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THEATER: Eugene Labiche – Trüffel Trüffel Trüffel

Ich hätte auch den Fernseher anmachen können. Aber nein, wie immer bin ich – wie schon lange geplant und gebucht – ins Theater rübergegangen. Die Theatersaison 2017/2018 hat begonnen. Über die an den Münchner Kammerspielen zur Spielzeiteröffnung gebotene „große“ Premiere der Inszenierung zum Buch „On the Road“ von Jack Kerouac, die ich am vergangenen Freitag gesehen habe, berichte ich in ein paar Tagen. Es gab vorgestern und gestern an den Kammerspielen zwei weitere – ich würde sagen: „kleine“ – Premieren. Inszenierungen, die an den Bühnen der Kammer 2 und der Kammer 3 geboten wurden.
Vorgestern etwa war die erste Aufführung von „Trüffel Trüffel Trüffel“ von Regisseur Felix Rothenhäusler. Ein Lustspiel von Eugène Labiche (eigtl. „La poudre aux yeux“,  „Sand in den Augen“). Zwei Familien, deren Kinder heiraten möchten und die in ihren Gesprächen und „Verhandlungen“ dazu sich gegenseitig Großbürgerlichkeit vorspielen, sich Sand in die Augen streuen. Sie reden geschwollen daher, laden zum Essen ein, ordern beim besten Restaurant des Ortes eine Unzahl von Trüffelspeisen und abonnieren eine Loge in der Oper, wo leider nichts anderes läuft als immer wieder „Rigoletto“. Er, ein kaum beschäftigter Arzt, erzählt von seinen vielen Patienten, etc. Zugegeben, die Szene – Gespräche und Verhandlungen der Eltern über eine Heirat der Kinder – gibt es heute kaum mehr. Eugene Labiche lebte zwischen 1815 und 1888. Man erwischt sich aber dabei, das alles garnicht schlimm zu finden. Und keineswegs veraltet. So ist das doch in vielen Bereichen. Man findet die Personen ja fast symphatisch in ihrer Übertreibung. Sie werden fast interessanter, nicht unsymphatisch. Es darf nur nicht anstrengend werden, aber darum kämpfen sie mit sich selbst. Es ist eine harmlose, lustige Inszenierung, alle Schauspieler stehen das ganze Stück über vor dem Publikum gegenüber. Ein Textstück. Der Text und die Überzeugungskraft vor allem der Ensemblemitglieder Anette Paulmann, Samouil Stojanov und auch Wiebke Puls schaffen – auch durch kleine Gesten – die Atmosphäre. Aktuell ist das Thema immer wieder. Der Mensch will eben belogen werden! Das macht einfach interessant. Hier nur sehen wir, dass gelogen wird. Und die fake news der Neuzeit sprengen natürlich mehr und mehr die Grenzen, scheinen doch gefährlicher. Wir können garnicht mehr zwischen wahr und fake unterscheiden. Oder nehmen wir das auch irgendwann hin?
Blogfoto: Copyright Julian Baumann
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Allgemein Gesehen und gehört

THEATER: Ersan Mondtag und Christoph Marthaler an den Münchner Kammerspielen

Zwei weitere Ereignisse bringe ich in den kommenden Tagen ausführlicher. Beides Fälle, in denen Theaterfreunde sagen können: Klasse, dass sie in München etwas auf die Bühne bringen!

  • Am Donnerstag, den 22.06.2017 war an den Kammerspielen die Premiere des Stückes DAS ERBE unter der Regie von Ersan Mondtag (Text Olga Bach).
  • Und heute, Samstag, den  24.06.2017,ist an den Kammerspielen dann die Premiere des Stückes TIEFER SCHWEB von Christoph Marthaler.

Beide Regisseure sind in der Theaterwelt renommiert für ihre Arbeiten. Der junge Regisseur Ersan Mondtag (Jahrgang 1987) war mit den Inszenierungen „Tyrannis“ und „Die Vernichtung“ (ebenfalls ein Text von Olga Bach, mit der er schon mehrfach zusammen arbeitete) zuletzt zweimal in Folge zum Berliner Theatertreffen eingeladen (vgl. meine Blogbeiträge aus Berlin 2017). Der ältere schweizerische Regisseur Christoph Marthaler (Jahrgang 1951) ist bekannt für seine eigenwilligen und poetischen Musiktheaterabende. Er kehrt (wieder mit seinem Dramaturgen Malte Ubenauf) mit der Inszenierung Tiefer Schweb (so heißt eine der tiefsten Stellen im Bodensee) nach vielen Jahren zurück nach München an die Kammerspiele.

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Gesehen und gehört Sonstiges

SONSTIGES/Ausstellung: Karel Appel, CoBrA

Ich war schon wieder aktiv: Ein grauer Sonntag – München (ich wohne zentral) – die Pinakothek der Moderne – Karel Appel. Es ist eine von mehreren Ausstellungen in der Pinakothek der Moderne, vergangenen Donnerstag eröffnet. Er war bekannt als Mitglied der Künstlergruppe CoBrA (Kopenhagen, Brüssel, Amsterdam), lebte 1921 – 2006 und hat sogar noch 2005 gemalt. Künstler der Gruppe CoBrA waren etwa: Pierre Alechinsky, Constant, Corneille, Asger Jorn, Eugéne Brands, Henry Heerup. Karel Appel erlebte auch Folgeeinflüsse des Dadaismus (1916 ff), dachte ich gestern. Man sieht etwa zwei schöne Collagen. Der „Dadaismus“ (oder: das Dada) hatte ja u.a. das Prinzip, alles Bestehende – Verfahren, Formen, Handlungsweisen, die Kunst selbst, das Gewohnte, das Politische etc. – aufzulösen, in Schnipsel zu zerreißen, um es dann erst wieder unbefangen, ungeschönt neu betrachten, erfahren zu können. Wie das Hörspiel (vgl. Blogeintrag), bezogen auf das aktuelle Leben. So erfährt man auch bei Karel Appel durch fast alle Bilder – man sieht Zeichnungen und Gemälde) alles anders. Unglaublich auch, welche Schaffenskraft (über 10.000 Skulpturen, Plastiken, Zeichnungen, Gemälde!) er hatte. Wunderbar! Nicht realistisch, expressionistisch, manchmal rein abstrakt, nicht surrealistisch (ich bin allerdings nicht Fachmann dieser Begriffe). Man steht vor wunderbaren Bildern und sieht, dass man die teils zu erahnenden Dinge (oftmals Frauen oder Tiere) auch völlig anders sehen kann. Lohnt sich! Sehr vielfältig, die nachfolgenden Bilder sind nicht im Geringsten allein typisch!

touist Sie Gemälde in einem museum stock photo