Jonathan Meese, 54 Jahre alt, gilt als extrem „skurriler“ Künstler, vielleicht als einer der „skurrilsten“ weltweit. Die Bezeichnung „skurril“ greift allerdings zu kurz, wenn man ihn hört! Hört Euch diesen Podcast an:
HIER DER LINK:
Ihn „skurril“ zu nennen, ist eine fiese Beschreibung, klingt sie ja geradezu nach „verrückt“. Er mag fern der Realität sein, wie Pippi Langstrumpf. Ja, er ist ein Phantast, aber ein wunderbarer Phantast! Er ist extrem klar und ehrlich, hundertmal direkter und offener gegenüber dem puren Leben, als jeder, der meint, offen zu sein.
Der Podcast zeigt sein im Grunde tief richtiges Denken – auch wenn es so unrealistisch, so phantastisch ist! Er lebt ganz reel, lebt ein – scheint mir – ganz normales, einfaches Leben, aber er lebt mit einer irre freien, einer vollkommen ideologiefreien Einstellung, er ist Kind geblieben, sagt er von sich selber. Er verkauft nichts, auch nicht sich selbst, vor allem verkauft er keine Ideologie.
Mit viel schwächeren Worten, als den erfrischend schnellen, erfrischend frechen und erfrischend positiv idealistischen Worten von Jonathan Meese, könnte ich nur sagen: Den Podcast hören, dann weiß man, worum es geht: Es geht immer nur um einen selbst, da hat man genug aufzuräumen! Es geht nicht darum, sich von irgendetwas oder irgendjemandem abhängig zu machen, nicht darum, andere von einem abhängig zu machen oder Angst zu erzeugen, es geht nicht darum, andere überzeugen zu wollen. Zu Trump und Höcke würde er sagen: „Mensch Junge, geh doch einfach mal spazieren!“ Politik, Religion, Parteien, Institutionen, Abschottung, Macht, Ideologien … in all dem geht es immer darum, Angst zu erzeugen! Nur der Kunst geht es nicht darum, Angst zu erzeugen. Nur die Kunst ist echt! Nur die Kunst denkt nicht an Ideologien! (Kulturpolitik und Kultur als zeitgebundenes Konstrukt dagegen ist wieder Ideologie.) Deshalb sind auch Tiere Kunst! Deshalb ist auch die Natur Kunst! Ein Berg, denkt nicht an Ideologien! Also ist er Kunst! Meese sieht das „Gesamtkunstwerk“ jedes Einzelnen … schwer genug, es hin zu bekommen, er sieht das Gesamtkunstwerk „Deutschland“, das Gesamtkunstwerk „Welt“, das ist seine Vision! Die Diktatur der Kunst!
Wir müssen uns nur trauen, der Kunst zu folgen, nicht den Ideologien, die hinter jeder Ecke lauern. Und Ideologien sind Vergangenheit, Kunst ist Zukunft … Kunst ist Überraschung, etwas bisher Ungesehenes, ist nicht der Blick in den Spiegel, denn das ist der Blick in die Vergangenheit.
Oder: „Es ist momentan alles nur noch eine Party auf dem Vulkan. Kunst ist (aber) keine Unterhaltung, sondern eine Angriffswaffe. Eine Angriffswaffe, um uns freizuschaufeln, um eine Zukunft zu haben …“. Tolle Sätze.
Sehr entscheidend für diesen so erfrischenden Wortschwall von Jonathan Meese ist Matze Hielscher als Interviewer in seinem Podcast Hotel Matze. Seine Fragen gehen immer wieder in die Überzeugungen von Jonathan Meese hinein. Sehr gut.
Mir schrieb mein Sohn, der mir den Podcast nahebrachte: „… er bricht auf erfrischende Art und Weise unser Verständnis von der Welt und den Dingen auf und setzt sie irgendwie auf abstrakte Art und Weise neu zusammen. Und das ist ein schöner Reality Check. Eine Einladung sich und alles mal nicht so ernst zu nehmen.“
Der Podcast ist auch auf YouTube zu hören. HIER der Link. Und HIER der Link zur Website von Jonathan Meese.