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SONSTIGES: AUFRUF ZUR PARTEIGRÜNDUNG

Eines wird in Bayern oft zurecht bemängelt: Man kann in Bayern nicht die Partei wählen, die seit 12 Jahren die Bundeskanzlerin stellt, die CDU. Die stärkste Partei Deutschlands. Man kann sie in Bayern nicht wählen, obwohl manch einer sie gerade jetzt, wo die SPD durch Martin Schulz eine stärker werdende Konkurrenz zu werden scheint, wählen möchte! Konkurrenz ist gut, aber bitte mit Wahlmöglichkeit! Natürlich kann man in Bayern statt dessen die CSU wählen. In früheren Jahren war es auch weitgehend dasselbe, ob man CDU oder CSU wählte. Die CDU entsprach der CSU, es gab völlig andere politische Themen (Ostblock etc.). Heute ist es anders, die Grundausrichtungen von CDU und CSU haben sich sehr stark voneinander getrennt. Es wurde ja seitens der CSU sogar schon über die Aufkündigung der Fraktionsgemeinschaft mit der CDU nachgedacht und gesprochen.

So kommt es sicherlich oft vor, dass in Bayern Wähler, die Frau Merkel wählen möchten, nicht bereit sind, Herrn Seehofer und seine Vasallen zu wählen. Herrn Seehofers Politik hat einen völlig anderen Gesinnungshintergrund. Besonders auffallend wird es ja seit einiger Zeit bei der Behandlung des Flüchtlingsthemas. Mir ist die Herangehensweise der CSU an dieses Thema unangenehm. Sicherheit ist äußerst wichtig, aber bitte nicht mit der populistischen Herangehensweise der CSU, die Angst und Ablehnung gegenüber Fremden schürt, um am rechten Rand zu fischen. Ein weiteres Thema der CSU, das ursprünglich nicht Thema der CDU war: Die Autobahnmaut. Meines Erachtens wird auch das die sehr schöne offene Grundhaltung Deutschlands in Europa spürbar verändern! Es ähnelt einer finanziellen Mauer, verbunden mit einem immensen administrativen Aufwand. Aber Herr Dobrindt kann natürlich nicht mehr davon abrücken, auch wenn der Verwaltungsaufwand für die Maut die Einnahmen fast aufzehren wird. Und nun lobt Herr Seehofer auch noch Donald Trump für sein Arbeitstempo! Unfassbar! Wird der bayerische Wähler für blöd verkauft?
Zuletzt versuchte ein bayerischer Wähler (ein Rechtsanwalt), die Wahlmöglichkeit der CDU in Bayern gerichtlich durchzusetzen – ich kenne die Argumentation noch nicht. Er scheiterte. Des weiteren versuchte ein bayerischer Wähler vor einiger Zeit, einen Landesverband der CDU in Bayern zu gründen. Die CDU gewann die Klage dagegen. Eine weitere Überlegung wäre: Ob eine Vereinbarung zwischen Parteien (CDU und CSU), dass eine von ihnen in einem Bundesland zugunsten der anderen nicht auftritt, nicht unwirksam ist? Denn die Vereinbarung ist hier das ganz Besondere. Natürlich muss nicht jede Partei bundesweit antreten – die CSU tut es ja auch nicht. Es gibt auch in Schleswig-Holstein etwa regionale Parteien. Aber das Verhalten der CDU ist anders. Sie sagt nicht: „Ich will nur in …. auftreten, weil ich ohnehin nur lokale Interessen vertrete“. Nein, sie sagt „Ich beschränke die Wahlrechte der Wähler in Bayern, WEIL UND SOLANGE es die Absprache mit der CSU gibt.“ Meine Testfrage dazu lautet: Könnte die CDU denn etwa mit der FDP vereinbaren: „Wir, die CDU, treten in Hessen nicht an, solange ihr, die FDP, dort antretet und wir vereinbaren jetzt schon eine Fraktionsgemeinschaft„? Dann würde doch eine dauerhafte Fraktionsgemeinschaft UNGEACHTET des Wählerwillens gegründet werden. Aber erst muss sich doch durch Wahlen herausstellen, wer wieviele Stimmen erhalten hat, bevor Fraktionen gebildet werden, oder? Ich prüfe das Fraktionsgesetz. Und so weiter. Und verstieße  die CDU mit einer solchen beispielhaften Vereinbarung mit der FDP nicht gegen ihre eigene Vereinssatzung, wenn die Programme von CDU und FDP in bestimmten Punkten voneinander abweichen?

Ich meine daher, man sollte in Bayern eine Möglichkeit schaffen, die Linie der CDU unterstützen zu können.

LASST UNS EINE PARTEI GRÜNDEN! Die CDB – Christdemokraten in Bayern.

Eine Partei, die Ihr Grundsatzprogramm an das Programm der CDU anlehnen wird.

Eine Mindestanzahl von Mitgliedern ist gesetzlich nicht gefordert. Allerdings soll eine Partei Ernsthaftigkeit und Langfristigkeit – anders als eine Bürgerinitiative – zeigen. Maßgebend für die Anerkennung einer Partei sind genau genommen folgende Kriterien:

– der Umfang und die Festigkeit der Organisation,
– die Zahl der Mitglieder (nicht gesetzlich vorgegeben)
– das Hervortreten in der Öffentlichkeit.

Alles hierzu erforderliche müsste man auf die Beine stellen. Ich bin dabei!

WER MITMACHEN MÖCHTE, MÖGE SICH BITTE MELDEN (OBEN DAS KOMMENTARFELD ANKLICKEN) UND DIESEN BEITRAG VOR ALLEM AUF FACEBOOK UND IN DEN ANDEREN SOZIALEN MEDIEN POSTEN! MAN KANN DIESEN BEITRAG AUCH PER MAIL WEITERLEITEN. DIE NAMEN DER PERSONEN, DIE SICH MELDEN, BLEIBEN SELBSTVERSTÄNDLICH VERTRAULICH ODER KÖNNEN MIR AUCH GERNE VERBORGEN BLEIBEN.

ALLES WEITERE FOLGT IN MAILS ODER IM BLOG.

Denn: Es ist doch besser, eine Partei zu gründen, als wegen Problemen mit der politischen Linie der CSU überhaupt nicht zu wählen, weil man keine gute Alternative sieht! MAL SEHEN, WAS PASSIERT. Natürlich müsste dann diese Partei in Bayern sehr gute Ergebnisse erzielen, um bundesweit die 5 %-Hürde zu schaffen und die CDU unterstützen zu können. Aber eins nach dem anderen! Vielleicht wird es auch passender sein, erst zur bayerischen Landtagswahl 2018 anzutreten. Man wird sehen.

WER MICH AKTIV UNTERSTÜTZEN MÖCHTE, MELDE SICH BITTE: ICH SUCHE PERSONEN, DIE SICH DER SACHE ANNEHMEN WOLLEN!

ES GEHT UM DIE SCHAFFUNG DER MÖGLICHKEIT, IN BAYERN STATT DER CSU EINE PARTEI WÄHLEN ZU KÖNNEN, DIE DER CDU ENTSPRICHT, NICHT UM REINEN PROTEST!

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Gelesen und geblättert Sonstiges

SONSTIGES: Politik – Donald Trump und Twitter

Donald Trump twittert. Er erklärt sich  so nicht etwa zu privaten Themen, sondern zu politischen Themen und Personen. National und international. Ein Phänomen, das vor 10 Jahren undenkbar gewesen wäre. Was sich alles ändert! Frage: Was macht das mit uns und mit der Politik? Was verändert sich? Wie stehen wir da? Politik als Zeichen bloßer Laune? Darf er das zu jedem Thema? Populismus? Oder wird Politik dadurch sogar verständlicher? Oder zeigt es nur seine Macht? Oder ist es Geringschätzung, sein Zichen, dass ihm die Meinung anderer egal ist? Oder hilft es uns eher, ihn besser einzuschätzen? Den Amerikanern für die nächsten Wahlen? Oder manifestiert er damit nur seine besondere Launenhaftigkeit? Oder sollten es mehr Politiker so tun? Weltpolitik über Twitter?

Man kann viel dazu sagen, ich werde diesen Blogbeitrag in Kürze bei Gelegenheit insoweit etwas ergänzen.

FORUM: Jeder Blogleser möge bitte gerne durch Benutzung der grauen Sprechwolke oben rechts kurz schreiben, was er dazu denkt. Mal sehen, was kommt. Ich bin mir nicht sicher, ob alle Leser alle Kommentare sehen können, gegebenenfalls werde ich sie sammeln und gesondert bringen.

Ergänzung:

Ein Aspekt: Ich denke mir, dass Menschen, die twittern, – besonders so prominente Personen wie Donald Trump – natürlich hoffen, dass viele Menschen das lesen, was sie schreiben. Aber sie lassen sich nicht auf eine Diskussion ein, sondern tun nur ihre Meinung kund. Eine Art Diskussionskultur lehnen sie ansich ab, je mehr sie twittern. Politik wird nicht mehr diskutiert und überlegt, sondern unumstößlich und auch rücksichtslos geschrieben. Und damit ist die einmal geäußerte Meinung in der Welt und wird nicht mehr geändert. Wer twittert, weiß eben, dass er seine Meinung nicht ändern wird. Ist das nicht etwas gefährlich für einen Mann, der eine riesengroße Nation vertritt? Politik als die Abgabe von Schnellschüssen?

 

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Allgemein

Neujahrswünsche 2017

Auch noch einmal wegen der fehlenden Facebook- Verknüpfung:

Trotz des guten Rutsches in das Neue Jahr – was hoffentlich allen gelungen ist – hier noch ein paar ganz wesentliche Überlegungen. Es ist schließlich alles andere als „nicht angebracht“ oder „nicht angemessen“, ja eher doch erforderlich, trotz aller kaum oder nur schwer überhörbaren, manchmal geradezu lärmenden, nicht nur leise tönenden Unkenrufe aus nicht unbedingt nahen, mitunter sogar sehr fernliegenden und – wenn man es sich nicht tatenlos ansieht – fast schon – Entschuldigung – nicht gerade ungleichen Ecken (trotz aller Unterschiede), die einen oder die anderen natürlich doch immer ungleichen Modalitäten der nicht angepasst, anders und jedenfalls abweichend Denkenden ohne Umschweife nicht nur hinzunehmen, sondern geradezu zielbewusst ohne Unwillen oder Unmut zu befürworten. Darum geht es doch! Sie nicht nur mit einer Art des immer wieder anzutreffenden gedankenlos untertriebenen Widerwillens bloß scheinbar und eher zufällig zu fördern, ohne sie doch zu fördern und ohne ihnen dabei eine wirkliche Unterstützung nicht zu versagen. Genau! Mit aller nicht aufdringlichen, fast zurückhaltenden, dennoch tiefgreifenden, nicht nur unklar säuselnden Bejahung und ohne die in heutiger Zeit nicht beruhigende, sondern verneinende, unschöne Unkenntnis versteckender Nichtbeachtung. Ja! Schließlich geht es nicht ohne die Anderen. Heutzutage erst recht! Sofern man sich jedenfalls all dem nicht in bloßer Banalität und in unsäglichem Populismus – nicht nur in Amerika, ich denke nicht weniger und überhaupt nicht unkonkret an ein kaum noch existierendes Europa und nicht zuletzt an Bayern– sowie in primitiver Radikalität mit Scheuklappenmodus ohne Hirn und Geist verschreibt und diese Elemente des nicht zu verneinenden Geschehens – auch des Nichtgeschehens – mit nicht falsch einzuschätzender Brutalität des ohnehin nicht gerade Unprimitiven nicht ohne Umschweif entsagt. Oder nicht? Denn wer, wenn nicht wir? Jeder von uns doch irgendwie auf seine Weise! Weil so kann es ja nicht immer bleiben oder weiter werden, warum auch? Das kann ja noch schlimmer werden, jedenfalls würde es nicht besser werden. Und wenn es auch erst morgen oder übermorgen oder zu irgendwie natürlich noch schwer vorhersehbarem Zeitpunkt. Wenn es nicht gerade unpassend, sondern eben nicht unschön weitergehen soll, anders und neu, dann muss oder kann man sich dem Ganzen nicht mangels Interesse irgendwie verschließen, also nicht nicht wirklich öffnen. Finde ich! Nicht nur irgendwie, sondern völlig und ohne negative Verneinung sollte man vorgehen. Courage! Es muss möglich sein, heute oder wann auch immer. Weil mit aller Kraft sollte man nicht übersehen, ja besser sogar: Man sollte ohne jede ohnehin unnötige Versagung doch den Umständen nachstreben, in denen dem herkömmlichen und gewohnten Standard des Lebens in natürlich nicht unangebrachter Form – auch ohne unnötige Konfrontation, aber mit nicht ganz zu übersehender Chuzpe – entgegengetreten wird, oder es jedenfalls versuchen, nicht dagegen es tatenlos unterlassen. Es wird Zeit! In diesem klaren Sinne wünsche ich allen, die bis hierhin gelesen haben und jetzt vielleicht ein wenig an ihrem Verstand zweifeln, ein gutes neues Jahr, das nicht so kompliziert wird, wie dieser Text! We’ll take it easy!

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Selbst Geschriebenes Sonstiges

SONSTIGES: Crowdfunding – Newsticker

Facebook war wieder nicht verbunden. Daher hier noch einmal:

Der Stand der Crowdfundingaktion für das Fitnessstudio:

  • Ich habe im Studio per mail angefragt, ob es etwa einen Goodwill-Nachlass gibt.
  • Ich informiere mich auch, ob es generell einen Vermittlungsrabatt gibt, wenn Farhad von einem bestehenden Kunden vermittelt wird.
  • Ich frage auch an, ob ausnahmsweise etwa die Buchung für 6 Monate geht. Wäre auch gut. Dann kann er sehen, wie es läuft.
  • Ich rede mit Farhad morgen, ob er wirklich oft/regelmäßig hingehen wird.
  • Bisher sind 47 Euro gespendet. Außerdem gab es zwei unbezifferte Zusagen, sich zu beteiligen. Und es gab eine weitere Zusage von einem Spender, evtl. aufzustocken. Also sind wir mit Aufrundung von mir sicher schon bei 100 Euro!

Da ist noch Luft drin! Nicht zögern, einfach oben rechts die graue Sprechblase anklicken und schreiben. DANKE!

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Gelesen und geblättert Sonstiges

SONSTIGES: Berliner Weihnachtsmarkt

Schrecklich für jeden Betroffenen, für Angehörige und Augenzeugen, keine Frage! „Erschütternde Bilder“ sagten sie, die vor Ort waren oder nach der Tat den ganzen Abend lang darüber berichtet hatten! MEINE ANSICHT ABER: Sind die Bilder von Aleppo weniger erschütternd?? Ist das für die Einwohner unfassbar grauenhafte Geschehen in Aleppo nicht das eigentliche Grauen? Sind wir da annähernd erschüttert?? Tun wir da etwas?? Sitzen da alle Politiker trauernd nebeneinander, wie jetzt nach Berlin? Tja, das eigene Hemd ist uns wieder einmal am nächsten. Obwohl uns auch etwa Syrien und Aleppo betreffen und in den vergangenen Jahrzehnten jedenfalls betroffen haben. Heutzutage ist es eher auffallend, wenn der Westen – verständlicherweise – trauert, aber andererseits nichts gegen das unendlich größere Elend woanders auf der Welt getan wird. Es hat etwas Verlogenes. Man blickt lieber weg, wenn es darum geht, dass der Westen die unfassbaren Gräueltaten in anderen Teilen der Welt jedenfalls mitbegründet hat. Wir leben von der Globalisierung, betrauern aber nur unser eigenes Leid. Irgendwie ein bisschen schief.

Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt Bilder

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SONSTIGES: Bundespräsident

Ich habe mir natürlich Gedanken darüber gemacht, wer mein nächster Bundespräsident werden soll. Soll mir ja gefallen. Und ich habe einen Kandidaten gefunden! Martin Roth. Er ist Kulturwissenschaftler, Kulturmanager und war zuletzt (von 2011 bis 2016) Direktor des Victoria and Albert Museums (V & A) in London.Er wurde vom Präsidium des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) einstimmig zu seinem neuen ehrenamtlichen Präsidenten gewählt (Amtsantritt Mitte 2017). Das ifa ist Teil der bundesdeutschen Kultur- und Bildungspolitik und soll den weltweiten Austausch von Kunst und Kultur fördern. Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte Roths Wahl als „Zeichen des Aufbruchs“ gefeiert und sich gefreut, dass es gelungen sei, „einen der renommiertesten und international erfolgreichsten Kulturmanager wieder nach Deutschland zurückzuholen“.

Im Juli war das V&A zum Museum des Jahres in Großbritannien gewählt worden. Die Herzogin von Cambridge hatte bei der Ehrung erklärt, unter seiner Führung habe sich das Museum nicht nur zu einem der beliebtesten Museen Englands entwickelt – in diesem Jahr 3,8 Millionen Besucher –, es sei das beste Museum der Welt.

Also ein international und zeitgemäß denkender Mann, parteineutral, man müsse sich der Euroskepsis und dem aufkommenden Nationalismus stellen, hatte er kürzlich gesagt, und ein Mann, dem man offenbar auch Politik zutraut.

Na, dann hätten wir das ja auch geklärt, den Konsenskandidaten der GroKo gefunden!

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Gelesen und geblättert

LITERATUR: Stephan Lessenich – ein Nachtrag

Zum Blogbeitrag „Stephan Lessenich“ hier ein kleiner Nachtrag. Auf der derzeit stattfindenden Frankfurter Buchmesse wurde er von der SZ interviewt.

Frage des SZ-Redakteurs Jens Bisky etwa: Für wie wahrscheinlich halten Sie es denn, dass Menschen gegen ihre alltäglichen Interessen Strukturen verändern, von denen sie spürbar profitieren?

Die Wahrscheinlichkeit ist gering. Aber wir haben in den letzten anderthalb Jahren erlebt, welche Konsequenzen unsere Externalisierungsgesellschaft hat. Flucht und Migration werden uns weiter beschäftigen. Da wir Probleme produzieren, die auf uns zurückschlagen, wäre es im Sinne der Vernunft und der vorausschauenden Einsicht, vom globalen Norden aus umzusteuern. Das wäre im wohlverstandenen langfristigen Eigeninteresse. Langfristige Interessen sind freilich immer schwer anzusprechen und umzusetzen. Ich glaube, die Veränderung wird ohnehin vom globalen Süden ausgehen. Dort gibt es politische Bewegungen, dort gibt es Sozialmilieus, die für eine andere Weltwirtschaftsordnung streiten. Wir täten gut daran, diesen Kampf zu unterstützen.

Also: Augen auf! HIER der link:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/soziologe-stephan-lessenich-im-gespraech-wer-fuer-unseren-konsum-zahlt-1.3215858

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SONSTIGES: F. aus Afghanistan

Er ist geboren in Afghanistan, in einem kleinen Dorf. Und er ist allein auf dieser Welt! Seit etwas mehr als zwei Jahren ist er in Deutschland. Was hat er alles erlebt! Ich schildere es hier grob, um einmal zu zeigen, was erlebt wird.

Als er noch ein Kind war, kamen eines Nachts Taliban – Männer. Sie klopften am Haus, die Mutter öffnete, sie fragten nach dem Vater. Der Vater kam, sie nahmen ihn mit. Verschwunden für immer. Er hat ihn nie wieder gesehen. Die Taliban ist gegen schlaue Menschen, erklärt er mir. F’s Vater war Lehrer, hatte in Kabul gearbeitet. Er war also zu schlau! Seitdem lebte F allein mit seiner Mutter und seinen beiden Schwestern. Aus Angst verbot die Mutter ihm und den Schwestern, das Haus zu verlassen. Eine Kindheit im Zimmer. Er passte auf die Schwestern auf.

Die Mutter wurde in der Folgezeit von einem offenbar hohen Vertreter derjenigen Menschen unterstützt, die gegen die Taliban waren. Die Mutter wohnte zusammen mit ihren drei Kindern im bewachten Haus des Mannes. Es gab einen großen, gefährlichen Wachhund, erzählt er.  Said Jwar Bahonar hieß der Mann. F. zeigt mir Fotos von ihm. So etwas wie der Bürgermeister des Ortes. Ein Mann, der gegen die Taliban kämpfte, der mit den Amerikanern in Kontakt stand. Das brachte weitere Schwierigkeiten. Dieser Mann konnte zwar irgendwann zusammen mit seiner Familie aus Afghanistan fliehen, um sein Leben zu retten. Die Taliban setzte aber daraufhin F’s Mutter unter Druck, ihr zu verraten, wo der Mann denn sei. Obwohl sie es nicht wusste. Auch für die Kinder wuchs die Bedrängung. Die Taliban drohten, den Kindern etwas anzutun, ihnen immer wieder etwas abzuschneiden, ohne sie zu töten. Die um ihr und ihrer Kinder Leben besorgte Mutter floh mit ihren Kindern in den Iran. Dort gab es aber wieder Schwierigkeiten.

Die iranische Polizei griff F, der im Iran etwas arbeitete, um Geld für seine Mutter zu verdienen, aber keinen Pass hatte, auf und steckte ihn ins Gefängnis. Normalerweise schmeißen sie Afghanen ohne Pass raus. Iraner mögen Afghanen nicht, erklärt er mir. Afghanistan war vor langer Zeit Teil des Iran und habe sich irgendwann vom Iran gelöst, verselbständigt. Durch Vermittlung eines anderen Polizisten kam F frei. Ihm wurde von diesem Mann allerdings nahegelegt, sich ausbilden zu lassen und nach Syrien zu gehen, um dort für den Dschihad zu kämpfen. Die Mutter war verzweifelt. Sie sammelte ihr Geld und vertraute sich in Angst um ihre Kinder – durch Vermittlung einer Nachbarin – einem Schleuser an. Eine Gruppe von vierzig/fünfzig Afghanen – darunter F mit seiner Mutter und beide Schwestern – wurde zur iranisch/türkischen Grenze gefahren.

Zu Fuß ging es an der iranisch/türkischen Grenzer nachts durch die Berge. Ich halte mich kurz, es klingt alles glaubwürdig. So lügt man nicht. Es sind zu viele Einzelheiten. Die Gruppe der Menschen  stand an der Grenze. Einige Männer – darunter F – standen auf einer Mauer, die es zu überwinden galt. Eine Grenzmauer zwischen dem Iran und der Türkei. Sie wollten die unten an der Mauer wartenden Menschen – darunter F’s Schwestern und seine Mutter – auf die Mauer ziehen, ihnen über die Mauer helfen. Die Polizei tauchte plötzlich mit Lichtstrahlern auf, es enstand große Aufregung. Drei Schüsse wurden in die Luft abgegeben. Er lief auf der Mauer ein Stückchen entlang, um sich zu schützen. Die Menge vor der Mauer verteilte sich wahrscheinlich in alle Richtungen. F zeigt mir an der Wand seines Zimmers, wie hoch die Mauer war, auf der er stand. Irgendwann sprang er auf die türkische Seite hinter der Mauer. Er blieb im Stacheldraht hängen, der hinter der Mauer aufgerollt war. Stunden später riss er sich aus dem Draht. Er blutete stark, zeigt mir seine Narben. Die Mutter und die Schwestern waren im nächtlichen Chaos im Iran geblieben, unfreiwillig für immer (?) von F getrennt. Er weiß nicht, was mit ihnen passiert ist. Ein internatinaler Suchauftrag beim Roten Kreuz blieb ergebnislos. Auch die Nachbarin im Iran ließ er fragen. Kein Ergebnis. Er selber verbrachte die Nacht mit anderen Geflohenen in einen hohen Feld. „Wo ist meine Mama, wo ist meine Schwester?“ waren seine Fragen am nächsten Tag. F war fünfzehn oder sechzehn Jahre alt. Seine Mutter und seine Schwestern hat er seit dieser Nacht nicht mehr gesehen.

Es folgte ein langer Weg, den ich hier nur kurz schildere, um nichts Falsches zu schreiben. Er legte – ich verstehe: mit einem Pferd, wobei sich der Eigentümer letztlich darüber beschwert habe, dass F das weiße Pferd mit seinem Blut verdreckt hätte – eine bestimmte Strecke in der Türkei zurück. Als nächstes kam er – ich weiß nicht, wie – nach Istanbul. Davon hatte ich zunächst nichts gewusst. Er erzählte es später. In Istanbul lebte er eine Woche lang im Freien. Ein anderer, etwa 20-jähriger Afghane war bei ihm. Er vermittelte ihm und zahlte ihm letztlich zm Teil einen Arztbesuch. 300 Dollar kostete es. Ein anderer Mann/Junge gab ihm 100 Dollar, er selbst kratzte sein letztes Geld zusammen. Der Arzt sagte F, er habe viel Glück gehabt, hätte sich leicht infizieren können mit den groben Verletzungen. F hatte die Wunden immer selbst verbunden gehabt. Die Hand war schon dick geschwollen, der Arm eingewickelt. Ein Kompagnon (en anderer Flüchtling?) in Istanbul fragte ihn einmal, was er denn am Unterarm habe, es solle es ihm einmal zeigen. F wickelte den Arm aus, der Kompagnon fiel bewusstlos um! Man habe am Arm bis auf die Sehnen schauen können. Die Narbe ist mittlerweile gut verheilt.

Einige Zeit lebte er in der Türkei wohl an einem Strand, verkaufte Wasser an Touristen, das er zuvor selber gekauft hatte. Von der Türkei aus wollte er eigentlich wieder in den Iran zurück. Er wurde aber von anderen überzeugt, dass das nicht gut sei. Er müsse weiter. In einem überfüllten Boot ging es daher dann später auf einer wohl fünftägigen Seefahrt nach Sizilien. Er erzählt von den Wellen, die – er war durchnässt auf Deck – über das kleine Boot schlugen. Von Sizilien aus ging es irgendwann per Flugzeug – er weiß nicht, wer es gezahlt hatte – nach Rom. Dort riet ihm bald eine Frau, Italien zu verlassen, er werde dort nicht ausgebildet werden, er werde als Penner enden. F will aber lernen, er ist schlau, seine Mutter war immer dafür gewesen, dass er wie der Vater wird. Er zog daher mit einer kleineren Gruppe von Flüchtlingen hoch an die italienisch/französische Grenze am Mittelmeer. Dort ging es nun – wieder mit einem Schleuser – in die Berge. Sie schlugen sich nach Cannes durch. Die Berge hoch, die Berge hinunter. Die Polizei griff ihn in Cannes auf und fuhr ihn zurück in die Berge. Er solle nach Italien zurückgehen. Nach langem Fußmarsch hinunter kam er wieder in Italien an. Doch er und andere versuchten es erneut – mehrfach, verstehe ich -, nach Frankreich zu kommen. Immer wieder derselbe Weg nach Cannes, immer wieder – dreimal? viermal? – bringt ihn die französische Polizei an die Grenze zurück. Er erzählt mir von einem Polizisten, der ihm erklärte, er müsse es so machen, er sei zwar Vater, aber er bekomme sonst Ärger. Schließlich lernt er irgendwann rechtzeitig in Cannes einen Mann kennen, der ihm ein Zugticket nach Paris zahlt. (In der NEW YORK TIMES erschien kürzlich ein Bericht über einen Franzosen, der den Flüchtlingen an der italienisch/französischen Grenze hilft, weiterzukommen). F landet durch die Hilfe vielleicht genau dieses Mannes in Paris und geht dort – nachts unter der Brücke schlafend – bald zur Polizei. Zu Einzelheiten ab hier weiß ich weniger. Er sei so jung, er brauche Hilfe, war sein Begehren bei der Polizei. Allein auf der Welt, minderjährig. Die Polizei antwortet ihm, er solle Fankreich verlassen. Auf Wegen, die ich noch nicht verstanden habe, kommt er letztlich nach Deutschland. Jetzt ist er im Süden Münchens, in einer Flüchtlingsunterkunft. Kein Zelt, immerhin ein Haus.

Ich werde ihn am Mittwoch zum Asylgespräch begleiten und sehen, wie man ihn behandelt. Es geht um ihn, nicht um mich.

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LITERATUR: Stephan Lessenich

Wieder hatte ich Zeit, mich einem Thema zu widmen: So, wie sich Umweltzerstörung wahrlich nicht mehr als Gespinst wegdiskutieren lässt, lässt sich auch ein anderes globales Phänomen – das allerdings noch ein Schattendasein führt – nicht wegdiskutieren. Und so, wie die Umweltprobleme zu uns kommen, werden uns auch Probleme aus dem anderen Phänomen einholen. Die Flüchtlingskrise ist ein Element davon.

Es geht darum: Die wohlhabende Welt lebt auf Kosten der armen Welt. „Neben uns die Sinflut“ war ein sehr interessantes Gespräch der Journalistin Franziska Augstein (Süddeutsche Zeitung) mit dem Soziologen Stephan Lessenich über sein neues Buch „Neben uns die Sinflut“. Es fand wieder statt in den sehr global denkenden Kammerspielen. Zum Inhalt des Buches und des Gespräches: Wer zahlt den Preis für unseren westlichen Wohlstand in der globalisierten und zunehmend kapitalisierten Welt? Dem Westen – dem reichen Norden – geht es gut, weil es den meisten Menschen anderswo – im armen Süden – schlecht geht. Augen auf! Wir „externalisieren“ möglichst viel von dem, was den Wohlstand stört. Etwa Umweltprobleme. Wir machen andere Länder platt und sagen: Naja, dort herrschen ja katastrophale Zustände. Aber wir wissen es alle: Wir holen uns etwa die Rohstoffe aus den armen Ländern, um selber gut leben zu können. Etwa Silizium für unsere Handys, Bauxit für die Aluminiumherstellung etc. Wir lassen oft auch schmutzig und zur Not völlig umweltschädlich in den armen Ländern produzieren – um selber schön leben zu können. Armut, Schmutz, Sozoialprobleme, Abfall, Ungerechtigkeit etc. werden systematisch ausgelagert, der westliche Anteil an dieser Praxis wird verdrängt. Auch nach Lessenichs Auffassung wird das künftig mehr und mehr zurückschlagen. In seiner neusten Publikation bietet der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Soziologie Stephan Lessenich eine Analyse dieser Abhängigkeits- und Ausbeutungsverhältnisse der globalisierten Wirtschaft. Aber was kann man machen? Eine schwere Frage. Ich meine: Erst einmal aufklären und Bewusstsein schaffen: Angesprochen wurde auch: Politisch werden, individuell handeln … Die Diskssion war ein Beitrag zu diesen Ansätzen. Das Buch ist sehr lesenswert und zeigt viele Beispiele.

Neben uns die Sintflut

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SONSTIGES: Geschriebenes – Die Flut der Informationen

Ein vielleicht weit verbreitetes Phänomen des hilflosen Zusehens, des Aufnehmens einseitiger, letztlich nichts erklärender Informationen ist mir während meines Aufenthaltes in Italien aufgefallen. HIER der Text dazu: 13 E la nave va

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SONSTIGES: Politik – Flüchtlinge III

Ich bin kein Parteimitglied, bin auch nicht politisch extrem oder etwa seit Jahren politisch festgefahren. Ich gehe wählen, oft unterschiedlich. Zurzeit fühle ich mich hier in Bayern allerdings zunehmend unwohl. Und in Europa. Wo sind die Werte geblieben, für die wir leben? Sie werden gelebt, die Werte, hunderttausendfach – durch Eigeninitiative. Doch die Politiker diskutieren nur noch über Abwehrmaßnahmen. Natürlich gilt es, Lösungen zu finden für das große Problem des Flüchtlingsstromes. Doch Abschotten ist keine Lösung, ich folge darin Angela Merkel. Wenn man die schrecklichen Bilder aus Syrien sieht, kann man doch JEDEM nur sagen: „Ich verstehe Dich, ich würde auch fliehen!„. Ich denke, jeder würde das sagen! Wer würde sagen: „Bleib doch da!„? Dann aber – so machen es seit Wochen mit zunehmender Heftigkeit und unter völligem Verlust bayerischen Charmes vor allem unser Ministerpräsident Horst Seehofer und seine dumpfen CSU-Vasallen – über das Thema des Flüchtlingsstromes nur noch „abwehrend“ zu reden  ist fürchterlich. Ich finde, eine Rede der SPD-Generalsekretärin der SPD Bayern, Natascha Kohnen, die von ihr am 2. Februar in der Plenarsitzung des Bayerischen. Landtags gehalten wurde, drückt das gut aus. Das anzusehen, lohnt sich! Das Video wurde im Internet bisher rund 750 000 Mal angesehen und auf Facebook rund 8000 Mal geteilt. Das ist mein heutiger Beitrag:

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SONSTIGES/POLITIK: Flüchtlinge II

Hier ein Bericht von „vor Ort“, der m. E. viele Dinge anspricht, die auch gesehen werden müssen. Er folgt der Linie „Wir schaffen das„, auch wenn wir es natürlich irgendwie begrenzen müssen: Unten bitte auf das Datum klicken.

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Liebe Leute,nach nun fast vier Wochen im Erstaufnahmelager, finde ich endlich mal die Zeit ein paar Zeilen zur…

Posted by Raphaele Lindemann on Donnerstag, 28. Januar 2016

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SONSTIGES/POLITIK: Flüchtlinge I

Ich könnte auch einmal über Flüchtlinge schreiben und werde eine eigene Kategorie hierfür einrichten. Es ist schließlich nicht nur ein Tagesthema, das verfliegt, sondern das Thema, das unsere Welt in Deutschland und Europa langfristig sehr verändern kann. Die Globalisierung kommt zu uns und wir müssen klären, wie wir damit umgehen wollen. Ich könnte viel dazu schreiben. So, wie viele Menschen. Gut so, dass jeder sich einmischt, so wird über uns hier in D und EU einmal intensiv in vielerlei Hinsicht nachgedacht, das ist immer gut. Mein Grundsatz: Keine Panik! Geduld und Offenheit! („Bei Panikfragen: Pa-Nick fragen!“).

Wir sind viel zu engstirnig. Wie in jedem Leben: Je älter man wird, umso engstirniger wird man. Das Fremde passt einem dann immer weniger. So ist es leider auch zum Teil hier in D. Ich hoffe nur, Frau Merkel lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt mit ihrer mutigen, selbstbewussten und offenen Ansicht gegenüber den Flüchtlingen.

„Flüchtlinge“ ist schon kein schönes Wort. Die Endung „-ling“ beinhaltet schon irgendwie, dass die Gemeinten irgendwie „Fehler“ hätten, jedenfalls eine bestimmte Eigenschaft, die sie vereinheitlicht und etwas herabsetzt. Schade, ich denke, man könnte treffender und offener von „Geflohenen“ sprechen.

Vor allem: Lasst uns doch einfach selbstbewusst unsere Werte verfolgen und „feiern“, ohne zugleich andere herabzusetzen oder auszugrenzen! Unsere Werte bekommen doch durch das Näherrücken der anderen Werte geradezu wieder Bedeutung. Und so weiter.

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