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MUSIK: Harry Belafonte – Try To Remember

Ich hatte kürzlich hier im Blog angekündigt: „Der Mensch erscheint im Holozän“ nach Max Frischs Roman, eine Inszenierung von Alexander Giesche, Schauspielhaus Zürich. Sie war am Samstag auf 3sat zu sehen. 3sat hat die Inszenierung als eines der drei diesjährigen „Starken Stücke“ gebracht, die sie jedes Jahr vom Theatertreffen Berlin auswählen. Es ist bis März 2021 in der Mediathek von 3sat zu finden.

Eine Inszenierung, die von Alexander Giesche als „Visual Poem“ bezeichnet wird. Es ist keine Inszenierung des Romans, es sind „Bilder“ zum Thema des Romans: Der Mensch – die Natur – die Technik. Mir hat es gut gefallen. Die Schauspieler treten etwas zurück, die Bilder sind es, die berühren, das Verhältnis der beiden Schauspieler – Karin Pfammatter und Maxmilian Reichert – zu den Dingen auf der Bühne: Der Natur, der Technik. Es ist nur eine Anlehnung an den Roman.

Zum Roman heißt es auf 3sat:

„Der Mensch erscheint im Holozän“ von Max Frisch ist eine Erzählung über das Vergessen und Vergehen. Mit dem Verlust des Gedächtnisses verschwindet auch der Mensch, verliert sich und die Kontrolle über das eigene Leben. 

Ein Gefühl der Heimat bleibt, die vertraute Umgebung, die Natur, die Berge, der Schnee, wie das Licht ins Tal fällt zu verschiedenen Jahreszeiten. In einem durch ein Unwetter von der Außenwelt abgeschlossenen Bergdorf kämpft Herr Geiser gegen den fortschreitenden Verlust seines Gedächtnisses. Mit Hilfe kleiner Zettel, die er in seinem Haus verteilt, baut er sich eine Wissensdatenbank auf. Die Isolation macht Herrn Geisers zurückgezogenes Leben noch einsamer. Hinzu kommt die Sorge, dass durch den andauernden Regen der ganze Berg ins Rutschen geraten könnte.

Es wird in diesem Visual Poem unter anderem ein Lied eingespielt, das ich hier wieder als Musikbeitrag bringen möchte. „Try To Remember“ von Harry Belafonte. In diesem Lied geht es ja irgendwie um den Menschen und sein Altern, das Unaufhaltsame. Passend zum Romaninhalt. Der Text des Liedes ist folgender:

Try to remember the kind of September
When life was slow and oh so mellow
Try to remember the kind of September
When grass was green and grain was yellow

Try to remember the kind of September
When you were young and callow fellow
Try to remember and if you remember
Then follow

Follow

Try to remember when life was so tender
That no-one wept except the willow
Try to remember when life was so tender
That dreams were kept beside your pillow

Try to remember when life was so tender
That love was an ember about to billow
Try to remember and if you remember
Then follow
Follow

Deep in December it’s nice to remember
Although you know the snow will follow
Deep in December it’s nice to remember
Without a hurt, the heart is hollowDeep in December
It’s nice to remember


The fire of September that made you mellow
Deep in December our hearts should remember and follow
Follow


THEATER: Wiedergefundenes

Es war im Sommer 2018 eine 64 – Stunden – Installation von Alexander Giesche. NEW BEGINNINGS – das passt ja zu unseren Zeiten. Ich hatte diese Entree-Darbietung – sie stand vor dem Eingang zur eigentlichen Installation – mit Handy aufgenommen und jetzt wiedergefunden. Ich finde die Aufnahme gut, bringe sie daher hier.

Auch das waren die Münchner Kammerspiele der vergangenen fünf Jahre. Offen für alles. Viel Freiraum für die „Freie Theaterszene“. Erstaunlich, was für Sätze man da liest. Gemeint war nicht Corona, aber trotzdem:

  • Können wir zurück?
  • Wie schütze ich mich davor?
  • Was entwickelt sich da?
  • Wer verhüllt da eigentlich?
  • Ein Virus im System!
  • Wie impfe ich mich dagegen?

Aber das ist nur Zufall. Gemeint war anderes, keine Frage. Ohnehin wäre ja zu hoffen, dass es nicht bei diesen Fragen bliebe. Es könnte sich gerne Einiges ändern. Mal sehen.

HIER ein link zu Alexander Giesche. An Alexander Giesche sieht man übrigens, wie sich die „freie Theaterszene“ mit der „Stadt- oder Staatstheaterszene“ vermischt. Alexander Giesche war, denke ich, eher der freien Szene zuzurechnen, nun ist er einer der Hausregisseure am Schauspielhaus Zürich! Ist doch interessant! Und schon eingeladen gewesen zum Theatertreffen!

Mit „Der Mensch erscheint im Holozän“, einer Produktion am Schauspielhaus Zürich, „nach Max Frisch“, war Alexander Giesche ja in 2020 zum Berliner Theatertreffen eingeladen – das ja wegen Tante Corona ausfiel.

HIER der link zur Stückeseite beim Schauspielhaus Zürich, mit einer schönen Bildergalerie..