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Alles Gute für das kommende Jahr!

Ich wünsche heute allen einen ruten Gutsch und alles Gute für das Neue Jahr 2032!

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SONSTIGES: Weihnachten mit Niki Lauda

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MUSIK: Roger Waters – Comfortably Numb 2022

Darf man Roger Waters bringen? Er ist nicht nur bekannt für seine Anti-Israel-Haltung, sondern hat sich kürzlich in einem Brief an die Ehefrau von Staatspräsident Selenski mit Blick auf den Ukraine-Krieg auch noch klar pro-russisch positioniert. Roger Waters, Gründungsmitglied von Pink Floyd, hatte kürzlich eine neue Version des Songs „Comfortably Numb“ veröffentlicht. Klar darf man, finde ich zumindest mit Blick auf seine Ukraineäußerungen. Meinungsfreiheit! Bei Israel sehe ich es anders!

Also hier mit klarer Absage an seine m. E. zu radikale (siehe unten) Israel-Haltung: „Comfortably Numb 2022“ – seine neue Version. Eine Version mit tieferem Sound, sehr düsterem Video und in düsterer Endzeitstimmung. Roger Waters bringt die Version als Opener seiner derzeitigen Tournee „This Is Not A Drill“. Als Tourdaten für Deutschland im Mai 2023 sind folgende Termine geplant:

  • 07. Mai: Barclays Arena, Hamburg
  • 09. Mai: LANXESS arena, Köln
  • 17. Mai: Mercedes-Benz Arena, Berlin
  • 21. Mai: Olympiahalle, München
  • 28. Mai: Festhalle, Frankfurt

Es ist aber nicht klar, ob diese Konzerte so stattfinden werden! Nach seinen oben erwähnten Äußerungen zum Ukrainekrieg, auch zu Musikkollegen (AC/DC) und zu Fragen um Israel/Palästina wird zunehmend eine Absage der obigen Termine überlegt. HIER etwa in München. HIER in Frankfurt. Im hier verlinkten Artikel zu Frankfurt heißt es:

In der Kritik steht der Musiker, weil er seit vielen Jahren die israelfeindliche Bewegung BDS (Boycott, Divestment, Sanctions) unterstützt, die zu einem umfassenden Boykott des Staates Israels aufruft. Schon lange wird Waters vorgeworfen, judenfeindliche Ressentiments zu schüren – etwa indem er bei seinen Konzerten ein Kunststoff-Schwein mit einem Davidstern durch die Halle fliegen ließ. 

HIER ein Artikel in „Rolling Stones“ über die neue Version des Songs mit Links zu den politischen Fragwürdigkeiten.

Schön – wenn auch extrem düster (was ja derzeit als Blick auf die Welt [Krieg, Klima …] auch verständlich ist) – ist die neue Version des Songs aber schon, nicht zuletzt wegen des Gesangssolos von Shanay Johnson gegen Ende des Songs.

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THEATER: L7L – Die Sieben Irren

L7L steht für „Los Siete Locos“, den Titel des Romans „Die Sieben Irren“ des Argentiniers Bernardo Arlt, zu dem es derzeit an den Münchner Kammerspielen eine Inszenierung gibt. L7L ist hier das Logo eines Geheimbundes von sieben „Irren“.

„Die Sieben Irren“ ist ein argentinischer Großstadtroman aus dem Jahre 1929 – in Argentinien ein Klassiker, der mit „Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin (etwa gleiche Zeit) verglichen wird. Die Inszenierung in München bringt das Kürzel L7L im Titel der Inszenierung: „L7L – Die Sieben Irren“ heißt sie.

Die Münchner Kammerspiele haben sich der Internationalisierung verschrieben. Um das Programm der Münchner Kammerspiele vor allem verstehen zu können, muss man allerdings im Grunde vielsprachig begabt sein. Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Polnisch (vermute ich) … auch Schriftzeichen anderer Sprachen (Griechisch, kyrillisch …) werden gerne einmal verwendet. Ob das andererseits einer „Öffnung des Theaters“ für Menschen, die nicht so oft ins Theater gehen, gerecht wird, kann ich nicht beurteilen, vielleicht lockt es jüngere Menschen. Es kann aber auch recht ratlos zurücklassen … Trotzdem: Der Ansatz/die Idee der Internationalisierung ist jedenfalls nicht nur wertvoll, interessant, öffnet den Blick, es ist auch hilfreich und notwendig.

Es ergab sich nun jedenfalls, dass der argentinische Romanklassiker „Die Sieben Irren“ von Roberto Arlt aus dem Jahre 1929 an den Münchner Kammerspielen (Therese-Giese-Halle) auf die Bühne gebracht wurde und gebracht wird. Von anderen Aufführungen dieses Romans auf deutschen Bühnen ist mir nichts bekannt. Haben wir hier die Deutschlandpremiere?

Es ist allerdings nun nicht so, dass hier ein[e] deutsche[r]/europäische[r] Regisseur/Regisseurin diesen argentinischen Romans auf die Münchner Bühne bringt. Es ist ein ARGENTINIER, Alejandro Tantanian. Ich erinnere mich kurz an eine Inszenierung der Münchner Kammerspiele von vor einigen Jahren (etwa vor vier Jahren): Der IRANER Koohestani hatte damals den ENGLISCHEN/WESTLICHEN absoluten Klassiker „Macbeth“ von William Shakespeare auf die Bühne der Kammerspiele gebracht. Das war ein voller Clash der Kulturen. Die islamische Welt und die westliche Kultur. Hier nun – im Fall von „L7L – Die Sieben Irren“ – ist der Clash nicht ganz so erheblich. Für einen ARGENTINIER ist der Roman „Die Sieben Irren“ von Roberto Arlt ein Heimspiel, ein Klassiker wie etwa der Roman „Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin für einen Deutschen.

Man müsste auch durchaus scharf überlegen, worin Besonderheiten oder Spezialitäten einer argentinischen Inszenierung von „Die Sieben Irren“ liegen könnten. Vielleicht am ehesten im interessanten, fast chaotisch und vielschichtig liebevoll gestalteten Bühnenbild, einer Art „Werkstattsituation“ in der ohnehin werkstattähnlichen Therese-Giese-Halle. Das Bühnenbild wurde von der in ARGENTINIEN geborenen Italienerin Oria Puppo entworfen. Oder im Zusammenspiel von Schauspiel und Film/Video – was an sich nichts Neues ist, hier aber sehr schöne verschiedene Einsätze findet. Nicht nur, dass teilweise eine Handkamera auf der Bühne im Einsatz ist, es sind auch viele großflächige Videoszenen im Hintergrund des Bühnengeschehens oder über der Bühne zu verfolgen, teils auf mehreren kleinen Videoflächen. Auch irgendwie chaotisch, aber immer auch kreativ zugleich.

Etwa, wenn eine Zeit lang nur minimal zeitversetzt eine Probenfassung des Abends hinter dem Bühnengeschehen in Schwarzweißaufnahme stumm auf ganzer Bühnenbreite mitläuft. Man sieht so zwei Fassungen von Szenen, passend zur gewollten Zeitneutralität der Herangehensweise an das Thema in dieser Inszenierung.

Und „schon“ bin ich beim Inhalt des Abends: Es geht zwar im Roman um verrückte Menschen im Grossstadtwirrwarr von Buenos Aires in den Zwanzigerjahren. Vergangenheit in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg. Eine Gruppe, die eine revolutionäre Zelle bildet und einen Umsturz anstrebt. Hier in München an den Kammerspielen wird dagegen in verschiedener Hinsicht versucht, das Entstehen revolutionärer Zellen („faschistischer“ Zellen, was ja zunächst allgemein „Bündnis“ bedeutet) allgemeiner zeitlos zu greifen. Es ist ja immer wieder aktuell, siehe zuletzt „Sturm aufs Kapitol“ oder „Reichsbürger“. Deshalb heißt der Abend hier an den Kammerspielen im Untertitel „Ein Projekt von Alejandro Tantanian und Oria Puppo“. Die Namen der Personen des Romans sind für die Inszenierung auch geändert. Die Frage soll nämlich allgemein lauten: Wie kommt es zu solchen „Bündnissen“?

Es geht im Stück viel um gedemütigte und erniedrigte Menschen. Zusätzlich kommen bei jedem dieser Sieben Irren persönliche Befindlichkeiten dazu. Befindlichkeiten, die natürlich sensibel machen, sich dem Bündnis anzuschließen. Wut, Traurigkeit, Idealismus…

Der Roman bringt dabei viele allgemeine Lebensweisheiten, die nicht sofort politisch in Richtung Umsturz gedeutet werden können. Es sind Lebensweisheiten, auch wenn sie recht düster sind. Ich wollte mir diese Lebensweisheiten und den Text insgesamt bei einer zweiten Vorstellung heute, Mittwoch, 14. Dezember, noch einmal anhören, die Vorstellung fällt leider aus.

So schreibe ich hier zunächst diesen recht allgemein gehaltenen Beitrag und werde ihn nachträglich ergänzen. Wahrscheinlich aber erst nach Neujahr.

HIER noch der Link zu einer Besprechung des Romans in damals neuer Übersetzung seitens des Deutschlandfunks aus 2018.

HIER der Link zur Stückeseite auf der Website der Münchner Kammerspiele.

Copyright des Beitragsbildes: Judith Buss

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SONSTIGES: Elfriede Jelinek – Der Film

Elfriede Jelinek – Die Sprache von der Leine lassen – so heißt der Film, der derzeit (ACHTUNG – sicher nicht mehr lange!) in ausgewählten Kinos zu sehen ist. Der Film ist natürlich interessant für Theaterfreunde, obwohl Elfriede Jelinek ihre Stücke ja nicht speziell für die Bühne geschrieben hat. Zu ihren Texten gibt es aber immer schon Inszenierungen.

Ich kenne leider nur zwei Inszenierungen zu ihren Texten: „Am Königsweg“ (Inszenierung am SchauspielHaus Hamburg, HIER ein Trailer) und „Wut“ (Inszenierung an den Münchner Kammerspielen). Einar Schleef war wohl ihr Lieblingsregisseur. An weitere Inszenierungen ihrer Texte an den Münchner Kammerspielen (etwa die Werke Rechnitz, Die Straße, die Stadt, der Überfall, Das schweigende Mädchen) kann ich mich irgendwie nicht mehr erinnern, obwohl sie an den Münchner Kammerspielen liefern.

In diesem Beitrag bringe ich einige Links, die es ermöglichen, Elfriede Jelinek vielleicht ein wenig zu verstehen. Schwer genug!

HIER etwa ein Gespräch mit Elfriede Jelinek nach dem Tod von Einar Schleef.

Und hier bei dieser Gelegenheit zunächst ein schöner Song aus der Inszenierung „Am Königsweg“, gesungen von Benny Claessens: Die Inszenierung vom SchauspielHaus Hamburg, war ja eingeladen zum Berliner Theatertreffen. Ausschnitte von „Am Königsweg“ sieht man über den Link unten zum „weiteren Porträt“. Claessens kann wahrlich nicht singen, aber trotzdem:

Den Film „Elfriede Jelinek“ hatte ich mir am vergangenen Sonntagmittag im Münchner Theatiner Filmtheater angesehen, das einem schon wegen seiner Kleinheit, seiner – gewissermaßen -„Zurückgezogenheit“ und seines ausgewählten Programmes immer wieder gefallen kann! HIER der Link zur Website des Kinos.

Die Regisseurin und Autorin des Films „Elfriede Jelinek – Die Sprache von der Leine lassen“, Claudia Müller, sagt in einem Gespräch über ihren Film (HIER das Gespräch), sie möchte den Zuschauer hungrig zurücklassen mit der Idee: „Ich möchte etwas von Elfriede Jelinek lesen“. So ist es auch! Man kann Elfriede Jelinek nach diesem Film natürlich in keiner Weise vollständig – wenn überhaupt – verstehen. Auch ich werde mir sicherlich demnächst ein Buch von Elfriede Jelinek zur Hand nehmen.

In zumeist auffallend ruhiger Art und Weise versucht der Film jedenfalls, der Person Elfriede Jelinek näher zu kommen. „Auffallend ruhig“ deshalb, weil die mir bekannten Inszenierungen ihrer Texte auf der Bühne zu recht unverständlichem Chaos und zu Wildheit neigten. Die Steiermark, ihre Heimat. Elfriede Jelinek ist ansich ja bekannt dafür, dass sie alles andere als Ruhe gibt, doch der Film schafft oft Ruhe und damit Konzentration auf sie und ihre Texte. Im Film werden Ausschnitte aus ihren Texten von SchauspielerInnen wie Ilse Ritter, Sandra Hüller, Stefanie Reinsperger etc. zitiert. Der Film versucht nicht, das Leben von Elfriede Jelinek chronologisch abzuarbeiten, es sind jede Menge Zeitsprünge enthalten. Es beginnt mit der Verleihung des Literaturnobelpreises im Jahre 2004. Deutlich wird dann doch erst einmal gezeigt, dass ihre Kindheit und Jugend, in der sie von ihrer Mutter wohl übermäßig zu allen möglichen Kunstleistungen verpflichtet wurde, sehr prägend für ihr weiteres Leben waren und ihr diesen doch distanzierten Blick auf das Leben gegeben haben müssen. Die Sprache war – sagt sie – noch das einzige Feld, das für sie frei war.

Das Besondere ist dabei, wie sie Worte wählt, welche Worte sie wählt, wie sie sich ausdrückt! Sie hat – erlebt man auch im Film – eine unglaubliche Distanz zum normalen Leben, beschreibt es aber in vielen Einzelheiten und Tendenzen, ist also gleichzeitig dicht dran am Leben. Das ist bemerkenswert. Der Film zeigt auch, dass sie oft/meist politisch agierte. Vor allem zeigt er ihre Auseinandersetzung mit der an Österreich klebenden faschistischen Vergangenheit. Stichworte sind Haider, Waldheim, Rechnitz. Bevor der Film diese politische Ausrichtung wieder verlässt.

Elfriede Jelinek hat sich nach Erhalt des Literaturnobelpreises aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Schon an der Verleihung des Literaturnobelpreises in Schweden konnte sie nicht teilnehmen. Vor allem wollte sie vermeiden, über ihre eigenen Stücke zu reden und sie damit zu schwächen, wie sie meint. Zumindest hat sie zu dem Film „Elfriede Jelinek“ – nachdem sie ihn gesehen hatte – auf Wunsch der Regisseurin in einem Brief Stellung genommen – und sie hat auch hier wieder sehr besondere Worte gefunden. Der Brief wurde in der ZEIT und im STANDARD veröffentlicht.

HIER ist der Link zu diesem Brief.

HIER wird der Brief von Stefanie Reinsperger gelesen.

HIER ist noch ein Trailer zum Film.

Und HIER ist ein interessantes weiteres neueres „Porträt“ von Elfriede Jelinek (aus 2021) zu sehen.

An Elfriede Jelinek rauscht ihre Welt vorbei, die sie skeptisch/pessimistisch betrachtet, und sie findet zu alledem besondere, ganz besondere Worte! Nicht an Fiktionen, an ihren Realitäten arbeitete sie sich ab. Amerika, Österreich, Tourismus, Faschismus, Pornographie, vieles vieles mehr. Sie formuliert und benennt die Dinge so, wie sie kaum jemand formuliert.

HIER noch der Wikipediaeintrag zu Elfriede Jelinek, der ihre unglaubliche frühere Schaffenskraft zeigt.

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ANKÜNDIGUNG: „Vögel“ am Sonntag im Streaming

DAS ERFOLGREICHE STÜCK „VÖGEL“ VON WAJDI MOUAWAD IST JA KÜRZLICH VOM METROPOLTHEATER ZUNÄCHST AUSGESETZT WORDEN WEGEN ANGEBLICH ANTISEMITISCHER ÄUSSERUNGEN! ICH WEIß NICHT, WELCHE ÄUSSERUNGEN INSGESAMT GEMEINT SIND, MIR WAR NICHTS AUFGEFALLEN.

Die jüdische Großmutter sagt einmal: “Scheiß KZ“ (oder ähnlich). Das kann ja wohl nicht antisemitisch sein. Auch die Erzählung inhaltlich: Ein jüdischer Soldat rettet im Libanonkrieg ein palästinensisches Baby, das Palästinenserkind wächst bei den Juden auf, auch dessen Kind meint, jüdisch zu sein, bis alles auffliegt. Ich weiß nicht, was daran antisemitisch war. Eine weitere Stelle wird genannt: Die Aussage „Wenn Traumata Spuren in den Genen hinterließen, die wir unseren Kindern vererben, glaubst du, unser Volk ließe dann heute ein anderes die Unterdrückung erleiden, die es selbst erlitten hat?“ Ist das gleich antisemitisch? Doch nur dann, wenn die Antwort „Ja“ käme, oder? Verstehe ich nicht ganz.

An diesem Sonntag, zweiter Advent, 4. Dezember 2022, bringt das Schauspiel Köln ausnahmsweise von 16.00 Uhr bis 00.00 Uhr ein Streaming dieses Stückes. HIER der Link zur Stückeseite am Schauspiel Köln.

Schon 2019 wurde das Stück „Vögel“ am Schauspiel Köln inszeniert. Für das Streaming am Sonntag gibt es eine besondere Fassung:

Für die digitale Umsetzung des Stückes am Sonntag hat sich der damalige Regisseur Stefan Bachmann den Kameramann Andreas Deinert an die Seite geholt (Deinert arbeitet als Bühnen-Live-Kameramann und Videodesigner u. a. für Frank Castorf). Er verwendet für das Streaming von „Vögel“ verschiedene Split Screens, um Szenen narrativ zuzuspitzen und gleichzeitig den subjektiven Blick der Zuschauer*innen vom Bühnenraum ins Digitale zu übertragen.

Ansehen und urteilen! Textlich dürfte das Metropoltheater in München ja nichts anderes gebracht haben.

HIER der Link zu meiner damaligen Besprechung der Inszenierung „Vögel“ am Metropoltheater.