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Allgemein Gelesen und geblättert

LITERATUR: Lion Feuchtwanger – Exil

  • Beitragsautor Von maxkuhlmann
  • Veröffentlichungsdatum 17. Dezember 2017
  • Keine Kommentare zu LITERATUR: Lion Feuchtwanger – Exil

Mit Lion Feuchtwanger kann mir keiner mehr kommen! Nach dem schmalen Bändchen Erfolg habe ich jetzt noch das Heftchen Exil von ihm gelesen. Zwei Teile seiner Kurzgeschichtentrilogie Wartesaal. Und das alles wegen der Inszenierung des Stückes „Wartesaal“ von Stefan Pucher an den …. Münchner Kammerspielen natürlich. Nächste Woche gehe ich hin.

Ist ja ohnehin interessant: Am vergangenen Donnerstag, 14.12.2017, war Premiere des Stückes Trommeln in der Nacht von Bertolt Brecht (HIER mein Blogbeitrag) und jetzt kommt eben Lion Feuchtwanger. Beide kannten sich nämlich, waren gute Freunde. Es gibt ein Buch über ihre Freundschaft: „Sunset“ von Klaus Modick (HIER eine Besprechung des Buches aus 2011 vom Deutschlandfunk Kultur).

Bertolt Brecht bat damals in München Lion Feuchtwanger, sein Werk „Trommeln in der Nacht“ einmal zu lesen. Es hatte damals noch den Titel „Spartacus“. Feuchtwanger war begeistert und seine Frau Marta regte damals an, Brechts Stück „Trommeln in der Nacht“ zu nennen. Also interessant, dass beide jetzt in den Kammerspielen inszeniert werden.

Zum Buch „Exil“ von Lion Feuchtwanger: Das Buch „Erfolg“ (HIER mein kleiner Blogbeitrag dazu) hatte mir besser gefallen! Dort geht es ja um München – das ich natürlich gut kenne – nach dem ersten Weltkrieg, das Aufkommen des Nationalsozialismus. Ich finde, dort werden die Verhältnisse unglaublich dicht und gut erkennbar beschrieben. Man erkennt sehr gut die damaligen Verhältnisse. Auch die Personen sind sehr interessant ausgewählt. Man lernt fast über die Bayern! Dieses gemütliche Bauernvolk. Man ist voll drin.

Im Buch „Exil“ geht es dagegen um die Verhältnisse deutsche Exilanten in Paris. Etwa zur gleichen Zeit, nach dem I. Weltkrieg. Auch Marta und Lion Feuchtwanger lebten ja einige Jahre in Frankreich, bevor sie nach Amerika übersiedelten. Es fiel mir bei „Exil“ etwas schwerer, die Personen wirklich zu verstehen, reinzukommen. Auffallend aber, dass eine fast maximal breit gefächerte Personenkonstellation beschrieben wurde: Juden – Nazis – ein Deutscher, der den Nazis nahestehen wollte, aber mit einer Halbjüdin befreundet war – ein jüdischer Junge, der aus Überzeugung gerne in der Sowjetunion leben wollte – ein jüdischer Geschäftsmann, dessen Tochter noch in Deutschland festsaß – ein Exilant, der in der Schweiz von den Nazis verschleppt wurde – Künstler, Politiker, Journalisten – ein Exilant, der es schaffen wollte, dass sich ein bedrohlicher Nazi seiner atteaktiven jüdischen Freundin annäherte, um ihn in Verruf zu bringen – und und und. Alles dabei.

Und daneben eben zurzeit Bertolt Brecht mit einer wieder anderen Sicht: Der Sicht auf einen Kriegsheimkehrer. Man kommt rum in der damaligen Zeit.

Aber man braucht etwas Zeit für diese niedlichen Kurzgeschichten „Erfolg“ und „Exil“ von Lion Feuchtwanger. Hemingway liest sich schneller!

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  • Schlagwörter Buch, Buchbesprechung, Gesellschaft, Internet, Lifestyle, Literatur, Rezension

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Gesehen und gehört

THEATER: Gutes Wedding, schlechtes Wedding

  • Beitragsautor Von maxkuhlmann
  • Veröffentlichungsdatum 28. November 2017
  • Keine Kommentare zu THEATER: Gutes Wedding, schlechtes Wedding

Ein kleiner Theatertipp aus Berlin für einen lustigen Abend:

Wer wissen will, warum alles so ist, muss hin. Etwa warum Orkan mit der flotten Arzthelferin Yasemin in ein französisches Feinschmeckerrestaurant geht. Oder wer wissen will, ob beide im Restaurant tatsächlich erst einmal Ayran bestellen. Oder wer wissen will, ob die beiden Politikertypen die Kiezschlampen-Mutter Petra oder deren unangemeldet erscheinende viel attraktivere Schwester Ursula zum Abendessen bevorzugen. Oder wer die dickliche Tina erleben will oder den neuen Werbespot für eine Weddinger Druckerei sehen will, oder oder. Der sollte hingehen. Nein, auch der, der einfach lachen will. Hingehen in das Prime Time Theater in Berlin Wedding. Es läuft die 113. Folge der Sitcom „Gutes Wedding schlechtes Wedding“. Man hat einen herrlich komischen Abend vor sich. Seit 2004 (!) läuft die „einzige Theater-Sitcom der Welt“! Mit Geschichten aus Berlin – über Generationskonflikte, Selbstfindung, Dönerbuden-Lifestyle und Beziehungen aller Art. Mit jeder Menge Humor, Ironie, Selbstironie, Schauspielfreude etc. kommen immer wieder auch – heißt es – „topaktuelle Themen“ auf den Tisch. Die GWSW-Figuren spielen seit über 100 Folgen die herrliche Comedy und ziehen alles Mögliche gekonnt mit viel Klischees und Absurditäten durch den Kakao. Das Hauptfigurenpersonal ist konstant, z.B. Üwele (schwäbischer Sexkundelehrer), Orkan und Taifun (Zwillingstürken aus Kreuzberg), Sabrina (Weddings Kiezschlampe), Kalle (lispelnder Postbote), Ratte (Weddinger Punkerin) und die Prenzlwichser (egozentrische Künstlern).

Die aktuelle Folge 113 heißt „P.S. Ick liebe Dir“. HIER der link zur Website des Theaters. Sie machen es gut, eine runde Sache!

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Gesehen und gehört

THEATER: Trajal Harrell – Juliet & Romeo und Lulu Obermayer – Manon Lescault

  • Beitragsautor Von maxkuhlmann
  • Veröffentlichungsdatum 20. November 2017
  • Keine Kommentare zu THEATER: Trajal Harrell – Juliet & Romeo und Lulu Obermayer – Manon Lescault
Sich Gedanken zu machen über das, was als selbstverständlich dasteht. Das erfrischt doch. Wir dürfen es! Sollten es sogar? Wir müssen nicht, aber wir können, wenn wir uns trauen! Wenn wir wollen. Wenn! Vor allem mit zunehmendem Alter nimmt man ja gerne die Dinge so hin, wie sie sind. Vieles ist gut, aber man kann es auch anders sehen.
Also: Jung bleiben! Wir schaffen uns selbst und anderen so viele Grenzen in unserem Leben! Wenn wir etwas machen, sind es ja Grenzen, Schlusslinien, Definitionen. Viel zu harmlos ist man da oft, wenn es darum geht, diese selbstverständlichen Grenzen einmal anzupacken. Von was wir uns alles leiten lassen! Das meiste übersehen wir ohnehin! Es heißt ja nicht gleich, alles Alte sei schlecht.
Zu einer drastischen und erfrischenden Sichtweise kann immer wieder das Theater anregen. Manche Theater jedenfalls. Etwa, finde ich, die Münchner Kammerspiele dank eines besonders offenen Programms! Die Kammerspiele in München, ein „Herd des Aufbrechens“. Kein Volkstheater, sondern Grenzerfahrungen, darum geht es dort immer wieder. Auch mit Gastauftritten. Etwa mit Milo Rau, siehe meine früheren Blogbeiträge! Getragen wird dort alles von einem Ensemble, das offenbar auch Freude an … , Engagement für … und eine offene Einstellung zu … einem solchen Programm hat!
Bei zahlreichen Stücken kann so das Aufbrechen und das Ausbrechen aus dem – gerade in München und Bayern so beliebten und ja auch in vielerlei Hinsicht berechtigten – „Ach, ist das schön“ ein gutes Stückchen weit gelingen. Sogar das Ausbrechen aus der üblichen Besichtigung angeblich „kritischer“ Theaterstücke, die dann den Zuschauer letztlich doch nur zu einer Art unbewusster Bestätigung dessen führen, was sie erleben und wie sie leben, ist manchmal gut und wird durch ein Programm wie dasjenige der Kammerspiele gefördert. Tja, das sind Gedanken!
Warum ich das schreibe? Zwei Abende haben es kürzlich wieder geschafft. Da sitzt man drin und ist baff. Am Freitag abend in den Kammerspielen die Performance „Manon Lescault“ von Lulu Obermayer. Und am Sonntag ebenda die Performance „Juliet und Romeo“ von Trajal Harrell. Beide Abende stehen sogar – wohl unbeabsichtigt – in sehr eigener Weise in tiefem Zusammenhang. Bei Lulu Obermayers „Manon Lescault“ (so der Titel einer Oper von Puccini) geht es ausschließlich um die Rolle der Frau. Obwohl im Theater und in der Oper eigentlich ja immer – oder meist – gerade das Verhältnis Mann/Frau eine Rolle spielt.  Bei Trajal Harrells „Juliet und Romeo“ wiederum geht es eigentlich um den Mann! Juliet & Romeo wird ausschließlich von männlichen Mitwirkenden gespielt. Es geht allerdings in beiden Fällen nicht um die Story!
Beides muss man einfach auf sich wirken lassen. Das genügt schon. Auch wenn ich etwas mehr schreibe. Eine herkömmliche Theaterkritik ist ohnehin nicht mein Ding und ist in diesen Fällen auch nicht angebracht. Und es handelt sich in beiden Fällen auch nicht um Sprechtheater, sondern um Performances.
(Ich schreibe hier übrigens über beides, obwohl die Performance von Lulu Obermayer – jedenfalls in München – gar nicht mehr zu sehen ist. Mache ich nicht gerne, aber beides passt durch die Themen Frau und Mann so gut zusammen.)
Zu Manon Lescault von Lulu Obermayer: Was man sieht: Lulu Obermayer, Performerin aus München, geht – mit zwei halbgefüllten Wasserkanistern in der Hand – mehr als eine Stunde lang auf der dunklen Bühne ganz bedächtig immer im Kreis und singt eine Arie aus der Oper. Im Hintergrund – auf der großen Leinwand – geht sie ebenfalls langsam – man sieht sie von hinten – durch eine Wüstenlandschaft. Genauso gekleidet. Mehr geschieht nicht! Virginia Wolfe – so im Begleittext – sagt, Frauenfiguren werden auf der Bühne immer im Verhältnis zu Männerfiguren dargestellt. Lulu Obermayer holt sie aus dieser Position heraus und gibt ihnen ein Alleinsein. Ein Weiterleben, Überleben (obwohl Manon Lescault in Puccinis Oper in der Wüste stirbt). Ohne Wasser. Hier aber, bei Lulu Obermayer, geht die Frau alleine weiter und weiter. Etwas wenig, man muss sich viel dazu denken. Lulu Obermayer will den Frauen ja eine „neue Auseinandersetzung“ gewähren. Gezeigt wird eine solche Auseinandersetzung  nicht deutlich. Das Bewusstsein des Alleinseins, des alleine Gehens, des Überlebens, das ist vielleicht die Auseinandersetzung.
Zu Juliet und Romeo von Trajal Harrell: Dieses Stück ist in dieser Spielzeit weiterhin an den Kammerspielen zu sehen. Eine Annäherung an Romeo und Julia aus völlig anderen Perspektiven. Es geht um die bei Shakespeare mit Julia und Romeo gestorbene Liebe und die Trauer darum. Trajan Harrell sitzt als die trauernde Amme am Bühnenrand bzw. tanzt dazu, drückt teils völlige Verzweiflung aus. Und er beobachtet: Was zuende ist, lebt immer weiter. Aber in Trauer. Zwei stilisierte offene Gräber im Bühnenboden. Eine Art Fashionshow, gespielt von den männlichen Schauspielern/Tänzern, verwoben mit einzelnen Momenten aus Shakespeares Drama. Mit dem Drama und der Trauer. Es bleibt die Präsentation (der Männer), ihre Überzeugung von sich, ihr Behauptungswille, ihre Widerstände, ihre Kämpfe, ihre Konkurrenz. Aber es bleibt alles neben der Trauer und der Tragödie. Man könnte sagen: Auch vor der Liebe bleiben wir immer hilflos. Ästhetisch sehr besonders, auf karger dunkler Bühne mit umso hervorstechenderen Elementen wie der Kostümierung, der Musik, den Gesten, der Eleganz der Bewegungen. Aber man muss gar nicht soviel dazu sagen („Just feel it“, sagte mir Trajal Harrell danach). Sich treiben lassen, wenn man offen ist dafür, mehr geht kaum!
Copyright des Blogbildes: Orpheas Emirzas

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  • Schlagwörter Gesellschaft, Lifestyle, Performances, Schauspiel, Theater

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Gelesen und geblättert Gesehen und gehört Sonstiges

SONSTIGES: Julian Rosefeldt – Manifesto

  • Beitragsautor Von maxkuhlmann
  • Veröffentlichungsdatum 18. November 2017
  • Keine Kommentare zu SONSTIGES: Julian Rosefeldt – Manifesto

Es gab im vergangenen und im ablaufenden Jahr eine Ausstellung „Manifesto“ mit 12 Videos. Genannt „Kunstinstallation“. Ab 23. November kommt das Ganze im Kino! Die Ausstellung war in Berlin und München zu sehen. In den Videos spielt die australische Schauspielerin Cate Blanchett 13 Rollen. Rollen, in denen sie jeweils nur ein künstlerisches Manifest spricht. Es spielen keine anderen Schauspieler (mit Text). Die Manifeste sind zusammengestellt aus existierenden künstlerischen Manifesten der letzten hundert Jahre zum Thema: Was ist Kunst? Sind die Aussagen in den Manifesten – und hier in den erstelllten „Manifestcollagen“ – heute noch verständlich? Wie hört man sie heute? Gerade dieser Kontrast zwischen den (damaligen) Manifesten und dem heutigen (Alltags-)Leben zeigt sich in den Videos.

Situationismus – Futurismus – Architektur – Blauer Reiter/Expressionismus – Kreationismus – Konstruktivismus – Dada – Surrealismus – Pop Art – Fluxus/Performance – Konzeptkunst/Minimalismus – Film.

HIER ein Interview mit dem Regisseur Julian Rosefeldt.  Der Film lohnt sich schon wegen Cate Blanchetts wirklich außergewöhnlicher Leistung  und wegen der 12 Videos insgesamt. Es heißt: „Eine Hommage an die poetische Sprengkraft der großen Künstlermanifeste der letzten hundert Jahre.“ Diese Sprengkraft wird durch das Gegenüber der Manifesttexte und der modernen Alltagssituationen auf die Spitze getrieben.

Wieder gibt es Querverbindungen: Julian Rosefeldt lernte – so liest man in der ZEIT – Cate Blanchett über THOMAS OSTERMEIER kennen. Thomas Ostermeier ist seit September 1999 Regisseur und Mitglied der Künstlerischen Leitung der SCHAUBÜHNE in Berlin. Er hat z. B: in München an den Kammerspielen das wunderbare Stück SUSN von Herbert Achternbusch inszeniert.

HIER der link zur Website zum Film und HIER der Filmtrailer.

Und hier unten als Beispiel für Cate Blanchetts wirklich beeindruckende Leistung (alles wurde innerhalb von drei – drei! – Tagen gedreht, glaube ich mich zu erinnern) noch ein Bild zu einem der Videos. Ein Bild aus dem Buch zur Ausstellung. Im Buch finden sich alle Manifestcollagen auf Englisch und in einem Beihefter auf Deutsch, plus Aufnahmen und weitere Texte zum Thema. Interessantes Buch, siehe das Blogbild. Es lohnt, erst die Manifestcollagen zu lesen und dann den Film zu sehen!

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Julian Rosefeldt, © Jens Kalaene/dpa/VG Bild-Kunst, Bonn 2017

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Allgemein Gesehen und gehört

THEATER: Branden Jacobs-Jenkins – Gloria

  • Beitragsautor Von maxkuhlmann
  • Veröffentlichungsdatum 6. November 2017
  • Keine Kommentare zu THEATER: Branden Jacobs-Jenkins – Gloria
GLORIA Von Branden Jacobs-Jenkins Deutsch von Christine Richter-Nilson + Bo Magnus Nilson Deutschsprachige Erstaufführung Premiere am 20. Oktober 2017 im Residenztheater Mit Marina Blanke (Ani / Sasha / Callie), Gunther Eckes (Dean / Devin), Christian Erdt (Miles / Shawn / Rashaad), Lilith Häßle (Gloria / Nan), Cynthia Micas (Kendra / Jenna), Bijan Zamani (Lorin) Regie: Amélie Niermeyer Bühne: Maria-Alice Bahra Kostüme: Henrike Engel Musik: Tom Müller Licht: Tobia Löffler Video: Philipp Batereau Dramaturgie: Andrea Koschwitz v.l. Bijan Zamani (Lorin), Christian Erdt (Rashaad)

Es könnte doch ein Theaterabend werden, der irgendwie lohnt, dachte ich. Es geht um die moderne Arbeitswelt, hier in einer Kulturredaktion einer New Yorker Zeitschrift. Gloria heißt das Stück, von Branden Jacobs-Jenkins. Branden Jacobs-Jenkins wird in einem Interview – zu lesen bei http://www.residenztheater.de (HIER) – beschrieben als „one of the most exciting young dramatists working today,” und man zähle ihn zu den in den USA „most original and illuminating writers.” Branden Jacobs-Jenkins hat eine Zeitlang im Magazin The New Yorker gearbeitet. Ich kenne die Verlagsbranche in- und auswendig, habe fast 15 Jahre lang ausschließlich als Rechtsanwalt für das Verlagshaus BURDA gearbeitet. Ich kenne jede Abteilung.  Und: Im Stück spielen zwei neue Schauspieler des Ensembles des Residenztheaters mit: Cynthia Micas und Lilith Hässle. Also es gab  Gründe, hinzugehen.

Zum Inhalt:

Kendra, Dean, Ani und Miles arbeiten im Midtown-Office eines New Yorker Magazins. Jeder denkt nur an sich. Vieles am Job ist eigentlich (wie es oft im Stück heißt) „scheiße“. Es ist eben ein Sprungbrett für die Karriere. Auch wenn Miles nur Praktikant, Ani eigentlich Neurowissenschaftlerin und (wie die Bloggerin Kendra) auf der Suche nach neuen beruflichen Möglichkeiten eher zufällig in der Kulturredaktion des Magazins gelandet sind. Dean, der „Dienstälteste“ der Redaktion, fühlt sich als Romanautor. In Zeiten des Internets muss man immer auf dem Sprung sein und darf sich nicht zu lange an einer Position festbeißen, sonst bleibt man auf der Strecke. Deshalb beschäftigt sich jeder von ihnen mit sich und seinem eigenen Fortkommen. Eine ganz moderne Situation. Für das Magazin schreiben tut eigentlich keiner, sie haben alle kleinere Aufgaben. So kommt es, dass man die Einladung von Glorias aufwendig geplanter Einweihungsparty zur frisch bezogenen Eigentumswohnung verpasst oder überhaupt nicht ernst genommen hat. Gloria ist seit vielen Jahren in der Schlussredaktion des Magazins steckengeblieben. Sie hat keine Chance auf Veränderung und keine Freunde in und außerhalb des Jobs. Keiner von ihnen hat sich für Gloria interessiert.

Acht Monate später treffen sich Kendra und Dean im Café. Ebenso wie ihre ehemalige Chefin Nan wissen sie um die Exklusivität ihres persönlichen Schicksals als Überlebende von Glorias Amoklaufs am Tag nach ihrer Party in der Redaktion – sie erschießt manche ihrer Kollegen und sich selbst – und unternehmen alles, um ihr Überleben spektakulär zu vermarkten. Wieder: Die persönliche Karriere, der persönliche Erfolg! Ein Buch- oder Fernsehserienhit oder ein verzweifelter Amoklauf können gleichermaßen zu trauriger Berühmtheit führen, die sie ja alle weiterhin anstreben.

Also: Ein Amoklauf als letzter Aufschrei mangels jeder Art persönlichen Erfolges und sozialer Anerkennung und dann sogar der Versuch der Überlebenden, daraus Kapital zu schlagen für die eigene Karriere. Das wird gezeigt. Das Ganze vor dem Hintergrund einer recht desolat dargestellten Medienwelt (fake news!). Naja, fragwürdig. Zum Einen: Ich habe nicht erlebt, dass die Redaktionswelt sooo desolat ist. Zum Anderen: Das Stück wurde in den USA sogar für den Pulitzerpreis vorgeschlagen! Was beschwert man sich da eigentlich gegen Amokläufer, wenn die Veständlichkeit des Amoklaufes hier sogar locker und harmlos mit sozialen Defiziten unserer (Arbeits-)Welt erklärt wird und die Schleife dann sogar im Theater mit denselben fragwürdigen Marktmethoden (Stichworte Aufmerksamkeit, Ichbezogenheit, Karriere, Geld) weitergedreht wird. Es wird auf fast lustige Art gezeigt, wie es funktioniert. Aber soll es zum Nachdenken anregen? Bei mir hat das nicht gewirkt. Da muss man schon sehr kritisch rangehen, um eine Art Selbstkritik an unserer Arbeitswelt oder anderes herauszufiltern. Das Stück gibt dazu kaum etwas her. Da kommt eher braver Applaus.

Auch die Inszenierung: Sie war unspektakulär, harmlos, auch das Bühnenbild. Keine/r der SchauspielerInnen war, fand ich, besonders hervorstechend. Ihre Rollen hatten aber auch keinerlei besondere Prägnanz, keine Entwicklungslinien, keine Brüche. Es hätte um Soziales gehen können, um Amokläufe, um heutige Ichbezogenheiten, um die Medienwelt, die Arbeitswelt. Aber es wurde alles nur gestreift. Also ich weiß nicht. Im Programmheft zum Stück kommen einige interessante Aspekte zur Sprache. Auf der Bühne aber verflachte es. Da passt es, dass Donald Trump jetzt – nach dem Attentat in einer texanischen Kirche – von „Problemen mit geistiger Gesundheit“ faselt. Anstatt einmal auf die gesellschaftlichen Gründe zu schauen. Alles hätte im Stück viel viel desolater gezeigt werden müssen!

Da finde ich das politische Theater von MILO RAU interessanter, auch wenn der das Publikum geradezu quält. An äußerste Grenzen geht. Aber unsere Grenzen sind selbstgemacht und daher immer diskussionswürdig! Der hochaktive und engagierte Milo Rau ist übrigens als Nächstes am 19. November mit seinem Dokumentarfilm „Das Kongo Tribunal“ und einem anschließenden Symposium (HIER der link) zu Gast am Residenztheater. Zwei Jahre nach den tatsächlichen Anhörungen und nur wenige Tage nach seinem Kinostart am 16. November. Ist zwar ausverkauft, aber vielleicht gibt es Restkarten.

Copyright des Blogbildes: Adrienne Meister

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Allgemein

MUSIK: Roxette – It must have been love

  • Beitragsautor Von maxkuhlmann
  • Veröffentlichungsdatum 5. November 2017
  • 3 Kommentare zu MUSIK: Roxette – It must have been love

Achtung! Es kann sein, dass der PC/Laptop zu tropfen anfängt, so triefend kitschig ist das Lied. Bitte etwas unterlegen, sonst bleiben unangenehme Fettflecken! Nicht dass ich Ärger bekomme! Aber es ist live, das ist doch etwas. Hier also Roxette mit It must have been love. Es geht eigentlich nach 2:20 Minuten des Videos richtig los. Spätestens dann sollte man also aufhören, zu weinen. Oder anfangen zu weinen.

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  • Schlagwörter Gesellschaft, Lifestyle, Musik, Musiktipp, pop

MUSIK: Bruce Springsteen – Dancing in the Dark

  • Beitragsautor Von maxkuhlmann
  • Veröffentlichungsdatum 28. Oktober 2017
  • Keine Kommentare zu MUSIK: Bruce Springsteen – Dancing in the Dark

Den Blog gibt es seit fast zwei Jahren, es begann im Januar 2016. Der dritte damals überhaupt gepostete Musiktitel war der Song „Dancing in the Dark“, gesungen von Amy MacDonald. HIER der link zum damaligen post. Es ist eigentlich ein Bruce-Springsteen-Song. Daher bringe ich hier das Springteen – Original. Beide Interpretationen sind so schön unterschiedlich! Ich empfehle, beide anzuhören! Hier also das Original, Dancing in the Dark von Bruce Springsteen. Schön ist aber auch wieder einmal das Video, es ist ja schon ein paar Jahre her!

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  • Schlagwörter Gesellschaft, Lifestyle, Musik, Musiktipp, Springsteen

MUSIK: Chilly Gonzales – Pop Music Masterclass

  • Beitragsautor Von maxkuhlmann
  • Veröffentlichungsdatum 21. Oktober 2017
  • Keine Kommentare zu MUSIK: Chilly Gonzales – Pop Music Masterclass

Hier habe ich etwas Schönes: Ich  bin leider nicht Musiker, habe nie ein Instrument gelernt, finde es aber sehr interessant, wie Chilly Gonzales hier etwa musiktheoretisch wesentliche Charakterzüge des weltbekannten Songs Don’t let me be misunderstood erklärt. Auch andere Songs erklärt er wunderbar in der immer wieder erstaunlichen Reihe „Pop Music Masterclass“. Und er springt in alle möglichen Musikrichtungen, wenn er ein musikalisches Phänomen erklären will. Es lohnt sich, ein paar Videos anzusehen/-hören. Man kann das Video unten einfach weiterlaufen lassen, es öffnen sich einige andere Videos der Reihe von Chilly Gonzales.

 

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Gesehen und gehört

THEATER: Rinks und lechts

  • Beitragsautor Von maxkuhlmann
  • Veröffentlichungsdatum 18. Oktober 2017
  • Keine Kommentare zu THEATER: Rinks und lechts

Hier einige links zu den Internetauftritten bekannter deutschsprachiger Theater: Es lohnt sich, einmal reinzusehen. Ich hatte mir die Mühe gemacht, sie einmal anzusehen, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie man die Internetauftritte der beiden großen Münchner Bühnen – der Münchner Kammerspiele (Stadttheater) und des Residenztheaters (Staatstheater) – im Vergleich beurteilen kann. Abgesehen davon: Man bekommt einen ganz guten Eindruck von der deutschsprachigen Theaterlandschaft. Es sind schöne Internetauftritte dabei! Mein Ergebnis: München ist und bleibt eben leider – finde ich – wieder einmal konservativer als andere! Obwohl die Stadt München seit 1948 – eine Ausnahme: Erich Kiesl (CSU) von 1978 bis 1984 – von der SPD regiert wird!

Ich werde die Liste gelegentlich ergänzen und im Blog sichtbar positionieren.

Basel: THEATER BASEL

Berlin: BERLINER ENSEMBLE

Berlin: HEBBEL AM UFER

Berlin: MAXIM GORKI THEATER

Berlin: SOPHIENSAELE

Berlin: VOLKSBÜHNE AM ROSA – LUXEMBURG – PLATZ

Bern: THEATER BERN

Bremen: THEATER BREMEN

Frankfurt: SCHAUSPIEL FRANKFURT

Hamburg: THALIA THEATER

Köln: SCHAUSPIEL KÖLN

Leipzig: SCHAUSPIEL LEIPZIG

Mainz: STAATSTHEATER MAINZ

München: RESIDENZTHEATER

München: MÜNCHNER KAMMERSPIELE

Stuttgart: STAATSTHEATER STUTTGART

Wien: BURGTHEATER

Zürich: SCHAUSPIELHAUS ZÜRICH

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  • Schlagwörter Gesellschaft, Internet, Kunst, Lifestyle, Schauspiel, Theater

THEATER: Jack Kerouac – On the Road

  • Beitragsautor Von maxkuhlmann
  • Veröffentlichungsdatum 9. Oktober 2017
  • Keine Kommentare zu THEATER: Jack Kerouac – On the Road
Der Beginn der Spielzeit 2017/2018 an den Münchner Kammerspielen liegt schon wieder mehr als eine Woche zurück. Die Spielzeit begann mit einer Inszenierung zum Roman On the Road von Jack Kerouac. Die Beatnik-Generation, Aufbruchstimmung, hinaus in Neues, in die große Freiheit.
Das Thema: „50 Jahre nach den 68ern“ soll in gewisser Weise über dieser Spielzeit stehen. Ich hoffe, man wird es auch ein wenig im Spielplan merken. Es war ja eine wichtige Zeit und Impulse daraus sind immer wieder aktuell. Wo sich doch immer wieder so viel verändert.
„Das Signet der Spielzeit gibt die Eröffnungsinszenierung von David Marton vor“ heißt es im Spielzeitheft.

Zum Roman heißt es im Spielzeitheft weiter: „Der Roman On The Road markierte den Vorabend jenes gesellschaftlichen Aufbruchs, der ab dem Ende der 60er Jahre die Welt nachhaltig veränderte. Erleben wir nach den Wahlen in den Vereinigten Staaten und angesichts des weltweiten Siegeszugs populistischer Kräfte eine historische Zäsur, die das Ende dieser Entwicklungen einläutet? Die Agenda von PolitikerInnen wie Donald Trump, Marine Le Pen oder Theresa May lässt sich kurz und knapp als der Versuch zusammenfassen, alle Errungenschaften von 1968, so kritikwürdig Teile davon auch für VertreterInnen der politischen Linken mittlerweile sein mögen, ein für allemal rückgängig zu machen.“

In der Ankündigung der Inszenierung von David Marton wiederum heißt es: „Der Regisseur David Marton, der in den vergangenen zwei Spielzeiten an den Kammerspielen ein Opernhaus gründete und darin u.a. „La Sonnambula“ und „Figaros Hochzeit“ zur Aufführung brachte, spürt mit seiner Truppe von SchauspielerInnen und MusikerInnen den Sehnsüchten einer Clique nach, die Freiräume schafft und doch gegen Wände läuft. Die Rhythmen des Bebop verweben die JazzmusikerInnen auf der Bühne mit Kerouacs eigenartig musikalischem Textfluss zu Klangflächen, die Wort und Musik verknüpfen. David Martons Musiktheater führt so in die Geschichten der GlückssucherInnen und ihrer Reise in die Zwischenräume des Lebens hinein.“

 

Klingt interessant. Aber ob David Marton mit dieser Inszenierung wirklich voll zufrieden ist? Man merkt als Zuschauer fast – so ging es mir jedenfalls -, wie sehr sich Marton bemühte, die Stimmung des Romans und der Beatnik-Generation mit Text und Musik einzufangen und zu zeigen. Er hat ja im Grunde ein gutes Gespür für die Kombination von Musik und Schauspiel und auch die Beatnik-Generation war der Musik nahe. Sex and Drugs and Jazz. Bewiesen hatte David Marton sein Gespür ja vor allem mit der Inszenierung von La Sonnambula, die im vergangenen Jahr fast zum Berliner Theatertreffen (die 10er – Auswahl) eingeladen worden ist.

Es gelingt aber irgendwie kaum, den Text mit der Musik zu verweben, zu zeigen, dass Text und Musik irgendwie zusammengehören, die gleiche Stimmung rüberbringen. Es wirkte für mich leider fast wie ein Kampf, Text und Musik auf einen Nenner zu bekommen. Auch wenn im Laufe des Stückes sogar mehrmals die Musik den Text übertönt. Gut, die Geschichte, die erzählt wird, ist nicht sehr aufregend, eine damals große Reise mit dem Greyhound-Bus oder als Anhalter in Amerika von Ost nach West nach Süd. Das ist das Buch. Es gibt allerdings meines Erachtens in der Inszenierung nur vereinzelt Szenen, in denen es wunderbar – dann aber wunderbar – gelingt, die Stimmung dieses damaligen Aufbruchs zu transportieren. Andere Szenen scheinen mir Fehlgriffe zu sein, sagen einfach zu wenig aus. Die wenigen so einleuchtenden Szenen etwa: Das Gespräch der beiden besten DarstellerInnen des Stückes, Julia Riedler und Thomas Schmauser, auf Gartenstühlen mit dem Rücken zum Publikum. Oder beide an den Tresen, sie bringt den letzten „applepie“, er reißt stupide permanent ein Whiskyglas vom Tresen. Ich fragte mich im Nachhinein aber: Was macht eigentlich ein Damaturg? Hier gab es zwei Dramaturgen: Christine Milz und Christoph Gurk. Hätte nicht ein/e DramaturgIn hier sagen können: „Mehr Mut, mehr Mut“, „Mehr Deutlichkeit, mehr Deutlichkeit“, „Mehr Prägnanz“, „Andere Szenen“, „Mehr Ideen“? Sofern der Regisseur auf so etwas hört, ich weiß es nicht. Aber ein Dramaturg beobachtet doch die Entwicklung einer Inszenierung, die Ideen des Regisseurs und deren Umsetzung, denke ich. Hätte nicht ein/e DramaturgIn hier merken und sagen können, dass einige Einzelheiten, die eigentlich die Stimmung des Buches auf die Bühne bringen sollten, auf der recht chaotischen, aber ideenlosen Bühne letztlich verloren gehen? Oder dass es überhaupt ungünstige Einzelheiten sind, die auf die Bühne gebracht werden? War etwa das Gezeter um den Kinderwagen aussagekräftig? Ich finde nicht. Oder: Sich auf eine Leiter zu stellen und stumm gegen die Rückwand der Bühne zu blicken, mag der damaligen Stimmung entsprechen, aber es kann auf der Bühne vielleicht doch zu wenig sein! Oder: Wenn die Truppe der Schauspieler mehrfach dem Kinderwagen folgend um die Blechhütte auf der Bühne herumgeht. Warum? Was macht da der/die DramaturgIn eigentlich?

Es fiel recht schwer, ein Gefühl für die Stimmung der Zeit des Aufbruchs zu mehr Freiheit zu entwickeln. Trotz aller Bemühungen. Ein Gefühl für die Wildheit und Ziellosigkeit der „beatnik generation“. Für das beginnende Streben gegen das Establishment. Ansätze waren – wie gesagt – da, aber es verpuffte, denke ich, leider zu schnell. Vielleicht auch, weil die ursprünglich deutlich längere Inszenierung dann doch zeitlich stark gekürzt werden musste.

Gerne hätte ich etwa die Jazzmusik des so guten Trompeters Paul Brady durch mehr Hervorhebung seiner schönen Einsätze erlebt. Gleiches gilt auch für den wunderbaren und so gekonnten rauhen Gesang von Jelena Kulic. Durch Lichteinsatz oder wie auch immer. Es hätte ja jede Menge Möglichkeiten gegeben. Man sieht es ja sehr schön etwa am derzeit auch zu sehenden Stück „Der erste fiese Typ“ nach dem Buch „The first bad man“ von Miranda July. Aber die opulente Bühnentechnik der Kammerspiele kam hier praktisch nicht zum Einsatz. David Marton mag sie, scheint mir, nicht. Auch La Sonnambula (ohnehin auf der kleineren Bühne) und Figaros Hochzeit sind ja insoweit absolut „statisch“. Beides – die Verstärkung der Trompeteneinsätze von Paul Brady und der Gesangseinsätze von Jelena Kulic – hätte dem Stück so gut getan! Hätten damit auf der anderen Seite wahrscheinlich auch den Einsätzen der Schauspieler gut getan!

Dennoch: Hingehen, der Applaus war überzeugend, vielleicht kann man es auch anders erleben!

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  • Schlagwörter Gesellschaft, Lifestyle, Münchner Kammerspiele, Theater

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Gesehen und gehört

THEATER: Uisenma Borchu – Nachts, als die Sonne für mich schien

  • Beitragsautor Von maxkuhlmann
  • Veröffentlichungsdatum 6. Oktober 2017
  • Keine Kommentare zu THEATER: Uisenma Borchu – Nachts, als die Sonne für mich schien

„Ich finde Kunst, ist so etwas wie die Lunge einer Gesellschaft, die Kiemen bei den Fischen, man braucht sie einfach, wenn wir so ein Ventil nicht haben, würden wir ersticken.“ Ein schönes Zitat von Uisenma Borchu.

„Nachts, als die Sonne für mich schien“ heißt das Theaterdebüt der Filmemacherin Uisenma Borchu, gezeigt wird es derzeit an den Münchner Kammerspielen. Uisenma Borchu sorgte 2015 mit ihrem Spielfilmdebüt „Schau mich nicht so an“ für Aufmerksamkeit. Sie hatte ihre Filmausbildung an der HFF in München gemacht.

Es ist ein sehr persönlicher Theaterabend. Kein Theaterstück, eher eine Aufarbeitung. Mathias Lilienthal hat ihr die Chance gegeben, dies in den Kammerspielen zu bringen. Es muss ja auch ein Wahnsinn sein, in der Mongolei geboren zu sein, dort aufgewachsen zu sein, in der Steppe, in einem Zelt (man sieht anfangs sehr ruhige Bilder), dann im Alter von 5 Jahren mit der Familie in die DDR – in ein kleines Städtchen in Sachsen-Anhalt – zu wechseln (wechseln zu müssen) und schließlich nach der Wende in der Bundesrepublik Deutschland zu landen (man sieht gegen Ende des Abends schnell wechselnde Betonlandschaten). Größer kann die Spanne kaum sein. Und meist – das zeigt der Abend besonders – umgeben zu sein von Anfeindungen wegen der eigenen Herkunft. Uisenma Borchu muss ein sehr zerrissener Mensch sein. Andererseits wohl sehr tough, sie hat sich durchgesetzt, hat viel Erfolg. Und sicher sehr sensibel. Was für ein Beispiel für Flüchtlinge, die hier ihren Weg gehen wollen! Uisenma Borchus Vergangenheit spielt aber auch an diesem Abend permanent im Bühnenhintergrund ganz entscheidend mit. Als würde es garnicht gehen ohne diesen Hintergrund. Der Vater, mongolischer Künstler, malt während des Stückes ein großes Gemälde – wie er es in der Mongolei tat. Vor ihm auf der Bühne wird gespielt. Das Stück ist recht kurz, was vielleicht Uisenma Borchus fehlende Erfahrung mit einer Theaterproduktion zeigt. Und es mag viel mehr Facetten ihres extremen Lebens geben. Etwa ihre Mutter, mit der sie sich künstlerisch noch nicht beschäftigen kann, wie sie sagt. Aber es lohnt sich, schon oder auch wegen des schönen Auftrittes von Ensemblemitglied Christian Löber, der den jungen Vater Borchu spielt (siehe auch das Foto).

Das Foto: Copyright Josef Beyer/Kammerspiele

 

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  • Schlagwörter Flüchtlinge, Gesellschaft, Kammerspiele, Lifestyle, Theater

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Sonstiges

SONSTIGES: Schnell gedacht

  • Beitragsautor Von maxkuhlmann
  • Veröffentlichungsdatum 1. Oktober 2017
  • Keine Kommentare zu SONSTIGES: Schnell gedacht

Schnelle Blogbeiträge, spontane Gedanken, aktuell, generell, nicht aktuell, speziell, mal sehen. Kommentare sind willkommen, ich antworte auch nicht, versprochen! Vielleicht mache ich es künftig öfters so.

Wir haben die Bundestagswahl überstanden. Eine meiner Überlegungen:

Die Medien (vor allem das Fernsehen):

Haben nicht auch die Medien eine Mitschuld an Politikverdrossenheit? Ich sehe das Aufkommen der AfD auch als Folge einer Verdrossenheit. 2/3 Protestwähler! Aber es gibt ja unabhängig davon einige, die sagen, es müsse sich ohnehin Einiges ändern. Man sollte z. B. durchaus kritisch mit den Medien umgehen. Viele Medienvertreter, auch oder gerade in den Talkshows, die uns Tag für Tag durch die politischen Themen führen, werden erstaunlicherweise nie kritisiert. Von wem auch? Von sich selbst?

Sie haben irre Einfluss auf die öffentliche Diskussion. So auch etwa jetzt nach der Bundestagswahl. Ich finde, einige der Journalisten sind offenbar zunehmend eingebildet. Sie lenken die Politiker, die sie befragen, letztlich in eine bestimmte Richtung. Und gute Diskussionskultur? Naja! Mich wundert es, dass kein Parteivertreter einmal gegen diese teilweise wundersamen Fragen der Journalisten angeht, d.h. eine Antwort verweigert, kontert o.ä. Beispielsweise das Thema der Koalitionsverhandlungen: Es werden uns jetzt automatisch die schwierigen Kontroversen zwischen den Grünen, der FDP und der Union aufgezeigt. Das ist schön und gut, aber es wird m. E. vergessen und einfach überspielt, dass die Politiker Respekt haben können und müssen vor der getroffenen Wahl der Bürger. Dass sie sich bemühen müssen, einen Kompromiss für eine Mehrheit zu finden. Dass sie das vielleicht auch sehen, aber einfach nicht ausdrücken können. Genau das müsste aber auch einmal zum Ausdruck gebracht werden. Die Politiker werden sofort in die Befragung zu den so gravierenden Unterschieden der Parteien getrieben! Und im übrigen heißt es: Kampf gegen die AfD, obwohl man sieht, dass fast Zweidrittel der AfD-Wähler Protestwähler waren. Auch das kann zu Politikverdrossenheit führen. Mit Verschulden der fragenden Journalisten! Es wird nur vermittelt, dass schwere und kompromisslose Koalitionsverhandlungen zu führen sind. „Wie soll das denn gutgehen„, heißt es! Vor der Wahl hieß es eher noch: „Naja, groß sind die Unterschiede der (großen) Parteien garnicht! So ein langweiliger Wahlkampf“

Politikverdrossenheit wird auch durch die Medien gefördert, ist mein Eindruck! Ich kann diese Talkshows und Interviews manchmal kaum ertragen!

Das tolle Foto für den Blogbeitrag ist übrigens von Gregor Kuhlmann, mehr dazu HIER.

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  • Schlagwörter Bundestagswahl, Gedachtes, Gesellschaft, Lifestyle, News, Politik, TV

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Gesehen und gehört Sonstiges

SONSTIGES: Reality

  • Beitragsautor Von maxkuhlmann
  • Veröffentlichungsdatum 17. September 2017
  • Keine Kommentare zu SONSTIGES: Reality

Ich befinde mich immer ganz gerne zwischen gut und böse, zwischen schön und nicht schön, ernst und nicht ernst. Man sollte doch seine Position nicht allzu ernst nehmen. So ist es ja auch immer wieder im Theater. Immer wieder Neues ausprobieren, kritisch sein, Bekanntes nicht automatisch für  gut befinden, etwas versuchen. Die Münchner Kammerspiele machen das ganz schön, brauchen vielleicht aber sogar eine noch schärfere Ausrichtung, klarere Konturen, um verstanden zu werden. Sie wollen jedenfalls nicht gefällig sein. Und das in München! Und ab und zu hier im Blog ein Stück Musik, damit nicht doch alles zu ernst wird.

Ich bin letztens auf das obige Foto gestoßen (Hoffentlich kann ich es so verwenden, aber es war schon in Facebook). Es zeigt viel vom Leben, es zeigt eigentlich alles vom Leben! Es zeigt eigentlich überhaupt das Leben. Was jeder Mensch ganz grundsätzlich mit sich trägt, daher bringe ich es hier. THERE’S SOMETHING TERRIBLE ABOUT REALITY AND I DON’T KNOW WHAT. NOBODY TELLS ME. Sie, dieses schöne Mädchen – ihr zarter Blick – ihre Traurigkeit – aber zugleich ihre Schönheit – aber sie stellt fest: SOMETHING TERRIBLE ABOUT REALITY – sie weiß aber nicht, was es ist! – und niemand kann ihr helfen – warum sagt es niemand – weiß es jemand? Etwa die Umwelt als ganz „reelles“ Beispiel: Da droht etwas zu kommen, Klimawandel etc., aber wir wissen es nicht ganz genau. Aber es ist doch alles so schön! So soll es doch bleiben! Aber Schönheit alleine ist eingebildet. Das könnten wir uns in der westlichen Welt etwa auch ab und zu sagen. Schönheit ist bequem. Aber plötzlich bemerkt sie ihre Traurigkeit. Jetzt ist sie am Leben dran. Die Umwelt ist ja nur ein Thema. Man könnte ganz grundsätzlich viel darüber philosophieren (ich bin kein Philosoph).  Soviel in einem Bild und einer Aussage! Schön!

 

 

 

 

 

#T

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  • Schlagwörter Gesellschaft, Kunst, Leben, Lifestyle

MUSIK: Simply Red – If You Don’t Know Me By Now

  • Beitragsautor Von maxkuhlmann
  • Veröffentlichungsdatum 14. September 2017
  • Keine Kommentare zu MUSIK: Simply Red – If You Don’t Know Me By Now

 

Heute die britische Band Simply Red mit If You Don’t Know Me By Now. Ich greife gerne mal, wenn nicht gerade etwas anderes auffällt, zu Klassikern, die man doch recht selten hört. Soft, aber gut, finde ich. Man kann es einfach mal laufen lassen und an die damalige Zeit denken. Der Bandname Simply Red bezieht sich übrigens wohl auf den Spitznamen des Sängers Mick Hucknall, der wegen seiner roten Haare schon in der Schule Red genannt wurde. Manche sehen den Namen auch als Anspielung auf Hucknalls Leidenschaft für die Fußballmannschaft Manchester United, deren Vereinsfarbe rot ist. 2016 gab es eine biuslang letzte Open Air Tour der Band. Vielleicht kommt sie ja mal wieder.

Die lyrics:

If you don’t know me by now
You will never never never know me
All the things
That we’ve been through
You should understand me
Like I understand you
Now girl I know the difference
Between right and wrong
I ain’t gonna do nothing
To break up our happy home
Don’t get so excited
When I come home
A little late at night
Cos we only act like children
When we argue fuss and fight

If you don’t know me by now
You will never never never know me

We’ve all got our
Own funny moods
I’ve got mine
Woman you’ve got yours too
Just trust in me like I trust in you
As long as we’ve been together
It should be so easy to do
Just get yourself together

Or we might as well say goodbye
What good is a love affair
When you can’t see eye to eye
If you don’t know me by now
You will never
Never never know me

 

 

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  • Schlagwörter Gesellschaft, Lifestyle, Musik, Musiktipp

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Sonstiges

SONSTIGES: Festival Wilde Möhre

  • Beitragsautor Von maxkuhlmann
  • Veröffentlichungsdatum 11. September 2017

Es gibt ein Lebensgefühl, das man als Erwachsener gar nicht mehr hat. Eines mit vielleicht besseren Ideen. Idealistischer wahrscheinlich. Nicht so festgeschraubt. Schade fast, dass es keine reine U 30 – Partei gibt, jetzt zur Bundestagswahl. Wäre interessant. Es ist oft auch nur gut, wenn wir – die Alten – die Jugend nicht immer in unsere strikte Welt ziehen. Bei aller Tradition etc.

Etwa das jährlich stattfindende, wohl für Insider aller Art sehr schöne Festival „Wilde Möhre“. Was und wie es ist, zeigt das Aftermovie, das ich hier bringe (unten). In der Nähe eines Ortes namens Göritz im hohen Norden Deutschlands findet es statt. Es scheint bei weitem nicht nur um Musik zu gehen, etwa wie bei „Rock am Ring“, wo schon der Titel des Festivals auf Musik hinweist. Es geht, scheint mir, für alle um ein Feeling, um Kennenlernen, Mitmachen, Initiativen, viel Ökologie, viel Musik etc. Warum „Wilde Möhre“? Sie sagen, die namensgebende Pflanze habe sie aufgrund ihrer Struktur inspiriert – besteht sie doch aus vielen kleinen Blüten, die gemeinsam ein Ganzes ergeben. Gleichzeitig symbolisiere sie die Verbundenheit zur Natur und deren Erhalt.

Auf der WEBSITE des Festivals liest man dies und mehr in der Darstellung der Philosophie des Festivals:

Warum wir das Wilde Möhre Festival veranstalten

Vor vielen Jahren kamen wir zum Studieren nach Berlin und fragten uns, was wir mit der frisch gewonnenen Freiheit anfangen und wie wir leben sollten – denn Reflexion über das Leben und die Suche nach einem Sinn waren ständige Begleiter: Wie lebt man ein zufriedenes Leben? Was für ein Mensch möchte ich sein? Wie kann ich meinen Mitmenschen etwas zurück geben? Was bedeutet Freundschaft? Nach welchen Werten sollte man streben?
Beeindruckt von der altruistischen Haltung der Open Air-Veranstalter in Berlin entstand aus dieser Sinnsuche heraus die Idee, selbst Musik unter freiem Himmel zu zelebrieren. Dabei begeisterte uns vor Allem die Vorstellung, ein gemeinsames Erlebnis für Jeden zu erschaffen – egal welchen Alters, Geschlechts oder Hautfarbe, kostenlos und für jeden zugänglich.

Mit wachsender Beliebtheit wurden die Partys schnell größer und im Winter machten wir in vielen Berliner Clubs weiter. Doch wir wollten nicht einfach nur Party und Exzess, sondern gleichzeitig etwas Sinnstiftendes anbieten, etwas, das uns und Andere zum Nachdenken anregte. Angefangen mit einer ausgefallenen Veranstaltungsreihe im Brunnen 70 brachten wir also Party mit kulturellem Angebot zusammen, um dem destruktiven Charakter des Feierns vorzubeugen: Theater, Poetry Slams, Filme und Workshops gehören dabei für uns zu den notwendigen Inspirationsquellen. Über mehrere Jahre versuchten wir, den Exzess mit Denkanstößen zu verbinden und fanden an vielen Orten tolle Erlebnisse – doch richtig zufrieden waren wir nie. Denn während das Feiern für uns lange Zeit eine sinnstiftende und lehrreiche Entwicklung bedeutete, waren wir gleichzeitig frustriert über die Schattenseiten des Berliner Nachtlebens. Langsam aber stetig keimte also in uns der Wunsch, einen Ort zu schaffen, an dem wir sämtliche unserer Ideale verwirklichen konnten. Wir wollten einen Ort im Herzen der Natur schaffen, an dem sich jeder abseits von den unwirklichen Ansprüchen unserer Gesellschaft individuell selbst finden kann, an dem er Ausgelassenheit mit Entspannung und Inspiration verknüpfen kann; einen Ort, an dem die Liebe jeden Besucher vom richtigen Handeln überzeugt und der als Blaupause für ein gutes Miteinander verstanden werden kann.

Gleich nach der ersten Veranstaltung mussten wir uns eingestehen, dass ein solcher Ort und ein solches Unterfangen nicht ohne den permanenten Einsatz eines größeren Teams erhalten werden kann. Der Grundstein war gelegt, als Gruppe nicht mehr nur Utopien am Wochenende zu erschaffen, sondern eine langfristige, nachhaltige und wertebasierte Unternehmung aufzubauen. Die Idee der Wilden Möhre war geboren, wobei uns die namensgebende Pflanze aufgrund ihrer Struktur inspiriert hat – besteht sie doch aus vielen kleinen Blüten, die gemeinsam ein Ganzes ergeben. Gleichzeitig symbolisiert sie die Verbundenheit zur Natur und deren Erhalt. Die Gruppe um die Wilde Möhre versteht sich als sich stetig weiterentwickelnde Institution, die sich ihrer eigenen Fehler bewusst ist. Unser Anspruch ist ein ganzheitliches, faires und klimafreundlich Festival, bei dem die Bedürfnisse aller Beteiligten gleichermaßen berücksichtigt werden: Gäste, Künstler, Betreiber, Anwohner und nicht zuletzt die Umwelt. Diesem Anspruch, den wir als „möhrekonformes Handeln“ zusammenfassen, fühlen wir uns verpflichtet und nähern uns Jahr für Jahr mit großer Anstrengung diesem Ideal. Dabei sind wir keine geschlossene Gruppe, sondern eine sich stetig erweiternde Lebensidee, die über die Möhre hinweg Kollektive und Einzelkämpfer unterstützt.

Es gibt auch dieses Jahr wieder ein schönes Aftermovie zum Festival 2017. Anschauen, anhören! Von der jungen Produktionsfirma locolor. Find ich gut.

Aftermovie

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  • Schlagwörter Festival, Lifestyle

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Sonstiges

SONSTIGES: Toskana

  • Beitragsautor Von maxkuhlmann
  • Veröffentlichungsdatum 3. September 2017
  • Keine Kommentare zu SONSTIGES: Toskana

So ein schöner Flecken Erde! Die Toskana. Gut, wenn man länger hier ist, wird deutlich, wie verheerend die Lage ist. Es gibt etwa keine Hochhäuser! Ich gehe manchmal einfach ganz nah an irgendein Haus ran und blicke nach oben. Dann wirkt es schon ganz anders.

IMG_0690

Oder: Seit mehr als zwei Wochen bin ich hier: Ich habe ehrlich gesagt noch nicht eine einzige Ampel gesehen! Und das nicht etwa, weil ich mit dem Traktor auf dem Feld umhertuckern würde. Aber auch da gibt es eine Lösung: Ich halte ab und zu an Kreuzungen an und denke mir: Hier könnte man auch mal die grüne Welle einführen. Und bin ziemlich sauer.

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Dafür sind die Italiener Meister im Bau von heftigen Bodenwellen auf den Straßen! Es schüttelt einen hin und her. Das können Sie perfekt! Ist sicher nicht leicht! Verlegen sie Baumstämme unter dem  Teer? Sie sind aber sehr fair. Je nach Stärke der eingerichteten Bodenwelle – vielleicht auch je nach Dauer der Baumaßnahmen – warnen sie mit Verkehrsschildern. Wenn es sich um nichts besonders raffinierte Wellen handelt, dann warnen sie so:

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Und wenn es heftiger wird, was sie so gebaut haben, wird es so:

IMG_0686

Dann gibt es noch dieses manchmal schön versteckte Schild, wobei mir nicht ganz klar ist, worin der Unterschied zu den anderen beiden liegt. Die Spezialisten werden es wissen.

IMG_0750

Und es gibt keine Staus! Manchmal stelle ich mich hinter parkende Autos und tue so, als wäre es ein Stau! Eine gute halbe Stunde stehe ich dann, bis ich mich schwarzärgere, dass es nicht vorangeht.

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Ich fahre manchmal durch die Gegend und begegne in 10 Minuten vielleicht zehn Autos! Ist das nicht trostlos? Ich fahre dann manchmal an Tankstellen, an denen Autos stehen, auch wenn ich garnicht tanken muss. Auch weil es dann so schön nach Abgasen riecht. Diesel am besten. Und weil dort sicher in irgendeiner Ecke der Fernseher läuft.

IMG_0664

Sie schütten einen Marktplatz mit Sand zu, weil in einer Woche ein Pferderennen stattfinden wird! Das wäre bei uns doch garnicht genehmigungsfähig! Aber da drücke ich gerne ein Auge zu!

IMG_0659

Man muss sich nur zu helfen wissen. Dann kann man es hier sehr sehr gut aushalten in einer der schönsten Ecken der Toskana. Und überhaupt: Diese nach allen Richtungen ausbalancierten, völlig wellenlosen Straßen in unseren Gefilden sind langweiliger!

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  • Schlagwörter Gesellschaft, Italien, Kultur, Leben, Lifestyle, Toskana

MUSIK: Michael Kiwanuka – Cold little Heart

  • Beitragsautor Von maxkuhlmann
  • Veröffentlichungsdatum 27. August 2017
  • Keine Kommentare zu MUSIK: Michael Kiwanuka – Cold little Heart

Da sich der Urlaub noch hinzieht, gibt es derzeit also weniger Blogbeiträge. Am ehesten Musik. Hier etwas: Michael Kiwanuka, Brite mit ugandischen Wurzeln, ich kannte ihn nicht! Auf Deutschlandfunk Kultur war kürzlich in der Reihe On Stage ein Konzertmitschnitt zu hören. Er galt 2012, als er mit 24 Jahren sein erstes Album ‚Home Again‘ herausgebracht hatte, als DIE „Soul-Sensation“. Jetzt hat er ein zweites Album herausgebracht, mit dem Titel ‚Love and Hate‘ . Er war im vergangenen November im Technikum in München (daher der Mitschnitt, der noch ein paar Monate im Archiv von Deutschlandradio Kultur angehört werden kann). Seine Musik passt eigentlich zu meiner Sammlung. Hier der Song Cold Little Heart. Auch das Video ist schön. Es geht wohl – ich war mir erst nicht sicher – um einen Herzinfarkt! Der Vater bringt dem Sohn das Autofahren bei, die Mutter sieht man nicht, vielleicht gibt es sie nicht mehr. Der Vater fasst sich schon anfangs ans Herz, er merkt etwas. Man sieht Erinnerungen. Der Sohn tanzt auf der Straße, der Vater bricht – währenddessen? – im Auto zusammen. Dann besteigt der Sohn das Auto wieder und sieht den Vater, zusammengesunken. Cold little Heart. So etwas könnte es sein.

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