ANKÜNDIGUNG: Georg Büchner – Woyzeck

Tipp für die Theaterfreunde des Blogs: Als „HÖRSPIEL DES MONATS“ bringt der Deutschlandfunk (nicht Deutschlandfunk Kultur!) am Samstag, den 7. März 2020, um 20:05 Uhr das Hörspiel „Woyzeck“.

Gesprochen u.a. von Markus Meyer nach dem gleichnamigen Theaterstück von Georg Büchner. Markus Meyer ist derzeit Mitglied des Ensembles des Wiener Burgtheaters. Kann doch interessant sein, diesen Klassiker als Hörspiel zu verfolgen, nur dem Text intensiv zu folgen.

Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste in Frankfurt am Main zeichnet jeden Monat ein Hörspiel aus den Produktionen der ARD-Anstalten aus. Die Entscheidung über das HÖRSPIEL DES MONATS trifft eine Jury, die jeweils für ein Jahr unter der Schirmherrschaft einer ARD-Anstalt arbeitet. Am Ende des Jahres wählt die Jury dann aus den zwölf Hörspielen des Monats das HÖRSPIEL DES JAHRES.

Woyzeck, der aus Liebe – oder eher weil er an der Gesellschaft zerbricht – seine Geliebte ermordet.

HIER der link zur Website der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste mit der Begründung der Auswahl und einem Archiv aller bisherigen Auswahlen.

Das Blogbild entstammt übrigens einer Woyzeck-Inszenierung des Akademietheaters in Wien. Sie hatte im April 2019 Premiere, müsste noch laufen, Näheres finde ich allerdings nicht. Es ist eine Inszenierung von Johan Simons, mit Steven Scharf und Anna Drexler etwa, beide waren ja zuvor auch im Ensemble der Münchner Kammerspiele. HIER ein Trailer.

Copyright des Beitragsbildes: Reinhard Werner

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Gesehen und gehört

THEATERTREFFEN EXTRA: Georg Büchner – Woyzeck (Theater Basel)

Er war im vergangenen Jahr mit seiner Inszenierung Die Räuber von Friedrich Schiller zum Theatertreffen eingeladen. HIER der link zu meinem damaligen Bericht. Jetzt ist er wieder eingeladen, Regisseur Ulrich Rasche.. Mit der Inszenierung am Theater Basel von Woyzeck, Georg Büchner. Es ist exakt dasselbes Konzept wie im vergangenen Jahr bei „Die Räuber“: Intensive Textwidergabe, fast wörtlich, diesmal auf sich drehendem Untergrund. Die Schauspieler schwarz gekleidet, zum Teil an langen Schnüren angegurtet. Dazu monotone Musik im Hintergrund. Langweilig? Nein, man konzentriert sich auf den Text! Es lohnt, den Text mitzulesen. Das Besondere der Inszenierung ist, dass JEDES einzelne Wort des Textes seinen eigenen Platz bekommt. Wort für Wort sprechen sie betont deutlich und langsam, was durch die Monotonie des Bühnengeschehens seine intensive Wirkung erhält. Das macht es aus! In der Begründung der 10er.Auswahl hieß es auch:

… Inszenierung, die eigentlich eine präzise getaktete Maschine ist, in der Sound, Wort und Bewegung wie ein gut geschmiertes Räderwerk ineinandergreifen und sich gegenseitig dynamisieren

Es ist ja im Grunde eine Eifersuchtsstory, basierend auf einem damaligen Mordfall. Wikipedia schreibt aber:

Es reicht jedoch nicht, sich auf Woyzecks Eifersucht gegenüber dem Tambourmajor zu beschränken. Eine große Rolle spielen auch die gesellschaftlichen Hintergründe, ganz besonders die ständische Gliederung der Gesellschaft. Deutlich wird dies vor allem mit einem Blick auf die Personenkonstellation und die Sprache von Büchners Figuren.

Woyzeck wird in dieser Gesellschaft unterdrückt und gedemütigt, was sich in den Beziehungen zu dem Hauptmann, dem Doktor, aber auch dem Tambourmajor widerspiegelt: zum Hauptmann, der Woyzeck aufgrund seiner ärmlichen Herkunft und seines unehelichen Kindes mit Marie als „unmoralisch“ bezeichnet; zum Doktor, der ihn als Versuchsobjekt ansieht und zur gesundheitsschädigenden Ernährung zwingt, dessen Experimenten sich Woyzeck jedoch nicht entziehen kann, da er auf diesen Nebenverdienst angewiesen ist, um seine Familie zu ernähren; zum Tambourmajor, der Woyzeck gegenüber keinen Respekt erweist und ihn sowohl öffentlich als auch privat lächerlich macht.

Das Schauspielerische wird von der Monotonie der gesamten Inszenierung verschluckt. Was auch passiert, es sind bei den ständig monoton auf der Drehfläche gehenden Schauspielern nur Nuancen, die die unterschiedlichen Stimmungslagen ausmachen. Nicht leicht!

HIER der link zur Seite des Stückes auf der Website des Theater Basel. Ich hatte es nicht live, sondern auf 3sat gesehen.

WENIGE TAGE WIRD ES NOCH ZU SEHEN SEIN IN DER MEDIATHEK VON 3SAT. Daher hier der schnelle Post. HIER der link zum Stück in der Mediathek von 3sat.

Copyright des Beitragsbildes: Sandra Then, Theater Basel