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SONSTIGES: Crowdfunding

Heute schon Gutes getan? Mancher weiß: Ich betreue derzeit ein wenig einen netten 18-jährigen Flüchtling aus Afghanistan. Seinen fürchterlichen Weg, auf dem er vor zwei  Jahren den Rest seiner Familie verloren hat, hatte ich ja einmal im Blog unter „F aus Afghanistan“ geschildert. Junge Kerle mit solch schweren Problemen müssen sich auspowern! Er würde etwa sehr gerne in ein FITNESS STUDIO gehen, was ich bestens verstehe! Mein Spendenaufruf: Wer kann/will es unterstützen? Jede kleine Spende ist willkommen. Etwa 5 Euro! Die Mitgliedschaft kostet 17 Euro pro Monat, also 204 Euro im Jahr. Wenn das Geld zusammen ist, schreibe ich es sofort im Blog, ich will mich ja nicht bereichern.

Bitte gebt mir Bescheid unter mus.kuhlmann@arcor.de oder durch Kommentierung dieses Beitrags. Einfach die Sprechblase oben rechts anklicken. Ich antworte jedem und schicke dann die Kontonummer des Kontos, das ich heute noch einrichten will.

Am besten teilt Ihr diesen Beitrag auf Eurer Facebook-Seite.

Danke!!

Bildergebnis für fitnessstudio

 

 

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SONSTIGES: Berliner Weihnachtsmarkt

Schrecklich für jeden Betroffenen, für Angehörige und Augenzeugen, keine Frage! „Erschütternde Bilder“ sagten sie, die vor Ort waren oder nach der Tat den ganzen Abend lang darüber berichtet hatten! MEINE ANSICHT ABER: Sind die Bilder von Aleppo weniger erschütternd?? Ist das für die Einwohner unfassbar grauenhafte Geschehen in Aleppo nicht das eigentliche Grauen? Sind wir da annähernd erschüttert?? Tun wir da etwas?? Sitzen da alle Politiker trauernd nebeneinander, wie jetzt nach Berlin? Tja, das eigene Hemd ist uns wieder einmal am nächsten. Obwohl uns auch etwa Syrien und Aleppo betreffen und in den vergangenen Jahrzehnten jedenfalls betroffen haben. Heutzutage ist es eher auffallend, wenn der Westen – verständlicherweise – trauert, aber andererseits nichts gegen das unendlich größere Elend woanders auf der Welt getan wird. Es hat etwas Verlogenes. Man blickt lieber weg, wenn es darum geht, dass der Westen die unfassbaren Gräueltaten in anderen Teilen der Welt jedenfalls mitbegründet hat. Wir leben von der Globalisierung, betrauern aber nur unser eigenes Leid. Irgendwie ein bisschen schief.

Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt Bilder

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SONSTIGES: Haus der Kunst

Jeder Münchner kennt es. Der Block mit der Säulenreihe an der Prinzregentenstraße. An Schlichtheit und Kühle ist es nicht zu übertreffen. Und meist weiß man auch: Es ist ein Hitlerbau. Hier steht Münchner Geschichte in pompöser Vollendung. Es wurde von 1933 bis 1937 unter persönlicher Anteilnahme Adolf Hitlers nach Plänen von Paul Ludwig Troost in monumentalem Neoklassizismus als Haus der Deutschen Kunst errichtet. In der NS-Kulturpolitik war das Gebäude als der maßgebliche Ausstellungsbau des Deutschen Reiches vorgesehen. Die ab 1936 für Berlin geplante Kunsthalle sollte ausdrücklich nicht in Konkurrenz zum Haus der Deutschen Kunst stehen. Damit sollte auch die Rolle Münchens als führende Kunststadt Deutschlands wieder hergestellt werden, die sich im NS-Ehrentitel „Hauptstadt der deutschen Kunst für München niederschlug. Und weiter: Meist war man auch schon drinnen. Das Haus hat keine eigene Sammlung, es organisiert und zeigt aber interessante Ausstellungen zeitgenössischer und moderner Kunst. Es ist zweifelsohne eines der bedeutenden Museen Münchens. Jetzt soll es von David Chipperfield zaghaft renoviert werden. Eine umfassende Ausschreibung gab es nicht, daher bat die SZ Münchner Architekturstudenten, Entwürfe zu erarbeiten. Sie können im nachfolgenden link angesehen werden. Sehr interessant, finde ich. Schließlich „trifft alt auf neu“. Die junge Generation legt Hand an das Alte. Aber meine Kritik: Die Entwürfe sind oftmals fast zu herkömmlich. Wo ist der große Wurf? Ich finde am besten den Entwurf der Tieferlegung durch Anhebung des Vorplatzes ( Entwurf von Franziska Gareis und Anja Kopp, Bild 24) und die Verlegung der Tunneleinfahrt ostwärts (Entwurf von Wes Boven, Bild 26), sodass ein Platz vor dem Haus der Kunst entsteht und das HdK erheblich angenehmer, aber nicht geändert wird.

Hier der link zu den insgesamt interessanten Entwürfen Münchner Studenten:

Ideenwettbewerb

 

 

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SONSTIGES: Fischessen

Bei vielen Dingen wägt man gerne genau ab, was man denn kaufen soll. Aber an der Fischtheke? Fisch? Egal! Dabei ist es ganz einfach! Ich empfehle die einfach gehaltene App „Einkaufsberater Fisch“ von Greenpeace. Ich habe sie mir heruntergeladen. Ganz schnell weiß man, welchen Fisch man noch kaufen darf. Es geht nur mit guter Information! Gerade Weihnachten ist ja für viele eine willkommene Gelegenheit, im Kreise der Familie ein schönes Fischessen zu geben.

Die SZ hatte am vorletzten Wochenende der Fischerei vier Seiten gewidmet („Buch zwei“). Man kann den dortigen Angaben hoffentlich Glauben schenken. Die FAO, Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, stellte demnach schon 2012 fest, dass nur noch 13 % der Fischbestände in den Weltmeeren groß genug sind, um sich problemlos zu regenerieren. Und die Aquakulturen – die Zuchtanlagen – sind auch oftmals für Mensch und Tier (wegen Antibiotika und Tierhaltung) und für die Natur (völlige Überfüllung mit Exkrementen) sehr mies. Die Zuchtanlagen müssen teilweise wegen Umweltzerstörung alle drei/vier Jahre den Standort wechseln.

„Noch empfehlenswert“ sind laut der App von Greenpeace nur noch: Hering, Karpfen (schön für Weihnachten!), der afrikanische Wels und generell eher einheimische Süßwasserfische. Alle anderen Arten sind nur in – mehr oder weniger großen – Ausnahmefällen empfehlenswert.

Generell gilt einfach: Gerne Fisch, aber man muss beim Einkaufen genau hinsehen! Es kommt immer auf das Fanggebiet und sogar auf den lateinischen Namen, also die genaue Fischart, an, die angeboten wird. Karpfen ist nicht gleich Karpfen!

Gütesiegel ist auch nicht gleich Gütesiegel! Am verlässlichsten sind die Siegel von MSC/ASC  (Marine Stewartship Council und Aquaculture Stewartship Council), GLOBAL G.A.P . und FOTS (Friends of the Sea)!

Also: Einfach die App herunterladen und sich mit der App an der Theke informieren, bevor man kauft. Sonst heißt es: „Wie, Du kaufst Fisch ohne die App?“

Bildergebnis für fischtheke

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SONSTIGES: Before the flood

Den Finger in die Wunde legen, das muss sein. Die Klimaerwärmung: Wir kommen nicht umhin, denken aber: „Naja, uns hier betrifft es nicht!“ Der Film Before the flood von Leonardo di Caprio ist gerade im Gerede. Er ist noch bis Sonntag auf Youtube und danach bei Sky zu sehen. Hier der link zu einem aktuellen Beitrag aus der heutigen FAZ online. Am Ende des Beitrags ist dann der Film anzuklicken! Man muss sich eben einmal eineinhalb Stunden Zeit nehmen! Also heute abend nicht den TATORT ansehen, sondern diesen Film!

HIER Before the flood

 

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SONSTIGES: Bundespräsident

Ich habe mir natürlich Gedanken darüber gemacht, wer mein nächster Bundespräsident werden soll. Soll mir ja gefallen. Und ich habe einen Kandidaten gefunden! Martin Roth. Er ist Kulturwissenschaftler, Kulturmanager und war zuletzt (von 2011 bis 2016) Direktor des Victoria and Albert Museums (V & A) in London.Er wurde vom Präsidium des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) einstimmig zu seinem neuen ehrenamtlichen Präsidenten gewählt (Amtsantritt Mitte 2017). Das ifa ist Teil der bundesdeutschen Kultur- und Bildungspolitik und soll den weltweiten Austausch von Kunst und Kultur fördern. Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte Roths Wahl als „Zeichen des Aufbruchs“ gefeiert und sich gefreut, dass es gelungen sei, „einen der renommiertesten und international erfolgreichsten Kulturmanager wieder nach Deutschland zurückzuholen“.

Im Juli war das V&A zum Museum des Jahres in Großbritannien gewählt worden. Die Herzogin von Cambridge hatte bei der Ehrung erklärt, unter seiner Führung habe sich das Museum nicht nur zu einem der beliebtesten Museen Englands entwickelt – in diesem Jahr 3,8 Millionen Besucher –, es sei das beste Museum der Welt.

Also ein international und zeitgemäß denkender Mann, parteineutral, man müsse sich der Euroskepsis und dem aufkommenden Nationalismus stellen, hatte er kürzlich gesagt, und ein Mann, dem man offenbar auch Politik zutraut.

Na, dann hätten wir das ja auch geklärt, den Konsenskandidaten der GroKo gefunden!

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SONSTIGES: F. aus Afghanistan

Er ist geboren in Afghanistan, in einem kleinen Dorf. Und er ist allein auf dieser Welt! Seit etwas mehr als zwei Jahren ist er in Deutschland. Was hat er alles erlebt! Ich schildere es hier grob, um einmal zu zeigen, was erlebt wird.

Als er noch ein Kind war, kamen eines Nachts Taliban – Männer. Sie klopften am Haus, die Mutter öffnete, sie fragten nach dem Vater. Der Vater kam, sie nahmen ihn mit. Verschwunden für immer. Er hat ihn nie wieder gesehen. Die Taliban ist gegen schlaue Menschen, erklärt er mir. F’s Vater war Lehrer, hatte in Kabul gearbeitet. Er war also zu schlau! Seitdem lebte F allein mit seiner Mutter und seinen beiden Schwestern. Aus Angst verbot die Mutter ihm und den Schwestern, das Haus zu verlassen. Eine Kindheit im Zimmer. Er passte auf die Schwestern auf.

Die Mutter wurde in der Folgezeit von einem offenbar hohen Vertreter derjenigen Menschen unterstützt, die gegen die Taliban waren. Die Mutter wohnte zusammen mit ihren drei Kindern im bewachten Haus des Mannes. Es gab einen großen, gefährlichen Wachhund, erzählt er.  Said Jwar Bahonar hieß der Mann. F. zeigt mir Fotos von ihm. So etwas wie der Bürgermeister des Ortes. Ein Mann, der gegen die Taliban kämpfte, der mit den Amerikanern in Kontakt stand. Das brachte weitere Schwierigkeiten. Dieser Mann konnte zwar irgendwann zusammen mit seiner Familie aus Afghanistan fliehen, um sein Leben zu retten. Die Taliban setzte aber daraufhin F’s Mutter unter Druck, ihr zu verraten, wo der Mann denn sei. Obwohl sie es nicht wusste. Auch für die Kinder wuchs die Bedrängung. Die Taliban drohten, den Kindern etwas anzutun, ihnen immer wieder etwas abzuschneiden, ohne sie zu töten. Die um ihr und ihrer Kinder Leben besorgte Mutter floh mit ihren Kindern in den Iran. Dort gab es aber wieder Schwierigkeiten.

Die iranische Polizei griff F, der im Iran etwas arbeitete, um Geld für seine Mutter zu verdienen, aber keinen Pass hatte, auf und steckte ihn ins Gefängnis. Normalerweise schmeißen sie Afghanen ohne Pass raus. Iraner mögen Afghanen nicht, erklärt er mir. Afghanistan war vor langer Zeit Teil des Iran und habe sich irgendwann vom Iran gelöst, verselbständigt. Durch Vermittlung eines anderen Polizisten kam F frei. Ihm wurde von diesem Mann allerdings nahegelegt, sich ausbilden zu lassen und nach Syrien zu gehen, um dort für den Dschihad zu kämpfen. Die Mutter war verzweifelt. Sie sammelte ihr Geld und vertraute sich in Angst um ihre Kinder – durch Vermittlung einer Nachbarin – einem Schleuser an. Eine Gruppe von vierzig/fünfzig Afghanen – darunter F mit seiner Mutter und beide Schwestern – wurde zur iranisch/türkischen Grenze gefahren.

Zu Fuß ging es an der iranisch/türkischen Grenzer nachts durch die Berge. Ich halte mich kurz, es klingt alles glaubwürdig. So lügt man nicht. Es sind zu viele Einzelheiten. Die Gruppe der Menschen  stand an der Grenze. Einige Männer – darunter F – standen auf einer Mauer, die es zu überwinden galt. Eine Grenzmauer zwischen dem Iran und der Türkei. Sie wollten die unten an der Mauer wartenden Menschen – darunter F’s Schwestern und seine Mutter – auf die Mauer ziehen, ihnen über die Mauer helfen. Die Polizei tauchte plötzlich mit Lichtstrahlern auf, es enstand große Aufregung. Drei Schüsse wurden in die Luft abgegeben. Er lief auf der Mauer ein Stückchen entlang, um sich zu schützen. Die Menge vor der Mauer verteilte sich wahrscheinlich in alle Richtungen. F zeigt mir an der Wand seines Zimmers, wie hoch die Mauer war, auf der er stand. Irgendwann sprang er auf die türkische Seite hinter der Mauer. Er blieb im Stacheldraht hängen, der hinter der Mauer aufgerollt war. Stunden später riss er sich aus dem Draht. Er blutete stark, zeigt mir seine Narben. Die Mutter und die Schwestern waren im nächtlichen Chaos im Iran geblieben, unfreiwillig für immer (?) von F getrennt. Er weiß nicht, was mit ihnen passiert ist. Ein internatinaler Suchauftrag beim Roten Kreuz blieb ergebnislos. Auch die Nachbarin im Iran ließ er fragen. Kein Ergebnis. Er selber verbrachte die Nacht mit anderen Geflohenen in einen hohen Feld. „Wo ist meine Mama, wo ist meine Schwester?“ waren seine Fragen am nächsten Tag. F war fünfzehn oder sechzehn Jahre alt. Seine Mutter und seine Schwestern hat er seit dieser Nacht nicht mehr gesehen.

Es folgte ein langer Weg, den ich hier nur kurz schildere, um nichts Falsches zu schreiben. Er legte – ich verstehe: mit einem Pferd, wobei sich der Eigentümer letztlich darüber beschwert habe, dass F das weiße Pferd mit seinem Blut verdreckt hätte – eine bestimmte Strecke in der Türkei zurück. Als nächstes kam er – ich weiß nicht, wie – nach Istanbul. Davon hatte ich zunächst nichts gewusst. Er erzählte es später. In Istanbul lebte er eine Woche lang im Freien. Ein anderer, etwa 20-jähriger Afghane war bei ihm. Er vermittelte ihm und zahlte ihm letztlich zm Teil einen Arztbesuch. 300 Dollar kostete es. Ein anderer Mann/Junge gab ihm 100 Dollar, er selbst kratzte sein letztes Geld zusammen. Der Arzt sagte F, er habe viel Glück gehabt, hätte sich leicht infizieren können mit den groben Verletzungen. F hatte die Wunden immer selbst verbunden gehabt. Die Hand war schon dick geschwollen, der Arm eingewickelt. Ein Kompagnon (en anderer Flüchtling?) in Istanbul fragte ihn einmal, was er denn am Unterarm habe, es solle es ihm einmal zeigen. F wickelte den Arm aus, der Kompagnon fiel bewusstlos um! Man habe am Arm bis auf die Sehnen schauen können. Die Narbe ist mittlerweile gut verheilt.

Einige Zeit lebte er in der Türkei wohl an einem Strand, verkaufte Wasser an Touristen, das er zuvor selber gekauft hatte. Von der Türkei aus wollte er eigentlich wieder in den Iran zurück. Er wurde aber von anderen überzeugt, dass das nicht gut sei. Er müsse weiter. In einem überfüllten Boot ging es daher dann später auf einer wohl fünftägigen Seefahrt nach Sizilien. Er erzählt von den Wellen, die – er war durchnässt auf Deck – über das kleine Boot schlugen. Von Sizilien aus ging es irgendwann per Flugzeug – er weiß nicht, wer es gezahlt hatte – nach Rom. Dort riet ihm bald eine Frau, Italien zu verlassen, er werde dort nicht ausgebildet werden, er werde als Penner enden. F will aber lernen, er ist schlau, seine Mutter war immer dafür gewesen, dass er wie der Vater wird. Er zog daher mit einer kleineren Gruppe von Flüchtlingen hoch an die italienisch/französische Grenze am Mittelmeer. Dort ging es nun – wieder mit einem Schleuser – in die Berge. Sie schlugen sich nach Cannes durch. Die Berge hoch, die Berge hinunter. Die Polizei griff ihn in Cannes auf und fuhr ihn zurück in die Berge. Er solle nach Italien zurückgehen. Nach langem Fußmarsch hinunter kam er wieder in Italien an. Doch er und andere versuchten es erneut – mehrfach, verstehe ich -, nach Frankreich zu kommen. Immer wieder derselbe Weg nach Cannes, immer wieder – dreimal? viermal? – bringt ihn die französische Polizei an die Grenze zurück. Er erzählt mir von einem Polizisten, der ihm erklärte, er müsse es so machen, er sei zwar Vater, aber er bekomme sonst Ärger. Schließlich lernt er irgendwann rechtzeitig in Cannes einen Mann kennen, der ihm ein Zugticket nach Paris zahlt. (In der NEW YORK TIMES erschien kürzlich ein Bericht über einen Franzosen, der den Flüchtlingen an der italienisch/französischen Grenze hilft, weiterzukommen). F landet durch die Hilfe vielleicht genau dieses Mannes in Paris und geht dort – nachts unter der Brücke schlafend – bald zur Polizei. Zu Einzelheiten ab hier weiß ich weniger. Er sei so jung, er brauche Hilfe, war sein Begehren bei der Polizei. Allein auf der Welt, minderjährig. Die Polizei antwortet ihm, er solle Fankreich verlassen. Auf Wegen, die ich noch nicht verstanden habe, kommt er letztlich nach Deutschland. Jetzt ist er im Süden Münchens, in einer Flüchtlingsunterkunft. Kein Zelt, immerhin ein Haus.

Ich werde ihn am Mittwoch zum Asylgespräch begleiten und sehen, wie man ihn behandelt. Es geht um ihn, nicht um mich.

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SONSTIGES: Politik – Etwas über die neue Welt

Ein Gedanke zur globalen Entwicklung: Die indischstämmige in Französisch schreibende Schriftstellerin Shumona Sinha hat für Mathias Lilienthal – ganz im Sinne seines internationalen Ansatzes – einen Artikel im aktuellen Programmheft der Münchner Kammerspiele geschrieben. Interessant! Hieraus zitiere ich weiter unten.

Shumona Sinha wurde 1973 in Kalkutta geboren, lebt in Paris, hat Literaturwissenschaft an der Sorbonne studiert. Mit ihrem Roman „Erschlagt die Armen!“ hatte sie besonders in Fankreich für Furore und Skandalisierungen gesorgt und es auf die Shortlist des renommierten französischen Prix Renaudot geschafft. Neben „Erschlagt die Armen!“ (2011) erschienen von ihr bisher „Calcutta“ (2013) sowie ihr Erstlingsroman „Fenêtre sur l’Abîme“. 2001 war sie als Migrantin nach Frankreich gekommen, wo sie zunächst – wie die Protagonistin in „Erschlagt die Armen!“ – als Dolmetscherin in einer Asylbehörde arbeitete. Es war eine Tätigkeit, die sie nach Erscheinen ihres Romans gezwungen wurde einzustellen. Die Entlassung aus der Behörde führte zu erhitzten Gemütern in der französischen Öffentlichkeit. Eine polarisierende Debatte war damit in der Welt: Was heißt es, das Leid Schutzsuchender verwalten, reglementieren und kartografieren zu müssen? Und was bedeutet es für die Antragstellenden, ihr Leid zu Markte zu tragen, um Asyl zu erhalten? Sie konnte diese Themen anstoßen, da sie intime Kenntnisse über den bürokratischen Apparat in der „Abteilung Migration“ erhalten hatte.

Für die Kammerspiele schreibt sie in diesem Sinne über das Erfordernis, unsere soziokulturellen Umgangsformen zu überdenken, nach neuen humanistischen Lösungen zu suchen. Ein sehr weites Feld, aber, denke ich, richtig und wichtig. Man sollte es – auch meines Erachtens – nicht aus dem Auge verlieren, wenn es um die globalen Krisenherde, Flüchtlingsströme und sonstigen Entwicklungen geht. Die Fenster und Türen zu schließen und einfach so weiter zu machen, wie bisher, wäre ja schön, aber es ist keine Lösung in der globalisierten Welt. Und nur nach altem Muster irgendwelches abwehrendes oder schnell integrierendes Werkzeug anzuwenden, ist auch nicht genug. Andererseits: Bei allem sollte natürlich, denke ich, darauf geachtet werden, dass die wertvolle, weltweit bewunderte deutsche „Marke“ – Fleiß, Erfolg, Korrektheit, Bildung, Sozialstaat, Wohlstand, Export etc. – nicht verwässert. Nicht leicht, aber darum muss gekämpft werden. Und darum, die Lebensbedingungen anderer in der Welt nicht auszubeuten, sondern zu verbessern.

Shumona Sinha schreibt am Ende des Aufsatzes also:

„Der entfesselte Kapitalismus hat mit seinem Werkzeug, der Globalisierung, den Planeten zerstückelt und aus dem Gleichgewicht gebracht, die Menschen überschreiten die roten Linien auf die gleiche Weise, wie es das Geld und die Waren tun – nichts und niemand wird diese Bewegung aufhalten. Wir können nur hoffen, dass es uns gelingt, diesen Kreislauf zu durchbrechen, indem wir nach neuen soziokulturellen Umgangsformen, nach neuen humanistischen Lösungen auf politischer und wirtschaftlicher Ebene suchen, um nebeneinander zu leben, um zusammen zu leben, in einer Illusion von Harmonie.“

 

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SONSTIGES: September

Heute zum Beginn des September etwas Kleines: Ein Gedicht von Hermann Hesse mit dem Titel September. Es geht um den sich verabschiedenden Sommer. Ein paar (oder einige?) Tage haben wir ja noch! Hermann Hesse war geboren am 2. Juli 1877 in Calw (Königreich Württemberg) und starb am 9. August 1962 in Montalgona im Tessin (Schweiz).

Der Garten trauert,
Kühl sinkt in die Blumen der Regen.
Der Sommer schauert
Still seinem Ende entgegen.

Golden tropft Blatt um Blatt
Nieder vom hohen Akazienbaum.
Sommer lächelt erstaunt und matt
In den sterbenden Gartentraum.

Lange noch bei den Rosen
Bleibt er stehen, sehnt sich nach Ruh.
Langsam tut er die großen
Müdgewordenen Augen zu.

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SONSTIGES: Politik – Integration

Natürlich wird es den vielen armen Menschen aus all den Ländern, aus denen man – will man sein Leben retten – nur fliehen kann, nicht unbegrenzt möglich sein, nach Europa zu kommen (Mein Gedanke übrigens: Warum schnappt sich die Weltgemeinschaft nicht „einfach“ jeweils einen (entlegenen) Teil der Länder, in denen brutale Kriege geführt werden, und beschützt die Flüchtlinge, die dorthin fliehen, mit militärischen Mitteln? „Internationale Ruhezonen“ gewissermaßen als „Strafe“ für Krieg.) Es wird jedenfalls humanitäre Lösungen brauchen, wird ja nicht aufhören. Ob es allein mit dem Türkei-Abkommen geht, werden wir sehen.

Eine andere Frage ist, wie wir mit denjenigen, die jetzt bei uns sind, umgehen. Es sind viele Jugendliche, die hier völlig allein sind. Und dann kommen wir und sagen möglichst schnell: „Ihr müsst Euch integrieren!“ Ich halte allein das für eine ziemliche Zumutung. M. E. geht es um humanitäre Hilfe gestrandeter junger Menschen, nicht gleich volle Kanne um „Integration“. So ein junger Flüchtling muss sich ja denken: „Was ist hier denn los?“ Schon im zweiten Buch für „Deutsch als Fremdsprache“ kommt die volle Dröhnung: Man schaue sich bitte nur einmal die folgende Themenliste an, die den Inhalt des Deutschbuches widerspiegelt! Unfassbar! Das geht, finde ich, auch anders.

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Deutschbuch

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SONSTIGES: Geschriebenes – Die Pfützen

Einige Menschen schreiben oder beschreiben gerne etwas. Jeder tut es anders. Man lässt den Leser über kurz oder lang in eine andere Welt eintauchen und manchmal gefällt es dem Leser. Unter den Millionen von Nutzern draußen an den Endgeräten mag es den ein oder anderen geben, der auch diese kurzen Beschreibungen hier mit Vergnügen lesen wird. Im Grunde sind es Ausschnitte aus sechs Geschichten. HIER: 03 Etwas schreiben

Old letter stock photo

 

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Gelesen und geblättert Gesehen und gehört Selbst Geschriebenes Sonstiges

SONSTIGES: Geschriebenes – Die Flut der Informationen

Ein vielleicht weit verbreitetes Phänomen des hilflosen Zusehens, des Aufnehmens einseitiger, letztlich nichts erklärender Informationen ist mir während meines Aufenthaltes in Italien aufgefallen. HIER der Text dazu: 13 E la nave va

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SONSTIGES: Geschriebenes – Ein Gespräch

Es fiel ein Satz, der ernst gemeint war. Doch dann …

HIER:  14 Ich war weniger Tage krank

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SONSTIGES: Geschriebenes – Stracciatella

Italien wird völlig unterschätzt. Hier eine kleine Story aus dem dortigen Leben:

04 Stracciatella

Ice cream cone with three scoops of stracciatella ice cream stock photo

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SONSTIGES: Kino – Toni Erdmann

Unter „Noch nicht Gesehenes“ müsste dieser Beitrag eingeordnet werden. Der Kinofilm Toni Erdmann von Maren Ade. Viele werden schon davon gehört haben, der Film macht Furore, wird oft besprochen derzeit. Er hatte in Cannes keinen Preis gewonnen, kam aber unglaublich gut an. Schon der Trailer ist köstlich. Der Vater, der seine Tochter kennen lernen will. Sie aber ist nur genervt. Wie es weitergeht, weiß ich noch nicht einmal. Hier:

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LITERATUR: Bloomsday

Heute ist der berüchtigte Bloomsday. Der Bloomsday ist ein alljährlich am 16. Juni feierlich begangener Gedenktag, der sich auf den Ulysses, das Hauptwerk des irischen Schriftstellers James Joyce, bezieht.Es ist der einzige Roman weltweit, der zelebriert wird.Für mich handelt es sich bei diesem Buch, dem am wenigsten gelesenen Klassiker des 20. Jahrhnderts, geradezu um eines der Weltwunder!

Namensgeber ist die Hauptfigur des Romans, Leopold Bloom. Der Roman spielt in Dublin und beschreibt die Ereignisse eines einzigen Tages, des 16. Juni 1904. Am Bloomsday suchen Fans und Freunde, Leser (und Nicht-Leser) des Romans die „realen“ Orte des fiktiven Geschehens auf, an denen dessen Hauptpersonen – der Anzeigenakquisiteur Leopold Bloom und seine Frau Molly, der junge Lehrer und Schriftsteller Stephen Dedalus und andere Romanfiguren – bestimmte Dinge tun oder erleben (wie Zitronenseife in Sweny’s Shop erwerben oder ein Gorgonzolabrot bei Davy Byrne verspeisen). Annähernd verstehen kann man den Roman trotz seiner sehr einfachen Handlung nur dann, wenn man die kommentierte, von Hans Wollschläger übersetzte Fassung liest, die im Suhrkamp-Verlag herausgebracht wurde. Es ist unglaublich, was in diesem Roman steckt. James Joyce lebte meist in Paris, Zürich und Triest und schilderte doch mit unglaublicher Detailkenntnis (Sonneneinstrahlung auf einem Gehweg um eine bestimmte Uhrzeit) den Tag in Dublin. In der James Joyce Foundation in Zürich werden seit Jahrzehnten Lese- und Diskussionsgruppen zum Roman veranstaltet.

Sehr hörenswert ist die aus 21 CDs bestehende Hörspielfassung des Romans! Sie galt nach ihrem Erscheinen als die beste Hörspielfassung aller Zeiten.

 

 

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Hinweis

Der Blog wird noch ein paar Tage lang keine neuen Beiträge erhalten.

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