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SONSTIGES/POLITIK: Piketty lesen II

 

Zweite Lesung des Buches Das Kapital im 21. Jahrhundert von Thomas Piketty. Kammerspiele München. Immer noch die Einleitung, aber es wird schon konkret. Kleiner Makel vorab: Er untersucht hauptsächlich die USA und Europa/Frankreich. Dabei ist eine weltweite Betrachtung mittlerweile auch interessant. In China etwa entkommenja durch die wirtschaftliche Entwicklung  viele, viele Menschen der absoluten Armut. Das Buch befasst sich mit den Einkommen und mit dem Vermögen. Die zentrale Frage sei dabei natürlich, ob es „gute Gründe für die Ungleichheiten“ in diesen Bereichen gäbe. Dann sagt er, dass vor allem die Konzentration und Akkumulation von Vermögen destabilisierende Wirkungen habe. Neben – zweitens – der Abkoppelung der Spitzengehälter von den „normalen“ Einkommen. Er bringt schon hier zwei Kurven: Eine Kurve zum Anteil der hohen 10 % der Einkommen am Nationaleinkommen. In den USA. Sie zeigt den Anstieg der hohen Einkommen am Nationaleinkommen. Und eine Kurve zum Verhältnis des Vermögens zum Einkommen – in Europa. Sie zeigt, dass auch dieses Verhältnis auseinandergeht: Das Kapital wächst im Verhältnis zum Nationaleinkommen. Seit dem II. WK.

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SONSTIGES/GEDICHT: An Kassandra II

Hier die zweite Antwort auf Kassandra Aussage im Buch Kassandra (siehe Blogeintrag An Kassandra I):

ERWACHSENWERDEN – AN KASSANDRA II
Ich, ich will mich nicht verlieren,
wenn ich erwachsen werde,
was kann ich machen, Kassandra?
Muss ich unerwachsen bleiben?
Kann ich es schaffen, erwachsen zu werden
und mich nicht zu verlieren?
Sie werden mich für seltsam erklären.
Ich werde traurig werden,
weil es schwer ist, sich nicht zu verlieren.
Vielleicht komme ich in diese Anstalt,
sie sperren mich weg,
bis ich gelernt habe,
so zu sein, wie sie es brauchen.
Vielleicht wollen sie, dass alle
mit dem Verlust ihres Selbst leben und
dass alle Anderes machen, als sie selbst zu sein.
Vielleicht brauchen sie es.
Die Persönlichkeit in uns ist gefährlich,
unausgegoren, nicht geübt, nicht gepflegt.
Kassandra, ich weiß, es ist so.
Aber, hey, ich will mich nicht verlieren!
Ich werde mich nicht verlieren auf ihren geebneten Wegen,
auf denen ich mich nicht sehen darf.
Nein, ich werde meine eigenen, krummen Wege gehen,
auf denen ich mich sehe.
Es wird, ich brauche Mut, Kassandra,
um mich nicht zu verlieren beim Erwachsenwerden.

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SONSTIGES/GEDICHT: An Kassandra I

Ein Gedicht aus dem kommenden Buch: Viele kennen das Buch Kassandra von Christa Wolf. Darin heißt es (Suhrkamp Taschenbuch Seite 38):

„Ich dachte, Erwachsensein bestehe aus diesem Spiel: sich selbst verlieren.“

Und dazu habe ich drei Antworten geschrieben. Hier die erste:

ERWACHSENWERDEN – AN KASSANDRA I

Ja, ich spiele ein Spiel, Du hast Recht.
Als Ersatz für mein Selbst, das ich verloren habe.
So habe ich es gelernt.
Alle Erwachsenen spielen doch,
nur so geht es doch.
Ich treffe niemanden, der Anderes macht.
Und es ist sogar so, dass sie nicht erkennen,
dass es ein Spiel ist.
Sie halten es einfach für richtig.
Ich werde auch erwachsen tun – was sie für „erwachsen“ halten.
Ich werde sein, wie gefordert,
dann komme ich mit.
Nicht immer direkt, offen und ehrlich,
das wäre kindisch, sagt man.
Ich würde gegen Mauern laufen,
mich verletzen, sagt man.
Alle kennen es: Ich werde verstellt und überlegt sein.
Ich werde Anderes denken hinter allem,
werde es verbergen.
Ich werde wissen, dass ich sie täusche.
Werde sie täuschen, ständig,
ohne als Täuscher aufzufallen.
Der Weg ist schwer, ich weiß,
so komme ich nicht zu mir.
Aber so funktioniert es nun einmal.
Stell Dir vor, alle wären ehrlich!
Ohne Kompromisse.
Ja, erwachsen zu werden heißt wirklich,
sich selbst zu verlieren, Kassandra.

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SONSTIGES: Ein Buch entsteht

Unser Leben. Es prägt sich durch sich selbst. Ich werde in wenigen Wochen ein Buch veröffentlchen. Es wird eine kleine Auswahl von mir geschriebener Gedichte und von Fotografien enthalten und wird – um Prägendes zu fassen – die Begriffe „Lebensstationen“, „Liebesdramen“, „Alltagsgeschichten“ und „Stimmungslagen“ aufgreifen. Als Kategorien, in die die gezeigten Gedichte und Fotografien eingeteilt werden konnten. Denn auch in diesen Kategorien entstehen ja für uns alle einmal – oder auch manchmal oder gar oft oder sogar ständig – Eindrücke und Gefühle, die wir schnell hinnehmen und verarbeiten. Meist rauschen sie an uns vorbei, täglich und unaufhörlich, diese kleinen Situationen, diese Dramen, diese Geschichten, diese Stimmungen. Aber sie können alle – mehr oder weniger, mal kurzzeitig, mal langfristig, mal sofort oder mal erst später, auch viel später – unser Leben mitbestimmen.
Die Gedichte und die Fotografien in dem Buch werden kleine Gelegenheiten schaffen, um einige vorbeigezogene Momente und Eindrücke zu erkennen. „Erkennen“ besagt natürlich, dass jeder Mensch sie anders erkennt – genau so, wie es eben seiner Person und seinen Erfahrungen entspricht. Die aufgegriffenen Momente sind wahrscheinlich fast jedem von uns schon einmal begegnet, daher wird es den Titel“Aus jedem Leben“ bekommen.
Die gezeigten Fotografien stehen auf den ersten Blick meist nur in entfernter Beziehung zu dem dann zuvor gebrachten Gedicht. Gerade dann aber, wenn man Gedicht und Fotografie Zeit gibt, werden sich doch Zusammenhänge auftun. Absichtlich erfassen die Fotografien und die Gedichte übrigens völlig unspektakuläre Situationen.
Die Fotografien haben noch eine Besonderheit: Sie sind allesamt an einem einzigen Ort entstanden. An einem Ort, der uns doch zumeist so fern und unbekannt, geradezu bedrohlich wirkt, beunruhigt. Aber auch dieser Ort birgt das alltägliche Leben in allen Schattierungen. Israel: Tel Aviv, Haifa, Jerusalem, Mesada … es sind Zentren der christlichen, der jüdischen und der islamischen Religion, schwierig, aber auch mit jedem Leben erfüllt.
Leider treffen diese Religionen immer wieder in Feindschaft aufeinander. Daher schließt das Buch vielleicht mit ein paar Worten zu dem Besuch, der mich und meine beiden Söhne im vergangenen Jahr nach Israel führte.

Ich werde in diesem Blog Bescheid geben, wenn das Buch veröffentlicht ist. Und ich werde hier im Blog künftig das ein oder andere Gedicht daraus bringen.

Buch: Ein Buch entsteht

 

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LITERATUR: Slavoj Zizek II – Islam und Moderne

Das wird leider immer unverständlicher. Hier ist Teil 2:

Slavoi Zizek Teil 2

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LITERATUR: Slavoi Zizek I – Islam und Moderne

Ich habe ein kleines schwieriges Buch zu „Islam und Moderne“ gelesen. Musste es dreimal lesen und biete eine einfachere Zusammenfassung an. In zwei Teilen. Hier ist der erste Teil, bitte anklicken.

Slavoi Zizek Teil 1

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SONSTIGES/POLITIK: Flüchtlinge I

Ich könnte auch einmal über Flüchtlinge schreiben und werde eine eigene Kategorie hierfür einrichten. Es ist schließlich nicht nur ein Tagesthema, das verfliegt, sondern das Thema, das unsere Welt in Deutschland und Europa langfristig sehr verändern kann. Die Globalisierung kommt zu uns und wir müssen klären, wie wir damit umgehen wollen. Ich könnte viel dazu schreiben. So, wie viele Menschen. Gut so, dass jeder sich einmischt, so wird über uns hier in D und EU einmal intensiv in vielerlei Hinsicht nachgedacht, das ist immer gut. Mein Grundsatz: Keine Panik! Geduld und Offenheit! („Bei Panikfragen: Pa-Nick fragen!“).

Wir sind viel zu engstirnig. Wie in jedem Leben: Je älter man wird, umso engstirniger wird man. Das Fremde passt einem dann immer weniger. So ist es leider auch zum Teil hier in D. Ich hoffe nur, Frau Merkel lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt mit ihrer mutigen, selbstbewussten und offenen Ansicht gegenüber den Flüchtlingen.

„Flüchtlinge“ ist schon kein schönes Wort. Die Endung „-ling“ beinhaltet schon irgendwie, dass die Gemeinten irgendwie „Fehler“ hätten, jedenfalls eine bestimmte Eigenschaft, die sie vereinheitlicht und etwas herabsetzt. Schade, ich denke, man könnte treffender und offener von „Geflohenen“ sprechen.

Vor allem: Lasst uns doch einfach selbstbewusst unsere Werte verfolgen und „feiern“, ohne zugleich andere herabzusetzen oder auszugrenzen! Unsere Werte bekommen doch durch das Näherrücken der anderen Werte geradezu wieder Bedeutung. Und so weiter.

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SONSTIGES/KURZGESCHICHTE: Comeback

Anlässlich eines Leseabends von PenTales in München entstanden:

Comeback

Sie hatte wenig gegessen, war ruhig, war gelassen. Und zufrieden. Zufrieden mit dem Nichts, das man von ihr wusste. Essen war jetzt Nebensache. Das rote T-Shirt zappelte an ihrem schlanken Körper. Wie sie selbst auch so lange gezappelt hatte, im Wind ihres Lebens, seit sie weggegangen war. Sie strich sich eine Strähne ihres langen braunen Haares aus dem Gesicht. Die Strähne war durch einen kleinen Luftzug vor ihre schönen Augen gefallen. Der Krankenwagen, der an ihr vorbeigerauscht war, hatte den Luftzug ausgelöst. Tangomusik spielte sich in ihre Ohren. Mit zarten Schritten schlich sie die Straße entlang, auf das Haus zu. Ihre schlanken, sehnigen Füße berührten mit jedem ihrer Schritte den Saum des grünen, mit vielen kleinen braunen und schwarzen Blumen bestickten leichten Tuches, das als Rock diente und bis zu den Knöcheln fiel. Wortlos, geräuschlos und staunend sah sie hinten über dem Haus den Himmel. Sie dachte an die langen Tage, die sie im penetrant nach Öl riechenden Containerraum des Frachtschiffes verbracht hatte. Den Geruch hatte sie immer noch in der Nase. Der dicke und etwas untersetzte Pedro hatte ihr wenigstens sehr bald eine Taschenlampe gebracht gehabt, auch für die Mahlzeiten, die er im zerbeulten Blechgeschirr heruntergeschmuggelt hatte. Die Taschenlampe, die jetzt im Rucksack steckte. Im Rucksack, den sie in der Stadt hat stehen lassen. Nachdem sie noch den dunkelgrünen Pullover herausgenommen hatte, den sie jetzt unter dem Arm trug. Die Lautstärke ihrer Kopfhörer fuhr sie etwas herunter. Jetzt hatte sie das Haus am Ende der Straße erreicht. Sie drückte das immer noch quietschende flache Stahltor auf, das einen schmalen Durchlass durch die dicke grüne Hecke gewährte. Es war angelehnt. Sie näherte sich der blauen Eingangstüre, nahm den Kopfhörer von den Ohren und legte ihn sich um den Hals. Auch die Eingangstüre war angelehnt. Als würde man sie erwarten, aber das konnte ja nicht sein. Sie war ja für vermisst erklärt worden, wohl ertrunken im Fluss. Mit fünfzehn Jahren. Niemand hatte damals bemerkt, dass sie nach Südamerika geflogen war. Und dort hatte sie ihr Leben kennen gelernt. Sie hatte sich absichtlich entwurzelt. Mit staunendem Blick hatte sie dort nur ihr Leben beobachtet. Ihr Leben ohne Familie, ohne Schule, ohne Freunde, ohne all das, was ihr Leben ausgemacht hatte. Sie meinte jedenfalls, dass es ohne all das auch gehen müsse, das Leben. Sie hatte schon damals älter als fünfzehn Jahre alt gewirkt. Brasilien, Peru, Chile, Argentinien. Immer wieder hatte sie sich gefragt, ob sie irgendjemandem in der Heimat mitteilen sollte, dass sie am Leben sei. Dass sie nicht in den Fluss gesprungen war, sondern die Sachen extra ans Ufer gelegt hatte. Aber nein, sie tat es nicht, weil sie fürchtete, dass sie in Abhängigkeit von einem solchen Kontakt kommen könnte. Irgendwie, wenn auch nur gedanklich. Denn vielleicht würde es ihre Gedanken verändern, zu wissen, dass sie es wissen. Nein, sie wollte sehen, wie es ist, völlig unbestimmt zu leben. Das war immer mehr ihr Wunsch geworden, eine unaufhaltsame Sucht in ihr, damals, bevor sie nicht mehr anders konnte. Weil sie immer gemeint hatte, alle würden so viel von ihr erwarten, hatte sie sich davor schon ein ganzes Jahr lang nicht aus ihrem Zimmer begeben. Das Reden hatte sie dann fast eingestellt. Sie ist krankgeschrieben worden, musste zu Hause bleiben. Nichts könne von ihr erwartet werden, gar nichts, hatte sie immer gesagt, sie wolle nicht. Und ständig gesagt zu bekommen, was schön ist, hässlich ist, nützlich ist, sinnvoll ist, sinnlos ist, gut ist, schlecht ist, sie hatte es nicht mehr ausgehalten. Wie würde sie eigentlich werden ohne all das, hatte sie sich gefragt. Es war die einzige Frage, die sie sich noch gestellt hatte. Wie komme sie durch das Leben ohne all das? Und sie hat sich diese Frage beantwortet. Plötzlich stand sie jetzt, zwei Jahre später, ihrem Vater gegenüber. Sie an der aufgeschobenen Eingangstüre und er, er kam aus der Küche, in den schmalen Gang, blieb starr neben der dunkelbraunen kleinen Kommode stehen. Regungslos. So blickten sie sich minutenlang an. Sie ließ den grünen Pullover fallen. Er war alt geworden, verändert, hatte graue Haare bekommen, sah erschöpft aus. Obwohl die grauen Haare zu seinem dunkelblauen Hemd passten, das er unter dem braunen Sommersakko trug. Immer noch war die dunkelbraune Brille in seinem schmalen Gesicht mit dem kurz geschorenen Bart dominant. Vor zwei Jahren hatte sie ihren Vater und ihre Mutter in so fürchterlich tiefe Trauer gestürzt gehabt. Jetzt dastehen, mehr konnten sie beide nicht tun. Dastehen. Er erkannte sie und fing an zu weinen. Sie dagegen bemerkte, dass sie es geschafft hatte, ein inneres Gleichgewicht zu halten. Sie spürte weder Gram, noch schlechte Erinnerungen, noch irgendeine Aufruhr, die ihr den Blick und den Moment verzerrt hätten. Sie war stolz auf sich und freute sich, freute sich, wieder hier zu sein. Ohne jede Bindung von Neuem beginnen zu können.

Bis sie erfuhr, dass ihre Mutter wegen ihrer Wahnvorstellungen gerade wieder mit dem Krankenwagen abgeholt und in die Nervenklinik gebracht worden war, und ihr klar wurde, dass sie zwei verletzliche Leben zerstört hatte, weil sie auf so brutale Weise nur auf ihr eigenes geachtet hatte.
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LITERATUR: Sandor Marai – Die Glut

Gestern in Deutschlandradio wurde eine Lesung von „Die Glut“ von Sandor Marai gebracht. Ein sehr „dramatisches“ Buch, eine Story, die das Leben schreibt:

Eine Ehe. Die Frau und der allerbeste Freund des Ehemannes haben eine Affaire. Nicht bekannt, wie lange. Sie sind sich von ihren Wesen her einfach näher, beide sind Menschen der Musik, Für den Ehemann eine fremde Welt. Näher, als sich die Frau und ihr Ehemann sind. Zwischen der Frau und dem Ehemann war es eher große „Dankbarkeit“ ihrerseits für das sorgenlose, reiche Leben des Ehemannes, dem General, zwischen der Frau und dem Freund war es dagegen große Liebe, jedenfalls absolute  Seelenverwandtschaft. Auf der Jagd will der Freund den Ehemann erschießen, tut es aber nicht. Er „flieht“ am nächsten Tag für immer. Auch für die Frau bricht die Welt zusammen. Der Ehemann zieht in ein Landhaus, er spricht nie wieder mit seiner Frau, die dann 8 Jahre später stirbt. Weil er weiß, dass es aus ist. Er erkennt alles. Kurz vor Lebensende kommt der Freund doch noch einmal zum Ehemann. Sie reden über den Vorfall, der vierzig Jahre zurückliegt. Der Ehemann sieht sich und den Freund als schuldig an, da sie die Frau überlebt haben. Die Frau konnte mit dem Tod antworten, er und der Freund haben nie geantwortet. Das will der Ehemann dem alten Freund klarmachen.

Ein lesenswertes Buch.

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SONSTIGES/GEDICHT: Es bleibt so

dürftest du einmal sagen
so solle es bleiben
für immer solle es so bleiben!
und du wüsstest
es bliebe so
für immer
bliebe alles so
und du würdest
nichts anderes erleben
würdest verharren
in deinem Glück
würdest du es je sagen?
würdest du es je sagen?

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THEATER: Breakfast Club

Diesen Sonntag war wieder der BREAKFAST CLUB der Münchner Kammerspiele im Conviva, im“Blauen Haus“-  auch der Kantine der Kammerspiele. Ein Frühstück bei Croissants und Kaffee mit Informationen von Schauspielern, Regisseuren, Mitarbeitern der Kammerspiele etc. über das Kommende. Der junge Opernhaus-Gründer David Marton (er arbeitet an der Kombination Oper/Theater und wird in den Kammerspielen ein „Opernhaus“ einrichten) stellte das kommende Stück LA SONNAMBULA vor,  Yuka Yanagihara sang daraus eine Arie. Der junge Philippe Quesne erzählte vom kommenden Stück CASPAR WESTERN FRIEDRICH (ihn interessiert das Verhältnis Mensch – Natur) und der Schauspieler Peter Brombacher las aus Briefen von Caspar David Friedrich. Der ebenfalls junge Franz Rogowski begleitete die kleine Lesung musikalisch mit Western-Soundeinlagen auf der Mundharmonika. Er arbeitete außerdem mit einer interessanten App, mit der Musik aufeinandergelegt werden kann.  Außerdem wurden die Gastspiele der nächsten Wochen kurz vorgestellt. Interessant für ein Frühstück an einem trüben Sonntag. Vor allem merkt man hier, an den Münchner Kammerspielen, das Engagement und die Freude junger Menschen, die ihre Ideen mit kulturellen Angeboten transportieren wollen.

Breakfast Club Kammerspiele

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THEATER: Der Spieler von F. Dostojewski

Eine interessante Inszenierung in den Kammerspielen, die sich sehr mit dem klaren Thema des Romans auseinandersetzt: Geld und Liebe. Viel Liebe, aber alle warten hier erst auf Geld, Reichtum. Genauer: Auf den Tod der reichen Tante in Russland.  Der Roman stellt das Dilemma „Geld und Liebe“ bekanntlich speziell durch die „Roulettebrille“ dar. Das Thema wird man heute – vor allem abseits der Rouletteburgen – anders behandeln. Die Inszenierung ist intensiv, fast anstrengend. Man sollte den Roman danach lesen oder über die Inszenierung reden. Nur konsumieren ist hier zu wenig. Die Inszenierung hat m. E. einen Nachteil: Es spielen die falschen Schauspieler die falschen Rollen. Einzig Thomas Schmauser, der sich verausgabt, kommt erkennbar rüber. Es fällt ansonsten schwer, den einzelnen Schauspielern die verkörperten Personen abzunehmen. Und an ihnen die Beziehungen zu den anderen Personen zu erkennen. Etwa Anna Drexler,  sie spielt leider wieder einmal eine unsichere Person, die sie allzu oft spielt. Man erkennt nicht die Person, die F. Dostojewski hier meinte und die sie verkörpern will. Das Buch ist sicherlich auch kein literarischer Höhepunkt, Dostojreski hat ihn ganz schnell geschrieben, unter Fristdruck.

©️ des Beitragsbildes: David Baltzer

Der Spieler Kammerspiele

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SONSTIGES/POLITIK: Piketty lesen I

Auch in den Kammerspielen. Alle zwei Wochen eine interne/externe Lesung des Buches „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ von Thomas Piketty. Wohl ein sehr gutes Buch, auch von Barack Obama und dem Papst gelesen (?). Immer Montags, 10 Uhr. Mit zwei jungen VWL-Experten der LMU München. Man bespricht es. Interessierte Menschen, aber es ist ein Gespräch von Laien, etwas schade, weil zu wirr. Allerdings Mal sehen, wie es wird. Kernfrage ist für Piketty: Das Leistungsprinzip, demokratisch wesentlich, werde infrage gestellt, wenn die „Kapitalrendite dauerhaft höher sei, als die Wachstumsrate von Produktion und Einkommen. Genau dazu, sagt er, möchte er „Vorschläge machen“.

Vor allem:  entscheidend ist natürlich nicht, wer das Geld hat, sondern was mit dem Kapital gemacht wird. Gibt es eine gesteigerte Verantwortung bei gesteigertem Kapital? Schön wäre es. Gibt es dafür ein Bewusstsein? Geld ist schließlich Macht!

Es bleibe natürlich ein sehr subjektives Thema, jeder hat so seine Erfaherungen und die Demokratie dürfe keine „Expertendemokratie“ werden, dennoch sei eine genaue Untersuchung wichtig. Mal sehen.

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http://www.muenchner-kammerspiele.de/inszenierung/piketty-lesen

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Einleitung

Ich werde an dieser Stelle über meine zahlreichen Besuche an den Münchener Kammerspielen (Kammern 1, 2 und 3), dem Residenztheater (inkl. Marstall- und Cuvilliés-Theater) und den immer wieder interessanten Berliner Theatern schreiben. Derzeit seltener besuche ich andere Theater. Theater als Form, „Extremform“ gerne, Dinge aufzuzeigen, über die wir nachdenken sollten. Nicht nur als „Event“, als „Bespaßung“.

Da ich nun einmal meine Zeit in großem Maße kulturellen „Angeboten“ widme, kommen außerdem durchaus andere Ereignisse hinzu. Mal Ballett, mal Musik, mal Politik, mal andere Berichte aus der Theaterwelt, Berichte vom Berliner Theatertreffen etc.

Im Rundfunk höre ich gerne ausgewählte Sendungen des Deutschlandradios und von Deutschlandfunk Kultur. Auch darüber beabsichtige ich zu schreiben.

Des weiteren widme ich mich gerne der Literatur, soweit die Zeit bleibt. Auch hierzu der ein oder andere Kommentar.

Und – da ich (trotz „junger Jahre“ – naja) viel Zeit habe – ich gebe mich immer wieder dem Schreiben hin. Gedichte, Kurzgeschichten, ein Roman entsteht, etc. Hiervon könnte auch einiges an dieser Stelle erscheinen.

Mal sehen, was ansonsten noch hinzukommt.