Es ist ein – finde ich – wieder einmal faszinierender Ballettabend, bestehend aus drei Choreografien, die – das ist das Schöne – völlig unterschiedliche Gemütsregungen und Überlegungen erzeugen. Es sind ja auch drei Choreografien von drei Choreographen – mit drei unterschiedlichen Herangehensweisen.
Die drei Choreografien hatten ihre Uraufführung jeweils am weltweit renommierten, seit Jahren „nicht-klassisch“, anfangs fast „experimentell“ arbeitenden niederländischen NDT Nederlands Dans Theater! Das Bayerische Staatsballett bringt – Gott sei Dank – nicht zum ersten Mal Choreografien des NDT nach München. Eben auch hier wieder, natürlich mit den Tänzer:innen des Bayerischen Staatsballetts. Ich hatte schon mehrfach auf das NDT hingewiesen, da Choreografien der Compagnie des NDT manchmal – nicht oft – auch online gesehen werden können.
„Common Ground“ heißt der Abend, er kann am Bayerischen Staatsballett wieder im Oktober gesehen werden. Es ist ein „Muss“ für Freunde des „modernen“ Balletts, also des „vom klassischen Ballett entfernten“ Balletts mit eigener, freierer Bewegungssprache. (Vor allem gilt ja: Jugendliche zahlen auf allen Plätzen zehn Euro!)
Teil 1: CACTI
Der Zuschauer/die Zuschauerin sieht 27 Tänzer:innen auf der Bühne. Choreografie: Alexander Ekman. Meist bewegen sich die Tänzer:innen auf kleinen, quadratischen Podesten, die leicht unterschiedlich hoch sind. Mal bewegen sich alle identisch, mal jeder für sich. Im Hintergrund auf der Bühne ein Streichquartett. Man hört Texte, mal gesprochen, mal geflüstert. Man hört Geräusche von Schlägen der Tänzer:innen auf ihre eigenen Körper. Man folgt bei alledem weitgehend einem Gesamtbild, hat kaum Gelegenheit, die Einzelleistungen der Tänzer:innen zu würdigen. Dem Programmheft – ich empfehle es – kann man entnehmen: Es geht um Hierarchie, um Kritik an Choreografien, um Kunstfreiheit.
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Teil 2: IMPASSE
Hier kann der Zuschauer/die Zuschauerin deutlicher einer kleinen Geschichte folgen. Choreografie: Johan Inger. Trompetenmusik von Ibrahim Maalouf. Ein Trio prägt das Geschehen. Ein Paar und ein Freund. Später kommt „city people“ und „exotic people“ hinzu. Alle haben ihre Wirkung auf das Paar. Die Bühne wird enger, der Vorhang bewegt sich. Tolle Einzelleistungen, denen man hier gut folgen kann/darf. Auch hier überschäumender Applaus mit begeisterten Rufen und Pfiffen.
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Teil 3: BELLA FIGURA
Es ist das älteste Stück. Diese Choreografie hatte schon 1995 ihre Uraufführung, sie stammt von Jiri Kylián, der von 1978 an für 20 Jahre der künstlerische Leiter des NDT war und danach jahrelang weiterhin als viel ausgezeichneter Choreograf für das NDT arbeitete. Dieser Teil des Abends ist am ehesten eine Mischung aus klassischen Elementen und modernen Elementen, zu erwähnen ist die Lichtgestaltung, Kees Tjebees erstellt oder überprüft das besondere Lichtdesign – hier mit Barockelementen – weltweit für alle Choreografien von Jiri Kylián. Kyliáns Ballett ist „ein aktualisiertes Ballett, dass eine zeitgenössische Sensibilität anspricht, heißt es im Programmheft. Wieder begeisterter Applaus.
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Man sollte es sich eigentlich nicht entgehen lassen!
Copyrights:
Titelbild: S. Gherciu
Bild Teil 1: Nicholas MacKay
Bild Teil 2: Nicholas MacKay
Bild Teil 3: S. Gherciu













