Das Theater Perlach bringt auch dieses Jahr wieder eine Inszenierung: „Satansbraten“ von Rainer Werner Fassbinder. Für wenige Tage ist es derzeit in der MUCCA im „Kreativquartier“ am Leonrodplatz zu sehen. Weitere Aufführungen sind am 1., 2. und 3. Oktober 2026.
Im vergangenen Jahr war es das Stück „A Matz bist scho,“ angelehnt an Ödön von Horvaths „Kasimir und Karoline“. HIER mein damaliger Beitrag: https://qooz.de/2025/09/19/theater-oedoen-von-horvath-a-matz-bist-scho/
Auch dieses Jahr ist der Theaterabend ein Gewinn für den Theaterfreund, wieder ein schöner Abend außerhalb der so gediegenen Theaterwelt der Münchner Kammerspiele, des Residenztheaters, des Münchner Volkstheaters und anderer Theater.
Großartig bleibt ohnehin das Engagement aller Beteiligten, vor allem der Begründer des Theater Perlach, Ferdinand Leopolder und Andrea Funk.
Passend zu „Satansbraten“, diesem desolaten, sicher sehr persönlichen Stück von Rainer Werner Fassbinder ist auch hier wieder das Ambiente der MUCCA, eine nüchterne, recht heruntergekommene, große Halle, die mit Theaterbeleuchtung ausgestattet ist. Fast erfrischend einfach auch die Herangehensweise an diesem Abend: Die Zuschauer nehmen sich diesmal am Eingang ihre Stühle und platzieren sie dort, wo sie sitzen möchten, beidseitig entlang des als Bühne dienenden „Laufstegs“. Stühle auf Betonboden.
Der „Laufsteg“ (Bühne: Ferdinand Leopolder) zieht sich für etwa 10 m etwas erhöht durch die Halle, vorne und hinten wird er durch zwei ebenfalls erhöhte breitere kleine Spielflächen abgeschlossen. Auf beiden Seiten entlang des Laufstegs sitzt also das Publikum.
Die Inszenierung (Regie Andrea Funk) entspricht der Zerrissenheit des Protagonisten Walter Kranz, der als Schriftsteller in einer großen Schaffenskrise steckt, kein Geld hat, nichts produziert, keinen Vorschuss bekommt, sich für Stefan George hält. Geld, Liebe, die großen und die kleinen Leute, Mann und Frau, Hierarchien, darum dreht es sich ja bei Rainer Werner Fassbinder, so auch in diesem Stück. „Parade“ wird die Inszenierung genannt, ein fast vergessenes Wort. Die Szenen des „Satansbraten“ werden vom Ensemble auf der Bühne schlicht aneinandergereiht, was das Stück fast zu zerreißen droht, aber es geht ja um Zerrissenheit, so passt es!
Auch schauspielerische ist es von allen Beteiligten wirklich gelungen! Alle spielen schlicht überzeugend, man kann sagen professionell, sie mögen das Stück! Mehr davon! Es spielen: Lena Nathalie Halve, Elias Hammler, Charlotte Kahler, André Schwarz, Sophia Strasser, Katharina Elisabeth Süß, Christophe Zoller. Es musizieren dazu: Friederike Hujer, Jakob Lücking
Fazit: Es lohnt sich, es tut gut!
Hier der Link zur Website des Theater Perlach: https://www.theaterperlach.de
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