Elisa Bartelt spielt in „Kalter weißer Mann“ in der Komödie im Bayerischen Hof die Praktikantin eines Unternehmens für Unterwäsche, dessen Unternehmensleiter gestorben ist. Man verfolgt die Trauerfeier, auf der zwischen den Trauernden im Grunde alle „gender“- und „political correctness“-Themen unserer Zeit hochkommen, es „entzündet“ sich an einer Schleife am Trauerkranz und steigert sich zu einer humorvollen, schlagfertigen, klugen Komödie. Man lacht im Grunde auch über sich selbst.
Zufällig hatte ich Elisa Bartelt vor circa einem Jahr kurz nach einem Theaterabend vor den Kammerspielen gesprochen. Der Kontakt blieb. So kam ich zu diesem Stück an der Komödie im Bayerischen Hof. Sie vertritt an einigen der kommenden Termine die Schauspielerin Anna Drózd. Derzeit ist Elisa Bartelt noch in ihrer Schauspielausbildung an der Münchener Schauspielschule Zerboni (auch Anna Drózd war an der Zerboni), sie ist theaterbegeistert, will auf jeden Fall Schauspielerin werden. Erste Engagements – wie auch hier in „Kalter weißer Mann“ – hat sie bereits. Auch in „Wolf“, einem Stück des Münchner Residenztheaters, das schon recht lange an bayerischen Schulen gezeigt wird, spielt sie mit. An eine staatliche oder städtische Schauspielschule möchte sie auch noch.
Zu „Kalter weißer Mann“:
Die „Komödie im Bayerischen Hof“ kannte ich noch nicht. Sie ist größer als gedacht, circa 500 Zuschauer werden hineinpassen! Wie bei E-Musik und U- Musik gibt es auch E-Theater und U-Theater, E steht für für Ernst und U für Unterhaltung. Die „Komödie im Bayerischen Hof“ steht auf jeden Fall für U. Auch mit „Kalter weißer Mann“ tut sie das, obwohl damit durchaus ein großes gesellschaftliches Thema verhandelt wird, „political correctness“ rauf und runter, humorvoll auf die Spitze getrieben, aber auch irgendwie ja ernst.
Auffallend war hierbei die gute Zusammensetzung der Schauspielerinnen und Schauspieler des Stückes. Alle waren jeweils so schön unterschiedlich, so gut passend und überzeugend zu dem, was sie jeweils spielten – im Ambiente eines Kirchenraumes, unter einem großen Kreuz. Ja, die schöne Unterschiedlichkeit der Personen macht das Stück aus! Der (alles nicht verstehende) Unternehmensnachfolger, die Sekretärin des Verstorbenen (mit ständig komischen Einwürfen), dazu ein schnell aufgedrehter Mitarbeiter als Social-Media-Freak, der die Kommentare im Internet zur Trauerschleife verfolgt, eine weitere (für die Themen „gendern“, „p.c.“, „lgtbqai+“ und und und besonders aufmerksame) Mitarbeiterin, dann der Pfarrer und eben die Praktikantin (mit ihrem jungen Blick auf alles). Elisa Bartelt passte ideal in diese Besetzung, sie bevorzugt ohnehin nicht die „beschwerten“, tragischen, ernsten Theaterrollen – derzeit zumindest.
Fazit: Es war zwar nicht meinen E-Gewohnheiten im Theater entsprechend, aber es war auch gut! Humor tut doch auch zu ernsthaften Themen gut!
Hier ist der Link zur Stückeseite von „Kalter weißer Mann“ auf der Website der Komödie im Bayerischen Hof: https://www.komoedie-muenchen.de/spielplan-tickets/5368/kalter-weißer-mann.html
Hier noch ein Trailer:
