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THEATER: Die beiden großen Münchner Theaterhäuser – Kleineres und zweite Besuche

  1. Zusammenfassung:

JCOM: Mendele Lohengrin:

An den Münchner Kammerspielen ist es am 8. Februar wieder zu sehen. Jüdische Klezmermusik trifft auf Richard Wagner. Ein Dilemma, Wagner war Antisemit. Erzählt wird die Geschichte eines jüdischen Musikers, der in Wien erstmals Richard Wagners Lohengrin hört und völlig verblüfft ist von dieser umwerfenden Musik! Heinrich York-Steiner schrieb 1898 die Geschichte von Mendele, Stefan Merki liest den Text, Ethel Merhaut singt dazu, das Orchester des Jewish Chamber Orchestra Munich spielt dazu ein Konzert, das hauptsächlich von Klezmermusik getragen ist, aber auch Wagners Lohengrin und anderes anklingen lässt. Was soll Mendele machen? Die umwerfende Musik Wagners verachten wegen seines Antisemitismus? Aufhören mit Musik? Ist Musik von allem losgelöst?

HIER der link zur Stückeseite.

Rania Mleihi: My personal ten years – Wir schaffen das:

An den Münchner Kammerspielen ist es am 8. Februar wieder zu sehen. Sehr persönlich erzählt Rania Mleihi vor allem mit Bildern und Videos auf der Leinwand. Die syrische Theatermacherin Rania Mleihi sitzt davor an einemTisch, wortlos bastelt sie mit Sand. Es ist ihre eigene Biografie vor dem Hintergrund zweier historischer Ereignisse: Angela Merkels „Wir schaffen das“ und dem jüngsten Umbruch in Syrien nach der Flucht von Diktator Bashar al-Assad. Nähe und Ferne, Heimat und Flucht, Familie und Trennung, wann lebt man vor diesem Hintergrund wirklich in Deutschland. Viele spannende Fragen, die m. E. schwer erkennbar Antworten finden, die bleibende Zerrissenheit der geflüchteten Syrerin bleibt hier das Thema.

HIER der link zur Stückeseite.

Manfred Zapatka: Lesung „Betonvon Thomas Bernhard:

Hierzu gibt es leider derzeit keinen weiteren Ausführungstermin. Aber das Residenztheater bringt ja immer wieder gerne etwas von Thomas Bernhard. Zuletzt Minetti, ebenfalls mit Manfred Zapatka. HIER.

Die Lesung aus Thomas Bernhards „Beton“ hat es etwa nur zur Hälfte geschafft, das Residenztheater zu füllen. So viele Fans von Thomas Bernhard gibt es wohl doch nicht, obwohl er immer empfehlenswert ist und bleibt! Seine Theaterstücke! Seine Romane! Er ist und bleibt einzigartig! Er schreibt so subjektiv – auch in „Beton“ natürlich -, fast absurd, aber doch erkennt man sich ständig, wenn man ehrlich ist. Manfred Zapatka liest ihn wunderbar! Die Bernhard’sche Kunst, ständig über banale Dinge zu schreiben und doch mehr zu sagen: Zapatka gelingt es wunderbar, sie in seiner Lesung zu zeigen, was nicht leicht ist!

HIER der link zur Stückeseite.

2. Anregungen für noch Laufendes:

Wiederholungen, erneute Besuche von Stücken, die ich bereits gesehen habe und gerne ein zweites Mal sehen möchte, sind meist sehr lohnend. Es beginnt morgen, Mittwoch den 04.02., an den Kammerspielen mit Mephisto von Klaus Mann, das zum diesjährigen Theatertreffen in Berlin eingeladen ist. HIER der Link zur Stückeseite.

Für erneut sehenswert halte ich außerdem an den Kammerspielen etwa Wachse oder weiche, Sauhund, Katzelmacher und Wallenstein und am Residenztheater etwa Drei Schwestern, das ebenfalls (2017) zum Berliner Theatertreffen eingeladen war, HIER, Kasimir und Karoline, Warten auf Godot und 77 Versuche, die Welt zu verstehen.

Von maxkuhlmann

Geboren am 04.08.1961 in Göttingen, aufgewachsen in München, gelebt in München, Lausanne, London, Köln, München, ehemals Rechtsanwalt, Dr. jur., seit 2010 freischaffend in kulturellen Interessensgebieten tätig.

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