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SONSTIGES: Namen, die genannt werden können

Zwei Erwähnungen, beide sind nicht Mainstream, sie passen aber in den Blog: Wolfgang Koeppen beschrieb intensiv die Wirklichkeit nach dem II. Weltkrieg, Henri Michaux lebte auch in der Zeit, strebte aber gegen die Wirklichkeit als der „Niederlage des Menschen“.

Innen und Aussen, könnte man sagen. Henri Michaux suchte immer das, was in ihm drin ist – auch unter Drogen (Mescalin), während Wolfgang Koeppen den äußeren Zustand der Nachkriegszeit beschreibt, um davon ausgehend Befindlichkeiten darzustellen.

Wolfgang Koeppen: Wer sehr gute Literatur lesen möchte, die unglaublich facettenreich die Stimmungslage der Nachkriegszeit in Deutschland darstellt, dem muss der kaum mehr bekannte Autor Wolfgang Koeppen empfohlen werden. Wolfgang Koeppen wurde durch seine „Trilogie des Scheiterns“ bekannt, durch die er sich den Ruf eines bedeutenden Autors der Nachkriegsliteratur erwarb. Wolfgang Koeppen wurde am 23. Juni 1906 in Greifswald geboren und starb am 15. März 1996 in München. Die Trilogie entstand Anfang der 1950er Jahre und setzt sich aus den Romanen Tauben im Gras (Ort: München), Das Treibhaus (Ort: Bonn) und Der Tod in Rom (Ort: Rom) zusammen. Es ist schwer, Literatur zu finden, in der Personen und ihre alltäglichen Situation in langen Sätzen umfassender und assioziativer dargestellt werden. Viele Personen, die Werke erfordern Konzentration, sind aber besonders.

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Henri Michaux: Kürzlich in einer Münchner Galerie (Galerie van de Loo): Ausstellung von Bildern und Lesung von Texten von Henri Michaux. Der interessante Münchner Verleger Michael Krüger hielt einen Vortrag. Michaux wurde am 24. Mai 1899 in Namur (Belgien) geboren und starb am 19. Oktober 1984 in Paris. Er war Dichter und Maler und gilt als einer der großen Einzelgänger in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Er sah die Systeme der Wirklichkeit, sah Kunst aber als Möglichkeit, über das Wirkliche hinauszudenken. ZEIT – Online schrieb einmal: Die Dichtungen Henri Michaux’ sind Ausdruck einer tiefgründigen Revolte gegen unsere alltägliche Welt, die zwar von Menschen für Menschen gemacht wurde, aber, wie Michaux meint, mehr von der Niederlage des Menschen als von seinem Sieg zeugt.

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SONSTIGES/KINO: Mein ein, mein alles

Selten genug, ein Kinobesuch. Es ist ein französischer Film („Mon roi„). Es geht, sagt man, um eine „amour fou“, eine zerstörerische Liebe, über die die Frau in einer Rehaklinik nach einem Skiunfall nachdenkt. Beide haben sogar ein Kind (vielleicht ca. 13 Jahre alt, als der Unfall passierte), sind mittlerweile aber geschieden. Er das (narzisstische) Arschloch und sie fällt immer wieder drauf hinein. Sogar nach der Scheidung. Man kann den Film auch folgendermaßen interpretieren: Er verkörperte alles, was die reiche westliche Welt ausmacht, kommt aber eigentlich nicht damit zurecht: Geld, schlechten Witz, ein schönes Auto, eine teure und große Wohnung, teures Essen (Kaviar), Feiern, Drogen, extremes Verhalten, Schulden, Frauen (Models),  etc. Er scheint nicht sehr liebesfähig. Sie fällt aber auf all das rein, auf den Schein der schönen Welt, obwohl sie etwas anderes sucht. Sie ist Teil des Ganzen (Anwältin), will aber doch eine richtige Liebe. Sie ist sehr verliebt, sie heiraten, er will das Kind, sagt er jedenfalls. Eigentlich träumt sie aber von etwas, was sie bei ihm nicht findet. Irgendwann sagt sie ihm auch: „Ich glaube, ich kenne Dich garnicht!“. Seine Scheinwelt.

Und andererseits sie (Mitte 40?) in der Rehaklinik: Dort hat sie mehr und mehr Zugang und Nähe zu jungen Mitpatienten, die zum Teil arabischer Herkunft zu sein scheinen (sie reden über ihre Namen und ihr Aussehen). Jedenfalls sind es – um nicht zu sehr auf religiöse Unterschiede abzustellen, das will der Film sicher nicht – junge Menschen, die nicht gerade durch Reichtum auffallen. Sie freundet sich, obwohl sie etwas älter ist, mit ihnen an, hat Spaß mit ihnen. So, wie sie es wohl gerne hätte. Das Nicht-Reiche – vorsichtig auch: das Arabische – wird somit als das für sie Angenehmere dargestellt. Also ein gesellschafskritischer Aspekt! Und am Schluss sieht sie ihn nur noch distanziert an. Hat sie etwas gelernt? Das bleibt leider doch offen.

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SONSTIGES: Sodom und Gomorrah

Die Begriffe Sodom und Gomorrah waren Grund einer kleinen Recherche. In einem Buch von Wolfgang Koeppen (Tauben im Gras) – zu dem ein Beitrag folgen wird – wird Sodom erwähnt. Wikipedia hat heute gedient, um etwas „Genaueres“ zu erfahren:

Gott sucht Abraham in Gestalt dreier Engel auf, um ihm mitzuteilen, dass er vorhabe, die Städte Sodom (wo sich Abrahams Neffe Lot aufhält) und Gomorra zu zerstören, wenn das sündige Verhalten ihrer Bewohner so schlimm sei, wie ihm zu Ohren gekommen war. Abraham fragt Gott, ob er Schuldige und Unschuldige ohne Unterschied vernichten wolle. Gott versichert ihm, dass er Sodom verschonen werde, wenn sich zehn anständige Menschen darin finden. Diese Zahl ist im Judentum bedeutsam: Wenn zehn Männer zum Gottesdienst zusammenkommen, gibt es eine jüdische Gemeinde, kann ein vollständiger Gottesdienst gefeiert werden.

Um zu sehen, ob das Klagegeschrei über Sodom der Wahrheit entspricht, schickt Gott zwei Engel zu Abrahams Neffen Lot nach Sodom. Lot nimmt die beiden Engel gastfreundlich auf. Die Einwohner fordern, dass Lot ihnen seine Gäste übergebe, weil sie mit ihnen gewaltsam sexuell verkehren wollen. Lot bietet den Sodomitern zum Schutz seiner Gäste und der heiligen Gastfreundschaft stattdessen vergeblich seine jungfräulichen Töchter an.

Nachdem sich keine zehn Gerechten in der Stadt fanden und sie deshalb dem Untergang geweiht ist, wollen die Engel Lot und seine Familie vor dem Untergang retten und schicken sie aus der Stadt. Lot und seine Töchter können sich in Sicherheit bringen und werden im Folgenden von Gott beschützt. Sodom und Gomorra werden von Gott vernichtet, indem er Schwefel und Feuer auf sie herabregnen lässt. Als Lots Frau – entgegen einem von den Engeln ausgesprochenen Verbot – auf die Stadt zurücksieht, erstarrt sie zu einer Salzsäule.

Sowohl im Tanach als auch im Talmud, aber auch in den Evangelien nach Mathäus und Lukas (Altes Testament) ist Sodom vor allem ein Symbol für Fremdenfeindlichkeit und den Bruch der Gastfreundschaft, nach Ez 16,49 auch für Hochmut und Geiz. In der späteren christlichen Tradition wird die Stadt mit der Sünde der Wollust und schließlich mit dem „Laster wider die Natur“ (Sodomie) in Verbindung gebracht.

Mit der Geschichte um den Propheten Lot und der vermeintlichen homosexuellen Handlungen seines Volkes wird auch das Verbot von Homosexualität im Islam begründet.

Das Bild: Sodom von Peter Paul Rubens.

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Vorschau

Es wird als Nächstes nochmals um Rilkes Vers „Du musst Dein Leben ändern“ und um den interessanten Maler/Schriftsteller Henri Michaux gehen, der sicherlich auch Karel Appel (siehe Blogbeitrag) kannte. Und mehr. Sobald Zeit dafür ist.

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SONSTIGES: Das Berliner Stadtschloss

Man kann ab und an über den Baufortschritt des Berliner Stadtschlosses lesen. Es soll voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2019 eröffnet werden. Frage: Was war es ehemals für ein Bau? Viel Geschichte! Eine Zusammenfassung:

Beginn 1442: Es wurde 1442 im Auftrag der Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg auf der Spreeinsel in Alt-Cölln im heutigen Ortsteil Mitte erbaut. Als Residenz der Hohenzollern.  Das Schloss bzw. sein ältester Flügel war schon da, als Brandenburg also noch Kurfürstentum (im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation) war. Die Auflösung des Heiligen Römischen Reiches war 1806.

1640-1713: Die Stadterweiterungen der Kurfürsten (der „Große Kurfürst“ Friedrich Wilhelm I., 1640-88, und Friedrich III.) und des Königs (Friedrich I. in Preußen, 1688-1713), machten das Schloss zur Mitte der Stadt und des Landes. „Das Schloss lag nicht in Berlin – Berlin war das Schloss“, sagt Wolf-Jobst Siedler.

1702-1871: Das Schloss wurde 1702 zur königlich-preußischen und ab 1871 zur kaiserlichen Residenz im Deutschen Kaiserreich. Seit der Zeit der Weimarer Republik beherbergte es das Kunstgewerbemuseum Berlin und andere Institutionen, im Schlüterhof fanden Konzerte statt. 1950 beschloss die SED, das zum größten Teil ausgebrannte Gebäude vollständig zu beseitigen und den Marx-Engels-Platz anzulegen. Diese Vernichtung von Kulturgut wurde weltweit öffentlich kritisiert. Ab 1973 entstand auf dem Gelände des Schlosses der modernistische Palast der Republik, der wiederum zwischen 2006 und 2009 abgerissen wurde. Jetzt wird das Stadtschloss wieder aufgebaut.

Man kann sich dazu „rückwärts“ die Deutsche Geschichte vergegenwärtigen, als kleine Erinnerungshilfe:

1989: Fall der Mauer, Wiedervereinigung, 1950 – 1960: Nachkriegszeit, 1938 – 1942: II. Weltkrieg, 1918 – 1938: Weimarer Republik, 1914 – 1918: I. Weltkrieg

1871 – 1918: Deutsches Kaiserreich

Die Kaiser waren:
1871 – 1888 Kaiser Wilhelm I., Krönung zum Kaiser im Spiegelsaal von Versailles
1888 Kaiser Friedrich III.
1888 – 1918 Kaiser Wilhelm II.
Das ist nicht lange her! Mein Großvater war 1899 geboren.
1871 – 1890 war Otto von Bismarck der Reichskanzler

1870/1871: Deutsch-Französischer Krieg

1867 – 1871: Norddeutscher Bund. Die zunehmenden Spannungen zwischen den deutschen Führungsmächten Österreich und Preußen hatten sich im offenen Machtkampf entladen. Preußen siegte, so dass der Norddeutsche Bund unter preußischer Vorherrschaft gebildet wurde.

1815 – 1866: Deutscher Bund. Ein vom Kaisertum Österreich und dem Königreich Preußen dominierter Staatenbund mit 38 Staaten. Während der Revolution 1848–1849 bildete sich mit der Frankfurter Nationalversammlung das erste deutsche Parlament, das jedoch nur ein Jahr überdauerte. Der Deutsche Bund bestand bis 1866.

1814–1815: Der Wiener Kongress restaurierte weitgehend die alten monarchischen Herrschaftsverhältnisse zum Deutschen Bund, nach der Niederlage Napoleons 1815

Zeit vor Napoleon: Man liest in Wikipedia: Nach dem mit hohen Todesopfern und verbundenen Dreißigjährigen Krieg (1618–1648), der sowohl durch konfessionelle als auch durch habsburgisch-französische Gegensätze ausgelöst worden war, hatte der römisch-deutsche Kaiser infolge der Regelungen des Westfälischen Friedens und des ihm folgenden Jüngsten Reichsabschieds eine geschwächte, eher auf die Repräsentation des Reichs beschränkte Machtstellung. Die Reichsfürsten gingen dagegen gestärkt aus diesem Konflikt hervor, hatten sie mit dem Frieden sogar das Recht erhalten, mit auswärtigen Mächten Verträge abzuschließen. Das Reich wurde dadurch de facto zu einem Staatenbund, de jure blieb es bis zum Ende 1806 ein monarchisch geführtes und ständisch geprägtes Herrschaftsgebilde, in denen die einzelnen Reichsglieder jedoch weitgehend unabhängig agierten. Ab 1663 erörterten Kaiser und Reichsfürsten ihre politischen Angelegenheiten im Reichstag durch ihre Gesandten permanent.

Der politische Aufstieg Preußens im 18. Jahrhundert führte zum Konflikt mit dem Hause Habsburg. Im 17./18. Jahrhundert entwickelte sich nach französischem Vorbild der Absolutismus, der jedoch anders als dort nicht die königliche Zentralgewalt, sondern einzelne Fürstentümer zu bürokratisch organisierten, frühmodernen Staaten werden ließ. Manche Herrscher, insbesondere König Friedrich II. von Preußen, aber partiell auch seine kaiserlichen Rivalen Maria Theresia, Franz I. und Joseph II., öffneten sich dem philosophischen Zeitgeist. Dieser Zustand währte bis 1806, als Napoleon Mitteleuropa eroberte und das schwache Reichsgebilde zum Einsturz brachte. Der letzte Kaiser des nur noch formell bestehenden Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Franz II., der erst 1804 auch Kaiser des durch ihn gegründeten österreichischen Vielvölkerstaates geworden war, legte die Reichskrone nieder. Damit erlosch das Reich.

Das Foto zeigt den aktuellen Bauzustand. Die Fassade steht fast.

Linden-2

 

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SONSTIGES: Skylla und Charybdis

So läuft das zurzeit: Gestern abend … ich war „überraschenderweise“ in den Kammerspielen, Lange Nacht der neuen (deutschsprachigen) Dramatik (war gut, fünf Stücke wurden vom gesamten Ensemble gelesen und teilweise gespielt) … in der Pause habe ich dann ein Büchlein  von Frank Wedekind gekauft, Frühlings Erwachen … weil ich demnächst wiederum (vielleicht) in den Kammerspielen das Stück 50 Grades of Shame ansehen möchte, das auf Wedekinds Frühlings Erwachen beruht … und im Text von Wedekind heißt es dann: „Ich glaube, das ist eine Charybdis, aus der sich jeder stürzt, der sich aus der Skylla …. emporgerungen … ich war früher am humanistischen Gymnasium … also fragte ich mich kurz: Was war das nochmal mit Skylla und Charybdis? … ich habe nachgelesen, man liest ja manchmal „Zwischen Skylla und Charybdis„: In Homers Odyssee haust das Ungeheuer Skylla auf dem größeren von zwei sich gegenüberstehenden Felsen der Meerenge und Charybdis unterhalb des kleineren Felsens, auf dem ein großer Feigenbaum steht. Sie (Charybdis) saugt dreimal am Tag das Meerwasser ein, um es danach brüllend wieder auszustoßen. Schiffe, die in den Sog geraten, sind verloren, nicht einmal der Meeresgott Poseidon vermag diese Schiffe zu retten. Auf den Rat von Kirke meidet Odysseus die Charybdis, gerät dabei aber unweigerlich so nahe an Skylla heran, dass sie sechs der Gefährten tötet und frisst. Auf der Rückfahrt von der Insel des Helios kommen die übrigen Gefährten wegen der verbotenen Tötung von Helios‘ Rindern bei einem Sturm ums Leben, sodass Odysseus auf dem zertrümmerten Schiff die Meerenge allein passieren muss. Als Charybdis das Schiff einsaugt, klammert er sich am Feigenbaum fest, bis es wieder ausgespien wird, und rudert auf den Trümmern mit den Händen davon.

Tja, so ist das Leben. Mal sehen, wohin mich Wedekind noch treibt in meiner Odyssee.

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SONSTIGES: 100 Jahre VOGUE

Etwas Zeitgeschichte: Die Zeitschrift VOGUE feiert 2016 ihr 100jähriges! Es gibt eine Ausstellung in der National Portrait Gallery in London, die ich leider nicht sehen kann. Sie läuft vom 11. Februar bis 22. März 2016. Man sieht 100 Jahre Mode, 100 Jahre Fotografie, 100 Jahre Stilgeschichte, 100 Jahre schöne Frauen! Und gleichzeitig wird in der wöchentlichen New York Times Beilage der SZ ein Artikel veröffentlicht, dass es im Gaza-Streifen ein paar wenige Frauen gewagt haben, FAHRRAD ZU FAHREN. Sie wurden laut dem Bericht von einem Muslim“verabscheuungswürdig und hässlich“ bezeichnet. Schön übrigens die kleinen „Verbindungen“: Virginia Woolf (siehe meinen kürzlich erschienenen Blogbeitrag Wer hat Angst vor Virginia Woolf) war regelmäßig Autorin in der britischen VOGUE-Ausgabe. Und in der Februarausgabe der britischen VOGUE ist die Schauspielerin Dakota Johnson auf dem Cover, die in 50 Grades of Grey mitspielt. In München werde ich demnächst 50 Grades of Shame in den Kammerspielen von She She Pop ansehen.

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Kurzer Hinweis

Ich hatte kürzlich geschrieben, dass mir die 10. Symphonie von Schostakowitsch so empfohlen wurde. Heute abend um 20.03 Uhr wird sie vom Deutschlandradio Kultur live aus der Berliner Philharmonie übertragen, dirigiert von Mariss Jansons. Nach der Pause. Sicherlich beeindruckend.

Es heißt online im Deutschladradio Kultur zur Übertragung: Seit langem pflegt Mariss Jansons eine enge Beziehung zu den Berliner Philharmonikern. Oft stand die Musik von Dmitrij Schostakowitsch auf den gemeinsamen Programmen, nie aber die 10. Sinfonie, eines der Hauptwerke des Komponisten. Mit dem lettischen Dirigenten kann man eine gewissenhafte und im besten Sinne „authentische“ Interpretation erwarten: Schon als Kind kam Jansons mit Schostakowitschs Musik und ihren Widmungsträgern in Berührung. Die Auseinandersetzung mit dem Schicksal Russlands, die in diesem Werk mit Händen zu greifen ist, kann Jansons unmittelbar nachvollziehen. Eine andere Perspektive eröffnet das Cellokonzert von Henri Dutilleux, das in die lyrische Welt von Charles Baudelaire eintaucht – und das für den russischen Jahrhundertcellisten Mstislaw Rostropowitsch geschrieben wurde.

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LITERATUR: Schriftsteller aus Prag und Böhmen

Ich war am Wochenende in Prag eingeladen. Für den Blog überlege ich: Welche bekannten Schriftsteller lebten eigentlich in Prag und Böhmen? Eine ganz grobe Annäherung:

Karl Kraus, geboren am 28. April 1874 nicht in Prag, sondern in Jičín, Böhmen, gestorben am 12. Juni 1936 in Wien, Die letzten Tage der Menschheit, Die dritte Walpurgisnacht etc.
Rainer Maria Rilke, geboren am 04. Dezember 1875 in Prag; gestorben am 29. Dezember 1926 in Valmont bei Montreux, Schweiz. Wikipedia schreibt: Mit seiner in den „Neuen Gedichten“ vollendeten, von der bildenden Kunst beeinflussten Dinglyrik gilt er als bedeutender Dichter der literarischen Moderne. Aus Rilkes Werk sind etliche Erzählungen, ein Roman und Aufsätze zu Kunst und Kultur sowie zahlreiche Übersetzungen von Literatur und Lyrik bekannt.
Franz Kafka, geboren am 3. Juli 1883 in Prag , gestorben am 3. Juni 1924 in Klosterneuburg . Die Verwandlung, In der Strafkolonie, Forschungen eines Hundes, Das Schloss, Der Prozess, Die Verwandlung etc.
Max Brod, geboren am 27. Mai 1884 in Prag , gestorben am 20. Dezember 1968 in Tel Aviv . War mit Franz Kafka eng befreundet und wurde nach dessen Tod zum Nachlassverwalter von dessen Gesamtwerk.
Egon Erwin Kisch, geboren am 29. April 1885 in Prag , gestorben am 31. März 1948 ebenda.Einer der bedeutendsten Reporter in der Geschichte des Journalismus. Auch als „der rasende Reporter“ bekannt
Franz Werfel, geboren am 10. September 1890 in Prag , gestorben am 26. August 1945 in Beverly Hills . Schrieb Lyrik, Dramen, Erzählungen, Novellen, Essays. Wikipedia schreibt: Seine Popularität beruht vor allem auf seinen erzählenden Werken und Theaterstücken, über die aber Werfel selbst seine Lyrik setzte. Mit seinem Roman Verdi. Roman der Oper (1924) wurde Werfel zu einem Protagonisten der Verdi-Renaissance in Deutschland. Besonders bekannt wurden sein historischer Roman Die vierzig Tage des Musa Dagh (1933/47) und Das Lied von Bernadette (1941)
Jaroslav Hašek, geboren am 30. April 1883 in Prag, gestorben am 03. Januar 1923 in Lipnice, Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk
Milan Kundera,am 01. April 1929 nicht in Prag, sondern in Brünn geboren, Das Buch der lächerlichen Liebe, Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins.
Natürlich habe ich mich bei Wikipedia teilweise etwas schlau gemacht.
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Kurzer Hinweis

Für die Massen an Interessierten: Heute abend 21.05, Snarky Puppy (Musiktipp der Woche) Fortsetzung des Livemitschnitts auf Deutschlandradio.

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SONSTIGES: Politik – Flüchtlinge III

Ich bin kein Parteimitglied, bin auch nicht politisch extrem oder etwa seit Jahren politisch festgefahren. Ich gehe wählen, oft unterschiedlich. Zurzeit fühle ich mich hier in Bayern allerdings zunehmend unwohl. Und in Europa. Wo sind die Werte geblieben, für die wir leben? Sie werden gelebt, die Werte, hunderttausendfach – durch Eigeninitiative. Doch die Politiker diskutieren nur noch über Abwehrmaßnahmen. Natürlich gilt es, Lösungen zu finden für das große Problem des Flüchtlingsstromes. Doch Abschotten ist keine Lösung, ich folge darin Angela Merkel. Wenn man die schrecklichen Bilder aus Syrien sieht, kann man doch JEDEM nur sagen: „Ich verstehe Dich, ich würde auch fliehen!„. Ich denke, jeder würde das sagen! Wer würde sagen: „Bleib doch da!„? Dann aber – so machen es seit Wochen mit zunehmender Heftigkeit und unter völligem Verlust bayerischen Charmes vor allem unser Ministerpräsident Horst Seehofer und seine dumpfen CSU-Vasallen – über das Thema des Flüchtlingsstromes nur noch „abwehrend“ zu reden  ist fürchterlich. Ich finde, eine Rede der SPD-Generalsekretärin der SPD Bayern, Natascha Kohnen, die von ihr am 2. Februar in der Plenarsitzung des Bayerischen. Landtags gehalten wurde, drückt das gut aus. Das anzusehen, lohnt sich! Das Video wurde im Internet bisher rund 750 000 Mal angesehen und auf Facebook rund 8000 Mal geteilt. Das ist mein heutiger Beitrag:

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SONSTIGES/POLITIK: Piketty lesen III

Wie gesagt: In den Kammerspielen wird alle 14 Tage weiter gelesen in diesem auch angeblich von Barack Obama gelobten Buch. Zwei junge VWL-Experten suchen die wesentlichen Passagen heraus, die gemeinsam gelesen werden, und sprechen über die Anmerkungen der Leser. Am Montag war erst der Erste Teil des Buches dran: Einkommen und Kapital.

Weiterhin viele Fragen, noch keine Antworten: Piketty stellt vor allem die Frage, warum eigentlich zwischen dem Arbeiter, der die „Rendite “ erarbeitet, und demjenigen, der sie erhält, so ein großer Unterschied sei. Das war schon immer so. Früher landete die Rendite der Arbeit beim Grundbesitzer, dann beim Eigentümer der Maschinen und heute ... . Die Frage, ob nicht die Erschaffer des Kapitals irgendwie mehr oder anders an der Rendite beteiligt sein sollten, ist in der Tat ein interessanter Ansatz.

Übrigens: Im verlinkten Interview der beiden Urheber des uraufgeführten Hörspiels zum 100ten Geburtstag des Dada(ismus) (siehe Blogeintrag) sprechen diese von der zunehmenden „Diktatur des Kapitals“. Mal sehen, was Piketty uns sagt. „… stellt sich die Frage, welche Verteilung der Wertschöpfung zwischen Arbeit und Kapital ‚richtig‘ ist“, schreibt er ja auch. Er nennt einige Faktoren, die man dabei beachten muss, etwa, dass ja immer wieder Investitionen erforderlich sind etc. Und: Die Unterschiede innerhalb der Gruppen Arbeitseinkommen und Kapitalbesitz lässt er erst einmal unbeachtet, sagt er. Das wars schon wieder.

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SONSTIGES: Roger Willemsen †

Er starb am Rosenmontag! Unten bringe ich ein Zitat von ihm, das mein Thema der „Bedeutung der Kunst“ aufgreift (siehe dazu oben: Was siehst Du in diesem Blog?). Kunst hilft uns, uns zu entgrenzen und damit zu erkennen und zu verändern. Aber Achtung: Kunstbetrachtung und Kunsterstellung passieren in einem „System“! In unserem System! Und damit wird alles schon genormt. Dann hilft es wenig, wenn wir uns erkennen. Uns wird damit ja nicht geholfen, das System zu überdenken. Da passt der Dada – Gedanke gut: Man muss das System eigentlich beseitigen, um die Kunst wirklich „freilegen“ zu können und ihr dieses Erkenntnispotential zu verschaffen. Das heißt nicht Anarchie, es zeigt nur die dauernde Gefahr, finde ich, dass man – ohne es zu merken – Kunst durch unsere „Systembrille“ betrachtet und sich doch gewöhnt. Das wäre immer wieder schade – für uns und die Kunst in uns.

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SONSTIGES/Ausstellung: Karel Appel, CoBrA

Ich war schon wieder aktiv: Ein grauer Sonntag – München (ich wohne zentral) – die Pinakothek der Moderne – Karel Appel. Es ist eine von mehreren Ausstellungen in der Pinakothek der Moderne, vergangenen Donnerstag eröffnet. Er war bekannt als Mitglied der Künstlergruppe CoBrA (Kopenhagen, Brüssel, Amsterdam), lebte 1921 – 2006 und hat sogar noch 2005 gemalt. Künstler der Gruppe CoBrA waren etwa: Pierre Alechinsky, Constant, Corneille, Asger Jorn, Eugéne Brands, Henry Heerup. Karel Appel erlebte auch Folgeeinflüsse des Dadaismus (1916 ff), dachte ich gestern. Man sieht etwa zwei schöne Collagen. Der „Dadaismus“ (oder: das Dada) hatte ja u.a. das Prinzip, alles Bestehende – Verfahren, Formen, Handlungsweisen, die Kunst selbst, das Gewohnte, das Politische etc. – aufzulösen, in Schnipsel zu zerreißen, um es dann erst wieder unbefangen, ungeschönt neu betrachten, erfahren zu können. Wie das Hörspiel (vgl. Blogeintrag), bezogen auf das aktuelle Leben. So erfährt man auch bei Karel Appel durch fast alle Bilder – man sieht Zeichnungen und Gemälde) alles anders. Unglaublich auch, welche Schaffenskraft (über 10.000 Skulpturen, Plastiken, Zeichnungen, Gemälde!) er hatte. Wunderbar! Nicht realistisch, expressionistisch, manchmal rein abstrakt, nicht surrealistisch (ich bin allerdings nicht Fachmann dieser Begriffe). Man steht vor wunderbaren Bildern und sieht, dass man die teils zu erahnenden Dinge (oftmals Frauen oder Tiere) auch völlig anders sehen kann. Lohnt sich! Sehr vielfältig, die nachfolgenden Bilder sind nicht im Geringsten allein typisch!

touist Sie Gemälde in einem museum stock photo

 

 

 

 

 

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SONSTIGES: Dada ð∀ð∀ daDA DAda

Gestern abend im Deutschlandfunk: Uraufführung eines Hörspiels zum 100ten Geburtstag des Dadaismus. Anstatt mir wieder irgendetwas im Fernsehen stumpf reinzuziehen, dachte ich mir: Was ist der Dadaismus eigentlich? Ich habs mir angehört und fand es klasse. Hier der link, dauert knapp 50 Minuten. Am besten bitte – wenn schon – dann mit Kopfhörer und in aller Ruhe anhören. Nicht einfach so nebenbei laufen lassen. Hier der link: Dada Hörspiel. 100 Jahre nach einem wohl legendären Eröffnungsabend des Cabaret Voltaire in Zürich konfrontiert das uraufgeführte Hörspiel „Gadji Beri # 2016“ die heutige Lebenswirklichkeit mit DADA. Was ist oder war Dadaismus? Wikipedia schreibt: „Der Begriff Dada(ismus) steht im Sinne der Künstler für totalen Zweifel an allem, absoluten Individualismus und die Zerstörung von gefestigten Idealen und Normen. Man ersetzte die (damals) durch Disziplin und die gesellschaftliche Moral bestimmten künstlerischen Verfahren durch einfache, willkürliche, meist zufallsgesteuerte Aktionen in Bild und Wort. Die Dadaisten beharrten darauf, dass Dada(ismus) nicht definierbar sei.“

Na, denke ich mir, das klingt doch modern: Zweifel an vielem können immer wieder gut sein, sie sind ja nicht gleich destruktiv, sondern können auch konstruktiv sein. Und Individualität ist heute ohnehin angesagt. Und in der Tat: Der Dadaismus war Grund für viele moderne Kunstansätze, Performances etc. Also interessant! So war auch das Hörspiel!

Als der Dadaismus sich zu festigen begann, riefen die Dadaisten dazu auf, diese Ordnung wieder zu vernichten, da es ja eben das war, was sie zerstören wollten. Das machte den Dadaismus wieder zu dem, was er sein wollte: vollkommene Anti-Kunst, die unklassifizierbar war. Hier noch ein link zu einem Interview mit den Urhebern des Hörspiels:  Dada Interview

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FAZ 2016 zum Cabaret Voltaire

 

 

 

 

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SONSTIGES/Vorschau

Speziell für Münchenfreunde: Die Münchner – scheint es – warten seit Beginn der Intendanz von Matthias Lilienthal auf das gewohnt hervorragende konventionelle Theater der Kammerspiele. Es gibt durchaus herkömmliche Stücke (Der Spieler, Der Kaufmann von Venedig, Jagdszenen in Niederbayern, Susn etc.), aber Matthias Lilienthal, ehemals freier Journalist, Dramaturg, künstlerischer Direktor und zuletzt Chef des Berliner HAU (Hebbel am Ufer, Berlin), legt sehr viel Wert auf unkonventionelle, aktuelle, internationale, junge Projekte. Das ist ein neuer Schwerpunkt des Theaters, die Bühnen in „Kammer 2“ und „Kammer 3“ sind auf dem Weg, brisant und neu für München zu werden. Es sind hochinteressante Themen und Performances, die gezeigt werden und die vor allem das Befinden unserer Gesellschaft aufgreifen. Gut so! München wird dadurch offener, weltstädtischer. München kann Neues immer gebrauchen.
Ein schönes Beispiel (eine Vorschau): Am Mittwoch, 17.02.2016 bis Dienstag, 23.02.2016: 
EUROPOLY – Performances und Filme über das neue alte Europa, ein Festival des Goethe-Instituts und der Münchner Kammerspiele. 
Zitat: „The FILMS will be launched weekly, starting December 2015, celebrating their worldwide premiers online. … The PERFORMANCES will be developed in the LAB until being shown live during the

EUROPOLY festival at the Münchner Kammerspiele, 17-23 February 2016. To find out more about EUROPOLY click here.

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SONSTIGES/POLITIK: Flüchtlinge II

Hier ein Bericht von „vor Ort“, der m. E. viele Dinge anspricht, die auch gesehen werden müssen. Er folgt der Linie „Wir schaffen das„, auch wenn wir es natürlich irgendwie begrenzen müssen: Unten bitte auf das Datum klicken.

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Liebe Leute,nach nun fast vier Wochen im Erstaufnahmelager, finde ich endlich mal die Zeit ein paar Zeilen zur…

Posted by Raphaele Lindemann on Donnerstag, 28. Januar 2016