Man liest davon, es sei „der beste Film des Jahres“. Er wurde in Cannes 2025 mit dem Grand Prix der Jury ausgezeichnet, der zweitwichtigsten Auszeichnung auf den jährlichen Filmfestspielen in Cannes nach der Goldenen Palme.
Es ist ein Film des norwegischen Regisseurs und Drehbuchautors Joachim Trier mit Überlänge, ist fast mehr die Beobachtung zweier Personen als ein Handlungsfilm, es könnte fast ein Film von Ingmar Bergmann sein, Vater und Tochter, die Beobachtung und Entwicklung ihres Verhältnisses zueinander. Man fragt sich am Ende fast: Wie wird es weitergehen?
Ein ruhiger Film, der durch diese Ruhe, durch die so natürliche Betrachtung der Personen des Films besticht. Es gibt im Grunde nur einen Ort des Geschehens, das schöne alte Haus der Familie, in dem auch die Familiengeschichte steckt. Die Situation der beiden – Vater und Tochter – geht einem nahe, ohne dass man schwermütig das Kino verlassen würde. Ruhige kurze Dialoge, wünscht man sich die nicht öfters im „normalen“ Umgang miteinander?
Auffallend ist auch, dass der Film den Zuschauer in keiner Weise durch irgendwie besondere Filmaufnahmen in die Stimmung holen will, überzeugen will. Er ist – keine Frage – wunderbar gefilmt, wunderbar gespielt, nah an den Personen dran, unaufgeregt, ich kann ihn empfehlen! (Wer weiß, was für übertrieben perfektionierte Filme künftig mit KI auf uns zukommen! Man liest, dass Filmaufnahmen, die zu teuer sind, künftig von KI schnell und billig erzeugt werden können!).
Die „Hauptfiguren“ des Films – Vater und Tochter, siehe das Bild oben – kommen einem nahe, Renate Reinsve und Stellan Skarsgård. Es ist ein „echter“, lebensnaher, persönlich werdender, aber trotzdem zurückhaltender Film, und so hoch prämiert!
Vater und Tochter, es ist ja immer wieder so: Was für ein Verhältnis! Und – so auch in diesem Film – die Familiengeschichte spielt fast immer eine Rolle. Kurz dazu: Die Mutter des „Vaters“ der Geschichte hatte sich früh umgebracht, er, der „Vater“ war damals Kind, beruflich war er dann total fixiert, erfolgreicher Regisseur, war später geschieden von seiner Frau, um die Kinder (zwei Töchter) hatte er sich im Grunde nie gekümmert, war immer weg, bis er nach Jahren – auf der Trauerfeier nach dem Tod seiner Ex-Frau – seine beiden Töchter wiedersieht. Die ältere Tochter ist Theaterschauspielerin, alleinstehend, sie trägt letztlich die Familiengeschichte und all das Schwierige des Verhältnisses zum Vater in sich, ihre Schwester kommt besser damit zurecht. Und der Vater will der älteren Tochter endlich mit einer speziellen Idee näher kommen, auch um mit seinem Leben zurechtzukommen. Und so weiter …
HIER der Trailer.
Zu sehen ist er in München etwa im Theatiner Filmkunst.
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