Kategorien
Allgemein

LITERATUR: Kohei Saito – Systemsturz

Was haben Bundespräsident Frank-Walter unser aller Steinmeier und der japanische Philosoph Kohei Saito gemeinsam? Ganz wenig, aber dennoch: Es sind – bei Steinmeier: „vielleicht“ und bei Kohei Saito: „sicher“ – Bedenken beim Gedanken an die ewige Gewinnmaximierung zu Gunsten von Anteilseignern. Also Bedenken gegenüber dem blanken Kapitalismus, den wir alle leben.

Der japanische Philosoph Kohei Saito einerseits: Er würde grundsätzlich sagen: Weg vom Kapitalismus! In seinem „radikalen“ Buch „Systemsturz“. Der „Gebrauchswert“ muss es sein, nicht der kapitalistische „Marktwert“! Der bloße Marktwert ist Kapitalismus, in dem wir (noch) leben. Der Gebrauchswert ist für die Rettung der Welt entscheidend, nicht der „Marktwert“. Der bloße Marktwert interessiert vor allem den Anteilseigner, der einfach verdienen will, egal bei welchem Produkt. Dem Marktwert ist der eigentliche Gebrauchswert eines Produktes völlig egal, auch wenn alles – die Welt – kaputt geht. Kohei Saito untersucht vor diesem Hintergrund in seinem Buch „Systemsturz“ ganz grundsätzlich den „Kampf“ zwischen Kapitalismus und Naturerhaltung – den die Natur verlieren wird.

Frank-Walter unser aller Steinmeier andererseits: Er, den ich hier einmal kurz daneben stelle, spricht über eine „kleine Münze“ INNERHALB DES Kapitalismus, ein Mosaiksteinchen: Bei Frank-Walter unserem Steinmeier war es eine kleine Rede, eine Rede über eine evtl. neue Rechtsform, die sogenannte „Verantwortungsgesellschaft“, die „GmbH-VE“. Ein kleines Pflänzchen, bei dem man merken kann, dass vielleicht ein gewisses Unwohlsein gegenüber dem brutalen Kapitalismus mitschwingt. Siftungsähnlich, ohne Gewinnausschüttungen. Immerhin. Etwas mehr an Verantwortung (des Unternehmens) könne ja ruhig sein – wenn auch nicht nur für die Natur. HIER die Rede von Frank-Walter.

Steinmeiers Ansatz wäre für Kohei Saito völlig irrelevant. Eine neue Rechtsform und dann weiter so! Kohei Saito hat ein Buch geschrieben, mit dem er fundamental Systemkritik am Kapitalismus übt. Er steht AUSSERHALB DES Kapitalismus. Das ist eine andere Dimension. Wertvolle Überlegungen, alles muss bedacht werden!

Schon ist man jedenfalls mitten im Kern des Buches von Kohei Saito: Kapitalismus und unsere Welt! Kann man durch – kleinere oder auch größere – Änderungen des Kapitalismus die Welt noch retten? Oder ist grundsätzlich der Kapitalismus – der Gedanke des ewigen Wachstums – die Ursache für die Zerstörung der Welt? So sieht es Kohei Saito mit seiner eigenen, nicht immer leichten, aber guten Argumentation in seinem Buch „Systemsturz“.

Kohei Saito hat also über den elementaren Widerspruch, den er zwischen Kapitalismus (also ewigem Gewinnstreben) und der Erhaltung der Welt sieht, das Buch mit dem deutschen Titel „Systemsturz – Der Sieg der Natur über den Kapitalismus“ geschrieben. Das Buch ist kürzlich (im August) in Deutschland erschienen. In Japan war es schon ein rasanter Erfolg: Schnell waren 500.000 Exemplare verkauft.

Die Reaktorkatastrophe von Fukushima, März 2011, hatte Kohei Saito auf ein Phänomen aufmerksam gemacht, das überdeutlich im Raum stand, wie ein Elefant im Raum. Wie kommt es, so fragte er sich – damals 24 Jahre alt, Student der Philosophie in Berlin – wie kommt es, dass kaum jemand auf die direkte Verbindung zwischen den immer brutaler zutage tretenden Problemen der Ökologie – Klimawandel, rücksichtslose Ausbeutung von Ressourcen, Ozeane voller Müll – und der Ursache dieser Erscheinungen, nämlich dem kapitalistischen Wirtschaftssystem, hinweist?

In Berlin war Kohei Saito auf die Aufzeichnungen, Notizen, Briefe, Entwürfe etc. von Karl Marx gestoßen, war tief eingetaucht in die Forschung. Er arbeitet mit im Herausgebergremium der großen Marx-Engels-Gesamtausgabe.

Kohei Saito geht im Buch „Systemsturz“ immer wieder darauf ein, dass der spätere Karl Marx nichts zu tun hat mit dem gescheiterten kommunistischen System der Sowjetunion. Karl Marx hat im Laufe seines Lebens gravierende Änderungen an seinen Theorien erlebt. Während er etwa ursprünglich dachte, der Kapitalismus, der „Produktivismus“, müsse sich austoben, um dann zum Kommunismus zu führen, hat er von der Idee des Austobens des Kapitalismus später Abstand genommen. Vor allem die späten Lebensjahre von Karl Marx zeigen Saito, dass Karl Marx sich immer mehr Gedanken machte über den Riss zwischen Mensch und Natur. Man muss beim Lesen dieses Buches die Offenheit mitbringen, diesen „ökologischeren“ Karl Marx anzuerkennen. Der Gedanke an Karl Marx, der sich durch das Buch zieht, stört fast ein wenig, man denkt ja an den Kommunismus der Sowjetunion. Doch davon muss man sich lösen, dann sieht man: Im Ergebnis wird Kohei Saito recht haben: Der Kapitalismus mit seinem Grundgedanken des ewigen Wachstums wird unweigerlich dazu führen, dass die Natur immer weiter ausgebeutet wird.

Auch ein „ökologischer Kapitalismus“ oder „ökologischer Keynesianismus“ würde daran nichts ändern. „Greenwashing“ als Schönrednerei ohnehin nicht. Und dann gibt es noch Überlegungen zur „Abschwächung“ des Wachstums im Kapitalismus: Selbst dieser „Degrowth im Kapitalismus“ würde aber letztlich nach Kohei Saito nichts ändern. Kohei Saito legt vielmehr dar, dass das kapitalistisches System ganz grundsätzlich verlassen werden muss! Als einzig denkbare Lösung! Durch „Degrowth im Kommunismus“. Nicht aber im Sinne des bisher bekannten kommunistischen Systems, das immer diktatorisch ist und war. Sondern im Sinne gemeinsamer Verantwortung.

Kohei Saito weiß sehr wohl, dass wir wahrscheinlich nicht imstande sind, das kapitalistische System aufzugeben. Seine Idee ist zu „global“. Was er aber empfiehlt: Lokal beginnen, im kleinen beginnen, Netzwerke schaffen. Er bringt Beispiele, die in diese Richtung gehen. Er nennt ein sogenanntes „Netzwerk der Fearless Cities“, dem mittlerweile 77 Städte weltweit beigetreten sind, auch in Afrika, Südamerika und Asien. In Europa verweist er auf Amsterdam, Paris und vor allem Barcelona. Kleine Selbstverwaltungen vor allem, um das System kapitalistische Ausbeutung abwerfen zu können. Durch die gemeinsame Verwaltung und Verantwortung für sogenannte „commons“, also Güter, die jedem Menschen unbegrenzt zur Verfügung stehen sollten.

Wie gesagt: Der Blick darf sich nicht weiter nur auf den „Marktwert“ eines Produktes richten. Für den Marktwert ist der gesellschaftliche Nutzen eines Produktes völlig unwichtig. Hauptsache „Marktwert“. Entscheidend sei der „Gebrauchswert“, der den gesellschaftlichen Nutzen widerspiegelt. Dieser Gebrauchswert muss in den Mittelpunkt rücken. Nur so können auch die Natur vor endlose Ausbeutung geschützt werden.

Das Buch „Systemsturz“ liest sich nicht immer schön, man braucht Geduld, auch Zeit, man stolpert manchmal gedanklich kurz wegen Ungenauigkeiten, es setzt sich aber in vielen vielen Details mit einer ganz entscheidenden Frage auseinander: Können wir mit dem Kapitalismus so weitermachen? NEIN, ist Kohei Saitos Meinung – die ich gut verstehe.

HIER eine Besprechung des Buches auf SWR.

Auch die Volkshochschule München kümmert sich übrigens momentan um dieses Thema: Veranstaltungen am 13.11. (HIER) und am 01. 12. (HIER) über die Gedanken „Wirtschaft ohne Wachstum“ und „Degrowth“. Vielleicht wächst die Idee, das Interesse an solchen Überlegungen und Initiativen. Kohei Saitos Gedankenspiel ist jedenfalls wahrscheinlich richtig, aber unglaublich radikal. Er selbst sieht aber – wie gesagt – in globalen Netzwerken der kleinen entstehenden Anstrengungen eine Chance.

LITERATUR: Juli Zeh – Über Menschen

Nicht zum ersten Mal habe ich ein Buch von Juli Zeh gelesen. Dieses Mal hat es mich nicht voll begeistert. Das mag anderen anders gehen, daher schreibe ich hier natürlich darüber. Das Thema trifft ja den Zeitgeist, die „Stadtflucht“. Das Buch hat im Kern wahrscheinlich einige autobiografische Elemente. Wie im Buch, so auch im Juli Zehs Leben: Eine Person – Dora – verlässt die Großstadt und zieht aufs Land in den in Brandenburg gelegenen, verlassen und vergessenen Ort „Bracken“ – einen „Wohnplatz“ der Gemeinde „Gleiwitz“.

Juli Zeh lebt seit Jahren in Barnewitz, einem Dorf im Havelland in Brandenburg, zuvor hatte sie über viele Jahre in Leipzig gelebt. 

Etwas ganz Persönliches dazu von mir:

Der Ort -> Barnewitz ist wahrlich nicht weit entfernt von -> Rhinow, dem Ort, in dem meine Familie mütterlicherseits in frühen Jahren ein schönes Häuschen hatte. Ich hatte es nach der Wende noch besucht. Rhinow wiederum liegt neben den -> „Rhinower Bergen“, auf denen wiederum der Flugpionier -> Otto Lilienthal damals, Ende des 19. Jahrhundert, täglich seine Flugübungen machte. Otto Lilienthal stürzte dort am 9. August 1896 ab – bei -> Stölln nahe Rhinow (in der Nähe von Barnewitz also, neben Berlin) – und starb dann auf dem Weg nach -> Berlin bzw. in Berlin. Mein Urgroßvater erlebte diesen Absturz ganz persönlich! Und er war es, der nach dem Absturz als Arzt Otto Lilienthal auf dem Weg nach Berlin begleitete. Ja, mein Urgroßvater!

Zurück zum Roman:

Juli Zeh mag diesen Roman recht schnell geschrieben haben. Er enthält meines Erachtens daher auch rein stilistisch gesehen nicht irgendeine Besonderheit, er schildert inhaltlich einfach den Ablauf gewisser Dinge. Dinge des modernen Lebens in unseren Sphären. Alles, was geschieht, entspricht dabei leider immer wieder irgendwie einem „Klischee“, das wäre mein größter Kritikpunkt. Dem Klischee über Stadtflucht. Dem Klischee über einen vergessenen Ort, der an nichts angebunden ist. Dem Klischee über die Menschen, die dort leben. Dem Klischee über die Menschen, die in Großstädten leben. Dem Klischee, wie man in welcher Situation denken oder handeln wird. Und so weiter. Immer wieder Klischees, Klischees. Ich fühlte mich leider beim Lesen dieses Buches durchgängig so, als würde ich etwas lesen, was nach allgemeiner Einschätzung „nicht anders sein kann“. Viel von diesen Klischees trifft ja zu!

Ich selber mag es aber, wenn ich etwas lese, im Grunde lieber etwas „abseitig“, nicht so erwartbar, so herkömmlich. Andererseits mag ich es, wenn ganz einfache Dinge des Lebens beschrieben werden. Aber dabei freue ich mich immer nur, wenn – allein etwa durch den Schreibstil – etwas Besonderes daraus herausgeholt wird. Dann bereichert mich das Buch.

Ja, es mag so sein, dass einfach alles so ist, wie Juli Zeh es beschreibt. Der Roman ist insoweit die gute und sicherlich weitgehend treffende Schilderung einer gesellschaftlichen Situation. Auf dem Buchdeckel heißt es dementsprechend (Zitat Denis Scheck, SWR Fernsehen): „Ein Buch, das einem die Augen öffnet für unsere bundesrepublikanische Wirklichkeit.“ So kann man es auch formulieren. Es wird so sein. Und wenn man lesen möchte, wie es ist, aus dem wilden Berlin in einen vergessenen Ort zu ziehen: Hier hat man ein gutes Lesewerk.


Juli Zeh beschreibt dabei alles wieder sehr gut, keine Frage! Man liest es flüssig und schnell, die Geschichte entwickelt einen Zug. Man hat alles gut vor Augen! „Dora“, die Hauptperson des Romans, neuerdings getrennt von ihrem in Berlin/Kreuzberg lebenden Lebenspartner (oder Ehemann) „Robert“, kommt im Laufe des Romans tatsächlich einzelnen zunächst eigenartig wirkenden Menschen, die auf dem Land um sie herum leben, näher. Aber auch etwa Robert: Man liest etwas, was man kennt. Robert ist zunächst immer mehr „ökologisch unterwegs“, fast besessen von jedem Detail, von seiner ökologischen Überzeugung. Dann kam Corona hinzu, auch das wird zu seiner Berufung! Und alle anderen, die nicht seiner Überzeugung sind, sind insoweit Trottel, sollten lieber seinen Vorgaben folgen. Das hält Dora dann nicht mehr aus. Man kennt es. Aber auch hier: Es wird geschildert, aber man erhält meines Erachtens dazu leider keine weiterführenden Gedanken.

Zum Ort Bracken: Das schwule Pärchen im Ort, der „Dorfnazi“ auf dem Nachbargrundstück – das bezeichenderweise durch eine Mauer von ihrem Grundstück getrennt ist, auch andere Bewohner lernt Dora kennen. Vieles verwundert, stört und irritiert sie, aber es entstehen Beziehungen, über ihre persönliche emotionale „Mauer“ hinweg gewissermaßen, die diesen Roman prägen. Insoweit hat dieser Roman übrigens Ähnlichkeiten zu ihrem vorherigen Roman „Unter Leuten“. Das ist jedenfalls der Weg dieses Romans: Man zieht in eine „fremde Welt“, an der einen zunächst vieles stört oder verwundert, und kommt dann doch zwangsläufig dieser Welt näher. Das ist auch der positive Aspekt dieses Romans. Hinter jedem Klischee steckt mehr und jede Welt ist berechtigt.

HIER ein Link zu einem Filmbeitrag der Sendung ASPEKTE über den Roman.

LITERATUR: Daniel Mason – Wintersoldat

Man kennt vielleicht Daniel Masons Debütroman „Der Klavierstimmer Ihrer Majestät“ (Deutsche Fassung 2003). Dort geht es um einen Klavierstimmer, der zu Zeiten der dortigen britischen Kolonialherrschaft nach Burma, in das heutige Myanmar, reist. Es geht wohl auch um Liebe. Ich kannte den Roman nicht. Ich kannte auch Daniel Mason nicht. Aber ich hatte kürzlich Geburtstag und habe seinen aktuellen Roman „Wintersoldat“ geschenkt bekommen.

Daniel Mason ist Amerikaner und ich finde, man erkennt manchmal an der Art und Weise, wie ein Buch geschrieben ist, dass der Autor Amerikaner ist. So auch bei diesem Roman. Natürlich erkennt man das nicht bei allen amerikanischen Autoren, bei Paul Auster beispielsweise wenig (kürzlich gelesen: Sein autobiografischer Roman „Winterjournal“), bei Richard Powell wenig (ich mochte den fantastischen und anrührenden Roman „Der Klang der Zeit“ ganz besonders!), bei Louis Begley wenig (ich kenne von ihm „Erinnerungen an eine Ehe“ und „Schiffbruch“). Es gibt natürlich fantastische amerikanische Autoren. William Faulkner etwa („Licht im August“!). Oder Ernest Hemingway und seine Short Stories. (Er hatte übrigens Anfang Juli diesen Jahres seinen 60. Todestag. Und ich meinen 60. Geburtstag!) Oder oder oder. Die Liste der wirklich beeindruckenden amerikanischen Schriftsteller ist sehr lang!

Daniel Mason ist rein sprachlich gesehen dagegen nicht irgendwie auffallend. Ich möchte behaupten, vor allem viele europäische Schriftsteller schreiben oftmals irgendwie variantenreicher, im Stil einfallsreicher oder empfindsamer. Der Roman „Wintersoldat“ von Daniel Mason scheint mir eine Erscheinung relativ moderner amerikanischer Literatur zu sein: Der Roman ist eine sehr genaue und dadurch sehr intensive Schilderung der Entwicklung eines tragischen Lebens in sehr schwerer Zeit! Die Zeit des 1. Weltkrieges! Die Schilderung des Lebens des jungen Arztes Lucius wird – das mögen die Amerikaner ja – bald mehr und mehr zu einem „page turner“, also zu einem Buch, das man nicht weglegen möchte, sondern bei dem man Seite für Seite weiter lesen möchte, um den jeweiligen weiteren Verlauf und den Ausgang der Geschichte zu erfahren.

Beeindruckend ist auf jeden Fall die unglaublich genaue und facettenreiche Schilderung der fürchterlichen damaligen Umstände an der russisch/österreichischen Frontlinie während des ersten Weltkrieges. Die Kriegszustände! Lucius ist Lazarettarzt hinter der Frontlinie. Ebenso beeindruckend ist die unglaublich genaue und facettenreich Schilderung der medizinischen Möglichkeiten der damaligen Lazarettärzte hinter der Frontlinie. Mason schildert immer wieder grauenhafte Entstellungen und Verletzungen viele Soldaten. Insoweit ist der Roman sogar nicht einmal mehr zeitgemäß, Kriege würden heutzutage doch – meint man – eher mit dem sofortigen Tod des Soldaten enden, als mit fürchterlichen Erfrierungs- oder Schussverletzungen oder mit Entstellungen durch Granaten und Bomben. Heutzutage leidet die Zivilbevölkerung viel mehr! Insoweit ist dieser Roman eher ein historischer Roman.

Auch, scheint mir, ist etwas typisch für moderne amerikanische Literatur: Natürlich mischt sich neben all diesen fürchterlichen Schilderungen der damaligen Lebensumstände das Thema der großen Liebe in den Roman! Das Thema der großen Liebe bestimmt letztlich den Verlauf des Romans! Und insoweit wählte Daniel Mason wohl wieder die Technik, die er auch bei seinem Debütroman angewandt hatte. Das Thema der Liebe hält den Roman am Laufen!

Ich muss gestehen: Der Titel „Wintersoldat“ hat mir dabei nicht sehr gefallen. Was ist denn ein Wintersoldat? Gut, im Laufe des Romans wird es klar. Es ist ein völlig traumatisierter, ansonsten wohl unverletzter Soldat, der im tiefsten Winter ins Lazarett kommt. Er prägt den Roman auch in gewisser Weise. Ihn aber gleich „Wintersoldat“ zu nennen, scheint mir fast kitschig.

Also: Wer einen historisch recht interessanten und sehr detailreich geschriebenen Roman zum 1. Weltkrieg lesen möchte, den er nach einer gewissen Zeit auch nicht mehr weglegen möchte – im Urlaub etwa, der möge sich den mit diesen Vorgaben durchaus guten Roman „Wintersoldat“ von Daniel Mason nehmen.

LITERATUR: Inger Maria Mahlke: Archipel

Das Buch ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Inger Maria Mahlke hat mit ihrem Roman „Archipel“ den Deutschen Buchpreis 2018 erhalten. Der Preis wird jährlich zur Frankfurter Buchmesse vom Börsenverein des Buchhandels vergeben. HIER die damalige Begründung der Jury.

Meine Bewertung (1-10): 📚📚📚📚📚📚📚📚📚 (9)

Für den Deutschen Buchpreis 2019 gibt es bereits die Longlist. Am 17. September wird die Shortlist bekannt gegeben. Die Preisverleihung 2019 findet dann am 14. Oktober statt. HIER ist die Seite zum Deutschen Buchpreis mit allen Informationen, auch zur Longlist, und mit einem Archiv.

Meine Eindrücke zusammengefasst: Ein sehr interessanter, eigener Schreibstil – wunderbare Beschreibungen einfacher Szenen – langsam Lesen! – schwieriges Thema im Hintergrund, wer kennt schon die Geschichte Spaniens und speziell Teneriffas gut? Darum geht es aber. Folgendes:

Erstens: Alltagsszenen werden geschildert, immer wieder einfache Alltagsszenen, wie wir nun einmal leben. Aus Teneriffa, von heute zurück bis 1919. In kleinen Kapiteln werden immer wieder Blicke auf die Beteiligten Personen und ihre Zustände geworfen. Keine außergewöhnlichen Handlungen, es ist normales Leben, aber wirklich sehr schön erzählt, sehr eigen. Die Wortwahl, der Satzbau, alles etwas besonders. Deswegen: Langsam Lesen! Ein kleiner „Nachteil“: Man hat viele viele Einzelszenen schön beschriebene vor sich, aber nicht einen abgeschlossenen Handlungsstrang. Das macht es etwas schwieriger, dem Buch zu folgen. Ich habe es zweimal gelesen.

Zweitens: Bei diesen Alltagsszenen schwingt alles mit. Und genau so erzählt Inger Maria Mahlke: Inger Maria Mahlke verbindet verschiedene nicht oft zu findende Eigenheiten im Schreib- und Erzählstil. Diese Verbindung schafft – finde ich – einen literarisch gelungenen Roman: Man spürt alle Entwicklungen im Grunde nur hinter den Alltagsszenen, zwischen den Zeilen, in Andeutungen. Das Persönliche und das Politische, ebenso andere Details der Erzählung.

Ein Beispiel bringe ich: Ein Quietschen wird erwähnt und im Grunde zeigen sich darin viele Geschichten:

Erst als Eliseo den Laut hört, ein langgezogenes Quietschen, wird ihm bewusst, dass er es bereits eine Weile kennt. Die Angeln des Gartentors, jedes Mal, wenn er in den Club geht, zu Mittag wieder nach Hause kommt, abends zu seinem Spaziergang aufbricht, das Tor im Dunkeln hinter sich zuzieht. Jedes Mal, wenn Merche, nein, Eulalia, mit Strickjacke und vor der Brust verschränkten Armen Brot holen geht, der Postbote die Post bringt, ein langgezogenes Quietschen, und doch ist Eliseo sicher, es vorher nicht bewusst wahrgenommen zu haben.

Drittens: Man verfolgt viele Jahre eines Familienstammes zurück, ausgehend von Ana und Felipe mit der Tochter Rosa, zurück auf deren Eltern, zurück zum Teil wiederum auf deren Eltern, auch auf ein paar andere Personen in deren Umfeld. Teils ist es nicht leicht, sicher ein Bild von den Personen zu machen, weil man manchmal fast durcheinander kommt. Vergangenheit, Entwicklungen, Erinnerungen, Aktuelles, usw., alles spielt rein. 

Viertens: Es geht – auch das meist nur angedeutet – speziell um die Geschichte Spaniens und Teneriffas. Es wird Sinn machen, sich davor oder daneben einen kurzen Überblick darüber zu verschaffen. Etwa HIER. Es geht um Teneriffa im 20. Jahrhundert. Ich lese auf Wikipedia das, was im Buch zum Tragen kommt: 

„Die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts waren geprägt von einer fortschreitenden politischen Radikalisierung. 1936 startete der General Franco von Teneriffa aus seinen Putsch gegen die Republik.Der Spanische Bürgerkrieg erreichte Teneriffa nicht; die wirtschaftliche Isolierung unter der Diktatur wirkte sich aber aus. Das einzige Exportgut waren seinerzeit Bananen für das Festland.“

Besonders, wie gesagt, finde ich die Verbindung der Alltagsszenen mit den Eindrücken, um die es eigentlich geht. Mir hat das Langsam Lesen geholfen, das mir auch den immer wieder so schön eigenen Schreibstl deutlich machte. 

HIER ein chart über die familiären Beziehungen der beteiligten Personen untereinander, wie ich es oft mache (lässt sich auf meinem IPad nicht gut öffnen, wohl weil es eine Word-Datei ist). Es lohnt sich, das Chart daneben zu legen:

Einige Rezensionen zu dem Roman liest man im Übrigen auf http://www.perlentaucher.de, HIER.

HIER der Link zur Website des Rowohlt Verlages zum Buch.

LITERATUR: Saša Stanišić – Herkunft

Ich hatte vor Jahren einen Roman von Saša Stanišić gelesen und fand ihn sehr gut: „Vor dem Fest“ hieß er. Saša Stanišić hatte – ich glaube 2016 – dafür den Preis der Leipziger Buchmesse erhalten. Jetzt habe ich sein neuestes Werk gelesen. „Herkunft“ heißt es.

Meine Bewertung (1 – 10): 📚📚📚📚📚📚 (6)

Saša Stanišić schreibt an einer Stelle: „Bin das ich? Sohn meiner Eltern, Enkelsohn meiner Großeltern, Urenkel meiner Urgroßeltern, Kind Jugoslawiens, geflüchtet vor einem Krieg, zufällig nach Deutschland. Vater, Schriftsteller, Figur. Bin das alles ich?“ Genau darum geht es. Saša Stanišić erzählt von seiner Herkunft. Nicht nur von der jugoslawischen Heimat, seinem Geburtsort, nein, vielmehr von seinen Erinnerungen, seinen Vorfahren, seinem Lebensweg, dem Lebensweg der Vorfahren. Das ist für ihn Herkunft.

Saša Stanišić schreibt in vielen kleinen Kapiteln über all das. Er schreibt immer wieder über Erlebnisse und Erinnerungen, über Personen seiner Zeit in Jugoslawien und in Deutschland.

Inhaltlich: Geboren ist er am 7. März 1978 („Ich bin in einem Land geboren, das ist nicht mehr gibt.“) – die Flucht der Mutter mit den Kindern vor dem Krieg in Jugoslawien nach Deutschland 1992 („1991 waren Zugehörigkeiten ein Zündstoff geworden.“) – der Vater kam ein halbes Jahr später nach, die Großeltern kamen 1995 nach Deutschland – sie lebten zunächst in einem Flüchtlingslager in der Nähe von Heidelberg – die Eltern mussten Deutschland 1998 wieder verlassen, wanderten nach Florida aus – seine Fahrt in sein Heimatdörfchen Višegrad 2009 – Besuch eines Friedhofes in Oskoruša – Besuch der Ruine des Hauses seiner Urgroßeltern – zunehmend geht es im Verlauf des Buches um den Tod seiner Großmutter – der Besuch der Großmutter in Višegrad 2018 – die Großmutter stirbt im November 2018 – Saša Stanišić lebt aktuell in Hamburg. Das ist der Rahmen für viele kleine Erzählungen.

Es geht hin und her in den Jahren, hin und her zwischen den Personen. Manchmal nicht leicht, ich habe das Buch mehrfach durchblättern müssen, um einen Überblick zu bekommen. Ich rate dazu an, sich die Personen und Jahreszahlen im Text immer wieder kenntlich zu machen, zu markieren, dann geht das Buch auf. Saša Stanišić kommt augenscheinlich – und verständlicherweise – selber nicht leicht damit zurecht, in Deutschland/Hamburg zu leben und eine völlig andere Herkunft zu haben. Geboren in einem Land, das es nicht mehr gibt.

Der Stil des Buches: Saša Stanišić erzählt von absolut höchstpersönlichen Erlebnissen, Erinnerungen, dennoch ist das Buch nicht getragen von Emotionen. Ganz im Gegenteil: Es ist geprägt von einer nüchternen, melancholischen und irgendwie auch fast traurigen Schreibweise. Kurz gehaltene Aussagen. Nach dem Motto fast: „In was bin ich da nur reingeraten?“ Gerade das macht es aber aus. Es schwingt auch immer eine Art Traurigkeit über den Verlust Jugoslawiens mit. Manchmal allerdings etwas kompliziert geschrieben, dachte ich. Aber Stanišić kann schreiben!

Ich habe mir, wie so oft, der Übersichtlichkeit halber eine Übersicht dazu erstellt. Alles auf einen Blick. Hier kann man sie herunterladen und zum Lesen dazunehmen:

Das Buch hat dann leider am Ende einen Teil, den ich nicht mochte: Der Leser wird angehalten, sich Stück für Stück selber zu entscheiden, wie und wo er weiter lesen will. Jeder findet damit sein eigenes Ende. Warum er das macht, erschließt sich mir nicht. Interessant ist daran allerdings, dass sich Wirklichkeit und Phantasie vermischen. Es geht in diesem letzten Teil des Buches um die Frage: Wie endete das Leben der Großmutter?

Sechs Punkte vergebe ich nur, da ich das Gefühl hatte, dass ich beim ersten Durchlesen viel zu viel überlesen hatte. Ich hatte die zeitliche Orientierung verloren und bin über viele schöne Beschreibungen irgendwie hinweggehuscht.

HIER ein interessantes Gespräch auf ARD mit Saša Stanišić über sein Buch „Herkunft“.

HIER liest Saša Stanišić aus seinem Buch „Herkunft“. Man lernt ihn und ein wenig (10 Minuten) aus seinem Werk „Herkunft“ kennen.

HIER die Seite des Luchterhand Verlag es zu Saša Stanišić’s Buch „Herkunft“.

LITERATUR: Virginie Despentes – Das Leben des Vernon Subutex

Ich werde in nächster Zeit viele kleine Berichte schreiben, da ich derzeit das Berliner Theatertreffen mitverfolge. Ich werde schnell schreiben, ohne große Überarbeitung. Hier zunächst einmal ein Bericht über das Buch, das ich zuletzt noch gelesen hatte. Virginie Despentes – Vernon Subutex.

Meine Bewertung (1 – 10): 📚📚📚📚📚📚📚📚 (8)

Also: Ich bin auf das Buch „Vernon Subutex“ gestoßen, da ich in den Kammerspielen vor kurzem das Stück „Das Leben des Vernon Subutex“, inszeniert von Stefan Pucher, gesehen hatte. Die Inszenierung hat mich nicht begeistert, war eher langweilig, halbherzig. Siehe meinen damaligen Beitrag – einfach im Suchfeld oben „Subutex“ eingeben. Das Buch ist völlig anders! Wobei: Es sind DREI Bände. Ich habe erst den ersten Band gelesen., werde mich aber auch an den nächsten Band machen. Zumal die Inszenierung an den Münchner Kammerspielen, so hört man, eher auf dem Inhalt des zweiten und dritten Bandes beruht.

Da ich einmal etwas Französisches lesen wollte – ich konnte früher einmal ganz gut französisch – habe ich mir die französische Originalfassung genommen. Daneben lag aber immer die deutsche Fassung. Es war nicht einfach, da es absolut in Umgangssprache geschrieben ist. Aber nicht verdrechselt im Stil, sondern einfach und klar und direkt und frech und vulgär.

Vernon Subutex hat mit seinem Plattenladen pleite gemacht. Kein Geld, keine Wohnung, er kommt bei Freunden unter, landet schließlich auf der Straße. Was man liest, sind seine zahlreichen Treffen mit Bekannten, bei denen er zunächst wohnt, bevor er auf der Straße landet und weitere Personen trifft. Er trifft viele Personen. Insoweit war sicher auch die Inszenierung an den Kammerspielen wahrlich als Ensemble-Arbeit geplant. 13 Mitglieder des Ensembles spielen mit.

Geschildert wird die absolut untere Schicht in Frankreich, Paris. Drogen, Sex, Musik, Obdachlose, Gewalt, Rechtsradikale, alles. Aber einfach lesenswert. Eine Milieustudie ohne jede Zurückhaltung. Virginie Despentes war früher Prostituierte, sie kennt sich aus. Und das Schöne dabei ist, dass immer wieder – auch zwischen den Zeilen – das heutige Leben in vielen Aspekten durchscheint. Mit ganz plötzlichen kleinen Aussagen zu reichen Menschen, zu Politikern, etc. Und allein durch die so direkte und völlig unverfälschte Art der Schilderung der Personen des Romans.

Wer Französisch kann: Lesenswert ist vor allem die französische Fassung. Die deutsche Fassung ist zwar eine fast wörtliche Übersetzung, aber erstaunlicherweise merkt man einen Unterschied: Irgendwie klingt alles trotz dieser unglaublichen Direktheit und Klarheit und Derbheit gerade im Französischen etwas angenehmer. Etwas ironischer vielleicht. Es hat dort immer irgendwie einen etwas edleren Unterton oder Nebenklang. Im Deutschen klingt alles einfach nur platt und derb. Ich finde, in der deutschen Fassung stört man sich eher an der Derbheit der Schilderung und der Sprache, im Französischen hat alles einen irgendwie erträglicheren Charakter.

Schon der Titel der Bücher: Im Französischen heißt es einfach „Vernon Subutex“. Im Deutschen gleich komplizierter und m. E. verfälschend „Das Leben des Vernon Subutex“. Es geht garnicht um das ganze Leben des Vernon Subutex, nun gut.

So kam auch die Inszenierung von Stefan Pucher meines Erachtens in keinster Weise an das Buch heran. Ich werde sie mir aber noch einmal ansehen.

HIER ein Link zu einem netten Beitrag aus der Süddeutschen Zeitung über Menschen in München, deren Herz an Vinylplatten hängt – als Sammler, Verkäufer, DJ und Plattenspielerbauer.

Soviel zunächst, ich ergänze diesen Beitrag auch noch etwas.

Kategorien
Allgemein Gelesen und geblättert

LITERATUR: Lion Feuchtwanger – Exil

Mit Lion Feuchtwanger kann mir keiner mehr kommen! Nach dem schmalen Bändchen Erfolg habe ich jetzt noch das Heftchen Exil von ihm gelesen. Zwei Teile seiner Kurzgeschichtentrilogie Wartesaal. Und das alles wegen der Inszenierung des Stückes „Wartesaal“ von Stefan Pucher an den …. Münchner Kammerspielen natürlich. Nächste Woche gehe ich hin.

Ist ja ohnehin interessant: Am vergangenen Donnerstag, 14.12.2017, war Premiere des Stückes Trommeln in der Nacht von Bertolt Brecht (HIER mein Blogbeitrag) und jetzt kommt eben Lion Feuchtwanger. Beide kannten sich nämlich, waren gute Freunde. Es gibt ein Buch über ihre Freundschaft: „Sunset“ von Klaus Modick (HIER eine Besprechung des Buches aus 2011 vom Deutschlandfunk Kultur).

Bertolt Brecht bat damals in München Lion Feuchtwanger, sein Werk „Trommeln in der Nacht“ einmal zu lesen. Es hatte damals noch den Titel „Spartacus“. Feuchtwanger war begeistert und seine Frau Marta regte damals an, Brechts Stück „Trommeln in der Nacht“ zu nennen. Also interessant, dass beide jetzt in den Kammerspielen inszeniert werden.

Zum Buch „Exil“ von Lion Feuchtwanger: Das Buch „Erfolg“ (HIER mein kleiner Blogbeitrag dazu) hatte mir besser gefallen! Dort geht es ja um München – das ich natürlich gut kenne – nach dem ersten Weltkrieg, das Aufkommen des Nationalsozialismus. Ich finde, dort werden die Verhältnisse unglaublich dicht und gut erkennbar beschrieben. Man erkennt sehr gut die damaligen Verhältnisse. Auch die Personen sind sehr interessant ausgewählt. Man lernt fast über die Bayern! Dieses gemütliche Bauernvolk. Man ist voll drin.

Im Buch „Exil“ geht es dagegen um die Verhältnisse deutsche Exilanten in Paris. Etwa zur gleichen Zeit, nach dem I. Weltkrieg. Auch Marta und Lion Feuchtwanger lebten ja einige Jahre in Frankreich, bevor sie nach Amerika übersiedelten. Es fiel mir bei „Exil“ etwas schwerer, die Personen wirklich zu verstehen, reinzukommen. Auffallend aber, dass eine fast maximal breit gefächerte Personenkonstellation beschrieben wurde: Juden – Nazis – ein Deutscher, der den Nazis nahestehen wollte, aber mit einer Halbjüdin befreundet war – ein jüdischer Junge, der aus Überzeugung gerne in der Sowjetunion leben wollte – ein jüdischer Geschäftsmann, dessen Tochter noch in Deutschland festsaß – ein Exilant, der in der Schweiz von den Nazis verschleppt wurde – Künstler, Politiker, Journalisten – ein Exilant, der es schaffen wollte, dass sich ein bedrohlicher Nazi seiner atteaktiven jüdischen Freundin annäherte, um ihn in Verruf zu bringen – und und und. Alles dabei.

Und daneben eben zurzeit Bertolt Brecht mit einer wieder anderen Sicht: Der Sicht auf einen Kriegsheimkehrer. Man kommt rum in der damaligen Zeit.

Aber man braucht etwas Zeit für diese niedlichen Kurzgeschichten „Erfolg“ und „Exil“ von Lion Feuchtwanger. Hemingway liest sich schneller!