Es gibt wieder einen guten Überblick über die kommende Spielzeit 2023/2024 der deutschsprachigen Theater: In der September-Ausgabe der Zeitschrift „Theater der Zeit“ veröffentlichen sehr viele deutschsprachige große und kleine Theater eine Anzeige mit Hinweis auf deren kommende Premieren.
Es ist insgesamt der Teil 2 der Ankündigungen, in der August-Ausgabe von THEATER DER ZEIT (einem Arbeitsheft für Johann Simons) waren bereits viele viele andere deutschsprachige Theater mit einem Hinweis auf deren kommende Premieren vertreten. Darüber hatte ich HIER kurz geschrieben.
Die Zeitschrift THEATER DER ZEIT lässt sich auch online lesen, allerdings ohne die Anzeigen. HIER der link.
In der September-Ausgabe von THEATER DER ZEIT weisen nun folgende Theater auf die kommenden Premieren hin:
Münchner Kammerspiele
Düsseldorfer Schauspielhaus
Theater Basel
Schauspiel Stuttgart
Berliner Ensemble
Schauspielhaus Zürich
Schauspiel Frankfurt
Gorki Theater Berlin
Thalia Theater Hamburg
Schauspiel Hannover
Bühnen Halle
Schauspiel Leipzig
Badisches Staatstheater Karlsruhe
Theater Heilbronn
Theater Münster
Staatstheater Braunschweig
Mecklenburgisches Staatstheater
Staatsschauspiel Dresden
Harz Theater Halberstadt und Quedlinburg
Saarländisches Staatstheater
Hessisches Landestheater Marburg
Staatstheater Nürnberg
Stadttheater Ingolstadt
Schauburg
Hans Otto Theater
Theatercasino Zug
Vorarlberger Landestheater
Theater Freiburg
Theater Konstanz
Brandenburger Theater
Gerhart Hauptmann Theater Görlitz
Theater Bautzen
Staatstheater Cottbus
Theater Chemnitz
Theater junge Generation
Konzert und Theater St. Gallen
Theater Chur
Luzern Theater
Theater Winterthur
Theater Neubrandenburg – Neustrelitz
Erzgebirgisches Theater
Landestheater Schwaben
Theater Regensburg
Theater und Orchester Heidelberg
Nationaltheater Mannheim
Theater Aachen
Theater Dortmund
Deutsches Theater Göttingen
Theater Oberhausen
Theater Baden-Baden
Mainfranken Theater
Theater Aalen
Staatstheater Kassel
Theater Magdeburg
Theater für Niedersachsen
Staatstheater Meiningen
Theater der Altmark
Junges Staatstheater Berlin
Theater Waidspeicher Erfurt
Landestheater Linz
Ich hoffe, ich habe jetzt nicht etwas übersehen. Die September-Ausgabe von THEATER DER ZEIT enthält darüber hinaus zum Einen weitere Anzeigen über Theaterfestivals und Sonderveranstaltungen und zum Anderen interessante Beiträge. Der Vielfalt der Beiträge – Titelbild: Der Theatermacher Romeo Castelluci – kann ich nur durch die folgenden zwei Kopien des Inhaltsverzeichnisses der September-Ausgabe gerecht werden:
Auch dieses Jahr gibt es von der Zeitschrift „Theater der Zeit“ wieder eine Ausgabe, in der die Premieren sehr vieler deutschsprachiger – nicht nur der „großen“ – Theaterhäuser in Anzeigen angekündigt werden. Die Ankündigung der kommenden Premieren ist, soweit ich höre, in zwei Ausgaben der Zeitschrift „Theater der Zeit“ aufgeteilt.
Die erste Ausgabe, in der man Ankündigungen von kommenden Premieren sieht, ist das diesjährige Arbeitsbuch des Verlages. HIER der Link zur Produktseite des „Arbeitsbuches“. HIER der allgemeine Link zur Verlagsseite, auf der viele theaterbezogene Inhalte zu finden sind.
Die Texte des Arbeitsbuches können online gelesen werden! Es ist ein Arbeitsbuch über (und für) Johan Simons, herausgegeben von Susanne Winnacker. Zunächst zu den Premierenankündigungen (1.), dann noch zum Inhalt des Arbeitsbuches (2.).
Ankündigungen von Premieren: Zu finden sind Ankündigungen aus folgenden Theaterhäusern:
Theater Bonn
Schauspiel Köln
Kampnagel
Badische Landesbühne
Theater Biel, Solothurn
Theater Plauen, Zwickau
Theater Eisleben
Theater Senftenberg
Nationaltheater Weimar
Theater der jungen Welt Leipzig
Schauspiel Essen
Theater Konstanz
Theater Gütersloh
Tiroler Volksschauspiel
Theater Naumburg
Theater Bielefeld
Landestheater Detmold
Landesbühne Niedersachsen Nord
Theater Paderborn
Uckermärkische Bühnen Schwedt
Puppentheater Magdeburg
Bühnen Bern – Schauspiel
Volkstheater Rostock
Schauspielhaus Bochum
Zusätzlich sind Festivals angekündigt:
Mülheimer Theatertage
Impulstanz (bereits vorbei)
Zürcher Theaterspektakel
Ruhrtriennale (hat begonnen)
Internationales Sommer Festival Kampnagel
Kunstfest Weimar
Termine von ersten Premieren finden sich online auf der Website des Verlages Theater der Zeit: HIER der Link.
2. Zum Inhalt des Arbeitsbuches für Johan Simons:
Man braucht Zeit, um die sehr ausladenden Texte über Johan Simons und seine Arbeit zu lesen. Noch dazu sind sie in diesem Arbeitsbuch sehr klein und in großen Textblöcken geschrieben. Und noch dazu sind sie teilweise recht kompliziert geschrieben. Das wiederum liegt vielleicht daran, dass jeweils sehr genau auf die Gegenstände, über die geschrieben wird, eingegangen wird. Die Texte haben insgesamt eher Buchqualität. Es bedarf große Konzentration. Man hätte durchaus daraus ein Buch über Johan Simons machen können.
Auf Einzelheiten der Texte kann ich hier nicht eingehen. Ich lese immer noch. Immer wieder kommt man auf die Arbeitsweise von Johan Simons zurück. Die Stille, die Ruhe, das Zusehen, das braucht er. Daraus erwächst in ihm wohl das tiefe Gespür dafür, was er will und was ihm fehlt, worum es ihm geht. Auch Johan Simons hat einen Text beigetragen. Außerdem Sandra Hüller, Jens Harzer, Stefan Hunstein, Elsie de Brauw (die Lebensgefährtin von Johan Simons), Susanne Winnacker (stellvertretende Intendantin des Schauspielhauses Bochum) und und und. Seit der Spielzeit 2018/2019 ist Johan Simons bekanntlich Intendant des Schauspielhauses Bochum.
Auf der letzten Seite des Bandes heißt es: „Seit 40 Jahren prägen die vielfach ausgezeichneten Bühnenwelten des Österreichers Martin Zehetgruber die europäische Theaterszene. Das Buch zeichnet seinen Werdegang nach und versammelt Stimmen von künstlerischen Wegbegleitern aus den verschiedenen Gewerken.“
Beim Verlag „Theater der Zeit“ ist ein Buch erschienen, das Theaterfreunde interessieren wird: „Alles Katastrophe Bühnen – Martin Zehetgruber“, 271 Seiten. Herausgeberin ist Judith Gerstenberg, Dramaturgin mit langjähriger Zusammenarbeit mit Martin Zehetgruber. Viel aus dem Archiv von Martin Zehetgruber. Mit diesem Band lernt man – gerade durch die Texte – viel über mögliche Wirkungen von Bühnenbildern.
Auch auf der diesjährigen Ruhrtriennale ist Martin Zehetbauer wieder dabei. Die Ruhrtriennale 2023! Sie findet vom 10. August bis zum 23. September statt. HIER der Link zur Website. Martin Zehetgruber wird das Bühnenbild für die Inszenierung von William Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ gestalten. Es ist eine Koproduktion mit dem Burgtheater Wien, an dem Martin Zehetgruber fest arbeitet. Dortiger Intendant ist ja sein alter Freund und erster Weggefährte Martin Kusej. Die Inszenierung „Ein Sommernachtstraum“ ist in der kommenden Spielzeit am Burgtheater Wien zu sehen.
Regie zur Inszenierung von „Ein Sommernachtstraum“ führt übrigens Barbara Frey, die auch sehr viel mit Martin Zehetgruber zusammengearbeitet hat und derzeit die künstlerische Leiterin der Ruhrtriennale (HIER) ist. Sie hat auch in dem Buch, das ich hier vorstelle, geschrieben.
Und: Auch Judith Gerstenberg ist auf der Ruhrtriennale vertreten: Sie ist die Dramaturgin des Stückes „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“ von Fjodor Dostojewski mit Nina Hoss. HIER der Link.
Zum Buch „Katastrophe“ zunächst:
Mir selber sind aus diesem umfangreichen Bildband leider nur zwei Inszenierungen mit Bühnenbildern von Martin Zehetgruber bekannt: „Der Weibsteufel“ von Karl Schönherr, hier Fotos aus dem Bildband:
Dieses Bühnenbild ist für Nicholas Ofczarek das „wahrscheinlich beste Bühnenbild, in dem ich je gespielt habe“.
Und die Inszenierung „Automatenbuffet“, bekannt auch durch das Berliner Theatertreffen:
Die Bühnenbilder von Martin Zehetgruber haben in der Regel besondere Auswirkungen auf die SchauspielerInnen (auf sie oft geradezu Auswirkungen körperlicher Art, liest man) und auf die ZuschauerInnen. Kostümbildnerin Heide Kastler sagt:
„Ihn (Martin Zehetgruber) interessiert das Abgründe im Menschen. Er trifft mit seiner Raumsetzung immer den Kern der Geschichte, der visuell für die Zuschauer erfahrbar wird. Er überhöht, übertreibt und reduziert gleichzeitig. Ich denke zum Beispiel an „Weibsteufel“. … Die Baumstämme (siehe oben): „Resultat einer Katastrophe“ … „Damit hatte er das Herz des Stücks freigelegt.“
Es sind überhaupt meist düster gehalten Bühnenbilder. Entsprechend vielleicht seiner Kindheit, seiner Jugend, der Familie. Der frühe Verlust des Vaters, der soziale Absturz …
Wasser ist außerdem ein zentrales Element seiner Bühnenbilder. Auch das wohl vergangenheitsbedingt. Die zerstörerische Kraft von Wasser. Das Eindringen in den Raum und in den Menschen. Die Körperlichkeit von Kälte, Wärme, Nässe, Schwierigkeit…
Mit Martin Kusej verbinden ihn die Aktivitäten und Zusammenarbeiten in den jungen Anfangsjahren, aber auch später. Sie haben teils mit unglaublichem Aufwand viel experimentiert, einiges ist zeitlich mittlerweile vielleicht nicht mehr so zu sehen. An 70 der insgesamt über 110 Inszenierungen von Martin Kusej war Martin Zehetgruber als Bühnenbildner beteiligt.
Man muss wahrscheinlich wochenlang in diesem Buch blättern … lesen … sich die einzelnen Bühnenbilder ansehen. Auch wenn die Fotoaufnahmen nicht immer bester Qualität sind. Es ist komplex. Schade nur, dass man doch die allermeisten Bühnenbilder nicht gesehen hat. Aber man bekommt so zumindest einen besonderen Blick für das Bühnenbild!
HIER der Link zur Website des Verlags „Theater der Zeit“.
Copyright der obigen Bilder: Burgtheater/Georg Soulek („Weibsteufel“) und Archiv Martin Zehetgruber („Automatenbüffet“)
Wer einen recht schönen Überblick über viele der anstehenden Premieren der Spielzeit 2019/2020 auf den deutschsprachigen Bühnen haben möchte, kommt der Sache näher, wenn er die Septemberausgabe der Zeitschrift Theater der Zeit durchblättert:
Viele viele deutschsprachige Theater haben dort in – kleinen oder großen – Anzeigen ihre anstehenden Premieren der Spielzeit 2019/2020 zusammengestellt.
Ankündigungen der folgenden Theater finden sich dort (wobei ich vielleicht sogar das ein oder andere übersehen habe):
Schauspielhaus Zürich
Düsseldorfer Schauspielhaus
Schauspielhaus Leipzig
Nationaltheater Mannheim
Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin
Theater Magdeburg
Schauspiel Stuttgart
Theater Hanse
Landesbühnen Sachsen
Theater Junge Generation
Theater an der Ruhr
Landestheater Detmold
Schauspiel Graz
Theater Heilbronn
Deutsches Theater Berlin
Theater Rudolstadt
Theater Bremen
Staatstheater Nürnberg
Theater Aachen
Volkstheater Rostock
Hans Otto Theater
Berliner Festspielhaus
Theater Senftenberg
Staatstheater Cottbus
Landestheater Schwaben
Theater Bamberg
Theater Biel Solothurn
Theater St. Gallen
Theater Gütersloh
Burghofbühne Dinslaken
Deutsches Theater Göttingen
Stadttheater Gießen
Saarländisches Staatstheater
Staatstheater Mainz
Luzerner Theater
Vorarlberger Landestheater
Theater Hof
Mainfrankentheater Würzburg
Theatre National du Luxembourg
Theater Ulm
Theater Plauen Zwickau
Nationaltheater Weimar
Theater Münster
Theater Paderborn
Württembergischen Landesbühne Esslingen
Staatstheater Augsburg
Für die größeren Häuser empfiehlt sich außerdem natürlich der Blick in meinen Blog: Rechts oben auf das Feld „Websites und Spielpläne von Theatern“ klicken und schon findet man alles.
Die Ausgabe September 2019 der Zeitschrift Theater der Zeit beschäftigt sich im Übrigen schwerpunktmäßig mit Österreich, Martin Kuśej ist am Burgtheater ja der neue Intendant – in einer politisch heiklen Landschaft. Wie er es sieht und mehr kann man dazu lesen.
Des Weiteren finden sich in der Septemberausgabe zwei Artikel über den besten nationalen Beitrag der Biennale Venedig 2019, über den ich ja auch gerade geschrieben habe (HIER).
Außerdem liest man unter anderem ein Portrait der Regisseurin Anne Lenk. Inszenierungen von Anne Lenk waren ja in den vergangenen Jahren auch am Münchner Residenztheater zu sehen. In der gerade begonnenen Spielzeit 2019/2020 wird sie unter anderem am Burgtheater in Wien und am Staatstheater Hannover inszenieren. Gerade war ihre Premiere in Wien, „The Party“ von Sally Potter. HIER die Besprechung dazu in http://www.nachtkritik.de.
Ich mag es gerne kritisch, aufrüttelnd und anstoßend. Das ist Theater! Mir ist bisher Anne Lenk in ihren Inszenierungen zu brav gewesen. Auch in der oben verlinkten Kritik zu ihrer Burgtheaterpremiere heißt es: „… alles an diesem Abend bleibt fahl …“: Sie ist m. E. nicht deutlich genug. Auch das Portrait in Theater der Zeit finde ich insoweit zu harmlos, zu gut.
Es gibt aber in der Septemberausgabe noch mehr zu lesen, es geht nicht nur um Österreich!
HIER der link zur Website des Verlages von „THEATER DER ZEIT“.
Es gibt wenige große Theaterzeitschrift. Eine davon: „Theater der Zeit“. Über eine andere hatte ich bereits berichtet (HIER der Link zum Beitrag). Aktuell: Der Verlag von „Theater der Zeit“ bringt seit Jahren neben den zehn Monatsausgaben jeweils als Doppelausgabe 7 und 8 ein „Arbeitsbuch“ zu einer Persönlichkeit oder einem Thema der Theaterwelt heraus. Das Arbeitsbuch Nr. 28 erschien nun kürzlich zum flämischen Regisseur Luk Perceval.
HIER der Link zur Website von „Theater der Zeit“. HIER der Link zum Arbeitsbuch über Luk Perceval mit der Möglichkeit, reinzublättern und zu bestellen.
Thematisiert werden im (etwa 180-seitigen) Arbeitsbuch neben einigen Inszenierungen von Luk Perceval seine Sicht auf den derzeitigen „Zustand“ des Theaters vor allem in Deutschland – er arbeitete die letzten Jahrzehnte hauptsächlich in Deutschland – und seine interessanten Vorhaben in der näheren Zukunft – er wechselt nach Belgien. In deutscher Version und wortgleich in englischer Übersetzung – das macht (neben einiger Werbung deutscher Theater) leider auch den Umfang des Arbeitsbuches aus – liest man etwa ein Gespräch mit Luk Perceval, dann ein Gespräch mit dem Schriftsteller und Dramatiker Jon Fosse, außerdem ein gemeinsames Interview mit Luc Perceval zum Einen und – aus gegebenem Anlass – Milo Rau zum Anderen sowie Gespräche und Texte einiger seiner langjährigen Mitstreiter (die Bühnenbildnerin Annette Kurz, der Schauspieler Thomas Thieme, die Dramaturgin Marion Tiedtke, der Musiker Jens Thomas, der künstlerische Leiter Steven Heene, jetzt auch am NTGent, und weitere). Angereichert ist all das durch großformatige Bilder von einigen Inszenierungen von Luk Perceval.
Hier etwa eine Fotoaufnahme der Probe zu „Macbeth“ in Sankt Petersburg aus dem Jahre 2014 (auch zu seinen russischen Gastspielen sind zwei Texte zu lesen):
2018 war Luk Perceval übrigens mit einer wohl sehr persönlichen Interpretation von „Romeo und Julia“ von William Shakespeare wiederum in Russland. Auch dazu einen Artikel.
Das Beitragsbild oben wiederum zeigt die Bühne der Inszenierung von „Frost“ am Thalia Theater in Hamburg, auch von 2014.
Luk Perceval ist fländrischer Herkunft. Er ging, wie gesagt, nun vor Kurzem einen interessanten Schritt: Er verließ Deutschland und wechselte an das NTGent in Belgien, dessen Intendant bekanntlich Milo Rau ist. Ein spannender Ort. HIER der Link zur Website des NTGent. Er ist dort für drei Jahre Artist in Residence. Auf der Suche nach den Möglichkeiten eines internationalen Theaters für das 21. Jahrhundert.
Am NTGent bringt Luk Perceval eine Trilogie über Belgiens Geschichte heraus. Jedes Jahr wird ein Teil der Trilogie gezeigt werden. Die Trilogie heißt insgesamt „The Sorrows of Belgium“. Der erste Teil dieser Trilogie, die sich mit der unaufgearbeiteten Vergangenheit Belgiens (etwa Kongo) auseinandersetzt, hat den Titel „Black“. Dieser erste Teil läuft bereits seit März – bis Anfang kommenden Jahres. Die folgenden Teile werden – den Nationalfarben Belgiens entsprechend – die Titel „Yellow“ und „Red“ haben.
HIER der Link zur Seite des Stückes „Black“ auf der Website des NTGent. HIER ein Video mit kurzen Ausschnitten aus „Black“. Und HIER noch eines dazu.
Luk Perceval und Milo Rau sprechen im gemeinsamen Interview im Arbeitsbuch über Fragen eines modernen internationalen Theaters, die ja besonders Milo Rau am NTGent in den Vordergrund stellt und praktiziert. Das und die Entwicklung des deutschen Stadttheaters sowie die Arbeit des heutigen Schauspielers und der Schauspielerin sind ganz offenbar die Themen, die Luc Perceval umtreiben. Er beklagt die harten riesigen und zementierten Strukturen des deutschen Stadttheaters und die daneben teilweise wackeligen, vor allem oft schlechten finanziellen Bedingungen der SchauspielerInnen.
Außerdem wäre in seiner Idealsicht
„… auch die Öffentlichkeitsarbeit auf der Probe dabei und würde mit Beteiligten Gespräche führen, Filmen, Podcasts machen und so weiter. Damit das Theater sich viel mehr öffnet. Damit ein Diskurs entsteht, eine Auseinandersetzung, ein Raum, mit dem man sich emotional und intellektuell identifizieren kann; damit man die Leute, die Stadt einlädt, mitzudenken und sich auch mit uns auseinander zu setzen.
Und so weiter. Ein Wermutstropfen beim Lesen (wie leider oft, wenn es um Kritiken zur Aufführungen geht): Um das Arbeitsbuch umfassend genießen zu können, sollte man möglichst viele der angesprochenen Inszenierungen von Luc Perceval gesehen haben. Inszenierungen, die ihn, wie gesagt, auch mehrfach nach Russland führten (wobei man diese Inszenierungen wahrscheinlich kaum gesehen haben wird). Viele der von den Mitstreitern geschilderten Eindrücke beziehen sich detailreich auf diese Inszenierungen. Schade, von diesen Eindrücken zu lesen, wenn man sie nicht nachvollziehen kann. Das nimmt etwas Freude am Gelesenen, doch auch das ist immer wieder gemischt mit Darstellungen der handelnden Personen, die einen guten Gesamteindruck schaffen, soweit das möglich ist. Aber wann hat man schon einen „Gesamteindruck“?