MUSIK: Marius Müller-Westernhagen – Freiheit

Werte, die uns tragen.Es könnte auch anders sein. Aber immer wieder lohnt es sich, kritisch anzuschauen, wie wir damit umgehen. Oder etwa ob wir sie nur einsetzen, um andere Ziele zu verfolgen (so kurz Slavoj Zizek, vorheriger Blogbeitrag). Mehr dazu wahrscheinlich in Bälde. Heute dazu der Song Freiheit von Marius Müller-Westernhagen. Weil der Song recht kurz ist, folgt danach noch sein Song Ich bin wieder hier.

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LITERATUR: Slavoj Zizek – Der neue Klassenkampf

Ich habe mit Mut und viel Zeit ein zweites Buch des Philosophen Slavoj Zizek gelesen. Der neue Klassenkampf – Die wahren Gründe für Flucht und Terror. Slavoj Zizek ist ein Tausendsassa der mo­dernen Zeit, der zwischen Politik und Philosophie argumentiert. Auf Youtube kann man eini­ges von ihm ansehen. Es ist eben interessant zu sehen, was ein schlauer Mensch mit einem inte­ressanten Blick auf die Dinge über aktuelle globale Entwicklungen denkt. Besser, als einfach mal schnell das Burkaverbot auszurufen, denke ich.

Er ist nicht leicht zu verstehen, ich habe wieder versucht, es auf kurze Punkte zu bringen. Es ist damit natürlich vereinfacht dargestellt. Er argumentiert gut, aber einiges bleibt offen. Letztlich hängt aus seiner Sicht alles am globalisierten Kapitalismus, nicht an den unterschiedlichen Kulturen. Der globalisierte Kapitalismus fördert einen neuen globalen Klassenkampf. Interessanter Gedanke. Hinter der Maske der kulturellen Vielfalt schwelt der brutale globale Kapitalismus.

Sein Resumee vorweg (letztes Kapitel):

Wir brauchen eine organisierte EU-weite humanitäre Behandlung der Flüchtlingswelle durch das Militär (Krisenfall!) mit klaren Richtlinien. Dann volle Toleranz innerhalb der Richtli­nien. Und:  „Wir sollten die derzeit vorherrschende linksliberale humanitäre Haltung verwerfen.“ Denn Toleranz außerhalb von klaren Richtlinien oder ohne Richtlinien zu zeigen, fördert nur den Nationalismus. Es geht um Universalismus statt Nationa­lismus. Man muss global den gleichen Kampf zu kämpfen lernen. Nationale Souveränität muss neu definiert werden. Es wird in der Welt künftig immer wieder große Fluchtbewegun­gen/Völkerwanderungen geben. („Migrationen im großen Stil sind unsere Zukunft“). Die Hauptursache für Flucht liegt im globalen Kapitalismus. Die globale Kaptalismus muss radi­kal geändert werden. Letztlich ist es etwas Kommunistisches, was wir brauchen. Wer kann was ändern? „Wir sind diejenigen, auf die wir gewartet haben.“ Braucht es eine große Katast­rophe, um etwas zu ändern? Das wäre obszön. „Wir müssen den Klassenkampf wieder auf die Tagesordnung bringen.“ Nötig ist die globale Solidarität mit den Ausgebeuteten und Unter­drückten. Klassenkampf wird oft mit Kulturkampf verwechselt. Wir müssen „die Basis unse­rer Gesellschaft weltweit umstellen“. Aber wie? Wahrscheinlich eine Utopie, sagte selber.

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HIER eine Zusammenfassung der Argumentation:Slavoj Zizek 3

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SONSTIGES: Geschriebenes – Die Pfützen

Einige Menschen schreiben oder beschreiben gerne etwas. Jeder tut es anders. Man lässt den Leser über kurz oder lang in eine andere Welt eintauchen und manchmal gefällt es dem Leser. Unter den Millionen von Nutzern draußen an den Endgeräten mag es den ein oder anderen geben, der auch diese kurzen Beschreibungen hier mit Vergnügen lesen wird. Im Grunde sind es Ausschnitte aus sechs Geschichten. HIER: 03 Etwas schreiben

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SONSTIGES: Geschriebenes – Die Flut der Informationen

Ein vielleicht weit verbreitetes Phänomen des hilflosen Zusehens, des Aufnehmens einseitiger, letztlich nichts erklärender Informationen ist mir während meines Aufenthaltes in Italien aufgefallen. HIER der Text dazu: 13 E la nave va

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SONSTIGES: Geschriebenes – Ein Gespräch

Es fiel ein Satz, der ernst gemeint war. Doch dann …

HIER:  14 Ich war weniger Tage krank

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MUSIK: Paolo Conte – Max

Mehr als Musik kann ich derzeit nicht bringen, bin unterwegs. Und wo ich bin, kann man sich bei dem Lied denken (nicht aber am Aufführungsort). Das Lied hat einen schönen Verlauf, also wenn, dann ganz hören.

Musiktipp der Woche

MUSIK: The White Buffalo – Don‘t You Want It

Ein schönes Video, der ebenso gute Song Don’t You Want It von The White Buffalo. So nennt sich der amerikanische Sänger Jake Smith, der kürzlich in Frankfurt ein Konzert gegeben hat und offenbar – der Blogbeitrag wir noch ergänzt werden – gerade in Deutschland auf Tour ist.

ERGÄNZUNG: Auftritte hat er in Europa nur noch heute, 29.7.2016, in Triest und morgen, 30.7.2016, in Brescia. Also auf nach Italien!

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SONSTIGES: Geschriebenes – Stracciatella

Italien wird völlig unterschätzt. Hier eine kleine Story aus dem dortigen Leben:

04 Stracciatella

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MUSIK: Udo Lindenberg – Reeperbahn

Hier der link zum gestern im Deutschlandfunk gehörten Mitschnitt des Konzertes von Udo Lindenberg vom 21.04.2016 am Timmendorfer Strand, Maritim Seehotel: Es war die Generalprobe seiner Keine Panik“ Tour 2016. Auf dem Bild unten rechts dann auf „Audio“ klicken.

http://www.deutschlandfunk.de/udo-lindenberg-panikorchester-grosser-nuschler-mit-hut.1173.de.html?dram:article_id=360147

Und weils so schön ist: Legendär ist ja die Aufnahme des MTV Unplugged Konzertes von Udo in seinem Atlantik Hotel. Hier der schöne Song Reeperbahn, gesungen mit Jan Delay, mit einem Video, das zeigt, wie zeitlos unser Udo ist..

 

 

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Hinweis

Morgen abend im Deutschlandfunk.

Udo Lindenberg, der Bundesnuschler mit dem permanenten Kussmund, unser nächster Bundespräsident, ist dieses Jahr ja siebzig Jahre alt geworden. Und er hat eine Tournee durch Deutschland abgehalten. Er beginnt seine Tourneen aus Verbundenheit immer in Timmendorf an der Ostsee („Öffentliche Generalprobe“ im Maritim Seehotel). So auch dieses Mal. Deutschlandfunk bringt morgen, Freitag, 15.07.2016 in der Reihe On Stage  um 21.05 Uhr eine Stunde von diesem Konzert. Ein Muss natürlich. Viele wollten ja hingehen und hatten keine Zeit, keine Karten mehr bekommen o. ä. Und manch einer möchte dem erlebten Konzert vielleicht noch einmal nachschwelgen.

Wer den Sender Deutschlandfunk (nicht: Deutschlandradio Kultur) sucht: Einfach auf der Startseite dieses Blogs rechts bei „Blogroll“ den Deutschlandfunk anklicken – dort ganz nach unten scrollen – auf „Frequenzen“ klicken – und weiter gehts.

Ich werde den link zu der morgigen Sendung nachträglich in einem Blogbeitrag bringen, man kann es eventuell einige Monate lang nachhören.

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SONSTIGES: Kino – Toni Erdmann

Unter „Noch nicht Gesehenes“ müsste dieser Beitrag eingeordnet werden. Der Kinofilm Toni Erdmann von Maren Ade. Viele werden schon davon gehört haben, der Film macht Furore, wird oft besprochen derzeit. Er hatte in Cannes keinen Preis gewonnen, kam aber unglaublich gut an. Schon der Trailer ist köstlich. Der Vater, der seine Tochter kennen lernen will. Sie aber ist nur genervt. Wie es weitergeht, weiß ich noch nicht einmal. Hier:

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LITERATUR: Siegfried Lenz, Deutschstunde

Eine Anregung brachte mich auf den Roman Deutschstunde des Nobelpreisträgers Siegfried Lenz. Das Werk erschien 1968 und kann als Literaturklassiker angesehen werden. Es befasst sich mit einem Szenario, das sich während und nach dem II. Weltkrieg abspielt. Das Szenario geht auf die Aussage „Wir haben doch nur unsere Pflicht getan“ ein. Es ist die Ich-Erzählung eines Jungen, der – anlässlich eines Deutschaufsatzes zum Thema „Die Freuden der Pflicht“ – aus seiner Kindheit das Geschehen um das „Malverbot“ für einen Künstler schildert. Der Maler lebte auf einem Hof an der Nordsee; der Vater des Jungen, damaliger Polizeiposten der Gegend, hatte – auf dem Nachbarhof lebend – den Auftrag, die Einhaltung des Verbotes zu überwachen. Der Hintergrund: Emil Nolde hatte während des II. Weltkrieges Malverbot bekommen (Im Roman heißt der Maler „Max Ludwig Nansen“, die Anfangsbuchstaben M und L klingen wie „Em El“, fast also „Emil“ und Nolde hieß mit bürgerlichem Namen Jansen).

Am Beispiel des Vaters prangert Siegfried Lenz die unreflektierte Autoritätsgläubigkeit eines Mitläufers im Nationalsozialismus an. Aber auch der Künstler M. L. Nansen ist nicht wirklich frei: Er kann nicht anders, als trotz des Verbots weiter zu malen und auch „unsichtbare Bilder“ entstehen zu lassen. Unfrei ist auch der Junge, der es für seine Aufgabe hält, die Bilder des Malers vor der Zerstörung zu retten. „Deutschstunde“ ist ein Plädoyer für das Gewissen, die Eigenverantwortung und die kritische Hinterfragung von Autoritäten. Ein immer aktuelles Thema. Eine umfangreiche Urlaubslektüre, eine recht konventionelle, aber sehr schöne, sehr genaue Beschreibung aller Einzelheiten, das Land, die Personen, die Geschehnisse, die Gefühlslagen. Schön zu lesen.

Wirklich sehr empfehlenswert ist seine deutlich kürzere, großartige Erzählung Die Schweigeminute!

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MUSIK: Genesis – Carpet Crawlers

Auf meiner Musikliste ziemlich weit oben: GenesisThe Carpet Crawlers. Das erst Video ist eine Aufnahme aus einem Konzert in Rom im Jahre 2007. Es passt auch deshalb, da es mich ab kommender Woche für mehrere Wochen nach Italien – südliche Toskana, nicht weit von Rom – verschlägt.

Hier zum Erinnern an die Siebziger-/Achtzigerjahre zwei Versionen des Songs. Zuerst The Carpet Crawlers gesungen von Phil Collins:

Und dann zum Vergleich die fast poetischer gesungene Version des Songs The Carpet Crawlers von Peter Gabriel:

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Facebook

Heute ist aufgefallen, dass der Blog seit Wochen nicht mit Facebook verlinkt ist. Schade, aber alles kann noch gelesen und gehört werden! Für Interessierte: Es sind in letzter Zeit etwas weniger, aber folgende Beiträge erschienen:

Immer wieder die Liebe
Musik der Woche
Nachtrag zu Ulysses von James Joyce
Bloomsday
Buchtipp
Musik der Woche
Gesehenes
Gelesenes
Theaterwelten
Musik der Woche
Musik der Woche
Yehudi Menuhin
Musik der Woche
Hinweis
Musiktipp der Woche
Namen, die genannt werden können
Musiktipp der Woche
Kinofilm: Mein ein, mein alles

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THEATER: Immer wieder die Liebe

Es geht immer wieder auch um die Liebe, wer braucht sie nicht? Allein in den letzten Tagen traf ich auf folgende Darstellungen:

Münchner Kammerspiele : Premiere „Hot Pepper, Air Conditioner and The Farewell Speech“

Hier geht es unter anderem um die Unfähigkeit, in der Arbeitswelt eines Unternehmens Nähe zu bewerkstelligen, die verkrampfte Unfähigkeit, sich dort ehrlich und privat auszudrücken. Der japanische Regisseur und Autor Toshiki Okada bringt „Hot Pepper, Air Conditioner and The Farewell Speech“, das schon an vielen Orten Erfolg hatte, auf die Bühne der Kammerspiele. In dem Stück (eine kleine, sehr gelungene Trilogie) geht es zunächst um das Leiden der Leiharbeiter eines Unternehmens, die den Abschied einer Kollegin planen, aber Angst um ihren eigenen Job haben (Hot Pepper), die Klage einer Mitarbeiterin über die Klimaanlage, die ein Arbeitskollege – völlig unfähig, hilflos, aber urkomisch und tragisch – zu einem Annäherungsversuch nutzen will (Air Conditioner) und schließlich um die fast traurige, auch hilflose Abschiedsrede der Leiharbeiterin (The Farewell Speech) vor den Kollegen. Das Stück ist noch mehrfach zu sehen, aber kurzfristig!

Filmfestes München BEAT BEAT HEART von Luise Brinkmann

Der schöne Abschlussfilm einer Studentin der IFS Internationale Filmschule Köln. Alles improvisiert, gut und sehr glaubhaft gelungen! Ein Aspekt: Der Glaube an die romantische Liebe, Kerstin denkt an ihren Ex-Freund Thomas, auf dessen Rückkehr sie immer noch hofft. Ein anderer Aspekt: Statt ihm steht Kerstins Mutter Charlotte vor der Tür, Mitte 50, jüngst von ihrem Partner getrennt. Sie zieht in Kerstins WG ein und lässt sich von einer weiteren Mitbewohnerin dazu inspirieren, sich eine Dating-App zum Kennenlernen neuer Herrschaften hochzuladen. Alle Versuche scheitern. Weiterer Aspekt: Kerstin verliebt sich wieder, bekommt Ärger mit der bisherigen Freundin des  Begehrten. Weiterer Aspekt: Die Mitbewohnerin, die zwar Sex will, aber keine Beziehung. Weil das nur zu Komplikationen führen würde. Alles in kleinem ruhigen Rahmen erzählt, ohne „Action“. Und durch die konsequente Improvisation sehr glaubhaft, humorvoll. Der Film ist im Rahmen des Filmfestes München noch zu sehen am Mittwoch (HFF) und am Freitag (ARRI Kino). Es wird sich danach herausstellen, ob er auch ins Kino kommt.

Demnächst:

Dieses Jahr erscheint (hoffentlich) noch meine Erzählung „Das Frühlingsfest„, in der es um eine Gruppe Jugendlicher geht, deren unterschiedliche Beziehungssschwierigkeiten unter anderem dargestellt werden. Neben anderen Ereignissen. Man kann die Erzählung auch hier im Blog lesen! Siehe oben im Header des Blogs.

Und: Dieses Jahr erscheint hoffentlich auch noch ein kleines Buch „Momente“ mit einer Auswahl meiner Gedichte – auch die Liebe wird mehrfach Thema sein – und Fotografien dazu von Gregor Kuhlmann. Ich gebe Bescheid, wenn es – in Kürze – soweit ist.

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MUSIK: Asaf Avidan – Reckoning Song

Asaf Avidan, Reckoning Song ist der Ursprungssong. Gespielt wurde gestern im (wiederholten) Tatort die Remix-Version des Berliner Musikers und DJs Wankelmut, die One Day heißt. Das offizielle Musikvideo zu One Day wurde seit der Veröffentlichung auf YouTube im Juni 2012 bis Juni 2013 über 100 Millionen Mal angesehen.

Asaf Avidan wurde am 23. März 1980 in Jerusalem geboren, ist ein israelischer Folk-Rock-Musiker. Sein Gesang wird teilweise mit dem Janis Joplins oder Robert Plants verglichen. Es wechseln sich Falsettstimme und tiefere Stimmlagen ab.

Speziell das Video des Remix von Wankelmut beeindruckt. Es zieht in den Bann. Erzählt wird eine an sich harmlose Story von drei Personen, die in irgendeiner Stadt eine Nacht lang unterwegs sind. Es hat Erotik und irgend etwas, das am Rande des Üblichen liegt, aber vielleicht viel öfter stattfindet, als man meint. Das Mädchen küsst und kümmert sich ausschließlich um den Blonden, Bartlosen. Anscheinend ein neuer Freund, während der bisherige dabei ist und auch „mitfeiert“. Am Ende sind aber alle drei vereint. So ist es eben auch. 

 

 

 

 

 

 

 

 

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LITERATUR: Nachtrag zu Ulysses von James Joyce

Hier sind noch ein paar grundlegende Angaben zum Wahnsinnswerk Ulysses von James Joyce:

Das Leben von James Joyce:

Geboren wurde er am 2. Februar 1882 in Rathgar, heute ein Stadtteil von Dublin. Er lebte 1882 – 1905 in Dublin, 1905 – 1914 in Triest, 1915 – 1920 in Paris und Triest und 1920 – 1941 in Paris und Zürich. Er starb am 13. Januar 1941 in Zürich

Warum im Ulysses der 16. Juni 1904?

Am 16. Juni 1904 traf Joyce seine spätere Lebensgefährtin Nora Barnacle zum ersten Mal.

Stream of consciousness:

Das Stilelement des so genannten „stream of consciousness“ (Bewusstseinsstrom) wird zum ersten Mal ZENTRALES Gestaltungselement eines Romans. Eine Erzähltechnik, die scheinbar in ungeordneter Folge Bewusstseinsinhalte einer oder mehrerer Figuren wiedergibt und den Leser umso mehr einbezieht. Es gibt keinen Erzähler, es gibt nur unmittelbar die Personen. Die Technik wurde von Leo Tolstoi für seinen Roman Anna Karenina erfunden. Beispiel auch Virginia Wolfe, Die Wellen.

Je nachdem, mit welcher Person Joyce den Bewusstseinsstrom synchronisiert, passt sich der Text der jeweiligen Person an. Handelt oder denkt etwa Stephen Dedalus, der Intellektuelle, so hebt sich das Sprachniveau, lateinische Zitate werden eingefügt, der Satzbau wird kompliziert. Fokussiert sich die Aufmerksamkeit auf drei Mädchen, so nimmt der Text die Gestalt einer spätviktorianischen  Liebes-Schmonzette an. Im 14. Kapitel („Die Rinder des Sonnengottes“) wird etwa das Wachstum eines Kindes im Mutterleib sprachlich symbolisiert, indem der Text sich vom Altsächsischen bis zur modernen hiberno-englischen Umgangssprache entwickelt. Mit Hilfe wechselnder Sprachstile vollzieht der Text gleichsam die Ontogenese der englischen Sprache bis hin zu moderner irisch-englischer Umgangssprache. Mit der Geburt des Kindes erblickt gleichzeitig die Gossensprache das Licht der Welt.

Das siebte Kapitel („Äolus“) ist vollständig in Form kurzer Zeitungsartikel verfasst.

Das letzte Kapitel, der berühmte Schlussmonolog von Blooms Frau Molly, „Penelope“ genannt, besteht aus acht langen Sätzen ohne Interpunktionszeichen, die den Leser Mollys Bewusstseinsstrom miterleben lassen.

Entstehung des Romans:

Die vollständige Erstausgabe erschien 1922, verlegt durch Sylvia Beach, Besitzerin der Buchhandlung Shakespeare and Company in Paris, gekürzt um Passagen, die als obszön galten. Die erste vollständige und von Joyce autorisierte deutsche Übersetzung durch Georg Goyert erschien 1927.

Bezug zur Odyssee:

Parallel zu Homers Versepos „Die Odyssee“ gliedert sich Ulysses in drei große Teile: Telemachie, Odyssee, Nostos. Diesen sind die 18 Episoden aus dem Epos auch thematisch zugeordnet.

Das Gorman-Gilbert-Schema:

Der Roman besitzt keine Kapitelüberschriften. Der Autor hat befreundeten Personen Schemata überlassen, die jedem Kapitel ein Organ, eine wissenschaftliche Disziplin, eine Farbe, ein Symbol, eine Technik zuordnen und die jeweiligen Protagonisten der Handlung mythischen und literarischen Personen zuordnet. Die bekannteste und umfangreichste Version dieses „Schlüssels zum Roman“ ist das so genannte Gorman-Gilbert-Schema.

Die Hörspiel CD:

23 CDs, es sprechen vor allem Dietmar Bär, Manfred Zapatka und der berüchtigte Monolog seiner Frau Molly wird gesprochen von Birgit Minichmayer.Oft wird – auch im Hintergrund – Musik eingespielt.

In den Münchner Kammerspielen soll es in der kommenden Spielzeit ein James Joyce Projekt geben.

Der Roman endet mit dem Wort „Ja“. Er beginnt im Englischen mit einem „S“ und endet mit einem „s“.

Bloomsday