MUSIK: Benjamine Clementine

Benjamin Clementine bringt diesen Song „Cornerstone„. Er scheint wütend zu sein. Er schreit etwas heraus. Ich kenne den Text (noch) nicht. Aber es könnte ein Text eines Flüchtling sein, der an der Grenze steht und klagt. Über die harten Bedingungen. Sie wollen nicht sterben, warum bauen wir ihnen z. B. nicht vorübergehend Städte, etwa im Norden  Syriens oder mit unserer finanziellen Hilfe in Nachbarländern wie der Türkei? Bis der Krieg vorbei ist. Und warum hilft die Weltgemeinschaft nicht mehr? Fragen, die natürlich leicht gestellt sind. Gemeinsame Lösungen scheinen schwer zu sein. Statt dessen legen einzelne Staaten Wert darauf, uns abzuschotten.

 

 

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SONSTIGES: Das Berliner Stadtschloss

Man kann ab und an über den Baufortschritt des Berliner Stadtschlosses lesen. Es soll voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2019 eröffnet werden. Frage: Was war es ehemals für ein Bau? Viel Geschichte! Eine Zusammenfassung:

Beginn 1442: Es wurde 1442 im Auftrag der Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg auf der Spreeinsel in Alt-Cölln im heutigen Ortsteil Mitte erbaut. Als Residenz der Hohenzollern.  Das Schloss bzw. sein ältester Flügel war schon da, als Brandenburg also noch Kurfürstentum (im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation) war. Die Auflösung des Heiligen Römischen Reiches war 1806.

1640-1713: Die Stadterweiterungen der Kurfürsten (der „Große Kurfürst“ Friedrich Wilhelm I., 1640-88, und Friedrich III.) und des Königs (Friedrich I. in Preußen, 1688-1713), machten das Schloss zur Mitte der Stadt und des Landes. „Das Schloss lag nicht in Berlin – Berlin war das Schloss“, sagt Wolf-Jobst Siedler.

1702-1871: Das Schloss wurde 1702 zur königlich-preußischen und ab 1871 zur kaiserlichen Residenz im Deutschen Kaiserreich. Seit der Zeit der Weimarer Republik beherbergte es das Kunstgewerbemuseum Berlin und andere Institutionen, im Schlüterhof fanden Konzerte statt. 1950 beschloss die SED, das zum größten Teil ausgebrannte Gebäude vollständig zu beseitigen und den Marx-Engels-Platz anzulegen. Diese Vernichtung von Kulturgut wurde weltweit öffentlich kritisiert. Ab 1973 entstand auf dem Gelände des Schlosses der modernistische Palast der Republik, der wiederum zwischen 2006 und 2009 abgerissen wurde. Jetzt wird das Stadtschloss wieder aufgebaut.

Man kann sich dazu „rückwärts“ die Deutsche Geschichte vergegenwärtigen, als kleine Erinnerungshilfe:

1989: Fall der Mauer, Wiedervereinigung, 1950 – 1960: Nachkriegszeit, 1938 – 1942: II. Weltkrieg, 1918 – 1938: Weimarer Republik, 1914 – 1918: I. Weltkrieg

1871 – 1918: Deutsches Kaiserreich

Die Kaiser waren:
1871 – 1888 Kaiser Wilhelm I., Krönung zum Kaiser im Spiegelsaal von Versailles
1888 Kaiser Friedrich III.
1888 – 1918 Kaiser Wilhelm II.
Das ist nicht lange her! Mein Großvater war 1899 geboren.
1871 – 1890 war Otto von Bismarck der Reichskanzler

1870/1871: Deutsch-Französischer Krieg

1867 – 1871: Norddeutscher Bund. Die zunehmenden Spannungen zwischen den deutschen Führungsmächten Österreich und Preußen hatten sich im offenen Machtkampf entladen. Preußen siegte, so dass der Norddeutsche Bund unter preußischer Vorherrschaft gebildet wurde.

1815 – 1866: Deutscher Bund. Ein vom Kaisertum Österreich und dem Königreich Preußen dominierter Staatenbund mit 38 Staaten. Während der Revolution 1848–1849 bildete sich mit der Frankfurter Nationalversammlung das erste deutsche Parlament, das jedoch nur ein Jahr überdauerte. Der Deutsche Bund bestand bis 1866.

1814–1815: Der Wiener Kongress restaurierte weitgehend die alten monarchischen Herrschaftsverhältnisse zum Deutschen Bund, nach der Niederlage Napoleons 1815

Zeit vor Napoleon: Man liest in Wikipedia: Nach dem mit hohen Todesopfern und verbundenen Dreißigjährigen Krieg (1618–1648), der sowohl durch konfessionelle als auch durch habsburgisch-französische Gegensätze ausgelöst worden war, hatte der römisch-deutsche Kaiser infolge der Regelungen des Westfälischen Friedens und des ihm folgenden Jüngsten Reichsabschieds eine geschwächte, eher auf die Repräsentation des Reichs beschränkte Machtstellung. Die Reichsfürsten gingen dagegen gestärkt aus diesem Konflikt hervor, hatten sie mit dem Frieden sogar das Recht erhalten, mit auswärtigen Mächten Verträge abzuschließen. Das Reich wurde dadurch de facto zu einem Staatenbund, de jure blieb es bis zum Ende 1806 ein monarchisch geführtes und ständisch geprägtes Herrschaftsgebilde, in denen die einzelnen Reichsglieder jedoch weitgehend unabhängig agierten. Ab 1663 erörterten Kaiser und Reichsfürsten ihre politischen Angelegenheiten im Reichstag durch ihre Gesandten permanent.

Der politische Aufstieg Preußens im 18. Jahrhundert führte zum Konflikt mit dem Hause Habsburg. Im 17./18. Jahrhundert entwickelte sich nach französischem Vorbild der Absolutismus, der jedoch anders als dort nicht die königliche Zentralgewalt, sondern einzelne Fürstentümer zu bürokratisch organisierten, frühmodernen Staaten werden ließ. Manche Herrscher, insbesondere König Friedrich II. von Preußen, aber partiell auch seine kaiserlichen Rivalen Maria Theresia, Franz I. und Joseph II., öffneten sich dem philosophischen Zeitgeist. Dieser Zustand währte bis 1806, als Napoleon Mitteleuropa eroberte und das schwache Reichsgebilde zum Einsturz brachte. Der letzte Kaiser des nur noch formell bestehenden Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Franz II., der erst 1804 auch Kaiser des durch ihn gegründeten österreichischen Vielvölkerstaates geworden war, legte die Reichskrone nieder. Damit erlosch das Reich.

Das Foto zeigt den aktuellen Bauzustand. Die Fassade steht fast.

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MUSIK: Amy Winehouse – Back to Black

Heute Amy Winehouse, Back to Black. Ein schönes Lied. Geboren am 14. September 1983 in London, gestorben am 23. Juli 2011 in London. Sie starb nach einer bitteren Drogenabhängigkeit an einer Alkoholvergiftung mit 4,16 Promille im Blut. Amy war zufällig auch der Vorname des Musiktipps Amy MacDonald.

Musiktipp der WocheP

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SONSTIGES: Skylla und Charybdis

So läuft das zurzeit: Gestern abend … ich war „überraschenderweise“ in den Kammerspielen, Lange Nacht der neuen (deutschsprachigen) Dramatik (war gut, fünf Stücke wurden vom gesamten Ensemble gelesen und teilweise gespielt) … in der Pause habe ich dann ein Büchlein  von Frank Wedekind gekauft, Frühlings Erwachen … weil ich demnächst wiederum (vielleicht) in den Kammerspielen das Stück 50 Grades of Shame ansehen möchte, das auf Wedekinds Frühlings Erwachen beruht … und im Text von Wedekind heißt es dann: „Ich glaube, das ist eine Charybdis, aus der sich jeder stürzt, der sich aus der Skylla …. emporgerungen … ich war früher am humanistischen Gymnasium … also fragte ich mich kurz: Was war das nochmal mit Skylla und Charybdis? … ich habe nachgelesen, man liest ja manchmal „Zwischen Skylla und Charybdis„: In Homers Odyssee haust das Ungeheuer Skylla auf dem größeren von zwei sich gegenüberstehenden Felsen der Meerenge und Charybdis unterhalb des kleineren Felsens, auf dem ein großer Feigenbaum steht. Sie (Charybdis) saugt dreimal am Tag das Meerwasser ein, um es danach brüllend wieder auszustoßen. Schiffe, die in den Sog geraten, sind verloren, nicht einmal der Meeresgott Poseidon vermag diese Schiffe zu retten. Auf den Rat von Kirke meidet Odysseus die Charybdis, gerät dabei aber unweigerlich so nahe an Skylla heran, dass sie sechs der Gefährten tötet und frisst. Auf der Rückfahrt von der Insel des Helios kommen die übrigen Gefährten wegen der verbotenen Tötung von Helios‘ Rindern bei einem Sturm ums Leben, sodass Odysseus auf dem zertrümmerten Schiff die Meerenge allein passieren muss. Als Charybdis das Schiff einsaugt, klammert er sich am Feigenbaum fest, bis es wieder ausgespien wird, und rudert auf den Trümmern mit den Händen davon.

Tja, so ist das Leben. Mal sehen, wohin mich Wedekind noch treibt in meiner Odyssee.

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SONSTIGES: 100 Jahre VOGUE

Etwas Zeitgeschichte: Die Zeitschrift VOGUE feiert 2016 ihr 100jähriges! Es gibt eine Ausstellung in der National Portrait Gallery in London, die ich leider nicht sehen kann. Sie läuft vom 11. Februar bis 22. März 2016. Man sieht 100 Jahre Mode, 100 Jahre Fotografie, 100 Jahre Stilgeschichte, 100 Jahre schöne Frauen! Und gleichzeitig wird in der wöchentlichen New York Times Beilage der SZ ein Artikel veröffentlicht, dass es im Gaza-Streifen ein paar wenige Frauen gewagt haben, FAHRRAD ZU FAHREN. Sie wurden laut dem Bericht von einem Muslim“verabscheuungswürdig und hässlich“ bezeichnet. Schön übrigens die kleinen „Verbindungen“: Virginia Woolf (siehe meinen kürzlich erschienenen Blogbeitrag Wer hat Angst vor Virginia Woolf) war regelmäßig Autorin in der britischen VOGUE-Ausgabe. Und in der Februarausgabe der britischen VOGUE ist die Schauspielerin Dakota Johnson auf dem Cover, die in 50 Grades of Grey mitspielt. In München werde ich demnächst 50 Grades of Shame in den Kammerspielen von She She Pop ansehen.

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Kurzer Hinweis

Ich hatte kürzlich geschrieben, dass mir die 10. Symphonie von Schostakowitsch so empfohlen wurde. Heute abend um 20.03 Uhr wird sie vom Deutschlandradio Kultur live aus der Berliner Philharmonie übertragen, dirigiert von Mariss Jansons. Nach der Pause. Sicherlich beeindruckend.

Es heißt online im Deutschladradio Kultur zur Übertragung: Seit langem pflegt Mariss Jansons eine enge Beziehung zu den Berliner Philharmonikern. Oft stand die Musik von Dmitrij Schostakowitsch auf den gemeinsamen Programmen, nie aber die 10. Sinfonie, eines der Hauptwerke des Komponisten. Mit dem lettischen Dirigenten kann man eine gewissenhafte und im besten Sinne „authentische“ Interpretation erwarten: Schon als Kind kam Jansons mit Schostakowitschs Musik und ihren Widmungsträgern in Berührung. Die Auseinandersetzung mit dem Schicksal Russlands, die in diesem Werk mit Händen zu greifen ist, kann Jansons unmittelbar nachvollziehen. Eine andere Perspektive eröffnet das Cellokonzert von Henri Dutilleux, das in die lyrische Welt von Charles Baudelaire eintaucht – und das für den russischen Jahrhundertcellisten Mstislaw Rostropowitsch geschrieben wurde.

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LITERATUR: Thomas Bernhard, eine Biografie und „Die Auslöschung“ als Theaterstück

Manfred Mittermayer hat eine Biografie zu Thomas Bernhard (vgl. Buchtipp), dem großen „Übertreibungskünstler“, geschrieben. Schon 2006 hatte er eine kürzere Biografie gebracht, jetzt eine umfassende. Eine Besprechung dieser Biografie kam am 07. Februar 2016 im Deutschlandfunk. Erschienen ist die Biografie im Suhrkamp – Verlag.

Hier das Podcast: Thomas Bernhard Biografie

Und HIER  der Link zur Seite des Residenzverlags zur Biografie.

UND: Bernhards Prosawerk „Auslöschung“ wird in Wien als Theaterstück gebracht. Auch dazu eine Besprechung aus dem Deutschlandfunk, vom 26. Februar 2016. Es heißt online beim Deutschlandfunk: Die Uraufführung der kritischen Erzählung vom katholischen Nazistaat Österreich am Theater in der Josefstadt in Wien begeisterte Kritiker und Publikum.

Hier das Podcast: Thomas Bernhard „Auslöschung“

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Der österreichische Roman- und Theaterautor Thomas Bernhard, aufgenommen im Juni 1976. (picture alliance / dpa / Votava)

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LITERATUR: Schriftsteller aus Prag und Böhmen

Ich war am Wochenende in Prag eingeladen. Für den Blog überlege ich: Welche bekannten Schriftsteller lebten eigentlich in Prag und Böhmen? Eine ganz grobe Annäherung:

Karl Kraus, geboren am 28. April 1874 nicht in Prag, sondern in Jičín, Böhmen, gestorben am 12. Juni 1936 in Wien, Die letzten Tage der Menschheit, Die dritte Walpurgisnacht etc.
Rainer Maria Rilke, geboren am 04. Dezember 1875 in Prag; gestorben am 29. Dezember 1926 in Valmont bei Montreux, Schweiz. Wikipedia schreibt: Mit seiner in den „Neuen Gedichten“ vollendeten, von der bildenden Kunst beeinflussten Dinglyrik gilt er als bedeutender Dichter der literarischen Moderne. Aus Rilkes Werk sind etliche Erzählungen, ein Roman und Aufsätze zu Kunst und Kultur sowie zahlreiche Übersetzungen von Literatur und Lyrik bekannt.
Franz Kafka, geboren am 3. Juli 1883 in Prag , gestorben am 3. Juni 1924 in Klosterneuburg . Die Verwandlung, In der Strafkolonie, Forschungen eines Hundes, Das Schloss, Der Prozess, Die Verwandlung etc.
Max Brod, geboren am 27. Mai 1884 in Prag , gestorben am 20. Dezember 1968 in Tel Aviv . War mit Franz Kafka eng befreundet und wurde nach dessen Tod zum Nachlassverwalter von dessen Gesamtwerk.
Egon Erwin Kisch, geboren am 29. April 1885 in Prag , gestorben am 31. März 1948 ebenda.Einer der bedeutendsten Reporter in der Geschichte des Journalismus. Auch als „der rasende Reporter“ bekannt
Franz Werfel, geboren am 10. September 1890 in Prag , gestorben am 26. August 1945 in Beverly Hills . Schrieb Lyrik, Dramen, Erzählungen, Novellen, Essays. Wikipedia schreibt: Seine Popularität beruht vor allem auf seinen erzählenden Werken und Theaterstücken, über die aber Werfel selbst seine Lyrik setzte. Mit seinem Roman Verdi. Roman der Oper (1924) wurde Werfel zu einem Protagonisten der Verdi-Renaissance in Deutschland. Besonders bekannt wurden sein historischer Roman Die vierzig Tage des Musa Dagh (1933/47) und Das Lied von Bernadette (1941)
Jaroslav Hašek, geboren am 30. April 1883 in Prag, gestorben am 03. Januar 1923 in Lipnice, Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk
Milan Kundera,am 01. April 1929 nicht in Prag, sondern in Brünn geboren, Das Buch der lächerlichen Liebe, Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins.
Natürlich habe ich mich bei Wikipedia teilweise etwas schlau gemacht.
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MUSIK: Snarky Puppy

Snarky Puppy (siehe Musiktipp der vergangenen Woche). Anspruchsvoller Jazz/Funk/Rock im Kollektiv von insgesamt 25 Musikern. Teil 2 des Livemittschnitts des Konzertes aus Köln (Live Music Hall) war am vergangenen Freitag in der Reihe „On Stage“ im Deutschlandfunk zu hören. Jetzt in der Audiothek des Deutschlandfunks. Es heißt im Deutschlandfunk online zur Sendung:“Jazz, Rock, Funk, Fusion: Intensive musikalische Texturen, die bei engstem Zusammenspiel federleicht groovend klingen. Snarky Puppy – das ist verzerrte Trompete mit WahWah, Moog-Sythesizer und groovender Bass mit Oktaver. All das lieferten Snarky Puppy in der Live Music Hall, wo die US-Band im Rahmen ihrer Welttournee Station machte.“

Snarky Puppy Köln 2015

Musiktipp der Woche

Die Band Snarky Puppy beim Jazz Festival El Batel Auditorium in Spanien. (picture-alliance / dpa / Jose Albaladejo)

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LITERATUR: Thomas Bernhard

Ein Muss in meiner Literaturliste: Thomas Bernhard, am 12. Februar 1989 in Österreich gestorben. Er hat ja unzählig viele kleine und große Werke hinterlassen. Beispielhaft nenne ich eines, das ich köstlich fand: Holzfällen. Es ist natürlich unspektakulär, aber seine Gedankengänge sind einfach wieder einmal köstlich. Nicht lustig oder albern oder gekünstelt, nein, wie immer sehr treffend, bissig. Andreas Maier (siehe Blogbeitrag) hat übrigens über Thomas Bernhard promoviert. Von beiden werde ich weitere Bücher empfehlen.

Holzfällen ist die Geschichte eines »künstlerischen Abendessens« in Wien, in der Gentzgasse. Eine „Erregung“, wie es im Untertitel heißt. Der Ich-Erzähler, ein Schriftsteller, sitzt auf dem Ohrensessel und beobachtet die Gesellschaft, die auf den Schauspieler des Burgtheaters wartet, der versprochen hatte, gegen halb zwölf zu diesem Essen zu kommen. Ich kann es empfehlen, wenn man seine Schreibart mag oder kennen lernen möchte!

Im Februar 2018 ist sie außerdem erschienen: Die komplette Bernhard-Ausgabe mit Kommentar, herausgegeben von Martin Huber und Wendelin Schmidt-Dengler. HIER zur Suhrkampseite der Gesamtausgabe!

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Holzfällen

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Kurzer Hinweis

Für die Massen an Interessierten: Heute abend 21.05, Snarky Puppy (Musiktipp der Woche) Fortsetzung des Livemitschnitts auf Deutschlandradio.

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LITERATUR: Andreas Maier

Andreas Maiers Debutroman, im Suhrkamp Verlag 2002 erschienen, hatte ich vor Jahren gelesen. Es ist heute noch ein besonderes Buch für mich. Eine unaufgeregte, schlichte Welt der Wetterau bei Frankfurt wird mit Maiers einfacher, in keiner Weise gedrechselter oder gestelzter Sprache geschildert. Köstliches einfach aus dem Leben! Die Story: Sebastian Adomeit, Naturkundler und Ornithologe, wird zu Grabe getragen. Über sein Vermögen kursieren wilde Gerüchte, und Skandalöses munkelt man auch über seine Beziehung zur Schwester, die er vor vielen Jahren wegen eines unehelichen Kindes aus dem Haus gejagt haben soll. Adomeit hat seinen Tod so inszeniert, dass die Beerdigung ausgerechnet  am Pfingstsonntag stattfindet. Die angereiste Verwandtschaft und all die Sensationshungrigen im Dorf müssen sich aber zwei Tage gedulden, denn auch für die Testamentseröffnung ist vom Verstorbenen ein unpassender Termin festgelegt worden: der Pfingstdienstag, an dem man im Frankfurter Raum traditionell im Wald zusammensitzt und Wäldchestag feiert. Andreas Maier lässt seinen Erzähler berichten, was er in Kneipen, auf dem Friedhof, bei den Gesprächen zwischen den Einheimischen und Fremden aufschnappt, was ihm gebeichtet oder vertraulich als todsicher wahr hintertragen wird. So entsteht eine tollkühn erzählte Geschichte über einen gebeutelten Kerl, der der Welt auf beeindruckende Weise eine Nase dreht.

ÜBRIGENS: Auch in Der Spieler von Dostojewski (vgl. Blogbeitrag) geht es ja um den Nachlass einer Person. Alle erwarten diesen Nachlass.

 

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Wäldchestag

 

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MUSIK: Snarky Puppy

Snarky Puppy? Nie gehört. Der Livemittschnitt eines Konzertes aus Köln (1.11.2015 in der Live Music Hall) wurde vergangenen Freitag Abend in der immer wieder interessanten Reihe „On Stage“ im Deutschlandfunk gebracht. Der zweite Teil kommt am Freitag dieser Woche. Es ist nicht unbedingt einfach eine Band. Es ist ein „Kollektiv“ von ca. 25 Musikern, von denen immer verschiedene auftreten. Man liest: „Teilweise schwer drückend wie die Brecker Brothers, dann federleicht groovend wie eine Soulband – stets jedoch mit höchstem musikalischen Anspruch. Und Snarky Puppy überzeugen längst nicht nur Fachkreise: Dass diese Musik beim Publikum ankommt, beweisen Millionen Klicks bei YouTube, sowie der Grammy Award 2013 – und eine ausverkaufte Deutschlandtournee im Herbst 2015.“

Auch hier empfehle ich: In Ruhe anhören – mit Kopfhörer am besten. Nur nebenbei laufen lassen kann nerven.

Hier der link zur Mediathek des Deutschlandradios. Erst den Text anklicken, dann den link, der sich zeigt:

Snarky Puppy am 1.11.2015 in Köln, Teil 1

Viel Spaß!

Musiktipp der Woche

Die Band Snarky Puppy beim Jazz Festival El Batel Auditorium in Spanien. (picture-alliance / dpa / Jose Albaladejo)

 

HIER EIN LÄNGERER LIVEAUFTRITT

 

 

LITERATUR: Eine Erzählung entsteht

Die Erzählung „Das Frühlingsfest“ an der ich schreibe, ist jetzt nach einer weiteren Überarbeitung erst einmal bis zu Seite 29 eingestellt. 24.02.2016: bis Seite 44 02.03.2016: bis Seite 64 eingestellt.Weitere Seiten werden in Kürze folgen. Der Ort, der Anlass und zwei Personen werden zunächst vorgestellt. Zu finden ist sie oben in der Headerleiste unter „Eine Erzählung entsteht“. Gerne erwarte ich Kommentare jeder Art dazu.

 

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SONSTIGES: Politik – Flüchtlinge III

Ich bin kein Parteimitglied, bin auch nicht politisch extrem oder etwa seit Jahren politisch festgefahren. Ich gehe wählen, oft unterschiedlich. Zurzeit fühle ich mich hier in Bayern allerdings zunehmend unwohl. Und in Europa. Wo sind die Werte geblieben, für die wir leben? Sie werden gelebt, die Werte, hunderttausendfach – durch Eigeninitiative. Doch die Politiker diskutieren nur noch über Abwehrmaßnahmen. Natürlich gilt es, Lösungen zu finden für das große Problem des Flüchtlingsstromes. Doch Abschotten ist keine Lösung, ich folge darin Angela Merkel. Wenn man die schrecklichen Bilder aus Syrien sieht, kann man doch JEDEM nur sagen: „Ich verstehe Dich, ich würde auch fliehen!„. Ich denke, jeder würde das sagen! Wer würde sagen: „Bleib doch da!„? Dann aber – so machen es seit Wochen mit zunehmender Heftigkeit und unter völligem Verlust bayerischen Charmes vor allem unser Ministerpräsident Horst Seehofer und seine dumpfen CSU-Vasallen – über das Thema des Flüchtlingsstromes nur noch „abwehrend“ zu reden  ist fürchterlich. Ich finde, eine Rede der SPD-Generalsekretärin der SPD Bayern, Natascha Kohnen, die von ihr am 2. Februar in der Plenarsitzung des Bayerischen. Landtags gehalten wurde, drückt das gut aus. Das anzusehen, lohnt sich! Das Video wurde im Internet bisher rund 750 000 Mal angesehen und auf Facebook rund 8000 Mal geteilt. Das ist mein heutiger Beitrag:

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MUSIK: Dimitri Schostakovitsch

Heute eimal ein gewagter Sprung in die Klassik. Ich bin kein Klassikspezialist. Aber ich nähere mich eben den Dingen. Natürlich kann man sagen: Es gibt wahrlich andere Probleme! Aber ich versuche, den Bogen zur Gegenwart zu ziehen. Mal sehen. Also habe ich mich ein wenig Dimitri Schostakovitsch gewidmet, einem der bedeutendsten russischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Er ist erst 1975 gestorben! Auf BR-Klassik wurde vergangene Woche wieder einmal ein Konzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, dirigiert von Mariss Jansons, live aus der Münchner Philharmonie übertragen. Noch dazu seine wohl bekannnteste Symphonie, auf die mich meine Frau, Sandra, schon mehrfach aufmerksam gemacht hatte: Die 7. Symphonie, genannt die „Leningrader Symphonie„. Es geht um die Belagerung und Aushungerung Leningrads durch die Nazis im Frühjahr 1941. Schostakovitsch hatte fast die gesamte Zeit in Leningrad verbracht. Es heißt auch: Wann war die Entstehungsgeschichte eines großen symphonischen Werkes je so schicksalhaft in die tragischen Ereignisse der Weltgeschichte verflochten wie im Falle der Leningrader? Ich habe sie mir in Ruhe auf Kopfhörer angehört: wirklich sehr beeindruckend! Auch die 10. Symphonie wurde mir einmal empfohlen. Auch sie ist sehr beeindruckend! Der Bogen zur Gegenwart: Schostakovitsch hatte das Leningrader Drama aufgegriffen, war also damals sehr aktuell. Das zu wissen, verschafft einem fast die Gelegenheit, die Symphonie zu verstehen. Die Zeit vor der Belagerung, die Belagerung selbst … Schostakovitsch stand immer zwischen Stalinismus und der Kritik daran, wurde mal verächtet, mal wieder hoch geschätzt von Stalin. Und auch heute hat Musik eben oftmals aktuelle Bezüge. Darum geht es eben. Ich empfehle die Leningrader Symphonie!

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MUSIK: Billy Gorlt

Heute etwas sehr sehr Persönliches: Es jährt sich zum vierten Mal der Todestag meines Vaters, Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Horst Kuhlmann, er starb in der Nacht auf den 16.02., seinen 85. Geburtstag. Mein Vater war in der Nachkriegszeit ein hochaktiver Musiker mit Engagements in ganz Deutschland. Das Stück wird von Billy Gorlt gespielt. Billy Gorlt, lebend bei München, war ein von meinem Vater immer besonders geschätzter Klarinettist, den er auch persönlich kannte und engagierte. Mein Vater hat mit seinem ganzen Leben mir und meinen Geschwistern ein so sorgenfreies Leben ermöglicht, er war ein wunderbarer Mensch! Ich sage ihm mit dem heutigen Stück: DANKE! Bei diesem Musikstück muss man eventuell etwas warten, es verlinkt zu Spotify: Billy Gorlt Memories of You

 

Microphone ready on stand, all set for conference to begin stock photo

36  200x200 billy action Über Billy Gorlt von Gordon  Mc Carthy