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OPER: Staatsoper Hannover – Echo 72. Israel in München

Es ist eine Auftragsarbeit der Staatsoper Hannover, eine Aufarbeitung. Ich habe es aber selber noch nicht ganz gesehen. Geschrieben wurde die Oper von Michael Wertmüller. Das Libretto ist von Roland Schimmelpfennig (den der Theaterfreund kennt), dem deutschen Schriftsteller und Dramaturg, einem der meistgespielten Gegenwartsdramatiker Deutschlands.

Auch auf dem bekannten Portal für Theaterkritiken http://www.nachtkritik.de wurde darüber geschrieben. HIER. Dort heißt es etwa: „Lydia Steier inszenierte eine überfordernde, erschütternde, großartige Uraufführung“.

Interessant auch die Musik: Das Schweizer Jazz-Trio „Steamboat Switzerland“ kommt auch zum Einsatz. UND: Die Oper ist auf der von der Europäischen Union mit dem Programm Creative Europe unterstützten Plattform OperaVision zu sehen. Wie lange, weiß ich nicht.

Hier die volle Aufzeichnung, auch über YouTube:


Hier noch ein Foto:

Copyright der Fotos: Sandra Then

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OPER/THEATER: Claudio Monteverdi – Il Ritorno, Joan Didion – Das Jahr magischen Denkens

Auch diese Produktion ist Teil des Festivals „Ja, Mai„ der bayerischen Staatsoper. Über die erste Produktion „Hanjo“ und über das Festival insgesamt habe ich im vorherigen Beitrag geschrieben. HIER der Link dorthin. „Festhalten oder Loslassen“, „Erwartungen“, „Warten“, das sind die thematischen Programmworte des diesjährigen Festivals.

Das Festival:

HIER noch einmal der Link zur Festivalseite auf der Website der bayerischen Staatsoper mit dem Programm für den Festivalmonat Mai. Das Festival läuft natürlich bis Ende Mai. Und HIER der Link zur Stückeseite von „Il Ritorno/Das Jahr magischen Denkens“ auf der Website der bayerischen Staatsoper.

Das Thema Warten:

Warten wir nicht immer auf etwas? Mal sind es 20 Jahre (etwa bei Homer und Claudio Monteverdi), mal sind es 3 Jahre (etwa in der Oper Hanjo, HIER meine Besprechung), mal ist es 1 Jahr (etwa im Buch „Das Jahr magischen Denkens“ von Joan Didion), mal ist es ein einziger Tag (etwa im Buch „Ulysses“ von James Joyce – ein Werk ohnehin, das ich in seiner Komplexität in jedem Satz Wort für Wort geradezu als ein „Weltwunder“ bezeichne! Das letzte Kapitel, der Molly-Monolog der wartenden Frau von Leopold Bloom, heißt auch „Penelope“!), mal ist das Ende noch offen (zuletzt im Theater: In den Stücken „Green Corridors“ (Münchner Kammerspiele, HIER der Link zu meiner Besprechung) und „Odyssee“ (Schauspielhaus Düsseldorf, auf dem Münchner Festival „Radikal jung“, HIER der Link zu meiner Besprechung) ging es zeitgemäß um ukrainische Frauen und ihr Warten auf/ihr Bangen um ihre Männer oder Familienmitglieder.

Die Kombination von Theater und Oper:

Nun, die zweite Produktion des Festivals, „Il Ritorno/Das Jahr magischen Denkens“ (daneben gibt es zahlreiche Veranstaltungen, Podcasts etc. mit Bezug zu den Themen), konfrontiert – zusätzlich zu den genannten Themen – die Oper frontal mit dem Theater. Auch das passt aber schon zum Thema der „Erwartung“: Bei Theater weiß man fast nie, was einen erwartet – bei Oper weiß man es fast immer! Oper bleibt fast immer klassisch nach festen Regeln aufgeführt. Nichts Neues! Darf oder kann man Oper überhaupt ändern? Für die Konfrontation Oper/Theater sorgt hier nun der außerordentlich erfolgreiche Theaterregisseur Christopher Rüping.

Zwei Elemente also:

  • Die Oper „Il Ritorno von Monteverdi“: Es geht fast schulmäßig um Odysseus und Penelope, Penelope’s 20 Jahre langes Warten auf Odysseus. 10 Jahre Troja, 10 Jahre Irrfahrten des Odysseus. Fast harmlos und schön wird es in der Oper erzählt. Claudio Monteverdis Oper war ja eine der ersten Opern überhaupt! Begleitet wird sie von zarter barocker Musik. In der hiesigen Version ist die Oper natürlich stark gestrafft, sie hätte sonst alleine schon 3 Stunden gedauert.
  • Joan Didions Buch „Das Jahr magischen Denkens“: Das Leben ändert sich von einer Sekunde auf die andere. Die Schriftstellerin Joan Didion schildert ihr Jahr nach dem plötzlichen Tod ihres Ehemannes beim Abendessen. Sie kann nicht von ihm loslassen, lebt in der Erinnerung und denkt, er kommt zurück. Joan Didion wird von drei Personen gespielt: Wiebke Mollenhauer, Damian Rebgetz und Sibylle Canonica.

Die Inszenierung:

Die beiden Elemente kombinieren sich an diesem Abend Stück für Stück. Es beginnt ganz ganz vorsichtig und steigert sich, mehr und mehr verweben sich beide Bestandteile. Christopher Rüping überrascht damit allerdings nicht vollständig, er kombiniert eher die bekannten – auch das Theater betreffend schon fast „klassischen“ – Elemente beider Genres miteinander. Das Theatergenre mit leerer und offener Bühne (immer wieder gut!), einer Videowand, der Kamera auf der Bühne, herauf- und herunterschwebenden Personen, dem Gang der SchauspielerInnen in den Zuschauerraum einerseits. Das Operngenre natürlich mit schönem Gesang, schöner Musik, Opulenz vortäuschendem Bühnenbild, klassischen Auftritten (etwa der Verehrer von Penelope) andererseits. Beide Bestandteile sind aber nicht klar getrennt voneinander, das Schöne ist die ansteigende Verschränkung beider Genres. Gegen Ende hebt sich die Verschränkung wieder auf: Odysseus nimmt seine geliebte Penelope wieder in den Arm. Wiebke Mollenhauer, Sibylle Canonica und Damian Rebgetz, Joan Didion verkörpernd, schauen im Hintergrund tieftraurig zu. Der Ehemann von Joan Didion kommt ja schließlich nicht zurück! Und Odysseus wird ja gespielt von Charles Daniels, der auch den verstorbenen Ehemann von Joan Didion spielt.

Das barocke „kleine“ Cuvillestheater eignet sich natürlich sehr für die barocke Oper, obwohl ich es insgesamt schade fand, dass der Abend nicht auf der großen Bühne des Nationaltheaters stattfand! Dort wäre es vielleicht eher – schon in der Vorbereitung – ein großer Wurf gewesen/geworden! Im Cuvillestheater bleibt es ein „kleiner Wurf“. Manches wirkte in der Tat ein wenig nach „kleinem Wurf“: Das Bühnenbild etwa, das für die „Opernteile“ des Abends geschaffen wurde, besteht aus einigen dünnen Holzwänden, die herein oder herabgefahren werden. Die Maskierung von Odysseus zum alten Mann auch sehr „griffig“, eher lustig. Aber man kann natürlich nicht immer den „großen Wurf“ erwarten! Schade aber, bei Christopher Rüping erwartet man mittlerweile eben immer viel! Vor allem auch bei dieser schönen Besetzung!

Ich fand nur zeitweise die beiden Themen „Das Warten von Penelope auf Odysseus“ einerseits und „Das Jahr von Joan Didion nach dem Tod des Ehemannes“ andererseits nicht sehr gut zueinander passend! Das war für mich das Problem des Abends. Penelope „wartet“ ganz anders! Sie hofft noch auf das Leben ihres Odysseus. Der Mann von Joan Didion dagegen war nun einmal gestorben. Das hat die Verschränkung der Genres aus meiner Sicht erschwert.

Schauspielerisch:

Der Part der Penelope wird sehr schön und wunderbar klar gesungen (soweit ich das beurteilen kann) von der Schwedin Kristina Hammarström, besonders hat auch die junge Australierin Xenia Puskarz Thomas überzeugt! Joan Didion wiederum wird, wie gesagt, von den drei SchauspielerInnen Wiebke Mollenhauer, Sibylle Canonica und Damian Rebgetz gespielt. Alle drei wieder sehr gut, besonders Wiebke Mollenhauer und Damian Rebgetz, die immer für etwas Besonderes im Theater stehen! Sie strahlen immer eine riesige Selbstverständlichkeit auf der Bühne aus. Auch sie spielen aber teilweise fast zurückhaltend, abgesehen von Szenen, in denen sie sich außerordentlich „ins Zeug legen“ (Stichwort Tränen!).

Fazit:

Eine vielschichtige, interessante Verschränkung beider Genres, auch wenn es durchaus noch „verwirrender“, „überraschender“ hätte ausfallen können! Aber es wird nicht die letzte Operninszenierung für Christopher Rüping bleiben!

Hier ein Video mit Erläuterungen von Christopher Rüping:

Copyright des Beitragsbildes: Wilfried Hösl

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OPER: Haus der Kunst – Hanjo

Die einaktige Oper Hanjo ist Teil des Ja, Mai Festivals 2023 der Bayerischen Staatsoper. Ein „Festival für frühes und zeitgenössisches Musiktheater“. Die zweite Ausgabe des Ja, Mai Festivals nimmt Synergien zwischen Musiktheater, Tanz und bildender Kunst in den Blick. „Warum brauchen wir Theater“, ist zusätzlich eine der Fragen, die über dem Festival stehen.

Es gibt zwei Produktionen. Zum Einen die Opernproduktion Hanjo, die im Haus der Kunst mit Tanz gezeigt wird. Und als Zweites eine direkte Konfrontation von Oper und Theater auf der Bühne in Il Ritorno/Das Jahr magischen Denkens.

Thematisch kreist das Festival in diesem Jahr speziell um den Themenkomplex „Erwartung“ und setzt sich mit Motiven wie dem Warten, dem Vergehen von Zeit, der Frage nach dem Loslassen oder Festhalten auseinander.

Das Festival läuft noch bis Ende Mai, HIER der Link zur sehr umfangreichen Festivalseite auf der Website der Bayerischen Staatsoper.

Eine der beiden Produktionen des Festivals ist also die Oper Hanjo, die im lang gestreckten hohen Raum des Westflügels im Haus der Kunst gezeigt wird. HIER der Link zu einem Video „Behind the scenes“, einer sehr aufschlussreichen Erläuterung des Regisseurs Sidi Larbi Cherkaoui. Im Video werden auch (eher gegen Ende) Szenen der Aufführung gezeigt. Das Publikum ist geteilt, sitzt an den beiden Längsseiten des großen hohen Raumes.

HIER der Link zur Produktionsseite von Hanjo.

Es ist eine sehr internationale Produktion. Der Komponist der Oper: Der Japaner Toshio Hosokawa. Gestaltung des Bühnenraumes: Rirkrit Tiravanija, geboren in Kanada. Er lebt und arbeitet in Bangkok, Berlin und New York. Von ihm sind derzeit im Haus der Kunst auch mehrere seiner Aktionen und Produktionen zu sehen. HIER der Link. Regie: Sidi Larbi Cherkaoui, geboren in Antwerpen, flämisch-marokkanischer Abstammung. Tanz: Die Eastman Dance Company aus Antwerpen, auch HIER der Link, eine von Cherkaoui gegründete Tanzgruppe. Eine Produktion nach dem gleichnamigen japanischen Nō-Theaterstück von Yukio Mishima. Übersetzung des Libretto ins Englische von Donald Keene.

Der Komponist Toshio Hosokawa fand den Stoff zu seiner zweiten Oper Hanjo in einem Stück des japanischen Dichters Yukio Mishima aus den 1950er Jahren, in Form des No-Theaters geschrieben, das seinerseits auf eine Vorlage aus dem 14. Jahrhundert zurückgeht: Hanako, ein Mädchen (eine Geisha), das jahrelang am Bahnhof auf einen Mann (Yoshio) wartet, lebt im Hause einer Malerin, die sie liebt. Als Yoshio eines Tages wieder bei Hanako erscheint, kommt es zur Entscheidung. 

Das Warten, das Nichtstun, das ist Hanakos Leben geworden. Durch das Warten ist sie sich selbst offenbar näher gekommen. Das Warten macht sie schön, sagt die Künstlerin, die die Liebhaberin von Hanako ist. Die Gesichter aller Menschen sind dagegen tot, sagt Hanako selbst. Soll es damit etwa auch heißen: Wir machen uns alle verrückt im Aktivismus? Im Prinzip geht es um die Vereinsamung von Hanako. Hanako lebt nur durch ihr Warten. Hanako wird einmal von der Künstlerin gefragt: Was ist eigentlich, wenn der, auf den Du wartest, auch wartet?

Die Wirklichkeit verändert sich für Hanako durch ihr Warten. Traum wird ihre Wirklichkeit. So sagt Hanako dann auch, als Yoshio zurückkommt, er sei nicht der, auf den sie gewartet habe. Sie wartet weiter. Kommt der Mensch ohne Handeln aus? Findet er gerade dabei zu sich? Das Stück ist inhaltlich vielschichtig. Die Künstlerin wiederum liebt ja Hanako und und und.

Die Inszenierung wirkte für mich allerdings sehr „inszeniert“. Ich mag es lockerer, ungezwungener. Die „Bühne auf der Bühne“, ein Konstrukt aus Plexiglas, auf dem meist gesungen wurde, wurde immer wieder herumgedreht und bewegt. Auch andere Gegenstände – alle aus Plexiglas – wurden immer wieder bewegt. Eine Bank, Stufen.

Die Choreografie von Musik, Tanz und Gesang mag dabei sehr gut zueinander passen. Viel darüber liest man im umfangreichen Angebot auf der Website zur Produktion und im Programmbuch. Ich hatte allerdings japanische, „sanftere“ Musik erwartet. Mir erschien die Musik eher hart. Auch der Tanz, der ja die Gefühlswelt darstellen sollte: Um die etwas erhobene Bühne herum tanzen die Mitglieder der Eastman Dance Company meisterlich, aber eben komplizierter, als ich es für diese Produktion erwartet hatte. Fast alle mit Bart übrigens, passend zu dem erwarteten Yoshio, der ja auch Bart trägt.

Mein Fazit: Eine dramatische Geschichte, die für mich etwas überinszeniert war. Man darf eben keine Erwartungen haben …

Copyright des Beitragsbildes: Wilfried Hösl

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„Il Ritorno“, „NDT“, „Radikal jung“, Theatertreffen und und und im Mai

Der Mai wird interessante Dinge bringen. Hier ein Überblick über die Dinge, die ich sehen werde – als Anregung für die Leser. Wahrscheinlich sollte man sich frühzeitig um Karten kümmern, da die meisten Dinge nur für kurze Zeit oder gar nur ein Mal zu sehen sind.

Ich stelle hier vor allem die jeweiligen Links ein:

Zuerst wird im Residenztheater am 02. Mai die Inszenierung „Antigone“ gebracht.

Es könnte interessant werden. Es ist eine Inszenierung von „Antigone“ von Sophokles – der altbekannte Stoff – unter Verwendung von «Die drei Leben der Antigone» des slowakischen Philosophen Slavoj Žižek. Mal sehen. Das Setting ist eine Zusammenkunft in einem unterirdischen Konferenzraum und (vor der Pause) der Flur davor!

HIER die Stückeseite auf der Website des Münchner Residenztheaters.

Dann: Am Münchner Volkstheater findet noch bis zum 05. Mai das Festival „Radikal für jung“ statt – unter anderem mit den Stücken „Dschinns“ und „Odyssee“, die ich sehen werde.

HIER die Stückeseite von Dschinns und HIER die Stückeseite von Odyssee.

HIER die Website des Fesivals der jungen Regie.

Dann gibt es – das könnte besonders werden – in einer Kooperation der Bay. Staatsoper und dem Haus der Kunst ab dem 05. Mai die Oper „Hanjo“ zu sehen.

Im Mai veranstaltet die bayerische Staatsoper nämlich das Festival Ja, Mai, ein Festival für frühes und zeitgenössisches Musiktheater. HIER geht es zur Festivalseite auf der Website der Bayerischen Staatsoper.

In diesem Zusammenhang werden zwei interessante Aufführungen gezeigt: HANJO ist die erste. HIER ist die Stückeseite von Hanjo. Es wird vielleicht interessant, weil es eben eine Kooperation der Bayerischen Staatsoper mit dem Haus der Kunst ist, die Aufführungen finden im Haus der Kunst statt! Der Bühnenraum der vom No-Theater inspirierten Oper des zeitgenössischen Komponisten Toshio Hosokawa wird von Rirkrit Tiravanija gestaltet, einem bildenden Künstler.

Dann gibt es – vielleicht wird das sehr besonders – von der Bay. Staatsoper im Cuvillestheater ab dem 07. Mai die Inszenierung „Il Ritorno/Das Jahr magischen Denkens“.

Es ist die zweite Aufführung im Rahmen des Festivals Ja, Mai. HIER geht es zur Stückeseite.

Die Inszenierung könnte ein Highlight des Monats Mai werden. Ich war auf einer Vorbesprechung. Die Produktion beschäftigt sich mit einer der frühesten Opern überhaupt: Claudio Monteverdis Il ritorno d’Ulisse in patria. Zusätzlich wird das Schauspiel von der (2021 verstorbenen) US-amerikanischen Schriftstellerin Joan Didion – basierend auf ihren Memoiren – aufgeführt. Verantwortlich für die szenische Umsetzung von Il ritorno/Das Jahr des magischen Denkens ist der Theaterregisseur Christopher Rüping. Christopher Rüping hatte in München schon unter anderem mit seiner zehnstündigen Produktion „Dionysos Stadt“ für Furore gesorgt, er ist jetzt erstmals Regisseur einer Oper. Es geht aber nicht einfach um die Oper. Auf der Bühne wird man eine Gegenüberstellung sehen von Oper und Theater. Zum Thema „Erwartung“, dem Thema von Ja, Mai.

Zu beachten ist auch: Zum Theatertreffen in Berlin stehen vom 12. Mai bis zum 8. September 2023 wieder drei der 10 ausgewählten Inszenierungen in der Mediathek zur Verfügung.

Die Inszenierungen „Die Eingeborenen von Maria Blut“, „Ein Sommernachtstraum“ und „Kinder der Sonne“, sind dieses Jahr von 3sat im Rahmen der Reihe „Starke Stücke“ zu sehen – in der 3sat Mediathek und in der Mediathek der Berliner Festspiele. Zusätzlich kann man weitere ausgewählte Veranstaltungen sowie Texte und Archivmaterial ansehen.

HIER der Link zur Mediathek der Berliner Festspiele, der Veranstalterin des Theatertreffens.

In der Zeitschrift „Theater heute“ (HIER der Link zur Website), Ausgabe April, ist ein Gespräch zwischen Burgtheater-Dramaturg Alexander Kerlin und der Historikerin Lucile Dreidemy zu den historischen Hintergründen von Maria Lazars Roman «Die Eingeborenen von Maria Blut» (der vollständige Abdruck der Bühnenfassung liegt dem Heft übrigens bei). HIER der Link zu diesem frei verfügbaren Text des Gesprächs.

Auch interessant kann sein am 11. und 13. Mai ein Live-Streaming von „Raw are the roots“ des Nederlands Dans Theater.

Das NDT bietet interessante Tanzdarbietungen: Zu „Raw are the roots“ heißt es auf der Website des NDT: „NDT 1 performs two very different approaches to dance. In this double bill, you will see two world premieres by Felix Landerer and choreographer duo Sharon Eyal & Gai Behar. On Thursday May 11 or Saturday May 13, we offer the opportunity to watch Raw are the rootslive from the comfort of your own sofa. Buy your ticket now for €15!

HIER die Stückeseite auf der Website des NDT.

Etwas außergewöhnlich ist auch an den Münchner Kammerspielen am 30. Mai die Möglichkeit, an der „offenen Probe“ des Stückes „Die Vaterlosen“ teilnehmen zu können.

Kurz vor der Premiere (sie ist am 02.06.) kann man eine offene Probe das Stückes „Die Vaterlosen“ nach Anton Tschechows „Der Vater“ besuchen. Sicher interessant, ist ja nicht üblich.

HIER der Link auf der Website der Münchner Kammerspiele zur Ankündigung der offenen Probe.

Also: Ich freue mich auf den Mai!

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SONSTIGES: Ernst Krenek – Karl V.

Ich habe es mir auf eine Empfehlung hin angesehen, klassische Opern sind ja an sich nicht mein Thema und nicht Thema dieses Blogs. Ernst Krenek‘s „Karl V.“ ist aber keine klassische Oper, es ist ein – heißt es – „Bühnenwerk mit Musik“, hätte also geradezu auch Theaterelemente, sagte man mir.

Das „Bühnenwerk mit Musik“ wird seit Februar 2019 in unregelmäßigen Abständen am Nationaltheater München gezeigt und ist nun erneut – es folgen in Kürze und im Oktober wieder Aufführungen des Stückes (HIER die nächsten Termine) – im Rahmen der Münchner Opernfestspiele zu sehen.

Es wurde kein leichter, aber ein durchaus beeindruckender Abend. Zum einen war mir bislang das Leben von Karl V. kaum bekannt. Zum anderen handelt es sich bei dem Bühnenwerk von Ernst Krenek um ein Werk der Zwölftonmusik. Es gab also auch zwei zentrale Fragen: Wer war eigentlich Karl V.? Und was ist eigentlich Zwölftonmusik genau genommen?

Nun, zunächst zur zweiten Frage: Die Zwölftonmusik. Natürlich denkt man zunächst an Arnold Schönberg, den Begründer der Zwölftonmusik in den Jahren um 1920. Aber es gab eben auch Mitstreiter. Einer davon war – eher am Rande – Ernst Krenek. Karl V. ist die erste „Oper“ in Zwölftonmusik geworden. Eine schöne Erklärung der Methode der Zwölftonmusik gibt anlässlich der Aufführung von „Karl V.“ das Nationaltheater in DIESEM Video. Wie sich die „Oper“ dann anhört? Einen Trailer zu Karl V., in dem man einen kurzen Eindruck von der Musik erhält, gibt es HIER. Schwierig, aber interessant.

Und wer war Karl V.? Es ist ja alles erst wenige Jahrhunderte her! Mein Gott, was sind schon 500 Jahre! Karl lebte 1500 – 1558. Nicht weit weg von Shakespeares Zeiten, der ja die Theaterwelt heute auch noch prägt. Shakespeare lebte 1564 – 1616. HIER ein schönes, erklärendes Video des ZDF zur Bedeutung Karls V. Er war ja ein Weltherrscher, der den katholischen Glauben weltweit verbreiten wollte. Und es war die Zeit Luthers, der Reformation. Alle vom ZDF im obigen Video genannten Elemente finden sich auch in Ernst Kreneks Bühnenwerk „Karl V.“ Dort geht es ja um das Leben von Karl V., darum, dass Karl V. vor seinem Tod gegenüber einem jungen Mönch sein Leben und sein Werk noch einmal Revue passieren lässt und sich rechtfertigt, als eine Übung seiner noch bevorstehenden Rechtfertigung vor dem Jüngsten Gericht. Zusätzlich zu dem, was im Video des ZDF erklärt wird, geht es in Krenek’s Werk auch noch um den Krieg mit Frankreich. Darauf geht das Video garnicht ein.

HIER übrigens noch etwas: Ein Video mit den bekannten Playmobilfiguren zum Inhalt von Krenek’s „Oper“ Karl V. Wieder einmal gut gemacht.

Mit all diesen Videos ist man wirklich bestens vorbereitet. Weitere Informationen mit viel Bildmaterial zur Inszenierung von „Karl V.“ findet man auf der WEBSITE der Bayerischen Staatsoper.

Es ist eine Inszenierung des Spaniers Carlus Padrissa, der weltweit meist Opern inszeniert. Er ist Mitbegründer des Performance-Kollektivs La Fura Dels Baus. HIER die Website des Kollektivs. Auch Marc Molinos, der für das bei der Inszenierung nicht unwichtige Videodesign von „Karl V.“ verantwortlich ist, arbeitet eng mit diesem Kollektiv zusammen. Die Inszenierungen von Carlus Padrissa werden auch schon mal als „visueller Overkill“ bezeichnet. HIER etwa, von BR Klassik.

So war es auch bei „Karl V.“. Teilweise gewaltig schöne Bilder. Fast jedes einzelne Bühnenbild – und es gab wahrlich viele Einzelbilder – wäre es für sich wert gewesen, es länger zu betrachten. Meistens sehr abstrakt gehalten, hoch geschmackvoll, beeindruckend! Nicht nur die riesigen Videos im Hintergrund – oft riesige abstrakte Wandbilder -, nein auch die Gestaltungen auf der Bühne. Sie vergingen fast zu schnell. Dennoch ist für mich fraglich, warum das sein muss. Meines Erachtens leiden sogar Musik und Inhalt darunter, zumal die Zwölftonmusik durchaus anstrengend sein kann. Ich habe teilweise auch nicht die Zusammenhänge zwischen Bühnenbild und Inszenierung und Inhalt erkennen können. Alles gigantisch. Gut, Karl V. dachte auch gigantisch, aber eben zu gigantisch. In seinem Reich sollte die Sonne nie untergehen.

Die Kostümierung der Mitwirkenden und die Erscheinung von Karl V. war mir dabei ein völliges Rätsel. Warum hat Karl V. denn wie ein Punk fünf Hörner auf dem Kopf (siehe das Beitragsbild oben)? Und ich als Theaterfreund würde sagen: Karl V. wurde in seiner Erscheinung zu monoton dargestellt. Er schleicht im Grunde durchgehend als leidender alter Mann über die Bühne.

Also: Wenn man sich für Karl V. und die Zwölftonmusik interessieren will und wenn man den visuellen Overkill von La Fura Dels Baus erleben will, lohnt es sich allemal. Hier noch zwei Bilder der Inszenierung:

©️ des Beitragsbildes oben: Auch Wilfried Hösl

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SONSTIGES: Tipp vor Ostern

Ich sage ja immer wieder: Wenn wir die Kunst nicht hätten! Und wenn wir nicht Menschen hätten, die außergewöhnliches leisten können! Da gebe ich gerne einen Tipp. Wer vor Ostern etwas Zeit hat, könnte sich dies hier ansehen. Es ist meines Erachtens absolut außergewöhnlich schön! Und es passt zu Ostern: Giuseppe Verdi, Messa da Requiem.
Es ist eine Inszenierung des Opernhauses Zürich aus dem Jahre 2016,  Verdis Oper für Orchester, Chor und Ballett. Es wurde gestern, Samstag, 24. März 2018, auf 3sat gesendet. Es ist jetzt noch wenige Tage auf der Mediathek von 3sat zu finden. Ein außergewöhnliches Erlebnis!! Eindrucksvoll ist auch die gestern im Anschluss gesendete Dokumentation über die Entstehung der Inszenierung. Muss man sich auch ansehen! Es ist eine Choreografie und Inszenierung von Christian Spuck.
Unglaublich schön etwa sind die Sequenzen bei Minute 1:03:40 bis 1:09:00 und 1:20:50 bis 1:23:45.
Man spürt in jeder Bewegung fast den Konflikt von Leben und Tod. Diesen Konflikt, der das Requiem ausmacht. Es geht ja auch nicht um die Höchstleistung an sich, es geht darum, wie sie es schaffen, uns all das nahezubringen!
Hier der Link auf die Mediathek: AUFFÜHRUNG
Hier der Link zur Dokumentation: DOKUMENTATION
Hier der Link zu Wikipedias Beitrag zu Verdis Messa da Requiem: WIKIPEDIA