform http://www.nachtkritik.de darüber schreibt, wie schwer es für Blogger ist, im Theaterbereich als „Pressemedium“ anerkannt zu sein.
Ich rezensiere auch gerne Bücher, die ich lese. Ich bekomme jährlich Karten für das Berliner Theatertreffen. Mache alles mit viel Zeitaufwand und großem Engagement aus Leidenschaft und alles, um meinen Lesern Anregungen zu geben. Ich habe recht viel Zeit und möchte mein Kulturinteresse weitergeben! Fast 600 Beiträge sind es derzeit. Ich schreibe mit dem Interesse daran, Leser durch meine Beiträge anzuregen, sich auch dieses oder ein anderes Theaterstück anzusehen, zu lesen etc. Das ist meine Intention, ich möchte besonders als großer Theaterfreund Theater unterstützen und meinen Lesern mit meinen bescheidenen Beiträgen die Möglichkeit geben, einen ersten Eindruck oder eine Anregung für einen Theaterbesuch zu erhalten. Ich liebe die geistige Offenheit, mit der man ins Theater gehen kann bzw. eher muss. Ich bewundere im Grunde immer das große Engagement der Theaterbühnen, der Schauspieler, es muss und kann dabei nicht immer alles gelingen und jedem gefallen. Alles geht aber nur dann, wenn man (subjektiv) ehrlich schreibt.
Was geschah aber:
Das Münchner Residenztheater hatte mich schon vor etwa drei Jahren angeschrieben, nachdem ich etwas kritisch von einer Inszenierung des Hauses berichtet hatte. Ob es wirklich an der Kritik lag, weiß ich natürlich nicht. Man sagte mir jedenfalls, man könne mich nicht mehr unterstützen, der Bayerische Rechnungshof würde es nicht zulassen, dass Pressekarten an private Institutionen oder Aktivitäten vergeben werden. Mein Eindruck: Es war eine Art „Warnschuss“ des Münchner Residenztheaters. Denn ich hatte mich beim Bayerischen Rechnungshof erkundigt und erhielt die schriftliche Antwort, selbstverständlich sei es Sache des Theaters, an wen Pressekarten vergeben werden!
Etwa zwei Jahre später berichtete ich wieder einmal etwas kritischer über eine Inszenierung am Münchner Residenztheater. Wieder wurde ich angeschrieben. Wieder ein “Warnschuss“? Diesmal wurde mein Blog von der derzeitigen Leiterin der Presseabteilung unverschämt angegriffen und diffamiert. „Zu sagen, mein Blog sei Schülerzeitschriftenniveau“, sei für jeden angehenden Journalisten ein “Affront“. So und ähnlich! Ich war sprachlos!
Letzte Woche nun: Ich berichtete über den Besuch des Stückes „Engel in Amerika“. Diesen Bericht hatte ich mit nachdenklichen Erwägungen eingeleitet. Man las es wohl wieder als direkte Kritik. HIER der Link zu meiner Besprechung. Die Besprechung war kritischer als üblich, keine Frage, aber sie war freundlich und ich wies gerade am Ende des Berichtes darauf hin, dass all die globalen Krisen, von denen wir derzeit stehen, meine zweifelnden Äußerungen vielleicht begründeten. Ich fand nämlich, das Stück (Thema: Amerika in den Achtzigern) passe nicht in unsere momentane Zeit (anders als der bekannte SZ-Kritiker Egbert Tholl es sah). Erneut meldete sich das Münchner Residenztheater! Man können mir nun (ausdrücklich wurde mein Bericht über „Engel in Amerika“ erwähnt) keine Pressekarten mehr zukommen lassen! Ende! Für meine privaten „Ergüsse“ – hieß es dieses Mal – könnten keine Pressekarten mehr vergeben werden. (Wahrscheinlich ärgerte man sich auch darüber, dass mein Diktiersystem bei einer weiteren Anfrage versehentlich den von mir sehr geschätzten Regisseur Thom Luz als “Tom Lutz“ geschrieben hatte und ich es übersehen hatte.)
Fazit: Es ist erstaunlich, dass die teils wahrlich unverschämten Bemerkungen des Münchner Residenztheaters immer dann kamen, wenn ich kritisch berichtete. Natürlich mag das Residenztheater (speziell die Leiterin der Presseabteilung) eine eigene Meinung über meinen Blog oder Blogs insgesamt haben! Natürlich mag man nicht schlechte Kritiken! Klar! „Da könnte ja jeder kommen“, denken sie sich vielleicht auch. Vielleicht mögen Sie auch wirklich nicht mit Bloggern „zusammenarbeiten“. Blogs sind nicht “Presse“, auch klar.
Es geht nicht, dass man meinen Blog nur als bloßes Marketinginstrument und als nette Werbeplattform unterstützt. Er ist keine Werbeplattform. „Werbung ja, aber Kritik oder Nachdenklichkeit nein“ (kein Zitat, sondern meine Zusammenfassung!) – so geht es nicht. Wenn Theater, dann bitte auch mit Kritik oder Nachdenklichkeit. Professionelle Kritik von Pressemedien ist vielleicht einfach versteckter, zurückhaltender. Kritik und Nachdenklichkeit sind aber die Essenz des Theaterwesens!
Sooo viel wird ja nicht über die Inszenierungen am Münchner Residenztheater berichtet. In den (wenigen) Münchner Zeitschriften schon, aber online sehe ich wenige, die schreiben.
Es wäre also eine Gelegenheit gewesen – eine Art „Kooperation“ für Social Media eben – weiterhin locker zu bleiben und mit Freude an (ja meinerseits nie unverschämter) vereinzelter Kritik und Nachdenklichkeit einen Blog als soziale Plattform – moderne Zeiten! – für ja nicht wenige Theaterinteressierte weiterhin zu unterstützen. Oder mit mir einfach über eine Besprechung zu reden.
Das möchte ich also meinen Lesern mitteilen. Das Münchner Residenztheater geht einen eigenen Weg:
Es möchte, vermute ich, Lob – solange galt ich als unterstützungswürdig. Aber mit Kritik kommt man – mein Eindruck – nicht klar! Schade! Neue Blickwinkel, andere Meinungen, darum geht es doch! So schlecht ist der Blog nicht, denke ich, sonst würden ihn nicht alle anderen Verlage und Theater seit Jahren ausnahmslos unterstützen.
Ist das Verhalten des Münchner Residenztheaters ein lockerer Umgang mit Kritik? Ist es das passende Verhalten für ein großes Theaterhaus, mich herablassend zu kritisieren? Meines Erachtens nicht. Vielleicht kommen dort zu viele Blogger und bitten um „Akkreditierung“, also Anerkennung als Pressemedium? Das sehe ich nicht!
Mittlerweile hat sich der Intendant des Residenztheaters, Andreas Beck, bei mir übrigens netterweise für die Beleidigungen entschuldigt! Wenigstens das.
Ich bringe hier die Ergebnisse der jährlichen „Kritikerumfrage“ der Zeitschrift TheaterHeute, und zwar rückblickend noch einmal für die Spielzeit 2020/2021 (hatte ich damals nur kurz erwähnt) und aktuell für die Spielzeit 2021/2022.
2020/2021:
Inszenierung des Jahres: „Einfach das Ende der Welt“, die Inszenierung war wieder einmal von Christopher Rüping am Schauspielhaus Zürich. HIER der link zur Stückeseite
Schauspieler des Jahres: Benjamin Lillie vom Schauspielhaus Zürich, ebenfalls in „Einfach das Ende der Welt“, HIER der link zu seiner Seite beim Schauspielhaus Zürich.
Schauspielerin des Jahres: Maja Beckmann, ebenfalls vom Schauspielhaus Zürich in „Einfach das Ende der Welt“, HIER der link zu ihrer Seite beim Schauspielhaus Zürich.
Bühnen- und Kostümbild des Jahres: Judith Oswald und Sibylle Wallum, betreffend das Setzkasten-Bühnenbild von Anne Lenks Schiller-Deutung «Maria Stuart», HIER ein Trailer.
Stück des Jahres: Sibylle Bergs «Und sicher ist mit mir die Welt verschwunden», HIER ein Trailer.
Nachwuchsautorin des Jahres: Ewe Benbenek für ihren “Tragödienbastard“, Schauspielhaus Wien. HIER ein Trailer.
Nachwuchsregisseurin des Jahres: Cosmea Spelleken für das nur digital besuchbare Social-Media-Drama «Leiden des jungen Werther» von Johann Wolfgang von Goethe, HIER der link zu ihrer Seite beim Staatstheater Nürnberg.
Nachwuchsschauspielerin des Jahres: Anne Rietmeijer für ihre Rolle im Bochumer «Peer Gynt», Schauspielhaus Bochum. HIER ein link zu ihrer Seite
Nachwuchsschauspieler des Jahres: nicht vergeben
Statt des „Theaters des Jahres“ gab es 2020/2021 die Wahl des/der “Überlebenskünstler:in des Jahres“: Ergebnis “Alle“!
2021/2022:
Theater des Jahres: Schauspielhaus Bochum unter der Leitung von Johan Simons. HIER der Link zum Schauspielhaus Bochum
Schauspielerin des Jahres: Lina Beckmann für ihre Hass- und Bosheitsverkörperung von Shakespeares Antiheld Richard III., inszeniert von Karin Henkel am Deutschen Schauspielhaus Hamburg in Koproduktion mit den Salzburger Festspielen. HIER der link zu ihrer Seite beim Deutschen SchauspielHaus Hamburg
Schauspieler des Jahres: Samouil Stoyanov, sowohl für schweißtreibende Verse in «humanistää!» nach Ernst Jandl, als auch für seine Rollen und Tänze in «Karoline und Kasimir – Noli me tangere» des Nature Theater of Oklahoma, beide am Volkstheater Wien. HIER der Link zu seiner Seite beim Volkstheater Wien.
Inszenierung des Jahres: «humanistää!“ von Claudia Bauer am Volkstheater Wien. HIER der Link zur Stückeseite
Bühnenbild des Jahres: Patricia Talacko und Kostüme des Jahres Andreas Auerbach, beides in „humanistää!“
Stück des Jahres: Helge Haugs Text zu «Good night. All right.» – der auf der Bühne nicht gesprochen, sondern als Fließtext projiziert wird. HIER der Link zur Stückeseite auf der Website von Rimini Protokoll.
Dramatikerin des Jahres: Sivan Ben Yishai für «Wounds are forever», das die Mannheimer Hausautorin im Untertitel «Selbstporträt als Nationaldichterin» nennt, und für das trockene Klagelied sexueller Übergriffkeiten «Like Lovers do», uraufgeführt an den Münchner Kammerspielen. HIER der Link zu ihrer Seite beim Nationaltheater Mannheim.
Nachwuchsdramatikerin des Jahres: Sarah Kilter für ihren autobiografisch inspirierten Text «White Passing» über die feinen Unterschiede, Klassismus und Rassismus betreffend. HIER der Link zu ihrer Seite beim Schauspiel Leipzig.
Nachwuchsschauspieler des Jahres: Johannes Hegemann mit seinen ausgetüftelten Hüftschwüngen in Toshiki Okadas «Doughnuts», HIER der Link zu seiner Seite beim Thalia Theater Hamburg.
Diese Ergebnisse wurden jeweils wieder veröffentlicht im Jahrbuch der Zeitschrift TheaterHeute. Ich komme in Kürze auf das Jahrbuch zurück. Es geht dort in vielen vielen Artikeln um die Gesellschaft, um Persönliches, um Entwicklungen und Utopien, auch um die derzeitige Situation des Theaters und und und. HIER der Link zur Seite des Jahrbuchs auf der Verlagsseite des Theaterverlags.
Ein Tipp: Es lohnt sich, den umfangreichen Ausstellungskatalog der 34. Open Art in München zur Hand zu nehmen und zu blättern. Jedenfalls, wenn man ein gewisses Bedürfnis hat, sich kulturell anregen zu lassen. An diesem Samstag, 10. September 2022, und am Sonntag, 11. September 2022, jeweils von 11:00 bis 18:00 Uhr sind in München um die 50 verschiedene Galerien zeitgenössischer Kunst und etwa 30 andere Orte („Institutionen“, Museen, Stiftungen …) geöffnet.
Oder das Programm online durchgehen, geht auch! HIER!
Noch sind Theaterferien, daher hatte auch ich heute, Freitag, 09.09., (Beginn war 18:00 Uhr) Zeit, mir etwas anzusehen. Ich war – wieder einmal – in der kleinen Galerie der Stiftung van de Loo, Gabelsberger Straße, Kunstareal. HIER der link zur Website der Stiftung. Dies nur als Anregung.
Es ist eine kleine Ausstellung, zu sehen sind zeitgenössische Werke u. a. der folgenden Künstler: H.M. Bachmayer, Gunter Damisch:, Franz Hitzler, Asger Jorn, Gustav Kluge, Uwe Lausen, E.R. Nele, Helmut Sturm, HP Zimmer, Aneta Kaizer. Die Galerie hat vor allem Werke der damals sehr avantgardistischen „Gruppe Spur“, Künstler der Jahre 1957 – 1965. Der damalige Gründer der Galerie van de Loo, Otto von de Loo, hatte viel Kontakt zu diesen Künstlern. Ich kannte in meiner Jugendzeit Otto van de Loo als besten Freund meines Vaters gut.
Hier ein Bild mit kurzer Beschreibung der bisherigen Publikationen der Stiftung van de Loo:
Oder auch das gleich online: HIER! Dann ist man gleich auf der Website der Stiftung van de Loo.
Beispiel eines Künstlers der Stiftung van de Loo, der mir gut gefällt: Gustav Kluge. Etwa hier:
Ich glaube, es lässt sich für viele etwas Interessantes finden auf der 34. Open Art! Jedenfalls kommt es mir so vor, als wäre Kunst ohne Worte derzeit passender als das Theater. Bei all den Krisen kann man ja kaum Worte finden.
Das Theater steht im Schatten momentan. Im Schatten des realen Lebens, das so viele riesige Krisen zeitigt! Mal sehen, wie Theater darauf reagieren kann. So reagieren kann, dass man es sehen will, dass man es braucht! Hier etwas Musik. Ein Song von Wanda. Sie haben für den 30. September diesen Jahres ein neues Album angekündigt. Sie haben es angekündigt mit einem ersten Song daraus: „Rocking in Wien“. Ich bringe hier aber einen Song, den es schon etwas länger – nicht lange – gibt.
Deren Musik passt in die Zeit: Hemmungslos, nicht feinfühlig, schreiend; aber an das Leben denkend, positiv denkend – es geht um Liebe – aber das Negative sehend. „Wir sind verloren“! Etwas anderes bleibt uns derzeit auch nicht, scheint es! „Feinfühlig“ zu denken ist derzeit fehl am Platz. Der Titel „Wir sind verloren“ trifft unsere Zeit!
Sie wollen im November/Dezember diesen Jahres sowie im März nächsten Jahres auf Tour durch die Lande ziehen. Hier die Termine:
Auch im vergangenen Jahr fand sie statt, trotz Corona. Und so auch dieses Jahr wieder: Die Kritikerauswahl der Zeitschrift TheaterHeute. Im vergangenen Jahr (Spielzeit 2020/2021) war – wohl weniger beachtet – z. B. Christopher Rüpings Inszenierung „Einfach das Ende der Welt“ zur Inszenierung des Jahres gewählt worden. Hier sind nun die ErgebnissederAuswahl für die Spielzeit 2021/2022:
Theater des Jahres: Schauspielhaus Bochum
Inszenierung des Jahres: humanistää! eine abschaffung der sparten, Volkstheater Wien (noch ein paar Tage lang zu sehen auf 3sat, siehe meinen vorherigen Beitrag, HIER)
Schauspieler des Jahres: Samouil Stoyanov, Volkstheater Wien
Schauspielerin des Jahres: Lina Beckmann, Deutsches Schauspielhaus Hamburg
HIER eine Audiobesprechung der diesjährigen Auswahl. ich werde wahrscheinlich in Kürze auf diese Auswahl zurückkommen.
Die Inszenierung „humanistää!“, eine Inszenierung von Claudia Bauer am Volkstheater Wien, war dieses Jahr schon zum Berliner Theatertreffen (Mai 2022) eingeladen. Nun wurde sie im Rahmen der jährlichen Kritikerauswahl der Theaterzeitschrift TheaterHeute auch zur „Inszenierung des Jahres“ gewählt. Untertitel der Inszenierung: „eine abschaffung der sparten“.
Wer es sehen möchte: ACHTUNG!! Es kann nur noch für wenige Tage auf 3sat im Rahmen der jährlichen Reihe „Starke Stücke“ in der dortigen Mediathek abgerufen werden. Nur noch bis zum 3. September! Also noch wenige Tage! Der Sinn steht fielen zur Zeit wegen Krieg und wegen der viel zu vielen großen Krisen (Corona, Klima, Strom, Gas, Ernährung, Inflation, Globalisierung) nicht so sehr nach Theater, aber vielleicht hilft es auch ein bisschen.
HIER der link zur entsprechenden Seite in der Mediathek von 3sat.
HIER der Link zur Stückeseite von humanistää! auf der Website des Volkstheater Wien.
HIER noch eine köstliche Vorstellung des Spielzeit 2022/2023 des Volkstheater Wien!
Das Stück wird allerdings auch wieder in der Spielzeit 2022/2023 in das Programm genommen. Wer nach Wien fahren will, kann es also auch noch live sehen!
Hier wieder eine sagenhafte Aufnahme. Heute vor vier Jahren, am 16. August 2016, ist sie im nicht sehr hohen Alter von 76 Jahren gestorben: Aretha Franklin, the “Queen of Soul“. Sie hat ein unglaubliches Leben hinter sich: 1955, im Alter von zwölf Jahren, bekam sie zum Beispiel ihren ersten Sohn Clarence, den zweiten Sohn Edward 1957 mit vierzehn Jahren.
Die Aufnahme sieht nach Musikgeschichte aus. Sie ist aus dem Jahre 2015. Es war eine Veranstaltung, an der Barack Obama teilnahm. Auch er war offenbar gerührt, der vielleicht beste Präsident, den die Vereinigten Staaten je hatten. Aretha Franklin wusste seit 2010, dass sie Bauchspeicheldrüsenkrebs hatte.
Sie hat es tatsächlich noch einmal in meinen Blog geschafft! Lou Doillon! Congratulation and a big hug! What a great success! Je t’embrasse – muss ich ganz französisch sagen! Sie hat es geschafft mit dem Song „I C U“! Das sind großartige Glücksmomente: Meine herzliche Umarmung natürlich und auch die (wiederholte) Aufnahme in den Blog!
Mehrfach war ich zuletzt mit dem Münchner Olympiapark beschäftigt. Die Feiern zu “50 Jahre Olympia 1972“ hatten mich ja angezogen. Über die Theaterperformance „Pienes Regenbogen“ hatte ich berichtet. Und ich hatte danach die Erlaubnis erhalten, einen Ausschnitt aus einem seltenen Film zur damaligen “Regenbogenaktion“ auf der Abschlussfeier der Olympischen Spiele, der teils gezeigt wurde, zu bringen.
HIERgehts zum Beitrag “Pienes Regenbogen“. Und HIER gehts zum Blogbeitrag mit dem Filmausschnitt über Pienes Regenbogen.
Und ich weiß: Ich bin ein Fan des Olympiageländes, des Zeltdaches besonders!
Also was liegt näher, als den Bildband “Olympiapark München – Architektur Landschaft Kunst“, der vor wenigen Wochen erschienen ist, anzusehen! Es ist ein Bildband mit über 300 Seiten, Format annähernd DIN A 4, 21 x 28 cm, herausgegeben beim Büro Wilhelm Verlag. HIER der link zur Buchseite auf der Website des Büro Wilhelm Verlages. Danke dem Büro Wilhelm Verlag, der mir den Bildband zur Verfügung stellte!
Die Architekturfotografin Ines Jenewein hat zwischen 2015 und 2022 mit rein architektonischem Blick alle Winkel des Olympiaparks und seiner Bauten angesehen und fotografiert, ein wenig mit älteren Fotos oder – ebenfalls nur an wenigen Stellen – mit Fotos anderer Fotografen kombiniert. Ein ungewohnt architektonischer Blick! Auf den ersten Blick kommt man mit dem Bildband kaum zurecht. Er transportiert nicht sofort Emotionen. Nüchtern und ohne irgendwelche Personen auf den Bildern werden alle möglichen Details der wunderbaren Anlage gezeigt. Bei näherer Beschäftigung mit den Aufnahmen aber kommt man jedem Bild sehr nahe! Man erkennt mehr und mehr auf fast jedem Bild die architektonische Besonderheit! Und es sind meines Erachtens wirklich alles Besonderheiten! Die Fotoaufnahmen werden, je öfter man sie ansieht, umso besser! Allein die Farbgebung! Die dezenten Farben, die Formen, die immer irgendwie “schlanke Klarheit“ der Bauten, nie protzig! So zieht es sich durch den Park und durch den Bildband – wobei auch gezeigt wird, wie sehr der Olympiapark immer wieder auch ein Wechselspiel mit Natureindrücken bietet.
Auffallend ist schließlich insgesamt, dass man letztlich nur sagen kann: Trotz all dieser verschiedenen Blicke und Details bildet die gesamte Anlage des Olympiaparks eine wunderbare Einheit! Eine Einheit durch die dezente Wiederholung all der architektonischen Eigenheiten, durch die oft nur knappe Farbgebung der Elemente, durch die Natur, durch den überall unaufdringlich bleibenden Charakter der Bauten.
Hier ein paar Eindrücke aus dem Bildband (die Bildqualität ist im Bildband besser als hier). Die Aufnahmen sind nicht repräsentativ, insgesamt sind sie in diesem sehr gelungenen Bildband viel vielfältiger!
Foto: Olympiapark München GmbH/Fabian StoffersFoto: Olympiapark München GmbH/Fabian Stoffers
Der Bildband schafft es, einen besonderen Gesamteindruck mit vielen vielen Einzelblicken auf die Architektur im Kleinen und im Großen sowie auf Landschaft und – nicht viele – Kunstgegenstände auf dem Gelände zu verschaffen! Die Schönheit und Besonderheit des Olympiageländes, das ja von der UN zum Weltkulturerbe ernannt wurde, steckt in jedem Detail.
Die Bildrechte der hier gebrachten Aufnahmen liegen, soweit nicht besonders aufgeführt, bei Ines Jenewein/Büro Wilhelm Verlag. Ich hoffe ich darf die geschützten Bilder im Rahmen dieser Berichterstattung als „Zitatfotos“ aus dem Bildband „Olympiapark München“ von Ines Jenewein bringen.
Wer in den – immer wieder beeindruckenden – Räumen im Haus der Kunst München mit einer Performance in sehr besonderer Weise Ruhe und Stille und Langsamkeit und Gelassenheit und Zeit und Akustik UND die persönlichen Erfahrungen des Künstlers, die seine Klangperformance geprägt und ausgelöst haben, erleben möchte, hat heute Abend noch die Gelegenheit: Eine Performance von JJJJJerome Ellis. Heute, Sonntag, 24. Juli 2022, 20.00, Dauer etwa 1 Stunde. Ein Zusammenspiel von Saxophon, Klavier, Synthesizer, Hackbrett und Stimme in einer der schönen Hallen des Hauses der Kunst.
HIER der Link zur Ankündigung der Performance auf der Website des Haus der Kunst. Wer es nicht mehr geschafft hat, zu spät liest oder Ähnliches, kann über diesen Link wenigstens ein bisschen hinein hören.
TUNE ist eine Reihe von kurzen “Sound Residencies“ im Haus der Kunst. Jeden Monat erhält ein Künstler/eine Künstlerin im Haus der Kunst Gelegenheit, seine Arbeit und seine sehr spezielle Herangehensweise an Sounds darzustellen. HIER der Link zur Seite des Programms TUNE auf der Website des Haus der Kunst.
Was JJJJJerome Ellis spielt, kann man kaum Musik nennen, es sind Töne, Klänge, die in die Stille fallen. Es sind keine Musikstücke, die man hört. JJJJJerome Ellis sagt, seine Kompositionen sind wie Springbrunnen, ohne Ende und ohne Anfang, fließend, sprudelnd. Man kann lange davor stehen, man kann kurz davor stehen. Sie entwickeln eine sehr besondere Qualität.
Vor allem haben seine Kompositionen sehr persönliche Ausgangssituationen: ZUM EINEN: JJJJJerome Ellis ist Stotterer, der die Momente des beginnenden Stotterns durch Innehalten des Redens umgeht. Es entstehen Sprechpausen. So entsteht immer wieder eine Ruhe, Stille, aber auch ein besonderes Bewusstsein und eine Beziehung zu ihm und von ihm zum Gesprächspartner, zur Umgebung… JJJJJerome Ellis hat dadurch gelernt, das Besondere dieser Ruhemomente mit Sounds deutlich zu machen und generell die sehr besondere Qualität von Stille zu erkennen. Man merkt seinen Kompositionen von Beginn an an, dass gewissermaßen hinter jedem Ton die Stille steckt. Ohne Stille kein Ton! Rhythmus und Takt würde diese Beziehung zwischen Stille und Ton überdecken. Man würde nur noch einem Musikstück zuhören. Das Fehlen von Rhythmus und Takt legt die Töne frei, der Klang fällt in die Stille, ohne in ein Musikstück eingebunden zu sein. JJJJJerome Ellis ist in seiner Herangehensweise übrigens nicht weit entfernt von dem Thema, das ich letztlich mit dem Buch VITA CONTEMPLATIVA vorgestellt hatte. HIER der Beitrag.
ZUM ZWEITEN: In der Performance im Haus der Kunst geht es speziell darum, dass die Vorfahren von JJJJJerome Ellis Sklaven waren. Er greift Berichte über die Flucht eines (mehrerer?) Sklaven in West Virginia auf. An diese Flucht erinnert JJJJJerome Ellis mit seiner Komposition. Der Sklave (die Sklaven) werden von ihm nachträglich durch die Komposition sehr speziell geehrt, gewürdigt. Er „singt“ (besser: “gibt sie dazu“) mit melancholischer Stimme nur die Namen von „einer Handvoll“ Pflanzen, die wohl auf den Wegen des/der Sklaven auf ihrer Flucht zu finden waren. So hört man sehr besondere Sounds und ist sich des Grundes der Sounds bewusst.
Sehr schön, sehr besonders und wunderbar!
Hier ein Foto vom Abend:
Die nächsten Veranstaltungen der Reihe TUNE:
Emir Timur Tokdemir und Tove Agelii: Emiranda: 23–26.9.22
Die Frage ist: „Wie leben wir?“ Es läuft doch einiges schief. Wenn es so weitergeht, zerstören wir die Erde, keine Frage. Die Frage ist auch: “Wie gehen wir an die gewünschte Erreichung eines Endes der Zerstörung der Welt heran?“ Diese Fragen können/müssen natürlich auch philosophisch bearbeitet werden.
Die praktische Umsetzung ist dabei eine andere Frage, ob sich da jemals noch etwas ändert, ist fraglich. Ich habe jedenfalls den neuen philosophischen Essay des in Berlin lebenden deutsch-chinesischen Philosophen Byung-Chul Han “VITA CONTEMPLATIVA“ gelesen, der sich letztlich mit diesen Kernfragen auseinandersetzt.
Im Grunde ist es Philosophie mit starker Tendenz zu Gesellschaftskritik. Philosophie nur „der Philosophie wegen“ ist heutzutage auch kaum angebracht. So wurde Byung-Chul Han auch 2010 mit Die Müdigkeitsgesellschaft bekannt. Er diagnostizierte damals, dass in modernen Gesellschaften nur Effizienz und Vermarktungslogik eines Jeden zählen. Die Folgen seien Sinnlosigkeit, Depression, Müdigkeit. In der Beschleunigung, der Optimierung des Selbst, dem Keine-Zeit-Haben für sich und seine Mitmenschen sieht Han eine gefährliche Entwicklung.
Der Essay „VITA CONTEMPLATIVA (oder von der Untätigkeit)“ wird – ein kurzer Überblick – auf der Umschlaginnenseite beschrieben. Es geht diesmal nicht um Müdigkeit, sondern um den Verlust der Fähigkeit des Menschen zur Untätigkeit. Hier die kurze Zusammenfassung:
118 Seiten, kleines Format, sechs Kapitel – das lässt sich machen, um sich einmal mit diesen Fragen auseinander zu setzen. Die Kapitel lauten:
Ansichten der Untätigkeit
Eine Marginalie zu Zhuangzi
Vom Handeln zum Sein
Der absolute Seinsmangel
Das Pathos des Handelns
Die Kommende Gesellschaft
Natürlich handelt der Mensch, der Mensch ist handelndes Wesen. Das will auch Byun-Chul Han nicht bestreiten. Es geht um die Ergänzung des Handelns. Ergänzung durch ein kontemplatives Element, das wir aus dem Auge verlieren. Kontemplation, damit ist nicht etwa Freizeit gemeint! Kontemplation ist mehr! Das handelnde Element beschränkt den Menschen auf ein funktionierendes Subjekt. Auch Freizeit dient ja letztlich nur dem Funktionieren, dient dem handelnden Subjekt mit seinem ständigen Gedanken an ein “um zu …“. Erst wenn aber dieser Gedanke “um zu …“ fehlt, entfaltet sich wirklich Freiheit!
Byun-Chul Han entwickelt – muss man sagen – hierbei nicht etwa eine eigenständige Philosophie der Untätigkeit, sondern zeigt im Grunde eher auf, dass sich viele viele Philosophen, Künstler etc. bereits mit diesen Themen beschäftigt haben. Er hangelt sich von Philosoph zu Philosoph, von Kultur zu Kultur, und erklärt deren Sichtweisen zu diesen Fragen eher, als dass er eine eigenständige Philosophie entwickelt. Er verbindet letztlich die gefundenen Aussagen. Ein kleiner Schwerpunkt seiner Untersuchung ist dabei sogar die „Gegenposition“, die früher von Hannah Arendt in ihrem Buch „Vita activa“ vertreten wurde. Der Mensch werde erst durch Handeln im öffentlichen Raum („polis“) zum Individuum. Das mag richtig sein, schließt aber im Grunde daneben das Element der „vita contemplativa“ nicht aus. Individuum zu werden einerseits und das Sein überhaupt angemessen erkennen zu können andererseits, es sind zwei paar Stiefel!
Ansonsten: Adorno, Benjamin, Schiller, Plutarch, Anaxagoras, Homer, Klee, Rilke, Proust, von Aquin, Kleist, Nietzsche, Heidegger, Handke, Kierkegaard, Musil, Cezanne, Luhmann, sie und viele viele mehr werden herangezogen, weil sie alle wohl auch irgendwo das spürten, was Byun-Chul Han mit seinem Essay erklären möchte: Das so wesentliche Element der vita contemplativa, das seiner Ansicht nach übrigens durch die digitale Welt und durch Künstliche Intelligenz mehr und mehr verschwindet. KI kennt nichts „Kontemplatives“, KI kennt nur “an und aus“, sagt er.
Immer wieder schwingt dabei – kurz aber jeweils nur – auch der Hinweis darauf mit, dass wir uns vor allem der Rettung der Natur verschließen, wenn das kontemplative Element verschwunden ist. Hier kommt Gesellschaftskritik durch. Und vielleicht die Absicht von Byung-Chul Han, alles mit einem Weg zur Rettung der Natur zu verbinden. Die Welt und die Natur brauchen das kontemplative Element.
Auch hierzu ein Auszug, Seite 51:
Byung-Chul Han hatte über Heidegger promoviert. Die hier oben gebrachte kurze Darstellung über Heideggers Denken passt gut, ist aber nicht repräsentativ für dieses Buch. Es geht viel allgemeiner aus verschiedenen Blickwinkeln um das kontemplative Element, um das Erkennen des „Seins“. Durch Kontemplation gibt man sein egoistisches „Selbst“ auf, dann kommt das Sein der Welt zum Vorschein. Das Nichtvollziehen von Dingen wird wichtig, nicht das ständige Eingreifen! Heideggers Schrift “Ethik der Scheu“ wird erwähnt.
Insgesamt ein sehr wertvoller Gedanke, den Byun-Chul Han aufgreift, vertieft und erläutert. Der Ansatz ist elementar und deswegen lohnt es sich, den gerade erschienenen Essay zu lesen. ich empfehle dann allerdings, ihn zweimal zu lesen!
HIER der Link zum Wikipediaeintrag über Byung-Chul Han und HIER der Link zur persönlichen Website von Byun-Chul Han.
Und HIER der link zur Internetsite zum Buch VITA CONTEMPLATIVA auf der Website des Ullstein Verlages.
Die Münchner Olympiade 1972 hat sich zum 50. Mal gejährt, 1972 -> 2022. Es gab eine Woche Feierlichkeiten auf dem Münchner Olympiagelände, diesem sagenhaften Gelände! Es gibt weiterhin eine sehenswerte Ausstellung zum Olympiagelände in der Pinakothek der Moderne! HIER der Link.
Die spektakulärste Kunstaktion der Olympischen Spiele 1972 sollte zur Abschlussfeier ein 440 Meter langer Ballonschlauch in Regenbogenfarben werden, der – beleuchtet – am dunklen Himmel über dem Olympiastadion schweben sollte. Zwei Tonnen hauchdünnes Polyethylen.
Ich war auf der Veranstaltung “Pienes Regenbogen“, die als Kooperation des Münchner Kulturreferats mit den Münchner Kammerspielen entstanden ist!
Otto Piene war der Künstler, der die damalige Aktion verantwortete. Otto Piene – man kennt ihn nicht oft, vermute ich. Ich kannte ihn nicht. Ich bin ihm nachgegangen, ein toller zeitgenössischer Künstler, finde ich, der übrigens am 17. Juli 2014, also in wenigen Tagen (Bericht geschrieben am 14. Juli 2022) vor acht Jahren, gestorben ist.
Hier ein Video zu einer anderen groß angelegten Ausstellung zu Otto Piene in Berlin aus dem Jahre 2014 („Otto Piene – More Sky“). Eine für den 18. Juli 2014 geplante Veranstaltung der Ausstellung an der Neuen Nationalgalerie wurde zu seinen Ehren durchgeführt – einen Tag nach seinem Tod. Auf dem Video ist – ziemlich am Anfang – eine seltene Aufnahme des Regenbogens (noch bei Tageslicht) zu sehen. Ich habe eine Anfrage gestellt, ob ich den schönen „Regenbogenfilm“ von 1972 hier veröffentlichen kann, der am Ende der jetzigen Feierveranstaltung gezeigt wurde. Mal sehen.
Die Olympischen Spiele von 1972 in München waren idealistisch schön durchdacht. Es ging nicht um Gigantismus. Der Regenbogen etwa sollte ein Gegenentwurf zum monströsen Lichtdom aus 36 Falkscheinwerfern sein, der die Schlussfeier der Spiele 1936 in Berlin illuminiert hatte. 60.000 Zuschauer wurden erwartet, 100 Millionen an den Fernsehgeräten. Statt des üblichen Abschlussfeuerwerkes sollte dieser Regenbogen die Idee der Freiheit, des alle Verbindenden und der Hoffnung vermitteln!
Dann das Attentat am 5. September 1972, fünf Tage vor dem Ende der Olympiade. Alle israelischen Geiseln, fünf palästinensische Terroristen und ein Polizist waren tot. In einer hastig zusammengerufenen Versammlung am Morgen danach (siehe das Beitragsbild oben) musste die Entscheidung fallen, ob die Regenbogenaktion trotz des ungeheuerlichen Endes der Geiselnahme durchgeführt werden sollte! Die Theaterperformance „Pienes Regenbogen“ rekonstruierte den Verlauf dieser Versammlung anhand der Aufzeichnungen von Otto Pienes Mitarbeiter Jürgen Claus. Die Namen der gestorbenen israelischen Geiseln wurden vorgelesen.
Die später offene Diskussion endete jetzt mit einer Abstimmung unter den anwesenden Zuschauern. Damals, 1972, wurde – glaube ich – zwischen den fünf beteiligten Personen abgestimmt. Fast alle der Zuschauer bei dieser Veranstaltung stimmten am Ende nun für eine Durchführung der Regenbogenaktion. Tatsächlich wurde sie auch 1972 im Rahmen der Abschlussfeier der Olympischen Spiele durchgeführt. Das Licht im Olympiastadion erlosch für einen Moment, als der Regenbogen am dunklen Himmel beleuchtet über dem See schwebte.
Schauspielerisch übrigens überzeugte – wieder einmal – Christian Löber, langjähriges Mitglied (er ist aber noch jung) des Ensembles der Münchner Kammerspiele, hier in der Person von Otto Piene. Er überzeugt zuverlässig eigentlich immer! Bei den anderen drei Schauspielern und der Schauspielerin war mein Eindruck: Etwas zu wenig haben sie die brutale Erschütterung der Olympischen Spiele wiedergegeben, die doch auf dieser Versammlung sicherlich prägend war! Da hätte noch mehr von dem damaligen Entsetzen rüberkommen können! Das fürchterliche Ende der Geiselnahme war gerade einmal wenige Stunden her!
Dennoch: Die schön ausgewählte kleine „Theaterperformance“ hat die Zuschauer insgesamt auf wunderbare Art und Weise zurückgeholt in den Kern und die Stimmung der Olympischen Spiele 1972 in München!
Einiges zu Otto Piene kann man ansonsten z. B. sehen auf der Website von Artnet. HIER der Link.
Eine wunderbare Reihe von Filmen zu jedem einzelnen Tag der Olympischen Spiele 72 in München bietet derzeit (Juli 2022) der Bayerische Rundfunk. HIER der Link.
Es ist erstaunlich, dass das Stück 4.48 Psychose von Sara Kane doch immer wieder auf die Bühnen gebracht wird. Zuletzt etwa am Deutschen Theater Berlin in einer der typischen Inszenierungen von Ulrich Rasche (HIER der Link zur Stückeseite auf der Website des Deutschen Theater Berlin und HIER ein Trailer).
Oder am Theater Dortmund in einer gänzlich anderen Inszenierung von Kay Voges, die allerdings schon ein paar Jahre her ist (HIER der Link zur Stückeseite auf der Website des Theater Dortmund und HIER ein Trailer). Auch sie scheint typisch für Kay Voges. Oder – auch vor ein paar Jahren – in einer Inszenierung von Katie Mitchell am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg (HIER der Link zur Stückeseite auf der Website des Deutschen SchauSpielHaus Hamburg und HIER ein Trailer).
Jetzt bringt das Metropoltheater am nördlichen Rand Münchens – in Freimann – das Stück in einer Inszenierung von Jochen Schölch. Es ist eine Wiederaufnahme, Premiere des Stückes war dort im Oktober 2021. Weitere Ausführungstermine bis zum August sind mir allerdings nicht bekannt.
HIER der Link zur Stückeseite 4.48 Psychose auf der Website des Metropoltheater.
Es ist – wie gesagt – erstaunlich, dass dieses Stück immer wieder gebracht wird, da es doch letztlich schwer verständlich ist. Das Stück hat keinen Inhalt, es sind Worte, Texte, Gedanken von Sarah Kane, die sich wenige Monate nach Vollendung des Textes 4.48 Psychose das Leben nahm. Sie hatte den Text noch an den Verlag geschickt – zur Veröffentlichung nach ihrem Tode.
Autobiografische Worte, die Sarah Kane während kurzer klarer Momente in ihrer Depression (um 4 Uhr 48 jeweils) schreiben konnte. Niemand wird sie je ganz verstehen. Wir nennen es „Depression“, doch auch das ist schon eine hilflose Bezeichnung. Wir wissen nicht, was man fühlt und denkt und sieht in einer „Depression“. Wahrscheinlich sind Depressionen auch sehr unterschiedlich.
4:48 Uhr bedeutet dabei wohl kaum “Momente der Gesundheit“. Sie nannte es „Momente der Klarheit“. Und „Klarheit“ beschreibt sie so: „Um 4 Uhr 48, wenn die Verzweiflung mich überkommt …“. Es ist immer ein Entsetzen über die Welt dabei, das sie eben um 4 Uhr 48 für etwa eine Stunde wenigstens formulieren konnte. Es geht auch um einen gewissen Betrug, den die Welt immer wieder mit sich begeht. Das erkannte sie und verzweifelte wohl auch daran.
„Depression heißt Zorn“.
Oder:
„Meine Gedanken fliehen mit einem Mörderlächeln. Hinterlassen Angst und Verstimmung, die aufheulen in meiner Seele“.
Und so weiter, all das sind nur Bruchstücke ihrer Empfindungen. vielleicht ist es die Verzweiflung, sich selbst in der Wirklichkeit unserer Welt nicht wirklich finden zu können.
Sarah Kane hat keine Rollenverteilung für ihr Stück vorgenommen. Das ganze Stück kann von einer einzigen Person gespielt werden (SchauSpielHaus Hamburg), kann aber auch von vielen gespielt werden (Deutsches Theater Berlin). Hier im Metropoltheater sind es zwei Personen: Die Patientin und ein Arzt, Judith Toth und Thomas Meinhardt.
Sie spielen es auf der dunklen Bühne „hinter Glas“. Wohl, weil die Patientin Sarah Kane sich abgetrennt sieht von der Welt. Sie und die Welt. Ab und zu kommt der Arzt aus der “Welt“ hinein in ihren Kubus. Die Patientin Sarah Kern spiegelt sich durch das gelungene Bühnenbild – siehe oben – oftmals vielfach in den Glaswänden, berührt sie, bringt sie in Bewegung (es ist ja Plastik), will von “draußen“ etwas sehen. Auch die Stimme „verändert“ sich: Es werden Sequenzen Play-back gesprochen.
Beide, Judith Toth und Thomas Meinhardt, spielen überzeugend. Vor allem bei Judith Toth – es ist ja im Grunde “ihr“ Stück – merkt man: Sie hat das, was sie spielt, verinnerlicht – soweit das geht. Jochen Schlöch sagte ja im anschließenden Publikumsgespräch: Wir wissen nicht, was eine Person im “depressiven“ Zustand denkt.
Sarah Kane hat versucht, es uns etwas näher zu bringen, etwas davon in unsere “Welt“ zu transportieren. Das macht das Stück interessant. Man sollte den Text danach in Ruhe lesen!
Er ist gerade auf Tour. Morgen, 29.06., tritt er in der Waldbühne in Berlin auf! Aber es gibt noch genug andere Gelegenheiten: Verona – Anfang Juli, Luxemburg – Anfang August, Rastatt – Anfang August, Vilnius – Mitte August, London und Paris – Ende August … alles schöne Reisen! HIER alle Daten!
THE ROAD: Kurz und ruhig. Es könnte die Schlussszene eines Films sein: Er oder sie sieht etwas – blickt lange hin – dreht sich dann langsam um – und geht weg – geht und geht – entfernt sich von der Kamera …
HIER noch einmal der Link zur Website von Nick Cave.
Zweifach Goethes Werther: Der Erste online, jeder kann es live am Sonntag, den 26.06., 17.00 Uhr, verfolgen! “werther.live“ ist ein Stück, das im Rahmen des am Freitag beginnenden Festivals „radikal jung“ am Münchner Volkstheater gezeigt wird. Der zweite Ansatz heißt schlicht “Werther“ und hat schon morgen, Mittwoch, 22.06., 20.00 Uhr, am Münchner Residenztheater Premiere
Zu den beiden Annäherungen an Werthers Liebesleiden:
Das digitale Theaterstück „werther.live“ auf dem Festival radikal jung hatte schon große Resonanz. Es wurde mit dem Deutschen Multimediapreis 2020 ausgezeichnet und wurde beim nachtkritik-Theatertreffen 2021 unter die zehn besten Stücke des Jahres gewählt. „werther.live“ war außerdem nominiert für das Theatertreffen der Berliner Festspiele und ist eingeladen zum 38. Heidelberger Stückemarkt. Es gastiert auch digital u.a. beim Schauspiel Köln, Schauspielhaus Hamburg, Deutsches Nationaltheater Weimar, sowie auf den Festivals PERSPECTIVES und Arena.
Übrigens mit Vorgespräch um 16:15 Uhr mit C. Bernd Sucher zur Produktion und zum Werk von Cosmea Spelleken und Nachgespräch um 19:00 Uhr mit Regisseurin Cosmea Spelleken und Leonard Wölfl (technische Produktion).
Finde ich ja sehr interessant: Wie spielt sich tragische Liebe heutzutage online ab?
Wikipedia schreibt über Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“ Folgendes: Es gilt als Schlüsselroman desSturm und Drang. Es entwickelte sich „zum ersten Bestseller der deutschen Literatur“, wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und war Mitauslöser der sogenannten Lesesucht. Dass Goethes Buch ein Welterfolg werden würde, war auch für ihn nicht vorhersehbar. Später schrieb er in seiner Autobiografie Dichtung und Wahrheit: „Die Wirkung dieses Büchleins war groß, ja ungeheuer, und vorzüglich deshalb, weil es genau in die rechte Zeit traf.“
HIER die Stückeseite von „werther.live“ im Rahmen des Programms des in diesen Tagen beginnenden Festivals „Radikal jung“.
Und „Werther“ am Residenztheater, der wird also etwas herkömmlicher insoweit, als es auf der Bühne stattfindet. Aber wahrscheinlich wird es auch nur ein bisschen herkömmlicher. Der Untertitel heißt: „Ein theatralischer Leichtsinn von Johann Wolfgang Goethe mit Texten von Karoline von Günderrode“. Es ist also auf jeden Fall eine Mischung mit Texten von Goethes Werther und Texten von Karoline von Günderrode!
HIER die Stückeseite von “Werther“ auf der Website des Münchner Residenztheaters.