Kategorien
Gesehen und gehört

THEATER: Constance Debré – Love me tender

Regisseurin Felicitas Brucker hatte in den letzten Jahren mehrfach Inszenierungen an den Münchner Kammerspielen: „Nora“, „Die Freiheit einer Frau“ (wieder am 13.03.), „Baumeister Solness“, „Die Politiker“. Jetzt hat sie den autobiografischen Roman „Love me tender“ der französischen Autorin Constance Debré umgesetzt, der 2020 erschien.

Neben allem Text des Romans: Die drei Schauspielerinnen singen, tanzen, laufen, weinen, schreien … in diesen fast zwei Stunden … alles. Annette Paulmanns erste Worte zeigen dabei den Inhalt des Abends an, es sind Constance Debré’s Worte:

„Warum sollte die Liebe zwischen einer Mutter und einem Sohn nicht genau wie jede andere sein? Warum sollten wir uns nicht trennen können? Warum sollten wir nicht aufhören können einander zu lieben?  Warum müssen wir uns unbedingt lieben, in und außerhalb der Familie, und warum müssen wir uns selbst und anderen immer wieder davon erzählen?“

Darum geht es: Eine Mutter will ihre Freiheit leben, will alles hinter sich lassen, alle gesellschaftlichen Konventionen, gibt alles auf, lebt sexuell fast wahllos lesbisch, nach zwanzig Jahren Ehe. Sie hat aber einen Sohn und von dem gibt es wohl kaum einen „Rückzug“. Doch, es gibt ihn, zunächst erzwungener maßen: Der Vater des Sohnes namens Paul verhindert nämlich immer wieder Pauls Kontakt zur Mutter und sie, die Mutter, verkraftet den fast totalen Verlust des Kontaktes zum Sohn (der noch dazu vom Vater beeinflusst wird) nicht. Natürlich nicht. Die Justiz hilft ihr überhaupt nicht. Aber auch das ist möglich: Will sie vielleicht sogar auch die besondere Bindung zum eigenen Sohn zugunsten ihrer Freiheit aufgeben? Beides vielleicht. Sie steckt in einem Dilemma. Was macht man da? Die eigene Freiheit leben oder sie doch wieder aufgeben, sich den „Regeln“ beugen? Sind die Schmerzen, die mit der gewünschten eigenen Freiheit verbunden sind, zu groß?

An einigen Stellen wirkt die Inszenierung der Bühnenfassung von „Love me tender“ bei diesen schweren Fragen – ganz anders als Felicitas Bruckners bisherige Inszenierungen an den Münchner Kammerspielen – allerdings etwas gewollt und übertrieben, vielleicht auch ist der Roman von Felicitas Brucker zu wenig gekürzt und pointiert worden. Mir ist nicht alles klar geworden. Und was nicht aufkommt: Der Gedanke der Einsicht zB des Vaters oder des Sohnes mit dem Lebensumbruch der Mutter. Das wiederum mag für solche Fälle ein wichtiges Element sein, in der Suche nach Lösungen. Aber es geht eben nicht nur um die Lösung eines Einzelfalles, sondern um Existenzielles: Was bremst die Freiheit aus? Kann Liebe bremsen? Überhaupt: Freiheitsdrang einerseits und Verlust andererseits … und so.

Fazit: Drei herausragende Schauspielerinnen auf dieser so lässigen kleineren Bühne der Münchner Kammerspiele, das hat was, aber dazu etwas viel Aktionismus (Einsatz von Musik, Videowände auf der Bühne, große Liveaufnahmen an der Rückwand, Gesang, Rap, Licht, Nacktheit, Körpereinsatz mal so mal so und und und …), eine ruhigere Erzählweise hätte mir an mancher Stelle geholfen bei den so existenziellen Fragen des Romans. Trotzdem: So geht es auch gut, zumal bei der so starken und überzeugenden Besetzung!

HIER der Link zur Stückeseite auf der Website der Münchner Kammerspiele.

Hier noch ein Foto:

Copyright der Bilder: Armin Smailovic

Kategorien
Gesehen und gehört

THEATER: Otto-Falckenberg-Schule – Anna, Mascha und Julia

Die Studierenden des 3. Schauspieljahrgangs der Otto Falckenberg Schule, der Schauspielschule der Münchner Kammerspiele, haben sich nun in ihrer in gewisser Weise inhaltlich anspruchsvollen Abschlussinszenierung mit einigen der bekannten Werke Anton Tschechows gleichzeitig beschäftigt. Mit „Onkel Wanja“, „Die Möwe“, „Iwanow“, „Der Kirschgarten“. Auch in diesen Werken geht es bekanntlich um Tschechows fürchterliche, immer unlösbare Frage: Warum lebe ich? Was ist Liebe? Was macht das Leben aus? Warum ist es so schwer, glücklich zu sein? Das haben sie herausdestilliert aus diesen Werken, vor allem mit Blick auf weibliche Personen in den Stücken, damit haben sie letztlich Anton Tschechow dargestellt.

Sie haben es interessant gemacht, zu sehen ist es noch einmal am 27. Februar. Die Personen der oben genannten Werke sind dabei immer wieder im Gespräch mit Anton Tschechow persönlich, der zusammen mit seiner Schwester Mascha auf der Bühne der Therese-Giehse-Halle erscheint, sich einmischt, gefragt wird und sich auch Gedanken über sein Thema, Leben und Liebe, in seinen Personen macht. Die DarstellerInnen der Personen der Werke Tschechows treten auch teils aus sich heraus, sind dann die SchauspielerInnen und Schauspieler selbst.

Auch der Darsteller von Anton Tschechow (Luis Brunner) tritt aus seiner Rolle heraus und sagt etwa:

Und dann dachte ich mir: gehts in seinen Texten nicht genau darum?
Dass wir alle Menschen mit Wünschen, Ängsten und Sehnsüchten sind und wir können es uns nicht aussuchen, wer wir sind und was wir wollen und wir versuchen krampfhaft unser Leben lang irgendwie das Beste draus zu machen, aber wissen einfach nicht wie?

Mein Eindruck: Diese Befassung der 3. Schauspieljahrgangs der Otto Falckenberg Schule mit Anton Tschechow und seinem großen Thema hat etwas! Sie könnte sogar etwas für Christopher Rüping sein! Ich sehe es vor mir, in einer für ihn so typischen Inszenierung: Auf großer leerer Hauptbühne, mit Livemusik, die gewählte Zusammenstellung der Personen aus Tschechows Werken, … es würde gut passen (Die Inszenierung der Arbeit der Otto-Falckenberg-Schule entstand unter der Regie der schon recht erfahrenen und erfolgreichen Regisseurin/Performerin/Theaterleiterin Lizzy Timmers).

Inhaltlich ist es natürlich – ganz nach Anton Tschechow – recht traurig. Nicht nur Anton Tschechow war schließlich mit sich und seinen Werken nicht zufrieden, auch alle anderen Personen, die hier aus den Werken von Anton Tschechow auf der Bühne erscheinen, scheitern an oder hadern mit ihren Problemen, Sehnsüchten, Situationen, unerfüllten Wünschen, unerfüllter Liebe vor allem, an ihren Zweifeln … Traurig aber wahr! Einfach wahr – wie der riesige Mond, der (auch passend, Bühne Bettina Kirmair) über allem schwebt, fast etwas viel, aber lohnenswert!

HIER der Link zur Stückeseite.

Copyright des Fotos: Judith Buss

Kategorien
Allgemein Gesehen und gehört

THEATER: Die beiden großen Münchner Theaterhäuser – Kleineres und zweite Besuche

  1. Zusammenfassung:

JCOM: Mendele Lohengrin:

An den Münchner Kammerspielen ist es am 8. Februar wieder zu sehen. Jüdische Klezmermusik trifft auf Richard Wagner. Ein Dilemma, Wagner war Antisemit. Erzählt wird die Geschichte eines jüdischen Musikers, der in Wien erstmals Richard Wagners Lohengrin hört und völlig verblüfft ist von dieser umwerfenden Musik! Heinrich York-Steiner schrieb 1898 die Geschichte von Mendele, Stefan Merki liest den Text, Ethel Merhaut singt dazu, das Orchester des Jewish Chamber Orchestra Munich spielt dazu ein Konzert, das hauptsächlich von Klezmermusik getragen ist, aber auch Wagners Lohengrin und anderes anklingen lässt. Was soll Mendele machen? Die umwerfende Musik Wagners verachten wegen seines Antisemitismus? Aufhören mit Musik? Ist Musik von allem losgelöst?

HIER der link zur Stückeseite.

Rania Mleihi: My personal ten years – Wir schaffen das:

An den Münchner Kammerspielen ist es am 8. Februar wieder zu sehen. Sehr persönlich erzählt Rania Mleihi vor allem mit Bildern und Videos auf der Leinwand. Die syrische Theatermacherin Rania Mleihi sitzt davor an einemTisch, wortlos bastelt sie mit Sand. Es ist ihre eigene Biografie vor dem Hintergrund zweier historischer Ereignisse: Angela Merkels „Wir schaffen das“ und dem jüngsten Umbruch in Syrien nach der Flucht von Diktator Bashar al-Assad. Nähe und Ferne, Heimat und Flucht, Familie und Trennung, wann lebt man vor diesem Hintergrund wirklich in Deutschland. Viele spannende Fragen, die m. E. schwer erkennbar Antworten finden, die bleibende Zerrissenheit der geflüchteten Syrerin bleibt hier das Thema.

HIER der link zur Stückeseite.

Manfred Zapatka: Lesung „Beton“ von Thomas Bernhard:

Hierzu gibt es leider derzeit keinen weiteren Ausführungstermin. Aber das Residenztheater bringt ja immer wieder gerne etwas von Thomas Bernhard. Zuletzt Minetti, ebenfalls mit Manfred Zapatka. HIER.

Die Lesung aus Thomas Bernhards „Beton“ hat es etwa nur zur Hälfte geschafft, das Residenztheater zu füllen. So viele Fans von Thomas Bernhard gibt es wohl doch nicht, obwohl er immer empfehlenswert ist und bleibt! Seine Theaterstücke! Seine Romane! Er ist und bleibt einzigartig! Er schreibt so subjektiv – auch in „Beton“ natürlich -, fast absurd, aber doch erkennt man sich ständig, wenn man ehrlich ist. Manfred Zapatka liest ihn wunderbar! Die Bernhard’sche Kunst, ständig über banale Dinge zu schreiben und doch mehr zu sagen: Zapatka gelingt es wunderbar, sie in seiner Lesung zu zeigen, was nicht leicht ist!

HIER der link zur Stückeseite.

2. Anregungen für noch Laufendes:

Wiederholungen, erneute Besuche von Stücken, die ich bereits gesehen habe und gerne ein zweites Mal sehen möchte, sind meist sehr lohnend. Es beginnt morgen, Mittwoch den 04.02., an den Kammerspielen mit Mephisto von Klaus Mann, das zum diesjährigen Theatertreffen in Berlin eingeladen ist. HIER der Link zur Stückeseite.

Für erneut sehenswert halte ich außerdem an den Kammerspielen etwa Wachse oder weiche, Sauhund, Katzelmacher und Wallenstein und am Residenztheater etwa Drei Schwestern, das ebenfalls (2017) zum Berliner Theatertreffen eingeladen war, HIER, Kasimir und Karoline, Warten auf Godot und 77 Versuche, die Welt zu verstehen.

Kategorien
Gesehen und gehört

MUSIK: Ludwig Hirsch – Komm großer schwarzer Vogel

Das Lied platzierte sich in den österreichischen Charts, kurz nachdem Ludwig Hirsch sich am 24. November 2011 im Alter von 65 Jahren das Leben genommen hatte. Er hatte Lungenkrebs. Das Lied ist ja ein Lied in Erwartung des Todes …

ICH WÜNSCHE ALLEN EINEN GUTEN RUTSCH INS JAHR 2026!

Kategorien
Gesehen und gehört

FILM: Joachim Trier – Sentimental Value

Es ist ein Film des norwegischen Regisseurs und Drehbuchautors Joachim Trier mit Überlänge, ist fast mehr die Beobachtung zweier Personen als ein Handlungsfilm, es könnte fast ein Film von Ingmar Bergmann sein, Vater und Tochter, die Beobachtung und Entwicklung ihres Verhältnisses zueinander. Man fragt sich am Ende fast: Wie wird es weitergehen?

Ein ruhiger Film, der durch diese Ruhe, durch die so natürliche Betrachtung der Personen des Films besticht. Es gibt im Grunde nur einen Ort des Geschehens, das schöne alte Haus der Familie, in dem auch die Familiengeschichte steckt. Die Situation der beiden – Vater und Tochter – geht einem nahe, ohne dass man schwermütig das Kino verlassen würde. Ruhige kurze Dialoge, wünscht man sich die nicht öfters im „normalen“ Umgang miteinander?

Auffallend ist auch, dass der Film den Zuschauer in keiner Weise durch irgendwie besondere Filmaufnahmen in die Stimmung holen will, überzeugen will. Er ist – keine Frage – wunderbar gefilmt, wunderbar gespielt, nah an den Personen dran, unaufgeregt, ich kann ihn empfehlen! (Wer weiß, was für übertrieben perfektionierte Filme künftig mit KI auf uns zukommen! Man liest, dass Filmaufnahmen, die zu teuer sind, künftig von KI schnell und billig erzeugt werden können!).

Die „Hauptfiguren“ des Films – Vater und Tochter, siehe das Bild oben – kommen einem nahe, Renate Reinsve und Stellan Skarsgård. Es ist ein „echter“, lebensnaher, persönlich werdender, aber trotzdem zurückhaltender Film, und so hoch prämiert!

Vater und Tochter, es ist ja immer wieder so: Was für ein Verhältnis! Und – so auch in diesem Film – die Familiengeschichte spielt fast immer eine Rolle. Kurz dazu: Die Mutter des „Vaters“ der Geschichte hatte sich früh umgebracht, er, der „Vater“ war damals Kind, beruflich war er dann total fixiert, erfolgreicher Regisseur, war später geschieden von seiner Frau, um die Kinder (zwei Töchter) hatte er sich im Grunde nie gekümmert, war immer weg, bis er nach Jahren – auf der Trauerfeier nach dem Tod seiner Ex-Frau – seine beiden Töchter wiedersieht. Die ältere Tochter ist Theaterschauspielerin, alleinstehend, sie trägt letztlich die Familiengeschichte und all das Schwierige des Verhältnisses zum Vater in sich, ihre Schwester kommt besser damit zurecht. Und der Vater will der älteren Tochter endlich mit einer speziellen Idee näher kommen, auch um mit seinem Leben zurechtzukommen. Und so weiter …

HIER der Trailer.

Zu sehen ist er in München etwa im Theatiner Filmkunst.

Copyright des Beitragsbildes: Casper Tuxen

Kategorien
Gesehen und gehört

THEATER: Avishai Milstein – Play Auerbach!

  • Eine Gruppe von „Laienschauspielern“ möchte ein Theaterstück zum 100-jährigen Ende des Zweiten Weltkriegs spielen, eine „Philipp Auerbach Revue“. Nur „Play“, nicht alles wieder aufwühlen. Warum hat man eigentlich von Philipp Auerbach noch nichts gehört? Es gibt in München nicht einmal eine Auerbachstraße (HIER der Link zu einer Initiative für eine Straßenbenennung, verlinkt auch auf der Website der Münchner Kammerspiele). Sein Engagement für die aus den KZ’s befreiten, nach Deutschland/München zurückkommenden Juden war sagenhaft, sein Schicksal war letztlich traurig und jahrelang durch KZ’s schrecklich. Er hat mehrere KZs überlebt, er blieb aber nach dem Zweiten Weltkrieg in München, wohnte in der Holbeinstraße, wurde 1945 von den Amerikanern als „Staatskommissar für rassisch, politisch und religiös Verfolgte“ in München eingesetzt, 1952 beging er Selbstmord – nach einer Verurteilung durch die bayerische Justiz. Seine Worte in einem Abschiedsbrief: „ Ich habe bis zuletzt gekämpft, es war umsonst …“. So wird es vorgelesen.
  • „Play Auerbach!“ ist Teil eines Projektes an den Münchner Kammerspielen zum jüdischen (Über)Leben nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Grunde macht die Bezeichnung des Projektes „Wohin jetzt?“ etwas unsicher. (HIER der Link zur Projektseite, es gibt Termine im Dezember). Werden wir in unserer Erinnerungskultur mit diesem Titel „Wohin jetzt?“ nicht etwas fehlgeleitet? Geht und ging es denn nur um eine „Ortsfrage“, um das „Wohin jetzt“? Muss es für das jüdische Überleben damals nicht eher heißen „Wie jetzt überhaupt weiter“. Denn wie oder warum sollte man als Jude nach den unvorstellbaren KZ-Erfahrungen („Die Hölle auf Erden“ heißt es in Play Auerbach) überhaupt noch weiterleben. „Wo“ man leben könnte/wollte war natürlich auch die Frage, aber die Frage „Wohin“ verharmlost es schon wieder ein wenig. Auch eine Frage der Orientierung. Philipp Auerbach jedenfalls schaffte es bis 1952. Mit wie gesagt unglaublichem Engagement für die zurückkehrenden „Displaced Persons“. Sehr gut gespielt von Samuel Finzi – er als ein Fremdkörper in der dadurch verwirrten Antisemitismus-Projektgruppe „Play Auerbach“. Auerbach hatte alles gegeben für seine Vision, in Deutschland könnten nach dem Zweiten Weltkrieg Juden und Deutsche doch noch zusammenleben!
  • Die Inszenierung ist eine Auftragsarbeit des Autors Avishai Milstein, geboren 1964 in Tel Aviv (Regie: Sandra Strunz). Milstein reißt einen insgesamt fast Minute für Minute in die Orientierungslosigkeit/Verunsicherung: Aber genau das will er! Ein ständiger letztlich bissig daherkommender Wechsel, eine fast schwer zu trennende Mischung von „Humor“ und bitterem Ernst. Noch dazu ist das Geschehen auf der Bühne verlegt in das Jahr 2045, 100 Jahre nach Kriegsende! Auch das ist ein Aspekt für Orientierungslosigkeit, Verunsicherung, denn wir wissen wirklich nicht, was sein wird (Michel Friedman etwa sagte kürzlich an selber Stelle im Gespräch mit Harald Lesch: „In zehn Jahren leben wir nicht mehr in einer Demokratie“ …).
  • Die Gruppe von „Laienschauspielern“ möchte also ein Theaterstück spielen. Vor allem Wiebke Puls zeigt als „Beate“, die Regisseurin der Truppe, dabei großartig fast ein unbekanntes hinreißendes Persiflage-Gesicht. Köstlich! Alle spielen es großartig, nur sie ist in einer lustigen Rolle, alle anderen spielen ernst. Sie sind alle verunsichert, nicht nur die Zuschauer. Es macht seit einiger Zeit immer wieder Freude, das immer besser werdende Ensemble der Münchner Kammerspiele zu sehen! Auch klasse etwa der Gesang von Annika Neugart als Therese Giehse.
  • Insgesamt: So verunsichert habe ich lange kein Theaterstück verlassen! Aber genau darauf sollte es hinauslaufen! Bitterböse im Grunde und gleichzeitig ummantelt von einer lustigen Rahmenstory. Das Lachen konnte einem an den Lippen gefrieren – nicht nur danach wegen der Kälte draußen, sondern schon während der Aufführung, auch wenn die teilweise Überladung (Auftritt Therese Giehse und Otto Falckenberg etwa …) es nicht immer leicht machte. Lehrreich war es damit allemal und sollte es für jeden sein: „Alles vergessen?“ Wir gehen – und gingen – nicht nur bei der Aufarbeitung/Erinnerung an die Nazigreuel oft an der Sache vorbei, wollen die Realität nicht wirklich unter uns haben. Michel Friedman hatte zum Thema „Lüge“ im Gespräch mit Harald Lesch dementsprechend auch allgemein gesagt: „Wir belügen uns vor allem gerne selbst!“ Das trifft es! Und Orientierungslosigkeit – bei mir die Folge des sehr gelungenen Abends – ist ja Kern der Situation der jüdischen Heimkehrer damals gewesen.

Hier noch ein Foto (Therese Giehse singt):

HIER der Link zur Stückeseite auf der Website der Münchner Kammerspiele, die zu vielen weiteren Inhalten führt.

Copyright der Fotos: Julian Baumann

Kategorien
Gesehen und gehört

THEATER: Frei nach Ödön von Horváth – Glaube Liebe Roboter

Es ist eine Inszenierung, bei der Manches nicht leicht erkennbar ist. Die ja recht bekannte Geschichte des Originals „Glaube Liebe Hoffnung“ von Ödön von Horvath etwa erkennt man verständlicherweise kaum, sie ist ja überschrieben, sie kommt nur immer wieder bruchstückhaft vor. Aber auch die von Bonn Park in seiner Inszenierung „Glaube Liebe Roboter“ darüber gelegten Gedanken und Ideen erkennt man nicht leicht.

Lange sieht man sich dem chaotischen, erstaunlich „altbacken“ wirkenden (Bühne von Daniela Zorrozua) Labor gegenüber, in dem aus Menschen Roboter gemacht werden. Auch Elisabeth verkauft – wie in Horváths Original „Glaube Liebe Hoffnung“ – ihre Körperteile an das Labor, bei Bonn Park wird sie dann später zu „Elisabot“. Verhandelt wird bei allem das Thema: „Wie sollen wir stehen zur Zukunft? Brauchen wir/wollen wir Fortschritt? Freude? Angst? Unsicherheit? Können wir etwas aufhalten?“ So in etwa. Viele Fragen, viele Reaktionen.

Am Ende wird alles relativ klar, weil sich alle noch einmal emotional mit fast melancholischem Gesang vor dem Publikum gemeinsam ins Zeug legen (Song von Dagobert) und die Zuschauer – ausverkauft – mit einer Art Stimmungsbild (der Jugend vor allem) nach Hause schicken! Es heißt: „Alles ist verzwickt“! Tja, so ist es! Gott sei Dank kann man es nicht nur negativ sehen.

HIER der Link zur Stückeseite auf der Website des Münchner Volkstheaters. Nächste Vorstellung ist am Donnerstag (4.12.).

Hier ein Trailer:

Hier noch ein Foto:

Copyright der Bilder: Arno Declair.

Kategorien
Gesehen und gehört

MUSIK: Bruce Springsteen + Tracy Chapman – My Hometown

Bruce Springsteen singt immer schon über den „kleinen Mann“, den „Verlierer“, den „Gestrauchelten“ etc. Und über sein frühes Leben, die einfachen Verhältnisse, in denen er aufwuchs, wie er alles erlebt hat, immer wieder. Seine Musik ist aus seinem Leben. Er steht immer persönlich hinter dem, worüber er singt, er verarbeitet es mit seiner Musik. Hier auch so: „My Hometown“. Unten die lyrics.

Die lyrics auf Deutsch:

Ich war 8 Jahre alt und rannte mit einem Groschen in der Hand
zur Bushaltestelle, um eine Zeitung für meinen alten Herrn zu holen.
Dann setzte er mich auf seinen Schoß
hinters Steuer von diesem großen alten Buick,
als wir durch die Stadt fuhren.
Er zauste meine Haare und sagte:
Schau‘ Dich gut um.
Das ist Deine Heimatstadt.

1965 kochte die Spannung an meiner Highschool hoch.
Es gab eine Menge Kämpfe zwischen Schwarzen und Weißen.
Du konntest nichts dagegen tun.
Eines Samstag abends standen dann
diese zwei Autos bei einer Strassenlaterne.
Auf dem Rücksitz lag eine Knarre.
Ein Wort gab das andere,
bis eine Schrotladung losging.
Zeiten voller Unruhen und Kummer waren über meine Heimatstadt gekommen.
Meine Heimatstadt.

Jetzt sind in der Hauptstraße die Fenster weiß übertüncht
und die Läden (stehen) leer.
Es scheint, als sei da keiner mehr, wolle auch keiner mehr hin.
Die Textilfabrik jenseits der Bahnlinie machen sie auch dicht.
Der Vorarbeiter sagt, diese Arbeitsplätze sind weg, Jungs,
und sie kommen auch nicht mehr zurück
Zu Eurer Heimatstadt.

Letzte Nacht, als Kate und ich im Bett lagen,
haben wir übers Weggehen gesprochen. (oder: darüber gesprochen, wie wir da ‚rauskommen)
Alles packen und vielleicht nach Süden ziehen.
Ich bin jetzt 35, wir haben selber einen Jungen.
Letzte Nacht hab‘ ich ihn ins Auto gesetzt, hinters Steuer. Und ich hab ihm gesagt:
Sohn, schau‘ Dich gut um.
Das ist Deine Heimatstadt.

Kategorien
Gesehen und gehört

MUSIK: Blues Brothers – Everybody Needs Somebody

1980 erschienen:

Kategorien
Gesehen und gehört Sonstiges

FILM: RP Kahl – Die Ermittlung

Es geht um Auschwitz. Basis sind vor allem die Protokolle des ersten Frankfurter Auschwitzprozesses von 1963 bis 1965 (es gab ja mehrere Auschwitzprozesse) sowie das damals daraus entstandene und überall (weltweit) gespielte Theaterstück „Die Ermittlung“, ein „Oratorium in 11 Gesängen“ des Dramatikers Peter Weiss.

So deutlich und so notwendig absolut hat man es (da es eben nicht in eine Filmstory verpackt wird, wie etwa zuletzt bei „The Zone of Interest“) wohl seit dem Oratorium von Peter Weiß nicht mehr gesehen beziehungsweise gehört.Wir dürfen uns dem nie entziehen! Man hört durch detaillierte Schilderungen: Bei den damals in Auschwitz tätigen Nazis war das Menschsein weg, es war verschwunden! Wie ging das? Sie waren nicht mehr Menschen. Und auch die Inhaftierten und dorthin Deportierten haben ihr Menschsein im Moment des Betreten des Lagers verloren! Auch sie waren nicht mehr Menschen! Sie wurden nicht mehr wie Menschen behandelt! Wie ging das? Man spürt es. Und wir müssen gerade in aktuellen Zeiten aufpassen, nicht wieder ähnliche Wege einzuschlagen! Wehret den Anfängen!

Man liest in Kritiken, der Film sei „bisher der beste Film des Jahres“. Unverständlicherweise läuft er in München zunächst nur noch am Montag, den 29. Juli., und am Donnerstag, den 01. August. Am Sonntag den 04. August ist „Publikumsgespräch“ im Programm. Ich gehe davon aus, dass der Film auch davor gezeigt wird. Im Monopolkino. Andere Aufführungen sind mir noch nicht bekannt.

HIER der Link zu einem Video (unbedingt ansehen!) mit Ausschnitten des Films und ein paar sehr guten Aussagen des Schauspielers Clemens Schick (der Staatsanwalt) und der Schauspielerin Christiane Paul (eine Zeugin) zum Film.

Man kann über diesen völlig nüchtern gehaltenen Prozessfilm so viel schreiben, stellt sich tagelang Fragen:

  • Wie konnte so etwas Unmenschliches wie in Auschwitz in den Menschen geschehen? Wie konnte sich dieses System komplett bei allen Beteiligten über jedes geringste Maß an Menschlichkeit hinwegsetzen?
  • Warum hat man danach nicht gesagt: Wir müssen Deutschland ausrotten! Haben es denn nicht doch viel mehr Menschen gewusst/geahnt, als wir meinen?
  • Warum durfte Deutschland jemals wieder eine Kriegswaffe in die Hand nehmen? Wie konnte Deutschland Mitglied der NATO werden?
  • Wie konnten all die Menschen, die das miterlebt haben, danach überhaupt weiterleben?
  • Wie konnten vor allem sogar so viele der übelsten Nazitäter nach dem Krieg in Deutschland berufliche Stellungen in gehobenen Positionen (auch Beamtenstellungen) einnehmen? Wie haben sie so weiterleben können?
  • Können und müssen wir den Film sehen? In welchem Alter?
  • Warum und wie kann und muss die Erinnerung an Auschwitz erhalten werden – jetzt, wo kaum mehr Zeitgenossen am Leben sind?
  • Hat das etwas mit der Gegenwart zu tun?

Ich möchte all diese Fragen nicht beantworten, nicht meine Meinung hier hervorheben. Jeder mag es für sich beantworten, der Film deutet vieles wortlos an, die Fragen drängen sich auf. Zum Film kann ich nur sagen: Viele Kleinigkeiten sind großartig gemacht:

  • Schon die Tatsache, dass fast ausschließlich weitgehend unbekannte Schauspieler eingesetzt sind, trägt stark zur absoluten Nüchternheit, Glaubhaftigkeit und zur Betonung allein des Gesagten bei.
  • Allein der Richter ist ein vielfach bekannter Schauspieler: Rainer Bock (relativ kurz zeigt sich auch Peter Lohmeyer). Er, der Richter, ist die einzige Person, die durch ihre Bekanntheit eine vielleicht auch gewollte Verbindung zur heutigen Zeit bringt, etwas zeitloser wirkt als die anderen Beteiligten, die allesamt in der Kleidung der 60er-Jahre erscheinen! Er, der Richter, bringt damit versteckt den Aspekt hinein: Ich sehe alles auch mit heutigen Augen.
  • Der Staatsanwalt, Schauspieler Clemens Schick, ist dagegen die einzige Person, der man versteckt Emotionen und tiefe Fassungslosigkeit ansieht. Auch das ist sehr gut, zurückhaltend, eingesetzt!
  • Die Nüchternheit des Gerichtssaales ist kaum zu überbieten.Acht Kameras verfolgen das Geschehen. Nur ab und an spielen kleine Lichteffekte hinein, die fast wie ein Wink der Wirklichkeit auf den Film einwirken. Gerade gegen Ende des Films nimmt das ein wenig zu.
  • Der gesprochene Text wiederum ist, wie gesagt, kaum auszuhalten!

Der Film wurde von Alexander van Dülmen produziert. Für die Bildgestaltung zeichnete Guido Frenzel verantwortlich, Bühnenbild Nina Peller, Kostüme Tina Kloempken. Friede Springer ist Co-Produzentin des Films.

Ansehen!

Kategorien
Gesehen und gehört

THEATER: Politik im Freien Theater

Mein Theaterwahnsinn geht weiter! In Kürze beginnt das Festival „Politik im Freien Theater“, erstmals in München, vom 1. bis 11. November! Ich werde einige Stücke sehen und sicher darüber schreiben. HIER der Link zur Veranstaltungsseite!  Ein umfangreiches Programm!

Kategorien
Gesehen und gehört

THEATER: Peter Weiß – Marat/Sade

Eine der ersten Premieren der neuen Spielzeit! Marat/Sade von Peter Weiß wird in dieser Spielzeit am Münchner Residenztheater gebracht. Was ist das denn? Hört man selten! Das Stück heißt eigentlich kurz und knackig: „Die Verfolgung und Ermordung von Jean Paul Marat, dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes Charenton unter Anleitung des Herren de Sade“.

Und worum es geht? Es ist ein Drama, das zur Zeit der Französischen Revolution spielt. Es war sogar sehr schnell ein Welterfolg, in den Sechzigerjahren. Im Mittelpunkt stehen Jean Paul Marat und Marquis de Sade mit ihren damals konträren Weltanschauungen und Staatsentwürfen. Während Marat der Gesellschaft (zum Wohle aller, wie er glaubt) Moral und Tugend aufzwingen will, das (arme) Volk vertritt und die Revolution – blutig, wie sie geworden ist – rechtfertigt, resigniert de Sade angesichts der vorgeblichen Natur des Menschen, verlacht Marats sozialistische Ideen und sieht das Heil in der Loslösung des Einzelnen aus der Gesellschaft. Er vertritt den puren Individualismus. Könnte auch auf die heutige Zeit passen.

Der Autor Peter Weiß hat damals (1964) drei Zeitebenen gebaut:

  • Der Zeitpunkt des Todes von Jean Paul Marat (1793)
  • Der Zeitpunkt, zu dem Marquis de Sade sein Theaterstück über Marats Ermordung im Irrenhaus spielen lässt (wenige Jahre später)
  • Der Zeitpunkt, zu dem das Stück aktuell gezeigt wird.

Man erlebt hier alle drei Ebenen. 

  • Die Ermordung von Jean Paul Marat ist der Inhalt des Theaterstückes. Er wurde in einer Badewanne ermordet. Ständig sitzt oder liegt er in der blutgefüllten Wanne, schmerzerfüllt wegen seiner Hautkrankheit. Von der Attentäterin Charlotte Corday (Lilith Hässle) wird er – der Realität entsprechend – letztlich ermordet. Der Nationalismus unter Napoleon zieht damit auf! Auch Nationalismus und Abschottung sind ja fürchterlich aktuell!
  • Marquis de Sade (Charlotte Schwab) sitzt meistens seitlich an der Bühnenwand oder mischt sich ein. Zentral sind seine Diskussionen mit Jean Paul Marat (Nils Strunk) über die unterschiedlichen Weltanschauungen:  De Sade glaubt nur an sich, alles andere lohne sich nicht, und Marat glaubt an die Sache. De Sade sagt etwa:  „Ich pfeife auf diese Nation, so wie ich auf alle anderen Nationen pfeife, ich pfeife auf diese Bewegungen von Massen, die im Kreis laufen. Ich pfeife auf alle guten Absichten, die sich nur in Sackgassen verlieren. Ich pfeife auf alle Opfer, die für irgendeine Sache gebracht werden. Ich glaube nur an mich selbst.“ Das  ist doch heutzutage starker Tobak!  Dieser totaler Rückzug in den Individualismus geht doch heute nicht!
  • Nils Strunk als Jean Paul Marat wendet sich außerdem direkt an das Publikum und stellt aktuelle Bezüge her. Unterstützt durch ständige kleine Kommentare eines Ensemblemitglieds, das in den hinteren Reihen unter den Zuschauern sitzt.

Nun, ich würde selber gerne einmal Regisseur eines Theaterstücks sein. Aber wer lässt mich das schon machen? Oder wer lässt mich mitmachen! Ich würde mehr zuspitzen. Und ich würde das Publikum eher verstören wollen. Ich würde mich mehr in ein Thema hineinsteigern! Denn auch hier fand ich: Es war etwas gebremst. Was wird letztlich ausgesagt? Es ist ja politisches Theater! Und es werden ja sogar aktuelle Bezüge hergestellt! Söders Wahlplakate, das PAG etc. spricht Marat/Nils Strunk gegenüber dem Publikum an. Und genau dafür blieb es meines Erachtens etwas zu unklar. Gut, man kann über radikalen Individualismus nachdenken und über sozialistische Ideen. Letztere verlieren hier ja gnadenlos, sie werden „ermordet“, die sozialistischen Gedanken. Das halte ich schon für fragwürdig. Da hätte man den Konflikt zwischen Individualismus und sozialistischen Ideen doch mehr in den Brennpunkt holen können! Schauspielerisch von allen gut, aber eben „im Stück“ verhaftet. Aber da kommt meine Zuneigung der Performance gegenüber durch.

Was die Inszenierung angeht, muss ich sagen: Es war irgendwie ein bisschen ein Frank Castorf-Verschnitt. Ein halbherziger Castorf-Verschnitt. Es fanden sich einfach viele Elemente, die für eine Castorf-Inszenierung seit Jahren einfach typisch sind: Die Drehbühne, einige „schräge“ Gestalten, undefinierbare, durch dünne Wände getrennte Räume (fast in französischem blau-weiß-rot gehalten), ein Zauberer mit Zylinder, in Strapsen und mit kniehohen Lederstiefeln, der immer wieder zum Publikum spricht, Gittertüren, die die Durchgänge durch die sich drehenden Wände ergaben, all das (und mehr) sind zweifellos Castorf-ähnliche Elemente. Generell die Art der Inszenierung, fast die Spielweise der Schauspieler war in einer Linie mit Castorf. Jedenfalls waren es bühnentechnisch Denic-ähnliche Elemente. Denic ist es ja, der seit Jahren für die Castorfschen Inszenierungen die Bühnenbilder schafft. Es fehlte nur die bei Frank Castorf typische Videoleinwand! Und die fehlte vielleicht wirklich am ehesten. Die Regisseurin Tina Lanik (die das Residenztheater demnächst verlassen wird) hat hier meines Erachtens zu wenig auf Eigenes und Freches und wirklich Überraschendes zurückgegriffen. Das Stück hätte es hergegeben.

Ein anderer Eindruck übrigens: Die schöne Bühne des Residenztheaters wirkte durch die vielen sich bewegenden Wandkonstruktionen seltsam klein! Schade!

Ein weiterer Eindruck: Wieder einmal gibt das Programmheft eine fast radikalere Darstellung des Themas, als die Darstellung auf der Bühne.  Etwa Auszüge aus dem Buch von Micah White, „Die Zukunft der Rebellion. Eine Anleitung“, Berlin 2018. White schreibt im „The Guardian“ viel über Proteste, von Occupy (er ist Mitgründer gewesen) bis zu Trump. HIER der Link zu White im The Guardian.

So, jetzt habe ich einiges beschrieben, ohne besonders auf Inhaltliches einzugehen. Dazu kann man es sich ja ansehen, dann kann man sich Gedanken machen. Aktuell geht es ja in unseren Zeiten immer wieder um Individualismus/Sozialismus/Nationalismus/Abschottung/„irre Politiker“ etc.

HIER die Onlineseite des Residenztheaters zum Stück.

Oder man schaut sich einfach meine nächste (erste) Inszenierung an.

©️ des Beitragsfotos: Mathias Horn

Kategorien
Gesehen und gehört Sonstiges

SONSTIGES: Ballett – Portrait Wayne McGregor

(Copyright des Beitragsfotos: Wilfried Hösl, Bay. Staatsballett München)

Ich hatte kürzlich das Privileg, im Nationaltheater das Bayerische Staatsballett mit dem Stück „Portrait Wayne McGregor“ sehen zu können. HIER ein interessanter Einblick, ein „video magazine“ des Bayerischen Staatsballetts.  Ich weiß, das hat mit der harten Welt nichts zu tun! Aber das kann ja auch mal sein! Schön war, dass ich inmitten einer Schulklasse (8. Klasse?) saß, die ein Tanzprojekt vorbereitete. Hehre Ziele und höchstes Anschauungsmaterial!

Ein Tipp übrigens: Auf http://www.staatsoper.tv wird dieses Stück am Samstag, den 23.6.2018 live um 19:30 Uhr übertragen. Ich finde es irre, Körper sprechen zu lassen, Gefühle, Interaktionen, … Und als Video on Demand ist es am Sonntag und Montag vormittag noch zu sehen.

HIER der Weg zu Trailern und zu einer Fotogalerie.

Drei verschiedene Stücke werden gezeigt: „Kairos“, „Sunyata“ und „Borderlands“. Während das erste Stück noch etwas klassischer Natur ist, sind das zweite und das dritte Stück kaum mehr klassisch zu nennen. Umso interessanter. Wayne McGregor scheint bekannt dafür zu sein, dass er vom klassischen Ballett ausgehend Grenzen überschreitet. Auch in alle neuen Medien hinein. Auch in Technologie und Wissenschaft hinein. Er gilt als einer der großen Choreographen dieser Zeit.

Natürlich kenne ich mich mit Ballett viel zu wenig aus. Allein die drei folgenden Textauszüge aus dem Programmbuch zeigen, worum es gehen kann. Das Programmbuch mit einigen schönen lyrischen Texten ist im Shop des Bayerischen Staatsballetts erhältlich. Hier Stichworte und sich dann die Übertragung (oder erst die Trailer) ansehen:

Kairos:

… 2014 für das Ballett Zürich entstanden … Kairos, der richtige Augenblick … es geht um den günstigsten Zeitpunkt für eine Entscheidung, den rechten Augenblick sozusagen … Max Richter Bearbeitung von Antonio Vivaldis die vier Jahreszeiten … Recomposed … endlos aneinandergewebte rhythmisierte Strukturen, die sich harmonisch nicht mehr auflösen wollen … McGregor entwickelt Motive, die aus dem Unisono in Chaos verbreitende Vereinzelungen driften … scharfe Ausführung der Bewegungen… Emotionalität der Musik…

Sunyata:

Kreation für das bayerische Staatsballett… begann er quasi im nichts… buddhistisches Konzept… einen Raum, in dem sich alles gegenseitig bedingt, in dem alles aber auch nichts ist – ein Nichts, in dem das Potenzial zur Kreation steckt… Fixpunkt Musik… Zeitgenössische finnische Komponistin Kaija Saariaho… Orchester und Elektronik…

Borderlands:

2013 kreiert für das San Francisco Ballet … als Medium der Farben bekommt das Licht in Borderlands besonderes Gewicht … die Arbeit ist inspiriert von den Bildern des deutsch-amerikanischen Bauhauskünstlers Josef Albers … Optische Täuschung, das Wundern und Staunen über die Gliedmaßen, die man nicht mehr zuordnen kann … Suche nach dem Gegenüber … dröhnende Synthesizer- Wolken

 

Kategorien
Gesehen und gehört

THEATER: Ligia Lewis – minor matter

Wer es noch sehen will: minor matter, choreographiert von der in Berlin lebenden Ligia Lewis. Heute Abend, Freitag, 08.06.2018, in München, an den Kammerspielen. Danach am 6./7. Juli. in der Nähe von Rimini, auf dem Santarcangelo Festival. Auch eine schöne Reise … wenn man Zeit hätte! HIER ein Video der Performance.

Was der Mensch so alles ausdrücken will! In totaler Freiheit! Aber er kommt nie ans Ziel! Dennoch drängt er ständig nach etwas! Auch das Zuschauen ist ja schon ein ähnlicher Akt. Man kann ja nicht alles selber machen! Wie offen wir doch sind. Ich dachte mir noch: In der strengen muslimischen Welt wäre so eine Performance undenkbar!

„minor matter“ ist der zweite Teil einer von drei Tänzer*innen performten Trilogie (BLUE, RED, WHITE), die mit „blackness“ und der „Blackbox“ – hier der Kammer 3 der Kammerspiele -spielt.

Im Stück minor matter nutzt Ligia Lewis die Farbe rot, um Gedanken, die sich zwischen Liebe und Wut bewegen, eine Gestalt zu geben. Ansätze barocker Musik wandeln sich zu exzessiven Beat-Rhythmen, harten Rhythmen, harten Bewegungen, modernen Rauschetönen. Die Tänzer*innen verausgaben sich dabei, ihre Körper entziehen der Bühne alles Geheimnisvolle und erforschen sie als pure Materie – als Schwärze. „In „minor matter“ bewegen sich Klänge durch musikalische Epochen, um schließlich eine Poetik intimer Gegenwärtigkeit zu erreichen“, heißt es so schön in der Ankündigung des HAU in Berlin, wo es auch kam und – glaube ich – nochmal kommt (Tanz im August)..

Ich mag es ja, wenn körperlich überraschende Ausdrücke geschaffen werden. Wenn Körper anderes zeigen, als wir es gewohnt sind. Wir erleben Körper ja eher als langweilig, monoton, gebräuchlich, ungelenk, schwerfällig. In der kommenden Woche bin ich auch wieder in einer wunderbaren Ballettvorführung im Nationaltheater.

Etwas wie innere Befreiung, Abhängigkeit, Eingrenzung, Gefühle zwischen Liebe und Wut, Hässlichkeit und Optimismus, alte Musik und exzessive neue Klänge, heftiger Sound. So etwa, ich weiß es nicht besser. Morgen gibt es im Anschluss ein Publikumsgespräch. Gemeinsamkeit, Schwere, man kann viel entdecken. Exzessiv, einfallsreich. Sie haben unter anderem 2017 als „outstanding production“ den New York Dance & Performance Award „Bessie“ erhalten.

HIER die Website von Ligia Lewis. HIER der link zur Seite der Kammerspiele.

Copyright des Beitragsbildes: Martha Glenn

Kategorien
Gesehen und gehört

THEATER: Marta Gornicka – Jedem das Seine

Aufstehen und schreien. Sonst hilft ja kaum mehr was. Marta Gornickas Inszenierung „Jedem das Seine“ an den Münchner Kammerspielen ist so ein Aufschrei. Im Juni noch ein paar Mal zu sehen. Dauer ca. 40 intensive Minuten.

Marta Gornicka lässt in ihren Arbeiten meist einen vielstimmigen – „feministischen“ – Chor sprechen, den sie aus dem Publikum heraus dirigiert. „The Chorus of Women“ heißt es auf ihrer WEBSITE. Sie ist bekannt dafür. Ich kam fast ins Schwitzen. Das hatte ich so nicht erwartet. Ein choraler Protest. Sie nennt ihre Arbeit ja auch „Manifest“. Es geht nicht um schauspielerische Leistung, es geht allein um den Inhalt, die Aussage, die Frage, wie weit der Zuschauer davon in den Bann gezogen wird.

Es war fast die Frage: Ist da der begrenzte und irgendwie exklusive Raum des Theaters noch der richtige Ort? Es hätte auch öffentlich am Marienplatz stattfinden können. Man wäre stehen geblieben! Und es hätte als Protest fast noch besser gepasst! Aber auch Theater wird ja derzeit wieder aktivistischer, politischer, kritischer. Deswegen passt es auch sehr gut ins Theater. Ein Theater mit anderen Kriterien, als gewohnt. Theater müssten fast Begleitmaterial zu solch einer Performance anbieten.

Nur: Protest gegen was war es? Gezeigt wird das Bild von „Fleisch“ und „Sex“ und „Donald Trump“ und „Nationalismus“ und „Faschismus“. Protest gegen eine rücksichtslose und sich immer mehr abgrenzende männliche Welt irgendwie, würde ich sagen. Trends der Zeit, gegen die man aufschreien kann! Das weltweite Machogehabe und seine Auswüchse.

Der Chor rezitiert Auszüge aus verschiedenen feministischen Manifesten. Und er kommt auf die offenbar bekannte Verbindung von Antifeminismus und Faschismus zurück. Schon der Titel „Jedem das Seine“ wurde ja früher von den Nazis missbraucht. Gut und bezeichnend ist dann natürlich: Jede/r der Mitwirkenden ist wunderbar individuell gekleidet, nicht einheitlich wie in alten Nazizeiten. Und jede/r nicht schrill auffallend, sondern angenehm individuell. Und doch entsteht Einheitlichkeit. Aber eben eine Einheitlichkeit des Protestes.

In der Ankündigung der Inszenierung auf der Website der Kammerspiele (HIER der link) heißt es:

Nicht nur wird die existierende Ungleichheit zwischen Männern und Frauen, sondern vielmehr eine patriarchale Weltordnung als strukturelles Problem thematisiert: Auch alle feministischen Manifeste, auf die sie sich teilweise in der Inszenierung beruft, haben daran bisher nichts ändern können, so ihre These.

Hier ein schönes Bild, das Jean Peters vor wenigen Tagen vom Zustand der Welt brachte. Seine Themen, die Themen des Kollektiv Peng!, stehen fast hinter Marta Gornickas Protestschrei. Jean Peters ist Mitglied des KOLLEKTIV PENG! und hielt – nicht als Preisträger! – gerade eine recht bittere Rede zum George Tabori Preis 2018. Er sagte etwa:

„Uns ist da eine Ethik abhandengekommen. Oder, sie ist nicht abhandengekommen. Sie ist wie die Oma in der Familie, die wir ja noch pflegen und lieb haben und die immer einen weisen Rat parat hat, aber sie bestimmt nun mal den Alltag nicht.“

Eine Oma, die nicht mehr schreit. Die Rede endet wie folgt:

„George Tabori hatte die Gabe, sehr verspielt, sehr liebevoll zu arbeiten, wie ich gehört habe. … Er hatte eine feine Gabe, mit einer einladenden, humorvollen und liebevollen Art Regeln zu brechen und uns dazu einzuladen mitzumachen. Davon brauchen wir mehr, und zusammen mit der Oma, die an soziale Gerechtigkeit erinnert, und dem kleinen forschenden Kind in uns können wir uns auch trauen, den Kulturraum für das völlig verrückte und verträumte, aber – und das ist mir wichtig – realpolitische Spiel zu öffnen.„

Ja, Realpolitik, man kann nicht wegschauen. Schön, dass aufgeschrien wird. HIER die schriftliche Fassung der Rede von Jean Peters.

.

Copyright des Beitragsbildes: David Baltzer, Münchner Kammerspiele

Kategorien
Gesehen und gehört

THEATERTREFFEN EXTRA: Elfriede Jelinek – Am Königsweg (Schauspielhaus Hamburg)

Also Elfriede Jelinek, österreichische Trägerin des Literaturnobelpreises! Seit vielen Jahren werden ihre Bücher immer wieder auf die Bühnen gebracht. So in München derzeit (noch) „Wut“, zu sehen am DIENSTAG! 22. Mai, 19.00 Uhr. HIER die Website der Kammerspiele zum Stück, mit Trailern.

Oder auch in Hamburg „Am Königsweg„, die Inszenierung von Falk Richter. Es sind meist extrem wüste Inszenierungen. Reinsetzen, vorbeiziehen lassen und ein paar Ansätze mitnehmen. HIER der Trailer aus Hamburg. Es ist zu viel meist, denke ich. Hier ein paar Bilder:

tt18_p_am_koenigsweg_c_arno_declair_04

tt18_p_am_koenigsweg_c_arno_declair_01

tt18_p_am_koenigsweg_c_arno_declair_03

Dieses mal gibt es sogar – sieht gar nicht so aus! – ganz ruhige Momente, wenn Ilse Ritter vom Stuhl aus oder vom Balkon aus als Elfriede Jelinek selbst das Wort ergreift. Motto: „Ich werde alt, habe nichts mehr zu sagen, meine Worte werden verschwinden. Also: „Wir lernen ja eh nicht dazu„, siehe Donald Trump. Es ist zu einem großen Teil ein Anti-Trump- Text. (Manchmal liest man nicht „Text“, sondern „Textfläche“, passt besser). Trump wird aber nicht namentlich genannt, man redet abstrakt ständig vom „König“. Der macht, was er will. Obwohl er ja gewählt wurde. Er führt sich auf wie wildgeworden. Wahrheit ist nicht mehr relevant. Tenor der Inszenierung: „Wir sind alle blind„. Siehe das Bild oben.  Und: „Wir meinen dauernd, etwas Neues zu schaffen, aber es ist immer das Alte! Weil nur das kennen wir ja und wir können ja nur etwas schaffen, das wir kennen! Das führt nicht auf einen guten Weg! Und was wahr ist, erkennen wir auch nicht mehr.

Am beeindruckendsten fand ich – nicht nur ich – Benny Claessens. Er ist die zentrale Figur der Inszenierung! Kritikerstimmen sind hingerissen. Er teilt ja das Publikum seit Jahren in begeisterte Fans und angewiderte Lächler, weil er extrem ist. Ein Berserker, der irgendwie auch seinen Charme hat. Er schimpft – brüllt – etwa mit irrer Power auf das Publikum ein. „Grandios“, „versetzte in Verzückung“ etc. liest man. HIER ein Interview mit ihm.

Und wie er über die Bühne geht! Mit einer ganz bestimmten unauffälligen Geste! Eine kleine Bewegung! Arroganz? Wurstigkeit? „Ihr könnt mich mal“? Oder nur Teil seiner Rolle in Am Königsweg? Der undemokratische König sagt heute ja auch: „Ihr könnt mich mal!“ Die Bühne gehört bei diesem Stück jedenfalls – emotional – hauptsächlich ihm. Er verabschiedet sich mit dem T-Shirt-Aufdruck: „Stop being poor“. Passt irgendwie, Trump und Co. werden es immer als „selbstgemacht“ ansehen, wenn man arm ist. Also hör auf damit!“

 

 

Kategorien
Gesehen und gehört

THEATERTREFFEN EXTRA: Irgendwie „FAUST“ von Frank Castorf (Berliner Volksbühne)

Für den Zuschauer ein Erlebnis, aber auch eine Zumutung!

Ich war auf der allerletzten je gespielten Vorstellung von Frank Castorfs „Faust“ – Inszenierung. Es war eine der letzten Inszenierungen von Frank Castorf an der berüchtigten Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Die Theaterwelt war begeistert, dass diese Faust-Inszenierung auf dem Theatertreffen 2018 gezeigt wurde.

HIER ein Trailer. Reinsehen!

Und HIER ein link zur interessanten Besprechung der Inszenierung im Deutschlandradio Kultur.

Und HIER der link zur Website der Volksbühne mit Erklärungen und weiteren Trailern!

Man sagt, diese siebenstündige Inszenierung sei ein „Kunstwerk“. Jetzt verstehe ich es ein wenig: Kunstwerke kapiert man nicht immer, man fühlt nur, dass es ein „Kunsterk“ ist, oder? So war es auch hier! Ich habe ähnliche Stimmen vernommen. Ich habe nach 3 Stunden nichts mehr kapiert! Vom „Faust“ habe ich nichts mehr mitbekommen. Es ist natürlich nicht exakt die Geschichte „Faust“, die in der Inszenierung erzählt wird. Auch, aber wirr und wahnsinnig!!

Frank Castorf spannt ja wieder einmal einen weiten Bogen über viele, viele Themen. Und all die Themen (von Bismarck bis Algerien) werden hoch wortgewandt verarbeitet. Für den Zuschauer eben ein Erlebnis, aber auch eine Zumutung! Ein Parforceritt! In der Ankündigung des Abends hieß es ja auch nicht (im Gegensatz zu den Ankündigungen der anderen Stücke des Theatertreffens) „Faust von Johann Wolfgang Goethe“, sondern nur „Faust“. Typisch Castorf.

(Motto des Blogs ist ja: Theater muss doch nicht gefräßiger Konsum sein. Rausgehen und sich nur sagen: „Ein schöner Abend!“, das wäre doch Theaterzerstörung, Kunstzerstörung, Zeitverschwendung. So viel Zeit haben wir ja nicht! Schön ist, finde ich jedenfalls, wenn Theater anregt. Theater zeigt doch etwas aus der Gesellschaft. Toll ist es natürlich, wenn dann wunderbare Inszenierungen zu sehen sind. Und da gibt es – besonders am Theatertreffen, wo sich die zehn bemerkenswertesten Inszenierungen deutschsprachiger Bühnen treffen – immer wieder Überraschendes, Vorstellungen sprengendes, wahrlich Großartiges!)

Ein „Kunstwerk“ ist der Faust von Castorf schon, kann man sagen! Allein die Schauspieler! Jeder verausgabt sich, wird auf der Bühne quasi wahnsinnig. Wer die Chance hat, künftig eine Inszenierung von Frank Castorf zu sehen, sollte sie nutzen! Frank Castorf bringt nach der Beendigung seiner 25-jährigen Intendanz an der Volksbühne jetzt pro Jahr noch eine Inszenierung am BE, dem Berliner Ensemble.

Jedes Bühnenbild bei Castorf ist ja ein toller Anblick – Drehbühne wieder – und es ist jedes Mal ein großes Werk, wie Castorf die Menschen auf der Bühne zu seinen Themen irgendwie kunstvoll in den Wahnsinn treibt! Wie immer übrigens bei Castorf war für den Zuschauer ein Großteil des Geschehens auf der Bühne wieder nur auf Videoleinwand zu sehen. Aber auch das war wieder fast durchgehend – besonders durch die schauspielerischen Leistungen, aber auch durch die Filmaufnahmen an sich – ein filmisches Erlebnis!

Andererseits: Frank Castorfs Art, Theater zu machen, ist fast veraltet! Warum? Man will, überlege ich, vielleicht nicht mehr unbedingt sehen, dass der Mensch im Prinzip wahnsinnig wird! Die Zeiten haben sich vielleicht wieder einmal geändert. Wir leben in Zeiten oder es kommen vielleicht Zeiten, in denen es darum geht, gerade nicht wahnsinnig zu werden! Daher: Man betreibt fast schon Theatergeschichte, wenn man Castorfs Inszenierungen anschaut. Er hat die deutsche Theaterlandschaft zwar über 25 Jahre lang geprägt, bald kommt aber Neues. Besser: Es kommt jetzt schon Neues, theatermäßig, wird auch dringend gebraucht!

Also: Diesmal habe ich keinerlei Erkenntnis mitgenommen, außer, dass sich die Zeiten ändern!

Von meinem iPad gesendet – Blog: www.