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Allgemein Gesehen und gehört

Hinweis

Morgen abend im Deutschlandfunk.

Udo Lindenberg, der Bundesnuschler mit dem permanenten Kussmund, unser nächster Bundespräsident, ist dieses Jahr ja siebzig Jahre alt geworden. Und er hat eine Tournee durch Deutschland abgehalten. Er beginnt seine Tourneen aus Verbundenheit immer in Timmendorf an der Ostsee („Öffentliche Generalprobe“ im Maritim Seehotel). So auch dieses Mal. Deutschlandfunk bringt morgen, Freitag, 15.07.2016 in der Reihe On Stage  um 21.05 Uhr eine Stunde von diesem Konzert. Ein Muss natürlich. Viele wollten ja hingehen und hatten keine Zeit, keine Karten mehr bekommen o. ä. Und manch einer möchte dem erlebten Konzert vielleicht noch einmal nachschwelgen.

Wer den Sender Deutschlandfunk (nicht: Deutschlandradio Kultur) sucht: Einfach auf der Startseite dieses Blogs rechts bei „Blogroll“ den Deutschlandfunk anklicken – dort ganz nach unten scrollen – auf „Frequenzen“ klicken – und weiter gehts.

Ich werde den link zu der morgigen Sendung nachträglich in einem Blogbeitrag bringen, man kann es eventuell einige Monate lang nachhören.

The 70s. retro boom box stock photo

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Gesehen und gehört Sonstiges

SONSTIGES: Kino – Toni Erdmann

Unter „Noch nicht Gesehenes“ müsste dieser Beitrag eingeordnet werden. Der Kinofilm Toni Erdmann von Maren Ade. Viele werden schon davon gehört haben, der Film macht Furore, wird oft besprochen derzeit. Er hatte in Cannes keinen Preis gewonnen, kam aber unglaublich gut an. Schon der Trailer ist köstlich. Der Vater, der seine Tochter kennen lernen will. Sie aber ist nur genervt. Wie es weitergeht, weiß ich noch nicht einmal. Hier:

Film Reel stock photo

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Gelesen und geblättert

LITERATUR: Siegfried Lenz, Deutschstunde

Eine Anregung brachte mich auf den Roman Deutschstunde des Nobelpreisträgers Siegfried Lenz. Das Werk erschien 1968 und kann als Literaturklassiker angesehen werden. Es befasst sich mit einem Szenario, das sich während und nach dem II. Weltkrieg abspielt. Das Szenario geht auf die Aussage „Wir haben doch nur unsere Pflicht getan“ ein. Es ist die Ich-Erzählung eines Jungen, der – anlässlich eines Deutschaufsatzes zum Thema „Die Freuden der Pflicht“ – aus seiner Kindheit das Geschehen um das „Malverbot“ für einen Künstler schildert. Der Maler lebte auf einem Hof an der Nordsee; der Vater des Jungen, damaliger Polizeiposten der Gegend, hatte – auf dem Nachbarhof lebend – den Auftrag, die Einhaltung des Verbotes zu überwachen. Der Hintergrund: Emil Nolde hatte während des II. Weltkrieges Malverbot bekommen (Im Roman heißt der Maler „Max Ludwig Nansen“, die Anfangsbuchstaben M und L klingen wie „Em El“, fast also „Emil“ und Nolde hieß mit bürgerlichem Namen Jansen).

Am Beispiel des Vaters prangert Siegfried Lenz die unreflektierte Autoritätsgläubigkeit eines Mitläufers im Nationalsozialismus an. Aber auch der Künstler M. L. Nansen ist nicht wirklich frei: Er kann nicht anders, als trotz des Verbots weiter zu malen und auch „unsichtbare Bilder“ entstehen zu lassen. Unfrei ist auch der Junge, der es für seine Aufgabe hält, die Bilder des Malers vor der Zerstörung zu retten. „Deutschstunde“ ist ein Plädoyer für das Gewissen, die Eigenverantwortung und die kritische Hinterfragung von Autoritäten. Ein immer aktuelles Thema. Eine umfangreiche Urlaubslektüre, eine recht konventionelle, aber sehr schöne, sehr genaue Beschreibung aller Einzelheiten, das Land, die Personen, die Geschehnisse, die Gefühlslagen. Schön zu lesen.

Wirklich sehr empfehlenswert ist seine deutlich kürzere, großartige Erzählung Die Schweigeminute!

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MUSIK: Genesis – Carpet Crawlers

Auf meiner Musikliste ziemlich weit oben: GenesisThe Carpet Crawlers. Das erst Video ist eine Aufnahme aus einem Konzert in Rom im Jahre 2007. Es passt auch deshalb, da es mich ab kommender Woche für mehrere Wochen nach Italien – südliche Toskana, nicht weit von Rom – verschlägt.

Hier zum Erinnern an die Siebziger-/Achtzigerjahre zwei Versionen des Songs. Zuerst The Carpet Crawlers gesungen von Phil Collins:

Und dann zum Vergleich die fast poetischer gesungene Version des Songs The Carpet Crawlers von Peter Gabriel:

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Heute ist aufgefallen, dass der Blog seit Wochen nicht mit Facebook verlinkt ist. Schade, aber alles kann noch gelesen und gehört werden! Für Interessierte: Es sind in letzter Zeit etwas weniger, aber folgende Beiträge erschienen:

Immer wieder die Liebe
Musik der Woche
Nachtrag zu Ulysses von James Joyce
Bloomsday
Buchtipp
Musik der Woche
Gesehenes
Gelesenes
Theaterwelten
Musik der Woche
Musik der Woche
Yehudi Menuhin
Musik der Woche
Hinweis
Musiktipp der Woche
Namen, die genannt werden können
Musiktipp der Woche
Kinofilm: Mein ein, mein alles

Businessman press on digital screen, digital layer effect, busin stock photo

 

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THEATER: Immer wieder die Liebe

Es geht immer wieder auch um die Liebe, wer braucht sie nicht? Allein in den letzten Tagen traf ich auf folgende Darstellungen:

Münchner Kammerspiele : Premiere „Hot Pepper, Air Conditioner and The Farewell Speech“

Hier geht es unter anderem um die Unfähigkeit, in der Arbeitswelt eines Unternehmens Nähe zu bewerkstelligen, die verkrampfte Unfähigkeit, sich dort ehrlich und privat auszudrücken. Der japanische Regisseur und Autor Toshiki Okada bringt „Hot Pepper, Air Conditioner and The Farewell Speech“, das schon an vielen Orten Erfolg hatte, auf die Bühne der Kammerspiele. In dem Stück (eine kleine, sehr gelungene Trilogie) geht es zunächst um das Leiden der Leiharbeiter eines Unternehmens, die den Abschied einer Kollegin planen, aber Angst um ihren eigenen Job haben (Hot Pepper), die Klage einer Mitarbeiterin über die Klimaanlage, die ein Arbeitskollege – völlig unfähig, hilflos, aber urkomisch und tragisch – zu einem Annäherungsversuch nutzen will (Air Conditioner) und schließlich um die fast traurige, auch hilflose Abschiedsrede der Leiharbeiterin (The Farewell Speech) vor den Kollegen. Das Stück ist noch mehrfach zu sehen, aber kurzfristig!

Filmfestes München BEAT BEAT HEART von Luise Brinkmann

Der schöne Abschlussfilm einer Studentin der IFS Internationale Filmschule Köln. Alles improvisiert, gut und sehr glaubhaft gelungen! Ein Aspekt: Der Glaube an die romantische Liebe, Kerstin denkt an ihren Ex-Freund Thomas, auf dessen Rückkehr sie immer noch hofft. Ein anderer Aspekt: Statt ihm steht Kerstins Mutter Charlotte vor der Tür, Mitte 50, jüngst von ihrem Partner getrennt. Sie zieht in Kerstins WG ein und lässt sich von einer weiteren Mitbewohnerin dazu inspirieren, sich eine Dating-App zum Kennenlernen neuer Herrschaften hochzuladen. Alle Versuche scheitern. Weiterer Aspekt: Kerstin verliebt sich wieder, bekommt Ärger mit der bisherigen Freundin des  Begehrten. Weiterer Aspekt: Die Mitbewohnerin, die zwar Sex will, aber keine Beziehung. Weil das nur zu Komplikationen führen würde. Alles in kleinem ruhigen Rahmen erzählt, ohne „Action“. Und durch die konsequente Improvisation sehr glaubhaft, humorvoll. Der Film ist im Rahmen des Filmfestes München noch zu sehen am Mittwoch (HFF) und am Freitag (ARRI Kino). Es wird sich danach herausstellen, ob er auch ins Kino kommt.

Demnächst:

Dieses Jahr erscheint (hoffentlich) noch meine Erzählung „Das Frühlingsfest„, in der es um eine Gruppe Jugendlicher geht, deren unterschiedliche Beziehungssschwierigkeiten unter anderem dargestellt werden. Neben anderen Ereignissen. Man kann die Erzählung auch hier im Blog lesen! Siehe oben im Header des Blogs.

Und: Dieses Jahr erscheint hoffentlich auch noch ein kleines Buch „Momente“ mit einer Auswahl meiner Gedichte – auch die Liebe wird mehrfach Thema sein – und Fotografien dazu von Gregor Kuhlmann. Ich gebe Bescheid, wenn es – in Kürze – soweit ist.

Love card in many languages - valentines day stock photo

MUSIK: Asaf Avidan – Reckoning Song

Asaf Avidan, Reckoning Song ist der Ursprungssong. Gespielt wurde gestern im (wiederholten) Tatort die Remix-Version des Berliner Musikers und DJs Wankelmut, die One Day heißt. Das offizielle Musikvideo zu One Day wurde seit der Veröffentlichung auf YouTube im Juni 2012 bis Juni 2013 über 100 Millionen Mal angesehen.

Asaf Avidan wurde am 23. März 1980 in Jerusalem geboren, ist ein israelischer Folk-Rock-Musiker. Sein Gesang wird teilweise mit dem Janis Joplins oder Robert Plants verglichen. Es wechseln sich Falsettstimme und tiefere Stimmlagen ab.

Speziell das Video des Remix von Wankelmut beeindruckt. Es zieht in den Bann. Erzählt wird eine an sich harmlose Story von drei Personen, die in irgendeiner Stadt eine Nacht lang unterwegs sind. Es hat Erotik und irgend etwas, das am Rande des Üblichen liegt, aber vielleicht viel öfter stattfindet, als man meint. Das Mädchen küsst und kümmert sich ausschließlich um den Blonden, Bartlosen. Anscheinend ein neuer Freund, während der bisherige dabei ist und auch „mitfeiert“. Am Ende sind aber alle drei vereint. So ist es eben auch. 

 

 

 

 

 

 

 

 

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LITERATUR: Nachtrag zu Ulysses von James Joyce

Hier sind noch ein paar grundlegende Angaben zum Wahnsinnswerk Ulysses von James Joyce:

Das Leben von James Joyce:

Geboren wurde er am 2. Februar 1882 in Rathgar, heute ein Stadtteil von Dublin. Er lebte 1882 – 1905 in Dublin, 1905 – 1914 in Triest, 1915 – 1920 in Paris und Triest und 1920 – 1941 in Paris und Zürich. Er starb am 13. Januar 1941 in Zürich

Warum im Ulysses der 16. Juni 1904?

Am 16. Juni 1904 traf Joyce seine spätere Lebensgefährtin Nora Barnacle zum ersten Mal.

Stream of consciousness:

Das Stilelement des so genannten „stream of consciousness“ (Bewusstseinsstrom) wird zum ersten Mal ZENTRALES Gestaltungselement eines Romans. Eine Erzähltechnik, die scheinbar in ungeordneter Folge Bewusstseinsinhalte einer oder mehrerer Figuren wiedergibt und den Leser umso mehr einbezieht. Es gibt keinen Erzähler, es gibt nur unmittelbar die Personen. Die Technik wurde von Leo Tolstoi für seinen Roman Anna Karenina erfunden. Beispiel auch Virginia Wolfe, Die Wellen.

Je nachdem, mit welcher Person Joyce den Bewusstseinsstrom synchronisiert, passt sich der Text der jeweiligen Person an. Handelt oder denkt etwa Stephen Dedalus, der Intellektuelle, so hebt sich das Sprachniveau, lateinische Zitate werden eingefügt, der Satzbau wird kompliziert. Fokussiert sich die Aufmerksamkeit auf drei Mädchen, so nimmt der Text die Gestalt einer spätviktorianischen  Liebes-Schmonzette an. Im 14. Kapitel („Die Rinder des Sonnengottes“) wird etwa das Wachstum eines Kindes im Mutterleib sprachlich symbolisiert, indem der Text sich vom Altsächsischen bis zur modernen hiberno-englischen Umgangssprache entwickelt. Mit Hilfe wechselnder Sprachstile vollzieht der Text gleichsam die Ontogenese der englischen Sprache bis hin zu moderner irisch-englischer Umgangssprache. Mit der Geburt des Kindes erblickt gleichzeitig die Gossensprache das Licht der Welt.

Das siebte Kapitel („Äolus“) ist vollständig in Form kurzer Zeitungsartikel verfasst.

Das letzte Kapitel, der berühmte Schlussmonolog von Blooms Frau Molly, „Penelope“ genannt, besteht aus acht langen Sätzen ohne Interpunktionszeichen, die den Leser Mollys Bewusstseinsstrom miterleben lassen.

Entstehung des Romans:

Die vollständige Erstausgabe erschien 1922, verlegt durch Sylvia Beach, Besitzerin der Buchhandlung Shakespeare and Company in Paris, gekürzt um Passagen, die als obszön galten. Die erste vollständige und von Joyce autorisierte deutsche Übersetzung durch Georg Goyert erschien 1927.

Bezug zur Odyssee:

Parallel zu Homers Versepos „Die Odyssee“ gliedert sich Ulysses in drei große Teile: Telemachie, Odyssee, Nostos. Diesen sind die 18 Episoden aus dem Epos auch thematisch zugeordnet.

Das Gorman-Gilbert-Schema:

Der Roman besitzt keine Kapitelüberschriften. Der Autor hat befreundeten Personen Schemata überlassen, die jedem Kapitel ein Organ, eine wissenschaftliche Disziplin, eine Farbe, ein Symbol, eine Technik zuordnen und die jeweiligen Protagonisten der Handlung mythischen und literarischen Personen zuordnet. Die bekannteste und umfangreichste Version dieses „Schlüssels zum Roman“ ist das so genannte Gorman-Gilbert-Schema.

Die Hörspiel CD:

23 CDs, es sprechen vor allem Dietmar Bär, Manfred Zapatka und der berüchtigte Monolog seiner Frau Molly wird gesprochen von Birgit Minichmayer.Oft wird – auch im Hintergrund – Musik eingespielt.

In den Münchner Kammerspielen soll es in der kommenden Spielzeit ein James Joyce Projekt geben.

Der Roman endet mit dem Wort „Ja“. Er beginnt im Englischen mit einem „S“ und endet mit einem „s“.

Bloomsday

 

 

 

 

 

 

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LITERATUR: Bloomsday

Heute ist der berüchtigte Bloomsday. Der Bloomsday ist ein alljährlich am 16. Juni feierlich begangener Gedenktag, der sich auf den Ulysses, das Hauptwerk des irischen Schriftstellers James Joyce, bezieht.Es ist der einzige Roman weltweit, der zelebriert wird.Für mich handelt es sich bei diesem Buch, dem am wenigsten gelesenen Klassiker des 20. Jahrhnderts, geradezu um eines der Weltwunder!

Namensgeber ist die Hauptfigur des Romans, Leopold Bloom. Der Roman spielt in Dublin und beschreibt die Ereignisse eines einzigen Tages, des 16. Juni 1904. Am Bloomsday suchen Fans und Freunde, Leser (und Nicht-Leser) des Romans die „realen“ Orte des fiktiven Geschehens auf, an denen dessen Hauptpersonen – der Anzeigenakquisiteur Leopold Bloom und seine Frau Molly, der junge Lehrer und Schriftsteller Stephen Dedalus und andere Romanfiguren – bestimmte Dinge tun oder erleben (wie Zitronenseife in Sweny’s Shop erwerben oder ein Gorgonzolabrot bei Davy Byrne verspeisen). Annähernd verstehen kann man den Roman trotz seiner sehr einfachen Handlung nur dann, wenn man die kommentierte, von Hans Wollschläger übersetzte Fassung liest, die im Suhrkamp-Verlag herausgebracht wurde. Es ist unglaublich, was in diesem Roman steckt. James Joyce lebte meist in Paris, Zürich und Triest und schilderte doch mit unglaublicher Detailkenntnis (Sonneneinstrahlung auf einem Gehweg um eine bestimmte Uhrzeit) den Tag in Dublin. In der James Joyce Foundation in Zürich werden seit Jahrzehnten Lese- und Diskussionsgruppen zum Roman veranstaltet.

Sehr hörenswert ist die aus 21 CDs bestehende Hörspielfassung des Romans! Sie galt nach ihrem Erscheinen als die beste Hörspielfassung aller Zeiten.

 

 

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Gelesen und geblättert

LITERATUR: Ralf Rothmann

Ralf Rothmann, Feuer brennt nicht

Es gibt Menschen, die unglaublich viel in sehr interesssanter, feinfühliger, ausgefallener, ehrlicher und anschaulicher Sprache erzählen können. Ich empfehle Ralf Rothmann, 1953 in Schleswig geboren. Gerade ist sein neuer Roman Im Frühling sterben erschienen, der sehr beeindruckenmd sein soll. Ich habe ein früheres Werk von ihm gelesen: Feuer brennt nicht.

Inhalt: Berlin, fast zwanzig Jahre nach dem Mauerfall. Kreuzberg ist gesichtslos geworden und so ziehen die Buchhändlerin Alina und der Schriftsteller Wolf an den Müggelsee, wo die Unterschiede zwischen Ost und West noch nicht verwischt sind. Wolf leidet zunehmend unter den „Details der Zweisamkeit“. Charlotte taucht auf, eine Geliebte aus der Vergangenheit, und er ergreift die Flucht, befeuert von ihrem offensiven Eros. Als er „die Hölle der Verheimlichung“ hinter sich hat, ist Wolf überrascht: Alina akzeptiert das Verhältnis zu der anderen, ermuntert ihn sogar. Eine detaillierte Chronik des erotischen Begehrens, eine dunkel-glühende Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des behutsamen Zusammenwachsens von Ost und West.

Buchtipps

 

MUSIK: R.E.M. – Everybody Hurts

Hier ein gern gehörtes Lied: Everybody hurts von R.E.M.

R.E.M. ist die Abkürzung für Rapid Eye Movement, eine Schlafphase des Menschen, in der sich die Augen sehr schnell unter den Lidern bewegen.

Musiktipp der Woche

Hier eine Liveversion:

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THEATER: T. C. Boyle – America

In den Münchner Kammerspielen, München, wird ein Stück nach dem Roman América von T. C. Boyle gezeigt. T. C. Boyle schildert nicht nur, wie ein mexikanisches Einwandererpärchen täglich übervorteilt oder von Schicksalsschlägen getroffen wird, er veranschaulicht auch, wie ein naturverbundener, Kinder und Tiere liebender „liberaler Humanist“ durch ihm bedrohlich erscheinende Begegnungen zum Rassenhasser mutiert. Eine mitreißende, erschütternde Geschichte. Erzählt wird sie im Buch und im Theater in bildhaften, wie in einem Spielfilm montierten Szenen und Rückblenden. Ein aktuelles Thema, eine ergreifende und sehr gute schauspielerische/performanceartige Erzählung des Inhalts in den Kammerspielen.

©️ des Beitragsbildes: Arno Delaire

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LITERATUR: Ian McEwan – Am Strand

Ian McEwan, Am Strand: Der tragische und komische Roman spielt 1962, in einer Zeit, in der man über Sexualität nicht sprach. Etwas veraltet, nicht gerade lesenswert.   Die Nöte eines hochintelligenten, sexuell unerfahrenen Paares in der Hochzeitsnacht werden minutiös geschildert. Die gesellschaftliche Kluft zwischen den Familien hätten beide überwinden können, aber an der Sexualität scheitert ihre Liebe. Florence wurde als Kind vermutlich vom Vater missbraucht, sie verabscheut alles, was sie daran erinnert. Am Strand, an den Florence in der Nacht flieht, sehen sie sich zum letzten Mal.

Philip Roth, Jedermann:Der Roman kreist um das Thema Altwerden und Tod. Ein deprimierender Roman. Auch nicht unbedingt lesenswert, außer man ist selber über 60 Jahre alt und hat viel hinter sich. Der Tod ist Krankheit, Alter, Einsamkeit, Verlöschen im Nichts, Verlust von Gesundheit und Vitalität, von Angehörigen, Freunden und des Lebens.Philip Roth erzählt die Geschichte der Hauptfigur als Abfolge von Erkrankungen, Operationen und gescheiterten Beziehungen.

Buchtipps

 

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THEATER: Theaterwelten

Nach hinten schauen und zurückblicken ist immer mal angebracht und hilfreich. Aber auch nach vorne sehen, auf Neues zugehen, Entwicklungen aufgreifen, dazu Stellung beziehen, das ist mindestens genauso wichtig. Und dazu hilft das ein oder andere Theater auch. Manche  Theater verändern sich derzeit. Wie so vieles momentan. Extreme Veränderungen erlebt derzeit das Publikum der Münchner Kammerspiele. Was hier – an den Kammerspielen – passiere, sei „ein Stück Theatergeschichte“, sagte kürzlich Phillipp Ruch, Gründer des Berliner Zentrums für politische Schönheit. Die letzten beiden Aufführungen der Kammerspiele zeigten wieder einmal den Gegensatz: Am Sonntag  war die absolut klassischer Aufführung der Maria Stewart von Friedrich Schiller. Die Geschichte der zaudernden englischen Königin Elisabeth und der gefangenen schottischen Königin Maria Stewart. Es wirkte schon fast unzeitgemäß. Macht und Recht, ein Dauerthema. Man konnte sich aber fast verhohnepiepelt vorkommen. Alte Sprache, karge Bühne, starr stehende Schauspieler, kein Gegenwartsbezug etc.  Hat auch was, aber trotzdem! Warum? Am Montag war dann eine Aufführung nach dem Roman  America von T. C. Boyle. Die tragische Geschichte von mexikanischen Einwanderern und amerikanischer Abschottung. Es war die sehr aufwühlende umfangreiche Erzählung des Romans von T. C. Boyle in vielen wunderbaren Bildern, wunderbaren Szenen, mit guten schauspielerischen Leistungen, mit Film, Bildern, Monologen, Dialogen, Aktualität (Ausschnitte von Reden von Donald Trump wurden eingespielt), wechselnder Bühne etc. Wer hingehen kann: Ich empfehle beides, besonders Amerika von T. C. Boyle.

Gesehenes

 

MUSIK: Leyla McCalla

Der Rhythmus der Blogbeiträge ist derzeit träge. Es heißt ja auch Beiträge und nicht Beiflott. Aber es wird sich sicher wieder steigern. Hier eine Musikerin, von der man hört, dass sie Ende Mai ihre neue CD veröffentlicht.Leyla McCalla mit „A Day for the Hunter, a Day for the Prey“. Seltsam, der Song heute hat meines – laienhaften – Erachtens gewisse Ähnlichkeiten mit dem letzten Musiktipp, in dem Amason vorgestellt wurde.Ihre Stimme, das Lied, das Arrangement, der Musiker mit Vollbart. Sie spielt allerdings mit klassischen Instrumenten.

Leyla McCalla ist gebürtige New Yorkerin, ihre Eltern kommen aus Haiti.  Sie singt auf Französisch, haitianischem Kreol und Englisch.

Auf ihrem neuem Album erzählt sie von ihren Erfahrungen als Tochter haitianischer Immigranten und von ihrem Leben in Louisiana. Es gebe zahlreiche Querverbindungen zwischen Haiti und Lousiana.

Leyla McCallas Lieblingsinstrument ist das Cello. „Es kann traurig klingen oder fröhlich, schroff, eindringlich oder leicht“, sagt sie.

Zu hören war sie heute nachmittag auf Deutschlandradio Kultur.

Musiktipp der Woche

 

MUSIK: Sinead O‘Connor

Zu Blogbeiträgen bin ich momentan aus Genesungsgründen nicht in der Lage. Daher nur die wöchentliche Musik. Ein Song, von dem man kaum weiß, dass er von Prince (Musik der vergangenen Woche) geschrieben wurde: Nothing Compares 2 You von Sinead O’Connor: Ein schönes Lied aus dem Fundus und eine Hommage an Prince.

Hier noch eine andere Version, einige Jahre später: Emotional anders, es war ein tribute to Prince, der den Song geschrieben hatte.

Oder hier live:

Hier eine Version von Pink aus 2023:

MUSIK: Yehudi Menuhin

Es gibt Menschen, die mit ihren Fähigkeiten einen außergewöhnlichen Zugang zum Leben haben. Ein solcher Mensch war sicherlich auch Yehudi Menuhin. Gestern war sein 100ter Geburtstag, daher oft zu hören im Radio. Ein Blick auf ihn als Anregung:

Sein Spiel veranlasste z. B. Albert Einstein, liest man, an die Existenz Gottes zu glauben. „Nun weiß ich, dass es einen Gott im Himmel gibt“, soll der Physiker 1929 nach dem Auftritt des zwölfjährigen Yehudi Menuhin ausgerufen habe. Das Konzert in der Berliner Philharmonie, wo Menuhin drei Violinkonzerte hintereinander gab, sei ein sensationeller Erfolg gewesen, der Beginn einer Weltkarriere. Sein intuitives, spontanes und zugleich reifes Spiel habe seinen Ruhm als ‚zweiter Mozart‘ begründet. Yehudi Menuhin wurde zum Lord geadelt, mit Auszeichnungen überhäuft. Yoga half ihm aus Krisen. Menuhin hatte eine der längsten Musikerkarrieren überhaupt. Das Jubiläumskonzert des Berliner Philharmonischen Orchesters 1982 habe er eine Weile lang aus dem Kopfstand heraus mit seinen Füßen dirigiert. Etc. Er war Violinist, Dirigent, Schriftsteller, sehr engagierter Humanist.