MUSIK: Rolling Stones/Bono/Fergie

Ein aus Versehen zu früh freigeschalteter Blogbeitrag. Der andere war so kurz an erster Stelle!

Ein wunderbarer Song: Bono (U2), Fergie (Black Eyed Peas) und Mick Jagger (Rolling Stones) mit „Gimme Shelter“ live. Klasse schon allein, wie Bono am Anfang (nach 52 Sekunden der Aufnahme) plötzlich loslegt und man dann sieht, wie mit Rhythmus im Blut Mick Jagger zappelnd und beschwingt auf die Bühne kommt. Ich habe ja einige Livemitschnitte des Songs gehört und finde, dass Mick Jagger den Song zuletzt immer besser singt, je älter er wird. Unglaublich, seine Power! Auch seine Aktivitäten auf der Bühne! Aber auch die Power von Fergie, die noch dazu ja irre gut aussieht und eine tolle Stimme hat. It’s just a shot away! It’s just a kiss away!

Die Lyrics:

Come on, oh, a storm is threat’ning my very life today
If I don’t get some shelter, oh yeah, I’m gonna fade away
War, children, it’s just a shot away, it’s just a shot away
War, children, it’s just a shot away, it’s just a shot away
Ooh, see the fire is sweepin‘ our very street today
Burns like a red coal carpet, mad bull lost its way
War, children, it’s just a shot away, it’s just a shot away
War, children, it’s just a shot away, it’s just a shot away
Rape, murder! It’s just a shot away, it’s just a shot away
Rape, murder yeah! It’s just a shot away, it’s just a shot away
Rape, murder! It’s just a shot away, it’s just a shot away yeah
The floods is threat’ning my very life today
Gimme, gimme shelter or I’m gonna fade away
War, children, it’s just a shot away, it’s just a shot away
War, children, it’s just a shot away, it’s just a shot away
It’s just a shot away, it’s just a shot away …
I tell you love, sister, it’s just a kiss away
I tell you love, sister, it’s just a kiss away
It’s just a kiss away, it’s just a kiss away, it’s just a kiss away …

https://m.youtube.com/watch?v=o42zmYN2_-k

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Gelesen und geblättert Sonstiges

SONSTIGES: Politik – New York Times International Weekly

BEACHTEN: Die vorherigen Blogbeiträge bleiben natürlich allesamt sehr ansehenswert bzw. anhörenswert. Sehr. Einfach auf der Startseite runterscrollen. Es geht nur momentan recht schnell.

Ein aktuelles Thema habe ich heute wieder aufgeschnappt und mich ein wenig informiert. Wie komme ich auf das Thema? Warum kümmert es mich? Weil ich in diesem Blog  ja über all die (kulturellen, politischen) Dinge schreibe, mit denen ich eben etwas mehr „in Berührung komme“. Und weil ich meine kleinen Erkenntnisse dann gerne auch anderen zur Verfügung stelle. Viele haben ja etwas weniger Zeit als ich.

In New York fand am Montag, den 10.04.2017, die Verleihung des Pulitzer-Preises statt. Drei Preise gab es für die New York Times. Wir sind nicht in einer Phase des Niedergangs des Journalismus, sondern mitten in einer Revolution“, hatte Mike Pride, der Vorsitzende des Pulitzer-Preis-Gremiums, gesagt. Wohl auch angesichts des aktuellen Themas „Fake News“.

Zu meiner erwähnten „Berührung“ mit dem Thema: Jeden Donnerstag findet sich in der Süddeutschen Zeitung eine internationale Ausgabe der New York Times (New York Times International Weekly). Liberal und kritisch. Und mitunter erfrischend andere Themen und Darstellungen, andere Blickwinkel. Donald Trump twitterte zwar kürzlich, die New York Times sei – neben anderen Medienhäusern – ein „Feind des amerikanischen Volkes„. Ist aber im Gegenteil vielleicht für kritischen Journalismus gar nicht einmal das Schlechteste, wenn Donald Trump so etwas sagt, es fördert damit ja geradezu kritischen Journalismus. Was ja nicht gleichzusetzen ist mit unwahrer Schwarzmalerei, was er vielleicht unterstellt. Ich lese die New York Times International Weekly im übrigen auch schon wegen des Englischen gerne. Eine schöne Herausforderung manchmal angesichts der Journalistensprache, nicht immer leicht.

Also wieder einmal über den „Tellerrand“ schauen, bevor der Tellerrand immer höher wird und man seinen kleinen Teller – so voll er auch sein mag – allzu wichtig findet! So wichtig der eigene kleine Teller natürlich AUCH sein mag!

Der Pulitzer-Preis jedenfalls ist nach dem Verleger Joseph Pulitzer benannt und wird seit etwas mehr als 100 Jahren verliehen. Er ist „einer der renommiertesten Journalisten-Preise“ für amerikanische Aktivitäten. In diesem Jahr wurde er wieder in 14 journalistischen Bereichen und in einzelnen Bereichen der Kategorien Literatur, Theater, Musik verliehen.

Ein Pulitzer-Preis ging an die New York Times für eine Reportage über die Bemühungen Moskaus, die Macht Russlands im Ausland auszuweiten. Ein weiterer Preis für den NYT – Fotografen Daniel Berehulak, der Gewalt im Antidrogenkampf auf den Philippinen dokumentierte. Und für C.J. Chivers von der NYT gab es die Auszeichnung, für seinen Beitrag über einen Afghanistan-Veteranen, der unter einer posttraumatischen Belastungsstörung litt.

Soweit man Wikipedia glauben kann, gilt im übrigen Folgendes zur New York Times:

  • Die New York Times wird als linksliberale Zeitung eingeordnet.
  • Mit derzeit etwa 1200 redaktionellen Mitarbeitern verfügt die New York Times immerhin über die größte Zeitungsredaktion der USA.
  • Die New York Times ist außerdem die Zeitung mit den meisten Pulitzer-Preisen (über 120) und den meisten Online-Lesern (über 30 Millionen Besucher pro Monat, Daten von 2010) in den USA.
  • Größte Anteilseignerin des Verlags ist die Familie Ochs Sulzberger. Arthur Ochs Sulzberger jr. ist derzeit der Herausgeber der Zeitung. Er ist Nachfahre des ehemaligen Eigentümers Apolph Ochs (Eigentümer ab 1896). Der mexikanische Milliardär Carlos Slim hält 16,8 Prozent des Unternehmens und ist der größte externe Anteilseigner. Viel Kapital war eben wegen des branchenweiten Anzeigenschwundes nötig.

Das waren meine Bemühungen zur New York Times. Also Donnerstags die SZ.

MUSIK: Bob Dylan

Bob Dylan hat in Stockholm nun doch den Literaturnobelpreis – auf seinen Wunsch unter Ausschluss der Öffentlichkeit! – entgegengenommen. Letzte Woche, am Samstag; den 01.04.2017, überreichte die Jury dem Musiker die Auszeichnung für seine Songliteratur. Am Abend gab er dort noch ein schon länger geplantes Konzert.

Er wird übrigens jetzt im April im Rahmen seiner Tournee für fünf Konzerte in Deutschland zu Gast sein! In Hamburg (11. April), Lingen (12. April), Düsseldorf (13. April), Frankfurt (25. April) und Hannover (26. April). Auf seiner „Never Ending Tour“.

Hier der Song „Knocking On Heavens Door„. Sprachlich ist das schon klasse! Das harte Knocking (hartes „kn“, hartes „ock“) – man hört es fast Klopfen – und das weiche Heavens Door (weiches „h“, weiches „d“, weiches „ea“, weiches „oo“). Man hat geradezu ein Bild vor Augen. Also ganz ehrlich, ich hätte es nicht besser gekonnt!

Der Song passt auch zum letzten Blogpost (siehe vorherigen Blogbeitrag): Der „Weg in den Tod“ und Betrachtungen dazu. In der Form eines „Installationstheaters“ an den Münchner Kammerspielen, wo derzeit das Stück „Die Selbstmord-Schwestern“ von Jeffrey Eugendes „gebracht“ wird bzw. Anlass für die Installation ist. Aber das wusste Bob Dylan damals höchstwahrscheinlich noch nicht. Weder dass das Stück gebracht wird, noch dass ich im Blog darüber schreibe.

Um das Preisgeld für den Literaturnobelpreis – acht Millionen schwedischen Kronen (rund 838.000 Euro)! – behalten zu dürfen, muss Bob Dylan innerhalb eines halben Jahres nach der Feier die traditionelle Nobelvorlesung halten. Die kann er auch als Video einreichen, bis zum 10. Juni bleibt ihm Zeit. Eine aufgenommene Version kann dann auch zu einem späteren Zeitpunkt gesendet werden.

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Gesehen und gehört

THEATER: Jeffrey Eugenides, Die Selbstmord-Schwestern

Gestern in den Münchner Kammerspielen die Premiere der „Selbstmord-Schwestern“, ein Stück nach Jeffrey Eugenides‘ gleichnamigen Buch. Das Stück ist inszeniert von Susanne Kennedy.

Susanne Kennedy:
An den Münchner Kammerspielen inszenierte Susanne Kennedy  2011 zunächst „They don’t shoot horses, don’t  they?“ und dann 2013 Marieluise Fleißers Erstlingsstück „Fegefeuer in Ingolstadt“, für das sie von der Fachzeitschrift „Theater heute“ zur „Nachwuchsregisseurin des Jahres“ gewählt wurde. Das Stück wurde zum Theatertreffen 2014 in Berlin eingeladen und Susanne Kennedy erhielt dafür den 3sat-Preis. Mit ihrer Fassbinder-Inszenierung „Warum läuft Herr R. Amok?“ wurde sie 2015 erneut zum Theatertreffen eingeladen. Sie wird ab der kommenden Spielzeit in Berlin im „Künstlerischen Beirat“ am Berliner Volkstheater unter Chris Dercon arbeiten. Ich denke, man wird sie weiterhin an beiden Orten sehen.

Meine Eindrücke (mehr geht nicht):

  • Man muss den Abend sehr vorsichtig angehen. Man sieht kein Theaterstück, obwohl man in den Kammerspielen sitzt. Man sieht eine „lebende Installation“. Eine Installation einer Art, wie man sie – wenn überhaupt – selten sieht. Wie wenn man lange Zeit einem Kunstwerk gegenübersitzt. (Das Bühnenbild von Lena Newton und die Kostüme von Teresa Vergho vor allem sind wahre Kunstwerke!) Es ist wirklich alles eliminiert, was man im Theater erwartet oder irgendwie gewohnt ist: Man folgt keinem konkreten Geschehen, man folgt keiner Entwicklung von Dingen, man sieht keine Erzählung, man ist in keiner Zeit, man ist an keinem Ort (die Bühne ist allenfalls weit entfremdet ein „Ort“, ein Altarraum), man kann die „Schauspieler“ nicht charakterlich erkennen, man erkennt keine Mimik, sie sprechen nicht real, sie spielen in Masken, die „Musik“ ist nicht Musik – es sind Töne, es wird aus dem Nichts gesprochen, es geht nicht einmal um Gefühle. So, wie das Alltagsleben den 5 Mädchen im Roman „Die Selbstmord-Schwestern“ rigoros vorenthalten wird, wird hier dem Zuschauer in jeder denkbaren herkömmlichen Form das Theater vorenthalten. Es wird dem Zuschauer also irgendwie auch das Leben, das im Theater so oft gezeigt wird, vorenthalten. Eine irre Situation. Man sieht etwas völlig anderes.
  • Und doch oder gerade dadurch ist man als Zuschauer mitgenommen. Mitgenommen auf eine Reise in eine andere Dimension. Irgendwie wird fast das (banale) Leben zu Grabe getragen. Da müssen wir ja alle durch. Man kann aber nicht einmal sagen, der Abend wäre dadurch negativ angehaucht oder ähnlich. Soviel Farbe, soviel Buntes, soviel Leben, und doch das Thema „Tod“. Fast widersprüchlich. Das kann aber nicht negativ sein! Im Gegenteil! Bei diesen Kostümen, dieser Bühne. Es geht nur nicht um die Fragen, die sich so ständig aus dem Leben heraus stellen, es geht um etwas darüber hinaus gehendes.
  • Man reist durch ein Puzzle aus Bildern, Videos, Youtubefilmen, Stimmen, Musik, den entpersonalisierten Schauspielern, ihren Bewegungen, Fragmenten aus dem Roman „Die Selbstmord-Schwestern“, Opferhandlungen der ehemaligen Beobachter der 5 Mädchen und psychedelischen Eindrücken vom Nachtod. Aber es ist vielleicht auch einer der Antriebe von Susanne Kennedy, uns Dimensionen zu zeigen, die wir nicht sehen. Die aber von Timothy Leary – mit seinen Beschreibungen des LSD-Trips – und vom Tibetanischen Totenbuch – mit seiner Beschreibung von 7 mal 7 Tagen, die es braucht nach dem Tod bis zur Wiederauferstehung – angesprochen werden. Damit nähert sich Susanne Kennedy (anhand der grundlegenden Motive des Buches) riesigen Fragen, die immer über uns stehen werden.
  • Man muss sich diesem Abend hingeben, darf nichts erwarten, muss sich mitziehen lassen. Dazu fordert auch anfangs der Avatar auf, der immer wieder von einem der Bildschirme Texte von Timothy Leary spricht. Timothy Leary, der LSD-Guru. Es eröffnen sich Dimensionen, die wir in unserem Leben eigentlich immer wegsperren, verdrängen oder garnicht sehen – wenn wir nicht in einem solchen Abend sitzen. Die nicht unserem Alltag entsprechen. Insoweit ist dieser Abend ein Abend, der über das Theater hinausgeht. Wir Menschen kennen so wenige Dimensionen.
  • Man bekommt ein sehr spezielles Verhältnis zu „Leben und Tod“ geboten: Während der Theaterzuschauer sich seit hunderten von Jahren mit dem gespielten Tod auf der Bühne auseinandersetzt, also den Tod als Weiterlebender anschaut, scheint es hier ernst zu werden. Der Zuschauer sieht eben nicht irgendein Geschehen, das letztlich wieder einmal in den Tod führt, er sieht eher eine Dimension, die der Tod selbst sein könnte. Eine Lehrstunde, eine „Ideenstunde“, der man sich hingeben kann (auch im Roman „Die Selbstmord-Schwestern“ gibt es kein Geschehen, das zum Tod führt. Nur „Beweismittel“). Es geht in der Tat um den Weg in den Tod und den Weg in 49 Tagen zurück zur Wiederauferstehung. Tibetanisches Tagebuch. Und LSD. Was ist dann das Leben? Auch auf diese Frage wird man damit zwangsläufig zurückgeworfen und erkennt Dinge in anderer Art und Weise. So bunt und vielfältig, aber auch so künstlich ist das Bühnenbild. Wie die Coca Cola, die die Schauspieler trinken. Wie die in den Vitrinen wachsenden Donuts. Wie die Youtube-Tutorials über Schminktipps.  Und gerade dadurch kommen andere Dinge zum Vorschein. Wesentlichere Dinge? Was kann schon wesentlich sein! Wir wissen es ja nicht. Wollten die 5 Mädchen das alles nicht erleben oder durften sie nicht?
  • Man kann diesen Abend in keine Kategorie des Theaterwesens einordnen. Auch eigentlich keine „Kritik“ schreiben. Im Bayerischen Rundfunk heißt es zur gestrigen Premiere (Autor Herr Rickleffs): „Susanne Kennedy erzählt keine Geschichte, wärmt keinen Roman noch einmal auf, nein, sie versucht mit ihrer ebenso irritierenden wie betörenden Version der „Selbstmord-Schwestern“ dem Tod selbst eine Bühne zu bieten. Was sie dem Zuschauer damit bietet, ist die Möglichkeit sich diesem und damit auch seinem eigenen Tod nah zu fühlen und sich mit ihm auseinanderzusetzen. Wer dazu bereit ist, dem kann dieses Theater zur Offenbarung werden.
  • Es ist also ein lohnender, auch sehr schöner, wenn auch verstörender Abend, WENN man sich all diesen Aspekten hingibt, vorsichtig hingibt. Und: VORSICHT; THEATER KANN NICHT NUR BELLEN, ES KANN AUCH BEISSEN!
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MUSIK: Simple Minds – Don’t you (forget about me)

Es geht Richtung Pop, ist aber ein schöner Song: Simple Minds mit Don’t you (forget about me): „Rain keeps falling down!“ Oder wie heißt es am Ende so schön: „La-la-la-laha, la-la-la-laha, laa laa laa, laa laa laa, lala – lala!“

Vor allem ist es wieder einmal unglaublich zu sehen, wie  ein einzelner Mann, Sänger und Mitgründer der Simple Minds Jim Kerr, einer ihn anhimmelnden, tobenden, tosenden, begeisterten, mitkreischenden, mitklatschenden, mitsingenden und wogenden Menschenmenge gegenübersteht, über ihr schwebt – und es ruhig aushält. Wie im richtigen Leben, wir kennen es ja alle!

1985 gelang den Simple Minds mit diesem Song (aus dem Film Der Frühstücksclub) der internationale Durchbruch. Den Namen Simple Minds entlehnte die Band einer Textzeile des David-Bowie-Songs The Jean Genie („He’s So Simple Minded He Can’t Drive His Module“).

Der Song ist mein Lebenssong, Freunde wissen es! Lausanne 1983!

Hier die Lyrics zum Song:

Won’t you come see about me
I’ll be alone, dancing, you know it, baby
Tell me your troubles and doubts
Giving me everything inside and out
Love’s strange, surreal in the dark
Think of the tender things that we were working on
Slow change may pull us apart
When the light gets into your heart, baby
Don’t you forget about me
Don’t, don’t, don’t, don’t
Don’t you forget about me
Will you stand above me
Look my way, never love me
Rain keeps falling
Rain keeps falling
Down, down, down
Will you recognize me
Call my name or walk on by
Rain keeps falling
Rain keeps falling
Don’t you try and pretend
It’s my feeling we’ll win in the end
I won’t harm you or touch your defences
Vanity, insecurity
Don’t you forget about me
I’ll be alone dancing, you know it, baby
Going to take you apart
I’ll put us back together at heart, baby
Don’t you forget about me
Don’t, don’t, don’t, don’t
Don’t you forget about me
As you walk on by
Will you call my name
As you walk on by
Will you call my name
When you walk away
Oh, will you walk away
Will you walk on by
Come on, call my name
Will you call my name..
 

Hier die Liveversion …

Und hier eine im Klang klarere Studioversion:

Und hier Live Aids Wembley Stadion:

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Sonstiges

SONSTIGES: Landhaus in der Toskana?

Im Sommer 2017 wird in der Toskana ein wunderbares Landhaus zum Kauf angeboten werden. Ich kenne die Gegend – südlich von Montalcino – bestens und weiß, dass so etwas ein wundervoller Ort wäre, um in aller Ruhe und Schönheit Zeit zu verbringen. Radfahren, wandern, lesen, schreiben, genießen, Kurse geben, zum Meer fahren und und und, alles ist möglich.Eine Investition fürs Leben! Wenn man es zeitweise vermietet, wird es wenig Unkosten verursachen. Es scheinen zwei Häuser zu sein. Ich selber halte mich jedes Jahr für etwa sechs Wochen in der Gegend auf, um zum Schreiben zu kommen.

Ich stelle unten das allererste Exposé des Hauses mit ersten Bildern ein.

WER INTERESSE HAT, EIN SOLCHES OBJEKT GEMEINSAM MIT MIR UND EVTL. EINER DRITTEN PARTEI ZU ERWERBEN, MÖGE SICH BITTE MELDEN! TEL: 0176-81 98 46 45 oder mus.kuhlmann@arcor.de.

ÜBER PREIS, ZUSTAND DES HAUSES ODER SONSTIGE DETAILS IST NOCH NICHT GEREDET WORDEN.

Der Verkauf des Hauses wird über Ostern in ersten Schritten vorbereitet werden. Ich selber habe die Zusage, dass ich der erste sein werde, der es besichtigen kann, da ich vor  mehreren Wochen bereits über eine Freundin vom geplanten Verkauf erfahren habe.

Bildergebnis für toskana

 

ObjektItalien

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Sonstiges

SONSTIGES: Politik- Ist das unsere Asylpolitik?

Ich hatte im Blog bereits über „F aus Afghanistan“ geschrieben, den ich unterstütze. Sein Weg ist weiter unten noch einmal dargestellt. Er ist allein auf dieser Welt, ist schlau, freundlich, höflich, aufgeschlossen, interessiert. JETZT KAM SEINE ABLEHNUNG! ER SOLL DEUTSCHLAND INNERHALB VON 30 TAGEN VERLASSEN! KEIN ASYL, KEINE AUFENTHALTSERLAUBNIS! UNFASSBAR!!

Er sagte mir: Wenn er in Afghanistan überleben will, muss er zur Taliban gehen. Tolles Ergebnis! Andernfalls würde er ganz schnell getötet werden. Er hat ja NIEMANDEN auf der Welt, bei dem er Schutz suchen könnte.

WIE KANN MAN IHN NUR ABLEHNEN!!?? WAS IST DAS FÜR EINE POLITIK! Er hat bereits einen Selbstmordversuch hinter sich, das Attest über seinen anschließenden Krankenhausaufenthalt wurde beim Asylgespräch vorgelegt.

Wir werden natürlich sofort zu einem Anwalt gehen!

Sein Weg ist lesenswert:

18 Jahre alt, schwarze Haare, symphatisch, geboren in einem kleinen Dorf in Afghanistan. Allein auf dieser Welt! Seit fast zwei Jahren ist er nun in Deutschland, will im Sommer seinen Quali machen, lernt ständig! Ein Beispiel, ein trauriges Beispiel. Er hat so manches Mal Tränen in den Augen.

Was hat er alles erlebt! HIER der link zum Blogbericht, in dem ich schildere, was er erlebt hat.

MUSS DIE ABSCHIEBEPRAXIS SO FÜRCHTERLICH SEIN UND EINEM CLEVEREN JUNGEN DAMIT DAS GENICK BRECHEN? WORUM GEHT ES? GEHT ES UM DAS LEIDER SEHR HARTE SCHICKSAL JUNGER MENSCHEN? WOLLEN WIR NICHT HELFEN? IST ALLES NUR BAYERISCHE POLITIK?

 

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Gelesen und geblättert Sonstiges

SONSTIGES: The Dampfnudel Day

Essen ist ja Kultur, also Thema des Blogs. Zumindest Dampfnudeln. Da ich mich letztens an Dampfnudeln versucht hatte (Dampfnudel Day), bringe ich hier das wunderbare Rezept:

Bayerische Dampfnudeln

Und zwischendurch hatte ich mir ein paar naheliegende Gedanken über die besten Filme aller Zeiten gemacht, da sie ja alle seltsamerweise schon in ihrem Titel etwas mit Dampfnudeln zu tun haben. Das kann doch kein Zufall sein. Aber so ist es:

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Bayerische Dampfnudeln mit Vanillesauce

Es gibt sogar so genannte Dampfnudeltore in den pfälzischen Orten Kandel und Freckenfeld! Beide Orte liegen etwas westlich von Karlsruhe. Die Torbögen dieser Tore sind mit jeweils mehr als tausend (!) steinernen (!) Dampfnudeln (!) verziert (!). Eine architektonische Meisterleistung!

Um das „Freckenfelder Dampfnudeltor“ rankt sich sogar eine besondere Sage: Im Dreißigjährigen Krieg stellte eine schwedische Reiterschwadron eine hohe Geldforderung an die Bürger des Ortes. Bei Nichterfüllung drohten sie Plünderung und Mord an. Eine Abordnung erreichte dann aber, dass die Forderung gemildert wurde: Der schwedische Hauptmann und seine Soldaten sollten verköstigt werden, dann verschone er die Bevölkerung. Daraufhin ließ der Bäckermeister Johannes Muck seine Frau und die Magd einen großen Kessel Soße kochen und befahl, sie kräftig mit Wein abzuschmecken. Er selbst buk mit seinen Gesellen Dampfnudeln, bis jeder Soldat satt war: insgesamt 1286 Stück. Bei mir waren es etwas weniger. Die Schwadron akzeptierte das servierte Gericht und verschonte das Dorf vor Zerstörung und Mord.

Die Dampfnudel eben!

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MUSIK: Pink Floyd

Wenn ich der DJ meines Blogs wäre, würde ich jetzt einen Klassiker auflegen. Ich werde künftig weitere Klassiker bringen. Heute also ein Song meiner Jugend: Comfortably Numb von Pink Floyd. Aus dem 1979 erschienenen Album The Wall. Wer kennt es nicht, wer hört es nicht gerne! 2004 belegte das Stück in der vom US-amerikanischen Magazin Rolling Stone erstellten Liste der 500 besten Songs aller Zeiten den 314. Platz.

Es ist einer der bekanntesten Songs von Pink Floyd. Der Song wurde 1989 von den Lesern des Pink-Floyd-Fanmagazins The Amazing Pudding zum besten Musikstück der Band gewählt. Das zweite Gitarren-Solo wurde vom Magazin Guitar-World auf Platz 4 der 100 besten Gitarrensoli gewählt. Der Text erzählt eine Schlüsselszene des Konzeptalbums The Wall.

The Wall erzählt die Geschichte eines jungen als Musiker erfolgreichen Mannes, der aufgrund der Überbehütung durch seine Mutter (Mother), aufgrund der Abwesenheit seines im Krieg gefallenen Vaters (Another Brick in the Wall Part I, When the Tigers Broke Free), aufgrund von Liebesaffären (Young Lust), aufgrund des Umstandes, von seiner Frau betrogen und verlassen worden zu sein (Young Lust, Don’t Leave me Now) und aufgrund der Grausamkeit der Lehrer in seiner Kindheit (The Happiest Days of Our Lives) eine imaginäre Mauer um sich errichtet, die ihn vor äußeren emotionalen Einflüssen schützen soll. Der Mann heißt Pink.

Nachdem er die Mauer aufgebaut hat, verzweifelt Pink an seiner Existenz, weil er durch sie von sozialen Kontakten abgeschirmt ist. Unfähig, die Mauer einzureißen, verabschiedet er sich von der für ihn grausamen Welt (Goodbye, Cruel World).

Anstatt sich umzubringen, versucht Pink aber, letzte verbleibende Gefühle zu unterdrücken und zieht sich in sich zurück. Er wird drogenabhängig, apathisch und verbringt die Zeit reglos und allein vor dem Fernseher (Nobody Home). Als er für einen Auftritt von einem Arzt mit Beruhigungsmitteln behandelt wird (COMFORTABLY NUMB), nehmen seine Drogenfantasien überhand: Er entwickelt Verfolgungswahn (Run Like Hell) und in seinen Vorstellungen wird er zu einem totalitären Agitator, der in seiner Wut auf die Welt gegen Minderheiten hetzt.

Am Ende seines Wahns ist Pink nicht mehr in der Lage, Emotionen zu unterdrücken, und klagt sich selbst vor einem imaginären Gericht des Vergehens Gefühle gezeigt zu haben an. Das Gericht nimmt die Zeugenaussagen von Lehrer, Mutter und Ex-Frau entgegen und verurteilt ihn: Als Strafe soll er vor seinesgleichen zur Schau gestellt werden – die Mauer wird eingerissen (The Trial).

Der verletzliche Pink ist nun freigegeben und ein neues Leben scheint sich anzubahnen (Outside the Wall). Allerdings bricht die letzte Melodie an genau der Stelle ab, an der das Album begonnen hat: Vielleicht beginnt Pinks Leidensweg also auch einfach wieder von vorn.

Nach dem Fall der Berliner Mauer im Jahre 1989 wurde „The Wall“ am 21. Juli 1990 am Potsdamer Platz aufgeführt. The Wall ist das einzige Konzert, das – durch den Veranstaltungsort auf der innerdeutschen Grenze – mit einer Bühne gleichzeitig in zwei Staaten stattgefunden hat.

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SONSTIGES: Politik – Serdar Somuncu – Die Wahrheit über uns und unsere Gesellschaft

Im letzten Musikbeitrag hatte ich geschrieben, man könne manches besser durch Musik ausdrücken. Heute ein anderes Beispiel: Es geht auch mit Vehemenz, mit deutlicher Sprache, mit Empathie und Überzeugung. Ein Beispiel zu einem wesentlichen Element unserer Gesellschaft: Der unbestimmten Angst, uns würde etwas genommen. Serdar Somuncu (* am 03.06.1968 in Istanbul) ist ein deutscher Schriftsteller, Kabarettist, Regisseur, Satiriker. Er legt den Finger gerne schonungslos in unsere Wunden. Das ist auch Selbstkritik. Auf ntv bringt er demnächst (bis zum Sommer) viermal eine Talkshow, nächster Termin ist voraussichtlich der 21. März.

Sedar Somuncu bringt eine Sicht der Dinge auf den Punkt, die ich gut verstehe. Es geht um unsere Verlogenheit! Und Bequemlichkeit! Da kann und muss sich noch einiges ändern. Also spricht er es deutlich an! Hier ein Ausschnitt aus seinem erfolgreichen Programm H2 Universe – die Machtergreifung. Ob er selbst für diesen Ausschnitt den Titel „Die Wahrheit über uns und unsere Gesellschaft“ gewählt hat, weiß ich nicht. Denn von „Wahrheit“ zu reden ist ja nicht leicht.

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SONSTIGES: Politik – CDU in Bayern

Ich hatte kürzlich an dieser Stelle zur Gründung der CDB – Christdemokraten in Bayern – aufgerufen, um es zu ermöglichen, auch in Bayern eine Partei zu wählen, die Angela Merkel unterstützt. Die CSU hat Frau Merkel ja allzu lange geschadet und immer wieder geschwächt. Die CSU wird, fürchte ich, entscheidende Schuld tragen, wenn Frau Merkel nicht mehr Kanzlerin bleiben können sollte.

Im Blogbeitrag zur Parteigründung hatte ich erwähnt, dass ein Nürnberger Rechtsanwalt (und seine Ehefrau) gegen die Unmöglichkeit geklagt hatte, in Bayern die CDU wählen zu können. Ich hatte Kontakt zu ihm aufgenommen und erhalte jetzt folgendes Update: Herr und Frau RAe Roth haben nunmehr Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe eingereicht mit dem Ziel, die CDU jedenfalls mit der Zweitstimme auch in Bayern wählen zu können.Die Klageschrift liegt mir vor, ich würde sie bei Einverständnis der RAe Roth hier veröffentlichen. Mal sehen.

Es wird also weiter geklärt werden, ob etwa die Vereinbarung zwischen CDU und CSU nicht als „Vertrag zulasten Dritter“ (der Wähler in Bayern) – so seine Argumentation – unwirksam oder wegen Einschränkung der Wahlrechte in Bayern schlicht nichtig ist. Interessant.

Herr RA Roth schrieb kürzlich in einer Mail an seine Unterstützer:

Es ist richtig und wichtig, dass Bürger und Politiker dieses Staates dem Demokratieabbau in einigen Mitgliedsländern der Europäischen Union oder gerade aktuell in der Türkei unter Verweis auf unser Wertesystem entschieden entgegentreten. Wir bleiben aber nur dann glaubwürdig, wenn wir selbst demokratische Grundsätze beachten und uns für diese Grundsätze einsetzen. Dazu gehört auch ein freies Wahlrecht dergestalt, dass jeder deutsche Staatsbürger die Partei wählen darf, die seit Jahren die Bundeskanzlerin stellt. Die derzeitige Unmöglichkeit gefährdet die Glaubwürdigkeit unseres eigenen politischen Wertesystems. Das könnten die Gegner unserer Demokratie propagandistisch ausnutzen und dem gilt es entgegenzutreten.“

Kontrollfrage: Dürfte denn die CDU mit der FDP etwa in Hessen eine Vereinbarung treffen mit dem Inhalt: „Wenn Ihr für Frau Merkel seid, treten wir in Hessen nicht an“?

Ich informiere weiter.

Bildergebnis für parteien

MUSIK: Sportfreunde Stiller

So manches Mal kann man die Dinge durch Musik doch noch etwas besser ausdrücken: Dieselben Worte, aber durch die Musik umrahmt, unterstützt, durch den Klang vertont, durch eine gewisse Schlüssigkeit ehrlicher, unplugged, durch eine Art musikalische Überzeugungskraft stimmungsvoller, durch die Aufnahme  wiederholbar, durch den Gesang nicht verfälscht, reichhaltiger, tiefergehend, durch die fremde Stimme geladener, durch den Sound emotionaler, lauter, länger, treffender. Hier etwa die Sportfreunde Stiller mit „Ein Kompliment“.

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Gesehen und gehört

MUSIK: Jimi Hendrix

Ein Gefühl, wie etwas entsteht: Es geht leise, langsam, zaghaft – durchaus schön – los und steigert sich. Es muss sich steigern. Es kann nicht zaghaft bleiben. Es ist erst entstanden, ist zu etwas geworden, wenn es gesteigert ist, gewaltig gesteigert. Erst dann. Damit haben wir immer zu tun, überall. So auch Jimi Hendrix  mit dem kurzen Song „Slipping down to universe“:

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SONSTIGES: Kann Sprache Karneval?

Der Pinguin mit dem blau-gelben Fell griff nach der eckigen Glasflasche und schleuderte sie auf das geschlossene Fenster. Sie klatschte zuerst kurz gegen die orangefarbene Wand neben dem Fenster, blieb aber unversehrt. Dann flog sie weiter, durch die Wand hindurch, hinaus auf die Straße. Obwohl er gleich darauf in das andere Zimmer rollte, der Pinguin, sah er ganz genau vor sich, wie sie auf den gelben Asphalt fiel. Immer noch unversehrt, nur ein bisschen verformt, verbeult, lag sie jetzt direkt vor dem Mann, der gerade am Haus vorbei schwebte, knapp über dem Boden. Laute Musik brodelte und erzeugte Wärme. Der Mann und auch die anderen Passanten schwitzten etwas. Er aß gerade eine rote Banane, die halb abgezogene blaue Schale hing seitlich herunter. Der Pinguin drehte sich zum Fenster und sang laut vor sich hin. Der Mann wiederum hörte es, obwohl er grüne Kopfhörer trug, hob die Flasche auf und blickte zum Pinguin, den er durch die Wand hindurch sah. Er rief zum Pinguin hinauf „Was gibt’s?“. – Der Pinguin antwortete: „Nichts. Ich brauche nichts“. – Der Mann wieder: „Na gut, mach ich. Wie viel?“. – Der Pinguin: „Mindestens eine Portion, damit es für heute reicht“. – „Verstehe“, sagte der Mann und schwebte um die Ecke. Kurze Zeit später kam er zurück, er kam dieses Mal von oben. In der rechten Hand hielt er eine kleine Tüte voll Nichts. Er griff hinein und probierte. „Also mir schmeckt das nicht“, sagte er. „Es schmeckt so glatt!“ Der Pinguin saß mittlerweile am Tisch. „Ist ja auch für mich, nicht für Dich. Und vielleicht haben sie es etwas gewürzt, dann schmeckt es anders, irgendwie wie Wasser, das zu nass gemacht wurde“, sagte er. „Ok“, sagte der Mann und reichte dem Pinguin die Tüte. Durch die Wand hindurch. Es begann gerade, winzige runde, bunt leuchtende Butterflocken zu regnen. „Vorsicht, heiß“, fügte er hinzu. Der Pinguin griff die Tüte und schüttete das Nichts schwungvoll in die Schüssel, die vor ihm lag. Ein kleiner Teil davon spritzte auf den Boden, war aber schon verschwunden, als der Pinguin danach schaute. Er ließ es sich dann gut gehen, der Tag war damit gerettet. Der Mann hatte etwas Gutes getan und der Pinguin war zufrieden. Ein ganz normaler Vorgang, so kurz vor Rosenmontag.

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THEATER: Kammerspiele – No Theater

Ein Beitrag eher für Münchner:

Am Samstag war wieder eine: Uraufführung des Stückes „Nō Theater“ des japanischen Autors Toshiki Okada in den Münchner Kammerspielen. Ich verlinke hier zur zuerst erschienenen Besprechung auf www.nachtkritik.de, in der man auch ein paar der Einzelheiten zu der alten traditionellen japanischen Form des No Theater lesen kann.

Es geht – grob gesagt – im streng formalisierten Nō Theater darum, dass die Geister verstorbener Menschen in der aktuellen Welt noch Dinge erledigen müssen, um das Leben des Verstorbenen wirklich abschließen zu können. Der verstorbene Mensch befindet sich also noch in einem Übergang. Daher stellt in diesem Stück die Bühne sehr gut passend und beeindruckend eine U-Bahn-Station in Tokio dar, die U-Bahn ist nun einmal gerade in Japan Ort des Übergangs, jeder kommt und geht woanders hin.

Mein Eindruck zum Stück: Die Münchner Kammerspiele schaffen Wunderbares, WENN man sich darauf einlässt. Wieder einmal wurde der Zuschauer durch ein sehr besonderes Stück in einen speziellen, eigenen und dadurch wertvollen Zustand versetzt. Man kann das Theater bereichert verlassen. Allein das Erleben dieses Zustandes ist das Stück wert! Es muss nicht immer das schnell gedachte Konsumergebnis „Es war eine Klasse-Umsetzung des Klassikers xy“ am Ende stehen, um zu überzeugen!

Es wird Ruhe produziert, das Geschehen wird ungewohnt und wohltuend entschleunigt, mit einer gewissen Zartheit und Zurückhaltung – typisch japanisch? – werden schwere aktuelle Probleme der japanischen Gesellschaft angesprochen. Von den Geistern zweier Verstorbener, auf zwei unterschiedlichen U-Bahn-Stationen in Tokio. Perplex beobachtet ein junger Mann (Thomas Hauser) die Lage, wird in die Atmosphäre des Stückes hineingezogen.Wie alle Regiearbeiten Okadas ist „Nō Theater“ dabei geprägt von der Diskrepanz zwischen Bewegung und Sprache. Die Schauspieler tragen meist statisch stehend mit unbewegten Mienen ihren Text vor. „Mal hebt sich ein Fuß, mal greifen Hände in die Luft, mal beugt oder wiegt sich ein Körper sachte“, schreibt zurecht Petra Hallmayer auf http://www.nachtkritik.de. Auch dies sind Elemente des japanischen Nō Theaters.

Inhaltlich: Man wurde mit Problemen konfrontiert, die sicherlich besonders auf der japanischen Gesellschaft lasten. Warum wird es bei uns gezeigt? Nun, etwa weil viele Japaner hier leben und zu uns kommen. Oder einfach aus Interesse an der japanischen Denkweise und Gefühlslage, als immer nötiger werdender Blick über den Tellerrand. Oder auch, weil es sich lohnt zu überlegen, ob es nicht genausogut Probleme unserer Gesellschaft sind (Tenor: Das grenzenlose Treiben des Finanzwesens – „the bubble“ – und der Feminismus zerstören die Zukunft der japanischen Gesellschaft!). Oder, weil es einfach auch interessant ist zu lernen, dass man auch sehr reduziert – mit dem ruhigen Abstand der Geister – Probleme betrachten und angehen kann, nicht hektisch nach Lösungen greifen muss, die die nächsten Fehler beinhalten. Auf einen abschließenden Lösungsvorschlag kommt es angesichts dessen garnicht entscheidend an. Der Anstoß ist es! Getragen wurden die Zuschauer im Übrigen von bizarren und einzigartigen „Klängen“ des auf der Bühne sitzenden japanischen Musikers. Der Musiker, der auch auf der anschließenden Premierenfeier – zusammen mit Jelena Kulic – etwas spielte.

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LITERATUR: Hanja Yanagihara – Ein wenig Leben

Ein irgendwie unglaubliches Buch. Eine Aufgabe! Ein Buch, das sich liest und liest und liest und mehr und mehr wird man hineingezogen in die Schicksale der vier Freunde Jude, JB, Willem und Malcom. Und mehr und mehr merkt man: „Es geht um das Leben an sich! Es betrifft mich, obwohl die erzählte Geschichte so besonders ist“. Wie kann man das Leben überhaupt durchstehen? Es ist viel darüber geschrieben worden, hier links zur Besprechung auf ZEIT ONLINE und der Besprechung auf SPIEGEL ONLINE.

Es geht genauer gesagt in diesem Buch – das man (nicht etwa wegen seines 1000-Seiten-Umfangs) immer wieder weglegen muss, weil es so aufzehrt – um zwei elementare sich bedingende „Grenzen“ des Lebens. Mehr geht nicht, als Leser fühlt man sich an diese Grenzen geführt.

Zwei Seiten des Lebens. Auf der einen Seite:
Freundschaft und Liebe. Es ist unfassbar, wie die Leben der vier Freunde – vor allem Jude’s so bitteres Leben – nur durch ihre gegenseitige Freundschaft und Liebe ertragen werden, weitergehen. Jude speziell wird im Grunde nur dadurch am Leben gehalten. Das merkt man später – ich sage nicht, warum.  Das Leben der vier Freunde und weiterer Personen wird über Jahrzehnte hinweg verfolgt. Fast fünfhundert Seiten lang bekommt man vor allem ein Gefühl für die Liebe der drei Freunde von Jude zu ihrem hochtalentierten, intelligenten und gutaussehenden Freund Jude, der seine fürchterliche Vergangenheit verschweigt. Sie können es immer nur erahnen, sie erleben seine Schmerzattacken, seine Angst. Erst später kommt mehr und mehr davon zu Tage! Soviel Hilfe, Mitgefühl, tiefer Trauer und Empathie. Von Seiten der Freunde kommt alles, alles, was das Leben ihres Freundes Jude benötigt. Die Freundschaft und Liebe der Freunde von Jude zu ihm ist grenzenlos! Sie ist kaum zu fassen.

Auf der anderen Seite:
Leid, Traurigkeit, Schicksal, dem man nicht entkommt. Jude verschweigt ein fürchterliches Leid, seine fürchterliche Vergangenheit, menschlich kaum zu ertragen. Das unglaubliche schmerzvolle Leid Jude’s wird aber immer wieder getragen von – seiner und der Freunde – Zuversicht, Hoffnung, Verdrängung, Lebenswillen, Hilfe, dass man es kaum fassen kann. Jude will mithalten im Leben, er will das Leben mitmachen. Er muss es mitmachen! Das Leben ist ein „Weiter und weiter“, jedenfalls, wenn es von Liebe getragen wird! Es geht damit letztlich darum: Wie weit kann Schmerz und Leid für einen Menschen – Jude – gehen und wie weit kann Freundschaft und Liebe für einen Menschen das Leben aufrechterhalten. Wie wichtig ist sie? Und es geht darum, dass das Leben einfach traurig ist. Der Schmerz überschreitet alle vorstellbaren Grenzen, aber Jude will weitermachen. Die Liebe – vor allem die grenzenlose Liebe von Willem zu Jude, aber auch etwa die Liebe der Adoptiveltern Harold und Julia zu ihm – kennt keine einzige Grenze (vor welchen Grenzen sie steht, sage ich hier nicht). Man kann sich als Leser wahrscheInlich nur sagen: „All das, was mir – und wahrscheinlich allen mir bekannten Menschen – in meinem Leben widerfährt, ist ein unglaublcher Kleinkram! Ich kenne nicht im Geringsten mögliche Extreme des Lebens!“ Was folgt, kann eigentlich nur Demut sein. Demut vor dem guten Leben, das man hat. Und ein Gefühl für die Härte des Lebens.

Schon das Buchcover ist übrigens „berüchtigt“. Abgesehen davon, dass es bildlich fantastisch und kaum übertreffbar den traurigen Ton des Buches widerspiegelt (man schaut es sich immer wieder an), stammt es von einem Fotografen, der auch das Foto der letzten LP/CD des berüchtigten transsexuellen Sängers Antony (siehe früheren Blogbeitrag „Musik der Woche“ zum Tod von Leonhard Cohen) gemacht hat. Antony nennt sich ja mittlerweile Anohni.

HIER der Link zum Hanser Verlag, die Buchseite.

 

 

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MUSIK: Jahresrückblick 2016

Hier die Liste der in 2016 im Blog gebrachten Musik

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