Oben auf das Logo QOOZ klicken oder http://www.qooz.de eingeben und die vorherigen Beiträge nicht übersehen!Gerade der letzte!
Es ist kein Song seines neuesten Albums. „The Ship Song“ ist aus seinem Album „The Good Son“ aus dem Jahre 1990. Trotzdem! Ende vergangenen Jahres – Anfang November – hat Nick Cave gerade sein neuestes Album „Ghosteen“ herausgebracht. Sein siebzehntes Album. Die Fachwelt wundert sich offenbar wieder einmal. Von einem – erneuten? – „radikalen musikalischen Stilwechsel“ liest man.
Ich habe Nick Cave selten gehört. Er ist ja seit vielen Jahren als der Meister des Düsteren, des Apokalyptischen, bekannt, nachdem er zu Beginn seiner Karriere offenbar viel wilder war. Jetzt – mit dem neuen Album „Ghosteen“ – scheint er dem Ruf als Meister des Düsteren noch eins drauf zu setzen: Die Musik wird geradezu mystisch, sphärisch, sakral.
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Das alles steht offenbar vor dem Hintergrund des Todes eines seiner beiden Zwillingssöhne aus dem Jahr 2015. Diesen Schicksalsschlag – der Sohn stürzte bei Brighton in Großbritannien von einer Klippe – versuchte er wohl schon 2016 mit dem Album „Skeleton Tree“ zu verarbeiten. Doch auch das neue Album „Ghosteen“ scheint davon noch geprägt zu sein.
HINWEISE:
Nick Cave kommt – nicht uninteressant! – mit The Bad Seeds in diesem Jahr – soweit bisher bekannt – an folgenden Terminen nach Deutschland:
17. Mai nach Köln
18. Mai nach Hamburg
27. Mai nach Berlin
6. Juni nach München
Außerdem kommt er – auch nicht schlecht! – zu sogenannten „Conversations with Nick Cave“ an folgenden Terminen nach Deutschland:
20. Januar nach Baden-Baden
21. Januar nach Wiesbaden
23. Januar nach Essen
27. Januar nach Bremen
HIER der link zu seiner Website. Und hier The Ship Song:
Ich habe wieder einmal einen Klassiker gelesen. „Früchte des Zorns“ von John Steinbeck. Er hat 1962 – nicht nur dafür – den Literaturnobelpreis bekommen. UND: Am Schauspielhaus Zürich gibt es derzeit eine Inszenierung von Christopher Rüping zu diesem Buch. „Früchte des Zorns“. UND: Ein Song zum Roman folgt unten.
Meine Bewertung des Romans: 6 von 10.
ZUM THEATER:
Christopher Rüping war zuletzt Hausregisseur an den Münchner Kammerspielen, hatte dort etwa die wunderbare 10-Stunden-Inszenierung „Dionysos“ auf die Bühne gebracht. HIER mein damaliger Beitrag dazu. Derzeit ist er Hausregisseur am Schauspielhaus Zürich, wird aber im Januar nächsten Jahres an den Münchner Kammerspielen Bertolt Brechts „Im Dickicht der Städte“ inszenieren.
HIER der Link zur Website des Schauspielhauses Zürich, zur Stückeseite der Inszenierung „Früchte des Zorns“. Die Inszenierung wird in der Presse sehr gelobt.
ZUM BUCH:
John Ernst Steinbeck, geboren am 27. Februar 1902 in Kalifornien und gestorben am 20. Dezember 1968 in New York. Einer der meistgelesenen US-amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. 1943 war er Kriegsberichterstatter im Zweiten Weltkrieg, 1940 erhielt er den Pulitzerpreis für den Roman „Früchte des Zorns“ und 1962 den Literaturnobelpreis.
„Früchte des Zorns“ ist ein trostloses Buch. Geschildert wird, wie eine große Familie aus dem Süden Amerikas mit einem schrottigen Lastwagen nach Kalifornien fahren will und sich bis dorthin durchschlägt. Eine lange, aufwändige Tour, die genau geschildert wird. Einige aus der Familie gehen verloren, sterben, gehen alleine weiter. Die Familie der Joads. Großeltern, Eltern, Kinder, Enkelkinder, ein befreundeter Priester, ein Onkel. Als Farmerfamilie im Süden Amerikas gab es einfach nichts mehr zu verdienen. Große Firmen kamen auf, Maschinen übernahmen die landwirtschaftliche Handarbeit, Land wurde aufgekauft.
Die Familie der Joads fällt immer mehr auseinander. Auch das Ende des Romans ist trostlos. Der lange Weg der Familie Joad wird äußerst genau geschildert. Man liest das Buch fast wie das Drehbuch eines Films. Man sieht jede Szene genau vor sich. Von der Schreibweise her nicht irgendwie auffallend, sehr realistisch, fast nüchtern beschreibend, nicht emotionalisierend, auch nicht etwa speziell die ein oder andere Person der Familie in den Vordergrund rückend. Wegen der nicht gerade prickelnden Schreibweise gebe ich auch „nur“ die Sechs Punkte auf meiner Skala.
Wie sie Zelte aufschlagen, wie sie fahren, wie sie im Lastwagen liegen, wie die Mutter kocht, wie man mit ihnen umgeht, ihre Sorgen, ihr permanenter Kampf gegen die Armut, die Tochter wird schwanger, sie reden, wie sie ihre Würde behalten wollen, alles.
Das Drama nimmt seinen Lauf, weil zur damaligen Zeit wohl Tausende von Farmerfamilien aus dem Süden in den Norden gefahren sind, um Arbeit zu finden. Als Obstpflücker, als Baumwollpflücker. Um zu überleben. Sie waren aber im Norden nicht willkommen, die „Okies“ aus Oakland etwa.
Noch dazu haben die Farmer im Norden Amerikas die Situation wohl komplett ausgenutzt. So der Roman. „Viele Zureisende“ bedeutete ja, dass ihnen Arbeit für einen Hungerlohn gegeben werden konnte. Jeder nahm ja Arbeit an. Hunger wird auch immer wieder geschildert, die Ausweglosigkeit.
Hier ein Blick ins Buch:
Ein Roman gegen brutalen Kapitalismus. Und ein Roman mit Bezug zu allen Zeiten: Vielen Menschen geht es schlecht – wir dürfen den Blick nicht abwenden.
Und HIER die Seite zum Buch auf der Website des dtv Verlags.
ZUR MUSIK:
Bruce Springsteen hat einen Song geschrieben: The Ghost of Tom Joad. Hier die Lyrics:
Men walkin‘ ‚long the railroad tracks – Goin‘ someplace there’s no goin‘ back – Highway patrol choppers comin‘ up over the ridge – Hot soup on a campfire under the bridge – Shelter line stretchin‘ ‚round the corner – Welcome to the new world order – Families sleepin‘ in their cars in the Southwest – No home no job no peace no rest – The highway is alive tonight – But nobody’s kiddin‘ nobody about where it goes – I’m sittin‘ down here in the campfire light – Searchin‘ for the ghost of Tom Joad – He pulls a prayer book out of his sleeping bag – Preacher lights up a butt and takes a drag – Waitin‘ for when the last shall be first and the first shall be last – In a cardboard box ’neath the underpass – Got a one-way ticket to the promised land – You got a hole in your belly and gun in your hand – Sleeping on a pillow of solid rock – Bathin‘ in the city aqueduct – The highway is alive tonight – Where it’s headed everybody knows – I’m sittin‘ down here in the campfire light – Waitin‘ on the ghost of Tom Joad – Now Tom said „Mom, wherever there’s a cop beatin‘ a guy – Wherever a hungry newborn baby cries – Where there’s a fight ‚gainst the blood and hatred in the air – Look for me Mom I’ll be there – Wherever there’s somebody fightin‘ for a place to stand – Or decent job or a helpin‘ hand – Wherever somebody’s strugglin‘ to be free – Look in their eyes Mom you’ll see me.“ – Well the highway is alive tonight – But nobody’s kiddin‘ nobody about where it goes – I’m sittin‘ down here in the campfire light – With the ghost of old Tom Joad
Hier ein Lifeversion, Bruce Springsteen und Tom Morello. Nach 30 Sekunden des Videos geht der Song los. Er gibt – auch von den lyrics – die Athmosphäre des Romans gut wieder! Es gibt auch eine gute Version von Tom Morello mit Roger Waters:
Ein Titel aus dem Film CAFÉ BELGICA (HIER klicken zur Website des Films). Der Film wurde mir kürzlich genannt. Er kam 2016 heraus. Ich habe ihn nicht gesehen, muss aber sehr cool sein. Die Gruppe Soulwax aus Gent komponierte alle Songs für den Film, auch den Titel „The Best Thing“ der – nicht existierenden – Gruppe Charlotte.
Café Belgica ist – es soll eine true story sein – ein Cafe, ein Nachtclub, der von Freunden betrieben wird und in dem verschiedenste Rockgruppen auftreten. Wikipedia schreibt: Der Film wurde Kultfilm. HIER ein Trailer zum Film.
Die belgische Kultband Soulwax um die Dewaele Brüder hat sich die musikalischen Gäste des Nachtclubs nicht nur ausgedacht, sondern in ihrem Studio in Gent sämtliche Songs geschrieben, aufgenommen, produziert und größtenteils selbst eigespielt. Die Arrangements reichen von Kraut-Techno über Neo-Soul, Psychobilly bis zu Hardcore.
Ich habe kürzlich die Münchner Premiere der wunderbaren Inszenierung von Anton Tschechows „Drei Schwestern“ am Münchner Residenztheater (genauer: Drei Schwestern NACH Anton Tschechow) gesehen. Daher kommt heute die Musik. Eine Inszenierung von Simon Stone. Sie war ja eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2017, lief damals am Theater Basel.
Auch in Berlin hatte ich die Inszenierung gesehen, HIER mein damaliger Beitrag. Ich schriebe in Kürze noch einmal darüber, aufbauend auf dem damaligen Bericht. Damals hatte ich an vielen Stellen, um nicht zuviel zu verraten, geraten, das Stück auf 3sat anzusehen, dort lief es kurze Zeit. Jetzt kann man es wieder auf der Bühne sehen – mit derselben Besetzung – am Münchner Residenztheater. Die dort auftretenden SchauspielerInnen sind sämtlich mittlerweile Mitglieder des Ensembles des Münchner Residenztheaters!
Zur Musik:
Ich bringe immer wieder gerne auch Klassiker „meiner Zeit“. Auch hier: In Simon Stones Inszenierung von „Drei Schwestern“ setzt sich einer der Besucher der Drei Schwestern – Theodor, der Ehemann der mittleren Schwester Mascha – einmal an das Klavier im Wohnraum des Landhauses und spielt dieses Stück von David Bowie.
David Bowie starb ja am 10. Januar 2016. Hier ein Livemitschnitt. Es ist eine Aufnahme mit lyrics. Der Text handelt von zwei Liebenden, die sich an der Berliner Mauer küssen, während Grenzsoldaten auf sie schießen. David Bowie lebte eine Zeit lang in Berlin. Hier:
Eine ganz andere Version von “Heroes“: Von Moby, von seinem letzten Album „Reprises:“:
Da lehnt sich jemand auf gegen Vieles. Er will wütend sein. Vor allem gegen die Kommerzialisierung und gegen die Methoden in der Musikbranche. Wütend macht er seine Musik, fängt klein an. Grunge Musik, eine Mischung aus Funk und Heavy Metal. Dann wird seine Musik zum Welterfolg. 75 Millionen verkaufte Platten. Seine Wut kommerzialisiert sich weltweit! Vielleicht ist es das, was ihn dazu brachte, Selbstmord zu begehen. Selbstmord mit 27 Jahren! Curt Cobain von Nirvana!
Das letzte Konzert von Nirvana fand in München statt. Hierzu gibt es jetzt an den Münchner Kammerspielen den Abend „Nirvanas Last“. Nirvanas letztes Konzert fand am 01. März 1994 in München, am ehemaligen Flughafen München Riem, statt. Es wird an den Kammerspielen komplett – Wort für Wort und Lied für Lied – nachgespielt. Ein Musikabend. Es waren damals zwei Konzerte angesetzt, nur eines findet statt. Curt Cobain brach die Tournee ab und beging kurz danach Selbstmord.
Ich habe nach dem gestrigen Abend noch jemanden gesprochen, der eine Karte für das zweite Konzert hatte!
Idee
und Regie: Damian Rebgetz. Schauspieler und Performer an den Münchner
Kammerspielen, der immer wieder auch eigene Stücke erarbeitet.
Ich war nie Nirvanafan. Sie sind an mir vorbeigegangen. Ich habe sie nie verstanden, fast nie gehört. Und trotzdem: Ich habe den Eindruck, dass es der Abend schafft, Nirvana irgendwie aus dem riesigen Schatten, dem tiefen Dunkel der Kommerzialisierung herauszuholen und völlig anders zu präsentieren. Das Dunkel, das Nirvana verschluckt hat, das Nirvanas Wut kommerzialisiert und damit letzlich wertlos gemacht hat. Alle Lieder werden Deutsch gesungen. Sie werden nicht im Nirvanastil gesungen. Zu Beginn des Abends sagt Damian Rebgetz: „Wir sind nicht Nirvana, wir sind Schauspieler der Münchner Kammerspiele.“
Die Songs werden langsam, ruhig, textbetont gesungen – ja gesungen, nicht gebrüllt. Fast melancholisch. Dann auch wieder etwas wütend. Wunderbar etwa die Wut von Zeynep Bozbay. Das Programmheft bietet alle Songtexte. Die damals gegebene Zugabe wird mit Streichmusikern geboten, siehe das Beitragsbild oben.
Nirvana erhält durch die vier jungen Schauspieler Damian Rebgetz, Benjamin Radjaipour, Christian Löber, und Zeynep Bozbay an diesem Abend tatsächlich ein Gesicht. Wunderbar etwa Christian Löber als Gitarrist. Allein die oft hilflosen Gesichtsausdrücke aller vier sind immer wieder eine Wonne, sie haben erstaunlicherweise auch immer wieder versteckt etwas Ironisches in sich. Aber sie sind nicht im geringsten aufdringlich. Alle bringen unterschwellig auch immer wieder eine Art Weltschmerz zum Ausdruck.
Was soll ich sagen: Es bleibt für mich letztlich ein unverständliches Gesicht von Nirvana, aber es ist wohl ein neues Gesicht! Kombiniert übrigens mit mitschwingendem bayerischen Hintergrund. Nirvana so zu präsentieren: Eine gewagte Sache, die sehr rund geworden ist!
Hier noch eine Bild, kurz waren sie verkleidet:
Und es ist so treffend: Die Kommerzialisierung und die Münchner Kammerspiele! Es war die Münchner Stadtrats-CSU, die sich viel zu früh gegen die Intendanz von Matthias Lilienthal ausgesprochen hatte, weil ihr anfangs die Auslastung des Münchner Stadttheaters nicht gut genug schien! Was für eine Argumentation! Kommerzialisierung! Ist denn ein Bild Kunst dann, wenn viele Menschen vor ihm stehen bleiben? Wenn es sich kommerzialisiert?
HIER die Seite zum Stück „Nirvanas Last“ auf der Website der Münchner Kammerspiele mit den weiteren Terminen.
Sommermusik, gute Laune, Partystimmung, das sollte doch auch mal sein. Mit der vor 9 Jahren gegründeten französischen Gruppe Bloum, deren Mitglieder sich als „DJ, Musiker, Videasten und geistige Erben von Nicolas Jaar und Burial“ verstehen.
Ich bin wieder fündig geworden. Ein sehr schöner Song von R.E.M. und Neil Young, „Country Feedback“.
„This is my particular R.E.M. favourite song“, sagt er. Bis Michael Stipe, der Sänger von R.E.M., einsetzt, klingt die Gitarre von Neil Young irgendwie so, als würde sie auch schon etwas singen. Und dann ist es immer wieder ein Wechsel von Michael Stipes Gesang zu Neil Young‘s Gitarre und zurück.
Der vorherige, natürlich wieder sehr lesenswerte Beitrag über das Buch „Vernon Subutex“ von Virginie Despentes ist noch ganz frisch. Hier aber schon das nächste. Habe ich ja angekündigt, dass ich momentan die Schlagzahl erhöhen muss/kann.
Ein Musikstück, das der ehemalige Inhaber eines Plattenladens Vernon Subutex in dem dreibändigen französischen Roman „Vernon Subutex“ auf einer Party auflegt. Fand ich ganz gut. Es ist das bekanntestes Stück von Jürgen Paape. Geht tatsächlich zurück auf ein Lied von Daliah Lavi! Aber es hat damit nicht mehr viel zu tun. Und: Jürgen Paape hatte in den Neunziger-Jahren auch einen Plattenladen, in Köln!
Ich mag auch das Video dazu. Da kommt noch ein völlig anderes Verhältnis des Menschen zum Flugzeug durch! Oder des Menschen zur Technik überhaupt! Auch die Flugzeuge, die gezeigt werden, richtig schön! Da sieht man, dass die ganze Modernisierung es nicht unbedingt schöner gemacht hat. Flugzeuge sind heute ja nicht unbedingt schön. Das ist ja auch bei den Autos so. Autos sind doch fast durchweg hässliche Kisten! Also Schönheit ist etwas anderes, finde ich! Übrigens sieht man in dem Video nur Männer! Mit Krawatte oder mit Hut.
Es ist ein Song der Dire Straits, aber hier von Marc Knopfler gespielt. Auf der Party käme er jetzt dran, „Brothers in Arms“ mit einer Liveaufnahme von vor zwölf Jahren. Marc Knopfler war schon damals nicht mehr der Jüngste, aber mir gefällt die Aufnahme. In dieser Aufnahme wird der Song etwas deutlicher im Text, als in anderen Aufnahmen. Marc Knopfler röhrte ihn früher undeutlicher. Aber er spielt es ja hier auch vor kleinem Publikum!
Es gab hier im Blog in letzter Zeit ohnehin ruhige Musik, daher jetzt auch dieses Lied. Zum Song ganz runterscrollen.
Der Songtext in Englisch:
These mist covered mountains Are a home now for me But my home is the lowlands And always will be
Some day you’ll return to Your valleys and your farms And you’ll no longer burn To be brothers in arms
Through these fields of destruction Baptisms of fire I’ve witnessed your suffering As the battles raged higher
And though we were hurt so bad In the fear and alarm You did not desert me My brothers in arms
There’s so many different worlds So many different suns And we have just one world But we live in different ones
Now the sun’s gone to hell And the moon’s riding high Let me bid you farewell Every man has to die
But it’s written in the starlight And every line in your palm We’re fools to make war On our brothers in arms
Und auf Deutsch:
Heute sind diese nebelverhangenen Berge mein Zuhause.
Aber meine Heimat ist das Land der Ebene,
und es wird immer meine Heimat bleiben.
Irgendwann werdet Ihr zurückkehren.
Heim,
zu euren Tälern und euren Höfen,
und dann werdet ihr nicht mehr darauf brennen,
Waffenbrüder zu sein.
Ich habe euer Leid gesehen,
hier, auf den Feldern der Zerstörung
habe ich eure Feuertaufe erlebt.
Und als die Schlacht härter wurde, grausamer,
als ich auf den Tod verletzt wurde,
in all dem Lärm, in all der Furcht,
da habt ihr mich nicht allein gelassen.
Ihr, meine Waffenbrüder.
Es gibt so viele Welten, so viele Sonnen.
Wir haben nur diesen einen Planeten.
Und doch ist es so, als käme jeder von uns
von einem anderen Stern.
Die Sonne ist zur Hölle gefahren,
der Mond regiert jetzt den Tag.
Lasst mich Euch Lebewohl sagen.
Jeder Mann muss sterben.
Aber es steht in den Sternen geschrieben,
und in jeder Linie auf euren Handflächen:
Wir sind Narren, wenn wir Krieg führen gegen unsere
Waffenbrüder.
Wer am Sonntag den Tatort „Für Immer und Dich“ gesehen hat, hat dieses Lied am Anfang und am Ende gehört. Man kann natürlich sagen: Eine Schnulze! Rio Reisers „Für Immer und Dich“. Aber gut, warum nicht! Das Besondere ist vielleicht: Es ist nicht sanft, nicht lieblich gesungen, es wird mit großer Überzeugung erst ganz ruhig gesungen und dann fast herausgeschrien.
Es ist ein konsequenter, intensiver Song, vom Text her, von der Musik her. Aber trotzdem ist es eben eine „Schnulze“. Auch wenn die schöne Aussage kommt: „Egal, wie du mich nennst, egal, wo du heut pennst!“ Und noch etwas: Die Kommissarin des Tatorts war Eva Löbau, sie ist seit dieser Spielzeit Mitglied des Ensembles der Münchner Kammerspiele. Zu sehen derzeit etwa in „Kill The Audience“ und Ende April in „Drei Schwestern“, einer Inszenierung von Susanne Kennedy an den Münchner Kammerspielen. Also hat sich doch wieder ein Bogen gespannt. Rio Reiser ist ja schon 1996 gestorben.
Erst das Buch, dann unten dazu etwas Musik. Es ist ein erstaunliches Buch, das ich empfehlen kann. Ich finde es lesenswert. Meine Bewertung (1 – 10): 📚📚📚📚📚📚📚📚 (9)
Es ist eine recht besondere Art der Darstellung, es ist ein recht besonderer Schreibstil, es verbleibt ein recht besonderes Gefühl. Verschiedene Personen – die alle im ersten der drei Kapitel dargestellt werden – entwickeln sich im Roman sehr unterschiedlich, kommen aber zum Teil zusammen.. Man braucht Zeit für das Buch (ca. 700 Seiten), aber man möchte ständig weiter lesen, denke ich.
Wegen der inhaltlichen und stilistischen, der erzählerischen Qualität, es hat wenige „Durchhänger“. Alles ist im Präsensstil geschrieben, was es noch eindrücklicher macht. Es sind „normale“ Schicksale, aber mit besonderen Erlebnissen! Teilweise finden die Personen im Lauf des Romans, wie gesagt, zusammen. Richard Powers kann wahrlich gut erzählen. Ich hatte vor Jahren schon seinen Roman „Klang der Zeit“ gelesen. Auch dieses ebenfalls sehr umfangreiche Buch fand ich damals absolut lesenswert und wunderbar (Amerika aus jüdischer und dunkelhäutiger Sicht einer Familie in New York. Zwei Söhne musikalisch hochbegabt.)
Und was ist der Kern des Ganzen? Es geht in unterschiedlicher Intensität und Ausprägung um ein riesiges Thema: Den Baum, die Natur, den Menschen! Damit ist alles verwoben. Alle setzen sich für die Rettung der Bäume und der Natur ein!
Sie machen unterschiedlichste Dinge, die Personen in „Die Wurzeln des Lebens“. Die Ausgangspunkte ihre Leben werden – einer nach dem anderen – im ersten Kapitel (fast 200 Seiten) nebeneinander geschildert. Im zweiten und dritten Teil versteigen sich ihre Lebenswege, ihre Aktivitäten, ihre Schicksale nicht nur weiter in ihrem jeweiligen unterschiedlichen Kampf und dem Verständnis für Bäume, sondern sie verweben sich – teilweise – miteinander. Es sind Schicksalswege, die sich kreuzen. Man muss allerdings gut aufpassen, will man die einzelnen Wege gut auseinander halten. Zum Teil werden oder sind sie Aktivisten für Bäume, für Riesenbäume in Amerika. Sie heißen: Nicholas Hoel, Mimi Ma, Adam Appich, Ray Brinkmann, Dorothy Cazaly, Douglas Pavlicek, Neelay Mehta, Patricia Westerford, Olivia Vandergriff.
Und das Schicksal jeder einzelnen Person wurde bereits oder wird irgendwann von Bäumen beeinflusst. Ja, von Bäumen! Mit manchem Schicksalsschlag. Einer fiel als Junge von einem Baum – und war seitdem querschnittsgelähmt, einer wurde in Kambodscha nach einem Sprung aus einem Flugzeug von einem Baum aufgefangen und so weiter.
Dem Thema wird man auf besondere Art und Weise näher gebracht! Vor Beginn des dritten Kapitels liest man eine wunderbare Überlegung:
Es mag missionarisch klingen, doch das Buch ist es nicht! Die oben gezeigte Überlegung stellt nicht den durchgehenden Schreibstil des Romans dar. So pathetisch wird nicht durchgehend geschrieben.
Es sind eher immer wieder kleine Aussagen, die den Wert der Bäume und der Natur ausdrücken. So, dass man einen Blick und Sinn für die Natur, speziell für Bäume, bekommt. Nach dem Motto „Erst die Erde (oder Bäume), dann der Mensch“. Aber es läuft fatalerweise immer schon andersherum: „Erst der Mensch, dann (erst) die Erde“. Oder eben: „… dann (erst) die Bäume“. So macht der Mensch „in letzter Sekunde“ (siehe oben) vielleicht alles kaputt.
Zitate aus verschiedensten Stellen, Äußerungen verschiedenster Personen des Romans sind etwa:
Das Staunenswerteste, was 4 Milliarden Jahre Leben hervorgebracht haben, braucht Hilfe. (Bäume)
Grenzenlose Eigenliebe darf nicht mehr der Maßstab des Lebens sein.
Weiden, Pappeln, Erlen: Sie alle werden dabei ertappt, wie sie einander auf dem Luftweg vor Insektenüberfällen warnen.
(Der Wald:) … eines der ältesten, größten Lebewesen des Planeten …
Die Photosynthese ist ein schieres Wunder. Sie ist das Fundament für die gesamte Kathedrale der Schöpfung. All der Lärm, der um das Leben auf der Erde gemacht wird, ist nichts als Begleitmusik zu dieser atemberaubenden magischen Kunst.
Als hätten die Wälder 400 Millionen Jahre lang auf uns Anfänger gewartet.
Es gibt keine Einzelwesen im Wald. Jeder Baum ist von anderen abhängig.
… Kommunikation der Bäume …
… Studien… die belegen, dass kongenitale kognitive Blindheit die Menschen für alle Zeiten daran hindern wird, das zu tun, was gut und richtig für sie wäre.
Das Leben. Der Planet. Wir bekommen ja schon unsere Strafe. Aber selbst jetzt gilt man doch noch als Irrer, wenn man das sagt.
Aber die Menschen interessieren sich nicht für Hoffnung und Wahrheit, wenn der Nutzen fehlt.
Und so weiter. All diese „hochtrabenden“ Aussagen werden gerade dadurch so glaubhaft, dass man im Grunde vor allem verschiedene individuelle Schicksalswege verfolgt. Man bekommt mit diesem Buch Mitgefühl für Bäume und ein Gefühl für das, was wir mit ihnen machen. Es lohnt sich.
Dazu passend ist ein Titel von Olafur Arnalds, Tree:
Eine kleine Theaterpause bis nächste Woche. Zweimal bringe ich in der Zwischenzeit noch ruhige Musik: Zum Einen – heute – Martin Roth mit „An Analog Guy In A Digital World“. Ich meine damit nicht die Person, die ich 2017 als Bundespräsidenten vorgeschlagen hatte. HIER mein damaliger Beitrag. Er hieß auch Martin Roth, war ein interessanter Museumsdirektor, Kulturmanager, Kulturwissenschaftler. Er starb leider in 2018!
Martin Roth dagegen, der dieses Lied komponiert – oder „erstellt“ – hat, ist in Frankfurt geboren, DJ, lebt in Berlin. Er hatte erste große Erfolge in den Jahren 2008 und 2009. Wie es heute um ihn steht, weiß ich nicht genau. „NuStyle Production“ heißt sein Label. Es dürfte sein Label sein, seine „Musikwerkstatt“. „Nu“ steht in der Musikszene für „New“. Man liest:
NuStyle describes a combination of multiple influences throughout trance, Progressive, Tech & Electro – creating a fresh sound ideal for the Dancefloor & Radio / DJ Play across the barriers, with names such as Chicane, AvB & PvD or German Chart-Toppers Ich&Ich or Rosenstolz all personally requesting the MR-Remix Treatment.
HIER wieder zum Schmökern der Link auf seine Website. Und HIER sein Facebook-account.
Alle Interpreten/innen, die bisher das unfassbare Glück hatten, mit einem ihrer Songs tatsächlich auf meinem Blog zu landen, sind hier auf einen Blick zu sehen!
Ich habe bisher in mühevoller Arbeit jeweils den Namen eines/r jeden Interpreten/in (MusikerIn oder Gruppe/in) im Blog als Beitragsbild „gemalt“. So sind viele kleine „Zettel/innen“ entstanden, die zusammen das ansehnliche Potpourri 2016 bis 2018 darstellen. Es sind schöne Titel – reinhören! Jeder der Zettel/innen wurde übrigens mit meiner wackligen rechten Hand „gemalt“ – daher die eigenartig zittrige Schrift. Es gibt ein paar Zettel/innen, die nicht so schön sind. Ich werde sie im Laufe der Zeit auswechseln. Zum Beispiel „George Michael & Elton John“, oder „Me and Marie“ oder „Olafur Arnaldson“ oder auch „Scott Mattew“ (sowieso falsch geschrieben). Oben also das derzeitige Bild.
Jetzt vor Silvester passt noch ein wenig coole Clubmusik! Von Alef. Es wird wahrscheinlich ein DJ sein. Ich kenne ihn nicht und konnte auch nichts über ihn herausbekommen. Aleph ist jedenfalls der erste Buchstabe des hebräischen Alphabets. Hier ein Foto und darunter der Song:
Einfach laufen lassen und alles für die Feiertage vorbereiten. Ich hatte einmal „Man O To“ von den beiden libanesischen DJ‘s gebracht. HIER. Jetzt dies hier.
Das muss natürlich auch einmal sein: Pink Floyd, Wish You Were Here. Der Oberklassiker. Mehr kann ich dazu kaum sagen. Es gehört einfach auch einmal in meine Sammlung. Ich kann hier die Lyrics dazu bringen:
So, so you think you can tell Heaven from hell Blue skies from pain Can you tell a green field From a cold steel rail? A smile from a veil? Do you think you can tell?
Did they get you to trade Your heroes for ghosts? Hot ashes for trees? Hot air for a cool breeze? Cold comfort for change? Did you exchange A walk on part in the war For a lead role in a cage?
How I wish, how I wish you were here We’re just two lost souls Swimming in a fish bowl Year after year Running over the same old ground And how we found The same old fears Wish you were here
Und auf Deutsch:
So, also du denkst, du könnest wirklich unterscheiden, Zwischen Himmel und Hölle, Blauem Himmel und Schmerz. Kannst du ein grünes Feld Von einem kalten, stählernen Gleis unterscheiden? Ein inniges Lächeln von einer Maskerade? Glaubst du, du kannst das wirklich unterscheiden?
Haben sie dich dazu gebracht,
Deine Helden gegen Geister einzutauschen? Heiße Asche gegen Bäume? Heiße Luft gegen eine kühle Brise? Schwachen Trost gegen Veränderung? Und hast du eine Statistenrolle im Krieg Gegen eine Hauptrolle in einem Käfig getauscht?
Wie sehr ich mir wünsche, du wärst hier. Wir sind nur zwei verlorene Seelen, Die in einem Goldfischglas schwimmen, Jahr für Jahr, immer wieder auf den gleichen alten Pfaden unterwegs, was haben wir letztendlich gefunden? Nur die gleichen alten Ängste. Ich wünsche, du wärst hier.